Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 13

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Zwar könne man theoretisch auch nach dem Erwerb der qualifizierten Fachoberschulreife

an ein Gymnasium wechseln, müsste dort allerdings aus formellen Gründen

noch einmal die gesamte gymnasiale Oberstufe durchlaufen, was faktisch uninteressant

sei. Die erwähnte andere Förderung greife kürzer, zumal sie nur die Klassenstufen

11 und 12 betreffe. Da die qualifizierte Fachoberschulreife aber erst nach

der 12. Klassenstufe erworben werde, könnten die betroffenen Schüler ohnehin erst

in der Klassenstufe 13 in den Genuss des Schüler-BAföG kommen.

Herr Burghardt (MBJS) erklärt, bereits heute sei der Erwerb des Abiturs an freien

Schulen nach dem Brandenburgischen Ausbildungsförderungsgesetz förderungsfähig.

Im Unterschied zu dem heute unterbreiteten Vorschlag des Herrn Dr. Hardorp

(Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg) enthalte das

Gesetz zwei Komponenten, nämlich den abschlussbezogenen Erwerb der Fachhochschulreife

oder des Abiturs sowie die inhaltliche bildungsorganisatorische Maßgabe.

Daher ziele man hier nicht auf den Abschlusserwerb allein, sondern auch auf den Bildungsgang

an sich ab. Der bedürftige Schüler müsse in den Bildungsgang eintreten

und den Abschluss anstreben. Der Vorschlag von Herrn Dr. Hardorp (Landesarbeitsgemeinschaft

der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg) ziele lediglich auf eine abschlussbezogene

Organisation.

Es bleibe den Waldorfschulen indes unbenommen, einen Antrag auf Genehmigung

einer gymnasialen Oberstufe zu stellen. In einem solchen Fall käme nach einer entsprechenden

Prüfung auch der erforderliche organisatorische Part hinzu. Gegenwärtig

bestehe für die Waldorfschulen nur eine Prüfung als anerkannte Ersatzschule für

die Abschlüsse der Sekundarstufe I.

Abgeordnete Frau Große (DIE LINKE) gesteht ein, dass sie angesichts der überschaubaren

Gruppe der potentiell Betroffenen und der zu erwartenden geringen finanziellen

Auswirkungen zunächst geneigt gewesen sei, einer Erweiterung des Geltungsbereiches

des Gesetzes zuzustimmen. Allerdings befürchte sie nun bei einer

Zustimmung zu dem von Herrn Dr. Hardorp (Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen

in Berlin-Brandenburg) eingebrachten Vorschlag, dass man wiederum

die Gruppe der Nicht-Schüler, die nicht an genehmigten Ersatzschulen zum Abitur

geführt würden und deren genaue Zahl man nicht kenne, ausgrenze. Sie halte es für

nicht hilfreich, eine Gruppe von Schülern einzubeziehen und eine andere schwer

überschaubare Gruppe weiterhin außen vor zu lassen. Insofern befürworte sie eine

Lösung, bei der der Schulsozialfonds ausgeweitet werde und auf diese Weise der geringen

Zahl der betroffenen Schüler der Intention des Gesetzes gemäß der Weg zum

Abitur erleichtert werde.

Abgeordnete Frau von Halem (GRÜNE/B90) positioniert sich für eine Einbeziehung

der Schüler von Waldorfschulen in den Geltungsbereich des Brandenburgischen

Ausbildungsförderungsgesetzes und meint, wenn sich hierfür eine Mehrheit im Ausschuss

finde, dann müsse es darum gehen, konkrete Lösungen zur Umsetzung im

Gesetz zu finden.

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