Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

parldok.brandenburg.de

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 18

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Auch ihre Fraktion sei sich der existierenden Haushaltszwänge durchaus bewusst.

Insofern könne man in absehbarer Zeit keine wesentliche Verbesserung bei den Personalschlüsseln

in den Kitas in Richtung der finnischen Verhältnisse erwarten. Allerdings

spreche nach ihrer Überzeugung nichts dagegen, einen Stufenplan zu erstellen,

damit man den letzten Platz im bundesweiten Vergleich verlassen könne, zumal

man sich ausgabenseitig in anderen Politikfeldern durchaus behaupten könne. Das

Anstreben einer zumindest durchschnittlichen Quote halte sie für zwingend geboten,

ansonsten bleibe das Wort von der Chancengleichheit eine leere Phrase.

Es sei eine wissenschaftlich belegte Erkenntnis, dass die Voraussetzungen für die

erfolgreiche Bewältigung einer Schullaufbahn in den ersten sechs Lebensjahren gelegt

würden.

Ministerin Frau Dr. Münch bittet um Kenntnisnahme, dass in den vergangenen Jahren

im Bereich der Kitas eine Reihe von Verbesserungen gegriffen hätten und erinnert

an den Betrag von 40 Millionen Euro, den man jährlich zusätzlich investiere.

Dies stelle eine große Kraftanstrengung dar und dürfe nicht bagatellisiert werden

sollte.

Viel wichtiger sei jedoch das Thema „Kita-Qualität“. Im Übrigen belege man inzwischen

nicht mehr den letzten, sondern einen Mittelplatz bei den ostdeutschen Ländern;

Herr Diskowski könne gegebenenfalls mit aktuellen Zahlen aushelfen.

Das Thema „Sprachförderung“ bilde ein essentielles Thema, bei dem Brandenburg

im Bundesvergleich eine Vorreiterrolle einnehme, denn es sei das einzige Land, das

konsequent an allen Kitas eine Sprachförderung etabliert und wissenschaftlich evaluiert

habe. Sprachfähigkeit stelle eine zentrale Kompetenz für die weitere schulische

und berufliche Karriere dar. Man stelle nunmehr auf eine alltagsintegrierte Sprachförderung

um und habe sich auch in diesem Bereich als Vorreiter etabliert. Die dafür

anfallenden Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro werde man aufbringen. Insofern

könne niemand behaupten, dass nichts geschehe. Vielmehr müsse mit Augenmaß

das Realisierbare umgesetzt werden. Sie halte Erwartungen hinsichtlich der

Verfügbarkeit einer zweistelligen Millionensumme im kommenden Doppelhaushalt für

unrealistisch und rät davon ab, falsche Hoffnungen zu wecken.

Abgeordnete Frau von Halem (GRÜNE/B90) verweist auf die Antragsvorlage, die

einen Blick in die Zukunft enthalte. Sie verwehre sich gegen den Vorwurf, dass darin

gleichzeitig eine Missachtung der bisher ergriffenen Maßnahmen liege, was ausdrücklich

nicht der Intention des Einreichers entspreche. Sie bitte vor einer Abstimmung

über die Vorlage um Berücksichtigung der vorher geäußerten Erweiterung auf

die Prüfung der Schaffung eines Gremiums analog dem Landesschulbeirat.

Der Vorsitzende eröffnet die Abstimmung über den Antrag der Fraktion

GRÜNE/B90, den der Ausschuss mit 4 : 6 : 0 mehrheitlich ablehnt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine