Stand des Spiels - Libris

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Stand des Spiels - Libris

Finnland

Blick auf Wirtschaft undTechnologie

2010

Aalto:

Perpetuum

mobile

Grüne Kohle

ist da

Neue Knochen

aufbauen

Blühende

Ökostädte

Sprungbrett

für Geschäfte

Stand des Spiels


Die Zukunft gestalten

Das finnische System der höheren Bildung hat Anfang 2010 einen großen

Schritt in Richtung Zukunft getan. Unsere angesehensten Hochschulen –

die Wirtschaftshochschule Helsinki, die Technische Universität Helsinki und

die University of Art and Design Helsinki – haben sich zur Aalto-Universität

zusammengeschlossen. Mit der Namensgebung wird der international bekannte finnische

Architekt Alvar Aalto geehrt. Das neue, vielseitige Kompetenz- und Ideenzentrum

arbeitet eng mit Industrie und Handel zusammen.

Die Fähigkeit, sich bei der Ressourcennutzung zusammenzutun, zeugt von Kreativität.

Diese Zeitschrift berichtet über finnische Lösungen für globale Probleme

in den Bereichen Umwelt und soziales Wohlbefinden sowie über finnische Innovationen

im Gesundheitswesen und in der Unterhaltungsindustrie.

Die Wahl Helsinkis zur Welt-Designhauptstadt 2012 unterstreicht die Anerkennung,

die der finnischen Kreativität international gezollt wird.

Neben Ideenreichtum ist Zuverlässigkeit eine unserer Stärken. Dank seines guten

Rufs ist Finnland für Unternehmen aus der ganzen Welt als Kooperationspartner

interessant.

erkki Virtanen

Staatssekretär

Ministerium für Arbeit und Wirtschaft

ChefredAKteur

Juha Parikka

redAKtioNsAussChuss

Minna Hakaoja

Tiina Kairistola

Krista Kinnunen

Mikko Koivumaa

Markus Kokko

Eeva Landowski

Liisa Levänen

Mervi Liukkonen

Peter Marten

Laura Niemi

Juha Parikka

sChriftleituNG

Sanoma Magazines Finland

Custom Publishing

ProduKtioN

Pia Hyvönen

leiter der GrAfiKABteiluNG

Antti Kangassalo

leiteNder redAKteur

Kimmo Holappa

ÜBersetzuNG

Käännös-Aazet Oy

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Taavetti Alin

druCK

Libris Oy

herAusGeBer

Ministerium für auswärtige

Angelegenheiten

Abteilung für

Öffentlichkeitsarbeit und Kultur

formin.finland.fi

Ministerium für Arbeit und Wirtschaft

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invest in finland

www.investinfinland.fi

finnfacts

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www.finnfacts.fi

issN 1797-3287

FOTO: TIMO RAUNIO


2010

4 Neuigkeiten und Updates

6 Aalto-Universität will hoch hinaus

11 Kolumne: In Erwartung einer

neuen Version

12 Sprungbrett für Geschäfte

13 Von Holzstoff zu Gigabytes

14 Unterbrechung als Weg zum Erfolg

15 Via Vuosaari

FOTO: SARLIN+SOPANEN ARCHITECTS

6

30

28

20

16 Stand des Spiels

20 Eroberung der finnischen Alpen

22 Intelligente Stammzellen

24 Warum sollen nur die Kinder

Spaß haben?

25 In Würde alt werden

26 Milch für die Gesundheit

27 Schweißen nach Maß

28 Kapazitäten

30 Nach Madonna Ökostadt

32 Grüne Kohle für China

35 Jeder kleine Frequenzumrichter hilft

FOTO: TONI HÄRKÖNEN

36 24

36 Autorin mit Standpunkt

38 Einfach und gut

TITEL

16

Luca Bruno und

Sini Lindberg

(Umschlagfoto) und

Vorstandsvorsitzender

Jani Kuronen (links) von

Anima Vitae.

38

26

3


BliCK Auf fiNNlANd / NEUIGKEITEN UND UPDATES zusAMMeNGestellt VoN KAtJA PANtzAr

NeuiGKeiteN uNd uPdAtes

Helsinki

neue

Welt-

Designhauptstadt

Nach einem harten

Rennen zwischen

46 Städten in 27 Ländern

ist Helsinki zur

Welt-Designhauptstadt

2012 gekürt worden.

Design spielt bei der

Weiterentwicklung der

WWW.WORLDDESIGNCAPITAL.COM

WWW.WDC 2012HELSINKI.FI

finnischen Hauptstadt

eine zentrale Rolle. Helsinki

ist die Wiege vieler

weltweit bekannter

finnischer Marken wie

Artek, iitala, Marimekko,

Nokia und Kone.

Grün am

Himmel

Die finnische Fluggesellschaft

Finnair

möchte in ökologischer

Hinsicht Spitzenreiter

sein. Um ihre Position als

europäische Airline mit

den modernsten, ökoef-

fizientesten Maschinen

zu sichern, erneuert die

Gesellschaft ihre Flotte

für insgesamt zwei Milliarden

Euro. Finnair bietet

Flugreisenden eine Reihe

von Möglichkeiten, um

den CO 2

-Fußabdruck zu

verkleinern.

WWW.FINNAIR.COM

4

Aufbau der

Marke Finnland

Glaubwürdigkeit und originelle

Kreativität. Nicht zu vergessen

Konfliktlösung. Hier könnte

man ansetzen. Die Gruppe angesehener

Finnen, die damit betraut wurde,

die Grundzüge der Marke Finnland

zu entwerfen, hat für ihre Aufgabe bis

zum Ende dieses Jahres Zeit.

Ihr Vorsitzender ist Jorma ollila,

Chairman der Boards of Directors

der Royal Dutch Shell plc und der

Nokia Corporation.

Eine der Gesprächsrunden zum

Image Finnlands fand im Juli 2009

in Verbindung mit dem Jazzfestival in

Pori statt. Die bekanntesten Teilneh-

Ein Finne

hält Wort.

Ehrlichkeit ist

ein wesentliches

Element unserer

Marke.

Martti Ahtisaari

Friedensnobelpreisträger 2008

mer waren Ollila und der finnische

Altpräsident und Friedensnobelpreisträger

Martti Ahtisaari.

„Wir könnten vielleicht mehr Mut

zur Kreativität zeigen, aber wir sind

zuverlässig. Ein Handschlag ist in

Finnland ein Versprechen, das gehalten

wird“, sagte Ollila.

Martti Ahtisaari verwies auf den

guten Ruf Finnlands in Bezug auf die

internationalen Bemühungen um

Frieden.

„Es würde sich lohnen, darüber

nachzudenken, wie sich das auf den

Zivilbereich übertragen ließe.“

Ahtisaari sprach auch die starken

Seiten der finnischen Kultur, die

überkommenen Werte in den nordischen

Ländern und die Tradition der

Gleichheit an.

Als Herausforderungen sahen die

Diskussionsteilnehmer das mangelnde

nationale Selbstbewusstsein und

für den Einzelnen die Notwendigkeit,

Offenheit zu üben und die kommunikativen

Fähigkeiten zu schulen.

„Wenn es darum geht, über uns

selbst zu sprechen, glänzen wir nicht

gerade. Als Nation hatten wir schwierige

Phasen, aber wir haben überlebt“,

erinnerte Ollila.

Der Abordnung zum Aufbau der

Marke Finnland gehören bedeutende

Vertreter der Bereiche Kultur, Wirtschaft,

internationales Engagement

und Öffentlichkeitsarbeit an.

Finnland

ist hart im

Nehmen. Das ist

eine gewaltige

positive Kraft.

Jorma ollila

Chairman der Boards of

Directors von Shell und Nokia

FOTO: JUHA SINISALO

FOTO: JOI ITO / CC-BY


Stadtleben morgen

Auf der größten Weltausstellung aller

Zeiten, die vom 1. Mai bis zum 31. Oktober

2010 in Shanghai stattfindet, werden

mehr als 200 Länder vertreten sein.

„Bessere Stadt, besseres Leben“ lautet das

Thema. Das Design des finnischen Pavillons

„Kirnu“ (Butterfass) repräsentiert die Werte

der nordischen Länder: Freiheit, Kreativität,

Innovativität, Gemeinschaftssinn, Gesundheit

und Natur. Kirnu zeigt die finnischen

Lösungen für den Städtebau der Zukunft –

energieeffiziente, umweltfreundliche Alternativen,

die wenig Emissionen verursachen.

WWW.FINLANDATExPO.COM

Weltspitze

WWW.PROSPERITY.COM

Finnland schneidet in internationalen Umfragen weiterhin gut ab. Nach dem im Oktober 2009 veröffentlichten Legatum Prosperity Index nimmt

Finnland in Bezug auf Wohlstand und Wohlbefinden Rang 1 ein. Das Forschungsinstitut Legatum in London bewertet 104 Länder nach einer Reihe

von Indikatoren, darunter Wirtschaft, Unternehmergeist und Innovation, Demokratie, Bildung, Gesundheit, Sicherheit und persönliche Freiheit.

5


BliCK Auf fiNNlANd / AALTO-UNIVERSITÄT

Aalto-Universität

will hoch hinaus

6


Die Aalto-universität

soll eine internationale,

interdisziplinäre,

künstlerische

Gattungsgrenzen

aufhebende

Gemeinschaft werden.

Text: salla Korpela Fotos: Aino huovio

7


Von außen macht die Designschmiede

der Aalto-Universität, „Design Factory“,

nicht viel her. Sie hebt sich kaum von den

niedrigen, roten Ziegelbauten der Technischen

Universität Helsinki ab. Der Eingang

befindet sich an der ehemaligen Laderampe.

Drinnen herrschen rund um die Uhr Innovationsfreude

und gute Laune. Im Foyer

gibt es bequeme Sofas, eine Cafeteria

und einen Besprechungsraum, der aus einem

bauchigen Wohnwagen entstanden

ist. In der Fensternische sind fantasievolle

Fahrzeug-Prototypen aufgestellt. Die

Wand aus Licht und Farben lässt sich der

Stimmung anpassen. In der Mitte steht

eine Nintendo-Wii-Konsole.

