Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 10

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Herr Dr. Kaden (MBJS) bedankt sich für die positive Resonanz und erläutert, man

stehe erst am Anfang eines langwierigen Prozesses, wenngleich er festgestellt habe,

dass sich Bildungs- und Netzpolitik in den letzten Monaten aufeinander zu bewegt

hätten. Der Veränderungsprozess werde nicht nur den Bereich der Schule, sondern

alle Menschen umfassend tangieren. In den Klassenräumen stießen bereits heute

unterschiedliche Medienkulturen aufeinander, nämlich die Medienkultur der Lehrenden,

die eher vom 20. Jahrhundert oder vom Guttenberg-Zeitalter geprägt sei, und

die moderne Medienkultur der Schülerinnen und Schüler.

Die Schülerinnen und Schüler würden heutzutage quasi durch das Netz sozialisiert.

Der Begriff „Netz 2.0“ sei für sie kein Schlagwort, sondern bedeute Gegenwart und

soziale Beziehungen. In einem Flächenland sei dies ein ganz wichtiger Aspekt und

müsse künftig stärker in den Fokus der Lehrkräfte gebracht werden, um innovative

Ansätze in Richtung Unterrichtsentwicklung zu erarbeiten. Viele gute Ansätze müssten

stärker miteinander vernetzt und eine Implementierungsperspektive eröffnet werden.

Hierzu sollten die vorhandenen Angebote stärker gebündelt und verschiedenen

Zielgruppen möglichst niederschwellig angeboten werden, damit die Kolleginnen und

Kollegen in den Schulen im Rahmen ihres knappen Zeitbudgets die Möglichkeit erhielten,

diesen Veränderungsprozess in die alltägliche Unterrichtsvorbereitung und

Umsetzung einzubeziehen. Ferner müsse Transparenz hergestellt und Partizipation

ermöglicht werden, damit die im Bereich der Medienkompetenz vorhandenen Potenziale

für die Entwicklung der Demokratie nutzbar würden.

Das Konzept enthalte hierzu einen konkreten Vorschlag, der sich in der Phase der

Vorbereitung befinde. Man werde künftig enger mit der Medienanstalt Berlin-Brandenburg

zusammenarbeiten. Auch in anderen Bundesländern gebe es Kooperationen

zwischen dem Bildungsbereich und der jeweiligen Landesmedienanstalt, die diesen

Prozess positiv flankierten und die als eine Art Kristallisationspunkt in dem Prozess

fungierten, an dem sich Vernetzung und Transparenz festmachen lasse. Der

Tag der Medienkompetenz sei zunächst ein symbolischer Anlass, der sich indes eigne,

das Thema „Medienkompetenz“ dauerhaft mit dem Anspruch der Vernetzung in

der Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu halten. Das Profil „Medienkompetenz stärkt

Brandenburg“ solle ebenso fortgeschrieben werden.

Ministerin Frau Dr. Münch ergänzt, ihr Haus stehe in einem engen Kontakt und

Austausch mit der HFF. Der Präsident der HFF habe die Nutzung der Angebote der

HFF sowohl für den Unterricht als auch für die Weiterbildung der Lehrkräfte ausdrücklich

offeriert.

Abgeordnete Frau Blechinger (CDU) sieht sich durch die Ausführungen zu Nachfragen

motiviert. Man wisse aus Studien, dass das häusliche Umfeld einen größeren

Einfluss auf das Medienverhalten der Kinder habe, als der Unterricht in der Schule.

Sie möchte wissen, welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit den Elternhäusern

gesehen werden, um die Medienkompetenz der Kinder auszubauen und deren

Verhalten quantitativ und qualitativ zu beeinflussen.

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