Strategisches Programm OÖ 2000+ - TMG

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Strategisches Programm OÖ 2000+ - TMG

STRATEGISCHES PROGRAMM OBERÖSTERREICH 2000+

Oberösterreichische Technologie- und Marketinggesellschaft m.b.H.

Landstraße 3/4, A-4020 Linz, Österreich

Tel.: ++43-(0)732-79810-0 e-mail: info@tmg.or.at

Fax: ++43-(0)732-79810-8 http://www.tmg.or.at

Strategisches Programm 2000+ Linz, Juni 1998


VORWORT

Das vorliegende "Strategische Programm Oberösterreich 2000+" wurde von der Oberösterreichischen Technologie- und

Marketinggesellschaft m.b.H. (TMG) im Auftrag des Landes Oberösterreich erstellt. Die Arbeiten wurden vom

Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr und vom Land Oberösterreich (Wirtschaftsressort) zu gleichen Teilen

finanziell gefördert.

Die Gesamtkoordination dieses Projektes, zu dem zahlreiche Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung

Beiträge geleistet haben, lag bei der Ramsauer & Stürmer Consulting Ges.m.b.H.

Die Projektverantwortlichen danken allen Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge und legen das Ergebnis der

oberösterreichischen Landesregierung und dem oberösterreichischen Landtag zur weiteren Behandlung und

Beschlußfassung vor.

Linz, 29.6.1998 . Technologie- und Marketinggesellschaft m.b.H.

Ramsauer & Stürmer Consulting Ges.m.b.H.

Strategisches Programm 2000+ 2

Linz, Juni 1998


INHALTSVERZEICHNIS

1. Zielsetzung und Auftrag 4

2. Strategische Ausgangslage 8

3. Wirtschafts- und industriepolitisches Leitbild 12

4. Strategien und Maßnahmen 18

4.1 Technologie 19

4.2 Berufliche Qualifikation 68

4.3 Standortmarketing 90

5. Finanzierung 124

6. Organisatorische Umsetzung 126

Anhang 136

Anhang 1: Teammitglieder 137

Anhang 2: Gesprächspartner 141

Anhang 3: Eingelangte Stellungnahmen 143

Anhang 4: Literaturverzeichnis 146

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Linz, Juni 1998

Seite


1. ZIELSETZUNG UND AUFTRAG

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1. Zielsetzung und Auftrag

Die oö. Landesregierung hat aus Privatisierungserlösen einen „Zukunftsfonds“ eingerichtet, aus welchem Initiativen zur

Standort-, Beschäftigungs- und Gesundheitssicherung finanziert werden. Um die Wettbewerbsfähigkeit der oö. Wirtschaft

zu steigern, wurde aus diesem Fonds 1 Milliarde Schilling - verteilt auf einen Zeitraum von fünf Jahren - vorrangig zur

Förderung von Forschung und Technologietransfer, Aus- und Weiterbildung und Betriebsansiedlungen gewidmet.

Projektziel war die Erarbeitung von Strategien und Maßnahmen für das Land Oberösterreich zum

widmungsgerechten Einsatz dieser Mittel in den drei Bereichen „Technologie“, „Berufliche Qualifikation“ und

„Standortmarketing“ mit Ausrichtung auf das Jahr 2000 und den Zeitraum danach.

Das vorliegende „Strategische Programm 2000+“ formuliert dafür Leitlinien und konkrete Vorhaben. Es wurde -

ausgehend von der im Oktober 1996 fertiggestellten Vorstudie, die eine Grobkonzeption sowie ein Vorgehens- und

Finanzierungsmodell beinhaltete - im Zeitraum März 1997 bis Mai 1998 konkretisiert, in einem mehrstufigen Prozeß auf

breiter Basis diskutiert und anschließend finalisiert. An diesem Prozeß hat ein repräsentativer Querschnitt von Vertretern

aller technologie-, bildungs- und wirtschaftspolitischen Interessengruppen mitgewirkt und wertvolle Beiträge eingebracht.

Der vom Land Oberösterreich erteilte Auftrag beinhaltete weiters die Erstellung eines "wirtschafts- und industriepolitischen

Leitbildes", die Einbeziehung von Vorschlägen der Sozialpartner, technologisch orientierter Unternehmen und sonstiger

Einrichtungen, die sich mit den vorgegebenen Themenbereichen institutionell beschäftigen, sowie die Abstimmung des

„Strategischen Programmes“ mit den Technologieförderungen des Bundes.

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Unter der Gesamtkoordination von Ramsauer & Stürmer Consulting wurde für jeden der drei Bereiche „Technologie“,

„Berufliche Qualifikation“ und „Standortmarketing“ ein Verantwortlicher festgelegt, der für seinen Bereich eine

Arbeitsgruppe nominierte (Anhang 1). Diese Arbeitsgruppen haben die relevanten Quellen (Veröffentlichungen, Studien,

Arbeitsberichte) gesichtet und verdichtet (Anhang 4), mit zahlreichen Schlüsselpersonen (Anhang 2) Interviews geführt und

einen Analysebericht erstellt, der jeweils den Ausgangspunkt für die Festlegung von Zielen und die Ausarbeitung von

Strategien und Maßnahmen bildete. Die Zwischenergebnisse dieser Konzeptionsphase wurden von einem

Redaktionskomitee (Anhang 1) ausführlich diskutiert, aufeinander abgestimmt und in einem „Expertenbericht“

zusammengefaßt. Dieser Bericht wurde im September 1997 von LH-Stv. Dr. Leitl der Öffentlichkeit vorgestellt und damit

eine mehrmonatige Diskussions- und Begutachtungsphase eingeleitet. Zu diesem Zwecke wurde auch eine Kurzfassung in

deutscher und englischer Sprache erstellt und an alle Interessenten verteilt. Die Kurzfassung konnte auch im Internet

(http://www.tmg.or.at) abgerufen werden.

In dieser Diskussions- und Begutachtungsphase wurden weitere Gespräche mit Schlüsselpersonen (Anhang 2) geführt und

das „Strategische Programm“ in zahlreichen Veranstaltungen präsentiert und diskutiert. Auf die Aufforderung zur kritischen

Evaluierung sind zahlreiche Stellungnahmen (Anhang 3) eingelangt, die mit den Ergebnissen der zwischenzeitig

eingeleiteten Vorarbeiten an einzelnen Strategien und Maßnahmen die Basis für eine inhaltliche Überarbeitung bildeten.

Diese Arbeiten wurden im April 1998 in den drei Arbeitsgruppen und im Redaktionskomitee abgeschlossen und

anschließend die vorliegende endgültige Fassung erstellt. Als weiteres Ergebnis dieser Endredaktionsphase ist wiederum

eine Kurzfassung in deutscher und englischer Sprache im Internet (http://www.tmg.or.at) abrufbar.

Es wird vorgeschlagen, das vorliegende „Strategische Programm“ nach Beschlußfassung durch die oö. Landesregierung und

den oö. Landtag zu veröffentlichen und damit die Umsetzungsphase einzuleiten. Ein Organisationsmodell für die

Umsetzung findet sich ebenfalls in diesem Bericht.

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PROJEKTSTRUKTUR DER KONZEPTIONSPHASE

ARBEITSGRUPPEN REDAKTIONSKOMITEE DATUM

Technologie

Leiter: DI Bayer




Analyse

Strategien

Maßnahmen

Berufliche Qualifikation

Leiter: Dr. Dolezal




Analyse

Strategien

Maßnahmen

S tandortmarketing

Leiter: Mag. Eder




Analyse

Strategien

Maßnahmen

Kick-off-Meeting

Analyse- und Strategie-

Workshop

Strategie- und Maßnahmenworkshop

Redaktionsworkshop

Präsentation des Expertenberichts

durch LH-Stv. Dr. Leitl bei der

Veranstaltung „Innovatives

Oberösterreich“

20. März 1997

12. Juni 1997

17. Juli 1997

13. und 19.

August 1997

18. Sept. 1997

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2. STRATEGISCHE AUSGANGSLAGE

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2. Strategische Ausgangslage

Der Wettbewerb von Staaten und Regionen um Investitionen und damit um die Arbeitsplätze und den Wohlstand in der

Zukunft hat sich verschärft. Die Ursachen für diese Entwicklung sind vor allem:

• die hohe und teilweise weiter ansteigende Arbeitslosigkeit in weiten Teilen Europas,

• die wirtschaftliche Öffnung Osteuropas und die damit verbundene Verlagerung von Investitionskapital,

• der Auf- und Ausbau von Produktionen und Dienstleistungen im asiatischen Raum - in den vergangenen Jahren vor

allem in China,

• die höhere Mobilität der Produktionsfaktoren und die Beseitigung von Barrieren für den Personen-, Waren-,

Dienstleistungs- und Kapitalverkehr in der Europäischen Union,

• eine Beschleunigung des strukturellen Wandels in Wirtschaft und Gesellschaft, u.a. durch die Anwendung der

Informations- und Kommunikationstechnologien und die Ausweitung des Dienstleistungsbereiches.

Die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen ist daher zu einem zentralen Thema der Wirtschafts- und Technologiepolitik der

Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten geworden. Ziel dieser Politik ist es, Europa und seine Regionen im

globalen Wettbewerb zu stärken und Entwicklungsrückstände, vor allem in Schlüsseltechnologien und Zukunftsindustrien,

aufzuholen.

Zumindest ebenso bedeutend wie die Instrumente und Maßnahmen auf europäischer Ebene ist die Politik der Nationen und

Regionen. Die Standortbedingungen und damit die Standortqualität werden in Österreich durch die Gebietskörperschaften -

Bund, Länder und Gemeinden - sowie durch die Sozial- und Wirtschaftspartner wesentlich beeinflußt.

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Zielsetzung aller genannten Institutionen ist, Österreich als Standort für höherwertige Produktionen und Dienstleistungen

zu sichern und das erreichte Wohlstandsniveau zu steigern. Dies erfordert eine konsequente Weiterentwicklung der

Rahmenbedingungen als Voraussetzung für die Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der

Unternehmen. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn Bund, Länder und Gemeinden die für die künftige

Wettbewerbsfähigkeit erforderlichen Investitionen und Ausgaben finanzieren.

Die Österreichische Bundesregierung hat zur Erreichung dieses Zieles eine Technologie- und Exportoffensive eingeleitet

und wird in den nächsten Jahren zusätzliche Mittel für F&E und exportfördernde Maßnahmen bereitstellen

("Technologiemilliarden").

Ebenso hat die oberösterreichische Landesregierung beschlossen, für Initiativen zur Standort-, Beschäftigungs- und

Gesundheitssicherung zusätzliche Mittel aus dem Landesbudget zur Verfügung zu stellen ("Zukunftsfonds").

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Knappheit der öffentlichen Haushalte verlangen eine Konzentration

dieser Mittel auf jene Bereiche, die für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der Arbeitsplätze von

entscheidender Bedeutung sind:

• Forschung und Entwicklung, Technologietransfer (Technologie)

• Aus- und Weiterbildung (Berufliche Qualifikation)

• Standortentwicklung einschließlich Infrastrukturausbau, Investorenmarketing und Betriebsansiedlungen

(Standortmarketing)

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Die Vergabe der Mittel und die Entscheidung über die zu realisierenden Projekte soll sich dabei an folgenden Kriterien

orientieren:

• Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und Wertschöpfung von oö. Unternehmen

- Stärkung der bestehenden Unternehmen und Industriekomplexe (Cluster)

- Förderung des Aufbaues neuer Produktionen und Dienstleistungen in zukunftsträchtigen Branchen

• Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen

• Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich für in- und ausländische Investoren und

Bestandssicherung

• Sicherung der Lebensqualität

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3. WIRTSCHAFTS- UND INDUSTRIEPOLITISCHES

LEITBILD

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3. Wirtschafts- und industriepolitisches Leitbild

Oberösterreich hat sich in den letzen Jahren zum führenden Technologie-, Industrie- und Export-Bundesland entwickelt und

gilt heute als wirtschaftlicher Motor Österreichs. Der warenproduzierende Sektor insgesamt und die Industrie im besonderen

haben für die oberösterreichische Wirtschaft eine deutlich über dem Bundes- und EU-Durchschnitt liegende Bedeutung.

Um diese hervorragende Position langfristig zu sichern und Oberösterreich im internationalen Wettbewerb als Top-Region

zu etablieren, gilt es, die vorhandenen Chancen zu nützen und Stärken zu verstärken; gleichzeitig sind bestehende

Schwächen und Hindernisse, die einer nachhaltigen Entwicklung des Landes im Wege stehen, abzubauen. Mit dem

"Zukunftsfonds" des Landes Oberösterreich stehen Mittel zur Verfügung, diese Ziele zu erreichen.

Als zentrale Elemente eines wirtschafts- und industriepolitischen Leitbildes liegen dem „Strategischen Programm

2000+“ eine Vision und dreizehn Leitsätze für die Zukunftsregion Oberösterreich zugrunde:

DIE VISION:

Oberösterreich als europäische Spitzenregion des 21. Jahrhunderts

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DREIZEHN LEITSÄTZE FÜR DIE ZUKUNFTSREGION OBERÖSTERREICH:

1. Verstärkung des Technologie- und Wissenstransfers

Wissenschaft und Technik haben die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen vom Grunde auf verändert und

entscheidend verbessert. Es ist eine wichtige Aufgabe der Landespolitik dazu beizutragen, daß die mit den neuen

technologischen Entwicklungen verbundenen Möglichkeiten zur Steigerung der Lebensqualität und des Lebensstandards

sowie zur Bewältigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Probleme genutzt werden. Das Land Oberösterreich sieht

in der Schaffung eines Klimas, in dem die neuen Technologien und darauf aufbauende Innovationen als Chance und nicht

als Bedrohung verstanden werden, einen wichtigen Informations- und Bildungsauftrag.

2. Förderung von Zukunftstechnologien

Neben den in Oberösterreich aus der industriellen Tradition hervorgegangenen technologischen Spitzenleistungen in

Metallurgie, Maschinen- und Fahrzeugbau, Chemie und Kunststofftechnik sollen Forschung und Entwicklung in neuen

aussichtsreichen Technologiefeldern gezielt gefördert werden. Dazu zählen insbesondere die Informations- und

Kommunikationstechnologie, Neue Werkstoffe, Umwelttechnik, Mechatronik, Industrial Design, Medizintechnik und

Logistik.

3. Innovation durch Kooperation

Die oberösterreichische Wirtschaft verfügt über einen gesunden Branchen- und Größenmix. Es ist das erklärte Ziel der

Landespolitik, die vorhandenen Stärken auszubauen. Diese liegen vor allem in den Wirtschaftsbereichen Metallprodukte,

Maschinen, Anlagen und Umwelttechnik, Fahrzeuge, Motoren und Komponenten, Kunststoffprodukte, Möbel, Papier,

Zellstoff, chemische Produkte und Nahrungs-/Genußmittel. Um die Konkurrenzfähigkeit immer wieder durch Entwicklung

neuer Produkte und Prozesse zu erhalten, soll ein unternehmer- und innovationsfreundliches Klima bewahrt, die

Kooperation zwischen Unternehmen, F&E- und Technologietransfer-Einrichtungen ausgeweitet und damit die Entwicklung

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wettbewerbsstarker Industriekomplexe (Cluster) unterstützt werden.

4. Entwicklung des Humankapitals

Das größte Kapital der oberösterreichischen Wirtschaft ist die hohe Qualifikation und Einsatzbereitschaft der

Erwerbstätigen. Aufgrund der rasch wechselnden Anforderungen und Chancen sowie neuer wirtschaftlicher Gegebenheiten

und Entwicklungen bedarf es einer ständigen Anpassung und Neuorientierung der Bildungsprozesse. Die Förderung eines

entsprechenden Bildungsbewußtseins und die verstärkte Orientierung der Bildungsangebote am Bedarf der Wirtschaft sind

zentrale Erfolgsfaktoren für eine positive Entwicklung in Oberösterreich.

5. Gründeroffensive

Neben der Ausweitung bestehender und der Ansiedlung neuer Unternehmen am Standort Oberösterreich gewinnt die

Unternehmensneugründung beschäftigungspolitisch an Bedeutung. Die Landesregierung wird in Zusammenarbeit mit den

Interessenvertretungen Existenzgründungen erleichtern und verstärkt fördern. Die weitere Deregulierung, die Mobilisierung

von Risikokapital, aber insbesondere die begleitende Beratung von Jungunternehmern sind dafür entscheidende

Ansatzpunkte.

6. Ausbau der hochwertigen Standort-Infrastruktur

Im Hinblick auf die langfristige Sicherung des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich ist dem Ausbau der Verkehrs-,

Telekommunikations- und Logistikinfrastruktur ein hoher Stellenwert einzuräumen. Zukunftsweisende Projekte

(Mühlkreisautobahn, Ennshafen, Datenhighway etc.) wurden in den letzten Jahren in Angriff genommen und sollen durch

weitere wichtige Vorhaben (Westspange Wels, Verschiebebahnhof Linz, verbesserte Straßenanbindung Enns-Steyr etc.)

ergänzt werden.

7. Fortsetzung der Verwaltungsreform

Eine moderne und effiziente Verwaltung ist ein wichtiger Standortfaktor. Diese soll schnell, kostengünstig, flexibel und

damit kundenorientiert arbeiten. Grundlage müssen Gesetze und Verfahrensbestimmungen sein, die die

Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraumes gewährleisten. Die erfolgreichen Initiativen Oberösterreichs bezüglich der

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Beschleunigung, Konzentration und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren müssen fortgesetzt und die neuen

Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie genutzt werden.

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8. Start einer Exportoffensive

Die Erschließung neuer Märkte für oberösterreichische Produkte ist eine notwendige Maßnahme für eine nachhaltige,

positive Entwicklung der oberösterreichischen Wirtschaft. Neben die Exportförderungsaktivitäten des Bundes sollen

konzentrierte Aktivitäten des Landes Oberösterreich gestellt werden. Vor allem der sekundäre Sektor und die

produktionsnahen Dienstleistungen, welche heute schon die mit Abstand wichtigsten Bereiche für die Entwicklung des

Arbeitsplatzangebotes in unserem Bundesland sind, sollen hier verstärkt unterstützt werden. Dieser Dienstleistungsexport

hat auch positive Auswirkungen auf den Warenexport.

9. Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit

In der internationalen Zusammenarbeit ergeben sich für Oberösterreich auf Grund seiner geographischen Lage besondere

Chancen. Der westliche Nachbar Bayern hat sich zur führenden Wachstums- und Hochtechnologieregion Deutschlands

entwickelt, und Tschechien ist das Reformland mit dem größten Entwicklungspotential in den nächsten Jahren. Der

wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Zusammenarbeit - insbesondere auch mit diesen Ländern -

kommt daher besondere Bedeutung zu.

10. Berücksichtigung "weicher Faktoren" in der Wirtschaftspolitik

Für höherwertige Produktionen und Dienstleistungen ist das gesamte Umfeld mit den sogenannten “weichen

Standortfaktoren" ausschlaggebend. Die Lebensqualität, eine intakte Umwelt und Naturlandschaft, das Freizeit- und

Kulturangebot, soziale Stabilität und persönliche Sicherheit, aber auch die Mentalität und Weltoffenheit der Menschen

gewinnen als Faktoren für die Standortwahl immer mehr an Bedeutung. Die Sozialpartnerschaft, sozialer Ausgleich und

sozialer Friede sind weitere wichtige Standortvorteile.

11. Innovativer Tourismus

Im Bereich des Tourismus gilt es vor allem, auf Basis der Vorzüge unseres Bundeslandes ein neues und attraktives

Programm für die verschiedenen Gästekategorien zu entwickeln. Der Ausbau der touristischen Infrastruktur (Investition in

die Qualität des Angebotes, Marketing und Kooperation) ist dabei von entscheidender Bedeutung.

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12. Öffentlicher Einfluß in strategisch wichtigen Bereichen

In Bereichen wie der Energieversorgung ist eine Sicherung des öffentlichen Einflusses auf strategische Entscheidungen

notwendig.

13. Strategieorientierte Budgetpolitik

Die Bewältigung der angeführten Aufgaben erfordert eine Schwerpunktverlagerung in den Budgets aller

Gebietskörperschaften. Es ist mittelfristig eine Umschichtung zur Erhöhung der standort-, technologie- und

wirtschaftsbezogenen Investitionen und Ausgaben anzustreben.

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4. STRATEGIEN UND MAßNAHMEN

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4. STRATEGIEN UND MAßNAHMEN

4.1 Technologie

4.2 Berufliche Qualifikation

4.3 Standortmarketing

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4.1 Technologie 4.1.1 Einleitung und Überblick

Oberösterreich besitzt eine Vielzahl von Einrichtungen auf den Gebieten der Forschung und Entwicklung und des

Technologietransfers, die im „Technologienetzwerk “ miteinander verbunden sind. (Abschnitt 4.1.2)

Die Ziele beim weiteren Ausbau dieses Netzwerkes orientieren sich an den Kriterien Wettbewerbsfähigkeit der

Unternehmen, Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und damit Zukunftssicherheit der Arbeitsplätze. (Abschnitt 4.1.3)

Die Umsetzung in ein „Strategisches Programm“ setzt Schwerpunkte bei der Förderung des Innovationspotentials

• bei den Technologieanbietern --> Strategie 1: Forschung und Entwicklung

• bei den Technologieanwendern --> Strategie 2: Kooperation im Cluster

• bei Verbreitung und Aufnahme neuer Technologien --> Strategie 3: Technologietransfer

Nach einem systematischen Überblick (Abschnitt 4.1.4) werden die drei Strategien einzeln mit ihren Grundlagen, einer

Situationsanalyse und den geplanten Maßnahmen (Abschnitte 4.1.5, 4.1.6 und 4.1.7) erläutert.

Detailbeschreibungen der insgesamt 19 Maßnahmen enthalten dann nähere Angaben über Träger/Entwickler, Ziel und

Inhalt (Abschnitt 4.1.8).

In einer Zusammenfassung wird nochmals auf den innovativen Charakter des vorliegenden Programmes hingewiesen.

(Abschnitt 4.1.9) Dieses stellt mit den angeführten Strategien und Maßnahmen eine in sich und auch mit den Bereichen

„Berufliche Qualifikation“ und „Standortmarketing“ abgestimmte Basis für die Umsetzung dar. Dem Charakter einer

strategischen Planung entsprechend sind spätere Ergänzungen und Weiterentwicklungen vorgesehen.

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4.1 Technologie 4.1.2 Technologienetzwerk

In globalen Märkten findet der wirtschaftliche Wettbewerb immer weniger auf der Basis von Preis- und

Produktionskostenüberlegungen, sondern immer mehr in Konkurrenz und Kooperation innovativer Ideen statt. Die

wirtschaftliche Erfolgsstrategie der Zukunft heißt daher Innovation.

Die Wettbewerbsstärke regionaler Wirtschaftssysteme wird somit immer mehr durch die Fähigkeit der Unternehmen

bestimmt, neue Produkte und Prozesse zu entwickeln und zu vermarkten. Für die Produkt- und Prozeßinnovation ist ein

wirkungsvoller Technologietransfer von der Forschung in die Wirtschaft genauso wichtig wie die Beseitigung von

Innovationshemmnissen. Beides setzt ein innovationsfreundliches Klima voraus, in dem unternehmerische Leistungen

gesellschaftliche Anerkennung finden und die Investitions- und Risikobereitschaft gefördert wird. Die Innovationsfähigkeit

der Unternehmen ist somit in gleicher Weise das Ergebnis des Vertrauens in die wirtschaftliche Entwicklung und einer

wirkungsvollen Unterstützung von Innovationsprozessen.

Die dafür erforderliche „Technologieinfrastruktur“ und die Unterstützung beim Technologietransfer, insbesondere für die

kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), wurde in in den letzten Jahren grundlegend erweitert und verbessert. Es

wurden nicht nur verschiedene neue Einrichtungen geschaffen, sondern auch erfolgreich begonnen, diese zu einem

„Technologienetzwerk “ zu verbinden.

Wichtige Einrichtungen dieses Netzwerkes sind:

• die Johannes Kepler Universität Linz mit ihren Instituten insbesondere der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät

und den einschlägigen Studienrichtungen

• die Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz

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• die Fachhochschul-Studiengänge in Wels, Hagenberg und Steyr

• das RISC und der Softwarepark Hagenberg

4.1 Technologie 4.1.2 Technologienetzwerk

• die Technologie- und Gründerzentren in Linz, Braunau, Lenzing und Wels (in Vorbereitung: Bad Leonfelden, Enns/St.

Florian, Freistadt, Linz, Gmunden, Perg, Ried/I., Schärding und Vöcklabruck)

• das Forschungs- und Ausbildungszentrum für Arbeit und Technik (FAZAT), die Vereinigung zur Förderung der

Modernisierung der Produktionstechnologien in Österreich (VPTÖ) und deren Forschungsgesellschaft Profactor in

Steyr

• das Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen (LKR) des Österreichischen Forschungszentrum Seibersdorf

• die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der oö. Industrie und die sonstigen Technologietransfer-

aktivitäten oö. Unternehmen

• das Ars Electronica Center (AEC) in Linz

• die Höheren Technischen Lehranstalten in

• das WIFI und das BFI mit ihren Einrichtungen zur beruflichen Weiterbildung und ihrem Beratungsangebot im Bereich

der neuen Technologien (WIFI-Betriebsberatung und WIFI-Technologietransfer)

• die LIMAK mit ihrem Ausbildungsangebot u.a. im Bereich des Innovations- und Technologiemanagement

• das CATT mit seinem Beratungsangebot im Bereich der europäischen Forschungs- und Technologieprogramme

• der O.Ö. Energiesparverband mit dem Energie-Technologie-Programm

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• die Datenhighway Entwicklungsgesellschaft (ODE)

• das Landesstudio des ORF mit seiner starken Technologieorientierung in der Berichterstattung

• die . Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG) als technologiepolitische Leitgesellschaft des Landes mit ihrer

Koordinationsfunktion im „Technologienetzwerk

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4.1 Technologie 4.1.2 Technologienetzwerk

Das „Technologienetzwerk “ leistet mit seiner Vielfalt an F&E-, Bildungs- und Technologietransfereinrichtungen

wertvolle Beiträge zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der oö. Wirtschaft und zur Steigerung der Attraktivität des

Wirtschaftsstandortes .

SCHÄRDING*

F&E-Abteilungen der Industrie

und sonstige Technologietransferaktivitäten

oö. Unternehmen *) Geplant

Hauptintention des „Strategischen Programmes“ ist, dieses Netzwerk zu verstärken und unter Beachtung der

technologischen, ökonomischen, sozialen und ökologischen Entwicklungslinien weiter auszubauen.

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4.1 Technologie 4.1.2 Technologienetzwerk

Beim Ausbau des „Technologienetzwerkes “ spielen die Technologiezentren eine wichtige Rolle. Damit diese ihre

innovative Kraft für die Wirtschaft einer Region entfalten können, sind folgende Grundprinzipien zu beachten.

Ein Technologiezentrum braucht:

• ein Thema

• einen Forschungskern, Transfereinrichtungen und technologieorientierte Firmen

• Forschung und Lehre

• ein Identifikationsteam als Motor

• internationale Dimension

• kritische Masse

• eine klare, aber flexible Organisation

• Vernetzung

• evolutionäre Entwicklung

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Wenn die zentralen Funktionen Forschung, Lehre und Transfereinrichtungen nicht vorgesehen sind, handelt es sich um

Industrie-, Wirtschafts- oder Gewerbeparks, die als reine Betriebsansiedlungsprojekte im Kapitel 4.3 behandelt werden. Die

nachstehenden Ausführungen beziehen sich auf Technologiezentren mit den o.a. Eigenschaften.

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4.1 Technologie 4.1.2 Technologienetzwerk

Bei den bestehenden oö. Technologiezentren sind die Funktionen Forschung und Transfereinrichtungen (F&T), Lehre und

technologieorientierte Firmen teilweise unvollständig:

Technologiezentrum

F&T Lehre Firmen

RISC und Softwarepark Hagenberg V1, 3 V1, 3 V

TZ Linz v v V

TZ Innviertel/Braunau V

GTZ Wels V3 V

Technopark Lenzing V

FAZAT, VPTÖ, Profactor Steyr V V3 V

Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen V V

Ars Electronica Center (AEC) V1, 2 1, 2 V

Legende:

1

........ Universität Linz

V ........ Vorhanden

v ........ ansatzweise vorhanden

........ nicht vorhanden

2

........ Hochschule für künstlerische und

industrielle Gestaltung in Linz

3

........ Fachhochschul-Studiengänge Wels,

Hagenberg, Steyr

Die Vertiefung vorhandener Funktionen, die Ergänzung fehlender Funktionen und die verstärkte organisatorische

und technische Einbindung in das „Technologienetzwerk “ muß grundsätzlich Vorrang haben vor der

Errichtung weiterer neuer Technologiezentren. Davon unbenommen ist die Einrichtung von Industrie-, Wirtschafts- und

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Gewerbeparks. Wesentliche Impulse für den Aufbau von Forschung und Lehre in den Technologiezentren sollen von der

Universität und den Hochschulen ausgehen.

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4.1 Technologie 4.1.3 Zielsetzung

Beim Ausbau des „Technologienetzwerkes “ werden folgende Ziele verfolgt:

• Verstärkung der unternehmerischen Innovationsaktivitäten durch Ausweitung und Beschleunigung des Technologie- und

Wissenstransfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft bei gleichzeitigem Abbau von Innovationshemmnissen

(Innovationsverstärkung)

• Verbesserung der nationalen und internationalen Anbindung durch Ausweitung transregionaler und grenzüberschreitender

Kooperationen und Vertriebsaktivitäten (Internationalisierung)

• Implementierung eines transparenten und effektiven technologiepolitischen Leistungsangebotes durch Koordinierung

bestehender Initiativen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene und zielgruppenspezifische Ergänzung

(Transparenz und Effektivität)

Die angeführten Maßnahmen bezwecken insgesamt die Erhöhung der unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit und die

Verstärkung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und damit die Schaffung und Sicherung von

Arbeitsplätzen. Dies wird durch Ausweitung der Technologieinfrastruktur und durch die verstärkte Kooperation von

Forschungs- und Bildungseinrichtungen, industriellen Leitbetrieben und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

bewirkt.

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Strategisches Programm 2000+ 31

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4.1 Technologie 4.1.4 Strategien und Schwerpunkte

Der weitere Ausbau des „Technologienetzwerkes “ folgt einer strategischen Orientierung und Schwerpunktsetzung,

wobei vor allem drei Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind:

• Die Entwicklungstrends in den für wichtigen Technologiefeldern, die Programmschwerpunkte der

österreichischen und europäischen Forschungs- und Technologieförderung sowie die Chancen, die sich aus den

technologischen Entwicklungen für Wirtschaft und Industrie eröffnen.

• Die Bedürfnisse der bestehenden Unternehmen, ihre Stärken und Schwächen sowie insbesondere ihre

Kooperationsbeziehungen einschließlich der Anbindung an nationale und internationale Unternehmens- und

Forschungsnetzwerke.

• Die Chancen zur erfolgreichen Umsetzung technologiepolitischer Maßnahmen im Hinblick auf die Akzeptanz bei

den Betroffenen, die Träger und den organisatorisch-institutionellen Rahmen solcher Maßnahmen.