„Wir arbeiten hier wie verrückt und

lernen jeden Tag etwas Neues. Das geht

nicht, wenn die Leute nicht auch Spaß

haben“, meint Jussi Hannula, Leiter des

Projekts Design Factory.

Die Design Factory ist der erste Hinweis

darauf, was hinter der Aalto-Universität

steckt, die am 1. Januar 2010 ihre Tore

geöffnet hat. In der neuen Bildungseinrichtung

sind die Wirtschaftshochschule

Helsinki, die Technische Universität Helsinki

und die University of Art and Design

}

Der Universitätsname

Aalto („Welle“)

deutet auf Wandel,

unablässige

{Bewegung.

Helsinki aufgegangen. Die international,

interdisziplinär und gattungsübergreifend

ausgerichtete Gemeinschaft zählt rund

20 000 Studenten und 4 000 Mitarbeiter.

Die Campus liegen auf der Ost-West-

Achse der Hauptstadtregion Helsinki.

Die Design Factory vereint alle Dimensionen

der neuen Hochschule. Hier werden

ebenso neue Design-, Produkt- und Servicekonzepte

wie auch Verfahrenslösungen

entworfen. Und Wege gesucht, um sie

gewerblich zu nutzen.

Im Hörsaal läuft ein Seminar zur Produktentwicklung.

Es wird von dem Gastdoktoranden

Gregory Kress von der

Stanford University geleitet. Die Eingangsdiskussion

dreht sich um die Verbindung

zwischen Produktdesign und

Marketing; darauf folgt praktische Arbeit.

Die Studenten bilden Zweierteams. Zuerst

sollen sie herausfinden, was für eine

Brieftasche den Anforderungen des Partners

am nächsten kommen würde. Dann

wird sie gestaltet. Die Entwürfe werden

aus Papier, Karton und anderem Bastelmaterial

angefertigt. Zur Verfügung stehen

Bauklötze, Modelliermasse, Klebeband,

Schere, Klebstoff und Kreide.

Perpetuum mobile Aalto

Der Name der neuen Universität deutet

auf Wandel, unablässige Bewegung: Das

finnische Wort „aalto“ bedeutet Welle.

Namenspatron der Hochschule ist der

finnische Architekt Alvar Aalto (1898–

1976), der mit seinem funktionalen Stil

Weltruhm erlangte und in den Bereichen

Kunst, Wirtschaft und Technik angesehen

war. Aalto studierte im zweiten Jahrzehnt

des 20. Jahrhunderts am Helsinkier Polytechnikum,

aus dem später die Technische

Universität Helsinki wurde, die jetzt

Teil der Aalto-Universität ist.

Gleichzeitig erinnert der Name an Aaltos

Partnerinnen Aino Aalto (1894–

1949) und Elissa Aalto (1922–1994), beide

bekannte Architektinnen und Designerinnen

ihrer Zeit. Die Aalto-Universität

will hoch hinaus. Mit der Integration von

Wirtschaft, Technik und Kunst wird angestrebt,

ein Studienumfeld zu schaffen,

das zum Lernen anspornt, für Forschung

begeistert und Innovationen fördert.

„Unsere traditionellen weiterverarbeitenden

Industrien kämpfen. Um Arbeitsplätze

8


Unter den Besten

Die neue Universität hat das ehrgeizige Ziel, in ihren speziellen

Fachgebieten eine der weltweit führenden Einrichtungen

zu werden. Das Wesentliche stimmt.

Die Wirtschaftshochschule Helsinki bietet das Programm

CEMS Master’s in International Management (MIM) an, das

im Oktober von den „Financial Times“ auf Rang 1 gesetzt wurde.

Die Technische Universität Helsinki ist die größte der drei fusionierten

Bildungseinrichtungen. Ihre technischen Fachbereiche und

der Fachbereich Architektur betreiben Spitzenforschung und haben

sich international Anerkennung erworben. Sie haben seit vielen Jahren

Zulauf von Studenten aus der ganzen Welt. Die University of Art

and Design Helsinki besitzt die gleiche Attraktivität. Sie ist auf ihrem

Gebiet die größte Bildungseinrichtung in den nordischen Ländern

und eine der angesehensten Hochschulen der Welt.

Ein Gremium, in dem zwanzig Länder vertreten waren, hat im

Herbst 2009 die Forschungstätigkeit an der Aalto-Universität evaluiert;

als besondere Stärke trat hervor, dass die Forschung Einfluss

auf die Gesellschaft hat. Enge Zusammenarbeit, zum Beispiel mit

Unternehmen, ist für die Aalto-Universität charakteristisch und im

internationalen Markt ein Wettbewerbsvorteil.

JUSSI HANNULA IST

PROJEKTLEITER DER DESIGN

FACTORY, DER ERSTEN

EINRICHTUNG, DIE DEN

GRUNDGEDANKEN DER

AALTO-UNIVERSITÄT UMSETZT.

zu ersetzen, die in diesen Branchen verloren

gegangen sind, brauchen wir Unternehmen

mit neuen Kompetenzen und Innovationen,

Kooperation zwischen Akteuren

und Branchen sowie einen multinationalen

Ansatz“, fasst Tuula Teeri, Präsidentin der

Aalto-Universität, zusammen.

„Insbesondere kundenorientierte Serviceinnovationen

sind ein neuer Bereich,

der sich schnell entwickelt. Andererseits

zwingen uns der Klimawandel und die zunehmenden

Abfallprobleme, die nachhaltige

Entwicklung zu unserem gemeinsamen

Ziel zu machen. Die Verschmelzung

der Hochschulen und die Investition in

die neue Universität sind eine Möglichkeit,

diesen Herausforderungen zu begegnen.

An den Schnittstellen zwischen

den Disziplinen lassen sich unerwartete

Erkenntnisse gewinnen, die zu neuen Erfindungen

führen.“

lernhunger und freude am lernen

Durch das Konzept und die Aktivitäten

der Design Factory werden Kreativität

und Eigeninitiative der Studenten und

Dozenten unterstützt. Die Einrichtung

sieht sich als „Plattform für passioniertes

gemeinsames Schaffen“. Vorbei sind

die Zeiten, als Professoren vorn dozierten

und die Studenten nur darauf achteten,

sich keine Silbe entgehen zu lassen.

In den Hörsälen gibt es keine festen

Stuhlreihen; sie werden für jedes Seminar

umgebaut. Als Rednerpult dient ein Podium

aus dem Fachbereich Theater. In den

Werkstätten gibt es Anlagen, Geräte und

Materialien, um Prototypen zu entwerfen,

sowie die entsprechende Betreuung. Die

zahlreichen Gruppenarbeitsräume sind

mit IT, Videoprojektoren und bequemen

A!?

Die Aalto-Universität ist eine Stiftungshochschule. Die finnische

Regierung hat 500 Millionen Euro bereitgestellt,

private Förderer haben der Universität als Anfangskapital

200 Millionen Euro gestiftet.

Sesseln ausgestattet. Um in Ruhe allein

zu arbeiten, stehen je nach Präferenz ein

schwarzer und ein weißer Raum zur Verfügung.

Eine Nische mit Sitzsäcken lädt

zum Entspannen ein.

Statt einer Cafeteria gibt es eine Küche,

in der die Studenten selbst kochen können.

Wer hat gesagt, dass ein Computerraum

langweilig und trist sein muss? Dieser

wirkt wie eine Strandbar. Im Untergeschoss

ist ein Videoraum untergebracht,

in dem man Guitar Hero spielen, Karaoke

singen und Filme sehen kann.

„Karaoke ist manchmal gut, um

9


Vor seinem Wechsel zu KONE war Dr. sc. tech. Matti

Alahuhta mehr als 25 Jahre bei Nokia beschäftigt, zuletzt

als Vorstandsmitglied und stellvertretender Geschäftsführer.

Auch die anderen Mitglieder des Universitätsvorstands

sind Spitzenpersönlichkeiten aus

Forschung, Industrie und Hochschulkreisen.

Türen öffnen

Seit


25 Jahren leite ich die Geschäfte

internationaler Unternehmen

und habe die Entwicklung auf verschiedenen

Kontinenten beobachtet.

Nach meiner Überzeugung brauchen die

finnischen Universitäten eine Reform. Ähnliche

Veränderungen gibt es auch in anderen Teilen

Europas“, weiß Matti Alahuhta, Vorstandsvorsitzender

der Aalto-Universität und Geschäftsführer

der KONE Corporation. KONE ist ein

weltweit agierender Hersteller von Aufzügen

und Fahrtreppen. Das Unternehmen hat einen

Jahresnettoumsatz von 4,6 Milliarden Euro und

seine B-Aktien werden an der Börse Helsinki

(NASDAQ OMX Helsinki Ltd.) notiert. Alahuhta

sieht an der Aalto-Universität viele Möglichkeiten

für die internationale Zusammenarbeit.


Von der höheren Ausbildungsqualität, der

größeren Vielfalt und den Wahlmöglichkeiten

profitieren nicht nur die Studenten, sondern

auch die akademische Gemeinschaft und die

Gesellschaft. Es sind mehr Forschungsmittel

da und die Wirtschaft wie auch andere Arbeitgeber

finden besser ausgebildete Mitarbeiter.“

FOTO: SAMI KULJU

das Eis zu brechen. Unser Kino ist

ein ehemaliges Labor für Tests unter

Umweltbedingungen, und die Klimaanlage

ist noch da. So können wir die Temperatur

und die Raumluftfeuchte auf den

Film abstimmen, den wir gerade sehen.

Wenn nötig, machen wir Dschungelklima“,

erzählt Hannula.

Spaß und Fantasie bringen Resultate.

