Stellungnahme zum Lehrbericht 2012 zur Vorlage beim ...

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Stellungnahme zum Lehrbericht 2012 zur Vorlage beim ...

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funktionierende Austauschkultur innerhalb einer Fakultät konstitutiver Bestandteil

eines erfolgreich-nachhaltigen Studiums. Aus diesem Grunde wäre es ein Rückschritt

für die Situation der Lehre an der Fakultät, wenn sich die Rückmeldung der

Studierenden hinsichtlich der Lehrveranstaltungen wieder nur auf das Ausfüllen von

Evaluationsbögen beschränken würde.

Ein laufender Austausch zwischen Dozenten/innen und Studenten/innen, also nicht

nur am Ende der Vorlesungszeit, als auch ein sensibles Reagieren auf nonverbale

Signale, ist Voraussetzung, um die Grundvoraussetzungen für qualitativ hochwertige

Lehrveranstaltungen erfüllen zu können. Die Förderung einer Austauschkultur muss

somit ein gemeinsames Ziel sämtlicher Mitglieder der Fakultät, nicht nur des

Studiendekans und der Fachschaft, sein.

4. Prüfungsbedingungen und Benotungspraxis

Anspruch bei Leistungsnachweisen und „Einser-Inflation“

Das Gefühl vieler Studierender, in nicht ausreichendem Maße auf die spätere

berufliche Tätigkeit vorbereitet zu werden (siehe auch Nr. 7), fußt u. a. auf einer von

diesen wahrgenommenen Überwertung der Prüfungsleistungen durch die

Prüfer/innen, als auch in einem, nach Meinung vieler, zu niedrigen Niveau der

Leistungsnachweise.

Dies findet nach Ansicht des Fachschaftsmitgliedes Dominik Dirnberger unter

anderem symptomatischen Ausdruck in der niedrigen Qualität vieler Referate, die

somit zugleich die Qualität der Lehrveranstaltungen in Mitleidenschaft ziehen.

Letzteres liegt nach seiner Meinung klar in der Anpassung des Engagements bei der

Erstellung des Leistungsnachweises an die bekannte und somit wieder erwartete

„lasche Beurteilungspraxis“ einiger Dozenten/innen.

Die von den Studierenden der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften

bemängelte Überbewertung von Prüfungsleistungen ist auch eine grundsätzliche

Problematik der deutschen Hochschulen. (Krass & Scherf, 2012 u. Preuß, 2012)

Die als bekannt geltende Tradition der „zu guten Bewertung“ in Studiengängen der

Sozialen Arbeit, entfaltet ihre Kehrseite in der von einer Großzahl von Studierenden

empfundenen fehlenden Anerkennung des Berufszweiges durch andere

Professionen, die durchaus auch mit der „Belächelung der Sozialen Arbeit“ im

gesamten plakativer beschrieben werden kann.

Auf der Suche nach dem unumgänglichen Weg für eine leistungsentsprechende

Benotung muss die Tradition der Notenkultur der Sozialen Arbeit in die Betrachtung

aber natürlich mit einbezogen werden. Zu Recht grenzt sie sich von anderen Fächern

dadurch ab, dass sie nicht die Selektion von Studierenden, was oft mit dem

absichtlichen Aussortieren am Anfang der Studienphase einhergeht, zum Teil ihres

Selbstverständnisses macht. Wenn „[d]ie Leitlinie der gesamten Ausbildung“ die

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