Neben diesen drei Gesichtspunkten gilt grundsätzlich, daß die geplanten Maßnahmen so weit wie möglich durch bestehende

Organisationen umgesetzt werden sollen, um Synergieeffekte zu nutzen, möglichst rasch Ergebnisse zu erzielen, dabei die

Risiken zu minimieren und die Überschaubarkeit zu wahren.

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4.1 Technologie 4.1.4 Strategien und Schwerpunkte

Die genannten drei Gesichtspunkte bilden die Basis für Strategien und Maßnahmen:

Strategie 1: Forschung und Entwicklung

Zur Ausweitung der wirtschaftsorientierten Technologiepotentiale sollen in Einrichtungen der anwendungs-

orientierten F&E vergrößert bzw. neu geschaffen und in ihrer Wirksamkeit verstärkt werden.

Strategie 2: Kooperation im Cluster

Zur Steigerung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit soll die Kooperation und Kooperationsfähigkeit oö. Unternehmen

verbessert und damit die Innovationskraft der industriellen Strukturen (Cluster) gesteigert werden.

Strategie 3: Technologietransfer

Zur wirksameren und rascheren Verbreitung (Diffusion) und Anwendung (Absorption) neuer Technologien sollen die

bestehenden Transferprogramme und -institutionen ergänzt sowie im regionalen und überregionalen Rahmen besser

koordiniert werden.

Strategisches Programm 2000+ 33

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4.1 Technologie 4.1.4 Strategien und Schwerpunkte

Schwerpunkte des in den folgenden Abschnitten im Detail ausgeführten Maßnahmenkataloges sind:

• Ausweitung der in Österreich weit unter dem OECD-Durchschnitt liegenden Personalkapazitäten in der

anwendungsorientierten F&E und im Technologietransfer, die aufgrund der erforderlichen Vorlaufzeit den

eigentlichen Engpaß in der Innovationsförderung und im Innovationswettbewerb bilden.

• Stimulierung höherer F&E-Ausgaben der Wirtschaft, die im internationalen Vergleich zu niedrig sind, durch mit

öffentlichen Mitteln getragene Anreize und Dienstleistungen.

• Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen, insbesondere

KMU, und besondere Unterstützung von erstmaligen Kontakten, Kooperationen und Förderungsanträgen.

• Ausrichtung der Kooperationsstrategien auf die Förderung bestehender oder entstehender Industriekomplexe

(Clusterorientierung).

• Kombination von „harten“ (finanzielle Leistungen) und „weichen“ (Informations- und Beratungsleistungen) Faktoren

der Innovationsförderung.

• Aufwertung von Forschung und Technologie im öffentlichen Bewußtsein.

• Abstimmung der Maßnahmen mit nationalen und europäischen Forschungs- und Technologieprogrammen.

Strategisches Programm 2000+ 34

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Strategisches Programm 2000+ 35

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4.1 Technologie 4.1.4 Strategien und Schwerpunkte

Mit den geplanten Strategien und Maßnahmen und deren Finanzierung aus dem „Zukunftsfonds“ werden die F&E-

Ausgaben des Landes deutlich ansteigen. Gleichzeitig wird auch ein Zuwachs bei den F&E-Ausgaben der oö.

Wirtschaft und damit eine Anhebung der F&E-Quote erwartet.

F&E-Ausgaben in den Landeshaushalten

Millionen Schilling (1997)

700

600

500

400

300

200

100

0

Österreich gesamt

2,26 Mrd. ATS

W St K O… T V N… S B

Quelle: ÖSTAT

F&E-Quoten der Bundesländer

(staatlicher und pri vater S ektor)

Anteil am Bruttoregionalprodukt in Prozent (1993)

3,0%

Quellen:ÖSTAT(F&EAusgaben ), WIFO (BRP)

Strategisches Programm 2000+ 36

Linz, Juni 1998

2,5%

2,0%

1,5%

1,0%

0,5%

0,0%

Österreich

1,59%

W St T O… S V N… K B

Hochschulsektor

Sonstiger staatlicher

Sektor

Unternehmenssektor

Ein Teil der geplanten Maßnahmen ist allerdings nur realisierbar, wenn sich EU, Bund, Gemeinden und Sonstige

daran finanziell beteiligen. Diesbezügliche Verhandlungen sind noch zu führen. Eine Mitfinanzierung der geplanten

Maßnahmen durch den Bund wird jedenfalls den auch im nationalen Interesse liegenden Strukturwandel

beschleunigen.


4.1 Technologie 4.1.5 Strategie 1: Forschung und Entwicklung

Grundlagen

Ein hoher Stand von Forschung und Technologie ist für eine stark exportorientierte Volkswirtschaft ein entscheidender

Wettbewerbsfaktor: Forschung und technologische Entwicklung sind die Basis für Innovationen, und diese sind die

Grundlage für den Erfolg der Wirtschaft bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und der Arbeitsplätze.

Kleine Nationen können aufgrund der immer höher werdenden Kosten für Forschungsprojekte und Produktentwicklungen

kaum mehr genügend Geld aufbringen, um in diesem Bereich an prominenter Stelle mitzuwirken. Für Österreich ist es daher

wesentlich sinnvoller, den Technologietransfer zu verbessern und die Diffusion neuer Technologien in die Praxis zu

beschleunigen. Diesem Zweck dient in besonderer Weise die anwendungsorientierte F&E, die ihre Impulse aus einer

ständigen Interaktion mit der Grundlagenforschung bezieht.

Alle internationalen Vergleiche führen zur Schlußfolgerung, daß in Österreich mehr Mittel für die anwendungsorientierte

F&E eingesetzt werden müssen, damit unsere Unternehmen auf den Weltmärkten konkurrenzfähig bleiben. Ein

Schwerpunkt der eingeleiteten Technologieoffensive der Bundesregierung ist daher die Einrichtung von

Kompetenzzentren, die anwendungsorientiert, mit aktiver Beteiligung der Industrie und der Universitäten und

Hochschulen, regional verankert in Feldern tätig werden, wo einerseits ein nachhaltiger Bedarf an F&E-Leistungen besteht

und andererseits eine international anerkannte Kompetenz vorliegt. Die Finanzierung dieser Kompetenzzentren soll zum

Teil aus Industrieaufträgen (Großindustrie, KMU) und Forschungsförderungen (nationale oder europäische

Forschungsprogramme), zum Teil aus einer von der öffentlichen Hand (Bund, weitere Gebietskörperschaften) gewährten

Basisfinanzierung erfolgen. Im konsolidierten Zustand ist ein Aufteilungsschlüssel zwischen Projekt- und Basisfinanzierung

von etwa 60:40 anzustreben.

Strategisches Programm 2000+ 37

Linz, Juni 1998


Das Konzept der Kompetenzzentren bezweckt somit einerseits den Auf- und Ausbau von F&E-Personalkapazität in für

die Wirtschaftsentwicklung wichtigen Technologiefeldern, damit das vorhandene Know-how rasch und wirkungsvoll der

Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden kann, und andererseits die Stimulierung höherer F&E-Ausgaben der Wirtschaft.

4.1 Technologie 4.1.5 Strategie 1: Forschung und Entwicklung

In bestehen anwendungsorientierte F&E-Einrichtungen im Rahmen der Universität Linz, der Hochschule für

künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz sowie an den Fachhochschul-Studiengängen in Wels, Hagenberg und

Steyr. Im außeruniversitären Sektor sind das Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen des Österreichischen

Forschungszentrum Seibersdorf (ÖFZS), die RISC Software GmbH in Hagenberg und die Profactor GmbH in Steyr zu

nennen. Sehr stark sind die industrieeigenen Forschungsabteilungen, was auch im hohen Anteil oö. Förderungsempfänger

bei FFF-Projekten zum Ausdruck kommt (zuletzt 23% des gesamten Fördervolumens und damit an der zweiten Stelle nach

Wien unter den Bundesländern).

Das ÖFZS plant im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Umstrukturierung seiner F&E-Schwerpunkte eine

Regionalisierung insbesondere jener Felder, wo eine größere Kundennähe neue Marktpotentiale erschließen läßt. Davon

wird auch der Standort Linz betroffen sein.

In folgenden für die oö. Industrie wichtigen Technologiefeldern bestehen in Wissenschaft und Wirtschaft anerkannte

Kompetenzen, die einen weiteren Ausbau nahelegen:

• Informations- und Kommunikationstechnologie

• Neue Werkstoffe (inkl. Metallurgie)

Strategisches Programm 2000+ 38

Linz, Juni 1998


• Chemie und Umwelttechnik

• Mechatronik

Strategisches Programm 2000+ 39

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.5 Strategie 1: Forschung und Entwicklung

In einigen weiteren Technologiefeldern mit hohem Innovationspotential haben sich in letzter Zeit neue Schwerpunkte

gebildet, die die Ausgangsbasis für zukünftige Kompetenzzentren sein können:

• Industriemathematik

• Industrial Design und Neue Medien

• Medizin-, Rehabilitationstechnik (Integrationstechnik)

• Logistik

Umgekehrt fällt auf, daß eine ganze Reihe von Technologiefeldern, die als sogenannte „Zukunftstechnologien“ gelten, in

kaum vertreten ist, wie z.B. die Molekularbiologie und Biotechnologie, die Mikrosystemtechnik (die kombinierte

Anwendung von Mikromechanik, -optik, -elektronik, -aktorik, -sensorik) und die Nanotechnologie. Inwieweit eine

Beherrschung dieser Technologien zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der oö. Industrie beitragen kann, sollte

genau verfolgt und durch entsprechende Maßnahmen unterstützt werden.

Mit dem Ausbau bestehender und der Gründung neuer anwendungsorientierter F&E-Einrichtungen in für

wichtigen Technologiefeldern sollen die personellen und organisatorischen Voraussetzungen für einen stärkeren

Technologietransfer in die Praxis geschaffen werden, der nicht nur in Form gemeinsamer Entwicklungsprojekte mit

der Industrie, sondern auch im „Technologietransfer über Köpfe“, dem Hinüberwechseln von F&E-Mitarbeitern in

die Wirtschaft, und in Unternehmens-

gründungen („spin-offs“) sichtbar und wirksam werden soll. Von vorrangiger Bedeutung sind dabei die KMU, die

mangels eigener F&E-Einrichtungen in ihren Innovationsstrategien einer besonderen Unterstützung bedürfen. Zur

Gewährleistung der Anwendungsorientierung der F&E-Einrichtungen ist eine Mitwirkung von

Strategisches Programm 2000+ 40

Linz, Juni 1998


Industrierepräsentanten insbesondere bei der Ausrichtung des Leistungsprofiles auf die Bedürfnisse der

auftraggebenden Unternehmen - in qualitativer, terminlicher und finanzieller Hinsicht - vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 41

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.5 Strategie 1: Forschung und Entwicklung

Analyse

• In einigen Technologiefeldern besitzen die F&E-Aktivitäten der Universität Linz und der oö. Industrie Weltgeltung, in

einigen sogenannten „Zukunftstechnologien“ sind in nur schwach entwickelte F&E-Kapazitäten vorhanden.

• Ein Teil der F&E-Aktivitäten hat keine „kritische Masse“ erreicht.

• Die Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz bietet der Wirtschaft F&E-Leistungen in

Teilbereichen an; sie sollte ihr Angebot bedarfsorientiert erweitern.

• Der Fachhochschulsektor hat den Aufbau von F&E-Aktivitäten erst begonnen.

• Der außeruniversitäre F&E-Sektor ist in nur ansatzweise entwickelt. Versuche, ihn auszuweiten, blieben auf

punktuelle Initiativen beschränkt.

• Der Technologietransfer - insbesondere in Richtung KMU - sollte noch stärker unterstützt und wirkungsvoller gestaltet

werden.

• Die F&E-Infrastruktur ist tendenziell auf den oö. Zentralraum konzentriert.

Strategisches Programm 2000+ 42

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.5 Strategie 1: Forschung und Entwicklung

Maßnahmen *)

(1) Software Competence Center Hagenberg

(2) Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen (LKR)

(3) Werkstoff-Kompetenzzentrum Linz

(4) Technikum für metallurgische Verfahrensentwicklung

(5) Kompetenzzentrum für Chemie und Umwelt

(6) Kompetenzzentrum für Mechatronik und Automation

(7) Kompetenzzentrum für Industriemathematik

(8) Technology, Design & New Media Clearinghouse

(9) F&E-Schwerpunkt Medizin- und Integrationstechnik

(10) Zentrum für Logistik

Strategisches Programm 2000+ 43

Linz, Juni 1998


*) Die angegebenen Zahlen bezeichnen die zu den einzelnen Maßnahmen vorliegenden Detailbeschreibungen im Abschnitt 4.1.8

Strategisches Programm 2000+ 44

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.6 Strategie 2: Kooperation im Cluster

Grundlagen

Nach Porter*) entstehen nationale Wettbewerbsvorteile in einem dynamischen, interagierenden System von vier

Bestimmungsfaktoren:

• Faktorbedingungen (Infrastruktur, Humankapital, materielle Ressourcen)

• Nachfragebedingungen (Heimmarkt, Aufgeschlossenheit der Käufer)

• Kompetitive, verwandte und unterstützende Branchen (horizontale und vertikale Interaktion)

• Zielsetzungen und Strategien der Unternehmen (Marktstruktur)

Die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen wird somit nicht nur durch die Stärken einzelner Unternehmen, sondern

immer mehr durch die Innovationskraft ganzer Industriekomplexe (Cluster) bestimmt.

Im Porter´schen Sinne bestehen Cluster aus einer Vielzahl von Unternehmen, die durch enge und vielfältige Beziehungen

miteinander vernetzt sind. Im Mittelpunkt stehen die sogenannten „primary goods“-Hersteller, die international

wettbewerbsfähige Güter und Leistungen erzeugen. Sie sind von den „related industries“ umgeben, die jene Güter und

Leistungen herstellen, die für Produktion und Vermarktung der „primary goods“ notwendig sind. Dies schließt auch den

produktionsnahen Dienstleistungsbereich ein. Die Abgrenzung von Clustern ist allerdings schwierig und daher oft

willkürlich; als Arbeitshypothese bilden sie jedoch eine wertvolle Basis für neue Ansätze in der Technologiepolitik.

Strategisches Programm 2000+ 45

Linz, Juni 1998


*) Porter M., The Competitive Advantage of Nations, New York, 1990

Strategisches Programm 2000+ 46

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.6 Strategie 2: Kooperation im Cluster

In bestehen oder entstehen - nach einer ÖFZS-Studie aus dem Jahr 1993 - sechs Industriekomplexe (Cluster), deren

Bezeichnungen für die Zwecke des vorliegenden „Strategischen Programmes“ an aktuelle Entwicklungen angepaßt wurden:

• Stahl-, Aluminium-, Metallprodukte

• Maschinen, Anlagen, Umwelttechnik

• Fahrzeuge, Motoren, Komponenten

• Kunststoffprodukte

• Möbel, Fenster, Türen

• Papier, Zellstoff

Wenig Vernetzung ist bei folgenden für die oö. Wirtschaft ebenfalls wichtigen Warengruppen erkennbar (latente Cluster):

• Chemische Produkte

• Nahrungs- und Genußmittel

Nicht zu den vorrangigen „primary goods“-Herstellern zählt in die Informationstechnik-, Automations- und Software-

Branche, die aber in allen angeführten Clustern eine wichtige Rolle unter den „related industries“ einnimmt.

Der wirtschaftliche Erfolg dieser bestehenden oder entstehenden Cluster wird ganz wesentlich von ihrer Fähigkeit

abhängen, innovative Produkte im Rahmen von Kooperationen zu entwickeln und zu vermarkten. Dazu zählt

insbesondere auch die Kooperation mit F&E-Einrichtungen und ein wirksamer Technologietransfer.

Strategisches Programm 2000+ 47

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.6 Strategie 2: Kooperation im Cluster

Im Mittelpunkt einer clusterorientierten Technologiepolitik steht somit die Förderung der Innovationspotentiale durch

Verstärkung von Kooperation und Kooperationsfähigkeit von Unternehmen, wobei die Zusammenarbeit aber nicht auf

Region und Branche beschränkt bleiben darf. Besondere Berücksichtigung verdienen dabei die KMU, die bisher am

wenigsten in solche Kooperationsstrukturen einbezogen waren.

Dieser neue Schwerpunkt der Förderpolitik beinhaltet die Verstärkung von Information und Kommunikation, die

Vermittlung von Kooperationen zwischen Unternehmen und mit F&E-Einrichtungen, die Stimulierung von

Qualifikationsmaßnahmen und die Unterstützung gemeinsamer Marketing-, Export-, PR- und Bewußtseins-

bildungsaktivitäten, alles im Wege verstärkter Beratungs- und Organisationsdienstleistungen. Wesentlich dabei ist die

Konzentration der Fördermittel auf die Erzielung einer breiteren und nachhaltigeren Wirksamkeit: das tendenzielle

Abgehen von Direktförderungen einzelner Unternehmen, wofür ohnedies eine Vielzahl nationaler und regionaler

Förderungsprogramme besteht, zugunsten der Förderung von Kooperationen und regionalen Strukturen.

Eine clusterorientierte Wirtschaftspolitik wirkt sich auch positiv auf die Standortattraktivität aus und bezweckt die gezielte

Erweiterung bestehender Unternehmen bzw. die Ansiedlung neuer Betriebe. Eine Unterstützung erfahren diese Vorhaben

bzw. die betroffenen Unternehmen durch die üblichen Instrumente der Investitionsförderung. (Siehe dazu Kapitel 4.3:

Standortmarketing.)

Strategisches Programm 2000+ 48

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.6 Strategie 2: Kooperation im Cluster

Analyse

• Die Cluster sind unterschiedlich stark vernetzt. In einigen Bereichen bestehen enge Verflechtungsbeziehungen, in

anderen nur rudimentäre Clusterstrukturen und regional unvernetzte Einzelunternehmen.

• Die Cluster sind unterschiedlich stark entwickelt. Teilweise sind sie in weitgehend vollständig ausgebildet,

teilweise fehlen wesentliche Elemente und Einflußmöglichkeiten.

• Der industrienahe Dienstleistungsbereich ist - insbesondere auch durch Probleme auf der Nachfrageseite (geringe

Innovationsdynamik, geringer Exportradius, kleinbetriebliche Wirtschaftsstruktur) - im internationalen Vergleich

unterdurchschnittlich entwickelt.

• Mit wenigen Ausnahmen bestehen keine überbetrieblichen Innovations- und F&E-Aktivitäten. Eine solche Ausnahme

stellt das Metallurgie-Forum Österreich (MFÖ) mit seinen Schwerpunkten in den Bereichen metallurgische

Verfahrensentwicklung, angewandte Werkstoffentwicklung sowie Mechatronik und Automation, desgleichen die

intensive Beteiligung der Großindustrie an internationalen F&E-Programmen dar.

• Die Kooperationsintensität innerhalb der Cluster ist teilweise zu schwach.

• Der Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert in Teilbereichen (z.B. in der Christian

Doppler Forschungsgesellschaft) sehr gut, ist aber insgesamt und insbesondere bei KMU zu gering.

Strategisches Programm 2000+ 49

Linz, Juni 1998


• Die Bedeutung zwischenbetrieblicher Kooperationen wird mit der Konzentration auf Kernkompetenzen (Reduktion der

Fertigungstiefe, Outsourcing) und der Wandlung von Zulieferern zu Systemlieferanten weiter zunehmen.

Strategisches Programm 2000+ 50

Linz, Juni 1998


t

4.1 Technologie 4.1.6 Strategie 2: Kooperation im Cluster

Maßnahmen *)

(11) Pilotschirmprojekte für ausgewählte Cluster

- Durchführung von Informations- und Kooperationsveranstaltungen zur Stimulierung von Innovations-

projekten

- Finanzielle Förderung solcher kooperativer Innovationsprojekte

(12) Weiche Clusterförderungen

- Informationsdienstleistungen (Projekte, Forschungs- und Förderungsprogramme, Partner)

- Beratungsdienstleistungen (Betriebsführung, Organisation, Controlling, Schutz- und Nutzungsrechte, Export)

- Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen

(13) KFZ-Kompetenzzentren Linz und Steyr

- Kompetenzzentrum für Karosserie und Module

- Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeug- und Getriebetechnologie

- Kompetenzzentrum für Dieseltechnologie

Strategisches Programm 2000+ 51

Linz, Juni 1998


*) Die angegebenen Zahlen bezeichnen die zu den einzelnen Maßnahmen vorliegenden Detailbeschreibungen im Abschnitt 4.1.8

Strategisches Programm 2000+ 52

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.7 Strategie 3: Technologietransfer

Grundlagen

Mit den bisher beschriebenen Strategien „Forschung und Entwicklung“ und „Kooperation im Cluster“ wurden die

strukturellen Voraussetzungen für Innovationsimpulse bei den Eckpunkten des Technologietransfers, zuerst bei den

Technologieanbietern, dann bei den Technologieanwendern, angesprochen. Die dritte Strategie bezieht sich auf den

eigentlichen Prozeß des Technologietransfers mit den Aspekten der Verbreitung neuer Technologien in Form von neuen

Produkten oder Produktionsverfahren (Diffusion) und der Aufnahme und Anwendung neuer Technologien in

bestehenden Organisations- und Produktionsstrukturen von Unternehmen (Absorption).

Die rasche Diffusion neuer Technologien und ihre effektive Absorption durch die Unternehmen sind entscheidende

Voraussetzungen für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit regionaler Wirtschafts-

systeme. Es gilt daher, den Technologietransferprozeß durch gezielte Maßnahmen zu erleichtern und zu beschleunigen.

Besondere Unterstützung verdienen dabei Unternehmen, in der Regel KMU, die erstmals eine Kooperation mit einer

universitären oder außeruniversitären F&E-Einrichtung eingehen oder einen Förderantrag im Rahmen europäischer oder

nationaler Förderprogramme vorbereiten. Mit einer speziellen Form der Direktförderung soll der Einstieg in den

Technologietransferprozeß für möglichst viele Unternehmen attraktiv gemacht werden.

Dieser Prozeß wird oft durch Informations- und Qualifikationsmängel gebremst, wodurch die angestrebten

Verbesserungen bei der Qualität der produzierten Güter und Leistungen sowie die erwarteten Produktivitätssteigerungen

sich verzögern oder ausbleiben. Die angeführten Mängel zeigen sich insbesondere bei KMU, denen es schwer fällt, das

Angebot, die Einsetzbarkeit und die Nutzeffekte neuer Technologien zu überblicken und ihre Unternehmensstrukturen

Strategisches Programm 2000+ 53

Linz, Juni 1998


entsprechend anzupassen. Die Vielfalt bestehender Institutionen und Maßnahmen zur Förderung des Technologie- und

Wissenstransfers kann diesen Überblick sogar erschweren.

Strategisches Programm 2000+ 54

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.7 Strategie 3: Technologietransfer

Für ein stark exportorientiertes Bundesland ist auch der internationale Technologie- und Wissenstransfer von großer

Bedeutung. Neben der seit dem Beitritt zur EU wesentlich erleichterten und daher stark gestiegenen Beteiligung an

europäischen Forschungsprojekten betrifft dies auch die Teilnahme von Wissenschaftlern und Studenten an

Mobilitätsprogrammen. Dabei steht üblicherweise die Entsendung von Österreichern ins Ausland im Mittelpunkt des

Interesses. In Ergänzung dazu öffnet die Tätigkeit ausländischer Wissenschaftler, Doktorats-Studenten und Post-Doc-

Kandidaten in zukunftsorientierten Technologiefeldern in Österreich den heimischen Unternehmen zusätzliches

Innovationspotential und in der Folge - nach der Rückkehr in die Heimatländer - wirtschaftliche Verbindungen, die später

für die Präsenz österreichischer Innovationen im betreffenden Land genutzt werden können.

Zur Stärkung des Technologietransfers tragen auch

• das Energie-Technologie-Programm und

• der Ausbau der Technologie- und Gründerzentren

bei. Neben den zugrundeliegenden energiepolitischen bzw. regionalpolitischen Zielen beinhalten beide Aktionen Elemente

der KMU-Förderung und der Jungunternehmerförderung und verknüpfen damit auch beschäftigungspolitische Ziele.

Zuletzt ist noch auf ein seit Jahren diskutiertes Defizit in den oö. Technologietransferstrukturen hinzuweisen: Es bestehen im

außeruniversitären F&E-Sektor eine Reihe von Einrichtungen, wie das Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen des

ÖFZS, die RISC Software GmbH in Hagenberg und die Profactor GmbH in Steyr, die jeweils in ihrem Bereich den

Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in der für die industrieorientierte Auftragsforschung geeigneten

Rechtsform der GmbH abwickeln. Eine landeseigene, landesweit agierende Forschungs- und Transfergesellschaft

existiert aber nicht.

Strategisches Programm 2000+ 55

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.7 Strategie 3: Technologietransfer

Die vor Jahren eingeleiteten Bemühungen, in Analogie zur JOANNEUM RESEARCH in der Steiermark oder zur Steinbeis-

Stiftung in Baden-Württemberg eine solche Gesellschaft in als gemeinnützige GmbH einzurichten, um den Wissens-

und Technologietransfer zwischen Universität, Hochschulen und Unternehmen auf ein tragfähiges rechtliches,

organisatorisches und finanzielles Fundament zu stellen und damit zu verbreitern, sollten nun wieder aufgenommen werden.

Mit einer flexibel anwendbaren Grundstruktur soll dabei der bestehenden Vielfalt von F&E-Einrichtungen in Rechnung

getragen werden.

Die Einrichtung einer landeseigenen Forschungs- und Transfergesellschaft stellt auch - wie die Erfahrungen zeigen - eine

Aufwertung von F&E im öffentlichen Bewußtsein dar. Sie erleichtert nicht nur die Auftragsforschung und den

Technologietransfer für die Universitäts- und Hochschul-Angehörigen in jenen Bereichen, wo die Teilrechtsfähigkeit gemäß

UOG diesen unzumutbare Haftungsverpflichtungen auferlegt, sie führt auch zur Entwicklung einer auf Interdisziplinarität

ausgerichteten Qualitätsmarke für oö. F&E-Aktivitäten, die in der Akquisition und Vermarktung von entscheidender

Bedeutung sein kann.

Für einen wirksamen Technologietransfer erscheinen damit folgende Zielsetzungen vorrangig:

• Erleichterung von Innovations-, Kooperations- und Absorptionsprozessen, insbesondere bei KMU

• Teilnahme am internationalen Technologie- und Wissenstransfer

• Ausbau der Technologietransfer-Einrichtungen (Technologie- und Gründerzentren, außeruniversitärer F&E-

Sektor)

Strategisches Programm 2000+ 56

Linz, Juni 1998


Mit Maßnahmen, die sich an diesen Zielen orientieren, soll die Verbreitung und Anwendung neuer Technologien

soweit erleichtert und beschleunigt werden, daß sich die oö. Unternehmen am globalen Innovationswettbewerb mit

Erfolg beteiligen können.

Strategisches Programm 2000+ 57

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.7 Strategie 3: Technologietransfer

Analyse

• Das bestehende Technologietransfer-System ist unübersichtlich und spricht KMU nicht ausreichend an.

• Die Aufnahmebereitschaft für neue Technologien ist infolge von Qualifikationsmängeln bei KMU zu gering.

• Die Tätigkeit ausländischer Wissenschaftler und Studenten in Österreich wird zumeist gegenüber der Entsendung

von Österreichern ins Ausland vernachlässigt, wodurch wertvolle Ressourcen und Einflußmöglichkeiten ungenützt

bleiben.

• Die Verbreitungsgeschwindigkeit neuer Technologien konnte durch den Ausbau des „Technologienetzwerkes

“ gesteigert werden, ist aber aufgrund von Kapazitätsengpässen im Technologiezentrums-Management noch

immer relativ gering.

• In der regionalen Verteilung der Technologie- und Gründerzentren sind Lücken erkennbar. Umgekehrt können bei

einem zu raschen Ausbau und mangelhafter Vorbereitung Fehlschläge nicht ausgeschlossen werden.

• Die Teilrechtsfähigkeit der Universitätsinstitute ist ein wichtiges, aber kein ausreichendes Instrument für den

Technologie- und Wissenstransfer in Industrie und Gewerbe, insbesondere wo Haftungs- und

Gewährleistungsverpflichtungen nicht mehr abgedeckt werden können.

Strategisches Programm 2000+ 58

Linz, Juni 1998


• Der außeruniversitäre F&E-Sektor wird von der Initiative von Einzelpersönlichkeiten getragen. Eine

zugrundeliegende Organisations- und Finanzierungsstruktur fehlt.

Strategisches Programm 2000+ 59

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.7 Strategie 3: Technologietransfer

Maßnahmen *)

(14) Projektförderungen für erstmalige Forschungskooperationen und -anträge

(15) Innovationsassistenten/-berater für KMU

(16) Stipendienprogramme für ausländische Wissenschaftler und Studenten

(17) Energie-Technologie-Programm Oberösterreich

(18) Ausbau der Technologie- und Gründerzentren

(19) Upper Austrian Research ( Forschungs- und Transfergesellschaft)

Strategisches Programm 2000+ 60

Linz, Juni 1998


*) Die angegebenen Zahlen bezeichnen die zu den einzelnen Maßnahmen vorliegenden Detailbeschreibungen im Abschnitt 4.1.8

Strategisches Programm 2000+ 61

Linz, Juni 1998


4.1 Technologie 4.1.8 Detailbeschreibungen der geplanten Maßnahmen

(1) Software Competence Center Hagenberg

(2) Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen (LKR)

(3) Werkstoff-Kompetenzzentrum Linz

(4) Technikum für metallurgische Verfahrensentwicklung

(5) Kompetenzzentrum für Chemie und Umwelt

(6) Kompetenzzentrum für Mechatronik und Automation

(7) Kompetenzzentrum für Industriemathematik

(8) Technology, Design & New Media Clearinghouse

(9) F&E-Schwerpunkt Medizin- und Integrationstechnik

(10) Zentrum für Logistik

(11) Pilotschirmprojekte für ausgewählte Cluster

(12) Weiche Clusterförderungen

(13) KFZ-Kompetenzzentren Linz und Steyr

(14) Projektförderungen für erstmalige Forschungskooperationen und -anträge

(15) Innovationsassistenten/-berater für KMU

(16) Stipendienprogramme für ausländische Wissenschaftler und Studenten

(17) Energie-Technologie-Programm Oberösterreich

(18) Ausbau der Technologie- und Gründerzentren

(19) Upper Austrian Research ( Forschungs- und Transfergesellschaft)

Strategisches Programm 2000+ 62

Linz, Juni 1998


Strategisches Programm 2000+ 63

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Software Competence Center Hagenberg

/1

Träger/Entwickler: RISC (Research Institute for Symbolic Computation), Hagenberg

Ziel: Verstärkung der kooperativen Forschung und des Technologietransfers zwischen den im Softwarepark Hagenberg eingerichteten

Instituten der Universität Linz (RISC, FAW, FLLL), weiteren Instituten der Universität Linz und den Hagenberger Fachhochschul-

Studiengängen (Software Engineering, Medientechnik und -design) einerseits und Industrie, Wirtschaft und Tourismus in

Oberösterreich andererseits

Inhalt:

Auf Initiative und unter Leitung des in Hagenberg angesiedelten Forschungsinstituts RISC ist in den letzten Jahren der „Softwarepark

Hagenberg“ entstanden, welcher im Augenblick bereits drei Universitätsinstitute (RISC - Research Institute for Symbolic Computation,

FAW - Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung, FLLL - Fuzzy Logic Laboratorium Linz), zwei

Fachhochschul-Studiengänge (Software Engineering, Medientechnik und -design) und 25 Softwarefirmen umfaßt. Der Softwarepark

Hagenberg bildet inzwischen ein Kompetenzzentrum mit regionaler und nationaler Bedeutung in Bezug auf den Wissenstransfer und die

Softwareentwicklung und internationaler Bedeutung in Bezug auf die angewandte und Grundlagenforschung.