Während des Semesters bietet die Design

Factory Seminare zu den Themen Produktentwicklung,

Design und Konzeptualisierung

an. Außerdem arbeiten hier viele

internationale Forschungsteams. Partnerunternehmen,

die Fördermittel geben,

haben im Institut Büros. Auch an junge

Unternehmen, die Synergievorteile bringen

könnten, werden Räume vermietet.

ziel: interdisziplinäre identität

Die Design Factory möchte Gemeinschaftsgeist

herstellen und der neuen

Hochschule einschließlich ihrer Mitarbeiter

und Studenten aus den verschiedenen

Fachbereichen eine Identität verleihen.

Wer sich in diesem Gebäude nicht

wohlfühlt, muss unheilbar humorlos sein.

„Die Studenten der Wirtschaftswissenschaften

sind von dem Zusammenschluss

begeistert und freuen sich darüber, dass

der Hochschule von Anfang an angemessene

Mittel zur Verfügung stehen. Es gibt viele

Anmeldungen für die Seminare in den Bereichen

interdisziplinäre Wissenschaft und

Kunst“, erzählt Elli Leppisaari, die in der

Studierendenvertretung der Aalto-Universität

die Wirtschaftswissenschaften vertritt.

Henri Lönn, der Flugzeugtechnik studiert,

stimmt zu: „Die neue Universität ist

eine Herausforderung an das gesamte finnische

Hochschulsystem, das sich weiterentwickeln

muss.“

Am heftigsten wurde die Reform von der

University of Art and Design Helsinki kritisiert.

Dabei geht es weitgehend um Identität

– die Künstler ziehen es vor, als eigene

Gruppe gesehen zu werden.

„Zweifellos werden die Kunststudenten

von der größeren Vielfalt der Möglichkeiten

für kleinere Fächer auch profitieren.

Jede Studentengeneration wird bald durch

die nächste abgelöst. Ich denke, dass die

neuen Kunststudenten in ein paar Jahren

mit Leib und Seele Aalto-Studenten sein

werden“, ist Ilmari Arnkil, Lehramtsstudent

Kunsterziehung, überzeugt. Z

10


KOLUMNE / BliCK Auf fiNNlANd

Kolumne

In Erwartung

einer neuen Version

Vor kurzem begegnete ich dem CEO von Wetend Technologies. Seine Firma

bietet Produkte an, mit denen sich der Chemikalieneinsatz bei der Zellstoffherstellung

um bis zu neunzig Prozent verringern lässt. Auch ein niedrigerer

Wasser- und Energieverbrauch und weniger CO 2

-Emissionen bringen Einsparungen.

Mit anderen Worten: geniale Umweltschutztechnik!

In den letzten Jahren hat dieses Unternehmen vor allem in China und Japan expandiert.

Laut CEO beruht der Erfolg auf der Kenntnis der regionalen Märkte und der dortigen

Menschen. Kulturelle Kompetenz ist in der globalen Wirtschaft für jeden essenziell

– von den KMU bis zum Megakonzern.

In dieser Hinsicht haben finnische Unternehmen einen gewissen Wettbewerbsvorteil.

Weil wir aus einem kleinen Land kommen, dessen Sprache und kulturelle Eigenheiten

sich nicht so leicht erschließen, lernen wir zum Beispiel Fremdsprachen. Das beginnt

schon vor dem Fernseher, denn ausländische Sendungen werden nicht synchronisiert,

sondern mit Untertiteln versehen. Die Kinder

In den nächsten

zehn Jahren wird

eine dramatische

{Umkehr stattfinden.

erwerben in der Schule Grundkenntnisse

in drei oder vier Sprachen. Immer mehr

Gymnasiasten und Studenten verbringen

eine Zeit im Ausland.

Finnland hat in der Welt zurzeit

ein gutes Image. Das finnische

Bildungssystem, moderne

Technik, Natur- und Umweltbewusstsein ernten Respekt. Auf meinen

Reisen rund um den Globus höre ich das fast täglich.

Insofern ist Finnland bereit, künftige Herausforderungen anzugehen.

Die effiziente Rohstoffnutzung gewinnt in der industriellen

Produktion und bei den Industriedienstleistungen noch an

Bedeutung. Unser Planet kann die Vergeudung der Ressourcen

durch die unbekümmerte Nutzung natürlicher Rohstoffe einfach

nicht mehr kompensieren.

In den nächsten zehn Jahren wird eine dramatische Umkehr

stattfinden und in Bezug auf Material- und Energieeffizienz

ganz neue Maßstäbe setzen. Die Investitionen in grüne

Technik werden sich im kommenden Jahrzehnt auf grob

zwei Billionen Euro belaufen.

Hoffentlich findet Finnland bei dieser Umgestaltung seinen

Platz. Wir besitzen die Voraussetzungen und grundlegendes,

solides Know-how dafür. Ich schätze, dass unter

den Firmen, die an den genannten Problemen arbeiten,

eine neue Version von Nokia zutage treten wird. Z

Markku Wilenius

Der Autor leitet die strategische Einheit von Europas größtem Versicherungsunternehmen,

der Allianz, und ist Professor am Zentrum

für Zukunftsforschung an der Turku School of Economics, Finnland.

11


BliCK Auf fiNNlANd / INNOVATION UND GOOGLE

Man könnte meinen, das

Land sei kalt und uninteressant.

Doch mit diesem

Vorurteil hat Nokia

schon lange aufgeräumt.

Weniger bekannt ist Finnland als hervorragendes

Umfeld für geschäftliche Innovationen

und Tests. Der Grund ist einfach

– das Land ist klein und alles bleibt überschaubar.

„Hinzu kommt die Art zu arbeiten: Die

Menschen sind sehr systematisch“, sagt

Kari Kohtamäki, Kundenbetreuer am

Technischen Forschungszentrum von

Finnland VTT. Systematisch heißt jedoch

keineswegs langweilig. Wissbegier

und Innovativität sind in den Finnen tief

verwurzelt. „Es hat hier immer Erfinder

und sehr starke Persönlichkeiten gegeben“,

sinniert Kohtamäki.

serviceentwicklung bei Preve

Einer, der das finnische Testumfeld nutzt,

ist das Pharmaunternehmen Pfizer. Die

Firma hat in Finnland eine Tochtergesellschaft

gegründet, Preve Oy, die Gesundheitsdienste

entwickeln und zur Marktreife

führen soll.

„Pfizer sieht Finnland als Land mit technischer

Begabung“, bemerkt Jari Turpei-

nen, Leiter des Bereichs Services bei Preve.

Vor allem die verbreitete Nutzung des

Mobiltelefons war von Interesse. „Pfizer

kann davon lernen und das gewonnene

Wissen auf seine Servicemodelle in anderen

Ländern anwenden.“

Gesundheitscoaching als Pilotprojekt

Seit 2007 bietet Preve für Patienten mit

Diabetes Typ II, Herzinsuffizienz und

chronischen Herzleiden Gesundheitscoaching

an. Das Selbsthilfeprojekt, das

in der südfinnischen Provinz Päijät-Häme

durchgeführt wird, umfasst neben

der herkömmlichen Behandlung den regelmäßigen

telefonischen Austausch zwischen

Coach und Kunden. Die Patienten

sollen zu einer gesünderen Lebensweise

hingeführt werden, um unabhängiger zu

werden. Die Ergebnisse werden Pfizer zeigen,

wie der Service hier und anderenorts

weiterzuentwickeln ist. Entscheidend war

es, einen Kunden zu finden, der ein neues,

innovatives Gesundheitsdienstmodell

für notwendig erkannte. Aufgrund positiver

Erfahrungen aus früheren Tests wurde

der Krankenhausbezirk Päijät-Häme

ausgewählt. Außerdem waren zuverlässige

Partner nötig, die das Projekt unterstützen.

Finnland ist ein großartiges Umfeld,

um neue Geschäftsideen zu entwickeln.

Sprungbrett

für Geschäfte

Text: randel Wells Foto: Antti Kangassalo

12


Preve hat von der engen öffentlich-privaten

Zusammenarbeit profitiert. „Die

Leute sitzen nah beieinander, und wir haben

eine lange Tradition der Zusammenarbeit“,

stellt Kohtamäki fest. Berücksichtigt

man noch Innovativität und Knowhow,

ist Finnland kaum zu schlagen.

innohub kommt nach finnland

Diese idealen Gegebenheiten hat auch

Philips gesehen, der bekannte Hersteller

von Medizin-, Verbraucher- und Beleuchtungsprodukten.

Nachdem eine Analyse

die hohe Innovationsdichte bestätigt hatte,

trat das Unternehmen an das Technische

Forschungszentrum von Finnland

VTT heran und machte den Vorschlag,

nach dem Vorbild seines erfolgreichen InnoHubs

in Singapur eine entsprechende

Einrichtung in Finnland zu gründen.

„Pfizer sieht

Finnland als Land

mit technischer

Begabung.“

„Innovation ist ein Modewort“, sagt Rob

Kommeren, Senior Consultant bei Philips

Applied Technologies und CEO von

InnoHub Espoo. „Wir behaupten, dass

die Konzentration von Fachkompetenz

am VTT im Verein mit Philips so gewaltig

ist, dass wir eigentlich alles bieten können.

Diese Kompetenz basiert auf Tatsachen

und geprüften Konzepten.“

Die Einrichtung in Espoo konzentriert

sich auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Zur Anlage gehören ein Aufenthaltsbereich,

ein nachgestelltes Krankenhauszimmer

mit Simulatoren und ein Stationszimmer.

Sie unterstützt jeden Schritt

der Produktentwicklung – die Frühphase

einer Innovation, die Planung der Produktpalette

und die abschließende Prüfung

vor der Serienfertigung. „Wir helfen,

Hindernisse zu überwinden“, erklärt

Kommeren. „Wir leiten nur an. Am Steuer

sitzt der Kunde.“

Die Eröffnung von InnoHub Espoo Anfang

2009 wurde positiv aufgenommen.

Ein Projekt ist abgeschlossen, weitere

folgen. „Die Bedingungen hier sind ausgezeichnet“,

begeistert sich Kommeren.

