Gemeinde Journal Frühjahr 2012 - Ev.-Luth. Kirchengemeinde ...

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Gemeinde Journal Frühjahr 2012 - Ev.-Luth. Kirchengemeinde ...

Gemeinde

JOURNAL

Altona-Ost

Graffiti eines unbekannten Künstlers am Bahndamm Lippmannstraße/ Max-Brauer-Allee, Foto: Dusan Deak

In diesem Heft:

12 Editorial

13 Vanessa von der Lieth – überzeugte Seelsorgerin

14 Weg ist sie – Mirjam Köhler

16 Anna Lüdemann, neue Diakonin. Domprediger

18 „Heilig’s Blechle“

19 Abschied von Antje Stroebel. Amtshandlungen

10 „Hüterin der Hüter“ in der Kirche der Stille

12 Gespräch mit Britta Nöbbe

13 Seniorenheime

15 Glosse. Bücherbasar

16 Kulturkirche profiliert sich

18 Neuer Kinderchor. Altarraum-Pläne

20 Theologie

22 Erfahrung mit diakonischen Projekten

24 Adressen, Kontakte

Frühjahr 2012 Nr. 11

www.gemeinde-altona-ost.de


Aus dem

Redaktionsteam:

Monika Rulfs

2 . G e m e i n d e j o u r n a l

Editorial

E D I T O R I A L

Liebe Leserin und lieber Leser, dieses Gemeindejournal

sollte eigentlich schon im Herbst erscheinen.

Aber uns, die wir es schreiben, kamen Bücherbasar,

Seminare, Kinder und Weihnachten dazwischen. Wir

Ehrenamtlichen schafften es nicht, unsere Texte am Wochenende

zu schreiben, die Pastoren nicht am Montag,

und so wurde es nichts.

Ich weiß, die meisten geben ihre Texte und Bilder

immer zu spät ab. Da ist der lange theologische

Text, der dringend geschrieben werden soll, die

Radioandacht oder der außergewöhnliche Gottesdienst,

das Chorwochenende oder, ein besonderer Glücksfall,

der neue Freund! Um so mehr freuen wir uns, dass es

jetzt geklappt hat. Und das, obwohl einer in seine Psyche

eingetaucht ist, ein anderer Bach-Kantaten fürs Radio

besprochen und ein dritter sich um seine Zähne gekümmert

hat; eine hat einen Job gesucht, eine andere

Workshops in Berlin und Hildesheim gegeben und eine

dritte hat ihr kirchenmusikalisches Messe-Projekt auf

dem Weg gebracht.

In der Gemeinde ist in dieser Zeit viel passiert. Der

Bücherbasar war so gut besucht wie nie (Seite 15),

die Kirche der Stille hat Weihnachten ihre Besucherzahl

verdoppelt (Seite 10), ein Kinderchor ist gegründet und

gedeiht (Seite 18). Wir haben Dirk Konstanzer als Kita-

Leiter für die Zeit des Mutterschutzes von Maren

Podgorsky in der Kita Billrothstraße gefunden, uns für

eine neue Diakonin (Seite 6) und eine neue Pastorin

(Seite 3) entschieden, Lilia Stumpf und Petra Löscher

(wieder) als neue Kirchenvorstandsmitglieder eingeführt.

Diakonin Mirjam Köhler hat uns verlassen (Seite

4), Antje Stroebel aus dem Büro ist in die Altersteilzeit

gegangen (Seite 9). Kinder und Enkelkinder sind auf die

Welt gekommen, runde Geburtstage wurden gefeiert

und manchen ist ein wichtiger Mensch gestorben. Kurz:

Das Leben nimmt seinen Lauf!

Sehen Sie uns die lange Pause nach. Lesen Sie dies

Heft und geben es weiter! Und vor allem:

Kommen Sie gerne in Gottesdienste, Konzerte,

Lesungen, zu Filmen oder Meditationen! Ihre

Monika Rulfs

Graffiti eines unbekannten Künstlers am Bahndamm

Lippmannstraße/Max-Brauer-Allee


V O R G E S T E L L T

Vanessa von der Lieth ist neue Pastorin

in Altona-Ost

Überzeugte

Seelsorgerin

Seit Anfang Februar hat die Gemeinde Altona-Ost

eine neue Pastorin: Die 36-jährige Vanessa von der Lieth

ergänzt das Pfarramtsteam wieder auf fünf Personen. Sie

kommt aus Holzminden, hat in Hamburg studiert und

war zwei Jahre lang wissenschaftliche Mitarbeiterin am

Fachbereich Theologie. Nach dem Vikariat in Timmendorfer

Strand war sie sogenannte „Pastorin zur Anstellung“

in Eutin-Neudorf.

Eine für ihre Berufswahl „sehr prägende Zeit“, so sagt

sie, war die kirchliche Jugendarbeit in Holzminden. Seit

ihrer Konfirmation war sie dort engagiert, feierte

Kinder- und Jugendgottesdienste, gründete und leitete

eine kleine Jugendtheatergruppe, wirkte mit an der

„Aktion Jüdischer Friedhof“, wo die evangelische mit

der jüdischen Gemeinde in Kontakt kam – und einiges

mehr. Seitdem ist sie mit kirchlichen Strukturen vertraut.

Nach fünf Jahren Lehramtsstudium (Religion und

Englisch) wechselte sie zur Theologie, um Pastorin zu

werden.

In Neudorf füllte sie die vergangenen drei Jahre diesen

Beruf aus, der „eigentlich viele Berufe in einem ist“

– was ihr gefällt. Sie sieht sich als „überzeugte

Seelsorgerin“ und gewöhnte sich daran, dass man in

einem gewachsenen Dorf bei der Pastorin auch mal an

der Tür klingeln kann, um ein Gespräch einzufordern.

Sie mag die Arbeit mit alten Menschen, beerdigte viel

und hält leidenschaftlich gern Gottesdienste, am liebsten

„nicht in festgefahrenen Bahnen mit möglichst viel

Gestaltungspielraum“.

Auf was sie sich in Altona-Ost mit ihrer 50-Prozent-

Stelle konzentriert, wird sie demnächst mit ihren

Pfarrkolleginnen und -kollegen besprechen. Gut findet

sie auf jeden Fall, dass die drei Kirchen ihre eigenen

Profile und die Pastorinnen und Pastoren deutliche

Schwerpunkte haben. Besser, als wenn „alle alles

machen“.

Vanessa von der Lieth wohnt zusammen mit ihrem

Mann Stefan, einem Hamburger Mediengestalter, und

ihrem einjährigem Sohn Birk in Altona-Nord. Sie freut

sich auf die Gemeinde Altona-Ost und wieder in

Hamburg zu sein – alte Freundschaften pflegen zu können

und ihren Mann nicht mehr pendeln zu sehen.

Obwohl eine angefangene Doktorarbeit in der

Schublade liegt – über die Passionslyrik der theologisch

gebildeten Catharina Regina von Greiffenberg (1633-

1694) –, liebt sie es zur Zeit besonders, mit dem kleinen

Birk auf dem Boden zu sitzen und zu spielen. Dabei

wünschen wir ihr viel Spaß! Und heißen sie herzlich willkommen

als Pastorin in unserer Gemeinde!

Monika Rulfs

Neue Pastorin:

Vanessa von der

Lieth

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 3


Im Zeltlager:

Luna Reifenrath,

Mirjam Köhler,

Louisa Böcker

und Nele Hugk

4 . G e m e i n d e j o u r n a l

A U S D E R G E M E I N D E

Mirjam Köhler

Weg ist sie

Es war ja eigentlich klar – Jugendarbeit lässt sich

schwer ein gesamtes Arbeitsleben engagiert gestalten.

Und so hätten wir uns alle auf den Abschied unserer

schon über 40-jährigen Diakonin einstellen müssen,

aber dann kam er doch überraschend und wurde tränenreich.

Auf beiden Seiten.

Was Wunder, schließlich verkörperte Mirjam (übrigens

nicht: Miriam, wie viele beharrlich sagen) unsere

Gemeinde. Natürlich zum großen Teil die Friedens -

kirche, bei der sie im November 1997 eingestellt wurde,

aber eben auch Altona-Ost. Ich kenne kaum einen

Menschen, der so entschieden für die Belange des großen

Ganzen eintritt, wie sie es getan hat. Was der

Gemeinde gut getan hat, war für Mirjam gut, selbst wenn

es sich gegen die eigenen Interessen oder die

Jugendarbeit richtete. Ich erinnere mich zwar auch an

Tränen über manche Entscheidungen – zum Beispiel als

in der Jugendarbeit nach der Reduktion bei der Fusion

erneut eine Stelle gestrichen werden musste – und auch

an Zorn. Aber das betraf nie die eigenen Interessen, sondern

bezog sich ausschließlich auf das, was sie für egoistische

Argumente hielt, den fehlenden Blick für das

Gemeindewohl oder Rücksichtslosigkeit. Das konnte sie

schlecht aushalten. Nachtragend? Ich glaube, sie kennt

noch nicht einmal das Wort.

Mit Humor hingegen konnte sie viel anfangen, und da

war sie auch nie zimperlich, selbst wenn er mal etwas

spitzer ausfiel und sie betraf. Pfiffig und geistreich – das

fällt mir zu ihr ein. Wenn Debatten mal etwas verhärtet

waren, konnte sie mit einer kleinen Bemerkung für

Entspannung sorgen und dem Gespräch eine neue

Wendung geben. Jeder spürte sofort: Diese Frau ruht in

sich und weiß sich von Gott getragen. Ich glaube, deswegen

konnte sie zu sich selbst auf Distanz gehen und

über sich selbst lachen – herzhaft und ungezwungen.

