Begleitmaterial zu „Stones“ - Junges Schauspielhaus Zürich

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Begleitmaterial zu „Stones“ - Junges Schauspielhaus Zürich

BEGLEITMATERIAL


Einleitung

Das vorliegende Begleitmaterial zur Inszenierung „Stones“ von Tom Lycos und Stefo

Nantsou in der Regie von Enrico Beeler ist für alle, die eine Vorstellung am Jungen

Schauspielhaus Zürich besuchen und diese spielerisch vorbereiten, nachbereiten und

vertiefen wollen.

Flo und Diesel fordern sich gegenseitig mit immer gefährlicheren Mutproben heraus.

Schlagartig ist der Spass vorbei. Sie sind der Tötung angeklagt. Die Jungen offenbaren ihre

Ängste. Die Ermittler sammeln Beweise. Die Jungen werden von Alpträumen heimgesucht.

Die Ermittler führen die Einvernahme.

Wir alle kennen Momente, die man ungeschehen machen möchte, Momente, in denen man

am liebsten die Uhr zurückdrehen würde. Was tut man in solchen Situationen? Wie

verarbeitet man ein schreckliches Erlebnis, für das man selber verantwortlich ist und einem

keine Ruhe mehr lässt? Wem erzählt man davon? Will man überhaupt darüber reden? Wie

kann man mit der Schuld umgehen und weiter leben?

Folgende Spiele gehen diesen Fragen nach, mit dem Ziel ganz unterschiedliche und

persönliche Antworten darauf zu finden – ob diese Antworten richtig oder falsch sind,

entscheidet ihr selber, denn dafür gibt es kein „Lösungsbuch“.

Wir freuen uns über Rückmeldungen zur Inszenierung und/oder zu diesem Material. Schickt

uns Ergebnisse eurer Arbeit, eure Kritik – gerne hängen wir Fotos, Texte, Bilder von euch

auf, sodass auch andere Zuschauer die Möglichkeit haben, eure Gedanken rund um

„Stones“ zu erfahren.

Viel Spass beim Spielen, Fotografieren, Schreiben, Diskutieren, Duellieren, Zuschauen,

Ausprobieren, Reflektieren und sich gegenseitig Herausfordern.

Euer Team vom Jungen Schauspielhaus

stones

Begleitmaterial Stones von Tom Lycos und Stefo Nantsou , Regie Enrico Beeler

Junges Schauspielhaus Zürich

2


Anwendung

Anwendung

Die Seiten 3 - 15 könnt ihr direkt als Kopiervorlagen verwenden.

Hier die Erklärung der Symbole:

Anzahl Personen A Aktion M Material

Übungen/Spiele/Beobachtungsaufgaben vor dem Vorstellungsbesuch zur Einstimmung

Übungen/Spiele/Beobachtungsaufgaben nach dem Vorstellungsbesuch zur Nachbereitung

TIPP: Teilt die verschiedenen Beobachtungsaufgaben innerhalb der Gruppe auf, denn es ist

einfacher und interessanter sich auf eine spezifische Beobachtung zu konzentrieren.

Diskussion

Schreibauftrag

ein Zitat aus dem Stück

Auf den Seiten 16 - 18 findet ihr zudem Informationen zur Produktion sowie Umfeldmaterial

zur Thematik des Stücks.

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Ich kann etwas, was du nicht kannst!

öffentlich

Battle

2 A spielen, herausfordern, sich messen M viel Platz

Sucht euch einen Ort, wo ihr genügend Platz habt. A tut etwas, was er sehr gut kann und

glaubt, besser zu können als B. Nun versucht B dies auch zu tun. Gelingt es B oder hat A

sich und seinen Gegner richtig eingeschätzt? Jetzt ist B an der Reihe und fordert A mit einer

anderen Aktion heraus. Erfindet auf diese Weise gemeinsam Spiele, in denen ihr euch

gegenseitig herausfordert.

TIPP: Es müssen nicht unbedingt Spiele sein, in denen es um sportliche Leistung geht. Falls

du zum Beispiel schnell rechnen kannst, auf Chinesisch bis zehn zählen oder jemandem in

die Augen schauen kannst ohne zu lachen, fordere deinen Partner damit heraus.



