Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 28

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Man habe mit der Arbeit zur Umgestaltung der Lehrerbildung begonnen, sich diesbezüglich

bereits intensiv verständigt und hoffe, dass dadurch die Lehrämter in den Bereichen

SEK I und Primarstufe an Attraktivität gewännen und man dadurch auch wieder

eine höhere Zahl an Bewerbern erhalten werde.

Abgeordnete Frau Blechinger (CDU) entnimmt der Übersicht die Bedeutung einer

Steuerung der Bewerber. Die beschriebene Zuspitzung beim Lehramt für das Gymnasium

komme dadurch zustande, dass eine solche Steuerung nicht erfolge und

dass man Studienanfänger für Fächer zulasse, für die mittelfristig kein Bedarf bestehe.

Sie möchte wissen, wie sich die insgesamt 900 Bewerber berechnen würden. Sie

könne diese Summe durch Addition der Absolventen in den Jahrgängen 2010 sowie

2011 nicht ermitteln und fragt nach, ob die im Bereich des Lehramtes für Gymnasien

angebotenen 340 Ausbildungsplätze dem tatsächlichen Bedarf entsprächen.

Auf Seite 1 werde das Auswahlverfahren dargelegt und auch die Tatsache erwähnt,

dass man 15 % der zu vergebenden Plätze für das jeweilige Lehramt für Mangelfächer

reserviere, diese Plätze dann aber nicht nutze, weil die Darlegung eines Überangebots

an freien Plätzen in den Bedarfsfächern nicht gelinge. Dies sei für sie nicht

nachvollziehbar. Sie bitte daher um nähere Erläuterungen.

Frau Dr. Junginger (MBJS) erklärt, die Gesamtzahl von 900 Ausbildungsplätzen

könne man nicht der Tabelle auf Seite 3 des Berichtes entnehmen, weil zu berücksichtigen

sei, dass sich ein Teil der Lehramtskandidaten noch im Vorbereitungsdienst

befinde, der 24 Monate bzw. 18 Monate andauere. Insoweit ergebe sich eine Diskrepanz

zwischen den Summen auf Seite 1 und Seite 3 des Berichtes.

Eine Steuerung der Bewerberströme gestalte sich schwierig, weil es gemäß Artikel

12 des Grundgesetzes jedem in unserem Lands freigestellt werde, sich für eine

Ausbildung bzw. einen Beruf zu entscheiden. Genauso verhalte es sich mit der gewählten

Fächerkombination. Auf KMK-Ebene gebe es diesbezüglich große Bestrebungen.

Man habe in allen Bundesländern mit ähnlich gelagerten Problemen zu

kämpfen. Es sei unmöglich, den Universitäten konkrete Bedingungen vorzugeben, allerdings

sollten künftig entsprechend den ermittelten Bedarfen Empfehlungen ausgegeben

werden. Eine direkte Steuerung des Staates sei an dieser Stelle nicht möglich.

Abgeordnete Frau Blechinger (CDU) meint, eine ultimative Freiheit der Berufswahl

gebe es in der Praxis nicht, beispielsweise könne niemand Architektur studieren,

ohne die Eignungsprüfung zu bestehen, dasselbe gelte für Musik oder Kunst.

Natürlich könnten die Universitäten nur begrenzte Ausbildungskapazitäten zur Verfügung

stellen. Bei einem Bewerberüberhang müsse ein Auswahlverfahren unter Einbeziehung

entsprechender Vorgaben stattfinden. Sie würde es ausdrücklich begrüßen,

wenn sich die Ausbildungskapazitäten annähernd an den Bedarfen im Land

Brandenburg orientierten und könne nicht erkennen, welche rechtlichen Hürden dem

entgegen stünden.

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