„Das Interesse an dem, was wir tun, ist

enorm. Die Funktion der Anlaufstelle,

die Anbieter und Nachfrager zusammenbringt,

wird sehr geschätzt.“ Z

Von Holzstoff zu

Gigabytes

Google verwandelt eine Papierfabrik in

ein Datenzentrum des 21. Jahrhunderts.

Text: randel Wells

Die Hafenstadt Hamina an der

Südküste Finnlands hat ihren

Ursprung im 16. Jahrhundert.

Während sie früher ein wichtiges

Handelszentrum war, ist

die Stadt mit 21 000 Einwohnern heute relativ

klein.

Für viele überraschend wählte Google Hamina

als Standort für sein neues Datenzentrum.

Die Papierfabrik Summa, die früher Stora

Enso gehörte, bedeutet für die Stadt Investitionen

bis zu 200 Millionen Euro.

hamina – die richtige Kombination

Google ist bei der Auswahl streng und prüft

Faktoren wie Standort, Arbeitskräfte, gesetzliche

Bestimmungen für Unternehmen und

Kosten.

„In Hamina stimmt die Kombination von

Energieinfrastruktur, erschließbaren Flächen

und Arbeitskräfteangebot. Außerdem hat das

Team der Stadt während des gesamten Auswahlprozesses

außerordentlich hart gearbeitet“,

sagt Al Verney, Kommunikationsleiter bei

Google.

„Finnland bietet unserem Unternehmen ein

großartiges Geschäftsumfeld für technische

Aktivitäten“, fährt Verney fort.

„Das Werksgelände in Summa ist eine interessante

Gelegenheit, eine vorhandene Anlage

mit guter Infrastruktur schnell wieder zu entwickeln

und zu nutzen. Gleichzeitig ist der damit

verbundene wirtschaftliche Aufschwung

für die Stadt wichtig.“

digital und grün

Datenzentren verbrauchen eine ungeheure

Menge an Energie. Google hat eine Reihe von

Maßnahmen ergriffen, um seine Datenzentren

umweltfreundlich zu machen.

„Finnland ist in dieser Hinsicht Spitze – die

örtlichen Behörden sind gute Partner“, lobt

Verney. „Unsere Datenzentren beziehen ihre

Energie nach Möglichkeit aus regenerativen

Quellen. Zurzeit arbeiten wir mit der Stadt

Hamina und dem städtischen Energieversorgungsunternehmen

daran, auf dem Gelände

vier Windturbinen aufzustellen.“

Auf Sicherheit kommt es Google ebenfalls

an. „Wir setzen die besten Technologien ein,

damit unsere Datenzentren und Dienste sicher

bleiben. Außerdem stellen wir sicher, dass die

Gebäude geschützt sind“, betont Verney.

Summa ist kein Einzelfall. Durch Google

wird Hamina im Norden ein neues – digitales

– Handelszentrum werden. Z

13


BliCK Auf fiNNlANd / FORUM VIRIUM

UnterbrechUng Als

Weg zum Erfolg

Durch gemeinsame,

benutzerorientierte

Innovation unterstützt

Forum Virium Helsinki

Unternehmen

dabei, die

Herausforderungen

und Möglichkeiten

der Digitalisierung in

Erträge umzuwandeln.

Text: randel Wells Foto: larkas & laine

Die finnische

Gesellschaft ist

dienstleistungs- ”orientiert.


alle Dienstleistungsunternehmen

stellt die Digitalisierung

eine gewisse

Betriebsstörung dar“, „Für

konstatiert Jarmo Eskelinen, Geschäftsführer

von Forum Virium Helsinki (FVH),

einem gemeinnützigen Unternehmen, das

die Entwicklung digitaler Dienstleistungen

in der finnischen Hauptstadt fördert.

„Unterbrechung wird von uns nicht angestrebt.

Am Anfang eines Entwicklungsprozesses

ist nicht klar, ob er stetig verläuft

oder ob es Brüche gibt. In ganz wenigen

Fällen kommt es zu Störungen, weil

die Dienstleistungen nach der Digitalisierung

anders erbracht werden.“

FVH unterstützt seine Mitglieder und

Partner, indem es diejenigen, die Ideen

haben und Inhalte erstellen, mit etablierten

Anbietern des öffentlichen und des

privaten Sektors zusammenbringt. Entscheidend

für den Erfolg sind Tests in der

realen Umgebung.

„Die finnische Gesellschaft ist dienstleistungsorientiert

und bietet damit eine

gute Basis für entsprechende Innovationen.

Die öffentlichen Dienstleistungen

spielen eine wichtige Rolle und sind reformbedürftig“,

erläutert Eskelinen.

freier zugang

Einer der jüngsten Erfolge von FVH ist

eine Initiative, Daten frei zugänglich zu

machen. Sie wurde durch Apps for Democracy

in Washington D.C. angeregt,

wo die Entwickler Zugriff auf öffentliche

Informationen erhielten. Außerdem wurden

zwei EU-finanzierte Projekte genehmigt:

Smart Urban Spaces zur Entwicklung

kompatibler, benutzerfreundlicher

städtischer Dienstleistungen und Managed

Outcomes zur Messung der Ergebnisse

der Gesundheitsdienste über Medienkanäle.

Ein großes Entwicklungspotenzial sieht

Eskelinen in den Benutzerschnittstellen

der wirklichen und der virtuellen Welt.

Backend-Leistungen wie Logistik und Informationsmanagement

sind bereits gut

entwickelt und digitalisiert. Die virtuellen

Schnittstellen zwischen den Backend-

Systemen und den Kunden fehlen jedoch

zumeist noch. Z

14


VIA VUOSAARI / BliCK Auf fiNNlANd

Finnland bietet mit seinem Ende 2008 eröffneten Hafen Vuosaari in

Helsinki (700 Millionen Euro) eine ideale Logistiklösung. Die Hafengesellschaft

Port of Helsinki bietet sichere Lagereinrichtungen

und ausgezeichnete Verbindungen zu europäischen Häfen vom benachbarten

St. Petersburg in Russland bis Teesport in Nordengland. Der Frachtumschlag

in Vuosaari besteht aus Importen und Exporten. Er hat am Gesamtwert

des finnischen Außenhandels einen Anteil von etwa einem Drittel und

macht zwei Fünftel des finnischen Außenhandels auf dem Seeweg aus. Z

Via VuoSaari

Text: Katja Pantzar Foto: Mikael Kaplar, studio PoiNt

15


BliCK Auf fiNNlANd / STAND DES SPIELS

Man nehme lange, kalte Winter, gute Ausbildung

und leistungsstarke Computer. Was kommt heraus?

Eine Gruppe Spiele- und Animationsgurus und eine

expandierende Kulturwirtschaft. Text: Anna ruohonen Fotos: taavetti Alin

16

Wenn Helsinki eine

Ruhmesmeile

hätte, wären

wohl Rentierspuren

darauf zu

sehen. Finnlands

jüngstes Filmsternchen – vielleicht kennen

Sie es schon? – ist ein kleines Rentier,

das vom Fliegen träumt. Mehr als

eine Million Zuschauer haben Niko und

seine Freunde, ein Gleithörnchen und ein

Wiesel, auf ihrer Reise zum Weihnachtsmann

begleitet. Es handelt sich um den

Film Niko – ein Rentier hebt ab, der von

der finnischen Anima Vitae und ihren

Partnerfirmen in Europa produziert wurde.

Der Trickfilm kam im Oktober 2008

in die Kinos und ist die bisher größte finnische

Filmproduktion.

Und nicht nur das. „Niko hat europäische

Filmgeschichte geschrieben. Der

Film ist in mehr als hundert Länder verkauft

worden. Das ist eine außergewöhnliche

Leistung für einen europäischen Animationsfilm“,

sagt Geschäftsführer Petteri

Pasanen von Anima Vitae und nimmt

gleich wieder einen Anruf von der Mipcom

entgegen, der Weltmesse für audiovisuelle

Unterhaltungsinhalte in Cannes.

Anima Vitae ist das größte Animationsstudio

in Finnland. Seit seiner Gründung

im Jahr 2000 hat das Studio Netzwerke

für die Gemeinschaftsproduktion aufgebaut.

Ein Trickfilm ist ein internationales

Produkt: Die Arbeit lohnt sich nicht für

nur einen Markt. In Cannes will Pasanen

neue Partner gewinnen. 2010 nimmt Anima

Vitae eine tägliche Unterhaltungsserie

in Angriff.

Anima Vitae hat auch schon aktuelle Ereignisse

in animierter Form präsentiert.

Das klingt verrückter, als es ist. Sieben

Jahre lang hat das Unternehmen mit seinen

vierzig Mitarbeitern in Finnland die

politische Wochensatire Itse valtiaat (Die

Autokraten) produziert, die gezeigt hat,

dass Animation auch flott gehen kann.

„Wir haben die schnellste Produktionsanlage

weltweit“, sagt Pasanen. „Sie wurde

für die Autokraten gebaut und jetzt suchen

wir dafür neue Inhalte.“

Wie die finnischen Spielefirmen hat

Anima Vitae seine Wurzeln in der Demoszene

der neunziger Jahre. Das Phänomen

lebt fort. Jährlicher Höhepunkt ist

das Treffen in der größten Eishalle Finnlands.

Von subkultur zum export

Zuerst gab es die Subkultur. In den achtziger

Jahren fingen Computerfans damit an,

für den Commodore 64 und den Amiga

Stand STand des

speils spiels


GESCHÄFTSFüHRER PETTERI PASANEN

VON ANIMA VITAE (HINTEN) UND DER

ART DIRECTOR VON NIKO, MIKKO

PITKÄNEN, SIND GUT DRAUF!

17


STand STAnd des

spiels

Programme zu schreiben. Sie lernten,

Grafiken und Musik zu integrieren

und nannten ihre Kreationen „Demos“.

Vor allem männliche Jugendliche,

die Computerspiele spielten, waren vom

Programmieren fasziniert. Sie organisierten

Demopartys und versuchten, einander

mit ihrer Programmierkunst zu übertrumpfen.