Welches sind deine Stärken bzw. Schwächen? Wie findest du deine Stärken und

Schwächen bzw. die deines Partners heraus? Wie fühlt man sich als

Herausforderer? Wie, wenn man herausgefordert wird?

Welche öffentlichen Formen von „sich herausfordern“ und „sich messen“ gibt es in

unserer Gesellschaft? Welche „verdeckten“ Formen gibt es im Alltag, in der Schule,

im Berufleben, in der Familie? Schreibt eure Ergebnisse auf und vergleicht sie mit

einer anderen Gruppe:

Fussball-WM

„sich herausfordern“ und „sich messen“

Job

verdeckt

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Beobachtet in welchen Momenten sich Flo und Diesel gegenseitig herausfordern? Wie

duellieren sich die beiden Polizisten?

Erinnert euch an Momente in der Inszenierung, in denen sich Flo und Diesel bzw. Rottner

und Quandt gegenseitig herausfordern. Wählt drei Situationen aus und macht zu jeder

Situation ein Standbild. Stellt die Standbilder einer anderen Gruppe vor. Die Zuschauer

beschreiben im Anschluss, welche Figuren sie gesehen haben und welche Art von

Herausforderung.

Im Hintergrund: Fabian Müller (Flo) / Im Vordergrund: Robert Baranowski (Diesel)

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Siegerposen

1.

2 / Gruppe A

Battle

spielen, jubeln, Aufmerksamkeit auf

sich lenken, sich messen

M viel Platz

A ist Bildhauer, B das Material für seine Statue. A sucht nun einen geeigneten Ort für sein

„Objekt“ und formt dann aus B eine Statue in einer Siegerpose. B lässt sich dabei von A

bewegen. Denkt dabei auch an Details, wie Gesichtszüge, Position der Finger usw. Ist A mit

seinem Werk zufrieden, gibt er seiner Statue einen Titel.

Wechselt nun die Rollen solange, bis ihr euch gemeinsam für eine Lieblingssiegerstatue

einigen könnt.

2.

Sucht euch eine oder mehrer Gruppen und geht zusammen auf den Pausenplatz oder in

einen grossen Raum. Die Hälfte der Gruppe verteilt sich als Statuen im Raum bzw. auf dem

Pausenplatz, die andern schauen zu. Auf ein vorher ausgemachtes Zeichen eines

Zuschauers (in die Hände klatschen, laut pfeifen, ...) werden die Statuen lebendig. Das Ziel

der lebendigen Statuen ist, mit weiteren Siegerposen auf sich aufmerksam zu machen.


Was habe ich als Statue gemacht, um die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken?

Wie habe ich mich dabei gefühlt? Wie habe ich die anderen Statuen

wahrgenommen? Welche Handlungen/ Aktionen der Statuen haben mein Interesse

als Zuschauer geweckt?

Wann werfen sich Diesel und Flo in Siegerposen? Wie fühlen sie sich in dem Moment?

Weshalb tun sie dies?

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„Das ist noch gar nichts!“

Battle

3+ A spielen, erzählen, sich übertrumpfen M -

Setzt euch in einen Kreis. Jemand beginnt und macht ein harmloses Geständnis (erfunden

oder wahr). z.B. „Ich habe mal einen Kaugummi geklaut“. Der Nächste beginnt seinen Satz

mit „Das ist noch gar nichts...“, wiederholt dann die Tat seines Vorgängers und übertrumpft

diese, indem er ein weiteres, krasseres Geständnis hinzufügt: „Das ist noch gar nichts! Ich

habe mal einen Kaugummi geklaut und bin ohne Ausweis mit dem Motorrad von meinem

Bruder rumgefahren...“ Nach diesem Prinzip geht es weiter im Kreis. Versucht dabei, die Art

der Tat des Vorgängers jeweils zu übertrumpfen.


Welches sind harmlose Taten? Ab wann kann man eine Tat nicht mehr als harmlos

bezeichnen? Wie fühlt es sich an, wenn man eine Tat übertrumpfen muss?