Auf der Basis dieser Plattform soll unter Einbeziehung weiterer Universitätsinstitute (insbesondere Arbeitsgruppe „Software

Engineering“ des Instituts für Wirtschaftsinformatik und Institut für Industriemathematik) und weiterer Firmen aus dem In- und Ausland

ein Kompetenzzentrum im Rahmen des Technologiepolitischen Konzepts der Bundesregierung, das „Software Competence Center

Hagenberg“ eingerichtet werden. Mit diesem Kompetenzzentrum gemäß dem „Kplus-Konzept“ des BMWV soll in einem breiten

Spektrum von industriellen Softwareanwendungen die vorhandene Kompetenz signifikant erweitert werden, was vor allem auch zu einer

Welle weiterer Firmenansiedlungen und Firmengründungen im Softwarepark Hagenberg und in Oberösterreich führen soll.

Strategisches Programm 2000+ 64

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Leichtmetall-Kompetenzzentrum Ranshofen (LKR) /2

Träger/Entwickler: Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf (ÖFZS)

Ziel: • Ausweitung der F&E-Kapazitäten für die Entwicklung neuer Werkstoffe und ihrer Produktionstechniken und Verstärkung des

Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

• Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Leichtmetallhersteller und -weiterverarbeiter und Schaffung neuer hochwertiger Arbeitsplätze,

vor allem in KMU

• Ökologische Vorteile durch Leichtbau

Inhalt:

Das LKR ging 1994 aus der strategischen F&E-Abteilung der AMAG hervor und ist seither dem ÖFZS angegliedert. Als anwendungsorientierter

F&E-Partner unterstützt das LKR Großunternehmen und KMU in der Entwicklung von Produkten und Produktionstechnologien. Das LKR arbeitet

intensiv mit Universitäten (insbesondere TU Wien) zusammen und erwirtschaftet 50% seiner Erlöse im Ausland, u.a. im Rahmen von europäischen

Forschungsprogrammen. Besonders vorteilhaft ist die Zusammenarbeit mit den Aluminium-Verarbeitern am Standort Ranshofen, der Zugang zu

den Produktionsanlagen und zum entsprechenden Expertenwissen.

Im Zuge des Ausbaues der österreichischen Kompetenzzentren für Hochleistungswerkstoffe sollen im LKR weitere Personalkapazitäten und

Versuchseinrichtungen für anwendungsorientierte F&E-Programme auf den Gebieten

- Squeeze Casting

- Metallmatrix-Verbundwerkstoffe

- Schaumaluminium für den Leichtbau und

- neue Anwendungen für Leichtmetalle (Aluminium, Magnesium)

- Modellierung und Simulation

- Recycling

- Energiebilanzen

- Kostenvergleiche

Strategisches Programm 2000+ 65

Linz, Juni 1998


geschaffen werden. Diese personellen Kapazitäten und anlagentechnischen Einrichtungen bilden die Voraussetzungen für Produktentwicklungen

und -verfahren in Zusammenarbeit mit der Industrie, die in der Folge Grundlage für entsprechende Anlageninvestitionen und

Produktionsausweitungen bei den Kooperationspartnern sein werden.

Strategisches Ziel ist die Erschließung von Marktanteilen durch die Leichtmetallindustrie in den Sparten Bauwesen, Fahrzeug-/Flugzeugbau,

Sportgeräte, Spezialmaschinenbau etc. Das Vorhaben bezweckt auch eine signifikante Ausweitung des F&E-Potentials in Ranshofen zur Sicherung

des Industriestandortes und der Wettbewerbsfähigkeit des Aluminiumsegments im Stahl-, Aluminium-, Metallprodukte-Cluster. Für den Ausbau

des LKR wurde ein Antrag in der Pilotphase des „Kplus-Konzeptes“ des BMWV gestellt.

Bezeichnung: Werkstoff-Kompetenzzentrum Linz /3

Träger/Entwickler: VOEST-ALPINE STAHL LINZ (VASL) im Rahmen des Metallurgie-Forum Österreich (MFÖ),

Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf (ÖFZS)

Ziel: Verstärkung der kooperativen Forschung und des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auf den Gebieten Werkstoff-

entwicklung und -charakterisierung

Inhalt:

Das Metallurgie-Forum Österreich (MFÖ) als Vereinigung der metallurgischen und metallurgienahen Industrie hat sich zur Aufgabe gesetzt,

Kompetenzzentren für technologische Entwicklungen zu gründen, um durch derartige Spitzenleistungen die Marktposition, insbesondere auch im

Ausland, auszubauen. Im Werkstoff-Kompetenzzentrum des MFÖ sind die Aktivitäten auf dem Gebiet der anwendungsorientierten

Werkstoffentwicklung der Mitgliedsfirmen VASL, VASD, Böhler-Uddeholm, AMAG, MIBA, TIAG und Veitsch-Radex vertreten, wobei eine enge

Vernetzung mit den universitären und außeruniversitären Werkstoff-Zentren angestrebt wird. Hauptpartner auf dem Gebiet der

anwendungsorientierten Grundlagenforschung ist das Werkstoff-Kompetenzzentrum Leoben, in welchem auch die Werkstoffkompetenz der TU

Graz integriert ist.

Daneben beabsichtigt das ÖFZS, im Zuge der geplanten Standortgründung in Linz hier seine Expertise auf den Gebieten Werkstoffentwicklung,

Werkstoffberatung und Fügetechnologien der Werkstoffverbunde und die einschlägige Auftragstätigkeit für die Wirtschaft auszubauen. In der

Strategisches Programm 2000+ 66

Linz, Juni 1998


Startphase ist eine Verlagerung der Themen Fügetechnologien und zugehörige Charakterisierungstechniken mit der vorhandenen Personal- und

Geräteausstattung von Seibersdorf nach Linz geplant; in der Folge werden die Themen Oberflächencharakterisierung und Interfaceanalyse durch

geeignete Investitionen und Personalaufnahmen am neuen Standort ergänzt. In diese Zusammenarbeit wird auch die Universität Linz mit neuen

Aktivitäten in den Bereichen Physik und Chemie eingebunden. Dazu zählen auch verstärkt Anwendungen der Mikrotechnologien.

Durch die Zusammenarbeit der genannten Firmen und Forschungsinstitute entstehen starke Impulse zwischen Forschung, Entwicklung und

Anwendung, die sowohl der Großindustrie als auch KMU zugute kommen werden.

Die geplante Kompetenz wird in den wichtigsten Industriebereichen (Cluster) benötigt, wobei Technologien behandelt werden, die in naher Zukunft

auch in der KFZ-Produktion und in der Mikroelektronik eine wichtige Rolle spielen werden. Mit dieser Schwerpunktsetzung entstehen direkte

Verflechtungen zu den KFZ-Kompetenzzentren und zum Kompetenzzentrum für Mechatronik und Automation.

Bezeichnung: Technikum für metallurgische Verfahrensentwicklung /4

Träger/Entwickler: VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau (VAI) im Rahmen des Metallurgie-Forum Österreich (MFÖ)

Ziel: Verstärkung der kooperativen Forschung und des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Gebiet der

metallurgischen Verfahrens- und Anlagentechnik

Inhalt:

Das Metallurgie-Forum Österreich (MFÖ) als Vereinigung der metallurgischen und metallurgienahen Industrie hat sich zur Aufgabe gesetzt,

Kompetenzzentren für technologische Entwicklungen zu gründen, um durch derartige Spitzenleistungen die Marktposition, insbesondere auch im

Ausland, auszubauen. Die damit verbundenen Aufwendungen erzielen durch den hohen Exportanteil und Beschäftigungseffekt in Österreich eine

starke volkswirtschaftliche Multiplikatorwirkung. Eines der geplanten Kompetenzzentren ist als Technikum für metallurgische

Verfahrensentwicklung im VOEST-ALPINE Werksgelände in Linz konzipiert. Betreiber ist VAI oder eine Trägerorganisation, an der sich MFÖ-

Partnerunternehmen im Verhältnis ihres Interesses beteiligen.

Strategisches Programm 2000+ 67

Linz, Juni 1998


Im Technikum werden Ergebnisse der industriellen Grundlagenforschung (Prozeß- und Anlagenparameter) ausgetestet. Arbeitsschwerpunkte sind:

- Weiterentwicklung und Optimierung des Verhaltens von stückigen Einsätzen im Reduktionsschacht

- Weiterentwicklung und Optimierung des Verhaltens von feinkörnigen Einsätzen in Wirbelschichten für Reduktionsprozesse

- Verhalten von Stoffsystemen in einem kombinierten Schmelz-, Frisch- und Feinungsaggregat für die Stahlerzeugung

Die Arbeiten im Technikum zielen auf die verfahrenstechnische Entwicklung bzw. Optimierung der Direktreduktion von Eisenerzen für den

COREX-, FINEX- und FINMET-Prozeß sowie die Entwicklung der Verfahrens- und Anlagentechnik für ein kontinuierliches

Stahlerzeugungsverfahren der VAI.

Kooperationspartner beim Betrieb des Technikums sind Partnerunternehmen des MFÖ (VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau, VOEST-ALPINE

STAHL, Böhler-Uddeholm, Veitsch-Radex), die Montanuniversität Leoben, die Universität Linz und die Technischen Universitäten in Wien und

Graz im Rahmen von Christian-Doppler-Laboratorien oder Forschungsaufträgen sowie Zulieferunternehmen (auch KMU) aus Österreich,

insbesondere auch aus Oberösterreich.

An Investitionskosten werden Aufwendungen für die Adaptierung eines bestehenden oder Errichtung eines neuen Technikumgebäudes

einschließlich der erforderlichen Medienanschlüsse für den Technikumbetrieb und die Überstellung und Neuanordnung bestehender

Technikumanlagen anfallen. Dazu kommt die Errichtung neuer Technikumanlagen entsprechend den Programmerfordernissen.

Bezeichnung: Kompetenzzentrum für Chemie und Umwelt /5

Träger/Entwickler: TMG gemeinsam mit Instituten des Fachbereiches Chemie der Universität Linz (Institut für Chemie, Institut für Chemische Technologie

Anorganischer Stoffe, Institut für Chemische Technologie Organischer Stoffe, Institut für Verfahrenstechnik) und einschlägigen

Unternehmen

Ziel: • Verstärkung der kooperativen Forschung und des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

• Erforschung und Entwicklung neuer Wege zur Herstellung bzw. Verbesserung von Produkten und Verfahren in den Bereichen Chemie-, Pharma-,

Lebensmittel-, Zellstoff- und Papierindustrie, Biotechnologie, Kunststoffindustrie und Umwelttechnik

Strategisches Programm 2000+ 68

Linz, Juni 1998


Inhalt:

Die Chemische Industrie hat auch künftig große Bedeutung für den Wirtschaftsraum Oberösterreich. Langfristig ist die Sicherung der Arbeitsplätze in diesem

Bereich aber nur dann möglich, wenn die Aktivitäten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung ausgeweitet werden und die universitäre Forschung stärker

eingebunden wird.

Im Rahmen des Kompetenzzentrums können von den Chemieinstituten der Universität Linz folgende Leistungen angeboten werden:

• Entwicklung neuer Analyseverfahren für die industrielle Qualitätskontrolle

• Organische Spurenanalytik und Strukturauflösung von Verbindungen

• Charakterisierung von Abbauprodukten pharmazeutischer Werkstoffe, Pulver- und Materialcharakterisierung

• Entwicklung neuer Produkte und Verfahren

• Entwicklung großflächiger Plastiksolarzellen, Solartechnik

• Entwicklung von Viskosemeßgeräten zur Untersuchung des Einflusses von Temperatur, Druck und Scherung

• Beschreibung der Strukturentwicklung, des molekularen Aufbaus und Fließverhaltens von Polymeren und makromolekularen Naturstoffen

• Entwicklung von Hochleistungskeramiken und Hochtemperatursupraleitern

• Technische Elektrochemie, Lösungsmitteleinflüsse, Rekationen in überkritischen Lösungsmitteln

• Neue Verfahren für die Zellstoffgewinnung

• Flammfeste Ausrüstung von Kunststoffen

• Membrantrenntechnik, Abwasser- und Abluftreinigung

Die bedarfsorientierte Festlegung der F&E-Schwerpunkte, die Auswahl der beteiligten Unternehmen, die Ausarbeitung des rechtlichen und organisatorischen

Rahmens und der wirtschaftlichen Kenngrößen des Kompetenzzentrums wurden eingeleitet. Die Planung von Umsetzungsaktivitäten einschließlich der

Ausarbeitung von Förderungsanträgen wird nach Vorliegen entsprechender Zwischenergebnisse erfolgen. Langfristiges Ziel ist der Aufbau institutionalisierter

Kooperationsstrukturen, bei denen aus dem Zusammenwirken von Grundlagen- und anwendungsorientierter F&E neue Impulse für die Industrie entstehen.

Bezeichnung: Kompetenzzentrum für Mechatronik und Automation /6

Träger/Entwickler: VOEST-ALPINE STAHL LINZ (VASL), VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau (VAI), AMAG sowie weitere Partner des Metallurgie-Forum

Österreich (MFÖ) in Zusammenarbeit mit TMG

Ziel: Verstärkung der kooperativen Forschung und des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Gebiet der Mechatronik und Automation

Strategisches Programm 2000+ 69

Linz, Juni 1998


Inhalt:

Die Mechatronik und Automation nimmt eine Schlüsselfunktion in der Entwicklung des Industrie- und Wirtschaftsstandortes ein. Die Zusammenarbeit oö. Unternehmen

inkl. KMU als Anbieter und Anwender von Mechatronik- und Automationsleistungen mit der Universität Linz, den Christian-Doppler-Laboratorien, dem Fachhochschulsektor

und außeruniversitären F&E-Einrichtungen soll daher auf mehreren Schienen – aufeinander abgestimmt – ausgeweitet werden.

Das Metallurgie-Forum Österreich (MFÖ) als Vereinigung der metallurgischen und metallurgienahen Industrie hat sich zur Aufgabe gesetzt, Kompetenzzentren für

technologische Entwicklungen zu gründen, um durch technologische Spitzenleistungen die Marktposition auszubauen. Das geplante Kompetenzzentrum für Mechatronik und

Automation vereinigt die einschlägigen Kompetenzen der Industrie, der Universität Linz und des – im Ausbau befindlichen – Mechatronik-Clusters der Christian-Doppler-

Forschungsgesellschaft. Als Leitgesellschaft des Mechatronik-Clusters wird durch Bündelung der Mechatronik-Aktivitäten von VASL, VAI, AMAG und weiteren MFÖ-

Unternehmen die VOEST-ALPINE Mechatronics GmbH gegründet. Diese wird ihre technischen Einrichtungen am VOEST-ALPINE-Werksgelände ausbauen. Dazu gehören

entsprechende geräte- und computertechnische Ausstattungen und die für Entwicklung, Vormontage und Erprobung industrieller Anlagen (Simulation, in-line Meßtechnik,

Prüfrobotik, Automationssysteme) benötigten Arbeitsbereiche („staging center“). Das so entstehende industrielle Kompetenzzentrum wird beim BMwA einen Antrag gemäß

dem Kind-Konzept stellen. Die VOEST-ALPINE Mechatronics wird – verstärkt durch eine Beteiligung der TMG – auch eine KMU-Sparte einrichten und sieht sich als

Problemlöser, welcher die dem jeweiligen Bedarf entsprechenden Expertisen organisiert.

Ergänzend dazu soll in der geplanten Upper Austrian Research (siehe Maßnahme 19) mit industriellen Partnern auch aus anderen Branchen ein Kompetenzzentrum nach dem

Kplus-Konzept des BMWV mit den Funktionen Vorfeldforschung, Prototypenentwicklung, Pilotprojekte und Technologieberatung eingerichtet und dem wirtschaftlichen Bedarf

entsprechend ausgebaut werden; Zielsetzung dieser gemeinnützig geführten Einrichtung ist insbesondere der Wissens- und Technologietransfer vom Mechatronik-Schwerpunkt

der Universität Linz in die Wirtschaft auf möglichst breiter Basis, einschließlich des zur Verbreiterung der personellen Kompetenz beitragenden Technologietransfers über

Köpfe, mit besonderer Ausrichtung auf die Bedürfnisse der KMU, sowie die Stimulierung von Unternehmensgründungen. Daneben plant das Österreichische

Forschungszentrum Seibersdorf (ÖFZS) die Auslagerung von Aktivitäten auf dem Gebiet der Bildverarbeitung nach Linz, um den KMU-Markt in besser bedienen zu

können.

Im Sinne einer abgestimmten Investitionspolitik wird die VOEST-ALPINE Mechatronics ihre technischen Einrichtungen auf entgeltlicher Basis wissenschaftlichen

Einrichtungen zur Mitbenutzung anbieten, wie z.B.: - Mechatronik-Instituten der Universität Linz (einige davon sind seit Jahren im VOEST-ALPINE-Werksgelände angesiedelt)

- Mechatronik Christian-Doppler-Laboratorien

- dem Fachhochschul-Studiengang „Automatisierte Anlagen- und Prozeßtechnik“ in Wels

- Mechatronik-Arbeitsgruppen der Upper Austrian Research (in Planung, ohne eigene vergleichbare Einrichtungen)

Durch diese Zusammenarbeit entstehen besondere Impulse zwischen Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung, die sowohl der Großindustrie als

auch KMU zugute kommen. Die Grundsätze der Zusammenarbeit (Ressourcennutzung, Durchführung kooperativer F&E-Projekte, gemeinsame Aus- und

Weiterbildungsveranstaltungen) sowie die Marktbearbeitung werden zwischen den Beteiligten vertraglich geregelt. Die vereinigte Kompetenz wird in allen wichtigen

Industriesparten (Cluster) benötigt.

Bezeichnung: Kompetenzzentrum für Industriemathematik /7

Träger/Entwickler: Institut für Industriemathematik der Universität Linz, Institut für Ökonomie, Operations Research und Systemtheorie der

Technischen Universität Wien, Verein zur Förderung des Technologietransfers auf dem Gebiet der Industrie- und

Strategisches Programm 2000+ 70

Linz, Juni 1998


Wirtschaftsmathematik sowie MathConsult GmbH

Ziel: Verbesserung des Technologietransfers auf dem Gebiet der mathematischen Modellierung und Optimierung, der Computersimulation

industrieller

Prozesse und der Angewandten Statistik

Inhalt:

Mathematische Modellierung führt durch den teilweisen Ersatz von Experimenten durch Computersimulation zu einer Verkürzung von Entwicklungszeiten, zu

einer Kostenreduktion und insbesondere zur Möglichkeit der Optimierung von Prozessen und Systemen in der Phase der Auslegung. Das Institut für

Industriemathematik der Universität Linz hat sich in den letzten Jahren zu einem international beachteten Kompetenzzentrum auf diesem Gebiet entwickelt und

zahlreiche Kooperationen mit Industrie und mittelständischen Unternehmen insbesondere in , aber auch mit AVL Graz und ausländischen Unternehmen

durchgeführt, teils über das am Institut angesiedelte CD-Labor für Mathematische Modellierung und Numerische Simulation, das plangemäß mit Juni 1999

auslaufen wird. Das Institut ist eng in das internationale Forschungs- und Ausbildungsnetzwerk des European Consortium for Mathematics in Industry

eingebunden. Die Möglichkeiten des Technologietransfers wurden durch die Gründung der MathConsult GmbH, die von Bund, Land und Stadt Linz

gefördert wird, verstärkt. Die fachliche Ausweitung erfahren diese Aktivitäten auf dem Gebiet der Angewandten Statistik durch die Zusammenarbeit mit dem

Institut für Ökonometrie, Operations Research und Systemtheorie der TU Wien bei Anwendungen wie Prozeßsteuerung, Prognose und Monitoring im Rahmen

der betrieblichen Logistik, im Umweltbereich (Environmetrics) und im Qualitätsmanagement.

Das Kompetenzzentrum soll entsprechend die beiden Schwerpunkte Numerische Simulation und Angewandte Statistik vereinen; es soll die Ergebnisse der

Grundlagenforschung des Instituts für Industriemathematik, des Instituts für Ökonometrie, Operations Research und Systemtheorie und weiterer Institute der

Universität Linz und der TU Wien in objektorientierte Softwareprototypen für Problemklassen (etwa für Optimierungsprobleme in bestimmten

Anwendungsfeldern, optimale Designprobleme und inverse Probleme) umsetzen, die dann in konkreten Entwicklungsprojekten für einzelne Firmen als

Ausgangsbasis verwendbar sind, und so diese Projekte kostengünstiger und damit auch für KMU realisierbar machen.

Das Kompetenzzentrum soll in räumlicher Nähe zur Universität Linz eingerichtet und primär auf Anwendungen in der oö. Industrie und mittelständischen

Wirtschaft ausgerichtet werden. Als Beispiel für den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wird es auch im Bericht der

Technologiebeauftragten der Bundesregierung „Forschung und Wettbewerb“ ausdrücklich genannt.

Die Rolle der mathematischen Modellierung und der Angewandten Statistik als Querschnittkompetenz sollte auch für andere Kompetenzzentren nutzbringend

einsetzbar sein, u.a. für die Werkstoff-Kompetenzzentren und die KFZ-Kompetenzzentren, wie bestehende Kooperationen mit VASL, VAI und AVL zeigen.

Eine Verbindung ist auch zum Software Competence Center Hagenberg (Maßnahme 1) geplant.

Strategisches Programm 2000+ 71

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Technology, Design & New Media Clearinghouse /8

Träger/Entwickler: Forschungsinstitut ARCHIMEDIA und Meisterklasse Industrial Design, beides Einrichtungen der Hochschule für künstlerische

und industrielle Gestaltung in Linz, gemeinsam mit dem Ars Electronica Center (AEC)

Ziel: Verstärkung des Design-Bewußtseins und der Design-Kompetenz in Industrie und Gewerbe und im Dienstleistungssektor

Inhalt:

Design wird neben dem technischen Niveau und den ökonomischen Faktoren zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil bei der Entwicklung von

Produkten und der Darstellung von Information. Ein Design-Bewußtsein, das neue Impulse für die Produkt- und Informationsgestaltung setzt und

technische Innovation erlebbar macht, wird damit zum Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg.

Die Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz vereinigt in ihren Ausbildungsschwerpunkten „Industrial Design“ und „Media

Design“ sowohl gestalterische als auch wirtschaftliche, technologische und gesellschaftswissenschaftliche Kompetenz, die sie in einem aktiven

Technologie- und Wissenstransfer zur Weiterentwicklung von Design-Anwendungen und -Methoden in der Praxis und zur Festigung einer Design-

Gesinnung in der Symbiose künstlerischer und technologischer Expertise einbringen kann. Das Ars Electronica Center (AEC) beabsichtigt die

Ausweitung seiner wirtschaftsorientierten Aktivitäten mit dem Aufbau eines Virtual Reality Center (VRC), das im Rahmen einer internationalen

Zusammenarbeit die Entwicklung von VR-Software und die Durchführung von Pilotprojekten für industrielle Anwender übernimmt. In Ergänzung

zu diesen Aktivitäten wird ein „Clearinghouse“ eingerichtet, welches als offenes Kooperations- und Kommunikationsforum die an funktionalem

und ästhetischem Design Interessierten (Designer und ihre Klienten, Lehrende und Studierende, Design- und Wirtschaftsverbände) in ihrem Wirken

unterstützt und gleichzeitig das sozio-kulturelle Umfeld von Technologie, Design und neuen Medien aufbereitet. In die Zusammenarbeit werden

auch der FH-Studiengang „Medientechnik und -design“ und die anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im Softwarepark Hagenberg sowie die

WIFI-Betriebsberatung und das BFI/BBRZ mit ihren Design-Schwerpunkten und andere eingebunden.

Das „Technology, Design & New Media Clearinghouse“ wird folgende Funktionen umfassen:

- Design- und Technologieberatung und einschlägige Weiterbildung

- Design-Informationssystem (als online-Dienst)

- Design-Technologie-Forum und andere regelmäßige internationale Veranstaltungen

- Vergabe eines oö. Designpreises

- Innovative Pilotprojekte (als Vorlauf zur Produktentwicklung)

Strategisches Programm 2000+ 72

Linz, Juni 1998


Das „Clearinghouse“ wird sich in zunehmendem Grad aus Drittmitteln finanzieren. Die Strategieberatung und Erfolgskontrolle wird von einem

Beirat (Steering Committee) wahrgenommen, in dem die Kunsthochschule vertreten ist. Eine enge Abstimmung wird mit dem Postgraduate-

Studium und Weiterbildungsangebot für „Design.Communication.Engineering“ (siehe Kap. 4.2) erfolgen.

Bezeichnung: F&E-Schwerpunkt Medizin- und Integrationstechnik /9

Träger/Entwickler: TMG in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Forschungszentrum Seibersdorf (ÖFZS)

Ziel: • Verbesserung der Situation behinderter Personen in Österreich

• Erhöhung der Effizienz von Diagnose und Therapie

• Entwicklung von Produkten für einen wachsenden Markt und Stimulierung von einschlägigen Unternehmen, insbesondere KMU

Inhalt:

besitzt eine Reihe von renommierten Einrichtungen zur Bildung und Rehabilitation von Behinderten, die durchwegs mit modernsten

technischen Hilfsmitteln ausgestattet sind, wie z.B.:

- Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum Linz (BBRZ)

- Evangelisches Diakoniewerk Gallneukirchen

- Institut Hartheim

- Zentrum Spattstraße in Linz

- Institut und Landeslehranstalt für Hör- und Sehbildung, Linz

Darüber hinaus widmen sich Therapeuten und Ärzte an oö. Krankenhäusern und Wissenschaftler der Universität Linz, insbesondere im Informatik-

Bereich, dem Thema „Integrationstechnik“.

Im Hinblick auf die soziale Dimension verbunden mit der wirtschaftlichen Bedeutung der intelligenten technischen Hilfen für Behinderte soll das

Strategisches Programm 2000+ 73

Linz, Juni 1998


auf diesem Gebiet vorhandene F&E-Potential zum Vorteil der Behinderten, aber auch als Impuls zur Entwicklung von Produkten (technischen

Hilfsmitteln) in Zusammenarbeit mit Herstellungs- und Vertriebspartnern ausgeweitet werden. Eine Einbeziehung weiterer medizintechnischer

Fachgebiete ist später geplant.

Der Aufbau einer Arbeitsgruppe für Integrationstechnik in Linz erfolgt durch das ÖFZS, das eine korrespondierende Installation (Schwerpunkt:

Alltagshilfen) in Wr. Neustadt plant. Ein Startprojekt mit dem Schwerpunkt in der Diagnose und Therapie von Teilleistungsschwächen, der

Neurorehabilitation und der Entwicklung von Lernhilfen wird gemeinsam mit dem Evangelischen Diakoniewerk Gallneukirchen durchgeführt. Es

leitet den schrittweisen Kapazitäts- und Kompetenzaufbau am Standort Linz ein. Ein Arbeitsschwerpunkt wird in der Anwendung der Informations-

und Kommunikationstechnologie liegen.

Bezeichnung: Zentrum für Logistik /10

Träger/Entwickler: TMG und Verein zur Förderung der Logistik in in Kooperation mit Institut für Logistik GmbH, Linz

Ziel: • Schaffung von Wettbewerbsvorteilen für die Region durch Technologie- und Wissenstransfer an Logistikanwender, Logistikdienstleister und

Güterverkehrszentren

• Festigung des Wirtschaftsstandortes mit seiner Vielzahl international tätiger Produktions- und Distributionsbetriebe

Inhalt:

Durch steigenden Wettbewerb, Kostendruck und immer höhere Anforderungen an den Servicegrad von Unternehmen erlangen inner- und außerbetriebliche

Logistik-Systeme und -Konzepte eine Schlüsselrolle in modernen Produktions- und Distributionsprozessen. Die gesamte organisatorische Leistungsfähigkeit

wird zum Gradmesser. Als Querschnittstechnologie betrifft die Logistik nahezu alle Branchen und Unternehmen. Daneben geht es um die Lösung der

Logistikprobleme einer Stadt oder einer Region.

Durch die telematische Anbindung von Kunden und Lieferanten (z.B. via Electronic Commerce oder Satelliten-Navigation) und die Automatisierung der

Produktionsprozesse entstehen immer wieder neue Lösungsmöglichkeiten. Die Beherrschung der neuen organisatorischen und technologischen Entwicklungen in

der Logistik und ihre konsequente Anwendung soll durch ein „Zentrum für Logistik“ unterstützt werden. Dieses soll in einer noch festzulegenden rechtlichen,

organisatorischen und örtlichen Struktur folgende Aufgaben auf dem Gebiet der Logistik in Kooperation mit Unternehmen und außeruniversitären und

Strategisches Programm 2000+ 74

Linz, Juni 1998


universitären Forschungseinrichtungen übernehmen:

• Forschung und Entwicklung

• Pilot- und Demonstrationsprojekte inkl. Betriebsansiedlungskonzepte

• Beratungsleistungen für Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Institutionen

• Aus- und Weiterbildung inkl. der Entwicklung neuer Qualifizierungsangebote

Ein wichtiger Partner bei der Errichtung des „Zentrums für Logistik“ wird die Institut für Logistik GmbH sein. Diese ist neben ihrer F&E-Tätigkeit, den

Beratungs- und Serviceleistungen und der beruflichen Weiterbildungsfunktion auch mit der Geschäftsführung des Vereins zur Förderung der Logistik in

betraut. Mit dem jährlichen, international besuchten Linzer Logistik-Tag leistet sie einen wichtigen regional- und technologiepolitischen Beitrag. Weitere Partner

beim Aufbau des Logistik-Zentrums werden die Logistik-Unternehmen der Region sowie einschlägige Institute der Universität Linz und Fachhochschul-

Studiengänge in sowie die Profactor in Steyr sein. Beim Aufbau der F&E- und Transferstrukturen wird auch die Kooperation mit ausländischen Logistik-

Instituten gesucht.

Eine Verstärkung könnte die vorliegende Initiative durch Einrichtung neuer Logistik-Ausbildungsangebote an der Universität Linz, im FH-Sektor und im HTL-

Bereich erfahren.