Das war übrigens nicht immer so. Kurz nachdem ich in

der Gemeinde anfing – Mirjam war schon ein halbes Jahr

da –, verließ der erfahrene Diakon Michael Padel unsere


A U S D E R G E M E I N D E

Gemeinde. Da war Mirjam plötzlich alleine für die

Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Und reichlich verunsichert.

Resigniert? Das Wort kennt sie auch nicht. Mit

Beratung, Supervision und Zusammenarbeit mit dem

Jugendpfarramt im Kirchenkreis hat sie sich allmählich

zu der entwickelt, die sie dann war. Sie hatte einfach ein

gutes Timing. Erst wenn sie innerlich gerüstet war, hat sie

sich einer neuen Aufgabe gewidmet, und diese dann mit

viel Herz und Verstand erledigt – seien es Kinderbibel -

wochen, Jugendfreizeiten, Brunnifest oder die unvergessene

Verkörperung des Enkels des Architekten unserer

Kirchen, Johannes Otzen, bei einem Fest zu einen Ehren,

auf dem sie dann – wegen der schlechten Zähne des alten

Mannes – nur Wurst ohne Pelle aß. Den ganzen Abend

über.

Auf Konfirmandenfreizeiten konnte sie auch mal richtig

streng werden. Ja, das stimmt! Aber gleichzeitig hatte

sie den Schalk im Nacken sitzen. Als die Jugendlichen

partout nicht schlafen wollten, hat sie den Spieß einfach

umgedreht und sie ihrerseits vom Schlafen abgehalten.

Wenn die Konfirmanden nachts über den Flur schlichen,

sind wir als geschminkte Geister laut schreiend aus einer

Ecke hervorgesprungen. Oder wir haben an die

Zimmertüren Backbleche gelehnt, die dann beim Öffnen

natürlich scheppernd zu Boden fielen. Da waren dann

auch die wenigen Braven wach.

Jugendliche haben sie geliebt. Nicht nur die. Es kann

sein, dass die Nachfolgerin noch eine Weile damit leben

muss, Mirjam gerufen zu werden. Das ist nicht leicht,

aber damit muss sie leben. Schließlich hat diese wunderbare

Person nicht nur Generationen von Kindern und

Jugendlichen geprägt, sondern auch die Erwachsenen im

Kirchenvorstand und darüber hinaus.

Und wir alle müssen damit leben, dass wir ständig und

beharrlich gefragt werden, ob es denn in diesem Jahr

wieder das wunderbare alternative Krippenspiel geben

wird. So ist das, wenn eine prägende Frau unsere

Gemeinde verlässt. Jetzt können all die Menschen sie

genießen, die sich zum freiwilligen sozialen Jahr melden.

Oder die Mütter auf den Spielplätzen, wo sie zusammen

mit Nadine ihrem Sohn beim Schaukeln zusehen wird.

Möge Gott sie behüten auf allen Wegen, die sie einschlagen

wird. Abschiedsschmerz? Das kennt sie. Wir auch.

Friedrich Brandi

Mirjam Köhler

bereicherte 14

Jahre lang

unsere

Gemeinde mit

ihrem Humor

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 5


Anna

Lüdemann

engagiert sich

schon seit ihrer

Konfirmation in

der kirchlichen

Jugendarbeit

6 . G e m e i n d e j o u r n a l

V O R G E S T E L L T

Neue Diakonin

Anna Lüdemann

Unsere neue Diakonin ist an den Start gegangen. Anna

Lüdemann ist 27 Jahre alt und stammt aus dem

Dörfchen Wensebrock bei Rotenburg/Wümme.

Nach ihrer Konfirmation machte sie ehrenamtliche

Konfirmandenarbeit. Sie wurde Mitglied im Kirchenkonvent

erst ihrer Gemeinde, dann des Kirchenkreises

und schließlich des Sprengels Stade. Anschließend

gehörte sie dem Vorstand der Jugendkammer der Landeskirche

Hannover an.

Nach Realschulabschluss und Abitur überlegte Anna

Lüdemann, Sonderpädagogik zu studieren. Darauf

bereitete sie sich mit einem Praktikum an der Werner-

Dicke-Schule für Körperbehinderte in Hannover vor.

Dann änderte sie ihren Berufswunsch in Diakonin und

bewarb sich um einen Studienplatz an der Fach -

hochschule Hannover. Da sie nicht gleich angenommen

wurde, machte sie noch ein einjähriges Praktikum im

Kirchenkreis-Jugenddienst von Osterholz-Scharm beck –

mit Gruppenleitung, Projektarbeit und Freizeiten. Es

folgte das Studium: sechs Semester Religionspädagogik

und drei Semester Soziale Arbeit. Beides schloss sie mit

dem Bachelor ab. Ihr Berufsanerkennungsjahr absolvierte

sie im Kirchenkreis-Jugenddienst in Hittfeld.

Schon vorher war sie Hamburg näher gekommen. Im

Seemannsclub Duckdalben in Finkenwerder machte sie

ein religionspädagogisches Praktikum, redete und sang

mit den Seeleuten, spielte mit ihnen Spiele, verkaufte

notwendige Dinge wie Zahncreme und besuchte mit

einem Seemannsdiakon auch die Schiffe. Diese liegen im

Container-Zeitalter nur so kurz im Hafen, dass den Seeleuten

keine Zeit für einen Stadtgang bleibt. Ihr zweites

Praktikum, zum Studiengang Soziale Arbeit, führte

Anna Lüdemann ins Jesuscenter im Schanzen viertel, wo

ihr der ganz unterschiedliche Umgang Wohnungsloser

mit ihrer Situation auffiel. Während des Studiums leitete

sie weiter die Zeltlager ihres Sprengels, die in Offendorf

an der Lübecker Bucht stattfanden. Dieser Ort und die

Menschen, mit denen sie zu tun hatte, waren fünfzehn

Jahre lang ein Kontinuum, das ihr Heimatgefühl gab.

„Ich weiß, ich trete in große Fußstapfen“, sagt Anna

Lüdemann im Hinblick auf unsere bisherige Diakonin

Mirjam Köhler. „Aber ich freue mich schon darauf, die

Gemeinde kennen zu lernen – und eigene Abdrücke zu

hinterlassen!“

Karin Zickendraht

„Domprediger“

Immer mal wieder denkt mein Pastorenkopf: „Das

habe ich ja noch nie erlebt.“ Zum Beispiel die Einzelkonfirmation

eines 17-Jährigen in Bruchhausen-Vilsen

(wo das Wasser Vilsa herkommt).

Alex ist Sprössling einer Schaustellerfamilie, die in

den Monaten Januar bis März in ihrem großen Haus

nahe Bremen lebt, meistens aber im Wohnwagen. Und

weil sie dann von Jahrmarkt zu Jahrmarkt ziehen, hat

Alex natürlich weder Zeit zum regelmäßigen Konfir -

mandenunterricht noch für die Konfirmation um Ostern


A U S D E R G E M E I N D E

herum. Der Kompaktunterricht lag schon einige Jahre

zurück, aber erst jetzt suchte die Familie nach der

Pastorin, die damals das Wochenende mit den

Schaustellerkindern geleitet hatte. Der Vater erfährt bei

der Evangelischen Kirche in Deutschland, dass die Stelle

aus finanziellen Gründen inzwischen gestrichen wurde,

aber in Hamburg gebe es jemanden, der für die

Schausteller zuständig sei.

Seit knapp zwei Jahren habe ich den pastoralen

Dienst für den Hamburger Dom übernommen. Um mich

bei meiner „neuen Gemeinde“ bekannt zu machen, wollte

ich gleich einen sehr ungewöhnlichen Gottesdienst

anbieten: Am ersten Sonntag nach der Eröffnung um

23.30 Uhr im Bierzelt „Zum Hanseaten“. Natürlich war

ich aufgeregt, als ich wie ein Versicherungsvertreter von

Zuckerwatte zu Karrussell tingelte und für dieses eigentümliche

Unterfangen geworben habe. Umso größer

meine Überraschung, dass ich nahezu überall mit offenen

Armen empfangen wurde. „Schön, dass Sie für uns

da sind.“ „Tolle Idee, den Gottesdienst erst eine Stunde

nach unserem Betriebsschluss anzubieten.“ „Ich komme

bestimmt.“ Klar, es gab auch viele, die meinen Zettel

freundlich entgegen genommen und gleich in den Abfall

gelegt haben, aber beim ersten Gottesdienst dieser Art

sind immerhin etwas mehr als 30 Frauen und Männer

erschienen. Und diese entschuldigten sich sogar, dass der

Besuch so schlecht sei. „Wenn Ihr wüsstet...“, habe ich

vor mich hingemurmelt und dabei an so manchen

Gottesdienst in der Friedens- oder St. Johanniskirche

gedacht. Bei den letzten beiden Dom-Gottesdiensten

waren wir schon gut 50 Menschen. Singen wollten sie

zuerst nicht, aber da gibt es bei mir kein Pardon. Und

siehe da – sie singen.

Inzwischen habe ich sogar eine Konfirmandengruppe

von zehn Jugendlichen, die sehr aufgeweckt und neugierig,

aber manchmal auch zappelig und unkonzentriert

sind – wie das in diesem Alter so ist. Kurz vor

Weihnachten erschien nur die Hälfte, weil die anderen

sich um die Stände auf den Weihnachtsmärkten meistens

allein verantwortlich kümmern mussten.

