Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Förderung" ausgeschöpft werden. Gleichzeitig weist die KMK-Empfehlung ausdrücklich darauf

hin, dass ein genereller Verzicht auf Notengebung im Fach Mathematik nicht möglich ist,

da eine Berücksichtigung von Rechenstörungen z.B. auch in vielen Bereichen der naturwissenschaftlichen

Fächer ohne eine Verletzung des Grundsatzes der gleichen Leistungsbewertung

nicht möglich ist. Für die Schullaufbahn und Berufschancen sind Formen der Leistungsbewertung

notwendig.

Es ist wichtig, eine (mögliche) Rechenschwäche frühzeitig zu erkennen, um mit der individuellen

Förderung möglichst frühzeitig beginnen zu können. Hierbei kommt z.B. IleA, beginnend

ab Jgst. 1, eine große Bedeutung zu. Für jede Schülerin/jeden Schüler wird ein individueller

Lernplan erstellt, der Lernziele,- fortschritte und -erwartungen sowie beabsichtigte

Maßnahmen zur weiteren individuellen Förderung enthält und als Grundlage der Beratung

von Eltern und Schülerinnen dient.

Unter Berücksichtigung der Anhörung im Landtag wurden folgende Sachverhalte in der VV-

LAS des Landes Brandenburg neu geregelt:

a) Die Verwaltungsvorschriften über die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit

besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben wurden erweitert um

„oder im Rechnen" (VV — LRSR).

b) In einem neuen Abschnitt 3 - Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen

Schwierigkeiten im Rechnen — werden das Verfahren zur Feststellung und Förderung

sowie die Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung darge-stellt.

c) Es wurden für Schülerinnen und Schüler mit einer besonderen Schwierigkeit im

Rechnen Aspekte zur Diagnostik und zur unterrichtlichen Förderung in die Verwaltungsvorschriften

aufgenommen.

d) Der Nachteilsausgleich wird bis zur Jahrgangsstufe 10 eingeräumt, um Schwierigkeiten

im Rechnen auszugleichen. Dabei sind Vorschläge aus der Anhörung im Landtag

aufgegriffen worden - die Verlängerung der Arbeitszeit, Nebenrechnungen zulassen

und Hilfsmitteleinsatz.

e) Abweichungen von den allgemeinen Maßstäben der Leistungsbewertung bleiben -

wie bisher - auf die Jahrgangsstufen 1 - 4 beschränkt.

f) Es wurde eine gesondertes Formblatt für eine zusätzliche Förderung von Schülerinnen

und Schülern mit einer besonderen Schwierigkeit im Rechnen entwickelt.

Flankierend zur Um setzung der Ansprüche der neuen VV- LRS R wird ab dem Schuljahr

2012/13 mehr

Lernzeit im Anfangsunterricht durch eine Stundentafelerhöhung für zusätzliche individuelle

Förderung zur Verfügung stehen.

Die überarbeitete VV Ganztag in der Fassung vom 21.April 2011 legt fest, dass für die individuelle

Förderung von Schülerinnen und Schülern an Ganztagsschulen wöchentlich mindestens

1 / 3 der gesonderten Stellenzuweisung einzuplanen ist.

Durch die Schulpraxis wird die Handreichung „Rechenstörungen als schulische Herausforderung"

vom LISUM als sehr hilfreich bewertet.

Arbeitsschwerpunkte auf KMK-Ebene bilden u.a. die Themen Inklusion und Individualisierung

von Lernprozessen. In den Empfehlungen zur „Förderstrategie für leistungsschwächere

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