Bezeichnung: Pilotschirmprojekte für ausgewählte Cluster /11

Träger/Einheit: TMG in Zusammenarbeit mit Wirtschaftskammer (WIFI-Betriebsberatung) und Vereinigung der Österreichischen Industrie

Ziel: • Verstärkte Kooperationen zur Vertiefung der Clusterstrukturen

• Reduktion des Innovations- und Kooperationsrisikos

Inhalt:

Pilotschirmprojekte haben nach den ausgezeichneten Erfahrungen beim Automobil-Cluster Steiermark (ACStyria) an Bedeutung gewonnen. Ein solches

Förderprogramm besteht aus zwei Modulen:

- Durchführung von Informations- und Kooperationsveranstaltungen zur Stimulierung von Innovationsprojekten

- Finanzielle Förderung solcher kooperativer Innovationsprojekte

Die vorliegende Maßnahme richtet sich an ausgewählte oö. Cluster; die Auswahl erfolgt in Abstimmung mit der Wirtschaftskammer und der Vereinigung der

Österreichischen Industrie primär nach dem bereits vorhandenen Kooperationsbewußtsein und den Chancen, kurzfristig Wettbewerbsvorteile durch

Kooperation zu erzielen. Diese Voraussetzungen scheinen in bei folgenden Clustern am besten gegeben:

Strategisches Programm 2000+ 75

Linz, Juni 1998


• Fahrzeuge, Motoren, Komponenten (Automobil-Cluster)

• Kunststoffprodukte (Kunststoff-Cluster)

• Möbel, Fenster, Türen (Holz-Cluster)

Das Vorhaben wird von der TMG - mit Unterstützung durch externe Berater und Einbeziehung von in anderen Bundesländern gemachten Erfahrungen -

organisiert und geleitet. Dies beinhaltet die Organisation von Veranstaltungen, bei denen Unternehmen des jeweiligen Clusters mit F&E-Einrichtungen und

Förderstellen Gemeinschaftsprojekte ausarbeiten. Anschließend sollen diese Projekte im Rahmen eines 3-Phasen-Schemas wie folgt gefördert werden:

• Erste Entwicklungsarbeiten, Machbarkeits- und Marketingstudien und die Erstellung von Pflichtenheften für die nachfolgenden Schritte des

Innovationsvorhabens werden großzügig gefördert (Dauer der Phase 1: einige Monate).

• Die Erstellung nicht marktreifer Prototypen und Labormuster wird unter Ausnutzung bestehender Förderinstrumente (insbes. FFF) substantiell gefördert,

wobei für KMU eine höhere Förderquote vorgesehen ist (Dauer der Phase 2: einige Jahre).

• Die Weiterentwicklung der Prototypen zur Marktreife und die nachfolgende Markteinführung wird durch Beratungsleistungen (siehe Maßnahme 12: Weiche

Clusterförderungen) in den Bereichen Produktionsmanagement, Produktdesign, Marketingkonzeption, Exportförderung und Exportkooperation etc. unterstützt.

Die finanzielle Förderung dieser Phase bleibt Banken und Kapitalbeteiligungsgesellschaften (Venture Capital Fonds) vorbehalten.

Das Förderprogramm „Pilotschirmprojekte“ richtet sich primär an oö. Unternehmen (Großbetriebe und KMU) und dient insbesondere der verstärkten

Zusammenarbeit mit F&E-Stellen an und außerhalb der Universitäten und Hochschulen. Die Dotierung dieses Programmes beinhaltet die Förderungen für die

Phasen 1 und 2 sowie die Kosten des in der TMG einzurichtenden Projektmanagements. In der Startphase sollen die drei angeführten Cluster gefördert werden,

weitere folgen später (siehe auch Maßnahme 13: KFZ-Kompetenzzentren Linz und Steyr).

Bezeichnung: Weiche Clusterförderungen /12

Träger/Einheit: Wirtschaftskammer (WIFI-Betriebsberatung) und CATT in Zusammenarbeit mit TMG

Ziel: • Verstärkung der Innovationskraft von Clustern

• Einbindung der Unternehmen in nationale und internationale Kooperationsnetze

Inhalt:

Die „weichen“ , d.h. nicht finanziellen, Clusterförderungen beinhalten:

• Informationsdienstleistungen zum Aufbau von Kooperationsbeziehungen, insbesondere über geförderte Kooperationsprojekte auf regionaler,

Strategisches Programm 2000+ 76

Linz, Juni 1998


nationaler oder internationaler Ebene, weiters die Entgegennahme von Kooperationswünschen der Unternehmen sowie die Bereitstellung von

Informationen über mögliche Kooperationspartner

• Beratungsdienstleistungen zu strategischen und technologischen Fragen der Betriebsführung, zu organisatorischen, finanziellen und rechtlichen

Fragen von Kooperationen und Förderungen inkl. der Abfassung von Kooperationsverträgen, zu Schutz- und Nutzungsrechtsangelegenheiten

(Patentberatung) und zu Fragen der Exportförderung und Exportkooperationen

• Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen in den angeführten Themenbereichen

Derartige Dienstleistungen werden bereits heute vom WIFI und vom CATT angeboten. Ziel ist, dieses Angebot stärker auf die Kooperation

innerhalb von bestehenden und entstehenden Clustern - unter Einbeziehung von F&E-Einrichtungen und sonstigen produktionsnahen Dienstleistern

- auszurichten und hinsichtlich der internationalen Kooperationen auszuweiten (Konzept „Technologietransfer neu“ des WIFI und

INNOVATION Relay Centre des CATT Linz). Die angeführten Dienstleistungen werden in enger Abstimmung mit den einschlägigen Förderungs-,

Beratungs-, Schulungs- und Transfereinrichtungen erbracht. (Siehe auch die Maßnahme 6: Finanzierungs- und Förderungsberatung im Abschnitt

4.3.9.)

Das Dienstleistungsangebot richtet sich insbesondere an KMU, da diese Unternehmensgruppe die größten Probleme mit der externen

Informationsbeschaffung hat. Es soll möglichst kostengünstig zur Verfügung gestellt werden, wobei für KMU eine deutliche Ausweitung des

Fördervolumens vorgesehen ist. Die damit befaßten Betriebsberater werden in die Grundsätze der Clusterförderung eingeführt und ständig über

clusterorientierte Förderprogramme (siehe z.B. die Maßnahmen 11: Pilotschirmprojekte und 13: KFZ-Kompetenzzentren Linz und Steyr)

informiert.

In der Patentberatung werden auch Einzelerfinder bei Fragen der Patentanmeldung und -verwertung unterstützt. Eine finanzielle Förderung zur

teilweisen Abdeckung von Gebühren und Aufwendungen der Patentanmeldung ist nicht vorgesehen. Hinsichtlich der eigentlichen Verwertung von

Patenten, Erfindungen und F&E-Ergebnissen wird auf die Patentverwertungsagentur im Rahmen der Innovationsagentur in Wien verwiesen.

Bezeichnung: KFZ-Kompetenzzentren Linz und Steyr /13

Träger/Entwickler: VOEST-ALPINE STAHL LINZ (VASL) im Rahmen des Metallurgie-Forum Österreich (MFÖ), Steyr-Daimler-Puch und

BMW

Steyr

Ziel: Verstärkung der kooperativen Forschung und Entwicklung und des Technologietransfers im Bereich der Automobiltechnik

Strategisches Programm 2000+ 77

Linz, Juni 1998


Inhalt:

Die Automobilindustrie ist innerhalb weniger Jahre zu einer der wichtigsten Industriebranchen Österreichs geworden. KFZ-Zulieferer und

Hersteller von Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen leisten mit 60.000 Beschäftigten einen Beitrag von rund S 80 Mrd. zur österreichischen

Handelsbilanz. Sie begegnen dem immer härter werdenden Verdrängungswettbewerb am Automobilmarkt mit ständigen Qualitäts- und

Produktivitätsverbesserungen. Zu diesem Zweck laufen derzeit drei Kooperationsvorhaben, an denen auch oberösterreichische Unternehmen

maßgeblich beteiligt sind:

• die Ausweitung des „Automobil-Cluster Steiermark“ (ACstyria) auf ganz Österreich zu einem „Automobil-Cluster Austria“,

• der von AVL geleitete „österreichische KFZ-Technologiecluster“ mit den Schwerpunkten Karosserie und Module, Motoren, Triebstrang und

Gesamtfahrzeug inkl. Fahrwerk,

• die von Prof. Sämann namens BMW Steyr gestartete Initiative, in Österreich ein Kompetenzzentrum für Dieseltechnologie einzurichten.

Im Rahmen dieser Vorhaben sind nachstehende „Kompetenzzentren“ geplant, wobei es sich primär um die verstärkte Kooperation in Pilotprojekten

und Netzwerken und nur sekundär um den Ausbau von F&E-Organisationen handelt:

• Das Kompetenzzentrum für Karosserie und Module soll von VASL unter Beteiligung von MCE/TMS, SDP/TZS u.a. koordiniert werden.

Hauptarbeitsgebiete werden sein: Umformtechnik (z.B. Hydroformung), Fertigungsfragen sowie Fügen von Stahl- und Leichtmetallblechen,

Bauteileprüfung und -simulation.

• Das Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeug- und Getriebe-Technologie der SDP/Antriebstechnik soll neben der Entwicklungstätigkeit für

ausländische Auftraggeber verstärkt im Transfer des vorhandenen Fahrzeug-Know-how (Simultaneous Engineering, CAD/CAM-Integration,

Simulation auf Prüfständen, CAE-Software) an Firmen im österreichischen Automobil-Cluster, insbesondere KMU, tätig werden.

• Das Kompetenzzentrum für Dieseltechnologie soll längerfristig die gesamte Prozeßkette von der Forschung über die Entwicklung, Planung,

Produktion bis hin zum Betrieb von Dieselmotoren abdecken. In der Startphase soll im Rahmen verstärkter F&E-Kooperationen die

Dieseltechnologie unter möglichst breiter Beteiligung der einschlägigen Betriebe und Institute weiterentwickelt werden.

Alle Aktivitäten haben Bezug zu dem für besonders wichtigen Cluster „Fahrzeuge, Motoren, Komponenten“ und dem dafür geplanten

Pilotschirmprojekt (Maßnahme 11: Automobil-Cluster). Eine Zusammenarbeit mit den Werkstoff-Kompetenzzentren in Ranshofen und Linz, dem

Kompetenzzentrum für Mechatronik und Automation und der Profactor in Steyr verspricht weitere Synergieeffekte.

Bezeichnung: Projektförderungen für erstmalige Forschungskooperationen und -anträge /14

Strategisches Programm 2000+ 78

Linz, Juni 1998


Träger/Entwickler: TMG in Zusammenarbeit mit CATT

Ziel: Projektbezogene Stimulierung zusätzlicher Forschungskooperationen und Forschungsförderungsanträge von KMU

Inhalt:

Für oberösterreichische KMU, die noch keine Kooperationsprojekte mit Forschungsinstituten abgewickelt oder Forschungsförderungsanträge

gestellt haben, besteht nach wie vor eine gewisse Hemmschwelle, einen solchen Schritt zu unternehmen. Daher sollen projektbezogene

Direktförderungen für Firmen, die im Umgang mit diesem Instrumentarium noch nicht routiniert sind, eine echte zusätzliche Stimulierung des

Technologietransfers in Oberösterreich bewirken. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß der überwiegende Anteil von Firmen, die einmal

Forschungsförderungen abgewickelt haben, dies in der Folge immer wieder anstreben, sodaß ein nachhaltiger und langfristiger Effekt zu erwarten

ist.

Als Weiterentwicklung des derzeit bestehenden und mit Ende 1999 auslaufenden „Modellversuchs Forschungstransfer“ sollen oberösterreichischen

Unternehmen direkte Förderungen in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse gewährt werden, wenn diese erstmals

• mit einem Universitäts- oder außeruniversitären Forschungsinstitut oder einer Hochschuleinrichtung ein Forschungsprojekt abwickeln,

• einen Forschungsförderungsantrag bei der EU oder bei einer Bundeseinrichtung (insbesondere beim FFF) einreichen.

Das jeweilige Projekt muß inhaltlich in den Rahmen des „Strategischen Programmes 2000+“ integrierbar sein.

CATT Linz wird diese Aktion im Rahmen der bestehenden Beratungsleistung für Technologieförderungen aktiv an in Frage kommende

oberösterreichische Firmen herantragen und diese bei der Abwicklung entsprechend beraten. Die TMG wird zur Beurteilung der eingereichten

Förderanträge eine Auswahlkommission einrichten.

Strategisches Programm 2000+ 79

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Innovationsassistenten/-berater für KMU /15

Träger/Entwickler: TMG in Zusammenarbeit mit Wirtschaftskammer (WIFI-Betriebsberatung) und Ausbildungseinrichtungen

Ziel: • Beseitigung bestehender Qualifikationshemmnisse bei KMU, um Innovations-, Kooperations- und Absorptionsprozesse zu erleichtern

• Abbau von Hemmschwellen für die Einstellung von Universitäts- und Fachhochschul-Absolventen bei KMU

Inhalt:

Innovationsassistenten sollen technische oder technisch-wirtschaftliche Studienrichtungen absolviert haben. Ihre Aufgabe bei KMU beinhaltet,

- die Einführung neuer Produkte und Produktionsverfahren im Unternehmen anzuregen und ihre Implementierung erfolgreich durchzuführen,

- die Voraussetzungen für die Entwicklung eigener Produkt- und Prozeß-Innovationen zu schaffen und

- die Kooperation mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen vorzubereiten, zu unterstützen und dafür geeignete Kooperationspartner

zu finden.

Der Innovationsassistent unterstützt auch die verstärkte Einbindung des KMU in oö. Cluster und die Zusammenarbeit mit österreichischen und

ausländischen Partnern im Rahmen von F&E-Projekten und -Programmen. Es sollen daher vorzugsweise Absolventen mit einer etwa 1-2 jährigen

Berufspraxis in dieses Förderprogramm einbezogen werden.

Die öffentliche Unterstützung dieses Programmes beinhaltet:

- Beratung und Betreuung der KMU bei der Erarbeitung des abzuwickelnden Innovationsvorhabens und Erstellung des Anforderungsprofils für den

Innovationsassistenten, weiters Ausschreibung und Vorauswahl mit Einstellungsempfehlung

- Finanzielle Unterstützung der Personalkosten des Innovationsassistenten (als Zuschuß zum Bruttogehalt)

- Gezielte Aus- und Weiterbildung der Innovationsassistenten und ständige Betreuung dieses Programmes

- Betreuung des Innovationsassistenten durch einen über das nötige Prozeß-Know-how verfügenden Innovationsberater

- Erfolgskontrolle während und am Ende des Förderzeitraumes (z.B. jährlich) mit Bericht des Innovationsassistenten über die durchgeführten

Arbeiten

Eine wichtige Funktion werden die LIMAK und die oö. FH-Studiengänge bei der Aus- und Weiterbildung der Innovationsassistenten vor und

während des Einsatzes übernehmen.

Strategisches Programm 2000+ 80

Linz, Juni 1998


Das Programm wird am Anfang auf eine jährliche Aufnahmequote von 10 Innovationsassistenten und einen max. Förderzeitraum von 2 Jahren

ausgelegt. Nach dieser Zeit bestehen gute Chancen für eine definitive Anstellung der Innovationsassistenten im jeweiligen Unternehmen. Die

Investitions- und Sachkosten des Innovationsvorhabens sollen über die klassischen Förderwege finanziert werden, eine enge Zusammenarbeit mit

Förderstellen, z.B. FFF, ist vorgesehen. Nach zwei Jahren erfolgt eine Gesamtevaluierung als Voraussetzung für die Weitereinführung.

Bezeichnung: Stipendienprogramm für ausländische Wissenschaftler und Studenten /16

Träger/Entwickler: Universität Linz in Zusammenarbeit mit oö. Unternehmen

Ziel: Verstärkung der Innovationskraft der industrieorientierten Forschung und Entwicklung an der Universität Linz

Inhalt:

Wie aus dem Beispiel führender Industrienationen, insbesondere den USA, abgeleitet werden kann, sind ausländische Doktoratsstudenten und Post-

Doc-Kandidaten insbesondere in technischen Disziplinen eine der wesentlichsten - und billigsten - Innovationsquellen für die technologische

Entwicklung eines Landes.

Die Anziehung ausländischer Wissenschaftler und Studenten spielt jedoch bisher in der strategischen Planung der österreichischen Universitäten

eine sehr kleine Rolle. Mit relativ geringen Mitteln (nach internationalen Maßstäben ca. ATS 182.000,-- pro Person und Jahr) kann ein gewaltiger

Innovationsimpuls für gesetzt werden. Dies allerdings nur durch Institute, die die entsprechende internationale Reputation und die geeignete

wissenschaftliche und organisatorische Struktur haben, um sehr gute Wissenschaftler und Studenten aus der ganzen Welt anziehen und betreuen zu

können sowie - als wesentlichste Bedingung - die Ergebnisse im Rahmen von kooperativen Projekten in der Wirtschaft und Industrie nutzbar zu

machen.

Es soll in den nächsten Jahren ein Programm eingerichtet werden, mit welchem schrittweise eine Gesamtzahl von ca. 60 ausländischen

Wissenschaftlern und Studenten an die Universität Linz gezogen werden kann. Dabei wird eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von drei Jahren

angenommen, wobei die Anwendungsorientierung der gewählten Themenstellung durch die Mitwirkung des jeweiligen Unternehmens von Anfang

Strategisches Programm 2000+ 81

Linz, Juni 1998


an gewährleistet wird.

Strategisches Programm 2000+ 82

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Energie-Technologie-Programm Oberösterreich /17

Träger/Entwickler: O.Ö. Energiesparverband in Kooperation mit der Abteilung Gewerbe/Land

Ziel:

• Stimulierung von F&E im Bereich Energietechnologien, Entwicklung neuer Energietechnologie-Produkte für neue Märkte

• Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der oö. Firmen und damit Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen

• Erreichung der energiepolitischen Ziele des Landes

Inhalt:

Das Land Oberösterreich hat für die nächsten Jahren eine Energie-Technologie-Programm (ETP) zur Unterstützung von Forschung und

Entwicklung im Bereich innovativer Energietechnologien eingerichtet. Dieses Programm soll weitergeführt und ausgebaut werden.

Im Rahmen des Energie-Technologie-Programmes werden Projekte gefördert, die den im oö. Energiekonzept festgelegten energiepolitischen Zielen

der oö. Landesregierung entsprechen, sich durch einen hohen Innovationsgehalt auszeichnen und im Ergebnis einen direkten oder indirekten Nutzen

für Oberösterreich erwarten lassen.

Gegenstand der Förderung sind innovative Projekte, Methoden und Produkte zur Steigerung der Energieeffizienz und der verstärkten Nutzung der

erneuerbaren Energien, die den Zielen des oö. Energiekonzeptes entsprechen. Neben den Projekten der Forschung & Entwicklung (F&E) und der

Fertigungsüberleitung können auch neue Finanzierungsinstrumente sowie Pilot- oder Demonstrations- und Versuchsanlagen sowie die Integration

bekannter Komponenten zu neuen Systemen gefördert werden.

Förderungswerber können physische Personen des Handelsrechtes, juristische Personen und Personengesellschaften des bürgerlichen und des

Handelsrechtes sein, die eine einschlägige Gewerbeberechtigung oder sonstige notwendige Befugnis besitzen. Weiters sind Forschungsinstitute,

andere wissenschaftliche Institute und Körperschaften des öffentlichen Rechtes (mit Ausnahme des Bundes) sowie Schulen antragsberechtigt.

Förderungswerber müssen ihren Sitz in Oberösterreich haben.

Strategisches Programm 2000+ 83

Linz, Juni 1998


Damit auch Studierende sich intensiv mit innovativen Energietechnologien und damit im Zusammenhang stehenden Fragestellungen beschäftigen,

werden unter dem Titel „Junge EnergieforscherInnen“ Diplomarbeiten und Dissertationen gefördert.

Strategisches Programm 2000+ 84

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Ausbau der Technologie- und Gründerzentren /18

Träger/Entwickler: Trägergesellschaften der Technologie- und Gründerzentren in Zusammenarbeit mit TMG, Wirtschaftskammer sowie

wissenschaftlichen und regionalwirtschaftlichen Institutionen

Ziel: • Einleitung bzw. Verstärkung von Impulsen zur regionalen Erneuerung

• Verstärkung der Technologietransferpotentiale

• Verbesserung des Arbeitsplätzeangebotes in den Regionen

Inhalt:

In Oberösterreich bestehen Technologie- und Gründerzentren in Braunau, Hagenberg, Linz, Lenzing, Steyr und Wels. Weitere sind in Bad

Leonfelden, Enns/St. Florian, Freistadt, Gmunden, Perg, Ried/I., Schärding, Vöcklabruck und in Linz geplant oder in Prüfung. Ziel ist, auf allen

Standorten ein ausgewogenes Maß an F&E-Kompetenz, Bildungseinrichtungen und technologieorientierten Firmen zu vereinigen. Der Vertiefung

vorhandener Funktionen, der Ergänzung fehlender Funktionen und der verstärkten organisatorischen und technischen Einbindung in das

„Technologienetzwerk “ sollte grundsätzlich Vorrang vor der Errichtung weiterer Technologiezentren gegeben werden, zumal mit den

angeführten Standorten eine angemessene Dichte erreicht wird.

Die organisatorische Einbindung, der Aufbau wirksamer Zusammenarbeitsstrukturen mit F&E-, Beratungs- und Informationseinrichtungen, mit

Bildungs- und Finanzierungsinstitutionen sowie mit anderen Technologie- und Gründerzentren wird von der TMG im Rahmen ihrer Leitfunktion

im „Technologienetzwerk “ unterstützt. Eine wesentliche Rolle kommt dem Technologiezentrums-Management bei der Bildung von

Netzwerken zur regionalen Erneuerung und Einbindung der Technologiezentrumsfirmen in solche Netzwerke zu.

Die Finanzierung des Ausbaues der Technologie- und Gründerzentren erfolgt weiterhin vorrangig durch private Investoren mit Unterstützung durch

Bund, Land und Gemeinden. Besondere Förderungen sind für Unternehmensgründer vorgesehen, weil bei dieser Gruppe die stärksten

Beschäftigungseffekte erwartet werden können. Die öffentlichen Förderungen haben sich dabei auch am Technologieniveau der jeweiligen

Einrichtung zu orientieren.

Strategisches Programm 2000+ 85

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Upper Austrian Research ( Forschungs- und Transfergesellschaft) /19

Träger/Entwickler: TMG in Zusammenarbeit mit Universität Linz

Ziel: • Verstärkung des Technologietransfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft und Verwaltung

• Aufbau einer international anerkannten Corporate Identity als Markenzeichen für die angewandte Forschung und Entwicklung in

Oberösterreich

Inhalt:

Die als gemeinnützige GmbH zu gründende Upper Austrian Research soll für an der Universität Linz entstehende wirtschaftsorientierte F&E- und

Transferaktivitäten als Rechtsträger dienen, wenn diese Einzelaktivitäten jeweils eine Größenordnung erreichen, wo Haftungsverpflichtungen und

Kooperationserfordernisse die Möglichkeiten der Teilrechtsfähigkeit gemäß §3 UOG überschreiten. Darüber hinaus steht diese GmbH auch den

anderen Hochschulen, insbesondere den Fachhochschul-Studiengängen bei der im FHStG verankerten Mitwirkung des Lehrkörpers an

anwendungsorientierten F&E-Arbeiten, sowie Einzelforschern und Trägern angewandter F&E-Einrichtungen als rechtliches und organisatorisches

Dach zur Verfügung. Eine wesentliche Funktion dieser GmbH liegt somit in der Verwertung von Universitäts-/Hochschul-Know-how, indem für

die von der jeweiligen Institution eingebrachten Ressourcen aus den erwirtschafteten Erlösen eine Vergütung bezahlt wird. Die Upper Austrian

Research ergänzt damit die Möglichkeiten der Teilrechtsfähigkeit im UOG.

Langfristiges Ziel ist die Entwicklung einer international anerkannten Forschungs- und Transfergesellschaft, die insbesondere das an den

Hochschulen in Oberösterreich vorhandene Wissen verwertet und damit dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Oberösterreich zusätzliche

Attraktivität verleiht. Eine wichtige Zielgruppe sind die KMU, die durch eine derartige Einrichtung in ihrem Umfeld eine besondere Förderung

erfahren. Ebenfalls von Bedeutung ist die Beteiligung an europäischen Forschungsprogrammen und internationalen Kooperationen, die eine starke

rechtliche und organisatorische Struktur voraussetzen. Neben dem Technologie- und Wissenstransfer im Rahmen von F&E-Projekten und

Strategisches Programm 2000+ 86

Linz, Juni 1998


zugehörigen Dienstleistungen dient diese Einrichtung auch dem „Technologietransfer über Köpfe“, dem Hinüberwechseln von Wissenschaftlern in

die Wirtschaft und Verwaltung als nächstem Karriereschritt nach einer mehrjährigen Tätigkeit im F&E-Bereich. Eine wichtige Aufgabe besteht

auch darin, Wissenschaftler für eine selbständige Tätigkeit als Firmengründer vorzubereiten und Teilfunktionen in solche Firmen auszulagern

(„spin-offs“).

Der Aufbau dieser Gesellschaft soll stufenweise erfolgen. Am Anfang werden verschiedene Arbeitsgruppen in einem lockeren Verband

zusammengefaßt, erst später werden die notwendigen Führungsstrukturen aufgebaut. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt in der Aufbauphase

vornehmlich mit öffentlichen Förderungen; später wird ein Deckungsgrad von 60% aus Auftragserlösen und Projektförderungen angestrebt.

Für die beteiligten Arbeitsgruppen eröffnen sich nicht nur die rechtlichen und organisatorischen Vorteile einer GmbH-Zugehörigkeit, sondern auch

Zusammenarbeitsmöglichkeiten im Rahmen größerer interdisziplinärer Strukturen. Die o.a. Bezeichnung der Gesellschaft ist als Arbeitstitel zu

verstehen.

Strategisches Programm 2000+ 87

Linz, Juni 1998


4.1 Bereich: Technologie 4.1.9 Zusammenfassung

Spitzenleistungen in F&E und innovative Unternehmen bilden miteinander wichtige Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit

und Standortattraktivität eines Landes. Dabei kommt es nicht nur auf Wissenstransfer und Kooperationen innerhalb des

wissenschaftlichen und innerhalb des Unternehmenssektors, sondern insbesondere zwischen diesen beiden Sektoren an. In

Österreich sind diese Verbindungen, wie Untersuchungen immer wieder aufgezeigt haben, nur schwach entwickelt. Die

Gründe sind mannigfaltig, sie liegen insbesondere in den unterschiedlichen Anreizstrukturen und aus unvollständigen

Informationen resultierenden Vorurteilen.

Die vorstehend beschriebenen Strategien und Maßnahmen sind in besonderer Weise und sehr konkret auf die stärkere

Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft ausgerichtet. Wesentliche Elemente des operational gestalteten

Programmes sind die Einbeziehung vorhandener Exzellenz und Wettbewerbsstärke, die Kooperation der beiden Sektoren bei

der Auswahl von F&E-Schwerpunkten, beim Ausbau der Forschungsinfrastruktur und bei der Durchführung der Projekte

und insbesondere die gemischte Finanzierung durch öffentliche und private Mittel. Das vorliegende „Strategische

Programm“ setzt damit längerfristige Impulse und gibt den Rahmen für eine nachhaltige Entwicklung vor; es versucht,

durch Verbindung des wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzens die unterschiedlichen

Anreizsysteme zusammenzuführen.

Das vorliegende Programm verfolgt auch insofern innovative Ansätze, als es den Schwerpunkt auf die Förderung von

Strukturinvestitionen und Kooperationen legt. Dazu zählen insbesondere der Aufbau von F&E-Einrichtungen,

Kompetenzzentren und Technologie- und Gründerzentren sowie die clusterorientierten Pilotschirmprojekte. Letztere

enthalten auch Direktförderungen einzelner Unternehmen. Dieses – in der österreichischen Förderlandschaft traditionell

dominierende – Instrument wird auch bei anderen geplanten Vorhaben wirksam, um Akzente in speziellen Bereichen zu

setzen: bei KMU in Form der Projektförderungen bei erstmaligen Forschungskooperationen und -anträgen sowie mit der

Aktion Innovationsassistenten/-berater, weiters im Energiebereich mit dem . Energie-Technologie-Programm. Insgesamt

Strategisches Programm 2000+ 88

Linz, Juni 1998


und insbesondere bei Einbeziehung der neben dem „Strategischen Programm“ verfügbaren Förderkulisse ergibt sich ein

durchaus ausgewogenes Bild, das sich an den neueren Trends in der Förderungspolitik orientiert.

Strategisches Programm 2000+ 89

Linz, Juni 1998


Im Hinblick auf die begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten aus dem „Zukunftsfonds“ des Landes mußte aus der

Vielzahl der im Zuge der Programmerstellung vorgeschlagenen Maßnahmen, die alle eine Ausweitung von Forschung und

Entwicklung und des Technologietransfers zum Ziel hatten, eine Auswahl getroffen werden. Einige durchaus interessante

Maßnahmen müssen daher anderen Trägern zur Realisierung vorbehalten bleiben.

Dazu zählt auch die Ausweitung des Venture-capital-Angebotes in für die Risikobeteiligung an neuen bzw.

wachsenden High-tech-Unternehmen. Dafür wären in der Mindestausstattung ATS 50 Mio. und in der Folge weitere Beträge

in dieser Größenordnung erforderlich gewesen. Da sich in der letzten Zeit das Angebot in- und ausländischer

Kapitalbeteiligungs-Gesellschaften deutlich verbessert hat, erscheint eine zusätzliche Stimulierung im Rahmen des

„Strategischen Programmes“ nicht mehr vordringlich.

Weiters wurden keine Maßnahmen in das vorliegende „Strategische Programm“ aufgenommen, die in die Kompetenz des

Bundes (z.B. die Erhöhung des Forschungsfreibetrages, Einführung einer speziellen Personalkostenförderung, Änderungen

der Forschungsorganisation) oder in die Autonomie der Universitäten (z.B. Errichtung von Instituten, Änderung von F&E-

Schwerpunkten) fallen.

Über den Fortschritt bei der Implementierung des vorliegenden Programmes wird im „Jährlichen Technologie- und

Standortbericht“, der der oö. Landesregierung vorzulegen ist, berichtet. *)

Strategisches Programm 2000+ 90

Linz, Juni 1998


*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 6.3

Strategisches Programm 2000+ 91

Linz, Juni 1998


4. STRATEGIEN UND MAßNAHMEN

4.1 Technologie

4.2 Berufliche Qualifikation

4.3 Standortmarketing

Strategisches Programm 2000+ 92

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.1 Einleitung und Überblick

Ein vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot gewährleistet die hohe Qualifikation und Einsatzbereitschaft der

Erwerbstätigen in . (Abschnitt 4.2.2)

Die Ziele beim Ausbau der berufsorientierten Aus- und Weiterbildung orientieren sich an den Kriterien

Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und damit Zukunftssicherheit der

Arbeitsplätze. (Abschnitt 4.2.3)

Die Umsetzung in ein „Strategisches Programm“ beinhaltet Schwerpunkte bei der Förderung des Bildungsbewußtseins und

einer gezielten Ausweitung des Bildungsangebotes:

--> Strategie 1: Bildungsbewußtsein

--> Strategie 2: Fachhochschule

--> Strategie 3: Berufsorientierte Weiterbildung

Nach einem allgemeinen Überblick (Abschnitt 4.2.4) werden die drei Strategien mit den geplanten Maßnahmen erläutert.