Die Konfirmationen werden im Laufe dieses Jahres

und 2013 stattfinden. 1. weil sie sich alle gegenseitig einladen

wollen/müssen (sicher werde ich dann auch Alex

wiedersehen) und 2. weil sich eine Familienfeier in den

Terminplan von Schaustellern nur schwer integrieren

lässt, schon gar nicht am Wochenende.

Nun bin ich gespannt, was mich noch erwartet. Ich

freue mich schon auf eine Hochzeit im Autoscooter oder

eine Taufe beim Entenangeln. Was ich schon jetzt mitbekommen

habe: Feiern können die.

Friedrich Brandi

Friedrich Brandi

erzählt von

seiner Tätigkeit

als Pastor auf

dem Dom

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 7


Hans-Christoph

Hartmann

leitet die neue

Big Band

8 . G e m e i n d e j o u r n a l

A U S D E R G E M E I N D E

Mit Partitur und Leidenschaft

durch Big-Band-Welten

Heilig’s Blechle

Seit September 2011 hat eine Big Band in der Friedenskirche

Altona ihr Zuhause gefunden – und damit einen

Platz zum Wachsen und Gedeihen. Jeden Dienstagabend

treffen sich dort Saxofone, Trompeten, Bass,

Klavier, Gitarre und Schlagzeug unter der Leitung von

„Käpt’n“ Hans-Christoph Hartmann.

Mit viel Geduld und jeder Menge Übersicht manövriert

er das „Big-Band-Schiff“ durch die unendlichen

Weiten der Jazz-Weltmeere. Manchmal swingt die Band

in bester Tradition wie bei Count Basie und Duke

Ellington, frei nach dem Motto „It Don‘t Mean A Thing

If It Ain’t Got That Swing“ – auch wenn das nicht immer

ganz einfach ist im norddeutschen Tiefland, weit entfernt

von den verrauchten Clubs in Harlem. Aber Swing und

Leichtigkeit setzen sich zum Glück immer wieder durch.

Manchmal steht die Musik auch unter der Sonne

Mittelamerikas: Latin Beats animieren zum Tanzen oder

Relaxen, je nachdem, welches Tempo und Feeling gerade

angesagt ist. „Mas Que Nada“, „Children Of Sanchez“

oder „A Night in Tunesia“ sind nur einige der Ankerplätze.

Wohin die musikalische Reise letztendlich führt,

bestimmen die Bandmitglieder gemeinsam.

Nicht immer klappt alles sofort. Aber Dank der umsichtigen

Führung auf der Kommandobrücke hat die Big

Band bis jetzt jede Untiefe gemeistert – auch wenn es

mal etwas länger gedauert hat. „Wichtig ist der Spaß an

der Musik, speziell der Big-Band-Musik“, so Hans-

Christoph Hartmann. Besonders erstaunlich ist es, wie

gut die Band als Gruppe in ihrer kurzen Bandgeschichte

zusammengewachsen ist. Viele kommen aus dem Viertel.

Einige nehmen aber auch jede Woche die weite Anreise

aus Norderstedt oder Pinneberg in Kauf. „Es lohnt sich

einfach“, so die einhellige Meinung.

Angefangen hat alles mit der Big Band der Wichernschule,

die unter anderem beim Brunnifest gespielt hat.

Nachdem Hans-Christoph Hartmann die Leitung abgegeben

hat, entstand der Wunsch bei einigen Ehemaligen

weiter zusammenzuarbeiten. Sie haben zunächst im

Wohnprojekt „Strese 100“ eine Möglichkeit zum Proben

gefunden. Aber so eine Big Band kann wahrlich laut sein

und braucht jede Menge Platz. Mit dem Umzug in die

Friedenskirche kam auch die Chance zum Wachsen. Wer

Lust und Zeit hat mitzuspielen, ist jederzeit willkommen

– vor allem das Blech ist heißbegehrt und umgarnt.

Wichtig sind lediglich Notenkenntnisse.

Claudia Schober, Big-Band-Mitglied

Proben: jeden Dienstag 19.15 bis 21.30 Uhr

Kontakt: Hans-Christoph Hartmann

info@audio-obscura.de, mobil: 0170 333 26 40


A U S D E R G E M E I N D E

Abschied

von Antje Stroebel

Das vergangene Jahr ist auch ein Jahr der personellen

Veränderungen gewesen. So haben wir im Dezember

des vergangen Jahres Antje Stroebel im Rahmen eines

Gottesdienstes von ihren Pflichten entbunden und in

den Ruhestand verabschiedet.

Von ihren vielen Dienstjahren hat sie die meisten in

der damaligen Christophoruskirche (inzwischen Kirche

der Stille) als Gemeindesekretärin gearbeitet. In diese

Zeit fällt auch ihr Engagement in der Mitarbeitervertretung

(MAV).

Im Zuge der Fusion zur Kirchengemeinde Altona-Ost

hat Antje Stroebel einige Veränderungen erlebt: Ihr Arbeitsplatz

verlagerte sich in das Gemeindebüro bei der

Johanniskirche, aus einem vorgesetzten Pastoren war ein

ganzes Pastorenteam geworden, und auch sie selbst fand

sich nun der Herausforderung gegenüber gestellt, in

einem relativ großen Team ihren Ort zu finden und sich

in vielen Dingen umstellen zu müssen. Doch mit Britta

Nöbbe hat die Chemie schnell gestimmt. Wir danken

Antje Stroebel für die geleistete Arbeit und wünschen

ihr für den Ruhestand alles Gute!

Nils Kiesbye

A M T S H A N D L U N G E N

Antje Stroebel

geht in den

Ruhestand

Taufen, Trauungen, Bestattungen

Getauft wurden:

Franka Nele Josefina Kollmannsperger, Sarah Ralfs, Nana

Mesterheide, Richard Ben Johann Lindenkamp, Giano- Felix Rubald,

Edda Maack, Minna Maack, Arthur Franz Frederik Lindenkamp,

Jeremia John Miles Mohr, Theda Johanna Dreier, Caspar Paul von

Festenberg- Pakisch, Elias Baesel, Leah Lucia Knapp, Thore Terglane,

Talea Terglane, Katharina Klara Kröpke, Brian Goldenbaum

Rodrigues, Carla Antonia Poneß, Naoma Clara Gudrun Marion Dies,

Willem Grundei, Maya- Tamara Franzius, Hannah Sophie Schmuck,

Thea Johanna Mortensen, Amelie Helene Husen, Feline Antonia

Hinz, Zoe Augsburg, Joelle Cleo Pruss, Paul Emanuele Röse, Johan

Michel Anders Gerwin Falk

Getraut wurden:

Felix Paul und Parisa Paul geb. Mansourian Fard,

Daniel Oliver Kinat und Sua Kinat geb. Kim,

Ralf Augsburg und Britta Christina Augsburg geb. Werner,

Kyrill Heinz und Ella Heinz geb. Tulina,

Rene Reinhold Svend Peter Bethke geb. Kehrls und

Janina Anna Bethke

Bestattet wurden:

Hedwig Margarete Ingeborg Schmidt geb. Grebe, Käthe Luzie

Bollmann geb. Nippold, Manfred Züll, Paul Hermann Cremer-

Andresen, Hans Otto Freudenberg, Heinz Hermann Eggers, Monika

Doris Wegener, Ute Ursula Celenci geb. Erstling, Helma Edith Ilse

Witt geb. Kießling, Gerda Hedwig Edith Liebentraut geb. Borchmann,

Lisa Warnke geb. Tiedemann, Elli Käthe Griebel geb. Heinze, Jürgen

John, Irma Marie Humpf geb. Bruhn, Walter Jakob Becker,

Ingrid Käthe Prestin geb. Jentzen,Roman Oskar Preher,

Anneliese Elfriede Frey geb. Peleikis

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 9


Die Kirche ist

geöffnet:

Trixi Dora

an der Tür der

Kirche der Stille

10 . G e m e i n d e j o u r n a l

V O R G E S T E L L T

Trixi Dora arbeitet für die Kirche der Stille

„Hüterin der Hüter“

Beatrix Ribbert-Dora, kurz Trixi Dora, lebt mit Mann

und der jüngeren von zwei Töchtern in der Helenenstraße,

wenige Meter von der Christophoruskirche entfernt.

„Früher war die Tür der Kirche, bis auf den

10-Uhr-Sonntagsgottesdienst, eigentlich immer zu“,

sagt sie. „Die Kirche gab es quasi für mich nicht!“ Ihre

Kinder wurden von Irmgard Nauck in der Johanniskirche

konfirmiert. Als 2009 neues Leben in die

Christophoruskirche kam und sie zur Kirche der Stille

umgebaut wurde, war sie gleich davon angetan. „Der

Raum ist so, wie ich ihn selbst gestaltet hätte. Das Konzept

finde ich großartig! Ich bin dankbar, dass ich so einen offenen,

religiösen Ort in meiner unmittelbaren Umgebung

habe entstehen sehen.“

Trixi Dora, 50, hat die vergangenen elf Jahre als Altenpflegerin

im Augustinum an der Elbe gearbeitet.

Früher ehrenamtlich aktiv im Elternrat und als Sterbebegleiterin,

wurde sie 2009 Kirchenhüterin. Seit Juli 2010

ist sie Küsterin in der Kirche der Stille.

Die Kirche der Stille ist für Trixi Dora „eine offene

Kirche, in der jeder zu sich oder zu Gott kommen kann.

