DaS MoDEll aBMaHNUNG Hat SiCH ÜBErlEBt - KSP Rechtsanwälte

ksp.de

DaS MoDEll aBMaHNUNG Hat SiCH ÜBErlEBt - KSP Rechtsanwälte

Dr. Ludwig Gehrke: Uns geht es zunächst

darum, die Werthaltigkeit der Bilder

unserer Mandanten zu etablieren und

deren Urheberrechte zu schützen. Dabei

bieten wir speziell auf jedes Unternehmen

zugeschnittene Leistungen an. Für unsere

Mandanten werden nachhaltig Einnahmen

erzielt. Wichtig ist uns auch ein Bewusstsein

bei den Internetnutzern zu schaffen,

das Bilder im Internet nicht kostenlos

sind. Denn das Produzieren und Vorhalten

der Bilder kostet Geld. Oftmals sogar

sehr viel Geld. Das ist manchen Verletzern

gar nicht klar. Weiterhin wollen wir auch

durch den bewussten Verzicht auf Abmahnungen

und Unterlassungsklagen das

positive Image von Agenturen und Verlagen

schützen.

PicTORIAL: Gönnen Sie uns einige

Zeilen Gratis-Rechtsberatung?

Was sollte man bei einer Abmahnung

unbedingt tun? Was muss

man lassen?

Dr. Ludwig Gehrke: Nicht den Kopf in

den Sand stecken, sondern selbst aktiv

werden! Das Akzeptieren einer Abmahnung

in Verbindung mit einer Unterlassungsklage

kann zu erheblichen

finanziellen Verpflichtungen des Abgemahnten

führen. Der Abgemahnte geht

mit dem Akzeptieren möglicherweise eine

Bindung ein, zu der er so nicht, oder nur

eingeschränkt verpflichtet gewesen wäre.

Daher sollte jede Abmahnung, gerade im

gewerblichen Umfeld, mit einem Rechtsanwalt

erörtert werden, der sich auf dieses

Thema spezialisiert hat.

PicTORIAL: Was wird im Rechtemanagement

gern falsch gemacht? Was

gibt es für Nachteile beim Outsourcing

an Dritte?

Dr. Ludwig Gehrke: Das Thema

Rechtemanagement wird bisher noch

sehr stiefmütterlich behandelt. Zunächst

müssen Firmen für sich die Notwendigkeit

erkennen, konsequent zu handeln.

Mit unserer Erfahrung begleiten wir diesen

Prozess und zeigen Lösungswege

auf. Ein Outsourcing empfiehlt sich immer,

selbst dann, wenn die notwendige

Fachkompetenz inhouse zur Verfügung

steht. Denn die Kosten für die Rechteverfolgung

können in der Regel dem

Verletzer nur in Rechnung gestellt wer-

Dr. Ludwig Gehrke

Klaus Plaumann

den, wenn diese Leistungen durch externe

Dienstleister erbracht werden. Besonders

wichtig ist in diesem Fall auch,

das die gesamte Herangehensweise mit

der notwendigen Sensibilität betrieben

wird. Denn man sollte bedenken, dass

ein Schuldner, der bisher Kunde war, dies

auch zukünftig wieder sein kann. Hier

bringt die Seriosität und Professionalität

einer Kanzlei einen entscheidenden

Vorteil.

PicTORIAL: Welche Fehler machen,

bezogen auf dieses Thema gerade

mittelständische Unternehmen?

Dr. Ludwig Gehrke: Die Angst einen

Kunden oder einen ehemaligen Kunden

anzuschreiben, erleben wir immer wieder.

Dies führt dazu, dass das Thema

Rechtemanagement nicht angefasst oder

zu lange gewartet wird. Die Praxis zeigt allerdings

das Gegenteil. Es etabliert sich

langsam aber sicher ein Verständnis dafür,

dass „Datenklau“ kein Kavaliersdelikt

ist. Selbst wenn ein Kunde einmal irrtümlich

angeschrieben werden sollte, löst das

eher eine positive Reaktion aus. Der zahlende

Kunde merkt, das gegen Dritte, die

ohne zu bezahlen fremdes geistiges Eigentum

nutzen, vorgegangen wird. Damit

fühlt sich der Kunde letztlich in seinem eigenen

Verhalten bestätigt. Der Fehler liegt

also darin, nichts zu tun.

PicTORIAL: Sie haben sicher vom Verkauf

von Picscout, dem Marktführer

zum Aufspüren illegal genutzter Bilder

im Web, an Getty Images gehört. Was

halten Sie davon?

Dr. Ludwig Gehrke: Für uns zeigt sich

hier, welchen Stellenwert der Rechteschutz

inzwischen auch international eingenommen

hat. Wir setzen aber auf das

System von Photopatrol, mit dem wir eine

effektive Verbindung haben. Photopatrol

liefert unseren Kunden einen sehr individuell

abstimmbaren Service, ist intuitiv

im Handling und findet durch eine patentierte

Suchttechnologie Bilder im gesamten

Internet.

PicTORIAL: KSP war ja mit einem

Messestand beim Cepic-Congress

in Istanbul. Waren die Bildagenturen

interessiert? Konnten Sie dort gute

Kontakte machen?

Dr. Ludwig Gehrke: Die diesjährige Cepic

in Istanbul war ein voller Erfolg für

uns. Das Interesse der Bildagenturen war

sehr groß und wir haben zahlreiche interessante

Gespräche geführt. Einige haben

auch bereits zu Vertragsabschlüssen

geführt. Besonders positiv fanden

wir die Konzentration auf das Fachpublikum.

Damit hebt sich die Cepic positiv zu

manch anderen Messen und Kongressen

ab. Dies ist ein Grund für uns auch an den

kommenden Veranstaltungen teil zu nehmen.

PicTORIAL: Fotografen und Bildagenturen

zu vertreten, ist das nicht ein

eher „kleinteiliges“ Geschäft? Die

wirklich großen Summen werden ja

bei den Persönlichkeitsprozessen

zwischen Promis und Verlagen erstritten.

Und die Beträge, um die es das

geht, wachsen stetig an. Wenn Sie im

Fall Boris Becker gegen die FAS von

Beträgen über der Millionengrenze

hören, wird Ihnen da nicht sogar als

Anwalt schwindlig?

Dr. Ludwig Gehrke: Nein, im Gegenteil.

Es kommt darauf an, welche Aufgaben

man für seinen Mandanten bearbeiten

will. KSP ist spezialisiert auf die

Abwicklung von einer Vielzahl von Einzelforderungen

und will sich nicht auf

spektakuläre Einzelvorgänge konzentrieren.

Unsere Mandanten erwarten von

uns die Lösung eines „Massenphänomens“.

PicTORIAL: Nun noch eine abschließende

Frage: Welche Trends sehen

Sie im Rechtemanagement?

Dr. Ludwig Gehrke: Wir glauben, dass

sich das Modell der Abmahnung in Verbindung

mit einer Unterlassungserklärung

überlebt hat. Die Entwicklung geht nach

unserem Eindruck dahin, worauf es wirklich

ankommt: Ein Verständnis dafür zu

schaffen, das im Internet nicht alles umsonst

ist und geistiges Eigentum Dritter respektiert

werden muss. Geistiges Eigentum,

welches genutzt wird, muss auch

bezahlt werden. Das positive Image von

Verlagen und Agenturen muss zudem erhalten

bleiben.

PicTORIAL: Vielen Dank für das Gespräch

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