(Abschnitte 4.2.5, 4.2.6 und 4.2.7)

Detailbeschreibungen der insgesamt 7 Maßnahmen enthalten dann nähere Angaben über Träger/Entwickler, Ziel und

Inhalt. (Abschnitt 4.2.8)

Zuletzt werden weitere Empfehlungen abgegeben, die den vorgegebenen finanziellen Rahmen sprengen würden und daher

über andere Quellen zu realisieren sind. (Abschnitt 4.2.9)

Das vorliegende Programm mit seinen Strategien und Maßnahmen stellt eine in sich und auch mit den Bereichen

„Technologie“ und „Standortmarketing“ abgestimmte Basis für die Umsetzung dar. Dem Charakter einer strategischen

Planung entsprechend sind spätere Ergänzungen und Weiterentwicklungen vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 93

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.2 Berufsorientierte Aus- und Weiterbildung in

Der Wirtschaftsraum besitzt mit dem hohen Qualifikationsniveau der Erwerbstätigen eine günstige Ausgangsbasis

für die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen und damit hohe Attraktivität für Betriebsansiedlungen. Soziale und

fachliche Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich dem Wettbewerb zu stellen, sind wichtige Faktoren für die internationale

Konkurrenzfähigkeit der oö. Wirtschaft, aber auch für die Lebensqualität in .

Um auch für zukünftige Anforderungen unter den sich immer wieder ändernden wirtschaftlichen, technologischen und

sozialen Gegebenheiten gerüstet zu sein, müssen Bildungsprozesse ständig weiterentwickelt werden. Insbesondere sind

dabei zu berücksichtigen:

• der stärkere Bezug zur sozialen und wirtschaftlichen Realität und zu den Megatrends ihrer Veränderung,

• die verstärkte Anwendung der Informations- und Kommunikationstechnologie und der Einsatz der neuen Medien

sowie

• die Öffnung auf relevante Lernorte (zu denen auch zumindest das europäische Ausland zählt).

Diese Aspekte sind gleicherweise für die Allgemeinbildung und für die berufsorientierte Aus- und Weiterbildung

wichtig. Das vorliegende Programm befaßt sich ausschließlich mit letzterem Bereich und setzt - dem Prinzip des

lebensbegleitenden Lernens folgend - einen Schwerpunkt bei der berufsorientierten Weiterbildung.

Da die berufliche Erwachsenenbildung nicht ausschließlich über Teilnehmerbeiträge finanzierbar ist - dies umsomehr, als

die kontinuierliche Bereitstellung von neuen Technologien und die ständige Weiterentwicklung der Bildungsprozesse einen

steigenden Mitteleinsatz erfordern - werden im vorliegenden Programm Kooperationsmodelle verfolgt, wo die

Zusammenarbeit mit Forschungs- und Transfereinrichtungen und Industrieunternehmen Qualitäts- und Kostenvorteile

bewirkt. Ein erheblicher Finanzierungsbedarf verbleibt dennoch und soll von der öffentlichen Hand getragen werden.

Strategisches Programm 2000+ 94

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.2 Berufsorientierte Aus- und Weiterbildung in

Die nachstehenden Aus- und Weiterbildungseinrichtungen gehören dem im Abschnitt 4.1.2 beschriebenen

„Technologienetzwerk “ an:

• die Johannes Kepler Universität Linz mit ihren Studienrichtungen und Lehrgängen

• die Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz

• die Fachhochschul-Studiengänge in Wels, Hagenberg und Steyr

• die Höheren Technischen Lehranstalten in

• das WIFI und das BFI

• die LIMAK

• das Forschungs- und Ausbildungszentrum für Arbeit und Technik (FAZAT) in Steyr

• das Ars Electronica Center (AEC) in Linz

Daneben bieten zahlreiche private Bildungsträger, deren Unternehmensgegenstand Personalentwicklung im weitesten

Sinne ist, ihre Leistungen im Wettbewerb mit den oben genannten Einrichtungen in an. Die Privatisierung des

Strategisches Programm 2000+ 95

Linz, Juni 1998


Bildungsmarktes kann belebende Konkurrenz bewirken; der private Bildungsträger wird aber nur in jenen Sparten tätig sein,

die unter Einrechnung aller Erlöse und Förderungen im gewinnträchtigen Trend liegen.

Strategisches Programm 2000+ 96

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.2 Berufsorientierte Aus- und Weiterbildung in

Eine besonders wichtige Ausbildungsfunktion übernehmen auch die Betriebe auf den Gebieten der Facharbeiterausbildung,

der Anlehre, der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter im Rahmen von Personalförderungs-

programmen sowie durch Aufnahme von Fachhochschul-Studierenden während des Berufspraktikums etc.

Während bisher die Erstausbildung als selbstverständliche Verpflichtung für Staat und Staatsbürger in der Bildungspolitik

mit Vorrang behandelt wurde, wird in Hinkunft die berufliche Weiterbildung für die Wirtschaft und Gesellschaft immer

wichtiger. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, geänderte Berufs- und Wirtschaftsstrukturen, die Veränderung der

Altersstruktur und die Zuwanderung erfordern nun ein auf die zukünftigen Anforderungen ausgerichtetes Gesamtangebot

an Aus- und Weiterbildung. Dieses Angebot muß allen Interessenten in gleicher Weise offen stehen, woraus sich

entsprechende Anforderungen an die Bildungsberatung und die regionale Verfügbarkeit ableiten; spezielle Bedeutung kann

es bei der Wiedereingliederung von Frauen in den Arbeitsprozeß haben.

Die Vielfalt von berufsorientierten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, die oft auch in einem gesunden und

marktbelebenden Konkurrenzverhältnis agieren, ist eine wichtige Voraussetzung für Kontinuität und Aktualität des

Bildungsangebotes. In diesem Szenario sind die Bildungsinstitutionen, die privaten Bildungsträger und die Betriebe als

Arbeitgeber und Stätten der innerbetrieblichen Weiterbildung gleichermaßen an der Sicherung der Arbeitsplatz- und

Arbeitsmarktfähigkeit beteiligt. Bei allen Maßnahmen sind neben der Bedarfsorientierung auch ethische Bildungsaspekte zu

berücksichtigen.

Strategisches Programm 2000+ 97

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.3 Zielsetzung

Bei der Weiterentwicklung des Bildungsangebotes in werden im allgemeinen folgende Ziele verfolgt:

• Verbesserung der Durchlässigkeit durch geregelte Zulassung zu weiterführenden Bildungsabschlüssen unter Anrechnung

von nachgewiesenen Qualifikationen und Erfahrungen (durchlässige Berufskarrieren)

• Abdeckung der Bedürfnisse der Bildungsteilnehmer wie des Bedarfs der Wirtschaft durch Verbesserung des Angebotes

an beruflicher Aus- und Weiterbildung, Nachqualifizierung, beruflicher Neuorientierung und Umschulung

(praxisorientierte Qualifikation)

• Berücksichtigung des aktuellen Standes der Technik und der Pädagogik durch Einsatz innovativer Lehr- und

Lernmethoden und entsprechende Ausweitung der Lernorte (Effektivität der Bildungsprozesse)

Zur Gewährleistung eines dauerhaften und qualitätsgesicherten Angebotes, das den o.a. Kriterien gerecht wird und

zudem auch das gesamte Landesgebiet erreicht, werden die Einrichtungen der berufsorientierten Aus- und Weiterbildung,

die diesen ganzheitlichen Anspruch erfüllen, von den öffentlichen Haushalten gefördert. Mit den im vorliegenden

„Strategischen Programm“ für Qualifikationsvorhaben zur Verfügung stehenden Mitteln können naturgemäß nur punktuelle

Verstärkungen angestrebt werden. Diese beziehen sich im Kontext der Bereiche „Technologie“ und „Standortmarketing“ auf

technologiepolitisch relevante Themen und Aufgabengebiete, die in besonderer Weise die Wirtschaftsagenden des Landes

berühren.

Die nachstehend angeführten Maßnahmen bezwecken somit ebenfalls die Erhöhung der unternehmerischen

Wettbewerbsfähigkeit, die Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und damit die Schaffung und

Sicherung von Arbeitsplätzen.

Strategisches Programm 2000+ 98

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.4 Strategien und Schwerpunkte

Die Weiterentwicklung des Bildungsangebotes hat folgende Gegebenheiten und Trends zu berücksichtigen:

• Eine praxisorientierte Qualifikation ist ein Schutz vor Arbeitslosigkeit. Berufliche Qualifizierung und Weiterbildung

erhöhen die Chancen am Arbeitsmarkt, insbesondere wenn transferierbare Qualifikationen wie Interdisziplinarität,

Systemdenken, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Fremdsprachenkenntnisse sowie das Verständnis sozialer und

wirtschaftlicher Zusammenhänge vermittelt werden. Dies gilt auch für Fähigkeiten und Kenntnisse, die noch nicht

unmittelbar eingesetzt werden können, aber die Voraussetzung zur Bewältigung künftiger technischer und wirtschaftlicher

Entwicklungen sind.

• Lernort für die Vermittlung dieser Fähigkeiten wird verstärkt der Betrieb bzw. eine starke Verknüpfung von inner- und

außerbetrieblichen Lernstätten sein, da nur eine erlebbare Auseinandersetzung mit den Anforderungen vor Ort, die

permanente Reflexion und die bedarfsgerechte Qualifikation dauerhafte Einstellungs- und Verhaltensänderungen

bewirken kann. Damit wird auch ein Regelkreis für das Lernen geschaffen, der dem Wechsel von Arbeit und Bildung

Rechnung trägt.

• Tradierte Berufe und berufliche Karrieren verändern sich, und völlig neue Tätigkeitsfelder prägen die zukünftige Arbeit.

Die Umwälzungen im Arbeitsablauf und in der Arbeitsorganisation

- von der Produktorientierung zum Kundendenken

- von der Hierarchie zur Prozeßorganisation

- von der Einzelleistung zum Teamerfolg

- von der Anweisung zur Selbständigkeit

- von der Endkontrolle zum Qualitätsmanagement

- von der Routine zum Funktionswechsel

- vom Spezialisten zum Generalisten

Strategisches Programm 2000+ 99

Linz, Juni 1998


erfordern neue Qualifikationen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen und deren konsequente Vermittlung.

Strategisches Programm 2000+ 100

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.4 Strategien und Schwerpunkte

• Die Kunst wird darin liegen, die innere Stabilität und Sicherheit zu nutzen, um in der Dynamik der Veränderungsprozesse

eine aktive, gestaltende Rolle zu spielen. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Führungskräften zu, die bei

strategischen Entscheidungen, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und auszubauen, frühzeitige und interdisziplinäre

Informationen benötigen, was wieder ein entsprechendes Qualifikationsniveau voraussetzt, den Informationsbedarf früh

zu erkennen und klar und umfassend festzustellen.

• Neue Berufsbilder und Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen auf allen Ausbildungsebenen als Konsequenz

technologischer, ökologischer, ökonomischer und sozialer Entwicklung, z.B. in den Bereichen

- Information, Kommunikation und neue Medien

- Energie und Verkehr

- Umweltschutz und Entsorgung

- Kultur, Freizeit und Tourismus

- Gesundheit und Pflege

- Bildung und Forschung

Daraus leitet sich ein Bedarf an neuen Aus- und Weiterbildungsangeboten ab, die in hohem Maße interdisziplinäre

Kenntnisse und systemgestaltende Fähigkeiten vermitteln sollen.

• Die Internationalisierung im globalen Maßstab setzt ein vertieftes interkulturelles Verständnis und damit die

Beherrschung von Fremdsprachen und des landeskundlichen Wissens voraus. Dieser Ausbildungsbedarf betrifft in Zeiten

verstärkter Mobilität praktisch alle Qualifikationsebenen und soll - wo möglich und zweckmäßig - auch durch

Auslandsaufenthalte abgedeckt werden.

Strategisches Programm 2000+ 101

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.4 Strategien und Schwerpunkte

Diese Entwicklungslinien bestimmen Strategien und Maßnahmen des vorliegenden Programmes, das punktuell

Schwerpunkte bei der Förderung des Bildungsbewußtseins und einer gezielten Ausweitung des Bildungsangebotes setzt.

Strategie 1: Bildungsbewußtsein

Zur Verbesserung des Verständnisses für eine lebensbegleitende berufliche Qualifizierung und zur vermehrten

Inanspruchnahme von berufsorientierten Aus- und Weiterbildungsangeboten sollen trägerunabhängige Förderprojekte

durchgeführt und damit das Bildungsbewußtsein auf breiter Basis verstärkt werden.

Strategie 2: Fachhochschule

Das Studienangebot an den drei Fachhochschul-Standorten soll vergrößert und mit Linz ein weiterer Standort eröffnet

werden.

Strategie 3: Berufsorientierte Weiterbildung

In strategischen Teilbereichen der berufsorientierten Weiterbildung sollen bedarfsgerecht neue Entwicklungen eingeleitet

werden.

Strategisches Programm 2000+ 102

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.4 Strategien und Schwerpunkte

Schwerpunkte des in den folgenden Abschnitten im Detail ausgeführten Maßnahmenkataloges sind:

• Verbesserung des Bildungsbewußtseins durch eine Werbekampagne für lebensbegleitendes Lernen und den Ausbau der

Subjektförderung

• Ausweitung des Fachhochschulsektors als Träger einer berufsorientierten Ausbildung auf Hochschulniveau mit dem

Ausbau von derzeit 1.000 auf 2.000 Studienplätze im Jahr 2005

• Punktuelle Verstärkung des berufsorientierten Weiterbildungsangebotes im Hinblick auf aktuelle Entwicklungslinien

(Führungskräfte- und Unternehmerausbildung, Fremdsprachenausbildung, Designerausbildung)

Die Umsetzung dieser Maßnahmen soll durch bestehende Organisationen erfolgen, um unter Ausnutzung der vorhandenen

Erfahrungen in kurzer Zeit bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Über den Fortschritt bei der Implementierung des vorliegenden Programmes wird im „Jährlichen Technologie- und

Standortbericht“, der der oö. Landesregierung vorzulegen ist, berichtet.*)

Die Finanzierung der vorgeschlagenen Maßnahmen aus Mitteln des „Zukunftsfonds“ des Landes entspricht der

besonderen Bedeutung für die Entwicklung des Wirtschaftsraumes . Ein Teil der geplanten Maßnahmen setzt

allerdings die Mitwirkung und Mitfinanzierung durch andere öffentliche Stellen (Bund, Gemeinden), Bildungsträger

und Sonstige voraus. Diesbezügliche Verhandlungen sind noch zu führen.

Strategisches Programm 2000+ 103

Linz, Juni 1998


*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 6.3

Strategisches Programm 2000+ 104

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.5 Strategie 1: Bildungsbewußtsein

Problemstellung

Der Qualitätsstandard und die Aktualität der beruflichen Qualifikationen sind zum zentralen Wettbewerbsfaktor geworden.

Das zu kommunizieren und sowohl den einzelnen als auch die Betriebe zu motivieren, langfristig und gezielt in die eigene

Qualifikation und die Qualifikation der Mitarbeiter zu investieren, soll Inhalt und Ziel einer Werbekampagne sein, die sich

über die gesamte Laufzeit des „Strategischen Programmes 2000+“ erstreckt. Durch das Heben des

Weiterbildungsbewußtseins kann mit ganz erheblichen Multiplikatoreffekten gerechnet werden, wahrscheinlich effizienter

und nachhaltiger, als wenn einzelne Qualifikationsprojekte unmittelbar gefördert würden.

Parallel dazu soll die Subjektförderung des Landes ausgeweitet werden, um im technologischen Bereich gezielt

Qualifikationsimpulse zu setzen. Diese sollen eine Verstärkerwirkung zur Technologieförderung des Landes auslösen. Die

Zielgruppen- und Themenfixierung sollte daher in Abstimmung mit den im Bereich „Technologie“ angeführten

Schwerpunktsetzungen vorgenommen werden.

Maßnahmen ∗)

(1) Werbekampagne für lebensbegleitendes Lernen

(2) Ausbau der Subjektförderungen

∗) Die angegebenen Zahlen bezeichnen die zu den einzelnen Maßnahmen vorliegenden Detailbeschreibungen im Abschnitt 4.2.8

Strategisches Programm 2000+ 105

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.6 Strategie 2: Fachhochschule

Problemstellung

Der Fachhochschul-Trägerverein Oberösterreich betreibt derzeit vier Studiengänge mit über 1.000 Studienplätzen im

Vollausbau:

- Wels: Automatisierte Anlagen- und Prozeßtechnik

- Hagenberg: Software Engineering

- Hagenberg: Medientechnik und -design

- Steyr: Produktions- und Managementtechnik

Das Studienangebot wird durch Vorbereitungslehrgänge ergänzt, die es Nichtmaturanten - im Sinne einer verbesserten

Durchlässigkeit der Bildungssysteme - ermöglichen, die Voraussetzungen für die Zulassung zum Fachhochschul-Studium zu

erwerben.

Der geplante Ausbau des Fachhochschulsektors in Oberösterreich auf 2.000 Studienplätze mit einer Ausweitung des

Studienangebotes an den drei Standorten und der Einbindung von Linz als weiterem Standort soll mit der Erstellung eines

mittelfristigen Entwicklungs- und Finanzierungsplanes eingeleitet werden. Weiters ist die verstärkte Beteiligung des

Lehrkörpers an anwendungsorientierten F&E-Projekten (siehe Bereich „Technologie“) geplant. Die Evaluierung der

bestehenden Studiengänge und die Antragstellung zur Verlängerung des Genehmigungszeitraumes um weitere 5 Jahre fällt

ebenfalls in den Planungszeitraum.

Maßnahmen ∗)

∗) Die angegebenen Zahlen bezeichnen die zu den einzelnen Maßnahmen vorliegenden Detailbeschreibungen im Abschnitt 4.2.8

Strategisches Programm 2000+ 106

Linz, Juni 1998


(3) Ausbau des Fachhochschulsektors

4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.7 Strategie 3: Berufsorientierte Weiterbildung

Problemstellung

Der Ausbau des berufsorientierten Weiterbildungsangebotes beinhaltet gezielt gesetzte Schwerpunkte:

• Auf der Ebene der Führungskräfte- und Unternehmerausbildung soll ein Konzept der „offenen Lernorganisation“

entwickelt und damit eine neue Lernstruktur erprobt werden.

• Die Fremdsprachenausbildung soll auf allen Ebenen forciert und damit die Exportorientierung in der Wirtschaft

verstärkt werden.

• Ergänzend dazu soll die erweiterte Beteiligung an internationalen Bildungsprogrammen die Fremdsprachen- und

Landeskenntnisse bei Lehrlingen, Schülern, Studenten und Fachkräften aktiv fördern und damit die internationale

Position der oö. Wirtschaft stärken.

• Im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Designerberufe soll an der Kunsthochschule Linz ein Studien- und

Weiterbildungsangebot für Industrial und Medien-Design eingerichtet werden.

Maßnahmen ∗)

(4) Führungskräfte- und Unternehmerausbildung

∗) Die angegebenen Zahlen bezeichnen die zu den einzelnen Maßnahmen vorliegenden Detailbeschreibungen im Abschnitt 4.2.8

Strategisches Programm 2000+ 107

Linz, Juni 1998


(5) Fremdsprachenausbildung

(6) Vermittlungszentrale für internationale Bildungsprogramme

(7) Postgraduate Studium und Weiterbildungsangebot „Design.Communication.Engineering“

Strategisches Programm 2000+ 108

Linz, Juni 1998


4.2 Berufliche Qualifikation 4.2.8 Detailbeschreibungen der geplanten Maßnahmen

(1) Werbekampagne für lebensbegleitendes Lernen

(2) Ausbau der Subjektförderung

(3) Ausbau des Fachhochschulsektors

(4) Führungskräfte- und Unternehmerausbildung

(5) Fremdsprachenausbildung

(6) Vermittlungszentrale für internationale Bildungsprogramme

(7) Postgraduate Studium und Weiterbildungsangebot „Design.Communication.Engineering“

Strategisches Programm 2000+ 109

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Werbekampagne für lebensbegleitendes Lernen /1

Träger/Entwickler: Projektgruppe aus Institutionen der berufsorientierten Aus- und Weiterbildung unter Einbeziehung einer

Werbe- bzw. Marketingagentur

Ziel:

• Hebung des „Weiterbildungsbewußtseins“ bei Einzelpersonen und Betrieben

• Bewußtmachen, daß berufliche Qualifikationen insbesondere auf technologischen Gebieten sowohl für Arbeitnehmer als

auch Unternehmen den zentralen Wettbewerbsfaktor darstellen

Inhalt:

Im Rahmen einer strategisch ausgerichteten und auf die gesamte Laufzeit des „Strategischen Programmes 2000+

angelegten Kampagne sollen durch Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Stellenwert der lebensbegleitenden beruflichen

Qualifikation - insbesondere in technologisch relevanten Themenbereichen - unterstrichen und die Weiterbildungs-bereitschaft

gehoben werden. Die Kampagne richtet sich einerseits an alle Multiplikatoren (Unternehmen, Personalchefs, Journalisten etc.),

andererseits aber auch an das Zielpublikum selbst. Zielgruppenentsprechend sollen im Medienmix auch die neuen Medien,

insbesondere auch das Regionalfernsehen und das Internet, in die Kampagne einbezogen werden.

Die Auswirkungen der Werbekampagne sollen mit den üblichen Mitteln gemessen und die Ergebnisse in die Weiterführungsentscheidung

einbezogen werden.

Strategisches Programm 2000+ 110

Linz, Juni 1998


Strategisches Programm 2000+ 111

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Ausbau der Subjektförderung /2

Träger/Entwickler: Land Oberösterreich

Ziel: Erhöhung des Qualifikationsniveaus der oö. Beschäftigten im Bereich der „gehobenen C-Technologien“

Inhalt:

Gefördert sollen Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich der „technischen C-Technologien“ (CAD, CAM, CNC, CAQ, PPS,

etc.) werden, auch Netzwerkschulungen, Ausbildungen zum Systembetreuer, Programmierausbildungen und High-End-

Schulungen im PC-User-Bereich. Förderbar sollen firmeninterne und überbetriebliche Ausbildungsveranstaltungen sein, die

über eine reine Produktschulung hinausgehen, wobei die genaueren Förderbedingungen (Qualifikation der Teilnehmer,

Firmengröße, Förderquote, -beträge) noch festzulegen sind.

Mit dieser Qualifizierungsmaßnahme wird eine Verstärkerwirkung zur übrigen Technologieförderung des Landes

angestrebt.

Strategisches Programm 2000+ 112

Linz, Juni 1998


Strategisches Programm 2000+ 113

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Ausbau des Fachhochschulsektors /3

Träger/Entwickler: Fachhochschul-Trägerverein Oberösterreich

Ziel: • Weiterentwicklung und Ausweitung des Studienangebotes (auch in berufsbegleitender Form) auf 2000 Studienplätze im Jahr 2005

• Verstärkte Beteiligung des Lehrkörpers an anwendungsorientierten F&E-Projekten (Technologie- und Wissenstransfer)

Inhalt:

In Oberösterreich sind derzeit vier Studiengänge mit über 1000 Studienplätzen im Vollausbau eingerichtet:

- Wels: Automatisierte Anlagen- und Prozeßtechnik 420 Studienplätze

- Hagenberg: Software Engineering 180 Studienplätze

- Hagenberg: Medientechnik und -design 180 Studienplätze

- Steyr: Produktions- und Managementtechnik 288 Studienplätze

Für weitere Studiengänge liegen Anträge beim Fachhochschulrat bzw. sind solche in Ausarbeitung.

Der Ausbau dieses berufsorientierten Bildungsangebotes auf Hochschulniveau beinhaltet:

• Abschluß des Strategiefindungsprozesses sowie der begleitenden Organisationsentwicklung mit der Erstellung eines mittelfristigen

Entwicklungs- und Finanzierungsplanes

• Verstärkte Vernetzung der bestehenden Studiengänge und deren Weiterentwicklung (Telelearning)

• Evaluierung der bestehenden Studiengänge und Beantragung der Verlängerung für weitere 5 Jahre

• Ausweitung des Studienangebotes (auch berufsbegleitend) an den derzeitigen Standorten unter Einbindung von Linz

• Verstärkte Beteiligung des Lehrkörpers und der Studierenden an anwendungsorientierten F&E-Projekten und in der Weiterbildung mit

Einrichtung von Transferbeauftragten und Transferstellen in den FH-Studiengängen

• Antragstellung auf Verleihung des Titels „Fachhochschule Oberösterreich“

Die Ausweitung des Studienangebotes wird sich einerseits nach dem Bedarf der österreichischen Industriestruktur (Cluster), andererseits nach den

Strategisches Programm 2000+ 114

Linz, Juni 1998


für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes aussichtsreichen Technologiefeldern orientieren. Bei Vorliegen entsprechender

bildungspolitischer Entscheidungen ist auch die Aufnahme nicht-technischer Studiengänge möglich. Die Finanzierung des Fachhochschulsektors

erfolgt durch Beiträge von Bund, Land, Gemeinden und Sonstigen.

Bezeichnung: Führungskräfte- und Unternehmerausbildung /4

Träger/Entwickler: LIMAK – Linzer Internationale Management Akademie

Ziel:

• Entwicklung neuer Lernorganisationen unter besonderer Berücksichtigung der Globalisierung, der Prinzipien des System- und

Gestaltungslernens und des Einsatzes moderner Unterrichtstechnologien

• Verstärkte Förderung der sozialen Kompetenz und der Internationalisierung im globalen Maßstab in den Managementprogrammen

Inhalt:

Die LIMAK bietet in Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern langfristige, berufsbegleitende, praxisorientierte und internationale

Weiterbildungsprogramme für Führungskräfte und Unternehmer an. Neben dem General Management Programm als Hauptprogramm sind dies das

General Management Executive MBA Programm (gemeinsam mit der University of Toronto), der Universitätslehrgang „Internationales

Innovations-

und Technologiemanagement“ und das Projektkompetenz-Programm. Ziel der LIMAK ist es, immer wieder neue Wege bei der Vermittlung

fachlicher und sozialer Kompetenz zu gehen, dabei die sich ändernden Anforderungen zu berücksichtigen und die neuen didaktischen

Möglichkeiten zu nutzen.

Drei Anforderungen sind bei der Gestaltung zukünftiger Formen des Managementlernens besonders zu beachten:

• Das Ende „verordneter“ Lehrpläne: Zwar wird auch in Zukunft eine Mindeststruktur im vorhinein festliegen, welche Wissens- und kognitiven

Inhalte aber der Praxis gerecht werden, muß in einem ständigen Rückkoppelungsprozeß in einer „offenen Lernorganisation“ definiert werden.

• Das Erlernen von Systemen: Aus- und Weiterbildung befaßte sich bisher vorrangig mit den „Knotenpunkten“ von Systemen, nun geht es

verstärkt um die Beziehungen zwischen diesen Knoten, um die Funktionsweise von Systemen und deren Weiterentwicklung zu verstehen.

• Das Trainieren von Innovation: Bildung ist traditionell mit Bestehendem befaßt. Innovation wird erst möglich, wenn das „Noch-nicht-

Bestehende“ gedacht wird. Gerade die Globalisierung erzwingt und ermöglicht das ständige Neuschaffen von Wirtschaftsstrukturen.

Strategisches Programm 2000+ 115

Linz, Juni 1998


Der Einsatz von bisher in Weiterbildungsmaßnahmen nur peripher verwendeten Technologien, vor allem Zugänge zu Datenbanken und Netzwerken

in allen Erdteilen sowie zur Kommunikation über Intra- und Internet, eröffnet neue didaktische Möglichkeiten und verändert Struktur und Inhalte

der Weiterbildungsangebote. Die im vorliegenden Vorhaben zu entwickelnde und umzusetzende „offene Lernorganisation“ ist offen für globale

Zusammenhänge und so organisiert, daß die Problemstellungen der Teilnehmer und ihrer Unternehmen/Institutionen systemisch und dynamisch in

ihren Wechselwirkungen mit den auslösenden Bedingungen und den aus Eingriffen erzielten Wirkungen betrachtet werden. Dies stellt höhere

Anforderungen an die Lehrenden, die ebenfalls in die neuen Lernformen einzuführen sind.

Bezeichnung: Fremdsprachenausbildung /5

Träger/Entwickler: Institut für Fachsprachen der Johannes Kepler Universität Linz und andere Bildungseinrichtungen

Ziel:

• Beseitigung sprachlicher Barrieren

• Verstärkung der Auslandsorientierung des wirtschaftlichen Handelns

Inhalt:

Das Institut für Fachsprachen der Universität Linz verfügt über personelle und technische Ressourcen, die zur Erfüllung der hohen

Qualitätsansprüche der studentischen Ausbildung eingesetzt werden. Die Institutskompetenzen reichen dabei von der Vermittlung

kommunikativer und interkultureller Fähigkeiten - auch im Zusammenwirken mit den betreuten ca. 40 Partneruniversitäten im Ausland -

bis zur Absicherung im Fachsprachlichen (Wirtschaftssprachen). Das Institut wirkt auch als Beratungszentrum für Fragen der

Fremdsprachenausbildung.

Der Wirkungsbereich des Instituts soll nun ausgeweitet werden, um Technologie und Know-how einer größeren Plattform von an der

Strategisches Programm 2000+ 116

Linz, Juni 1998


Sprachausbildung interessierten Institutionen zugänglich zu machen und damit Synergieeffekte zu erzielen. Im einzelnen ist geplant:

• Erweiterung der Ausstattung mit moderner Medientechnologie (virtuelles Klassenzimmer für den Fremdsprachenunterricht)

• Betreuung dieser Technologie und Weiterentwicklung von Lehrprogrammen nach den Gesichtspunkten der modernen Sprachdidaktik

• Standardisierung von Hard- und Software und der eingesetzten Lehrprogramme unter den beteiligten Bildungseinrichtungen

• Vertiefung des Erfahrungsaustausches und der Weiterbildung von Sprachlehrern der beteiligten Bildungsträger

Eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Fachhochschulsektor ist ebenfalls vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 117

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Bezeichnung: Vermittlungszentrale für internationale Bildungsprogramme /6

Träger/Entwickler: CATT Linz in Kooperation mit oö. Bildungsinstitutionen

Ziel:

• Verbesserung des Zugangs für Lehrlinge, Schüler, Studenten und Fachkräfte zu ausländischen Bildungs- und Austauschprogrammen, sowohl im

EU-Raum als auch in osteuropäischen Ländern

• Integration ausländischen Know-hows in oberösterreichischen Unternehmen durch Aufnahme ausländischer Praktikanten

• Verbesserung der internationalen Kontakte und der Sprachkenntnisse

Inhalt:

Internationale Bildungsprogramme erhöhen nicht nur das Fachwissen der Teilnehmer, sondern auch deren Innovations- und

Problemlösungskapazität, und sie verbessern, sozusagen als Nebeneffekt, auch die Sprachkenntnisse und das interkulturelle Verständnis.

Aufnehmende Organisationen, insbesondere Unternehmen, haben den Vorteil, daß die Praktikanten nicht nur zum Teil neues Fachwissen

einbringen, sondern vor allem auch neue Sichtweisen. Daraus entsteht die Notwendigkeit, daß sich die eigenen Mitarbeiter mit internationalen

Fragen und anderen Sprachen auseinandersetzen, woraus sehr oft verbesserte Handelsbeziehungen zu den Herkunftsländern der Praktikanten

resultieren.

