Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 6

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Abgeordneter Hoffmann (CDU) begrüßt die Überarbeitung der Verwaltungsvorschrift

ausdrücklich. Allerdings sei ihm noch nicht ganz klar geworden, welche konkreten

Maßnahmen zur Verbesserung der Fähigkeiten von Lehrkräften bei der Erkennung

und im Umgang mit Dyskalkulie ergriffen worden seien.

Ebenso habe er spezifische Angaben zur Weiterentwicklung von Angeboten zur Fort-

und Weiterbildung vermisst und bittet um eine entsprechende Ergänzung.

Herr Jankowski (MBJS) erinnert an die Anhörung im September 2010, in der von

den geladenen Experten ausdrücklich betont worden sei, dass das Problem der besonderen

Schwierigkeiten beim Rechnen von der stark ausgeprägten Rechenschwäche

zu differenzieren sei. Man spreche von einer Größenordnung von ungefähr 20 %

bis 25 % der Kinder, die Schwierigkeiten im Mathematikunterricht hätten. Die verstärkte

Problematik trete indessen lediglich bei 4 % bis 7 % der Kinder auf.

Dieses Phänomen verdeutliche, dass bezogen auf die angesprochenen Fortbildungen

verstärkt Kräfte in solche Maßnahmen einzubringen seien, die der Förderung aller

Kinder dienten. Das betreffe sowohl Fragestellungen, die die Diagnosekompetenz

angingen und in Richtung der Prävention von Rechenstörungen zielten, als auch das

Thema „Rechenstörung“ als solche. Rechenstörungen sollten dort angegangen und

verhindert werden, wo man diese diagnostiziere. Im vergangenen Jahr habe man als

ein Ergebnis der Anhörung im LISUM-Programm speziell für die Beraterinnen und

Berater im BUS-System Maßnahmen zur Diagnosekompetenz, zu Methoden der Individualisierung

von Mathematikunterricht sowie zu Fragen des Portfolio vorgesehen

und durchgeführt. Das Portfolio spiele in diesem Zusammenhang eine wesentliche

Rolle. Aber auch eine gezielte Sprach- und Leseförderung im Mathematikunterricht

solle unterstützend wirken.

Abgeordneter Hoffmann (CDU) präzisiert, er verstehe Punkt 1 des Beschlusses des

Landtages in dem Sinne, dass es das Anliegen der Abgeordneten gewesen sei, bereits

in die erste Phase der Lehrerausbildung verstärkt Inhalte zu implementieren, die

zu einem besseren Umgang mit dem Thema „Rechenschwäche“ befähigten. Seine

Frage habe sich darauf bezogen, ob in diesem Bereich konkrete Maßnahmen erfolgt

seien.

Zu Punkt 2 des Landtagsbeschlusses habe man seinerzeit festgestellt, dass es ein

breites Angebot zur Fort- und Weiterbildung gebe, das allerdings einer Überprüfung

und gegebenenfalls Weiterentwicklung bedurft hätte. Er möchte wissen, ob eine

Überprüfung hinsichtlich der Wirksamkeit stattgefunden habe.

Ministerin Frau Dr. Münch erläutert, man überprüfe die Angebote im LISUM kontinuierlich

und arbeite derzeit an einer Umgestaltung des gesamten Weiterbildungssystems.

Die Überprüfung der Wirksamkeit von Weiterbildung bezogen auf den einzelnen

Schüler sei kompliziert.

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