Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 29

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Ministerin Frau Dr. Münch stimmt dem im Grundsatz zu, allerdings habe auch niemand

behauptet, dass es eine Garantie hinsichtlich der Ausübung eines bestimmten

Berufes gebe. Vielmehr sei eine Wahlfreiheit hinsichtlich des Ausbildungsganges

grundgesetzlich verbrieft und man könne niemanden gegen seinen Willen in einen

bestimmten Ausbildungsgang zwingen. Das Verfahren der Eignungstests sei - wie

übrigens auch in der Medizin - umstritten. Derzeit gebe es keinen validen Test, mit

dem sich verbindlich beurteilen lasse, dass ein junger Mensch mit 18 oder 19 Jahren

einmal ein guter Lehrer sein werde.

Deshalb plane man im Rahmen des neuen Lehrerbildungsgesetzes, Tests zur Selbstevaluation

der psychosozialen Grundfähigkeiten einzuführen, obwohl man wisse,

dass die Ergebnisse nicht zu 100 % valide seien. Diese Maßnahmen müssten mit

Beratungen und Entwicklungsmöglichkeiten für die jungen Menschen flankiert werden.

Mit 18 Jahren sei die Persönlichkeit noch nicht vollständig ausgeprägt. Man plane

zudem die Einführung einer Reglementierung der SEK II sowie eine Reduzierung

der Kapazitäten in diesem Bereich und gleichzeitig eine Aufwertung des Bereiches

der Primarpädagogik, könne aber den jungen Menschen auch weiterhin nicht vorschreiben,

welche Ausbildung diese wählten.

Abgeordnete Frau Lieske (SPD) weist auf die umfangreiche Diskussion zu diesem

Punkt im Rahmen der Novellierung der Lehrerausbildung hin und stellt fest, dass die

rechtsstaatlichen Möglichkeiten in diesem Bereich begrenzt seien. Man solle sich daher

auf die bestehenden Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Steuerung konzentrieren.

Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens werde sich die Gelegenheit finden,

etwa während einer Anhörung näher auf dieses Thema einzugehen. Inzwischen sollte

der Fokus darauf gerichtet werden, gezielt die Bereiche zu bewerben, in denen besondere

Bedarfe bestünden. Zwar sei man sich in der Zielsetzung einig, die Bedarfe

aus eigenen Ressourcen zu decken, allerdings könnten hierzu auch Absolventen aus

anderen Bundesländern herangezogen werden, solange diese fundiert ausgebildet

seien.

Abgeordnete Frau von Halem (GRÜNE/B90) hat eine Nachfrage zu dem Einstellungstermin

am 1. Juli des Kalenderjahres. Sie könne sich erinnern, dass man seinerzeit

darüber diskutiert hatte, einen möglichst frühen Einstellungstermin zu finden, um

das Abwandern von Bewerbern in andere Bundesländer zu verhindern. Zudem

möchte sie wissen, wie sich die Bewerbungen über die Regionen verteilten. Hierüber

fänden sich in dem Bericht keine Informationen.

Frau Dr. Junginger (MBJS) erklärt, die Einstellungstermine seien ein Spagat zwischen

dem Studienabschluss und dem Schuljahresrhythmus. Man habe sich nach intensiven

Diskussionen auf die genannten Termine geeinigt und dabei auch in andere

Bundesländer geschaut. Der Termin am 1. Juli habe den Vorteil, dass die Referendare

nach einer kurzen Eingewöhnungszeit direkt in die Schulen gehen und mit der

schulpraktischen Ausbildung beginnen könnten.

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