CATT Linz wickelt neben seiner Beratungstätigkeit bei Technologieförderungen und -kooperationsprojekten bereits seit 1990 erfolgreich

Auslandspraktika von Studenten im EU-Raum (oö. Studenten in EU-Firmen und EU-Studenten in oö. Firmen) im Rahmen der Förderprogramme

COMETT und LEONARDO sowie Auslandsaufenthalte von Lehrenden an oö. Fachhochschul-Studiengängen ab. Die Tätigkeit umfaßt

insbesondere den Abschluß sogenannter Rahmenverträge („Pools“) in den Förderprogrammen, die Auswahl von und Kooperation mit

ausländischen Partnerorganisationen mit ähnlichen Intentionen, die eigentliche Vermittlungstätigkeit zwischen sich bewerbenden Studenten und

anbietenden Firmen inklusive Suche und Auswahl derselben, die Abwicklung der Förderungen und die organisatorische Unterstützung etc.

Diese Tätigkeit soll nun in dreifacher Hinsicht erweitert werden: Erstens sollen Praktika nicht nur für Studenten angeboten werden, sondern auch

für Lehrlinge, Schüler und Fachkräfte. Zweitens sollen Austauschprogramme auch mit den osteuropäischen Staaten abgewickelt werden. Drittens

Strategisches Programm 2000+ 118

Linz, Juni 1998


sollen Partnerschaften zwischen in- und ausländischen Universitäten und Fachhochschulen im Sinne eines Abgleichs von Bildungsinhalten und im

Hinblick auf die wechselweise Anerkennung von Studieninhalten unterstützt werden. Zur Abwicklung der neuen Aufgaben ist eine personelle

Ausweitung des CATT vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 119

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Bezeichnung: Postgraduate Studium und Weiterbildungsangebot für “Design.Communication.Engineering“ /7

Träger/Entwickler: Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz in Zusammenarbeit mit Ars Electronica Center (AEC),

Universität Linz und dem Fachhochschul-Studiengang „Medientechnik und -design“ in Hagenberg

Ziel:

• Einrichtung von interdisziplinären und intermediären Weiterbildungsangeboten auf den Gebieten des Industrial und Medien-Design mit

Schwerpunkten in der Anwendung neuer Technologien im Designprozeß

Inhalt:

Mit dem neuen Bildungsangebot will die Kunsthochschule Linz Praktiker ansprechen, die in der Anwendung von Technologie auch mit

funktionalen und ästhetischen, sozialen und kulturellen Themen befaßt sind und insbesondere mit den neuesten Entwicklungen im Designprozeß

vertraut werden wollen.

Das Spektrum ist breit und umfaßt das Produktdesign eines gestalteten Möbels und das Industrial Design von Konsum- und Investitionsgütern

genauso wie das soziale Design einer Betriebsorganisation in der Büro- und Arbeitswelt und das Erlebnisdesign unserer Freizeit. Auch die visuelle

Darstellung komplexer kognitiver Lerninhalte und die Gestaltung von Kommunikationsprozessen im Multimedia-Bereich zählt zu den Themen-

bereichen des neuen Weiterbildungsangebotes. Ein Schwerpunkt liegt in der Anwendung der neuesten Informations- und Kommunikations-

technologien, aber auch neuer Erkenntnisse aus dem Werkstoff- und Verarbeitungsbereich im Designprozeß. Ebenfalls behandelt werden organisa-

torische und wirtschaftliche Fragen aus dem Berufsfeld des Designers.

Das Postgraduate Studium ist als viersemestriger Lehrgang gedacht, der mit einem international anerkannten Diplom (Master of Advanced Studies)

abschließt. Eine Palette von weiteren Bildungsveranstaltungen wird bedarfsorientiert entwickelt und reicht von Wochenendseminaren bis zu

Dreimonatskursen.

Die Kunsthochschule stellt die künstlerische, kultur- und gesellschaftswissenschaftliche Kompetenz sowie anwendungsbezogene Technologie-

entwicklungen zur Verfügung. Das Ars Electronica Center (AEC) bringt die künstlerischen und technologischen Möglichkeiten des Hauses und des

Future Labs mit ein. Die Universität Linz ergänzt das Angebot mit wissenschaftlich-technischem und betriebswirtschaftlichem Grundwissen, der

Fachhochschul-Studiengang „Medientechnik und -design“ vermittelt die Berufsfeldorientierung.

Strategisches Programm 2000+ 120

Linz, Juni 1998


Zentrales Anliegen dieses Vorhabens ist die Festigung einer Design-Kultur und -Gesinnung in einem technologisch-künstlerischen Umfeld und in

der wirtschaftlichen Anwendung. Eine enge Abstimmung wird mit dem Technology, Design & New Media Clearinghouse (siehe Kap. 4.1)

erfolgen.

Strategisches Programm 2000+ 121

Linz, Juni 1998


4.2 Bereich Berufliche Qualifikation 4.2.9 Sonstige Empfehlungen

Mit Rücksicht auf die begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten aus dem „Zukunftsfonds“ konnten weitere Maßnahmen aus

dem Bereich der berufsorientierten Aus- und Weiterbildung nicht in das Programm aufgenommen werden. Dazu zählen auch

die folgenden zwei Projekte, die eine starke sozial- und beschäftigungspolitische Komponente haben. Sie werden zur

Finanzierung aus anderen Programmen empfohlen:

• Das erste Projekt betrifft die Schaffung von Lehrplätzen in Betrieben oder Lehrwerkstätten und von Sonderprogrammen

für Jugendliche mit kognitiven, sozialen oder körperlichen Defiziten. Solche Programme laufen bereits bzw. sind in

Evaluierung. Das Finanzierungserfordernis umfaßt die Förderung von Betrieben, die solche Lehrstellen anbieten, und

Projekte wie z.B. Triathlon, Berufsschule Plus, Countdown.

• Das zweite Projekt beinhaltet die Einrichtung einer Landesförderung für Bildungsinvestitionen in Zeiten der

Arbeitslosigkeit. Damit soll wertvolle berufliche Erfahrung durch eine rasche Rückführung ins Arbeitsleben nicht

verloren gehen und gleichzeitig das Prinzip der wechselweisen Abfolge von Arbeit und Bildung realisiert werden. Die

Beteiligung des Landes an Arbeitsstiftungen als prinzipieller Lösungsansatz für alle aufgrund betrieblicher

Umstrukturierungsprozesse aus dem Arbeitsprozeß freigesetzten Arbeitnehmer soll dazu dienen, soziale Kompetenz und

Fachwissen zu erhalten.

Weiters wurden im vorliegenden „Strategischen Programm“ keine Maßnahmen berücksichtigt, die in der autonomen

Entscheidung der Universität liegen (neue Studienrichtungen und sonstige Änderungen im Studienangebot) oder Teil des

Wettbewerbsverhaltens kommerziell agierender Bildungsträger sind. Dies gilt auch für Projekte, bei denen - aus

welchen Gründen auch immer - eine Zusammenarbeit mehrerer Bildungsträger nicht zustandegekommen ist. So war es auch

im Bereich „Berufliche Qualifikation“ vorrangiges Ziel, anstelle der (wettbewerbsverzerrenden) Direktförderung einzelner

Bildungsinstitutionen die Kooperation zwischen diesen zum Vorteil der Bedarfsträger zu stimulieren.

Strategisches Programm 2000+ 122

Linz, Juni 1998


4. STRATEGIEN UND MAßNAHMEN

4.1 Technologie

4.2 Berufliche Qualifikation

4.3 Standortmarketing

Strategisches Programm 2000+ 123

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.1 Einleitung und Überblick

Die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaftsstandorten ist in der internationalen und nationalen

Wirtschaftspolitik und in der öffentlichen Diskussion zu einem bestimmenden Thema geworden. Insbesondere ist seit den

80er Jahren eine Verschärfung des globalen Wettbewerbs um Investitionen und damit um Arbeitsplätze, Einkommen und

materiellen Wohlstand festzustellen.

Die Ursachen dieser Entwicklung liegen vor allem:

• in der hohen und weiter steigenden Arbeitslosigkeit in den europäischen OECD-Ländern,

• in der politischen und wirtschaftlichen Öffnung der mittel- und osteuropäischen Länder mit einer neuen internationalen

Arbeitsteilung,

• in der zunehmenden internationalen Mobilität des Kapitals („Globalisierung“) mit einer starken Zunahme des Volumens

der grenzüberschreitenden Direktinvestitionen.*)

Es ist daher eine vorrangige Aufgabe der Politik auf allen Ebenen, sich verstärkt mit den Fragen der Standortqualität zu

beschäftigen. Wichtigste Zielgruppe sind die bestehenden Unternehmen. Durch die Verbesserung der

Rahmenbedingungen kann ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöht und ihr Bestand gesichert, Investitionen und Expansionen

stimuliert und die Abwanderung von Produktionen vermieden werden.

Strategisches Programm 2000+ 124

Linz, Juni 1998


*) Im Jahr 1995 hatten rund 39.000 multinational tätige Unternehmen rund 270.000 Töchter mit einem Kapitalstock von 2.700 Milliarden Dollar. In diesen 270.000

Niederlassungen wurden 1991 sechs Prozent des Weltsozialprodukts erzeugt. 1982 waren es nur zwei Prozent. 1995 erreichte der Zufluß an Direktinvestitionen in die

Industrieländer der OECD mit 203 Milliarden Dollar einen Höchstwert.

Strategisches Programm 2000+ 125

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.1 Einleitung und Überblick

Eine noch stärkere Bedeutung haben die Standortbedingungen für grenzüberschreitende Direktinvestitionen

(Neuansiedlungen, Übernahmen und Beteiligungen, Reinvestitionen). Diese Investitionen von Unternehmen mit einem

Headquarter außerhalb Österreichs haben gerade in den letzten zwei Jahrzehnten in stark zugenommen und können auch

in Zukunft einen wichtigen Beitrag für Wachstum und Beschäftigung leisten. Voraussetzung dafür sind gute

Standortbedingungen und eine professionelle Vermarktung des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich.

Standortmarketing umfaßt somit die konsequente Weiterentwicklung der Standortqualität für die unternehmerische

Tätigkeit sowie die Marktforschung und Werbung für den Wirtschaftsstandort . Zielsetzung ist die verstärkte

Ausrichtung der Politik in vielen Teilbereichen auf die wirtschafts- und standortpolitischen Erfordernisse, um die erreichten

hohen Standards bei Einkommen, sozialer Sicherheit und Umweltschutz zu erhalten bzw. weiter zu verbessern.

(Abschnitt 4.3.2)

Für ein Land mit relativ hohen Produktionskosten wie Österreich ist die Qualifikation der Erwerbstätigen und die

Innovationskraft der Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Daher bilden im „Strategischen Programm 2000+

die Themen anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung (Kapitel 4.1: Technologie) und Aus- und Weiterbildung

(Kapitel 4.2: Berufliche Qualifikation) Schwerpunkte. In den folgenden Abschnitten werden weitere, für die Standortqualität

und Standortentscheidungen wichtige Bereiche behandelt und Umsetzungsstrategien entwickelt:

⇒ Strategie 1: Ausbau der Infrastruktur

⇒ Strategie 2: Grundstücke, Aufschließung, Immobilien

⇒ Strategie 3: Verfahrensvereinfachung

⇒ Strategie 4: Wirtschaftsförderung

⇒ Strategie 5: Tourismusförderung

⇒ Strategie 6: Investorenmarketing

Strategisches Programm 2000+ 126

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.1 Einleitung und Überblick

Nach einer Überblicksdarstellung (4.3.3) werden diese sechs Strategien jeweils mit einer Analyse, den Zielen und

Maßnahmen (Abschnitte 4.3.4 bis 4.3.9) beschrieben. Ein großer Teil dieser Maßnahmen steht im Zusammenhang mit

klassischen Aufgabenbereichen der öffentlichen Verwaltung und ist daher aus den normalen Budgetmitteln zu finanzieren.

Detailbeschreibungen von sieben neuartigen Maßnahmen enthalten dann nähere Angaben über Träger/Entwickler, Ziel

und Inhalt (Abschnitt 4.3.10). Wo nicht anders angegeben, soll die Finanzierung dieser Maßnahmen aus dem

„Zukunftsfonds“ erfolgen.

Das vorliegende Programm mit seinen Strategien und Maßnahmen stellt eine in sich und auch mit den Bereichen

„Technologie“ und „Berufliche Qualifikation“ abgestimmte Basis für die Umsetzung dar. Dem Charakter einer strategischen

Planung entsprechend sind spätere Ergänzungen und Weiterentwicklungen vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 127

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.2 Aufgaben und Ziele

Standortmarketing beinhaltet wie das allgemeine Marketing, insbesondere das von Investitionsgütern, die kundenorientierte

Optimierung der Kosten/Nutzen-Relation des Produkts und eine professionelle Marktbearbeitung.

Standortmarketing hat demzufolge zwei Hauptaufgaben:

• Verbesserung der Standortbedingungen für die unternehmerische Tätigkeit

• Marktforschung und Werbung für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich

Es handelt sich dabei um Querschnittsaufgaben, die weder von einzelnen Ressorts oder Abteilungen, aber auch nicht von

einem Bundesland allein optimal gelöst werden können. Im Gegenteil bedarf es einer umfassenden Kooperation einer

Vielzahl von Einrichtungen auf der Ebene des Bundes, der Länder und der Gemeinden unter Beachtung der EU-weit

gültigen Rahmenbedingungen.

Von größter Wichtigkeit ist, daß die Politik auf allen Ebenen zu einem öffentlichen Meinungsklima beiträgt, in dem

aktives Unternehmertum, Investitionen und Innovation, Wissenschaft und Technik nicht als Bedrohung empfunden,

sondern als Voraussetzung für Beschäftigung, Wohlstand und Fortschritt in fast allen Bereichen des

gesellschaftlichen Lebens erkannt und genutzt werden.

Die wichtigste Zielgruppe für eine standortbezogene Wirtschaftspolitik sind die bereits bestehenden Unternehmen. Durch

die Verbesserung der Standortbedingungen soll deren Expansion gefördert bzw. deren Bestand gesichert werden. Darüber

hinaus ist es erforderlich, neue Unternehmen für den Wirtschaftsstandort zu gewinnen.

Bezüglich der Akquisition neuer Unternehmen stehen zwei große Zielgruppen im Vordergrund:

• Unternehmen, die aus den gegebenen Standortbedingungen und Stärken des Standortes komparative Standortvorteile

erzielen können (z.B. durch Kooperationen, Zulieferungen an bestehende Unternehmen)

Strategisches Programm 2000+ 128

Linz, Juni 1998


• Unternehmen aus Wachstumsbereichen, für die ein wettbewerbsneutraler Standort ist (z.B. im Bereich der

Informations- und Kommunikationstechnologie)

Strategisches Programm 2000+ 129

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.3 Strategien und Schwerpunkte

Verbesserung der Standortbedingungen für die unternehmerische Tätigkeit

Neben den in den vorstehenden Kapiteln 4.1: Technologie und 4.2: Berufliche Qualifikation beschriebenen Maßnahmen soll

die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes in folgenden wichtigen Bereichen verbessert werden:

Strategie 1: Ausbau der Infrastruktur

Die in weiten Bereichen sehr gut entwickelte Verkehrsinfrastruktur (Straße, Schiene, Schiff-, Luftverkehr) soll durch

Umschichtung von öffentlichen Mitteln nach den Bedürfnissen der Wirtschaft ausgebaut und die Telekommunikationsinfrastruktur

an internationale Standards angepaßt werden.

Strategie 2: Grundstücke für Aufschließung, Immobilien

Es soll die Bereitstellung eines differenzierten und hochqualitativen Angebotes an Immobilien (Grundstücke, Hallen,

Büroflächen, Industrie-, Wirtschafts- und Gewerbeparks) für Erweiterungen, Umsiedlungen und Neuansiedlungen gefördert

werden.

Strategie 3: Verfahrensvereinfachung

Die rechtlichen und verfahrenstechnischen Rahmenbedingungen für Investitionen, Unternehmensgründungen und die

Unternehmensführung sollen durch Vereinfachung und Verkürzung der Genehmigungsverfahren weiter verbessert werden.

Strategisches Programm 2000+ 130

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.3 Strategien und Schwerpunkte

Strategie 4: Wirtschaftsförderung

Neben einer Erhöhung der Wirtschaftsförderungsmittel des Landes sollen neue Schwerpunkte in der Investitions-, Gründer-

und Exportförderung gesetzt und damit Beschäftigungseffekte ausgelöst werden.

Strategie 5: Tourismusförderung

Durch verstärkte Kundenorientierung und Spezialisierung, Leitprojekte und den Ausbau der elektronischen Informations-,

Reservierungs- und Buchungssysteme soll die Tourismus- und Freizeitwirtschaft neue Impulse erfahren.

Marktforschung und Werbung für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich

Strategie 6: Investorenmarketing

Auf der Basis eines systematischen Benchmarking (Stärken/Schwächen-Analyse) und der Beobachtung der Trends für

grenzüberschreitende Investitionen soll die Marktbearbeitung gezielt ausgeweitet und als umfassendes Serviceangebot

(„one-stop-shop“) mit Vorrang auf bestimmte Länder (Deutschland, Schweiz, Tschechien) und Wirtschaftssparten (Cluster,

Zukunftstechnologien) ausgerichtet werden.

Strategisches Programm 2000+ 131

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.3 Strategien und Schwerpunkte

Schwerpunkte des in den folgenden Abschnitten im Detail ausgeführten Maßnahmenkataloges sind:

• Erstellung eines mehrjährigen Infrastrukturausbauprogrammes(#)

• Schaffung einer Infrastrukturfonds/Bauland GmbH zur Förderung und Beschleunigung standortverbessernder

Investitionen und zur Verbesserung des Immobilienangebotes durch eine aktive Bodenpolitik

• Entwicklung eines Telekommunikationsprogrammes für den Ausbau der Telekom-Infrastruktur(#)

• Erstellung eines Raumordnungskonzeptes für die Betriebsansiedlung in

• Einführung eines jährlich fortzuschreibenden Standortverbesserungs-Aktionsprogrammes(#)

• Einsetzung einer Arbeitsgruppe „Gesetze, Verfahren“ zur Vereinfachung der Genehmigungsverfahren

• Ausbau der Gründerförderung in Form einer Unternehmensgründungsoffensive

• Ausbau der Exportförderung durch Förderung internationaler Unternehmenskooperationen

• Ausbau der Finanzierungs- und Förderungsberatung für Unternehmen

• Ausbau des branchen- und clusterorientierten Standortmarketing in der TMG(#)

Über die mit (#) gekennzeichneten Maßnahmen wird im „Jährlichen Technologie- und Standortbericht“, der der oö.

Landesregierung vorzulegen ist, berichtet.*)

Strategisches Programm 2000+ 132

Linz, Juni 1998


*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 6.3

Strategisches Programm 2000+ 133

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.4 Strategie 1: Ausbau der Infrastruktur

Analyse

Eine gute Infrastruktur ist nach wie vor eine wichtige, nahezu selbstverständliche Standortbedingung. Neben der Verkehrsinfrastruktur

(Straße, Schiene, Schiff-, Luftverkehr) gewinnt die Telekommunikationsinfrastruktur immer mehr

an Bedeutung. Die Budgetprobleme und die sich daraus ergebenden Sparmaßnahmen aller Gebietskörperschaften haben zu

einem Rückgang des Anteils öffentlicher Investitionen an den Gesamtausgaben geführt. Darüber hinaus werden immer

wieder wichtige Investitionsprojekte verzögert und verhindert. Diese Entwicklung kann mittelfristig zu einem spürbaren

Nachteil für den gesamten Wirtschaftsstandort , aber insbesondere für einzelne Regionen werden.

Ziele

Durch Umschichtung der Ausgaben der Gebietskörperschaften sollen zusätzliche Mittel für den Ausbau der

wirtschaftsbezogenen Infrastruktur zur Verfügung stehen. Von großer Bedeutung ist, daß seine berechtigten Interessen

beim Ausbau der nationalen und transeuropäischen Verkehrsnetze auf Bundesebene mit Nachdruck vertritt. Die Integration

des Personen- und Güterverkehrs ist dabei ebenso zu berücksichtigen wie die Optimierung der Schnittstellen zwischen den

einzelnen Verkehrsträgern. Beim Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur geht es insbesondere um eine Anpassung an

internationale Standards.

Maßnahmen

• Erstellung eines mehrjährigen Infrastrukturausbauprogrammes, das jährlich fortgeschrieben bzw. ergänzt wird.*)

• Umschichtung der Ausgaben im Landesbudget zu Gunsten der öffentlichen Investitionen

• Vorziehen wichtiger Projekte und Übernahme der Vorfinanzierungskosten durch das Land

• Mitfinanzierung wichtiger Investitionsprojekte durch private Investoren (Banken, Immobiliengesellschaften)

• Schaffung einer Infrastrukturfonds/Bauland GmbH**) für die Förderung und Beschleunigung standortverbessernder

Investitionen

Auf den Folgeseiten werden die Verkehrsbereiche Straße, Schiene, Schiff- und Luftverkehr und der Telekommunikationsbereich

im Detail behandelt.

Strategisches Programm 2000+ 134

Linz, Juni 1998


*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 6.3

**) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 1 im Abschnitt 4.3.9

4.3 Standortmarketing 4.3.4.1 Straße

Analyse

verfügt über eine gute wirtschaftsgeographische Lage innerhalb Österreichs und in Relation zum wichtigsten

Handelspartner Deutschland. Die Einbindung in das nationale und internationale Straßennetz (Westautobahn A1,

Innkreisautobahn A8, Pyhrnautobahn A9) ist ein Standortvorteil Oberösterreichs gegenüber anderen Bundesländern. Dieses

hochrangige Straßennetz ist jedoch unvollständig und in Teilbereichen überlastet.

Ziele

Die im Autobahnnetz bestehenden Lücken sollen möglichst rasch geschlossen und die Schwachstellen bei der Anbindung

wichtiger Wirtschaftsregionen behoben werden.

Maßnahmen

In der Folge werden einige wichtige Straßenbauvorhaben, deren Realisierung eingeleitet bzw. beschleunigt werden sollte,

angeführt. Die Aufzählung ist weder vollständig, noch können aus der Reihenfolge Prioritäten abgeleitet werden.

Im Bereich des grenzüberschreitenden Ausbaues der Straßenwege geht es vor allem um den Ausbau der Achse Linz - Prag

und der Autobahn München - Simbach und von Simbach nach Pocking. Von großer Bedeutung für ist die möglichst

rasche Schließung bestehender Autobahnlücken (Westspange Wels und Pyhrnautobahn) und die Erhöhung der

Leistungsfähigkeit der Autobahnen im Zentralraum (sechsspuriger Ausbau der Westautobahn von Enns bis Sattledt). Im

Raum Linz gilt es, den Nord-Südverkehr durch eine Ostspange aus dem Stadtgebiet abzuleiten. Von großer regionaler

Bedeutung sind auch die im Bau befindliche neue Anbindung Richtung Ebelsberg/Asten und die geplante Donaubrücke

westlich von Linz.

Strategisches Programm 2000+ 135

Linz, Juni 1998


Für den Raum Steyr ist der Ausbau der Straßenverbindung nach Enns von hoher Dringlichkeit. Voraussetzung für die

Erschließung des Ennshafens und der angrenzenden Industriegebiete ist die rasche Realisierung der Verlegung der B1. Für

den Raum Braunau sind Verbesserungen der Verbindung nach Salzburg und der Anbindung an die Innkreisautobahn

(Anschlußstelle Ort) von Wichtigkeit. Der Bau einer neuen Salzachbrücke im Raum Ostermiething wird vor allem für den

westlichen Teil des Bezirkes eine Aufwertung bringen.

4.3 Standortmarketing 4.3.4.2 Schiene

Analyse

Analog dem Straßennetz ist auch das hochrangige Schienennetz in gut ausgebaut. Oberösterreich hat sowohl bezüglich

des Gütertransitverkehrs als auch des Ziel/Quell-Verkehrs auf der Schiene eine führende Rolle. Der Schienengüterverkehr

wird nach der Stagnation der vergangenen Jahre auf Grund der Kapazitätsengpässe auf der Straße sowie der Umwelt- und

Kostenfaktoren an Bedeutung gewinnen.

Ziele

Die Infrastruktur für den Schienenverkehr in soll beschleunigt modernisiert werden. Dazu ist es nötig, mit dem Bund

bzw. der ÖBB zusammenzuarbeiten und die berechtigten oberösterreichischen Anliegen durchzusetzen.

Maßnahmen

Wichtige Projekte sind (beispielhafte Aufzählung):

• Beschleunigter Ausbau der Westbahnstrecke zwischen St. Valentin und Wels

Strategisches Programm 2000+ 136

Linz, Juni 1998


• Umbau des Verschiebebahnhofes in Linz

• Ausbau der Schienenverbindung Linz - Summerau - Prag und direkte Einbindung in die Westbahn bei St. Valentin

• Ausbau der Bahnstrecke Wels - Braunau - München insbesondere für den Güterverkehr

4.3 Standortmarketing 4.3.4.3 Schiffverkehr/Luftverkehr

Analyse

Ein wesentlicher Standortvorteil Oberösterreichs ist die Donau als Wasserstraße für den Gütertransport und die

Verfügbarkeit leistungsfähiger Hafen- und Umschlagseinrichtungen mit der Möglichkeit zur Verknüpfung von Straße,

Schiene und Schiff als Transportmittel.

Bezüglich des Luftverkehrs ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Anbindung an die internationalen Großflughäfen

Frankfurt und Zürich zu verbessern und neue Flugverbindungen in andere europäische Städte einzurichten.

Ziele

• Upgrading aller Einrichtungen, die eine stärkere Nutzung der Donau als Gütertransportweg begünstigen.

• Weitere Modernisierung und Ausbau des Flughafens Linz als eine „Visitenkarte“ für .

Maßnahmen

• Weiterer Ausbau des Hafens Enns (die Investition zur Verlängerung des Hafenbeckens ist bereits beschlossen)

Strategisches Programm 2000+ 137

Linz, Juni 1998


• Rascher Bau der neuen B1 als leistungsfähige Anbindung des Hafens Enns und der anschließenden Betriebsbau- und

Industriegebiete

• Ausbau und Modernisierung des Flughafens Linz

• Weitere Verbesserung des Angebotes im Linienflugverkehr

• Verstärkte Nutzung des Umfeldes des Flughafens Linz für wirtschaftliche Aktivitäten

• Verbesserung der Verkehrsanbindung des Flughafens Linz an öffentliche Verkehrsmittel (Einbindung in das Verkehrskonzept

für den oö. Zentralraum)

4.3 Standortmarketing Telekommunikation

Analyse

Die Leistungsfähigkeit der Telekommunikationsinfrastruktur und die Kosten für Telefon und Datentransfer haben als

Standortfaktoren stark an Bedeutung gewonnen. Österreich hat in den letzten Jahren bezüglich des Standards der Telekom-

Infrastruktur den Rückstand zu den führenden Industrienationen verringert. Bezüglich der Kosten für Geschäftskunden und

den Datentransfer liegen die österreichischen Tarife allerdings immer noch im internationalen Spitzenfeld.

Durch die 1998 eingetretene Aufhebung der letzten Monopolbereiche der Post und Telekom Austria (PTA) ist eine weitere,

deutliche Verbesserung des Angebots und der Tarife für Geschäftskunden zu erwarten. Von den rund 558.000

Telefonanschlüssen in sind bereits mehr als 447.000 an das digitale Netz (OES) angeschlossen. Dies entspricht einer

beachtlichen Dichte von 45 Anschlüssen je 100 Einwohner. hat auch eine führende Rolle beim Ausbau des

Datenhighways. Die PTA-Netze ATM und MAN sind in den Ballungsräumen schon jetzt voll und in naher Zukunft

flächendeckend ausgebaut. Mit rund 8.000 ISDN-Anschlüssen mit weit über 20.000 Nutzkanälen, mit Datendiensten wie

DDL-L, DDL-L Highspeed, DDL-S, Datex-P X.25 und Frame Relay steht der oö. Wirtschaft in Summe ein

flächendeckendes, leistungsfähiges Universalnetz in praktisch jeder gewünschten Bandbreite zur Verfügung.

Strategisches Programm 2000+ 138

Linz, Juni 1998


Ziele

• Weitere Verbesserung der Telekom-Infrastruktur entsprechend den Bedürfnissen der oö. Unternehmen

• Weitere Reduktion der Kosten für Telefon und Datentransfer

• Entwicklung und Realisierung von Pilotprojekten im Telekom-Bereich

• Verstärkte Information und Beratung über die Nutzungsmöglichkeiten der Telekommunikation in KMU (Datenbanken,

Internet....)

Maßnahmen

Erstellung eines Telekommunikationsprogrammes *) und jährliche Berichtlegung **)

*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 4.3.9

**) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 6.3

4.3 Standortmarketing 4.3.5 Strategie 2: Grundstücke, Aufschließung, Immobilien

Analyse

Das Angebot an geeigneten Flächen und Gebäuden ist nach wie vor ein wichtiger Faktor für die Standortwahl. Weitere

Faktoren aus der Sicht des standortsuchenden Unternehmens sind die Qualität der Infrastruktur, die Nachbarschaftsverhältnisse

und der Preis.

Es gibt ein großes Angebot an für die gewerbliche Nutzung gewidmeten Flächen in , aber vor allem in

Verdichtungsgebieten einen quantitativen und qualitativen Fehlbestand. Generell ist eine fehlende Schwerpunktbildung bei

Betriebsbaugebieten (Industrie-, Wirtschafts- und Gewerbeparks) festzustellen. Es besteht auch ein Defizit an geeigneten

Immobilien (Hallen, Büros).

Ziele

Strategisches Programm 2000+ 139

Linz, Juni 1998


• Schaffung eines ausreichenden und differenzierten Angebotes an qualitativ hochwertigen Flächen für die gewerbliche

Nutzung in Übereinstimmung mit der zu erwartenden Nachfrage (Erweiterungen, Umsiedlungen, Neuansiedlungen) in

den nächsten 5 bis 10 Jahren in den verschiedenen Regionen

• Festlegung von Schwerpunkten für die Betriebsansiedlung

Strategisches Programm 2000+ 140

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.5 Strategie 2: Grundstücke, Aufschließung, Immobilien

Maßnahmen

• Erstellung eines Raumordnungskonzeptes für die Betriebsansiedlung in *)

• Verstärkte Unterstützung der aktiven Bodenpolitik und von Aufschließungsmaßnahmen der Gemeinden mit

Landesmitteln

• Entwicklung von „private-public-partnership“-Modellen für die Schaffung und Verbesserung des Immobilienangebotes

• Errichtung einer eigenen Gesellschaft für eine aktive Bodenpolitik - Infrastrukturfonds/Bauland GmbH **)

• Ausbau der Technologie- und Gründerzentren***) sowie der Industrie-, Wirtschafts- und Gewerbeparks

• Zusammenfassung der mit Landesmitteln geförderten Projekte in ein jährlich fortzuschreibendes Standortverbesserungs-Aktionsprogramm****)

Strategisches Programm 2000+ 141

Linz, Juni 1998


*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 3 im Abschnitt 4.3.9

**) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 1 im Abschnitt 4.3.9

***) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 18 im Abschnitt 4.1.8

****) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 6.3

Strategisches Programm 2000+ 142

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.5 Strategie 2: Grundstücke, Aufschließung, Immobilien

Konkrete Projekte

Die in der Folge angeführten Projekte wurden unter Einbeziehung der TMG bzw. des Landes entwickelt. Sie befinden

sich in einem unterschiedlichen Stand der Realisierung; bei einigen ist die Entscheidung über die Realisierung noch nicht

gefallen. Auch diese Projektliste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Industriegebiet Ennshafen

Das rund 100 Hektar große im Besitz der OMV AGROLINZ MELAMIN befindliche Industriegrundstück ist einer der

attraktivsten Industriestandorte. Mit Ausnahme eines leistungsfähigen Straßenanschlusses verfügt das Areal über eine

ausgezeichnete Infrastruktur (Hafen, Bahn, Kanal, Abfallentsorgung, Kühl- und Nutzwasser, Gas ...). Der rasche Neubau der

B1 ist nicht nur eine Voraussetzung für eine optimale, bewohnerfreundliche Nutzung des Hafens, sondern auch für die

Vermarktung des Industriegeländes.