Das Können wuchs. Die Computer wurden

besser. Bald entdeckten die Computerfreaks

ihre unternehmerischen Fähigkeiten.

So entstanden Anima Vitae und

viele finnische Spielefirmen. Autodidakten

schufen eine Industrie, die heute ein

Motor der finnischen Kulturexporte ist.

Man sieht sich – online

zurück in die Eishalle:

Seit 18 Jahren kommen

einmal im Jahr Computerfans,

mittlerweile

rund 5 000, aus der

ganzen Welt zum internationalen

Jugendcomputerfestival

nach Helsinki. Sie spielen,

surfen, chatten über IRC – und küren in

der schwach beleuchteten Halle die besten

Demos. Die Veranstaltung heißt „Assembly“

und ist eine der größten Demopartys

weltweit.

„Gemeinsam sind der heutigen Spieleindustrie

und der Demoszene der unerbittliche

Ehrgeiz der Entwickler“, meint

ein finnischer Hardcore-Gamer, der sich

in den Spieleforen Nisupulla (Hefeteilchen)

nennt.

„Die finnische Spielercommunity ist

stolz auf die einheimische Spieleindustrie

und ihre Glanzstücke“, sagt er. Dazu

gehören etwa Super Stardust von Housemarque,

Trine von Frozenbyte, Trials von

Redlynx, FlatOut von Bugbear und Max

Payne von Remedy Entertainment.

„Die Spiele aus Finnland besitzen Originalität.

Es gibt keine monotone Wiederholung;

die Spieler müssen Köpfchen haben.

Die Spieleentwickler sind kreativ. Sie

geben sich nicht mit der einfachsten Lösung

zufrieden, sondern denken sich etwas

Neues aus“, begründet Nisupulla seine

Feststellung.

Per E-Mail natürlich.

Hochkarätige Spieler sind im Internet

am leichtesten zu erreichen. Weltweit

können sich Spieler jetzt schon auf das

neue Spiel Alan Wake von Remedy Entertainment

freuen.

dieses frühjahr: hinein in einen thriller

horrorautor Alan

Wake kann nicht

schlafen, braucht

aber seine Träume

als Ideen für seine

Bücher. Seit seine

Verlobte verschwunden

ist, träumt er nicht mehr.

Wake wendet sich an eine Schlafklinik

und gerät in einen albtraumähnlichen Sog

sonderbarer Ereignisse. Während er herauszufinden

versucht, was los ist, muss er

um sein Leben kämpfen.

Remedy Entertainment versetzt den

Spieler als Alan Wake mitten in einen

Thriller. Er ist quasi eine Figur in einer

Fernsehserie, die an Twin Peaks oder X-

Files erinnert.

„Alan Wake überträgt das Genre Thriller

auf Spiele“, erklärt Matias Myllyrinne,

der Geschäftsführer von Remedy Entertainment.

Die Erfindung von Handlung und Charakteren

ist Remedys Spezialität. Das kleine,

unabhängige Spielestudio baut mit

zurzeit fünfzig Mitarbeitern die Hauptcharaktere

seiner Spiele zu Marken auf,

die dann um andere Unterhaltung wie

Filme und Bücher erweitert werden. Für

Remedy sind Spiele Unterhaltung, nicht

Software.

„Wir machen immer umfangreichere

Spiele, was auch eine Gratwanderung ist.

Trotz Wachstum wollen wir uns unsere

Kreativität bewahren“, sagt Myllyrinne.

Das Unternehmen ist auch für seine

Grafik bekannt. Beispielsweise ändert sich

das Licht in Alan Wake je nach Wetter,

Tages- oder Nachtzeit.

Kein Wunder also, dass die Spielercommunity

geduldig auf Alan Wake gewartet

hat. An dem Spiel wird seit mehr als fünf

Jahren gearbeitet und es soll im Frühjahr

2010 von Microsoft veröffentlicht werden.

„Viele Fans, Gelegenheitsspieler wie Profis,

freuen sich schon sehr auf Alan Wake.

Das Vertrauen in Remedy ist groß“, sagt Nisupulla,

der spielt, seit er sechs ist. Im Moment

spielt er rund zehn Stunden pro Woche

– aber wenn ihn die Sucht packt, investiert

er schon an einem Tag dieselbe Zeit.

„Gerade jetzt habe ich eine Lenkradeinheit

auf ein Bügelbrett montiert, um

online Rennen zu fahren; das ist genau

die richtige Höhe, wenn man im Sessel

sitzt. Manchmal schaffe ich alles zu einem

Freund in die Garage und wir spielen das

Wochenende durch“, erzählt er.

effizienz als nationale tugend

Was macht die finnische Spieleindustrie

so erfolgreich? Neogames – Centre of

Game Business, Research and Development

– zählt ihre Stärken auf:

- bestes technisches Know-how weltweit,

- gutes Preis-Leistungs-Verhältnis der

Spieleproduktion – Effizienz ist eine nationale

Tugend,

- Spielefirmen betreiben extensiv Produktentwicklung

und werden staatlich

unterstützt,

- Finnland hat Spieleentwickler ausgebildet

und eine stabile Gesellschaft,

- Finnland hat eine etablierte Spielkultur.

In diesem Land können erwachsene

Männer das Wochenende bei ihrem Kumpel

verbringen und in der Garage spielen.

Spiele sind ein Exportmotor. Und Teil der

Kultur und des Lebensstils. Z

18


}

Autodidakten

haben eine Industrie

geschaffen, die heute ein

Motor der finnischen

{Kulturexporte ist.

Make-up: Johanna MarJoMaa; StyliStin: Suvi poutiainen; kleidung: BeaM (erottaJa 15-17, helSinki), helSinki 10 (eerikinkatu 3, helSinki), Wunder (purSiMiehenkatu 5, 00120 helSinki)

CHEFANIMATOR LUCA

BRUNO (LINKS) UND

PRODUKTIONSLEITERIN SINI

LINDBERG VON ANIMA VITAE

HEGEN GROSSE BEWUNDERUNG

FüR DIE DEMOKULTUR.

19


BliCK Auf fiNNlANd / WELTCUP IN LEVI

FOTO: ALAIN GROSCLAUDE

robErunG dEr

FOTO: NISSE SCHMIDT

20


Der FIS-Weltcup in Levi im finnischen

Teil Lapplands findet jedes

Jahr im November statt. Die Slalomrennen

der Damen und Herren

gehören zu den am ungeduldigsten erwarteten

internationalen Veranstaltungen im

Alpinskisport.

Die Welt schaut zu, wenn die Sportler um

den begehrten Pokal kämpfen. Es wird damit

gerechnet, dass mehr als hundert Millionen

Menschen die Läufe am Fernseher verfolgen.

Z

Text: Katja Pantzar Fotos: Patrick forsblom

21


BliCK Auf fiNNlANd / STAMMZELLEN

IntellIgente

STammzEllEn

Text: Marja Berisa Fotos: sami helenius und istockPhoto

Patienten mit degenerativen

oder traumatischen

Herz-, Nerven- oder

Netzhauterkrankungen

können wieder hoffen.

22


Der menschliche

Körper ist flexibel

und kann

sich, wenn er

gesund ist, weitgehend

selbst

heilen. Bei ernsten

Krankheiten

wie Diabetes,

Parkinson, multipler Sklerose oder Chorea

Huntington stößt der Körper jedoch

an seine Grenzen.

Das Regea Institute for Regenerative

Medicine hat sich auf die Zell- und Gewebezüchtung

spezialisiert und strebt

{

Anwendungen an, die Heilverfahren

und chirurgische Eingriffe unterstützen.

Das langfristige Ziel besteht darin,

durch neue Stammzelltherapien die

Lebensqualität der Patienten zu verbessern

und die Kosten zu reduzieren, die

schwer oder gar nicht heilbare Krankheiten

gegenwärtig verursachen.

Ausgangspunkt der Stammzellzüchtung

ist das gewaltige Potenzial, das in diesen

Zellen steckt. Anders als „normale“ lebende

Zellen können sie sich sowohl erneuern

als auch differenzieren.

„Unsere Forschung konzentriert sich auf

die Differenzierung von Nerven-, Herz-

, Netzhaut-, Knochen- und Knorpelzellen“,

erklärt Riitta Suuronen, die das Regea

Institute leitet.

Neues Knochengewebe

Regea ist ein Gemeinschaftsinstitut unter

dem Dach der Universität Tampere,

Finnland. Seit seiner Gründung 2003 hat

Regea in Zusammenarbeit mit finnischen

Krankenhäusern zwanzig Behandlungen

von Knochenverletzungen und -defekten

abgeschlossen.

Die Behandlungen, bei denen Stammzellen

aus dem eigenen Körperfett der

Patienten eingesetzt wurden, bezogen

sich auf den Kopf- und Schulterbereich.

Regea hat auch Patienten mit schwerer

Stirnhöhlenentzündung erfolgreich mit

Stammzellanwendungen und Implantaten

aus Biomaterialien behandelt.

Regea und das Universitätskrankenhaus

Helsinki haben 2007 gemeinsam eine

Stammzelltherapie durchgeführt, bei der die

rechte Seite des Oberkiefers eines Patienten,

die wegen eines umfangreichen Tumors entfernt

worden war, durch ein Transplantat ersetzt

wurde. Dieses war in neun Monaten in

einer maßgerechten Form im Bauchmuskel

des Patienten aus Stammzellen aus seinem

eigenen Fettgewebe gewachsen.

Regea ist in der klinischen Anwendung

von Stammzellen ein Wegbereiter. In Europa

wurden bislang nur in Finnland und

Deutschland Behandlungen mit Knochengewebe

aus Stammzellen abgeschlossen.

Es ist das Ziel, die

}

Lebensqualität

der Patienten zu

verbessern.

Vielversprechendes Gebiet

„Wir benutzen multipotente Stammzellen,

die sich differenzieren oder als

Stammzellen erneuern können. Stammzellen

können aus vielen Quellen gewonnen

werden, darunter Embryonen, Knochenmark

und die Stammzellpopulationen

der einzelnen Organe und Gewebe“,

erläutert Suuronen.