Wie kommt es dazu, dass Flo und Diesel die Steine von der Autobahnbrücke werfen?

Was machen sie vorher? Hatten sie die Tat geplant? Wer wirft den Stein, der das Auto trifft?

Weshalb er und nicht der andere?

Fabian Müller (Flo) und Robert Baranowski (Diesel)

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„Stopp!“

1.

Verantwortung

2 A spielen, Mutprobe machen, vertrauen M

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Wand mit Platz

davor

A schliesst die Augen und stellt sich im Abstand von ca. 5 m vor eine Wand. A geht nun

langsam auf die Wand zu. B ist dafür verantwortlich, dass A nicht in die Wand rennt und sagt

wann A stoppen soll. A wiederholt seinen Gang mehrmals und steigert dabei das Tempo, bis

er mit geschlossenen Augen gegen die Wand rennt. Achtung, da muss B besonders gut

aufpassen! Wechselt dann die Rollen.


Wie viel Mut braucht es für A diese Übung zu machen? Weshalb braucht B auch

Mut? Konnte A sich auf B verlassen? Welches Risiko ist B eingegangen? Was sagt

das Spiel über eure Beziehung aus?

Beobachtet, in welchen Momenten Flo bzw. Diesel das gegenseitige Vertrauen aufs Spiel

setzt? Im übertragenen Sinne, wann lässt Diesel Flo gegen die Wand laufen bzw. Flo

Diesel? Wann schützen sie sich gegenseitig? Wann fordern sie sich mit Mutproben heraus?

Besprecht gemeinsam, wie Flo und Diesel dieses Spiel machen würden. Spielt es als Flo

und Diesel einer anderen Gruppe vor. Diskutiert danach folgende Frage: Wie gross ist das

Vertrauen zwischen Flo und Diesel? Hat sich ihre Freundschaft durch die Tat verändert?


Fotostory

1.

2 bis 4 A

Schuld

Geschichte erfinden, spielen,

fotografieren,

Lest gemeinsam die drei Stellen aus dem Stück.

Diesel Scheisse.

Flo Lass uns abhauen.

Flo Denkst du, dass uns jemand gesehen hat?

Diesel Erzähl niemandem was.

Diesel Du fängst an

Flo Nein, du.

Diesel Nein, du sollst anfangen.

Flo Ich fang nicht an, du fängst an

Diesel Dann eben nicht. Bist du ein Feigling. Erst sagst du, du willst

und dann traust du dich nicht.

2. Bringt die drei Teile zeitlich in die richtige Reihenfolge.


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M Fotokamera,

Computer

Welche eigenen Erlebnisse/Situationen fallen euch beim Lesen dieser Sätze ein?

Habt ihr auch schon „Scheisse“ gebaut und es im Nachhinein bereut? Wie ist es

dazu gekommen? Was habt ihr danach gemacht? Wie habt ihr euch danach gefühlt?

2. Einigt euch auf eine Geschichte, die ihr in einer Fotostory mit diesen Sätzen erzählen

wollt. Dabei könnt ihr ein persönliches Erlebnis wählen, oder verschiedene Erlebnisse mixen

oder auch eine Geschichte neu erfinden.

3. Bevor ihr mit dem Fotografieren beginnt, müsst er gemeinsam ein Storyboard entwickeln.

Versucht die Geschichte mit max. acht Fotos zu erzählen:

• legt fest, welche Figuren in der Geschichte vorkommen, wer spielt und wer fotografiert

• entscheidet, wo und wann und in welcher Zeitspanne die Geschichte spielt

• legt fest, was ihr fotografieren wollt, in welcher Einstellung (Nahaufnahme, Totale, ...)

und aus welcher Perspektive ihr die verschiedenen machen Aufnahmen wollt

(Fortsetzung nächste Seite)


TIPP: Es können durchaus auch Fotos ohne Text vorkommen. Wenn die Bilder spannend

sind, können sie ohne Text etwas über die Geschichte, die Beziehung zwischen den Figuren

oder die Gefühle „erzählen“.