Betriebsbaugebiet Enns

Das rund 70.000 m2 (brutto) große Betriebsbaugebiet zwischen dem Industrie- und Siedlungsgebiet Enns wird von der TMG

in Zusammenarbeit mit der AGROLINZ MELAMIN und der Stadt Enns erschlossen und verwertet. Die Aufschließung des

Gebietes soll von Stadt und Land mitfinanziert werden.

Industriegebiet Braunau/Neukirchen

Das rund 80 Hektar große Industriegebiet im Anschluß an die AMAG befindet sich im Eigentum der Stadt Braunau (1/3)

und der AMAG (2/3). Dieses Areal ist vor allem durch seine Grenzlage zu Bayern und das gute industrielle Umfeld des

Standortes Braunau sowie durch die konkreten Kooperationsmöglichkeiten mit der AMAG für Betriebsansiedlungen

Strategisches Programm 2000+ 143

Linz, Juni 1998


esonders geeignet. Das Projekt soll entscheidungsreif aufbereitet und bei einem positiven Ergebnis der Machbarkeitsprüfung

schrittweise realisiert werden.

Strategisches Programm 2000+ 144

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.5 Strategie 2: Grundstücke, Aufschließung, Immobilien

Betriebsbaugebiete Trimmelkam und Ostermiething

Die Aufschließung und Verwertung der Flächen der ehemaligen SAKOG ist in enger Zusammenarbeit zwischen der

Gemeinde St. Pantaleon und der TMG erfolgt. Auf dem Gelände ist die Errichtung einer Gewerbehalle durch private

Investoren oder in einer „private-public-partnership“ geplant. Das rund 300.000 m2 große Betriebsbaugebiet in

Ostermiething ist vor allem für die Ansiedlung umweltfreundlicher Betriebe geeignet.

Südpark Linz - VOEST-ALPINE Linz

In Linz-Pichling stehen rund 500.000 m2 für die Ansiedlung umweltfreundlicher Betriebe zur Verfügung. Die VOEST-

ALPINE STAHL bietet verschiedene Teilflächen im Ausmaß von insgesamt 200.000 m2 zum Verkauf an. Dieses Angebot

wird in den nächsten Jahren um weitere, nicht benötigte Betriebsflächen aufgestockt werden. Die Vermarktung dieser

Flächen erfolgt in Zusammenarbeit von Bund, Land (TMG) und Stadt Linz (AWB) im Rahmen des RESIDER II-

Programmes der EU.

Weitere Projekte

Neben den genannten Projekten gilt es, in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden und privaten Projektentwicklern

und Projektträgern weitere hochwertige Standortangebote zu schaffen. Beispiele für solche Projekte, die einer Prüfung bzw.

Machbarkeitsuntersuchung zugeführt werden sollen, sind:

• das Gebiet entlang der künftigen Westspange Wels bis zum Autobahnkreuz Voralpen

• verfügbare und aus der Sicht der Raumordnung und Straßenplanung geeignete Gebiete bei Autobahnabfahrten

• das „Stadtgut“ in Steyr und die Angebote der Region Steyr (durch FAZAT)

Strategisches Programm 2000+ 145

Linz, Juni 1998


• das Umfeld des Flughafens Linz

• Betriebsbaugebiete im Bereich der Vöckla-Ager-Zone (in Zusammenarbeit mit der REVA)

Strategisches Programm 2000+ 146

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.6 Strategie 3: Verfahrensvereinfachung

Analyse

Der rechtliche Rahmen für die Gründung und den Betrieb eines Unternehmens ist von entscheidender Bedeutung für die

Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Standorten.

Für die Unternehmen sind dabei folgende Faktoren von Bedeutung:

• die Investitions- und Betriebskosten, die durch gesetzliche und behördliche Auflagen verursacht werden (im Vergleich zu

den Mitbewerbern)

• die Dauer von Genehmigungsverfahren

• der Zugang zu Gewerben und Märkten

Oberösterreich hat in den vergangenen Jahren erfreuliche Erfolge bezüglich der Beschleunigung von behördlichen

Genehmigungsverfahren für Betriebsanlagen erzielt (Raumordnungs-, Bau-, Gewerbe- und Wasserrecht). Die

durchschnittliche Verfahrensdauer für Betriebsanlagengenehmigungen konnte in der ersten Instanz von 10 Monaten (1991)

auf unter drei Monate (1996) gesenkt werden. Bei Verfahren, die von höheren Instanzen entschieden werden, hat sich die

durchschnittliche Dauer von 3 Jahren (1991) auf 6 Monate (1996) verringert.

Strategisches Programm 2000+ 147

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.6 Strategie 3: Verfahrensvereinfachung

Ziele

• Die Dauer der Genehmigungsverfahren soll weiter verkürzt werden, ohne die erreichten und in den hochentwickelten

Industrieländern gültigen Standards des Umwelt-, Arbeitnehmer- und Nachbarschaftsschutzes in Frage zu stellen. Auf

Grund der bisherigen Erfolge können aber nur noch graduelle Verbesserungen erzielt werden.

• Beschleunigungen und Vereinfachungen sollen vor allem bei komplexen und sensiblen Projekten mit höherer

Umweltrelevanz erreicht werden.

• Bei der Festlegung von Standards ist verstärkt auf die Verhältnisse in den anderen westeuropäischen Ländern Bedacht zu

nehmen.

Maßnahmen

• Überprüfung und weitere Vereinfachung der einschlägigen Gesetze und Verfahrensbestimmungen auf Bundes- und

Landesebene

• Weitere Verbesserungen bezüglich der Verfahrensabläufe (EDV-Einsatz, Projektmanagement, Information und

Projektberatung, Internet, laufendes „Benchmarking“ - „best-practice-Modelle“, Information und Schulung...)

• Einsetzung einer Arbeitsgruppe „Gesetze, Verfahren“ aus Beamten, Wissenschaftlern, Vertretern der Sozialpartner und

der Unternehmen für Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Verfahrensabläufe (Koordination: TMG, Abteilung

Gewerbe im Amt der oö. Landesregierung)

Strategisches Programm 2000+ 148

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.7 Strategie 4: Wirtschaftsförderung

Analyse

Neben den vorstehend beschriebenen Rahmenbedingungen (Standortfaktoren) hat auch die direkte Wirtschaftsförderung

einen Einfluß auf Investitions- und Standortentscheidungen von Unternehmen. Diese Möglichkeiten zur direkten

Wirtschaftsförderung sind durch die Wettbewerbsbestimmungen der EU geregelt und begrenzt. Außerhalb der nationalen

Fördergebiete ist grundsätzlich nur die Förderung von F&E, Umweltschutzinvestitionen und Qualifikationsmaßnahmen

möglich.

Ziele und Maßnahmen

• Die Ausgaben des Landes für die direkte Wirtschaftsförderung sollen generell erhöht werden. Vor allem für das Euro-

Wirtschaftsförderungsprogramm (EWP), das Betriebsansiedlung-Impuls-Programm (BIP) und die in der Folge

angeführten Förderungen sollen mehr Mittel als bisher zur Verfügung stehen.

Die Höhe der Investitionsförderung soll sich vor allem an folgenden Kriterien orientieren:

− Zahl der zu schaffenden bzw. zu sichernden Arbeitsplätze

− Internationale und nationale Standortkonkurrenz für das Vorhaben

− Exportwert bzw. Wert der Importsubstitution

− Regionale Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage

− Technologische Kriterien

− Erwartete Verbesserung der internationalen Wettbewerbsstärke des Unternehmens

Strategisches Programm 2000+ 149

Linz, Juni 1998


• Die in eingeleitete Anhebung der öffentlichen Ausgaben für die Verbesserung von Rahmenbedingungen und die

verstärkte Förderung von Beratungsleistungen, vor allem auf den Gebieten F&E, Marketing und Unternehmensorganisation,

soll fortgesetzt werden.

• Verstärkte Förderung von produktionsnahen Dienstleistern und von Zukunftstechnologien (Informationstechnologie,

Neue Medien ...)

4.3 Standortmarketing 4.3.7 Strategie 4: Wirtschaftsförderung

• Ausbau des Programmes zur Förderung von Unternehmensgründungen - Unternehmensgründungsoffensive (GO)

*)

• Förderung von internationalen Unternehmenskooperationen **)

• Ausbau der Finanzierungs- und Förderungsberatung***) für Unternehmen

• Verstärkte Orientierung der Wirtschaftsförderung des Landes an den Zielsetzungen des „Strategischen Programmes

2000+“ (Cluster, produktionsnahe Dienstleister, Förderung von Kooperationen, Ansiedlungen ...)

• Möglichst weitgehende Erhaltung der bestehenden, von der EU festgelegten, „Fördergebietskulisse“ in (Teile des

Innviertels, Mühlviertels und Region Steyr-Kirchdorf sowie das Sonderfördergebiet Ennshafen) und des

Förderinstrumentariums für die direkte Investitionsförderung. Dies ist insbesondere für Investitionen, bei denen in

direktem Standortwettbewerb mit anderen österreichischen und ausländischen Regionen steht, von Bedeutung.

• Gesonderte Maßnahmen zur Förderung des Exports durch das Land (Marktstudien, Beratung, Vertriebsaufbau,

Sprachausbildung...)

Strategisches Programm 2000+ 150

Linz, Juni 1998


*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 4 im Abschnitt 4.3.9

**) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 5 im Abschnitt 4.3.9

***) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 6 im Abschnitt 4.3.9

Strategisches Programm 2000+ 151

Linz, Juni 1998


4.3 Standortmarketing 4.3.8 Strategie 5: Tourismusförderung

Analyse

Der klassische Tourismus („Sommerfrische“) stagniert bzw. ist rückläufig. Die Tourismusförderung hat dem Ausbau der

touristischen Infrastruktur und der Schaffung von „Attraktionen“ für Gäste zu wenig Bedeutung beigemessen. In der

Tourismus- und Freizeitwirtschaft besteht auch weiterhin ein Mangel an strategischer Orientierung, Spezialisierung und

Kooperation. Im Gegensatz dazu waren Betriebe und Regionen, die eigenständige, hoch qualitative Angebote entwickelt

haben, auch in schwierigen Tourismusjahren erfolgreich.

Ziele und Maßnahmen

• Schaffung bzw. Sicherung von guten, möglichst ganzjährigen Arbeitsplätzen und Erhöhung der Wertschöpfung durch

verstärkte Kundenorientierung und Spezialisierung im Tourismus.

• Entwicklung von umfassenden und spezifischen, hochqualitativen Angeboten. Marktchancen ergeben sich u.a. in

folgenden Bereichen:

− Gesundheit, Kur, Erholung („Wellness“) für den privaten Kunden

− Bildung, Seminare, Kongresse, Kultur

− Sport, Bewegung (Wandern, Radfahren, Reiten, Golf...)

• Der vom Land eingeschlagene Weg der Förderung der Infrastrukturentwicklung und der Realisierung von

Leitprojekten, wie die Thermenregion Innviertel, soll fortgesetzt werden.

Strategisches Programm 2000+ 152

Linz, Juni 1998


• Von besonderer Bedeutung ist auch der Einsatz elektronischer Informations-, Reservierungs- und Buchungssysteme im

Tourismus (Ausbau, Weiterentwicklung und Marketing von TIScover unter Einbindung von bestehenden Regionalen

Informationssystemen mit touristischen Inhalten und in Kooperation mit privaten Providern).

4.3 Standortmarketing 4.3.9 Strategie 6: Investorenmarketing

Analyse

Österreich - und damit auch Oberösterreich - kann seine guten Standortbedingungen für die Akquisition von Investitionen

ausländischer Unternehmen nicht optimal nutzen. Die Ursachen sind vor allem: Informationsdefizite bei

Entscheidungsträgern (die mit zunehmender geographischer Distanz steigen) und der im internationalen Vergleich relativ

geringe Ressourceneinsatz für die Marktbearbeitung (Austrian Business Agency und Ländergesellschaften...). Die Folge ist,

daß Österreich in vielen Fällen gar nicht auf die sogenannte „long-list“ bei Standortprüfungen von Unternehmen gesetzt

wird.

Österreich und insbesondere Oberösterreich ist ein Standort mit relativ hohen Produktionskosten, aber auch mit hoher

Produktivität, wirtschaftlicher, politischer und sozialer Stabilität und Lebensqualität. Die folgende Stärken/Schwächen-

Analyse bezieht sich auf die höherentwickelten Industrieregionen Zentraleuropas, vor allem auf den deutschsprachigen

Raum (Deutschland, Schweiz). Viele der in der Folge angeführten Standortstärken und -schwächen sind gleichermaßen für

das gesamte Bundesgebiet und Oberösterreich gültig. Darüberhinaus hat Oberösterreich im Vergleich mit anderen

Bundesländern aber spezifische Standortvoraussetzungen.

Stärken/Chancen

Strategisches Programm 2000+ 153

Linz, Juni 1998


• Der bedeutendste Standortvorteil Österreichs liegt in der hohen Qualifikation und Motivation der Erwerbstätigen.

• Eine internationale Spitzenstellung hat Österreich auch hinsichtlich der Qualität der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-

Beziehung. Die Sozialpartnerschaft hat Österreich zu einem Land mit einer nahezu völligen Absenz von Arbeitskämpfen

im privatwirtschaftlichen Sektor gemacht.

• Qualifikation und moderne Produktionsmethoden bewirkten einen besonders starken Zuwachs an Produktivität im

warenproduzierenden Sektor. Österreich hat bezüglich der Produktivität je Arbeitnehmer in der ersten Hälfte der 90er

Jahre Deutschland (alte Bundesländer) überholt.

4.3 Standortmarketing 4.3.9 Strategie 6: Investorenmarketing

• Die Arbeitskosten je Stunde in der Industrie liegen in Österreich über dem EU-Durchschnitt. Gegenüber Deutschland hat

Österreich aber seit längerer Zeit einen Arbeitskostenvorteil von rund 15 Prozent.

• Die Lohnstückkosten in der österreichischen Industrie sind im langfristigen Vergleich gegenüber unseren Handelspartnern

gesunken. 1997 hatte Österreich diesbezüglich die beste Position seit 30 Jahren.

• Die österreichische Unternehmensbesteuerung (Gewinnsteuer) liegt im europäischen Mittelfeld. Gegenüber Deutschland

haben die Unternehmen in Österreich einen Bonus von rund 20 Prozentpunkten.

• Durch die Mitgliedschaft in der EU seit 1.1.1995, die Teilnahme an der EWU von Beginn an und durch das

Wirksamwerden des Schengen-Abkommens ab 1.4.1998 mit dem Wegfall der Grenzkontrollen in Kerneuropa ist

Österreich voll in die EU integriert.

• Zusätzlich bietet Österreich durch seine historischen, wirtschaftlichen, kulturellen und persönlichen Verbindungen mit

Osteuropa eine hervorragende Basis für die Bearbeitung dieser Märkte. Durch die Osterweiterung der EU wird sich diese

strategische Position Österreichs weiter verbessern.

• Bezüglich der Lebens- und Umweltqualität, der Sicherheit für Personen und Eigentum und der politischen und

wirtschaftlichen Stabilität liegt Österreich an der europäischen Spitze. Dies ist insbesondere für international tätige Hightech-Unternehmen

von großer Bedeutung.

Strategisches Programm 2000+ 154

Linz, Juni 1998


• Durch die Nachbarschaft ergeben sich für Oberösterreich besondere Chancen aus einer Intensivierung der wirtschaftlichen

Zusammenarbeit mit Tschechien.

Schwächen/Bedrohungen

Aus der Sicht österreichischer Unternehmungen (WIFO-Befragung 1997) liegen die Defizite des Wirtschaftsstandortes

Österreich vor allem

• beim Aufwand für administrative Auflagen, Umweltvorschriften, Regulierungen und Genehmigungsverfahren sowie

• bei den Energie- und Telekommunikationskosten.

4.3 Standortmarketing 4.3.9 Strategie 6: Investorenmarketing

Ziele

• Ausweitung und Verstärkung der Vermarktung der Wirtschafts- und Technologieregion Oberösterreich

• Konzentration auf Länder- und Branchenschwerpunkte

Maßnahmen

• Ausbau des branchen- bzw. clusterorientierten Standortmarketing*) in der TMG und jährliche Bericht-legung**)

Nachstehende Branchen sollen vorrangig behandelt werden:

− Informations- und Kommunikationstechnologie (Software, Multimedia, Internet, Telekom...)

− Chemie, Kunststoffe (insbesondere Feinchemie und pharmazeutische Industrie)

− Metallverarbeitung, Anlagen- und Maschinenbau

− Automation und Robotertechnik, Präzisionsmaschinen

Strategisches Programm 2000+ 155

Linz, Juni 1998


− KFZ und Autokomponenten

− Call Center

− Industrienahe Dienstleister, Transport/Logistik, Service-Centers

− Unternehmens- und Steuerberater (als Multiplikatoren)

• Ausbau der Zusammenarbeit der TMG mit den Sozialpartnern, den bestehenden regionalen Entwicklungsgesellschaften

bzw. -einrichtungen***) sowie mit Euregios und Regionalmanagementstellen in den EU-Zielgebieten, den

kooperationswilligen Gemeinden und Städten mit attraktiven Standortangeboten und den Unternehmen.

*) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 7 im Abschnitt 4.3.9

**) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 2 im Abschnitt 6.3

***) Linz - Amt für Wirtschaft und Betriebsansiedlung (AWB), Wels - Wirtschaftsberatungs- und Ansiedelungsgesellschaft Wels (WBA), Steyr - Forschungs- und

Ausbildungszentrum für Arbeit und Technik (FAZAT), Vöckla-Ager - Regionale Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Vöckla-Ager (REVA)

4.3 Standortmarketing 4.3.9 Strategie 6: Investorenmarketing

• Regionale Konzentration der Aktivitäten

Das mit Abstand wichtigste Herkunftsland ausländischer Direktinvestitionen in Österreich und war und bleibt auch

für die Zukunft Deutschland. An zweiter Stelle folgt mit deutlichem Abstand die Schweiz. Vor allem auf diese Länder

sollen in Abstimmung mit der Austrian Business Agency (ABA) die Marketingaktivitäten konzentriert werden. In den

anderen EU-Ländern und den USA soll nur in definierten Regionen und Zielmärkten eine Marktbearbeitung erfolgen,

wobei eine Vorreiterrolle der Austrian Business Agency (ABA) zukommt.*) Eine Ausnahme bildet die Tschechische

Republik, deren Unternehmen sowohl als Kooperationspartner als auch als Investoren für an Bedeutung gewinnen.

Diese Aktivitäten sollen intensiviert werden.

• Konzentration auf bestimmte Typen von Unternehmen

Strategisches Programm 2000+ 156

Linz, Juni 1998


Die knappen personellen und finanziellen Ressourcen zwingen zu einer Konzentration der Aktivitäten auf bestimmte

Unternehmen:

− Internationale Unternehmen mit einer Niederlassung in

− Internationale Unternehmen mit einer Niederlassung in Österreich

− Österreichische Unternehmen mit internationalen Geschäftskontakten (Lieferanten, Kunden)

− Unternehmen mit starker Exporttätigkeit nach Österreich

Die Förderung von internationalen Unternehmenskooperationen**) ist nicht nur ein wichtiges Instrument für die

Förderung von Export und Technologietransfer (Abschnitt 4.3.7), sondern auch für grenzüberschreitende

Direktinvestitionen.

*) Wichtigste Quellenländer grenzüberschreitender Direktinvestitionen 1996 (Angaben in Mrd. Dollar): USA 85, United Kingdom 53, Deutschland 29, Hongkong 27,

Frankreich 25, Japan 23, Niederlande 20, Schweiz 10, Belgien 9, Kanada 8, Italien 6, Norwegen 5,3, Schweden 4,8, Singapur 4,8, Spanien 4,6

**) Detailbeschreibung - siehe Maßnahme 5 im Abschnitt 4.3.9

4.3 Standortmarketing 4.3.10 Detailbeschreibungen der geplanten Maßnahmen

(1) Infrastrukturfonds/Bauland GmbH

(2) Telekommunikationsprogramm

(3) Raumordnungskonzept für die Betriebsansiedlung in

(4) Unternehmensgründungsoffensive (GO)

Strategisches Programm 2000+ 157

Linz, Juni 1998


(5) Förderung von internationalen Unternehmenskooperationen

(6) Finanzierungs- und Förderungsberatung

(7) Branchen- bzw. clusterorientiertes Standortmarketing

Strategisches Programm 2000+ 158

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Infrastrukturfonds/Bauland GmbH /1

Träger/Entwickler: Land und TMG

Ziel:

• Förderung und Beschleunigung strukturverbessernder Investitionen

• Verbesserung des Immobilienangebotes durch eine aktive Bodenpolitik

Inhalt:

Unterstützung von bzw. Kooperation mit Gemeinden und privaten Investoren bei

• Sicherung von Bauland für Infrastrukturinvestitionen und die gewerbliche Nutzung

• Aufschließungsmaßnahmen

• Schaffung eines zusätzlichen, attraktiven Angebotes an Gewerbeimmobilien (Hallen, Büroflächen)

durch

• Zinsstützungen für Gemeinden (Grundkauf, Aufschließung)

• Übernahme von Vorfinanzierungskosten

• Risikoteilung mit privaten Investoren

• Kauf von Immobilien mit keinem oder niedrigem Verwertungsrisiko

• Kauf von Immobilien, wenn eine Verwertung im öffentlichen Interesse liegt

Strategisches Programm 2000+ 159

Linz, Juni 1998


Die Baulandsicherung soll vorerst von den zuständigen Abteilungen des Landes vorgenommen werden. Bis Ende 1998 soll über die Gründung

einer eigenen Gesellschaft in Abstimmung mit bestehenden privatwirtschaftlichen Einrichtungen entschieden werden.

Bezeichnung: Telekommunikationsprogramm /2

Träger/Entwickler: TMG in Zusammenarbeit mit ODE und anderen Anbietern

Ziel: Verbesserung der Telekommunikationsinfrastruktur und deren Nutzung entsprechend den Bedürfnissen der oö. Unternehmen

Inhalt:

Das Telekommunikationsprogramm soll auf der Basis einer Statusanalyse Leitlinien und Entscheidungsunterlagen für den Ausbau der

Telekom-Infrastruktur und die Entwicklung von für die Standortqualität wesentlichen Pilotanwendungen vorgeben. Es soll insbesondere beinhalten:

• Regionale Analyse der Standortbedingungen für die Nutzung von Telekommunikationsdienstleistungen

• Nationale und internationale Vergleiche („Benchmarking“)

• Aktionsprogramm für den weiteren Ausbau der Telekom-Infrastruktur (in Zusammenarbeit mit den Anbietern)

• Maßnahmen für eine bessere Information und Beratung von KMU über Telekom-Dienste und Nutzung von Datenbanken (v.a. Electronic

Commerce)

• Pilotprojekte unter Berücksichtigung der vorhandenen und geplanten regionalen Informationssysteme (z.B. ReSI, RIS, IRIS, VA-Online,

Salzkammergut.at, Rohrbach.at, RIM, Innviertel, Bezirk Perg, Linz-Land)

• Weiterentwicklung elektronischer Informations-, Reservierungs- und Buchungssysteme im Tourismus

• Sonstige Telematik-Anwendungen und Dienstleistungen (in Abstimmung mit dem „User-friendly Information Society“-Programm der EU)

Die Möglichkeiten und Maßnahmen der Entwicklung von Linz zur „Digital City“ sollen in einem gesonderten Teil behandelt werden.

In die Programmerstellung, die als Auftrag vergeben wird, sollen die Universität Linz, die Telekom-Anbieter PTA, UTA, ESG, die Kabelanbieter,

die ODE, RIS sowie Consultants etc. eingebunden werden.

Strategisches Programm 2000+ 160

Linz, Juni 1998


Über den Implementierungsstatus wird im „Jährlichen Technologie- und Standortbericht“ berichtet.

Bezeichnung: Raumordnungskonzept für die Betriebsansiedlung in /3

Träger: Abteilung Raumordnung im Amt der oö. Landesregierung, Wirtschaftskammer , TMG

Ziel: Festlegung von Schwerpunkten für die Betriebsansiedlung

Inhalt:

• Bewertung der Standorte

• Empfehlungen für die Standortentwicklung

• Durchführung von Pre-Feasibility Studien bezüglich der Nutzungsmöglichkeit und Vermarktungschancen dieser Standorte

Die Konzepterstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Abteilungen des Landes und den Gemeinden und wird durch externe

Experten unterstützt.

Die Finanzierung dieses Vorhabens ist aus allgemeinen Mitteln der Wirtschaftsförderung vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 161

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Unternehmensgründungsoffensive (GO) /4

Träger/Entwickler: Wirtschaftsressort des Landes, Wirtschaftskammer Oberösterreich (WIFI, BGS, Junge Wirtschaft) und Kreditwirtschaft

Ziel:

• Erhöhung der Zahl der Unternehmensgründungen

• Beitrag zum erfolgreichen Start und dauerhaften Bestand dieser Unternehmen

Inhalt:

• Förderung von Information und Beratung vor der Gründung, bei der Gründung und in der Startphase (bis zu 2 Jahre)

• Beistellung von „Gründungshelfern“

• Gründungsbeihilfen

• Information und Marketing für das Programm

Strategisches Programm 2000+ 162

Linz, Juni 1998


Wichtige Zielgruppen sind u.a.:

• Qualifizierte Facharbeiter („Meister“)

• Universitäts- und Fachhochschulabsolventen

• Frauen aus Dienstleistungsberufen

Ein besonderer Schwerpunkt sind produktionsnahe Dienstleister und „Mangelberufe“.

Die Finanzierung dieses Programms ist aus allgemeinen Mitteln der Wirtschaftsförderung vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 163

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Förderung von internationalen Unternehmenskooperationen /5

Träger/Entwickler: Wirtschaftskammer Österreich, Land Oberöstereich und TMG

Ziel:

• Förderung der internationalen Kooperation von Unternehmen (ausländisches Unternehmen sucht oö. Partner oder oö. Unternehmen sucht

ausländischen Partner)

• Förderung von grenzüberschreitenden Direktinvestitionen

Inhalt:

• Systematische Auswertung der Informationen und Datenbanken (JETRO-Japan, GEBI-Deutschland ...)

• Information von potentiellen Kooperationspartnern in Oberösterreich

• Erstberatung interessierter Unternehmen

• Information, Beratung und Unterstützung von oberösterreichischen KMU bezüglich der Programme und Veranstaltungen der EU („Interprise“,

„Europartenariat“)

• Hilfe bei der Suche nach ausländischen Partnern

• Information und Marketing für das Programm (z.B. im Internet)

Das Programm ist vorerst auf 3 Jahre ausgelegt, eine Evaluierung ist nach dem 2. Jahr vorgesehen.

Die Finanzierung dieses Programmes ist aus allgemeinen Mitteln der Wirtschaftsförderung vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 164

Linz, Juni 1998


Strategisches Programm 2000+ 165

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Finanzierungs- und Förderungsberatung /6

Träger/Entwickler: Land , Wirtschaftskammer , Kreditwirtschaft

Ziel:

• Verbesserung der Informations- und Beratungsdienstleistungen für Unternehmen über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten der EU, Bundes-

und Landeseinrichtungen

• Verbesserung der Information, Beratung und Unterstützung von Investoren vor der Antragstellung, bei der Antragsformulierung und im

Verfahren

Inhalt:

• Räumliche und gegebenenfalls auch organisatorische Zusammenfassung der einschlägigen Beratungsstellen (CATT, Wirtschaftskammer,

WIFI...)

• Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen für Information und Beratung

• Aufbau einer übersichtlichen Information über Fördermöglichkeiten, Institutionen und Ansprechpartner im Internet

• Systematische Schulung der Mitarbeiter u.a. durch Entsendung zu ausgewählten Förderstellen

Die Finanzierung dieses Vorhabens ist aus allgemeinen Mitteln der Wirtschaftsförderung vorgesehen.

Strategisches Programm 2000+ 166

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Branchen- bzw. clusterorientiertes Standortmarketing /7

Träger: TMG

Ziel:

• Auswertung und Verstärkung der Vermarktung der Wirtschafts- und Technologieregion

• Konzentration auf Länder- und Branchenschwerpunkte

Inhalt:

Ausbau des Bereichs Standortmarketing in der TMG mit folgenden Aufgaben:

− Akquisition, Beratung und Betreuung von Investoren

− Kontaktpflege und Aufbau eines „Netzwerkes“ in Oberösterreich

− Zusammenarbeit mit Consultants für die Akquisition und Betreuung von Projekten

− Information und PR (Medien, Journalisten, Multiplikatoren...)

− Professionelle Präsentation des Wirtschaftsstandortes Oberösterreich und von Teilregionen im Internet

− Ausbau und verstärkte Vermarktung der Unternehmensdatenbank im Internet (in Kooperation mit Online)

− Durchführung von Informationsveranstaltungen für potentielle Investoren

− Mailings, Beilagen und Werbung in Verbands- und Fachzeitschriften

Die Akquisition von Investoren erfolgt vorrangig in den Ländern Deutschland, Schweiz und Tschechien, in anderen Ländern primär über die

Strategisches Programm 2000+ 167

Linz, Juni 1998


Austrian Business Agency (ABA), und konzentriert sich auf die Gebiete Informations- und Kommunikationstechnologie, Chemie, Kunststoffe,

Metallverarbeitung, Automation, Fahrzeugtechnik, Call Center und industrienahe Dienstleister.

Mit dieser Kapazitätsausweitung wird eine deutliche Steigerung des Projektvolumens mit dem entsprechenden Ergebnis an Betriebsansiedlungen

und neuen Arbeitsplätzen bewirkt. Damit können auch die in letzter Zeit besonders stark aufgetretenen Bearbeitungsengpässe behoben werden.

Über die Arbeitsergebnisse wird im „Jährlichen Technologie- und Standortbericht“ berichtet.

Strategisches Programm 2000+ 168

Linz, Juni 1998


5. FINANZIERUNG

Strategisches Programm 2000+ 169

Linz, Juni 1998


Strategisches Programm 2000+ 170

Linz, Juni 1998


5. Finanzierung

Aus dem „Zukunftsfonds“ des Landes Oberösterreich steht für das vorliegende „Strategische Programm 2000+

insgesamt 1 Milliarde Schilling zur Verfügung. Dieser Betrag verteilt sich auf einen Zeitraum von 5 Jahren.

Für die im vorstehenden Kapitel angeführten Vorhaben liegen vorläufige Kostenschätzungen vor. Unsicherheiten ergeben

sich insbesondere, weil

• in diesem frühen Planungsstadium die vorhandenen Informationen für eine genauere Kalkulation oft noch nicht

ausreichen,

• über eine Mitfinanzierung durch EU, Bund, Gemeinden und Sonstige noch keine Verhandlungen geführt werden konnten,

• aufgrund offener Vorarbeiten genauere Terminfestlegungen bei vielen Vorhaben noch nicht möglich sind,

• bei risikoreichen Projekten erst im Rahmen einer Realisierbarkeitsstudie über den tatsächlichen Umfang befunden werden

wird.