Sie fügt hinzu, dass die Wissenschaft

die Stammzellenforschung für notwendig

und vielversprechend hält.

„Wenn wir von adulten Stammzellen

sprechen, meinen wir Stammzellen, die

dem eigenen Gewebe des Patienten, zum

Beispiel dem Körperfett, entnommen werden

können. Nach der Züchtung kann die

Kultur in den Patienten zurückverpflanzt

werden, entweder als solche oder zusammen

mit Biomaterialien“, verdeutlicht sie.

dank an die spender

Embryonale Stammzellen wiederum werden

aus fünf bis sechs Tage alten Embryos

gezüchtet.

„Die Embryos bekommen wir als Spende

von Paaren, die sich einer künstlichen Befruchtung

unterzogen und schriftlich zugestimmt

haben. Wir benutzen nur Embryos,

die sich nicht für die Fruchtbarkeitsbehandlung

eignen und sonst vernichtet

worden wären“, betont sie.

Das „Engineering“ von Zellen und Biomaterialien

ist sehr anspruchsvoll. Zunächst

einmal haben nicht alle Stammzellen

dieselbe Fähigkeit, sich zu erneuern.

Adulte Stammzellen sind unproblematischer,

weil sie seltener Abstoßungsreaktionen

hervorrufen, aber sie sind nicht pluripotent

wie embryonale Stammzellen.

Embryonale Stammzellen wiederum haben

aufgrund ihrer Pluripotenz großartige

Eigenschaften, neigen aber zur Proliferation,

was zu Krebstumoren führen kann.

Ausgliederungen

Die Forschung am Regea Institute hat

zur Gründung von drei lokalen Spinoff-Unternehmen

geführt. Darüber

hinaus ist Regea in ein großes Netz

von Spezialisten und Forschungseinrichtungen

eingebunden.

„Dank des Finland Distinguished Professor

Programme (FiDiPro) steht uns

das Know-how von Professor George Sándor

zur Verfügung, einem der bekanntesten

Forscher auf dem Gebiet der Knochenregeneration,

Zellenzüchtung und Stammzellenanwendung“,

freut sich Suuronen.

Das Programm wird vom Finnischen

Zentrum für Technologie- und Innovationsförderung

Tekes und der Akademie

von Finnland finanziert. Es gewährt anerkannten

Forschern aus anderen Ländern

die Möglichkeit, für eine bestimmte Zeit

in Finnland zu arbeiten. Professor Sándor

nimmt an einem Forschungsprojekt

teil, das auf den Knochenaufbau aus adulten

Stammzellen unter Zuhilfenahme von

Wachstumsfaktoren zielt. Z

23


BliCK Auf fiNNlANd / WARUM SOLLEN NUR DIE KINDER SPASS HABEN?

LAPPSET GROUP

LTD NIMMT DIE

BEDüRFNISSE DER

ÄLTEREN BEVÖLKERUNG

ERNST UND STELLT

FREIZEITGERÄTE FüR

SENIOREN HER.

Warum sollen nur die

Kinder Spaß haben?

Text: satu Jussila Foto: rickard eriksson

Produktlinie 0–100

hilft Senioren, die Muskeln

zu dehnen und die Koordination

zu trainieren. Da-

„Unsere

durch sinkt das Verletzungsrisiko bei Stürzen“,

sagt Juha laaksonen, Geschäftsführer der

Lappset Group Ltd., einem führenden Hersteller

von Spielplatzgeräten in Europa. Vor allem

in Spanien läuft der Verkauf gut. Allein in den

Raum Barcelona hat Lappset mehr als hundert

seiner Konzepte für Senioren geliefert.

Für 2010 erwartet Lappset große Umsatzsteigerungen

in Finnland und Schweden. Z

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang im

Park ältere Bürger sehen, die an Spielplatzgeräten turnen! Sie wurden

eigens für sie gemacht.

24


IN WüRDE ALT WERDEN / BliCK Auf fiNNlANd

In Würde

alt werden

FWBC ist eine Gruppe

von privaten Firmen,

die sich der Bedürfnisse

der älteren Bevölkerung

angenommen haben und

Senioren mit Produkten

und Dienstleistungen

helfen, aktiv und gesund

zu bleiben.

aktiv bleiben. Das ist eine entscheidende

Voraussetzung für die Verbesserung der

Lebensqualität“, berichtet Hilkka Tervaskari,

Geschäftsführerin der FWBC Finland

Oy. Die Abkürzung steht für „Finnish

Well-being Centre“.

FWBC besteht aus Unternehmen, die

spezielle Badezimmer, Fitnessgeräte und

Möbel liefern. Auch Sicherheitsuhren,

die in Notsituationen das Pflegepersonal

rufen, gehören dazu. Ein Aktionär ist

Finpro, ein privater Firmenverband, der

FWBC im Ausland durch Unternehmensberatung

unterstützt.

Text: satu Jussila

Die Zahl der Menschen über 65

nimmt weltweit zu. Das ist einerseits

positiv, andererseits

haben viele Länder Schwierigkeiten,

die ältere Bevölkerung gut zu versorgen.

Nach Schätzungen der Vereinten

Nationen wird die Lebenserwartung bis

2050 im Weltdurchschnitt auf 75 Jahre

steigen. In den Industrieländern soll sie

sich bis zur Mitte des Jahrhunderts von

bereits heute 76 auf 82 Jahre erhöhen.

FWBC Finland Oy ist eine Gruppe von

elf Privatanbietern von Dienstleistungen

für Senioren, die 2003 als Antwort auf

diesen wachsenden Bedarf gegründet

wurde. Die Palette umfasst Gesundheitsprodukte

und -dienstleistungen für Altenpflegeeinrichtungen.

FWBC hat zurzeit

Projekte in Japan und nimmt weitere

Märkte ins Visier.

Vorsorge

„Das finnische Modell setzt auf Prävention

und hat zum Ziel, dass die Senioren

drei zentren in Japan

Eine Altenpflegeeinrichtung, das Sendai-

Finland Well-being Centre, steht in der

japanischen Stadt Sendai. Eine zweite hat

FWBC im März 2009 in Agano eröffnet,

und im September wurde in der Stadt Saijo

ein drittes Bauprojekt gestartet.

„Wir liefern Know-how und Dienstleistungen

für die Seniorenbetreuung, Inneneinrichtung

und Hightechprodukte. Außerdem

unterweisen wir die Mitarbeiter

im Gebrauch der Geräte und helfen bei

der baulichen Planung der Einrichtungen,

um die maximale Funktionalität zu erreichen.

Es ist sehr wichtig, wo die Geräte

stehen“, schließt Tervaskari. Z

Im Weltdurch-

}

schnitt wird die

Lebenserwartung

bis 2050 auf 75

{Jahre steigen.

25


BliCK Auf fiNNlANd / MILCH FüR DIE GESUNDHEIT

milch für die

gesUndheIt

Molkereigigant Valio

Oy hält uns mit

seinem vielseitigen

Sortiment an

Milchprodukten fit.

Text: Marja Berisa

Illustration: Antti Kangassalo

„ Wir nehmen die

Theorie des guten

Lebens und setzen

sie um.


Aber es gibt mehr als

Butter, Aufstrich, Joghurt

und Käse. Neben

seinem Kerngeschäft

hat Valio in den

Dienstleistungsbereich

expandiert.

Ein interessantes Feld für Innovationen

ist die Entwicklung eines ganzheitlichen

Gesundheitskonzepts für Betriebsbelegschaften.

Valio Olo („Befinden“) bietet

Unternehmen eine realistische, flexible

Gesundheitsroutine an. Das Modell zielt

darauf, die Gesundheit des Einzelnen zu

verbessern, wobei die Hauptaspekte Ernährung,

Sport, Balance zwischen Arbeit

und Freizeit, Fitness und Zufriedenheit

am Arbeitsplatz sind.

Das Kundenunternehmen bekommt

auch einen „Gesundheitsmanager“, der

zunächst mit der Firmenleitung und den

Mitarbeitern spricht und das Bewusstsein

für die eigene Gesundheit weckt. Dann

wird ein vernünftiger Verbesserungsplan

entworfen.

Die Unternehmensberatung August

Associates aus Helsinki hat Valio Olo für

sich entdeckt.

„Das Programm ist seinem Umfang

nach einzigartig. Es ist mehr als gut gemeinte

Pläne und Gespräche. Jeder weiß,

wie wichtig gesunde Ernährung, guter

Schlaf und Bewegung sind, aber es ist

schwer, die Zeit und die Motivation zu

finden, um eingeschliffene Gewohnheiten

zu ändern“, sagt Kai Koskinen, einer

der geschäftsführenden Gesellschafter

von August Associates.

In der Unternehmensberatung sind

Zwölf-Stunden-Tage keine Seltenheit.

Außerdem stehen Reisen und volle Terminkalender

gesunden Routinen im Weg.

„Manchmal ist zum Essen einfach keine

Zeit. Deshalb haben wir das Programm

Valio Olo eingeführt. Jetzt ist der Bürokühlschrank

immer gut gefüllt – mit gesunden

Lebensmitteln und Snacks. Wir

nehmen die Theorie des guten Lebens

und setzen sie unseren Anforderungen

gemäß um. Ganz ohne Kompromisse geht

das nicht, aber insgesamt lebt unser Unternehmen

jetzt gesünder.“ Z

26


SCHWEISSEN NACH MASS / BliCK Auf fiNNlANd

Andere Zeiten und

neue wirtschaftliche

Realitäten bringen neue,

einfallsreiche Ansätze

für grundlegende

Unternehmensaktivitäten

hervor.

Text: eddie hawkins

Foto: Matti Viljanen

SCHWeiSSen

naCH maSS

„Wir sind

über den

offensichtlichen

Kundenbedarf

{hinausgegangen.“

Die Vernetzung von Unternehmen

bricht überkommene

Grenzen auf und ein

neues Ertragsdenken wandelt

Herausforderungen

in Wachstum um. Kemppi, ein führender

Hersteller von Schweißausrüstung,

Barona, einer der größten Personalvermittler

Finnlands, und das Technische

Forschungszentrum von Finnland VTT

haben ein innovatives Serviceprodukt namens

„HumanWeld – Leistungsfähigkeit 3 “

geschaffen und lanciert.

