Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

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Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 Protokoll - Land Brandenburg

Landtag Brandenburg P-ABJS 5/26 S. 9

Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport 12.01.2012

26. Sitzung bo-kü

Ministerin Frau Dr. Münch erläutert, das Thema „Medienkompetenz“ habe in der

bildungspolitischen Diskussion der letzten Monate und Jahre an Bedeutung gewonnen.

Vor zehn bis 15 Jahren sei das Thema auf die Bereiche Medienpädagogik sowie

technische Fähigkeiten im Umgang mit den neuen Medien beschränkt gewesen.

Heute umfasse der Begriff „Medienkompetenz“ ein deutlich breiteres Spektrum von

Themen. Beim Übergang zu einer internetbasierten Informations- und Wissensgesellschaft

habe sich die Medienkompetenz zu einer Schlüsselqualifikation für junge Menschen

entwickelt und sei darüber hinaus auch eine Herausforderung für das lebenslange

Lernen.

Ältere Menschen seien gezwungen, ihre Medienkompetenz an die neuen Möglichkeiten

des digitalen Zeitalters anzupassen, aber auch Jüngere müssten zunehmend lernen,

ihr interaktives Handeln zu hinterfragen. Es sei eine zunehmend zwingende Voraussetzung

im täglichen Leben, mit dem technologischen Wandel und dem gleichzeitigen

soziokulturellen Veränderungsprozess schrittzuhalten.

Insofern bündelten sich beim Thema „Medienkompetenz“ bildungs- und gesellschaftspolitisch

relevante Aspekte. Ebenfalls seien technische und daten- sowie jugendschutzrechtliche

Bestimmungen betroffen. Mit den Themen „Urheberrecht“ und

„Netzzugang“ verbinde sich das große Thema „Zukunft der Gesellschaft“ und Fragen

nach der künftigen Gestaltung von Kommunikation, die transparente Gesellschaft

oder die Gestaltung von Mitwirkungsrechten. Daher habe man die Aufforderung des

Landtages vom Dezember 2010, „unter Einbeziehung geeigneter Experten und Institutionen

ein Konzept für die weitere Stärkung der Medienkompetenz zu erarbeiten

und entsprechend im Landtagsausschuss vorzulegen“, gern umgesetzt. Sie verweist

inhaltlich auf das bereits in der Lesefassung vorliegende Konzept und bedankt sich

bei Herrn Dr. Kaden für die ausgezeichnete inhaltliche Arbeit.

Abgeordnete Frau Große (DIE LINKE) bedankt sich für das ausführliche Konzeptpapier

und stellt fest, dass sich in den mittlerweile zehn Jahren, in denen sie den Prozess

verfolge, vieles verändert habe. Aufgrund der Dynamik des technischen Fortschritts

beschleiche sie das Gefühl, dass der politische Raum bei der Kozeptionierung

der sich in immer kürzeren Zyklen modernisierenden Technik hinterherlaufe.

Sie begrüßt den in dem Konzept enthaltenen Hinweis, dass es nicht nur um medientechnische

Handhabungskompetenz sowie die technische und personelle Ausstattung

an den Schulen gehe, sondern man in dieses breit gefächerte Thema wesentlich

tiefer einsteigen müsse. Möglicherweise müsse sich der Ausschuss die Zeit nehmen

und im Rahmen einer Anhörung oder eines Expertengespräches auf die einzelnen

genannten Aktionsfelder näher eingehen. Zudem müsse auch im Rahmen der

zukünftigen Lehramtsausbildung dieses Thema angemessen einbezogen werden.

Sie bittet um Hinweise, worin - abgesehen von der kritischen Frage der Finanzierung

- aus Sicht der Verfasser des Konzeptes die größten Hürden für die Umsetzung

der konzeptionellen Themen bestünden.

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