Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

schreiben. Vielmehr sind pädagogische Möglichkeiten in der Schule durch differenzierende

Förderung auszuschöpfen. Während Schülerinnen und Schüler mit einer LRS ihre fachbezogenen

Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse...durch mündliche Beiträge im Unterricht

einbringen können..., wäre bei einer Berücksichtigung von Rechenstörungen eine Notengebung

im Fach Mathematik und in vielen Bereichen der naturwissenschaftlichen Fächer

ohne Verletzung des Grundsatzes der gleichen Leistungsbewertung kaum mehr möglich, da

das Ergebnis verfehlter Rechenoperationen häufig dysfunktional ist. Da Noten oder vergleichbare

Formen der Leistungsbewertung für die Schullaufbahn, den Lebensweg und die

Berufschancen maßgeblich sind, ist ein Verzicht auf die Bewertung von Rechenleistungen im

Fach Mathematik und in den naturwissenschaftlichen Fächern nicht möglich."

Ergänzend ist auf das Schulgesetz § 53 zu verweisen, das ermöglicht, dass zu den Noten

ergänzende Informationen in schriftlicher Form erstellt werden können, die es ermöglichen,

einen differenzierten Information zum Leistungsbild des Schülers und der Schülerin zu erhalten.

Im Landtagsbeschluss wurde die Landesregierung aufgefordert, vier Maßnahmen einzuleiten,

zu denen nachfolgend Stelllung genommen wird:

1.Stärkunq diagnostischer Kompetenzen in der ersten Phase der Lehramtsausbildung

Die KMK-Standards für die Lehrerbildung Bildungswissenschaften (Beschluss der KMK vom

16.12.2004) bilden die inhaltliche Grundlage der Lehrerausbildung in beiden Phasen der Lehrerausbildung

und sind von den Ausbildungseinrichtungen entsprechend zu berücksichtigen.

Sie weisen in Ziffer 2.2 folgende curriculare Schwerpunkte aus, die für die individuelle Förderung

von Schülerinnen und Schülern u. a. mit diagnostizierter Rechenschwäche relevant

sind:

Differenzierung, Integration und Förderung

Heterogenität und Vielfalt als Bedingungen von Schule und Unterricht und

Diagnostik, Beurteilung und Beratung

Diagnose und Förderung individueller Lernprozesse; Leistungsmessungen und Leistungsbeurteilungen.

Diese curricularen Schwerpunkte finden sich in den im Rahmen der Ausbildung zu erwerbenden

Kompetenzen des beruflichen Handelns der Lehrkräfte und den ihnen zugewiesenen

Standards wieder.

In den ländergemeinsamen Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken

in der Lehrerbildung (Beschluss der KMK vom 16.10.2008) werden fachbezogene Kompetenzen

künftiger Lehrerinnen und Lehrer abgebildet, die vornehmlich im Studium zu entwickeln

sind und die Lehramtsstudierende nach Abschluss ihres Studiums vorweisen sollen.

Auch in diesen Anforderungen sind Kompetenzen zu entwickeln, die für die individuelle Förderung

von Schülerinnen und Schülern in allen Fächern, wie auch im Mathematikunterricht,

relevant sind.

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