Die Auswahl der Vorhaben orientierte sich am vorgegebenen Finanzierungsrahmen mit einem Überhang für allfällige

Projektverzögerungen oder -ausfälle. Dieser Rahmen wird ausreichen, sofern die in Ansatz gebrachten Kofinanzierungen

(EU, Bund, Gemeinden, Sonstige) tatsächlich gewährt werden und die vorläufigen Kostenschätzungen annähernd zutreffen.

Die Zuordnung der Mittel zu den drei Bereichen „Technologie“, „Berufliche Qualifikation“ und

„Standortmarketing“ und zu den einzelnen Vorhaben erfolgt durch Beschlüsse der zuständigen Landesstellen nach

Maßgabe des weiteren Planungs- und Umsetzungsfortschrittes.

Die finanzielle Abwicklung des Gesamtprogrammes soll im Wege von Fördervereinbarungen bzw. Werkverträgen direkt

zwischen dem Land und den einzelnen Projektträgern erfolgen. Entsprechend ist auch die widmungsgemäße

Mittelverwendung von diesen gegenüber dem Land zu belegen.

Strategisches Programm 2000+ 171

Linz, Juni 1998


6. ORGANISATORISCHE UMSETZUNG

Strategisches Programm 2000+ 172

Linz, Juni 1998


6. Organisatorische Umsetzung 6.1 Grundsätze

Die geplanten Vorhaben aus den drei Bereichen „Technologie“, „Berufliche Qualifikation“ und „Standortmarketing“ bilden

miteinander ein Gesamtprogramm mit zahlreichen Vernetzungen und wechselweisen Abstimmungserfordernissen. Als

Bausteine einer Gesamtstrategie konzipiert repräsentieren die einzelnen Vorhaben bewußte Schwerpunktfestlegungen, die

auch in der Umsetzung zu beachten sind. Entsprechend bedarf es organisatorischer Strukturen, die die Einhaltung der

Gesamtziele - auch unter Berücksichtigung von späteren Abweichungen, Änderungen und Ergänzungen - gewährleisten und

eine Fortschreibung des Gesamtprogrammes im Hinblick auf neue Entwicklungen übernehmen.

Diese Organisationsstrukturen werden von der TMG als technologiepolitischer Leitgesellschaft des Landes

eingebracht. Damit findet die bei der Erstellung des „Strategischen Programmes 2000+“ von der TMG übernommene

Koordinationsfunktion eine entsprechende Fortsetzung.

Grundprinzip der Umsetzung sollte die in der Zusammenarbeit zwischen dem Land und der TMG bewährte Trennung

von Entscheidungsvorbereitung und Entscheidung einerseits und Durchführung der einzelnen Vorhaben andererseits

sein:

• Die Abteilung Gewerbe im Amt der oö. Landesregierung fungiert bei diesem Modell als Vertrags- und

Finanzierungspartner der Antragsteller der einzelnen Vorhaben. Sie legt die von einem Vergabebeirat begutachteten

Anträge der oö. Landesregierung zur Beschlußfassung vor und wickelt die genehmigten Vorhaben mit den jeweiligen

Projektträgern (Auftragnehmern/Förderungswerbern) rechtlich und finanziell ab. Dabei delegiert sie das Projekt-

Controlling im Rahmen eines Gesamtprojekt-Managementvertrages an die TMG.

Strategisches Programm 2000+ 173

Linz, Juni 1998


• Der Vergabebeirat wird von der oö. Landesregierung bestellt. Er setzt sich aus technologiepolitischen Experten

zusammen, die die vorgelegten Anträge hinsichtlich der Erreichung der Ziele des „Strategischen Programmes“ evaluieren

und eine Empfehlung zur Realisierungs- und Förderwürdigkeit abgeben. Im Fall einer Befangenheit nehmen die

betroffenen Beiratsmitglieder an den Beratungen nicht teil.

Strategisches Programm 2000+ 174

Linz, Juni 1998


6. Organisatorische Umsetzung 6.1 Grundsätze

• Die TMG unterstützt die Antragsteller und den Vergabebeirat und koordiniert die einzelnen Vorhaben von der

Beantragung bis zur Fertigstellung; sie stellt dabei die Einhaltung der Gesamtziele des „Strategischen Programmes

2000+“ und die Nutzung von Synergieeffekten sicher. Die TMG richtet für diesen Zweck ein Projektmanagementteam

ein, das die einzelnen Vorhaben in den Funktionen Grobplanung, Beantragung, Detailplanung, Durchführung,

Berichtslegung und Abrechnung unterstützt. Parallel dazu sorgt die TMG für eine regelmäßige Aktualisierung des

Gesamtprogrammes und schlägt den Verantwortlichen im Land entsprechende Änderungen und Ergänzungen vor.

• Die jeweiligen Projektträger führen die einzelnen Vorhaben in Abstimmung mit der TMG im Rahmen der

abgeschlossenen Leistungs-/Fördervereinbarungen eigenverantwortlich durch. Bei bestimmten Vorhaben tritt die TMG

selbst als Projektträger auf.

Zur Unterstützung der Entscheidungsvorbereitung in der organisatorischen Umsetzung und zur Fortschreibung des

Gesamtprogrammes sind folgende Maßnahmen vorgesehen:*

(1) Arbeitsgruppe für Technologie- und Standortpolitik

(2) Jährlicher Technologie- und Standortbericht

(3) Zukunftsakademie in und Zukunftsforum

Diese Maßnahmen dienen insgesamt der Erforschung und Vermittlung von Entwicklungstrends in Politik, Wirtschaft,

Bildung und Kultur sowie der Verbesserung von Strategiefindungs- und Entscheidungsprozessen bei Fragen der

Technologie- und Standortpolitik in . Die drei Maßnahmen sind miteinander verbunden: Zu den Aufgaben der in der

TMG einzurichtenden Arbeitsgruppe für Technologie- und Standortpolitik zählt auch die Ausarbeitung des „Jährlichen

Technologie- und Standortberichtes“, der von dem von der oö. Landesregierung zu bestellenden Zukunftsforum zu

Strategisches Programm 2000+ 175

Linz, Juni 1998


egutachten ist, bevor er der Landesregierung und dem Landtag vorgelegt wird. Weitere Aufgaben sind in den

Detailbeschreibungen angeführt.

* Die angegebenen Zahlen bezeichnen die zu den einzelnen Maßnahmen vorliegenden Detailbeschreibungen im Abschnitt 6.3

Strategisches Programm 2000+ 176

Linz, Juni 1998


6. Organisatorische Umsetzung 6.2 Aufgaben der TMG

Bei der Umsetzung des „Strategischen Programmes 2000+“ übernimmt die TMG somit folgende Aufgaben:

• Gesamtprojekt-Management mit einem Projektmanagementteam (Projekt-Controlling, Programmfortschreibung)

• Einrichtung der Arbeitsgruppe für Technologie- und Standortpolitik zur Unterstützung technologie- und

standortpolitischer Entscheidungen in

• Vorlage eines „Jährlichen Technologie- und Standortberichts“

• Operative Unterstützung des von der oö. Landesregierung eingesetzten Zukunftsforums

• Mitwirkung beim Aufbau von Kompetenzzentren

• Organisation der Pilotschirmprojekte für ausgewählte Cluster und Mitwirkung beim Aufbau der sogenannten „weichen“

Clusterförderungen

• Abwicklung der Projektförderungen für erstmalige Forschungskooperationen und -anträge

• Projektleitung für das Vorhaben „Innovationsassistenten/-berater für KMU“

• Mitwirkung beim Ausbau der Technologie- und Gründerzentren

Strategisches Programm 2000+ 177

Linz, Juni 1998


• Vorarbeiten und Gründung der „Upper Austrian Research“ als Forschungs- und Transfergesellschaft

Strategisches Programm 2000+ 178

Linz, Juni 1998


6. Organisatorische Umsetzung 6.2 Aufgaben der TMG

• Errichtung der Infrastrukturfonds/Bauland GmbH gemeinsam mit der zuständigen Abteilung im Amt der oö.

Landesregierung

• Koordination der Entwicklung des „ Telekommunikationsprogrammes“

• Mitwirkung bei der Erstellung eines „Raumordungskonzeptes für die Betriebsansiedlung in

• Koordinierung der Arbeitsgruppe „Gesetze, Verfahren“ gemeinsam mit der Abteilung Gewerbe im Amt der oö.

Landesregierung

• Einrichtung eines Programmes zur Förderung von internationalen Unternehmenskooperationen

• Ausweitung des branchen- bzw. clusterorientierten Standortmarketing

• Initiierung von und Mitwirkung an für den Standort Oberösterreich bzw. die Teilregionen wichtigen Projekten

Mit diesen teilweise neuen Aufgaben sichert die TMG ein abgestimmtes Vorgehen bei der Umsetzung der angeführten

Strategien und Maßnahmen in den drei Bereichen „Technologie“, „Berufliche Qualifikation“ und „Standortmarketing“

des „Strategischen Programmes Oberösterreich 2000+“.

Strategisches Programm 2000+ 179

Linz, Juni 1998


6. Organisatorische Umsetzung 6.2 Aufgaben der TMG

Im Netzwerk der vielfältigen oö. technologie- und standortpolitischen Aktivitäten erfüllt die TMG ihre Aufgabe weiterhin

auf dreierlei Weise:

• durch den Aufbau geeigneter Organisationsstrukturen und Personalkapazitäten im eigenen Bereich (Projektmanagement)

• durch die Entsendung von Repräsentanten in die Aufsichtsorgane von oö. Technologie- und Standortmarketing-

Einrichtungen (Kapitalgesellschaften, Vereine etc.)

• durch die Leitung der ARGE für Forschungs- und Technologiekooperation als Forum der technologiepolitischen

Akteure in

Eine wichtige Rolle als Mittler zwischen den politischen Entscheidungsträgern (Repräsentanten der Gesellschafter) und der

Gesellschaft kommt dabei dem Aufsichtsrat der TMG zu.

Strategisches Programm 2000+ 180

Linz, Juni 1998


6. Organisatorische Umsetzung 6.3 Detailbeschreibungen der geplanten Maßnahmen

(1) Arbeitsgruppe für Technologie- und Standortpolitik

(2) Jährlicher Technologie- und Standortbericht

(3) Zukunftsakademie in und Zukunftsforum

Strategisches Programm 2000+ 181

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Arbeitsgruppe für Technologie- und Standortpolitik /1

Träger/Entwickler: TMG

Ziel: • Verbesserung der Informationsbasis für technologie- und standortpolitische Entscheidungen in

• Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz für Technologie und Technologiepolitik

Inhalt:

In Oberösterreich existiert eine Vielzahl technologie- und standortpolitischer Initiativen und Institutionen, die ihre Aktivitäten im wesentlichen

anlaßbezogen koordinieren. Diesem Zweck dienen u.a. die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für Forschungs- und Technologiekooperation unter dem

Vorsitz der TMG, in der alle wesentlichen technologiepolitischen Akteure vertreten sind, sowie regionale Kooperationsforen wie z.B. in Steyr und

Vöckla/Ager.

Eine wesentliche Effizienzverbesserung des Technologietransfers und des Investorenmarketings läßt sich durch eine konsequente

Weiterentwicklung der technologie- und standortpolitischen Entscheidungsunterlagen und eine stärkere Vernetzung der oö. Technologietransfer-

Institutionen erzielen. Zu diesem Zweck soll in der TMG eine „Arbeitsgruppe für Technologie- und Standortpolitik“ mit folgenden Aufgaben

eingerichtet werden:

• Beobachtung und Analyse der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung in und Einrichtung eines Datenbankverbundes

• Aufbau eines Benchmarking-Systems auf Kennzahlenbasis zur wirtschafts- und technologiepolitischen Position von im Vergleich zu

anderen Spitzenregionen Europas

• Entwicklung von Konzepten und Empfehlungen zur Technologie- und Standortpolitik einschließlich der Fortschreibung des „Strategischen

Programmes“

• Vorbereitung der ARGE-Sitzungen und Dokumentation der Ergebnisse

• Durchführung von Projekten zur Technologie- und Standortpolitik bzw. Vergabe einschlägiger Aufträge an Fachinstitutionen mit spezifischen

Kompetenzen

• Abwicklung von Veranstaltungen zur Förderung des öffentlichen Technologiebewußtseins

• Ausarbeitung des „Jährlichen Technologie- und Standortberichtes“ (siehe auch Maßnahme 2)

Strategisches Programm 2000+ 182

Linz, Juni 1998


Diese Aufgaben sollen in intensiver Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesstellen, den Sozialpartnern, Statistischen Diensten, einschlägigen

Forschungsstellen und den Einrichtungen des „Technologienetzwerkes “ erbracht werden.

Strategisches Programm 2000+ 183

Linz, Juni 1998


Bezeichnung: Jährlicher Technologie- und Standortbericht

/2

Träger/Entwickler: TMG

Ziel: Jährlicher Bericht über die Abwicklung und Fortschreibung des „Strategischen Programmes 2000+“ zur Vorlage an die oö.

Landesregierung und den oö. Landtag

Inhalt:

Der jährliche Bericht soll den Status der Umsetzungsprojekte und die erzielten Ergebnisse aus allen drei Bereichen „Technologie“,

„Berufliche Qualifikation“ und „Standortmarketing“ zusammenfassen und auch über allfällige Änderungen und Ergänzungen, die sich

aus der Umsetzung des „Strategischen Programmes 2000+“ ergeben haben, informieren. Der Bericht wird von der Arbeitsgruppe für

Technologie- und Standortpolitik in der TMG (siehe Maßnahme 1) erstellt, vom Zukunftsforum (siehe Maßnahme 3) begutachtet

und der oö. Landesregierung und dem oö. Landtag zur Beschlußfassung vorgelegt.

Der Bericht wird insbesondere beinhalten:

• Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung Oberösterreichs im (inter-)nationalen Vergleich (Produktivität, Export, Beschäftigung)

• Betriebsgründungen (Betriebsverlagerungen) von in- und ausländischen Unternehmen

• Dauer von Genehmigungsverfahren und sonstige rechtliche Rahmenbedingungen

• Infrastrukturausbauprogramm (Straße, Schiene, Schiff-, Luftverkehr, Telekommunikation)

• Standortverbesserungs-Aktionsprogramm (Immobilienangebot, -projekte)

• Technologieprogramm (F&E, Technologietransfer)

• Bildungsprogramm (Berufliche Qualifikation)

Strategisches Programm 2000+ 184

Linz, Juni 1998


Die jährliche Behandlung des Fortschrittberichtes über das „Strategische Programm“ soll die Aufmerksamkeit auf technologie- und

standortpolitische Fragen lenken und auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Technologie und Technologiepolitik

leisten.

Bezeichnung: Zukunftsakademie in und Zukunftsforum /3

Träger/Entwickler: . Landesregierung

Ziel:

• Aufbau einer Forschungs-, Ausbildungs- und Dienstleistungseinrichtung zur Behandlung von Zukunftsfragen

• Einrichtung eines technologie- und standortpolitischen Beratungsgremiums für die oö. Landesregierung

Inhalt:

Die Zukunftsakademie in soll Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur beim Erkennen von Trends und der kreativen Gestaltung von „Zukunft“ unterstützen.

Sie soll mit internationaler Beteiligung Entwicklungen sichtbar und nutzbar machen und in Zukunftswerkstätten und -projekten Möglichkeiten zur Mitgestaltung

dieser Entwicklung aufzeigen. Sie soll im Sinne eines stufenweisen Aufbaues vorerst folgende Funktionen übernehmen:

• Virtuelles Zentrum für angewandte Zukunftsforschung zur Befassung mit Zukunftsfragen und Trendforschung

• Anwenderzentrum zur Lösung konkreter Aufgaben und Problemstellungen und zur Abwicklung von einschlägigen Veranstaltungen

Mittelfristig soll bei entsprechendem Interesse ein Postgraduate-Lehrgang zur Vermittlung der Kompetenz für eine effiziente Zukunftsgestaltung angeboten

werden.

Die Zukunftsakademie wird mit den Einrichtungen des „Technologienetzwerkes “ in den zukunftsspezifischen Problemstellungen zusammenarbeiten. Durch

den Einsatz der Telekommunikation wird die Beteiligung von Zukunftsexperten und Trendforschern aus aller Welt ermöglicht, wodurch der lokale Stab auf ein

Minimum beschränkt bleiben kann. Die Zukunftsakademie wird von einem international besetzten Aufsichts- und Beratungsgremium ( Zukunftsforum)

hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung, Qualifikation und Qualität gesteuert werden.

Strategisches Programm 2000+ 185

Linz, Juni 1998


Das Zukunftsforum fungiert gleichzeitig als Strategieberatungs- und Evaluierungsorgan der oö. Landesregierung. Es übernimmt in dieser Funktion folgende

Aufgaben:

• Erarbeitung langfristiger technologie- und standortpolitischer Entwicklungsziele für (Zielsetzungsfunktion)

• Erarbeitung technologie- und standortpolitischer Prioritäten für (Prioritätensetzungsfunktion)

• Ausarbeitung von Empfehlungen für den langfristigen strategischen Einsatz finanzieller Mittel gemäß den festgelegten Prioritäten (Allokationsfunktion)

• Ausarbeitung von Empfehlungen für die Koordination bestehender technologie- und standortpolitischer Institutionen und ihres Leistungsangebotes

(Koordinationsfunktion)

• Evaluierung des „Jährlichen Technologie- und Standortberichtes“ über die Abwicklung und Fortschreibung des „Strategischen Programmes 2000+

(Evaluierungsfunktion)

Das Zukunftsforum wird von der oö. Landesregierung auf Antrag des für Technologie zuständigen Regierungsmitgliedes bestellt, es setzt sich aus

Persönlichkeiten mit hoher wirtschafts- und technologiepolitischer Kompetenz zusammen und tagt zweimal jährlich.

ANHANG

Anhang 1 Teammitglieder

Anhang 2 Liste der Gesprächspartner

Anhang 3 Eingelangte Stellungnahmen

Strategisches Programm 2000+ 186

Linz, Juni 1998


Anhang 4 Literaturverzeichnis

Strategisches Programm 2000+ 187

Linz, Juni 1998


Anhang 1: Teammitglieder

Redaktionskomitee

Leiter: Dr. Gerhard Stürmer Ramsauer & Stürmer Consulting

Mitglieder: Dr. Walter Abl Institut für Logistik

Dipl.-Ing. Berghold Bayer TMG

Dr. Karl Dolezal . BBRZ Linz

Mag. Manfred Eder TMG

Dr. Josef Moser Kammer für Arbeiter und Angestellte für

Dr. Kurt Pieslinger Vereinigung der Österreichischen Industrie Oberösterreich

Mag. Ekkehard Redlhammer Ramsauer & Stürmer Consulting

Dr. Franz Reitbauer, MBA Wirtschaftskammer Oberösterreich

Mag. Walter Winetzhammer Amt der oö. Landesregierung

Strategisches Programm 2000+ 188

Linz, Juni 1998


Anhang 1: Teammitglieder (Fortsetzung)

Arbeitsgruppe Technologie

Projektleiter: Dipl.-Ing. Berghold Bayer TMG

Mitglieder: Univ.-Prof. Dr. Bruno Buchberger Johannes Kepler Universität Linz, RISC

Prof. Dr. Theo Gumpelmayer Austrian Corporative Research (ACR)

Univ.-Doz. Dr. Wilfried Krieger VOEST-ALPINE STAHL LINZ

Dir. Dipl.-Ing. Fritz Kürbisch VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau

Mag. Wolfgang Lindtner WIFI Oberösterreich

Dr. Kurt Pieslinger Vereinigung der Österreichischen Industrie Oberösterreich

Dr. Franz Reitbauer, MBA Wirtschaftskammer Oberösterreich

Vst.-Vs. Dipl.-Ing. Horst Wiesinger VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau

Strategisches Programm 2000+ 189

Linz, Juni 1998


Anhang 1: Teammitglieder (Fortsetzung)

Arbeitsgruppe Berufliche Qualifikation

Projektleiter: Dr. Karl Dolezal . BBRZ Linz

Mitglieder: Mag. Marlene Dikany LIMAK

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Irschik Johannes Kepler Universität Linz

Dir. Dipl.-Ing. Fritz Kürbisch VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau

Univ.-Prof. Dr. Herbert Lachmayer Hochschule f. künstlerische u. industrielle Gestaltung Linz

Mag. Dr. Josef Leitner VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau

Dr. Roman Obrovski Arbeitsmarktservice

Univ.-Prof. Dr. Gerhard Reber Johannes Kepler Universität Linz

Dr. Thomas Reischauer WBA Wels

Anton Sabo bfi

Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Schauer Johannes Kepler Universität Linz

Franz Seiwald Verein zur Förderung von Arbeit und Bildung

Mag. Walter Sonnberger WIFI Oberösterreich

Rektor Univ.-Prof. Dr. Franz Strehl Johannes Kepler Universität Linz

Vst.-Vs. Dipl.-Ing. Horst Wiesinger VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau

Strategisches Programm 2000+ 190

Linz, Juni 1998


Anhang 1: Teammitglieder (Fortsetzung)

Arbeitsgruppe Standortmarketing

Projektleiter: Mag. Manfred Eder TMG

Mitglieder: Dr. Christian Barth Wirtschaftskammer Oberösterreich

Dr. Siegmar Hanser Ennshafen, Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H.

Dr. Wolfgang Hofmann Magistrat Linz, AWB

Mag. Anke Merkl TMG

Dr. Josef Moser Kammer für Arbeiter und Angestellte für

Mag. Walter Ortner FAZAT Steyr

Mag. Gerlinde Pöchhacker TMG

Ambros Pree TMG

Mag. Ekkehard Redlhammer Ramsauer & Stürmer Consulting

Dr. Thomas Reischauer WBA Wels

Mag. Sabine Watzlik REVA

Mag. Walter Winetzhammer Amt der oö. Landesregierung

Strategisches Programm 2000+ 191

Linz, Juni 1998


Anhang 2: Gesprächspartner

LAbg. Rudi Anschober Die Grünen

Mag. Thomas Bawart Banner GmbH

Vbm. Karl Blöchl Stadt Linz

Univ.-Doz. Dr. Walter Blumberger IBE

Konsul Univ.-Prof. Dr. Klaus Czempirek Land , Verbindungsbüro zur EU

Dkfm. Dr. Walter Durchschlag BMW Motoren GmbH

Dipl.-Ing. Dr. Wilfried Eichlseder Steyr Daimler Puch AG

Ing. Dipl.-Ing. Wilfried Enzenhofer CATT

LAbg. Josef Fill ÖVP

LAbg. Dr. Karl Frais SPÖ

Präsident Fritz Freyschlag Kammer für Arbeiter und Angestellte für

Mag. Othmar Friedl bfi

Ing. Klaus Fronius Fronius Schweißmaschinen GmbH

Dipl.-Ing. Wolfgang Gassner Gassner GmbH

Dr. Helmut Gumbsch Rosenbauer International AG

Dr. Martin Hainzl Hainzl Industriesysteme GmbH

OR Eleonore Heid Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr

Mag. Dr. Herbert Helml FPÖ

LH-Stv. Fritz Hochmair SPÖ

MR Dr. Wolfgang Karner Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr

Prof. Dipl.-Ing. Dr. Artur Kaser Fachhochschul-Trägerverein

Mag. Robert Kastil Rosenbauer International AG

Strategisches Programm 2000+ 192

Linz, Juni 1998


Präsident Kurt Kaun Wirtschaftskammer Oberösterreich

SL MR Univ.-Prof. Dr. Reinhart Kögerler Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten

MR Dr. Peter Kowalski Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten

Ing. Gunther Krippner KEBA GmbH & Co KG

Dipl.-Ing. Dr. Gerhard Krisper Steyr Daimler Puch AG

Strategisches Programm 2000+ 193

Linz, Juni 1998


Anhang 2: Gesprächspartner (Fortsetzung)

Dr. Felix Messner WIFI Oberösterreich

Ing. Eduard Morbitzer Ebner Industrieofenbau GmbH

SC Dr. Norbert Rozsenich Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr

Dipl.-Ing. Günter Rübig Rübig GmbH & Co KG

Mag. Josef Schachner Wirtschaftskammer Oberösterreich

Mag. Ingolf Schädler Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr

Präs. Univ.-Prof. Dr. Schelling Fachhochschulrat

Mag. Klaus Schmied Silhouette International GmbH

OR Mag. Eva-Maria Schmitzer Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr

Dir. Mag. Manfred Schwetz Rosenbauer International AG

Mag. Walter Sonnberger WIFI Oberösterreich

Dr. Michael Stampfer Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr

Ing. Josef Stegfellner VOEST-ALPINE Transport- u. Montagesysteme

Dipl.-Ing. Herbert Steinwender VOEST-ALPINE Technologie AG

Mag. Julia Stöhr SML Lenzing Maschinen-GmbH

GD Dr. Peter Strahammer VOEST-ALPINE STAHL AG

Rektor Univ.-Prof. Dr. Franz Strehl Johannes Kepler Universität Linz

Dr. Rudolf Trauner Verlag und Druckerei Rudolf Trauner GmbH

Dipl.-Ing. Dr. Otto Urbanek Engel Maschinenbau GmbH

Dr. Harald Wagner D2 Consult GmbH

Univ.-Prof. Dr. Peter Weiß Johannes Kepler Universität Linz

Dr. Erich Wiesner, MBA Wiesner-Hager Baugruppe GmbH

Mag. Harald Wolfslehner WIFI Oberösterreich

Univ.-Prof. Dr. Gerfried Zeichen Technische Universität Wien

Dr. Klaus Zerbs Wirtschaftskammer Oberösterreich

Strategisches Programm 2000+ 194

Linz, Juni 1998


Vizerektoren, Dekane Johannes Kepler Universität Linz

Strategisches Programm 2000+ 195

Linz, Juni 1998


Anhang 3: Eingelangte Stellungnahmen

EU, Land , Stadt Linz u.a.

• Europäisches Parlament GD Jorma Routti

• Europäisches Parlament MEP Dr. Berger

• Europäisches Parlament MEP Dr. Rübig

• Amt der oö. Landesregierung Mag. Winetzhammer

• Amt der oö. Landesregierung Dr. Knötig

• Amt der oö. Landesregierung Dipl.-Ing. Schacherl

. Verbindungsbüro in Brüssel Univ.-Prof. Dr. Czempirek

• Landesverband für Tourismus Mag. Pramendorfer

• O.Ö. Energiesparverband Dr. Dell

• Stadt Linz Vizebürgermeister Blöchl

• Magistrat Linz, AWB Dr. Hofmann, AR Knebel

Sozialpartner in

• Kammer für Arbeiter und Angestellte für Dr. Moser

• Wirtschaftskammer Oberösterreich Dr. Zerbs

• Wirtschaftskammer Oberösterreich Mag. Schachner

• Wirtschaftskammer Oberösterreich Dr. Tauber

• Wirtschaftskammer Oberösterreich Dr. Barth

• WIFI Oberösterreich Mag. Lindtner

• WIFI Oberösterreich Mag. Sonnberger

Strategisches Programm 2000+ 196

Linz, Juni 1998


• Vereinigung der Österreichischen Industrie Oberösterreich Dr. Pieslinger

Strategisches Programm 2000+ 197

Linz, Juni 1998


Anhang 3: Eingelangte Stellungnahmen (Fortsetzung)

Johannes Kepler Universität Linz

• Rektor Univ.-Prof. Dr. Strehl

• Vizerektor Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Irschik

• Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Schneider

• Studiendekan Univ.-Prof. Dr. Schauer

• Dekan Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Engl

• Dekan Univ.-Prof. Dr. Schuster

• Univ.-Prof. Dkfm. Dr. Wührer, Institut für Handel, Absatz und Marketing

• Univ.-Prof. Dr. Hagelauer, Institut für Systemwissenschaften

• Univ.-Prof. Dr. Chroust, Institut für Systemwissenschaften

• Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Pomberger, Institut für Wirtschaftsinformatik

• Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Thim, Institut für Mikroelektronik

• Univ.-Prof. Mag. Dipl.-Ing. Dr. Gritzner, Institut für Chemische Technologie

• Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Reber, MBA, Institut für Unternehmensführung, Institut für Internationale Management-studien,

Fremdsprachenzentrum

Fachhochschulsektor

• FH-Studiengang „Software Engineering“, Hagenberg Prof. Dr. Jacak

• FH-Studiengang „Automatisierte Anlagen- und Prozeßtechnik“, Wels Univ.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Kellermayr

Strategisches Programm 2000+ 198

Linz, Juni 1998


Anhang 3: Eingelangte Stellungnahmen (Fortsetzung)

Sonstige

• Arbeitsmarktservice Dr. Obrovski

• Austrian Business Agency (ABA) Dr. Siegl

• BMW Motoren GmbH Dipl.-Ing. Waltersdorfer

• CARGO Region Österreich Dr. Scharinger

• CATT Dipl.-Ing. Enzenhofer

• Coopers & Lybrand, Cardiff Ian Rooks

• Ennshafen, Entwicklungs- und BetriebsgmbH Dr. Hanser

• FAZAT Steyr Mag. Ortner

• Hochschule f. künstl. u. ind. Gestaltung Linz o.HS.Prof. DID Mag. Meru

• IBM Österreich GD Horst Breitenstein

• Institut für Logistik GmbH Dr. Abl

• Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik Prof. Dr. Eckstein

Universität Bremen

• KEBA Ing. Krippner

• LIMAK Mag. Dikany

Datenhighway (ODE) Dipl.-Ing. Leeb

• Öst. Forschungszentrum Seibersdorf Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Leberl

• Profactor Dr. Burger

• REVA Mag. Watzlik

• Steyr-Daimler Puch AG Dr. Krisper

• VOEST ALPINE STAHL LINZ Dr. Krieger

• WBA Wels Dr. Reischauer

Strategisches Programm 2000+ 199

Linz, Juni 1998


• privat Dipl.-Ing. Synka

Strategisches Programm 2000+ 200

Linz, Juni 1998


Anhang 4: Literaturverzeichnis

Strategiedokumente zur Technologiepolitik in

• Grundlagen zur oö. Innovations- und Technologiepolitik

(Beilage zum Gesellschaftsvertrag der TMG, 1991)

• Technologiekonzept für (Univ.-Prof. Dr. Bruno Buchberger, 1992)

• Industriekomplexe der oberösterreichischen Wirtschaft (ÖFZS, 1993)

• Strategien und Maßnahmen zur Unterstützung des produktionsnahen Dienstleistungsbereiches in

(ÖFZS, 1996)

• Technologietransfer in : Ziele-Defizite-Maßnahmenvorschläge

(ARGE Forschungs- und Technologiekooperation, 1996)

Sonstige Strategiedokumente

• Technologiepolitisches Konzept Steiermark

(Univ.-Prof. DDr. Michael Steiner et al, JOANNEUM RESEARCH, Leykam, 1996)

• Mittelstandsbericht 1996

(Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, 1996)

Strategisches Programm 2000+ 201

Linz, Juni 1998


• Wales Regional Technology Plan (Welsh Development Agency, 1996)

Strategisches Programm 2000+ 202

Linz, Juni 1998

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