Der maßgeschneiderte Service verbindet

Personalvermittlung mit modernster

Schweißtechnik und Produktivitätsmonitoring.

Beide Partner tragen mit ihren jeweiligen

Stärken dazu bei, für die Kunden

eine Wertschöpfung und für die Lieferanten

neue Einnahmen zu generieren.

„Es ist ein allgemeiner Trend, dass die

Techniken langsam ausgereizt sind“, erklärt

Kemppi-Geschäftsführer Anssi

Rantasalo.

„Differenzierung ist

im Technikbereich

selten möglich, und

die Hersteller suchen

traditionell mit Ersatzteilen,

Wartung

und Consulting zu

expandieren. Sie brauchen

neue Ideen.“

Bei HumanWeld ist Barona für Personal,

Umsetzung und Branding zuständig.

Das erspart dem Arbeitgeber die Mitarbeitersuche

und gewährt ihm die Flexibilität,

auf Veränderungen der Situation zu

reagieren. Kemppi steuert die Schweißausrüstung

bei und verfolgt die Produktivität

beim Kunden. Schulung und Zertifizierung

werden gemeinsam durchgeführt.

„Wir haben die Herausforderung angenommen,

Grenzen zu durchbrechen

und innovativ zu sein. Um etwas Neues

auf den Markt zu bringen, das für den

Kunden eine erhebliche Verbesserung

bedeutet, sind wir über den offensichtlichen

Kundenbedarf hinausgegangen. Das

Konzept intensiviert die Partnerschaft

mit dem Kunden. Und der Preis basiert

auf Produktionseffizienz und Qualität.

Der Kunde zahlt nur für getane Arbeit.

Die positive Marktreaktion zeigt, dass wir

auf der richtigen Spur sind.“ Z

27


BliCK Auf fiNNlANd / KAPAZITÄTEN

Neue

führungsmethoden

für die

Arbeitswelt

In den nächsten Jahrzehnten wird die

Zahl der Menschen im Erwerbsalter

in ganz Europa radikal abnehmen.

Finnland ist unter den ersten, die mit

dieser Veränderung leben müssen. Deshalb

wird bereits energisch nach Lösungen

gesucht. Das setzt Einsicht, Flexibilität

und gemeinsamen Willen voraus.

„Um der drohenden Personalknappheit

zu begegnen, muss die Arbeit flexibler an

die Bedürfnisse der Mitarbeitergruppen

und die Anforderungen der Arbeitgeber

angepasst werden“, betont Geschäftsführerin

Satu Huber, die eine von Finnlands

größten Rentenversicherungsgesellschaften

leitet, Eläke-Tapiola.

Infolge der finnischen Rentenreform

von 2005 erwerben Berufstätige über 63

einen höheren Rentenanspruch als ihre

jüngeren Kollegen. Tatsächlich treten die

Menschen jetzt etwas später in den Ruhestand

als früher.

Darüber hinaus ist die Arbeitsfähigkeit

sicherzustellen. Programme

für ältere Mitarbeiter und

betriebsärztliche Dienste ha-

ben in diesem Bereich zu Verbesserungen

geführt. Die Arbeitgeber erhalten

vom betriebsärztlichen Dienst und von

den Rentenversicherungsgesellschaften

Unterstützung, um Probleme am Arbeitsplatz

zu erkennen und zu lösen. Doch es

gibt noch viel zu tun.

flexibel führen

Untersuchungen zeigen, dass das Wohlbefinden

am Arbeitsplatz auf Gemeinschaftsgeist,

sinnvollen Aufgaben und der

Möglichkeit basiert, die eigene Tätigkeit

mitzubestimmen. Der Führungsstil hat

darauf mehr Einfluss als die Gesetzgebung

oder Tarifvereinbarungen.

Expertenunternehmen, die auf Innovativität

drängen, brauchen andere Managementdoktrinen

als die Modelle des frühen

20. Jahrhunderts, die auf die Effizienz der

Automobilindustrie zielten.

„Uns stehen wertvolle Erhebungsdaten

zur Verfügung, aber die Entwicklung und

Übernahme der besten Praktiken ist noch

nicht abgeschlossen. Hier sind die Manager

gefordert“, sagt Huber.

Flexible Modelle werden für die tägliche

Arbeitszeit, für Möglichkeiten zum

Aussetzen und für die Arbeitsbelastung

gesucht. Das demokratische Konzept der

gleichen Bedingungen für alle funktioniert

nicht länger. Eine große Herausforderung

ist der Aufbau von Teamgeist.

„Das Klima muss so sein, dass die jüngeren

Mitarbeiter an der Erfahrung ihrer

älteren Kollegen teilhaben können und

die älteren Mitarbeiter von den Jüngeren

lernen, zum Beispiel IT-Fertigkeiten.“ Z

Arbeitskräftemangel wird die

Bürger Finnlands in naher

Zukunft zwingen, länger im

Beruf zu bleiben. Wir müssen

innovativer und flexibler

werden, so satu huber,

Geschäftsführerin von

Eläke-Tapiola.

Text: risto Pennanen Foto: Aino huovio

28


kapazitäten

Finnland hat, was man braucht,

um auf dem Gebiet der

Gesundheitsdienste der nächsten

Generation Wegbereiter zu

werden, meint Mikko Kosonen,

Präsident des finnischen

Innovationsfonds Sitra.

Kosonen sieht die künftige Wettbewerbsfähigkeit

des Landes

in Abhängigkeit von gewissen

Stärken im sozialen und kulturellen

Bereich.

„Wir sind eine entwickelte, angemessen

kleine Gesellschaft. Es sollte für uns

wesentlich leichter sein, zum Beispiel bei

elektronischen Gesundheitsdiensten und

der Gesundheitsförderung eine führende

Position einzunehmen, als für größere

Länder.

Darüber hinaus haben wir vielleicht die

am besten ausgebildete Bevölkerung der

Welt, stets bereit, neue Methoden, Techniken

und Technologien anzunehmen.“

Auch der Umstand, dass Gleichberechtigung

in Finnland wörtlich genommen

wird, gestattet und beschleunigt die Weiterführung

neuer Ideen.

„Wir haben weiterhin eine sehr demokratische

Gesellschaft. Sicher, es gibt viele

Hierarchien, aber zwischen den sozialen

Schichten ist keine tiefe Kluft entstanden.

Die Arbeitskultur gründet auf

der Haltung, Aufgaben zu erledigen, auf

Geradlinigkeit und Integrität – alles Voraussetzungen,

um sich schnell an die Spitze

zu setzen.“

Kosonen weist darauf hin, dass neue Lösungen

für Gesundheitsdienste und ihre

internationale Vermarktung als nächster

Schritt naheliegen.

„Die Stärken der finnischen Gesellschaft

unterstützen unsere Vision, dass wir Systeme

und Techniken schneller verändern können

als andere – wie es das Gesundheitswesen

der nächsten Generation verlangt.“

Text: Jorma leppänen Foto: Aino huovio

Vordenker sein

Systemveränderung bedeutet

eine umfassende Veränderung,

die mehrere Bereiche

umspannt.

„Finnland ist in Bezug auf die medizinische

Versorgung schon heute ein Musterland,

dessen Entwicklung in der ganzen

Welt aufmerksam beobachtet wird. Jetzt

sollten wir noch stärker zusammenarbeiten,

um auf der Prämisse, dass sich die

Bürger aktiver und mit der neuen Technik

auch besser um ihre Gesundheit und

ihr Wohlbefinden kümmern, ein vorbeugendes

Gesundheitssystem aufzubauen.

Dass in letzter Zeit Experten mehrerer

internationaler Technologiefirmen wie

IBM, Microsoft und Nokia als Gäste bei

Sitra gearbeitet haben, bestätigt unsere

Führungsrolle und unsere Glaubwürdigkeit.

Finnland könnte gut als Testlabor für

technische Lösungen des Gesundheitswesens

dienen, die sich weltweit anwenden

lassen.“ Z

29


BliCK Auf fiNNlANd / NACH MADONNA ÖKOSTADT

Text: salla Korpela Fotos: sarlin+sopanen Architects ltd. & Arup Architecture

naCH Madonna

Ökostadt

Dichte Bebauung und Komfort.

Für Menschen, nicht für Autos.

Das ist das neue Wohngebiet

Jätkäsaari in Zentrumsnähe. In

den kommenden fünfzehn Jahren werden

hier für 15 000 Einwohner von Helsinki

Wohnungen gebaut und 6 000 Arbeitsplätze

geschaffen. Kurz vor Baubeginn

hatte im August 2009 noch die Popikone

Madonna ihren großen Auftritt in dem

ehemaligen Hafen. 80 000 Fans kamen zu

dem Konzert.

erst waren es Madonna und ihre 80 000

Fans, die das ehemalige Hafengelände

nahe der Innenstadt von Helsinki

einnahmen. Nun soll in dem Gebiet ein

ökologisch nachhaltiges Viertel entstehen.

30


in Jätkäsaari wird nach

den Prinzipien der Nachhaltigkeit

auch ein „low2No“-

häuserblock mit hohen

Ansprüchen an die Ökoeffizienz

gebaut. er soll ein

landesweit anwendbares

Modell für Co 2

-neutrale

Bauten werden.

lasst uns zusammenrücken!

Jätkäsaari soll hinsichtlich der Energieund

Ökoeffizienz ehrgeizige Ziele erfüllen.

Eine Lösung ist die dichte, städtische

Bebauung.

„Hier entsteht ein städtisches Viertel,

kein Vorort. Die kompakte Struktur sorgt

für Synergievorteile und reduziert den

Transport- und Investitionsbedarf. Das

spart Energie und natürliche Ressourcen“,

bemerkt Matti Kaijansinkko, der

für den Jätkäsaari-Entwurf verantwortliche

Architekt und Projektleiter.