4. Macht jetzt die Fotos wie ihrs besprochen habt.

5. Setzt die Fotos zur Geschichte zusammen und setzt jetzt die Sprechblasen ein.

6. Gebt die Geschichte jemandem zum Lesen.


Was hat den Lesern an euer Geschichte gefallen? Welche Fragen stellen sich?

Welche Fragen und Diskussionen löst eure Geschichte bei den Lesern aus?

Beobachtet, was Flo und Diesel vor der Tat machen. Und was danach? Wie fühlen sie

sich?

Erinnert euch an zwei Momente im Stück vor der Tat auf der Autobahn und an drei

Momente nach der Tat. Macht zu jedem Moment ein Standbild (wie ein Foto). Spielt der

Klasse die fünf Standbilder vor und diskutiert danach folgende Fragen: Wie fühlen sich Flo

und Diesel vor der Tat? Wie danach? Was macht Flo, was macht Diesel nach der Tat?

Weshalb reagieren sie unterschiedlich? Kannst du dir vorstellen, wie du reagiert hättest?

Fabian Müller (Flo) und Robert Baranowski (Diesel)

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Gefühlschaos

1 A

Schuld

Seelische und körperliche

Reaktionen unterscheiden

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M Stift, Schere

Was machen Flo und Diesel nach dem schrecklichen Erlebnis? Wie fühlen sie sich nach der

Tat? Was geht in ihnen vor? Was denken, fühlen und tun die ermittelnden Beamten?

Mit Hilfe des Schemas auf der nächsten Seite, kannst du diese Fragen untersuchen:

1. Wähle einen der Jungs und einen der Beamten aus.

2. Schneide die Fotos der ausgewählten Figuren aus und klebe sie in die Mitte des

Schemas.

3. Jetzt kannst du die Gedanken, die Gefühle, die körperliche Reaktionen und das

Verhalten der Figuren ins Schema rein schreiben.

4. Vergleiche und diskutiere dein Ergebnis mit jemandem.

TIPP: Ein möglicher Gedanken ist z.B.: „Soll ich es jemandem erzählen?“/ eine körperliche

Reaktion: kotzen / Verhalten: das Stirnband zerknautschen / Gefühl: Angst.

Fotos zum Ausschneiden:


Körperliche Reaktion

Gedanken Gefühle

Verhalten

Körperliche Reaktion

Gedanken Gefühle

Verhalten

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Schuld

Normal sein, wenn nichts mehr normal ist

Klasse A

normal sein, beobachten und

beobachtet werden


Flo Am nächsten Morgen versuchte ich, ganz normal zu sein.

M Viel Platz

Flo Ich zwang mich zu frühstücken, wie jedes normale Kind und dann zur Schule zu

gehen.

Flo Ich wusste, dass ich nicht mehr normal sein konnte.

1.

Teilt die Klasse in zwei Gruppen. Beide Gruppen stellen sich parallel zueinander in einer

Linie auf, sodass eine breite Gasse entsteht. Nun geht eine Person ganz normal durch diese

Gasse, dabei schauen die anderen diese Person beim Vorbeigehen an, als hätte sie etwas

Schreckliches getan. Wiederholt dasselbe, indem die Gasse immer enger wird. Wechselt die

Person in der Mitte aus.

2.

Die Person, welche durch die Mitte geht, muss dabei etwas Schweres tragen (z.B. eine

Tasche voller Bücher) und so tun, als ob sie was Leichtes tragen würde.


Wie fühlt es sich an in der Mitte durch die Gasse zu gehen? Kann ich dabei ganz

normal sein? Wie verändert sich meine Körperhaltung, wie mein Gefühl? Ist es

schlimmer, wenn die Menschen mich aus der Ferne oder der Nähe anschauen? Wie

fühle ich mich als Beobachter? Habe ich Mitleid oder nicht?

Wann fühlt sich Flo, wie die Person, welche durch die Mitte gehen muss und weshalb?

Was erzählen die Blicke, wie Quandt und Rottner die Schuldigen anschauen?

