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Mit Schafen und Profit zur Biodiversität?

KG 5, Westhardt,

Kiefernbestand

Stremke, Herbst 2006

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Kalkmagerrasen, Schafherde an der Kleinen

Geba bei Seeba (LPV Rhön, 2006)

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Menschen waren früher und sind auch noch heute gehalten,

wirtschaftlich mit Ressourcen umzugehen. Denn sie sind knapp.

Zur Wirtschaftlichkeit der Schäferei schreibt das Biosphärenreservat

Rhön:

„Historisch gesehen war die Rhön „Schäferland". Hunderttausende

von Schafen weideten im 17. und 18. Jahrhundert in der Rhön.

Erst mit dem Aufkommen der Rinderhaltung im 19. Jahrhundert

wurde die Schafhaltung auf die weniger ergiebigen Flächen

verdrängt.“ (eigene Hervorhebung)

(http://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/unesco-heute/uh2-07-kremer.pdf)

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Die durch die Hüteschäferei bedingte biologische Vielfalt

dieser „weniger ergiebigen Flächen“ bezüglich des Futteraufkommens

ist Teil der Eigenart und Schönheit der Rhönlandschaft.

Das markante Aussehen der Landschaft ist vor allem durch die

Landschaftsstrukturen, durch Weite, durch wechselnde Landnutzungen,

durch Bergkuppen und in der Saison durch Schäfer mit

ihren Herden geprägt.

Das Zeigen von zahlreichen bunten Fotos mit Tieren, Pflanzen und

Landschaften der Rhön vermittelt Vielfalt, Erlebnis und Abwechselung.

Diese Bilder sind förderlich für den Tourismus und werden daher

werbewirksam ins Bild gesetzt.

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG

Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia); solche Bestände sind aus der

Nutzung auszusparen oder nur sehr extensiv zu überweiden bzw.

mosaikartig zu mähen. (S. Schleip, 13.06.2005)


Wenn es der Schäferei wirtschaftlich gut geht, kann das Ziel des

Naturschutzes - Erhalt der Kalkmagerrasen - als Beitrag des

Steuerzahlers zum erfolgreichen Tourismus in der Rhön erreicht

werden. Damit könnte das gewohnte Bild der Rhön erhalten bleiben.

Dann müssten nur noch die Tages- und Übernachtungsgäste in

ausreichender Zahl in die Rhön kommen …… Ist das so einfach?

Die Rhön soll als Unesco - Biosphärenreservat gleichzeitig eine

Modellregion für nachhaltige Entwicklung in ökologischer,

ökonomischer und sozialer Hinsicht sein.

Wie Rhön-Tourismus, Landschaftspflege und die Erhaltung der offenen

Fernen zusammenhängen, wird uns Frau Mandy Heidinger vom

Rhönforum Geisa erklären.

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


KG „Roßdorfer Steintriften und Horn“ Pflege der Kalkmagerrasen durch Schafhutung (F. Meyer, 05.07.2005)

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Die Forderung der Erhaltung der kulturbedingten Vielfalt der Landschaft

ist sehr eng verbunden mit der Wirtschaftsweise der Landwirtschaft,

insbesondere der Hüteschäferei, so wie sie traditionell in der Rhön

praktiziert worden ist und heute noch praktiziert wird.

Wie kam es damals zur Verbreitung der Arten? Unter welchen

Voraussetzungen werden noch heute noch Arten verbreitet?

Darüber referiert Herr Prof. Dr. Harald Plachter von der Universität

Marburg.

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Es liegt auf der Hand, dass man bemüht ist, den Tieren möglicht gutes

Futter zu geben, denn davon profitieren die Tiere und die Tierhalter.

Damit spreche ich den Profit an. Profit ist der Überschuss, der nach

Abzug der Kosten der eingesetzten Mittel vom Schäfer oder vom

Landwirtschaftsbetrieb für seine Produkte erzielt wird. Produkt ist zum

Beispiel das Stallmastlamm oder auch ‚eine durch hergebrachte

vielfältige Nutzung geprägte Landschaft’. So steht es im § 25 Abs.1

Ziffer 3 des Bundesnaturschutzgesetzes. Es handelt sich dabei um

eine historisierende Landschaft, deren Erhaltung der Gesetzgeber

fordert. Erhaltung einer historisierenden Landschaft und aktuelle

Ökonomie – wie passt dass betriebswirtschaftlich zusammen?

Die Ökonomie der Schafhaltung erläutert Herr Werner Hinkelmann von

der Agrargenossenschaft Bettenhausen.

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Allein der Verkauf der Lämmer sichert nicht das Einkommen des

Schäfers in angemessener Weise. Den Schäfern und den

Landwirtschaftsbetrieben, die die Kulturlandschaft der Rhön in

traditioneller Weise bewirtschaften sollen, wird daher schon seit

längerer Zeit eine finanzielle Förderung angeboten.

Artikel 20a Grundgesetz besagt:

„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen

Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im

Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung

und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende

Gewalt und die Rechtsprechung.“ (eigene Hervorhebung)

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Der Gesetzgeber denkt also in Zeiträumen von Generationen, wie im

Grundgesetz erkennbar, aber auch in kurzen Zeiträumen, wie z. B. in

Förderperioden in der Landwirtschaftspolitik. Aktuell befinden wir

uns in der Förderperiode 2007 bis 2013. Innerhalb der Förderperiode

sollen Agrarumweltmaßnahmen aus der „Förderinitiative Ländliche

Entwicklung in Thüringen“ umgesetzt werden. Zum Beispiel die

Programmteile „N“ Naturschutz und „ENL“ Entwicklung von Natur und

Landschaft aus dem Kulturlandschaftsprogramm von Thüringen.

Diese Förderungen sollen dazu beitragen, dass die Ziele des

Naturschutzes durch die Schäfer auf ausgewählten Flächen erreicht

werden können. Welche Zukunft hat die Flächenförderung?

Herr Dr. Hans Hochberg von der Thüringer Landesanstalt für

Landwirtschaft wird das berichten, was nach Stand des Wissens

heute berichtet werden kann.

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG


Niemand kann alles wissen.

Die Bratung einzelner schafhaltender Betriebe in Thüringen ist ein

Projekt zur Entwicklung von Natur und Landschaft, das der Deutsche

Verbande für Landschafspflege durchführt. Ausgewählt werden

insbesondere Schäfereien mit einem hohen Anteil von Naturschutzflächen,

bei denen es einen großen Beratungsbedarf für Fragen des

angewandten Naturschutzes gibt.

http://thueringen.lpv.de/naturschutzberatung-fuer-schaeferei-betriebe.html

Welche Erfahrungen liegen mit der bisherigen Beratung von

Schäfereibetrieben vor?

Herr Malte Götz vom Deutschen Verband für Landschafspflege wird

über seine Erfahrungen mit der Beratung sprechen

Dermbach, 5.10.2011. Mit Schafen und Profit zur Biodiversität? Einführung: Olaf Bellstedt, TLUG

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