Auch ist sie ein Raum der Stille für alle, die nicht der

Kirche angehören.“ Sie erzählt dazu eine kleine

Geschichte: „Am Anfang kam eine kleine sehr alte

Dame herein. Sie sagte mir, sie sei 90 Jahre alt, ehemalige

Journalistin und von Natur aus neugierig. Sie hatte

keine Zähne mehr und sprach etwas verhalten: ‚Ich sag

Ihnen jetzt mal was, das wird Ihnen nicht gefallen! Ich

bin aus der Kirche ausgetreten.’ Ich sagte zu ihr: ‚Das

macht mir gar nichts – gehen Sie einfach hinein und nehmen

Sie, was der Raum Ihnen gibt!’ Sie freute sich und

kam wieder.“

In der Kirche der Stille hat Trixi Dora hauptsächlich

drei Aufgaben. Sie organisiert die Offene Kirche, kümmert

sich um den Blumenschmuck und begleitet Gottesdienste

und Veranstaltungen.

Die Offene Kirche: Im Frühjahr 2012 sind es

30 Frauen und drei Männer, die im Zwei-Stunden-


V O R G E S T E L L T

Rhythmus die Kirche der Stille hüten. Sie tragen sich ein

in Hütelisten; viele kommen regelmäßig ein- bis viermal

im Monat, andere werden angerufen und springen spontan

ein, etwa, wenn jemand krank ist. Zweimal jährlich

gibt es ein gemeinsames Treffen. „Das Hüter/innen-

Team besteht aus Jüngeren und Älteren, Frauen und

Männern aus der Umgebung, in Rente oder Berufstätige,

die hier für sich Stille finden, aber auch Menschen aus

Barmbek, Hamm, Bahrenfeld, Blankenese und sogar aus

Bad Segeberg. Nur durch sie ist die ‚Offene Kirche’ möglich.“

Während ich mit Trixi in einem Café in der Nähe

sitze und rede, kommen zufällig zwei von ihnen herein.

Jetzt verstehe ich, warum Trixi „die Hüterin der Hüter“

genannt wird. Sie lacht, redet, fragt interessiert...

Der Blumenschmuck: Trixi sorgt für Blumen und frisches

Grün. Häufig nutzt sie Blumen und Zweige, die sie

im Kirchgarten, ihrem eigenen oder dem von Freunden

findet. Manchmal kauft sie was oder schneidet einen

Zweig an der Elbe. „Ich gestalte die Sträuße immer der

Jahreszeit entsprechend. Sie sind mir eine Herzensangelegenheit.

Sie verbinden für mich Innen und Außen.“ Sie

erzählt, dass sie eigentlich vom Land kommt und die

Stille früher vor allem dort, in der Natur, fand.

Das Begleiten von Gottesdiensten und Veranstaltungen:

Trixi ist mitverantwortlich für das ganze Drumherum

– Auf- und Abbau, Kasse, Begrüßung der Besucher,

Begleitung der Meditationsgottesdienste, der

Vorträge und Konzerte.

Die Kirchenhüter notieren die Besucherzahlen. Pro

Woche, so Trixi, nutzen rund 50 Menschen die Offene

Kirche. Die meisten bleiben 10 bis 60 Minuten, manche

auch länger. Fast zwei Drittel sind Männer – entgegen

der ursprünglichen Vermutung, die Kirche könne zu

einer „Frauenkirche“ werden. Zu den zwölf heiligen

Nächten um den Jahreswechsel 2010/11 kamen jeden

Abend 20 bis 30 Menschen in die Kirche. Ein Jahr später,

2011/12, waren es pro Abend 60 bis 75. Im Jahr 2010 gab

es einen Weihnachtsgottesdienst mit 160 Besuchern; zu

den zwei Weihnachtsgottesdiensten 2011 kamen zusammen

280 Menschen. Die Zahl derer, die sich Silvester

persönlich segnen lassen, hat sich im Vergleich zum

Vorjahr verdreifacht. Der Kontakt zum benachbarten –

nicht religiösen – Hospiz ist eng. Besucher kommen, um

sich auf einen Besuch vorzubereiten, sich zu sammeln, zu

erholen oder zu trauern. Schon manche Trauerfeier fand

in der ehemaligen Helenenkapelle statt.

Auch für sich nutzt Trixi Angebote der Kirche der

Stille. Einmal pro Woche die Morgenmeditation, etwa

zwei Mal pro Woche die Atempause vor dem Abend. Sie

praktiziert das Herzensgebet und geht zu Vorträgen,

etwa von Zen- oder Sufi-Meistern. Überhaupt schätzt sie

die interreligiösen Angebote: „Man bekommt Einblicke

in andere Religionen und sieht, dass Vieles zusammenführt,

sich Meditationswege und Stille verbinden.“ Trixi

beobachtet, dass die Kirche Menschen anzieht, die sich in

anderen spirituellen Strukturen bewegen oder bewegt

haben und sich nun wieder an ihre christlichen Wurzeln

erinnern. „Menschen finden hier eine Heimat, gerade

auch am Heiligabend. Sie kommen mit strahlenden

Augen aus dem Gottesdienst und sagen, ‚Ich habe jetzt

meine Kirche gefunden!’ Das ist für mich eine Freude!“

Monika Rulfs

Monika Rulfs

hat sich mit

Trixi Dora

unterhalten

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 11


Nina Feltz hat

sich mit Britta

Nöbbe zu einem

Gespräch

getroffen

12 . G e m e i n d e j o u r n a l

V O R G E S T E L L T

Im Portrait: Britta Regina Nöbbe

„Eine

Kirchengemeinde

muss professionell

funktionieren“

„Ich bin ein Urgestein, ich kenne die Gemeinde und

weiß, was hier läuft.“ Sich mit jungen 49 Jahren so zu

beschreiben, zeugt von einer starken Verbundenheit

mit dieser Kirchengemeinde. Britta Nöbbe arbeitet hier

seit 2001, zunächst in der Gemeinde St. Johannis für

15 Stunden als Verwaltungskraft, heute als Ver wal -

tungs leiterin der Gemeinde Altona-Ost mit zunächst

20, jetzt 30 Stunden pro Woche.

Die Leitung zu übernehmen und damit ein hohes Maß

an Verantwortung für Personal und Geld war nicht von

Anfang an geplant. Erst der Vorschlag von Pastor Nils

Kiesbye und dem Vorsitzenden des Kirchenvorstands

Hermann Dieter Schröder vor gut einem Jahr, sich für

diese neue Rolle explizit fortzubilden, entsprach ihrem

bereits vorhandenen Bauchgefühl, sich – und die

Gemeindeverwaltung – weiter entwickeln zu wollen:

„Durch die Fusion ergaben sich immer größere Teams.

Man weiß zwar, wie die inhaltliche Arbeit geht, aber die

Führung solcher Teams braucht ganz andere Fähigkeiten.“

Seit März 2011 macht sie eine dreijährige berufsbegleitende

Zusatzausbildung zur qualifizierten Führungskraft

beim Institut für berufliche Aus- und Fortbildung

(IBAF) des Diakonischen Werks. Themen wie Füh -

rungsqualitäten, Qualitätsmanagement oder Team -

findung stehen auf dem Stundenplan.

Zu den Teams, die Britta Nöbbe leitet, gehören die

Hausmeister, Küster und Raumpflegenden aller drei

Kirchen und ihre unmittelbaren Mitarbeitenden im Büro

Bei der Johanniskirche 16. Was ist jetzt schon anders?

Die Teams arbeiten strukturierter, es wird viel kommuniziert.

„Es geht immer darum, den Infofluss zu gewährleisten“,

sagt sie. Regelmäßige Sitzungen und Treffen sind

wichtig. Dabei ist sie sich durchaus bewusst, dass es nicht


V O R G E S T E L L T

leicht ist, wenn eine Mitarbeiterin plötzlich auf eine

andere Ebene wechselt. Aber es klappt offensichtlich

gut. Locker geht es zu in den Räumen, viel Humor und

eine gute Atmosphäre bestimmen den Arbeitsalltag.

Die Verwaltung einer Gemeinde ist herausfordernd.

Sie ist Knotenpunkt und Anlaufpunkt für Gemeindemitglieder,

aber auch für Ehrenamtliche und alle Mitarbeitenden.

„Alle kommen hier an, das ist das

Spannende“, sagt Britta Nöbbe und blickt von ihrem

Schreibtisch aus direkt auf den Kirchgarten.

Für sie ist die Gemeinde ein Stück Heimat. Aufgewachsen

am Paulsenplatz, wohnt sie seit 47 Jahren

noch immer da, fest verwurzelt mit Kindern und Eltern

im gleichen Haus, mitten im Viertel, mitten im Leben. Sie

ist mit ihrem Mann seit 25 Jahren verheiratet, getraut

vom damaligen Pastor Sachse. Nach dem Abitur hat sie

sich zur Versicherungskauffrau ausbilden lassen und

gearbeitet. Ihre drei Kinder (15, 21 und 24 Jahre alt)

haben ebenfalls einen Bezug zur Gemeinde, sind alle

hier konfirmiert und kommen auch zu Gemeindeevents.