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Schuld tragen

1 A


Schuld

Schuld tragen und damit klar

kommen

M Stift

Flo Ich weiss, dass ich etwas wirklich Schlimmes getan habe.

Flo Ich wollte ihr die Wahrheit sagen, aber ich konnte nicht. Ich wollte irgendjemandem

erzählen, was ich getan hatte.

Was tust du, wenn etwas Schlimmes geschehen ist, woran su Schuld bist?

Was würdest du Flo und Diesel in ihrer Situation raten? Wie können sie sich von ihrer Schuld

befreien? Schreibe für jeden mindestens drei Tipps auf:


Tipps für Flo:

Tipps für Diesel:

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Täterprofil und

Verantwortung

2 A Täterprofil erstellen M Stift

Die beiden Beamten Rottner und Quandt untersuchen den Fall. Versetzt euch in ihre Rolle

und erstellt ein Täterprofil. Um ein Täterprofil erstellen zu können, braucht ihr Informationen

über die betreffende Person: über ihr Aussehen, ihr soziales Umfeld, über ihre

Vorgeschichte, usw.

1. Schreibt konkrete Fragen für das Erstellen eines Täterprofils auf. (z.B. Wie alt ist die

Person? Wie gross? Wo lebt sie?...)

2. Entscheidet vor dem Vorstellungsbesuch, wer Diesel und wer Flo unter die Lupe

nimmt.

3. Erstellt nach dem Vorstellungsbesuch das Täterprofil, indem ihr eure Fragen

beantwortet.

4. Vergleicht die beiden Täterprofile miteinander.

(Fortsetzung auf der nächsten Seite)

Fabian Müller (Flo) und Robert Baranowski (Diesel)

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Schuldig oder nicht schuldig

Klasse / 1 A

Urteil

Plädoyer verfassen und

vortragen

TIPP: Es ist hilfreich, wenn du vorher das „Täterprofil“ auf S. 14 machst.

M Stift

Wie Rottner und Quandt, kennt ihr nun die Täter, ihre Vorgeschichte und wisst etwas über ihr

soziales Umfeld.

Rottner und Quandt vertreten verschiedene Standpunkte:


Rottner Sie haben gewusst was sie tun.

Quant Sie haben es nicht mit Absicht getan.


Was meinen sie damit? Welche Meinung vertritt Rottner bzw. Quandt in Bezug auf

die Verurteilung der beiden Jungs? Weshalb sollen sie bestraft werden, weshalb

nicht? Was denkt die Frau des toten Mannes über das Urteil? Welche Meinung hat

die Mutter von Flo? Und sein Vater? Was denkt die Mutter von Diesel?

Was denkst du darüber? Welches Urteil hättest du gefällt? Schuldig oder nicht schuldig?

Welche Strafe würdest du aussprechen?

Verfasse ein Plädoyer für die Person, von der du das Täterprofil erstellt hast. Finde in einem

ersten Schritt heraus, was ein Plädoyer ist. Informiere dich dann über das Schweizer

Jugendstrafrecht. Die Internetseite http://www.tschau.ch erklärt dir im Kapitel Rechte und

Pflichten das Wichtigste kurz und einfach. Falls du noch mehr Hintergrundinformationen zum

Jugendstrafrecht willst, wirst du hier fündig: http://www.jugendstrafrecht.zh.ch

Gerichtsverhandlung nachspielen

Stellt im Schulzimmer die Gerichtsverhandlung nach:

- Welche Personen sind anwesend? Wer spielt wen?

Die restlichen Personen der Klasse sind Zuschauer (obwohl in der Realität Verhandlungen

im Jugendgericht nie öffentlich sind)

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Inhalt

zum Stück

Tom Lycos’ und Stefo Nantsous Theaterstück „Stones“ basiert auf einem realen Fall, der

sich 1994 in Australien zugetragen hatte. Diesel und Flo (nach der deutschen Fassung von

Susanne Freiling) fordern sich gegenseitig heraus. Sie stacheln sich gegenseitig an und

brechen in ein Lagerhaus ein. Bald zieht es sie weiter und so landen sie schliesslich auf

einer Autobahnbrücke. Berauscht von der Höhe, dem Wind und dem „irren“ Gefühl „hier

oben“, beginnen sie Steine auf die Fahrbahn zu kicken. Wieder stiften sie sich gegenseitig

an - wer trifft den Lastwagen? Als plötzlich ein Auto getroffen wird und die

Windschutzscheibe zerspringt, ist der Spass schlagartig vorbei. Die Zeit bleibt stehen. Was

nun?

