Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 7

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Allerdings überwache man regelmäßig die Frequentierung der Weiterbildungen durch

die Lehrkräfte, evaluiere die Maßnahmen selbst und koppele die Ergebnisse zurück.

Man biete ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten an, die individuell

auf die Probleme an den einzelnen Schulen zugeschnitten seien.

Abgeordneter Hoffmann (CDU) weist darauf hin, dass der vorliegende Bericht keine

Angaben bezüglich einer Überprüfung der Angebote zur Fort- und Weiterbildung hinsichtlich

der Befähigung zur Diagnose enthalte.

Herr Jankowski (MBJS) merkt an, dass der Zeitraum von nur einem Jahr zu kurz

sei, um belastbare Daten hinsichtlich der Qualität von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

zu erfassen. Das LISUM habe vornehmlich die Aufgabe, die Beraterinnen

und Berater des BUS-Systems zu qualifizieren. Dies sei ein zeitintensiver Prozess.

Um die konkrete Wirkung von Maßnahmen an den Schulen festzustellen, sei ein längerer

Zeitraum erforderlich.

Abgeordnete Frau Blechinger (CDU) bezieht sich ebenfalls auf die Anhörung im

Ausschuss im September 2010, in der eine Neurologin aus der Schweiz dargelegt

habe, dass neue bildgebende Verfahren bestätigt hätten, dass ca. 4 % bis 7 % der

Kinder an Dyskalkulie litten. Insoweit habe sie irritiert registriert, dass das LISUM

noch im Februar 2011 eine Fortbildung mit dem Titel „Dyskalkulie verhindern statt behandeln“

angeboten habe und sich die Frage gestellt, ob man dort auf dem neuesten

Stand der wissenschaftlichen Forschung arbeite.

Ministerin Frau Dr. Münch entgegnet, die Ursache für Dyskalkulie sei in der Wissenschaft

nach wie vor umstritten. Daher müsse es in der Pädagogik darum gehen,

den Lehrkräften diagnostische Fähigkeiten für den Umgang mit dem Thema zu vermitteln

sowie entsprechende Handreichungen für den Unterricht zu entwickeln.

Abgeordnete Frau Blechinger (CDU) präzisiert, offenbar gehe man im LISUM im Widerspruch

zu den Ergebnissen neuester neurologischer Forschungen davon aus,

dass man Dyskalkulie verhindern könne. Sie habe darauf hinweisen wollen, dass die

entsprechende Fortbildung auf einer überholten Grundlage beruhe und erwarte von

einem Weiterbildungsinstitut, dass es neueste wissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehe.

Ministerin Frau Dr. Münch gesteht zu, dass die Begrifflichkeit im Titel der Veranstaltung

missverständlich sei. Allerdings ändere das nichts daran, dass man Lehrkräfte

in die Lage versetzen müsse, mit dem Befund umzugehen.

Abgeordnete Frau Theiss (SPD) berichtet von eigenen Erfahrungen hinsichtlich der

Handhabung in der Praxis. Jede Lehrkraft sei nach ihrer Überzeugung anhand von

Leistungsdaten der Schüler in der Lage, Schwierigkeiten im Fach Mathematik festzustellen.

Hierbei handele es sich um ca. 20 % bis 25 % der Schüler.

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