Das Brunnifest und der Bücherbasar sind ihre jährlichen

Highlights. Außerdem genießt sie Hamburgs Kultur,

Theater, Kunstausstellungen, Tanzgelegenheiten, und sie

mag gerne andere Sprachen hören und lernen. All das

passt zu einer, die sich und die Gemeindearbeit stetig

verbessern möchte. „Ich bin perfektionistisch, was meinen

Beruf angeht. Unsere Kirchengemeinde muss professionell

funktionieren. Wenn das nicht gegeben ist,

werde ich unzufrieden.“

Nina Feltz

Seniorenheime

In drei Pflegeheimen in unserer Gemeinde sind alte

Menschen gut aufgehoben, auch wenn Kräfte und Sinne

schwinden sollten. Pastorin Annette Reimers-Avenarius

und die Pastoren Friedrich Brandi und Nils Kiesbye

stellen die Heime vor, die sie regelmäßig besuchen.

Pflegen und Wohnen Altona – Nils Kiesbye

Dieses Seniorenheim liegt zwischen Friedens- und

St. Johanniskirche etwas versteckt auf einem schönen

Gelände in der Thadenstraße – eine kleine Oase mitten

in der Großstadt. Nach einigen Wechseln in der Leitung

konnte dieses Haus weiter an Profil gewinnen: Nachdem

Dr. Wilhelm die besondere Lage am Rande zu St. Pauli

stärker fruchtbar werden ließ und als besonderes

Markenzeichen in den Vordergrund gestellt hatte, führt

nun seit Ende des letzten Jahres Heiner Westphely die

Geschäfte – ein erprobter Mann, der zuvor viele Jahre in

Wilhelmsburg ein Haus geleitet hat. Er hat sich vorgenommen,

den Demenzbereich weiter auszubauen und zu

stärken. Unserem kirchlichen Engagement gegenüber

sind die Mitarbeitenden größtenteils sehr aufgeschlossen.

Monatlich feiern wir gemeinsam eine Andacht, demnächst

wollen wir einen Nachmittag der Begegnung von

Konfirmanden und Senioren organisieren. Natürlich ist

Pflegen und Wohnen auch bei unserem jährlich stattfindenden

Demenzgottesdienst mit von der Partie. Schön

finde ich, dass dies ein Haus für die Menschen aus dem

Stadtteil ist. Auch Menschen mit wenig Geld finden hier

im Alter ein Zuhause.

Pflegen und

Wohnen Altona:

Thadenstraße 118 a

22767 Hamburg

Tel. 2022 2023

Fax 2022 2020

altona@pflegenundwohnen.de

www.pflegenund

wohnen.de/altona

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 13


Ansicht des

Stadtdomizils

von der

Stresemannstraße

aus. Stadtdomizil:

Lippmannstraße 19

22769 Hamburg

Tel. 43 28 10

Fax 43 28 15 99

info@caritashamburg-gmbh.dewww.stadtdomizil.com

Caritas-Haus

St. Theresien,

Altenpflegeheim:

Dohrnweg 8

22767 Hamburg

Tel. 431 38 10

Fax 431 38 18 00

info@caritashamburg-gmbh.dewww.caritashamburg-gmbH.de

14 . G e m e i n d e j o u r n a l

A U S D E R G E M E I N D E

Stadtdomizil – Friedrich Brandi

Ein wunderbarer Wohnort für alte Menschen. Nicht

versteckt und unerreichbar im Grünen, sondern mitten

in der Stadt. Der Weg zum belebten Schulterblatt ist

kurz, im Café Stenzel kann man einkehren, und wer

unbedingt Krawall möchte, kann sich am 1. Mai ans

Fenster setzen und zuschauen, wie die Polizei aus der

Revierwache 16 gegen die Demonstranten im

Schanzenviertel ausrückt.

Das Haus gehört neben sieben weiteren Häusern in

Hamburg zur Frank Wagner Holding und wird von

Sabine Riediger und Holger Carstensen geleitet. Meine

Ansprechpartnerinnen sind Monja Schacht und Ann

Seefeld, die auch Veranstaltungen zur Hospizwoche

zusammen mit mir durchgeführt haben. Schon seit einigen

Jahren halte ich dort jeden Monat und an allen

kirchlichen Feiertagen Gottesdienste, die sehr liebevoll

und fürsorglich von den Mitarbeiterinnen vorbereitet

werden. Und ebenso liebevoll und engagiert werden die

Bewohner, die es alleine nicht mehr in den Saal schaffen,

aus den sechs Etagen zum Gottesdienst gebracht. Ich

vermute, wenn ich mir mal beide Beine brechen sollte,

dann holen sie auch mich ab. Natürlich ist es hin und wieder

unruhig, aber das gehört zum Charme dieser

Gottesdienste. Besonders anrührend finde ich es immer,

wenn Pfleger oder Pflegerin neben einer Bewohnerin sitzen,

fürsorglich die Hand halten und beruhigend leise

auf sie einreden. Dann stelle ich mir vor: So könnte Gott

auch trösten.

Haus St. Theresien – Annette Reimers-Avenarius

Einladend ist dieses Haus. Es liegt mitten in Altona,

zentral und ruhig, direkt am Paulsenplatz im Dohrnweg,

neben der römisch-katholischen Kirchengemeinde und

Schule St. Theresien, in Sichtweite der evangelischen

Kirche St. Johannis und des Wohlers Parks. Von der wunderbaren

Dachterrasse hat man einen schönen

Überblick über die nähere Umgebung und durch die

großen Fenster einen Blick in das Grün der Bäume des

Paulsenplatzes. Es ist ruhig und lebendig, immer wieder

hört man das Lachen und Spielen der Kinder der Schule

und des beliebten Spielplatzes.

2002 ist der Neubau des 1940 gegründeten Hauses

entstanden – dieses Jahr wird also 10-jähriges Jubiläum

gefeiert. Getragen wird das Haus von der Caritas, geleitet

von Renate Engelmann (Betriebsleiterin) und Ingrid

Kieninger (Pflegedienstleitung). Die 80 Bewohner und

Bewohnerinnen leben in vier Wohngruppen, alles ist sehr

familiär mit genügend Freiraum, sich auch zurückzuziehen

oder eines der vielen Angebote zu nutzen. Eine

Besonderheit des Hauses ist der Bewohnerchor

„Spätlese“, der zweimal die Woche unter der Leitung

von Hermann Klockow, einem ehemaligen Hamburger

Philharmoniker, probt und den Gottesdienst in der hauseigenen

Kapelle bereichert. Es gibt römisch-katholische

und evangelische Gottesdienste – das Schöne daran ist,

dass Protestanten und Katholiken sich gegenseitig besuchen

und so die Gottesdienste gemeinsam feiern.

Einladend eben.

Gott segne diese Häuser, ihre Mitarbeitenden und Bewohner

und Bewohnerinnen und deren Angehörige!


G L O S S E

Mit Engels Zungen

Nach der Apokalypse

ins Transmontana

Wir alle sind ein bißchen fasziniert von Katastrophen,

wenn sie weit weg passieren.

Fukushima, Finanzkrise, Hochzeit in Monaco, das Tattoo

von Bettina Wulff, Gottschalk hört auf und, noch schlimmer,

Gottschalk fängt wieder an, Griechenlands Rettung

usw. Das Jahr 2011 war in dieser Hinsicht kein schlechtes.

Wir hatten viel Spaß, man kann nicht meckern.

Es kommt noch besser. Laut Maya-Kalender wird am

21. Dezember 2012 die Welt planmäßig beendet. Das

Armageddon, das Letzte Gericht, die Mutter aller Katastrophen.

Die in regelmäßigen Abständen immer wieder

angekündigte und dann doch wieder verschobene Apokalypse.

Endlich kommt sie, wenn sie nicht in letzter

Sekunde aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen

vom Europaparlament wieder abgesagt wird. Zum

Beispiel, weil sie gegen die europäische Salatgurkenverordnung

verstößt.

Was danach passiert, weißt noch keiner. Den Gerüchten

zufolge plant Kanzlerin Merkel, unmittelbar nach dem

Weltuntergang (also am 22. Dezember) die D-Mark

wiedereinzuführen – falls Griechenland seine Schuldenund

Finanzkrise bis dahin nicht bewältigt hat. Außenminister

Westerwelle zeigte sich betroffen: „Wir brauchen

eine diplomatische Lösung!“ In enger Abstimmung

mit Russland und Nordkorea bemüht sich Westerwelle

im Sicherheitsrat, dem Weltuntergang mit verschärften

Sanktionen zu begegnen.

Die Kindertheatergruppe zum Krippenspiel trifft sich

nach dem Weltuntergang am 23. Dezember um 14 Uhr

zur letzten Generalprobe. Ich habe mich mit Uwe zum

Kaffee bei Transmontana verabredet. Bis dahin

Dusan Deak

Bücherbasar

Was wäre die Welt ohne Bücher,

ohne Geschichten, die unsere Phantasie

anregen? Ohne die Träume, die

Menschen aufgeschrieben haben?

Wie schön ist es, wenn gelesene

Bücher den Weg zu uns finden!

Der Erlös des Bücherbasars 2011

betrug nach Abzug der Kosten rund

2.100 Euro. Diese gingen an MEDH,

ein Menschenrechtsbüro in Buenos

Aires/Argentinien, und an den Fonds

für medizinische Hilfe der Flüchtlingsberatungsstelle

„fluchtpunkt“.

Beide danken herzlich!

Bitte jetzt schon vormerken: Der

nächste Bücherbasar ist am Sonntag,

21. Oktober 2012, 12 bis 17 Uhr, in

der St. Johanniskirche. Bücherspenden

sind ab dem 8. Oktober im Kirchenbüro

sehr willkommen! Fragen:

Friedrich Brandi, 43 00 431.