Die beiden trennen sich – jeder versucht auf seine Art mit der Tat fertig zu werden. Nichts ist

mehr, wie es einmal war. Verfolgt von Gewissensbissen und Albträumen wendet sich Flo

schliesslich an seine Mutter, die ihm eine wichtige Entscheidung abnimmt. Er stellt sich der

Polizei. Die beiden Jungen werden befragt und in Untersuchungshaft genommen. Das

Gericht findet ein Urteil: „Die beiden Jungs werden der fahrlässigen Tötung für schuldig

erklärt. Das Gericht verzichtet auf Freiheitsentzug und entscheidet sich für pädagogische

Massnahmen.“

In „Stones“ stellen die zwei Schauspieler die Jugendlichen sowie die Ermittler dar. Sie

schlüpfen innerhalb kürzester Zeit aus der Rolle des Verfolgten in die des Verfolgers.

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Das Ensemble

Diesel/Rottner Robert Baranowski

Flo/Quandt Fabian Müller

Musiker Nicolas Dauwalder

Regie Enrico Beeler

Dramaturgie Petra Fischer

Theaterpädagogik Caroline Ringeisen

Bühne/Kostüme Karoline Young

zur Produktion

Ton/Licht Nicolas Dauwalder, Rasmus Stahel

Praktikum Regie/

Dramaturgie Maja Bagat

Praktikum Bühne Lara Derzi

Bewegungscoach Björn Meier alias Buz

Sprechcoach Jürgen Wollweber

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Bücher zum Thema

Hintergrundmaterial

Boie, Kirsten: „Ich ganz cool“, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger GmbH, 2009

Engelmann, Reiner: „…da hab ich einfach draufgehauen“, Würzburg: Arena Verlag GmbH,

1998

Gerber-Hess, Maja: „Sonst kommst du dran!“, Bildungshaus Schulbuchverlage,

Braunschweig: Schroedel GmbH, 2006

Höra, Daniel: „Gedisst“, Berlin: Berlin Verlag GmbH, Bloomsbury Kinderbücher &

Jugendbücher, 2009

Meier, Bernd-Dieter (Hg.): „Kinder im Unrecht. Junge Menschen als Täter und Opfer“,

Kriminalwissenschaftliche Schriften 27, Berlin: LIT Verlag Dr. W. Hopf, 2010

Nelson, Blake: „Paranoid Park“, Weinheim: Beltz Verlag, 2009

Rodrian, Irene: „Blöd, wenn der Typ draufgeht“, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt

Taschenbuchverlag GmbH, 2009

„Was ist denn schon dabei? Schüler schreiben eine Geschichte über die ganz alltägliche

Gewalt“, Weinheim, Basel: Gulliver in der Verlagsgruppe Beltz, 1994

Filme

„Paranoi Park“, Spielfilm, USA 1970, Regie: Gus Van Sant

„Jungs auf der Kippe“, Dokumentarfilm, 2010, SWR, von Harold Woetzel

„Faustrecht“, Dokumentarfilm, Zürich 2010, Regie: Bernard Weber und Robi

Medienberichte

Internetseiten

http://www.tschau.ch, e-Beratung und Jugendinformation / Rechte und Pflichten

http://www.jugendstrafrecht.zh.ch

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Adresse:

Junges Schauspielhaus Zürich

Giessereistrasse 5

8005 Zürich

junges@schauspielhaus.ch

+41 (0) 44 258 75 18

www.schauspielhaus.ch

Impressum

Herausgeber: Junges Schauspielhaus Zürich

Text und Layout: Caroline Ringeisen

Fotos: T+T Fotografie Toni Suter

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