Dusan Deak

hofft auf den

versprochenen

Weltuntergang

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 15


Beate Rump und

Stefan Kröhnert

arbeiten für die

Kulturkirche

Altona GmbH.

Sie wollen

Kultur und

Kirche

miteinander

verbinden

16 . G e m e i n d e j o u r n a l

K U L T U R K I R C H E

Die Kulturkirche Altona profiliert sich

Freundlich und offen

St. Johannis ist ein Ort mit zwei Seelen: Sie ist

Kulturkirche Altona und Gemeindekirche mit eigenständigem

Profil. Aus finanziellen Gründen hatte der

Kirchenvorstand Ende 2010 beschlossen, einen

Großteil der inhaltlichen Verantwortung für die

Kulturarbeit an St. Johannis abzugeben. Mit der

Vermietung ist die Kulturkirche Altona GmbH bereits

seit mehreren Jahren beauftragt. Seit 2011 trägt sie

auch die Verantwortung für die kulturelle Gestaltung.

Stefan Kröhnert und Beate Rump arbeiten für die

Kulturkirche Altona. Sie erzählen von ihren

Erfahrungen und warum St. Johannis aus ihrer Sicht als

Kulturkirche Altona etwas Besonderes ist.

„Der sehr schnelle Einstieg zum Jahreswechsel

2010/2011 bedeutete für uns zunächst, dass wir sehr kurzfristig

ein Programm für das erste Halbjahr zusammenstellen

mussten“, berichtet Beate Rump. Innerhalb weniger

Wochen wurden bestehende Künstlerkontakte

genutzt und neue aufgebaut. Bekannte Künstler aus dem

Bereich der Weltmusik, des Jazz und der Klassik, etwa

das Quadro Nuevo, Roger Willemsen mit dem Ensemble

Resonanz oder das Hamburger Konservatorium, ließen


K U L T U R K I R C H E

sich für die Kulturkirche begeistern. Nicht zuletzt wurden

Mike Steurenthaler und der Chor St. Johannis

Altona in das Programm integriert. „Mit 37

Veranstaltungen haben wir ein vielfältiges Programm auf

die Beine gestellt. Wir sind sehr zufrieden, dass es so gut

angenommen wurde“, resümiert Beate Rump. „Wenn

die Zuschauer und die Künstler einen schönen Abend

miteinander hatten und zufrieden nach Hause gehen,

freuen wir uns sehr.“

Stefan Kröhnert und Beate Rump wollen nicht nur

Kultur in einer Kirche organisieren – ihr Ziel ist die

Verbindung von Kultur und Kirche zu dem Gesamtkunstwerk

„Kulturkirche“. „Wir möchten ein etwas anderes

Verständnis von Kultur vermitteln, als wir es gelegentlich

in der Stadt erleben. Die Kulturkirche Altona ist

eben eine Kirche und soll ein Ort zum Wohlfühlen sein.

Dies soll sich unserer Meinung nach im Umgang miteinander

ausdrücken. Wir nehmen uns Zeit – für unsere

Gäste und für unsere Künstler. Wir kümmern uns um

individuelle Wünsche und sind bei persönlichen Fragen

hilfsbereit. Das wird von beiden Seiten sehr geschätzt

und macht viel von der Atmosphäre während der

Veranstaltungen aus“, sagt Stefan Kröhnert.

Der persönliche Kontakt ist beiden wichtig. Sie begrüßen

die Gäste möglichst selbst am Eingang. Etwa eine

Stunde vor Beginn öffnet die Kulturkirche die Portale.

Die Gäste können so den Kirchraum auf sich wirken lassen,

bevor sie sich einen Sitzplatz suchen. Sie können

beim Catering-Service in der Kirche etwas essen oder

trinken. Es herrscht eine lockere Atmosphäre, neue

Bekanntschaften schließen sich leicht. „Inzwischen gibt

es auch einen Kreis regelmäßiger Gäste, die die vielfältige

Kultur direkt vor der Haustür schätzen. Hier zeigt sich

die für den Stadtteil typische Offenheit. Die

Veranstaltungen verbinden drei Aspekte: Kultur –

Kirche – Altona“, so Beate Rump.

Auch die Künstler schätzen die Aufmerksamkeit, mit

der sie willkommen geheißen werden. „Wir bemühen

uns, die Kulturkirche Altona zu einem freundlichen

Auftrittsort zu machen. Ich denke, dass die Künstler dadurch

gelassener in ihre Vorstellungen gehen und sich

dies auf ihre Darbietung auswirkt“, sagt Stefan

Kröhnert. Nach den Veranstaltungen ergäben sich nahezu

natürliche Berührungspunkte zwischen Künstlern

und Publikum. Die unaufdringliche Umgangsweise

erleichtere dabei den Kontakt und somit entstehe neben

dem kulturellen Ereignis eine beinahe kirchliche

Gemeinschaft. „In diesem Sinne wünschen wir uns für

die Zukunft noch mehr Kontakt zur Gemeinde. Wir hoffen,

Kulturkirche und Gemeinde stärker miteinander zu

verbinden.“

In diesem Jahr wird die Kulturkirche Altona rund

24 Veranstaltungen präsentieren, einige davon mit dem

Chor St. Johannis und Mike Steurenthaler. Außerdem

gibt es die Orgelkonzertreihe der Gemeinde und am

ersten Sonntag des Monats um 12 Uhr kulturelle

Gottesdienste. Viele Gründe also, in die Kirche zu kommen!

Till Karnstädt

Till Karnstädt

schreibt über die

Kulturkirche

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 17


Karin

Zickendraht war

bei einer

Chorprobe dabei

Lisa Täschner

leitet den neuen

Kinderchor

Lisa Täschner

erklärt die

Notenwerte

anhand von

Bildern

18 . G e m e i n d e j o u r n a l

A U S D E R G E M E I N D E

Neuer Kinderchor in der Gemeinde:

„Altönchen“

Seit Herbst können auch unsere Jüngsten das gemeinsame

Singen lernen. Der Kinderchor Altönchen probt

jeden Dienstag von 17 bis 17.45 Uhr im Pastorat der

Friedenskirche, Am Brunnenhof 36, und wird von Lisa

Täschner geleitet. Sie studiert in Hamburg Musik und

Französisch und hat bereits in ihrer Heimatstadt Peine

während eines Freiwilligen Kulturellen Jahres einen

Kinderchor aufgebaut.

Willkommen bei Altönchen sind Kinder im

Kindergarten- und Grundschulalter. Am Anfang macht

Lisa mit ihnen Körperübungen: Sie spielen, sie seien ein

Baum, sollen sich ihres Bauches, ihrer Schultern und des

guten Standes bewusst werden, formen ihre Münder zu

den verschiedenen Vokalen. Das Singen wird durch

Gesten begleitet. Nach dem Prinzip der Stillen Post soll

ein Kind einen Ton singen und das nächste im Kreis soll

ihn genau treffen und an seine Nachbarin weitergeben.

Als ich sie besuchte, probten sie Weihnachts- und

Winterlieder für das Adventssingen, unter anderem das

sehr schöne alte Lied „Ach bitt’rer Winter“. Wie nebenbei

macht die Chorleiterin die Kleinen darauf aufmerksam,

nicht quäkend, sondern „leicht wie eine Blume“ zu

singen, um sie davon abzubringen, auch in hohen Lagen

mit Bruststimme zu singen. „Durch zu brutales Singen in

der tiefen Lage machen Kinder ihre Stimme kaputt“,

erklärt sie später, „ihre natürliche Lage reicht ungefähr

vom eingestrichenen bis zum zweigestrichenen f.“

Lisas Ziel ist nicht nur, die Kinder in das gemeinsame

Singen einzuführen, sondern ihnen auch grundlegende

musikalische Kenntnisse zu vermitteln. So erklärt sie beispielsweise

den Kleinen die Notenwerte anhand von

Zeichnungen und durch gemeinsames Sprechen: Zu

einer ganzen Note wird „Kuh“ gerufen, zu zwei halben

„Kälb-chen“, zu vier Vierteln „Kälb-chen-bein-ne“, zu

acht Achtelnoten „vie-le klei-ne Kälb-chen-füße“.

Derzeit machen zwischen 9 und 25 Kinder im Alter

von fünf bis sieben Jahren mit. Lisa Täschner wünscht

sich, dass die Gruppengröße nicht derart stark variiert.

Sie bedauert, dass viele Eltern unpünktlich sind und ihr

Kind nur unregelmäßig bringen. Dabei erfüllt der

Kinderchor durchaus auch für die Eltern eine soziale

Funktion: Sie können sich während der 45 Minuten in

der Küche auf demselben Flur gemütlich unterhalten.

„Altönchen“ ist offen für weitere kleine Sängerinnen

und Sänger! Das nächste Projekt: „Jona“, ein

Kindermusical.

Karin Zickendraht


A U S D E R G E M E I N D E

Neugestaltung des Altarraums

Alles bleibt neu

in St. Johannis

Wer zum ersten Mal in die Johanniskirche kommt, sei

es zum Gottesdienst, danach zur „offenen Kirche“ oder

zu einer der kulturellen Veranstaltungen, staunt wahrscheinlich

zunächst einmal über den überraschend hellen

Raum, ist beeindruckt von der Leichtigkeit der neugotischen

Architektur und freut sich an den warmen

Farben.

Beim zweiten Blick, das mag vorkommen, ein irritiertes

Stutzen: „Kein Kreuz? Kein Taufbecken? Und was

sind das denn für leere Flächen, hinten beim Altar, das

sieht ja aus wie zugenagelt – oder wird da gebaut?“ In

der Tat, im Altarraum bietet sich ein eher nüchternes

Bild. Was schon mal der Vermutung Raum gibt, hier sei

womöglich die kirchliche Nutzung ganz eingestellt, entweiht

oder entwidmet worden. Dabei hatte der

Kirchenvorstand bei der Sanierung des Kirchraums in

den 90er Jahren lediglich entschieden, die neue gewonnene

Leere erst einmal wirken zu lassen. Neues erst im

Kopf entstehen und dann langsam wachsen zu lassen.

Im vergangenen Jahr hat sich der Kirchenvorstand des

Themas wieder angenommen. Zusammen mit den

Gestaltern von BFGF (Büro für Gestaltungsfragen)

haben wir uns zunächst Zeit für eine Bestandsaufnahme

genommen, erste Ideen entwickelt und einfach auch

ganz unzensiert „herumgesponnen“. Auf einige Punkte

haben wir uns schnell verständigen können. Keine Frage

eigentlich, dass die weißen Flächen hinter dem Altar

einer Gestaltung bedürfen – oder doch zurück zu der

Malerei aus den 50er Jahren, damals durchaus zeitgemäß,

die sie verbergen? Nein, das eher nicht. Also etwas

anderes. Vielleicht etwas mit Licht, etwas, womit sich kreativ

umgehen lässt, das womöglich sogar situativ veränderbar

wäre? Und dazu ein stimmiges Ensemble von

Altar, Pult und Taufbecken – damit wäre doch schon viel

gewonnen. Und dann wollen ja noch die Nutzungsmöglichkeiten

der Kulturkirche berücksichtigt werden.

Ein anderes Themenfeld, auch das wurde schnell deutlich,

betrifft die Ausrichtung der Gemeinde. Das Nebeneinander

von Stühlen und Bänken (beide Sitzformen

Das hölzerne

Kruzifix hängt

nicht mehr über

dem Altar,

sondern im

Seitenschiff von

St. Johannis

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 19


Prophet Jesaja in

einem Fresko in

der Sixtinischen

Kapelle

(Michelangelo,

1509)

20 . G e m e i n d e j o u r n a l

A U S D E R G E M E I N D E

haben ihre Anhänger) führt zu Problemen, im Extremfall

sogar zu einer gewissen Hierarchie, mindestens aber

zu Verhaltensunsicherheit: „Wo setzt man sich denn hier

hin? Muss ich mich nach vorne setzen?“ Gar nicht einfach,

für diesen großen Raum eine Sitzanordnung zu

erdenken, in der die Gottesdienstbesucher sich als

Gemeinde erfahren und gleichzeitig die Freiheit haben,

Nähe oder Distanz zum Geschehen selbst zu bestimmen.

Wir sind noch nicht fertig, eher noch mittendrin. Zu

den konzeptionellen Fragen gesellen sich ästhetische,

und auch über die Finanzierung muss gesprochen und

gestritten werden. Schön wäre es, wenn wir dennoch in

diesem Jahr zu einem Abschluss kämen – mit einer

Neugestaltung, die allen gefällt und entsprechend mitgetragen

werden kann.

Über eines jedenfalls kann man sich jetzt schon freuen:

Die Reduzierung der Gottesdienste seit Januar des

letzten Jahres bedeutet anders, als von vielen befürchtet,

eben keinen langsamen Rückzug aus der kirchlichen

Nutzung von St. Johannis. Im Gegenteil: Der monatliche

Rhythmus hat zu einer inhaltlichen Belebung geführt,

die sich auch in den Besucherzahlen ausdrückt und

augenfällig wird. Kein schlechter Zeitpunkt also, wieder

etwas anzustellen mit St. Johannis.

Nils Kiesbye

„Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit

großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.

Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig

vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner

erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser.“

Jesaja 54,7.8

Ich bin dann mal weg?

Er kann einem schon in den Sinn kommen, der Buchtitel

von Hape Kerkelings Pilgerreise, zumindest dann,

wenn man sich diese Zeilen aus dem Jesajabuch aus der

Perspektive derer zu Gemüte führt, die ja auch gemeint

sind: Nämlich die da Leid tragen. Wie mag sich das anhören

für jemanden, dem der liebe Gott abhanden gekommen

ist im Erleiden eines bösen Schicksals (weil die kleine

Tochter gestorben ist, der Mann mit Krebs im Krankenhaus

liegt, oder Vater und Mutter jeden Abend im

Suff aufeinander losgehen)?

Da hilft es wenig, dass im ursprünglichen Zusammenhang

dieser Verse nicht der Einzelne gemeint ist mit seiner

Verzweiflung, sondern das Volk Israel, das (ins babylonische

Exil verschleppt) schon keines mehr gewesen ist

zu dieser Zeit. Der Gott, den Jesaja da ins Feld führt, er

spricht wie einer, der sich aus der Affaire ziehen will –

einen kleinen Augenblick nur habe er die Menschen verlassen,

ein wenig nur das Angesicht vor ihnen verborgen.

Aber das Leiden dauert länger, als nur einen Augenblick,

und es ist schwer vorstellbar, wie man sich von Gott bloß

ein wenig verlassen fühlen können sollte. Wer Gottes

Abwesenheit relativiert, der relativiert, verniedlicht auch

das Leid, das dem jeweiligen Menschen widerfahren ist

und widerfährt.


T H E O L O G I E

Ein Teil des Problems liegt sicher in unserer Sprache,

in den Möglichkeiten unseres Denkens begründet: „Wir

müssen“, so hat Karl Barth es sinngemäß einmal auf den

Punkt gebracht, „als Menschen von Gott reden und können

es zugleich als Menschen nicht.“ Wir können es

jedenfalls nicht auf angemessene Weise. Wir erleben

Gott manchmal als ganz nah, fast greifbar seine

Gegenwart, und dann wieder entzieht er sich, kommt uns

abhanden in allen Erfahrungen, die gegen ihn sprechen.

Beides zusammenzudenken, zusammenzubringen in

einem göttlichen Wesen, das ist schwer. Vielleicht ist dies

aber genau der Versuch, den Jesaja im Rahmen seiner

geschichtlichen Denkweise mit den uns überlieferten

Worten unternimmt. Der uns wohlgesonnene und der

feindliche Gott, sie schließen einander nicht aus, sondern

gehören zusammen. Wie Gott sich uns gegenüber letztlich

verhält und zeigt, das liegt nach Jesaja dann in unserem

eigenen Verhalten begründet. Diese Schlussfolgerung

allerdings ist problematisch und verdankt sich wohl

dem verständlichen Bedürfnis, die Erfahrungen von

Gottes Abwesenheit verstehbar zu machen und damit zu

legitimieren.

Wir haben es heute schwerer damit, den „lieben Gott“

gegen den uns fremden und fernen Gott in Schutz zu

nehmen. Wir stehen beiden Gesichtern Gottes gegenüber

und halten es dann unbewusst vielleicht mit Luther,

dem wir die Empfehlung verdanken, dass es gut sei, in

solchen Situation von Gott zu Gott zu fliehen – also dem

uns im Leiden abhanden gekommenen Gott immer wieder

den anderen Gott entgegenzustellen, von dem jeder

von uns auch etwas zu erzählen hat und der da ist, auch

wenn wir ihn nicht sehen können. Ich glaube, dass es

wichtig ist, die Verse des Jesaja ganz bewusst zu lesen

auch vor dem Hintergrund der Passionszeit, auf die wir

zugehen. Von Jesus ist uns überliefert, er habe am Kreuz

den Satz hinausgeschrien: „Mein Gott, mein Gott,

warum hast du mich verlassen?“ Und fast scheint es, als

würde selbst in diesem Ausdruck tiefster Gottver -

lassenheit noch tröstliche Gewissheit schlummern – wie

sonst könnte man sich an jemanden wenden, von dem

man sich zugleich verlassen meint?

Nils Kiesbye

Über das

Gefühl, von

Gott verlassen

worden zu sein,

philosophiert

Pastor Nils

Kiesbye

So wie Janus in

der römischen

Mythologie hat

auch der Gott

des Alten

Testaments

mindestens zwei

Gesichter

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 21


22 . G e m e i n d e j o u r n a l

D I A K O N I E

Gemeinsame Erfahrungen mit der Diakonie

Hamburg mal ganz

anders

Seit knapp einem Jahr bin ich als Vikar der Gemeinde

aktiv und möchte von einem Projekt mit den KonfirmandInnen

erzählen. Im Herbst haben wir uns theoretisch

und praktisch mit dem Thema „Diakonie“ beschäftigt.

Wir haben uns mit Menschen getroffen, die

Hilfe benötigt und erfahren haben und anderen, die

Hilfe anbieten. Wir wollten ein Gefühl dafür bekommen,

wie Menschen hilfsbedürftig werden und wie es

ist, anderen Menschen zu helfen.

In kleinen Gruppen sind wir losgezogen. Mit der

ersten Gruppe ging es nach St. Georg ins „Café

Sperrgebiet“, eine Einrichtung des Diakonischen Werks.

Hier finden Mädchen und junge Frauen, die bereits früh

Verantwor-tung für sich selbst übernehmen müssen,

Unterstützung. Die Probleme, mit denen sie kämpfen,

sind vielfältig. Drogen und Prostitution spielen eine große

Rolle, aber auch Obdachlosigkeit und schwere

Familiensituationen. Das „Sperrgebiet“ bietet einen

Schutzraum und eine erste Möglichkeit, wieder zur Ruhe

zu kommen. Aktive Hilfe nehmen die Mädchen meist

erst nach einiger Zeit in Anspruch.

Die natürliche Art des Umgangs der Menschen im

„Sperrgebiet“ hat die Konfirmandinnen stark beeindruckt.

Sie erzählten den anderen: „Die Mädchen kommen

vorbei und denken sich: ‚Ach, da ist ja auf. Dann geh

ich mal rein und lege mich aufs Sofa.‘ – Einmal in der

Woche können die Mädchen auch basteln. Wenn sie wollen,

werden sie massiert. Es gibt da auch Schlafplätze. –

Ich fand es sehr heftig zu hören, dass die Mädchen oft in

den Toiletten bewusstlos werden. Deshalb gibt es an den

Toilettentüren keine Schlösser. Sie werden bewusstlos,

weil sie Drogen nehmen oder weil sie nicht genug

geschlafen haben oder weil es draußen kalt ist und sie die

Wärme nicht gewohnt sind. Sie haben einen zu niedrigen

Blutdruck. Wenn sie die Tür abgeschlossen haben, dann

kann man ihnen im Notfall nicht helfen.“

Eine andere Gruppe hatte sich für einen Ausflug mit

dem Hinz & Kunzt-Verkäufer Fred entschieden. Fred ist

seit mehreren Jahren obdachlos, inzwischen aus

Überzeugung. Er erzählt seine Geschichte in einer nüchternen

Art. Sein Leben hatte er eigentlich gut im Griff.

Der tödliche Unfall von Frau und Kindern hat dann sein

ganzes Leben verändert. Ohne Familie fehlte ihm jeglicher

Halt. „Dann ging’s bergab. Zuerst der Job, dann

die Wohnung. Da saß ich dann auf der Straße.“ So trokken

wie Fred sein Schicksal präsentiert, kommt bei uns

weder Scham noch falsches Mitleid auf. Ich merke ein

Gefühl der Betroffenheit und des gleichzeitigen

Respekts bei mir, der Gruppe geht es auch so. Fred steht

zu seiner Geschichte. Er erzählt von seinem neuen

Leben, seiner Arbeit als Verkäufer auf der Straße. Wir

merken, welche Qualitäten dieses Leben bietet, wofür er

dankbar ist und warum er nicht in eine Wohnung zurück

möchte. „Ich fand es gut“, so schildert eine Konfirman-


D I A K O N I E

din später, „dass er so offen über alles geredet hat. Er hat

viele Vorurteile gegenüber Obdachlosen entkräftet.“

Als Nebenjob führt Fred Menschen auf einem alternativen

Stadtrundgang durch das Viertel um den Hauptbahnhof.

Er schildert detailliert den Tagesablauf, den

Obdachlose bewältigen, und spricht über Dinge, die man

sonst nur selten erfährt: Dass den Geschäftsleuten

Obdachlose nachts vor der Tür lieber sind als kaputte

Schaufensterscheiben am Morgen, welche Schwierigkeiten

Obdachlose untereinander haben, wie es sich anfühlt,

wenn man fast den ganzen Tag draußen ist. Er führt

uns an Orte, die keiner mitten in der Stadt vermutet.

Zurück am Hauptbahnhof sind wir wie erschlagen. Wir

bedanken uns bei Fred. Fröhlich macht er sich auf den

Weg. Er hat uns sehr beeindruckt und irgendwie hat sich

unser Bild von der Stadt verändert.

Ein letzter Ausflug brachte sechs Konfis noch näher

an diese Lebensrealität heran. Bei der Fahrt mit dem

Mitternachtsbus müssen sie selbst mit anpacken und das

von sieben Uhr abends bis ungefähr Mitternacht. Kein

Problem für die Gruppe, die frisch von der Klassenfahrt

kommt. Ich hatte den Eindruck, sie sind so richtig im

Nachtmodus.

Täglich wird der Mitternachtsbus von Ehrenamtlichen

beladen und fährt dann durch die Stadt – zwischen

Hauptbahnhof und Bahnhof Altona. Anfangs waren die

Berührungsängste groß. Doch schon an der ersten Station

bricht das Eis. Aus dem Bus reichen die Konfis

belegte Brötchen und Getränke heraus, verkaufen

Decken und Schlafsäcke. Das ehrenamtliche Bus-Team

leitet nur an und nutzt die Gelegenheit, mit den Klienten

zu reden. Auch die Konfis werden in Gespräche verwikkelt

und fühlen sich wohl. Überall wird der Bus erwartet

und freudig begrüßt. An einigen Stellen treffen wir

Bekannte wieder, die uns sozusagen gefolgt sind. Am

Schluss der Tour werden die Reste abgeliefert. Die

Konfis erzählten: „Die meisten Obdachlosen waren total

freundlich und dankbar, als sie ihre Verpflegung bekamen.

– Ein Blinder trank einen Kaffee und wollte wissen,

wer den Kaffee gemacht hat. ‚Diese Frau ist heiratsfähig‘,

sagte er und ging.“

Till Karnstädt

Der

Mitternachtsbus

fährt dahin, wo

die Obdachlosen

sind

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 23


Verkehrsverbindung

S-Bahn Holstenstraße; Metro-Bus 3 und Bus 15,

Haltestelle Sternbrücke; Bus 20, 25, 183 und

283, Haltestelle Max-Brauer-Allee Mitte

Adresse

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Altona-Ost

Bei der Johanniskirche 16, 22767 Hamburg

Gemeindebüro

43 43 34, Fax: 43 93 637

Ansprechpartnerinnen:

Britta Nöbbe, Annika Köhler

Montag: 10 bis 13 Uhr, 15 bis 17 Uhr

Dienstag und Donnerstag: 10 bis 13 Uhr

buero@gemeinde-altona-ost.de

Pfarramt

Pastor Dr. Friedrich Brandi-Hinnrichs:

4 30 04 31, Fax: 43 18 84 57

pastor.brandi@gemeinde-altona-ost.de

Am Brunnenhof 38, 22767 Hamburg

Pastor Nils Kiesbye: 43 20 01 36

pastor.kiesbye@gemeinde-altona-ost.de

Bei der Johanniskirche 16,

22767 Hamburg

Pastorin Irmgard Nauck: 43 64 15

pastorin.nauck@gemeinde-altona-ost.de

Bei der Johanniskirche 16,

22767 Hamburg

Pastorin Annette Reimers-Avenarius:

43 29 17 32

pastorin.reimers@gemeinde-altona-ost.de

Am Brunnenhof 38, 22767 Hamburg

Pastorin Vanessa von der Lieth:43 43 34

pastorin.lieth@gemeinde-altona-ost.de

Am Brunnenhof 38, 22767 Hamburg

Jugendbüro

Anna Lüdemann: 43 91 283

Fax: 43 28 07 55

jugendbuero@gemeinde-altona-ost.de

Otzenstraße 19 (Kirche), 22767 Hamburg

24 . G e m e i n d e j o u r n a l

Absender: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Altona-Ost

Bei der Johanniskirche 16, 22767 Hamburg

Kita Friedenskirche

Wilma Wojtzik: 43 25 49 08

kindergarten@friedenskirche-altona.de

Otzenstraße 2a, 22767 Hamburg

Kita Billrothstraße

Maren Podgorsky/Dirk Konstanzer:

38 61 63 61

kita-billrothstrasse@gemeinde-altona-ost.de

Billrothstraße 79, 22767 Hamburg

Kirchenmusik

Mike Steurenthaler: 28 06 132

Chor St. Johannis / Kirchenmusik

msteurenthaler@t-online.de

Fernando Swiech: 43 28 07 53

Organist / Chor der Friedenskirche

fernando.swiech@gemeinde-altona-ost.de

African Branch

Joana Pokuwa: 84 43 56

Otzenstraße 19, 22767 Hamburg

Raumvermietung

Friedenskirche und Gemeindehaus

Giselinde Höppner: 34 60 39

Mobil: 0162 34 08 782

Gemeindejournal

Dusan Deak: 43 20 01 33

gejo@gemeinde-altona-ost.de

Bankverbindung

Kirchengemeinde Altona-Ost

Hamburger Sparkasse,

Kto. Nr. 1250/124920, BLZ 200 505 50

Telefonseelsorge (kostenfrei)

0800-111 0 111

Kulturkirche Altona GmbH: 43 93 391

www.kulturkirche.de

Adressen unserer Kirchen:

Kirche der Stille, Helenenstraße 14, 22765 Hamburg

St. Johanniskirche, Max-Brauer-Allee/Sternbrücke, 22767 Hamburg

Friedenskirche, Otzenstraße 19, 22767 Hamburg

Unsere Gottesdienste und Veranstaltungen finden Sie auf:

www.gemeinde-altona-ost.de.

Impressum: Redaktionsgruppe Altona-Ost, Dr. Friedrich Brandi, Dusan Deak (Layout),

Dr. Nina Feltz, Nils Kiesbye, Dr. Monika Rulfs, Karin Zickendraht

Fotos: privat, Archiv, Dusan Deak, Nina Feltz, Till Karnstädt, Nils Kiesbye, Moritz Kühn,

Monika Rulfs, Claudia Schober

Kontakt: Dusan Deak, Tel. 43 20 01 33, gejo@gemeinde-altona-ost.de

Druck: alsterpaper/alsterarbeit

V.i.S.d.P.: Pastor Friedrich Brandi, Bei der Johanniskirche 16, 22767 Hamburg

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