Jätkäsaari ist eine Halbinsel. Die Häuserblocks

werden so gestaltet, dass die

Innenhöfe vor den kalten Ostseewinden

geschützt sind. In den Gebäuden und der

Infrastruktur werden die Möglichkeiten

genutzt, die die moderne Technik bietet.

Müllwagen zum Beispiel gehören der Vergangenheit

an: Die Abfälle werden über

ein unterirdisches Vakuumsystem zu einer

zentralen Sammelstelle befördert.

Wir fahren straßenbahn!

In Jätkäsaari ist alles leicht zu Fuß zu erreichen.

Mit dem Fahrrad sind die Einwohner

in fünf Minuten in der Innenstadt.

Die Geschäfte und Dienstleistungen

sollen verstreut liegen. Durch die

Straßenbahn, die auch die Passagiere der

an der Südseite von Jätkäsaari anlegenden

Kreuzfahrtschiffe in die Stadt bringt, ist

das Gebiet hervorragend an den öffentlichen

Nahverkehr angebunden.

„Der Ansatz für die Gestaltung des Gebiets

stammt aus dem Mobilitätsmanagement“,

sagt Kaijansinkko. Es gibt nur wenige

Straßen für den Autoverkehr und die

Wohnstraßen sind Sackgassen. Durchgangsverkehr

wird es praktisch nicht geben.

Parkraum befindet sich in erster Linie unter

der Erde. Zu jedem Häuserblock gehören

zwei Parkplätze für Car-Sharing-Fahrzeuge.

lasst uns nachhaltig bauen!

Ökoeffizienz ist ein Markenzeichen des

fünfzehn Jahre dauernden Bauvorhabens.

Das durch den jahrzehntelangen Hafenbetrieb

kontaminierte Erdreich wird nicht

abtransportiert, sondern verbleibt unter

der geplanten Grünanlage. Es wird isoliert

und stellt für die Parkbesucher keine Gefahr

dar. Das riesige alte Lagerhaus verwandelt

sich in ein Fitnesscenter.

„Die Herausforderung besteht darin, das

Viertel so attraktiv zu machen, dass die Bewohner

auch ihre freien Tage gern dort verbringen.

Im Park wird für die Kinder eine

Rodelbahn gebaut und in der geschützten

Bucht ein Sandstrand für heiße Sommertage

angelegt“, beschreibt Kaijansinkko. Z

low2no

Sitra und seine Partner entwerfen für Jätkäsaari

einen nachhaltigen Gebäudeblock. Die

Ideen und Lösungen für energieeffizientes,

nachhaltiges Bauen stammen aus dem internationalen

Wettbewerb „Low2No“. Für die

Ausschreibung hatten sich 75 Teams aus 23

Ländern interessiert, unter denen fünf Teilnehmer

ausgewählt wurden. Der Gewinner

des Wettbewerbs war das Team Arup (England),

Sauerbruch-Hutton (Deutschland), Experimenti

(Italien) und Galley EcoCapital (USA).

Ökostädte

für China

China steht vor einer in der Weltgeschichte

einmaligen Herausforderung:

In den nächsten fünfzehn Jahren

werden 400 Millionen Menschen vom

Land in die Stadt ziehen. Dafür sollen zahlreiche

neue Städte gebaut werden, die entweder

einen Bruchteil der Energie verbrauchen,

die vorhandene Städte benötigen, oder

sogar einen Energieüberschuss generieren.

Das finnische Unternehmen DigiEcoCity

Ltd hat im Frühjahr 2009 einen Vertrag

über den Bau zweier umweltfreundlicher

Musterstädte in China unterzeichnet. Sie

sollen je 100 000 Einwohner haben und

in Gongqing, Provinz Jiangxi, und Danyang,

Provinz Jiangsu, entstehen.

„Der Klimawandel, die Verstädterung und

die Notwendigkeit, umweltgerechter zu bauen,

waren zentrale Aspekte in den auf Ministerebene

geführten Verhandlungen zwischen

Finnland und China“, zählt der Geschäftsführer

von DigiEcoCity, Mauri tommila, auf.

Ein finnisch-chinesisches Joint Venture

übernimmt die Bauleitung. Außerdem beteiligen

sich führende Hightech-Unternehmen

Finnlands an dem Projekt. Es wird erwartet,

dass die Städte in etwa fünf Jahren fertig sind.

„Die Umweltlösungen berücksichtigen

alle Seiten einer nachhaltigen Lebensweise.

Es ist nicht nötig, so viel zu reisen, Energie

wird mit einer geeigneten Kombination

erneuerbarer Energieträger erzeugt, Energieverluste

werden minimiert, Wasserwirtschaft,

Recycling und Abfallmanagement

sind effizient. Die Aufgabe ist äußerst anspruchsvoll,

aber die Zukunftslösungen lassen

sich in China mit kleinen Kompromissen

realisieren“, stellt Tommila fest. Z

31


BliCK Auf fiNNlANd / GRüNE KOHLE FüR CHINA

grüne

KoHlE

Für

chInA

32


Um der dringlichen Forderung nach Substitution

fossiler Brennstoffe nachzukommen, hat der

Umwelttechnikanbieter Preseco Oy als Kohleersatz

einen neuen, festen Biobrennstoff entwickelt.

Text: fran Weaver Foto: Paula Vainio-Paananen

Es sieht aus wie

Kohle, fühlt sich

an wie Kohle

und liefert ebenso

viel Energie

wie hochwertige

Kohle. Presecos

Biokohle

wird jedoch

aus organischen

Reststoffen wie Holz oder

Stroh hergestellt und ist

treibhausgasneutral.

Biokohle wird in einem

speziellen Pyrolyseprozess

erzeugt. Organisches

Material wird bei

hoher Temperatur unter

Sauerstoffausschluss

verbrannt, um einen festen Brennstoff mit

hohem Heizwert zu erhalten.

„Entscheidend ist, dass die neue Biokohle

in den vorhandenen Kraftwerken ohne

zusätzliche Investitionen an Stelle von

Braun- oder Steinkohle verfeuert werden

kann“, erklärt Geschäftsführer Mikko

Kantero von Preseco.

Durch ihre Konsistenz und den hohen

Energieinhalt eignet sich die Biokohle

auch für den weltweiten Transport und

Handel.

„Dies ist das erste Mal in der Geschichte

der Bioenergie, dass die geografische Entfernung

zwischen den Verbrauchern und

den Rohstoffquellen keine Rolle spielt“,

freut sich Kantero.

Globaler Markt

Die Pilotanlage von Preseco in der finnischen

Stadt Tampere produziert zu

Projekte laufen

in Brasilien,

Kanada, Chile

und Indonesien.

Demonstrations- und Testzwecken bereits

Biokohle aus Restholz. Preseco und

die chinesische Anneng Thermal Power

Group planen jetzt ein Joint Venture zur

Produktion von Biokohle in der Provinz

Hubei. Den Anfang soll eine Demonstrationsanlage

machen, die Reisstroh verarbeitet.

Als größter Kohlekonsument der Welt

sucht China händeringend nach klimafreundlichen

Alternativen.

„Wir beteiligen uns

auch an Entwicklungsprojekten

in Indonesien,

Kanada,

Chile und

breite Palette

der

umwelttechnik

Preseco ist eines der vierzig finnischen Spitzenunternehmen

im Bereich der sauberen Technologien, die sich unter

der Marke Cleantech Finland zusammengeschlossen

haben. Sie wollen die breit gefächerte Umweltkompetenz

innovativer finnischer Firmen bekannt machen.

Die Cleantech-Mitglieder bieten auf folgenden Gebieten

Lösungen an:

»eNerGieeffizieNz

(z.B. Vacon, Frequenzumrichter; Metso)

» sAuBere ProduKtioNsVerfAhreN

(Outotec, Bergbautechnik; Eagle Filters)

» ABfAllMANAGeMeNt

(Tana, Doranova)

» erNeuerBAre eNerGieN

(St1, Biobrennstoffe; AW-Energy, Wellenkraft)

» WAsser- uNd luftreiNhAltuNG

(Kemira, Chemikalien; Desinfinator, Luftreinigung)

33


finnland strebt an, seine erneuerbaren

Ressourcen in größtmöglichem Umfang

zu nutzen, ohne die empfindliche nordische

Natur aus dem Gleichgewicht zu

bringen. Der finnische Innovationsfond Sitra hat

für Finnland eine Ressourcenstrategie ausgearbeitet,

die in ihrem Umfang einzigartig ist. Sie priorisiert

bei jeglicher Nutzung natürlicher Rohstoffe

die Material- und Energieeffizienz und sucht die

jüngsten finnischen Innovationen in Bereichen

wie erneuerbare Energien, Abfallmanagement

und Biomassenutzung zu verwerten.

Die Regierung hat die neue Strategie begrüßt

und betont, dass die nachhaltige wirtschaftliche

Nutzung der großen natürlichen Ressourcen des

Landes eine ausgezeichnete Grundlage für die

Entwicklung und ökonomische Wiederbelebung

ländlicher Regionen ist.

34

intelligente

nutzung von

ressourcen

Brasilien“, sagt Kantero.

„Das Schöne an dem Konzept ist

die Möglichkeit, Produktionsanlagen an

jeder beliebigen Stelle zu errichten, an der

geeignete Biomasse ausreichend verfügbar

ist, und die Biokohle weltweit dort zu

verkaufen, wo wir den besten Preis erzielen.“

Mit Blick darauf, dass Finnland seine

Emissionen aus fossilen Brennstoffen reduzieren

muss, baut Preseco in der Nähe

von Tampere zudem eine neue Biokohleanlage

für die umfassendere Nutzung der

Energie aus den Wäldern.

„Bis 2015 könnten wir jährlich eine Million

Tonnen Biokohle herstellen und damit

ein Fünftel der Kohle ersetzen, die

Finnland gegenwärtig verbraucht.

Das würde

die Treibhausgasemissionen

des Landes

um fünf Prozent

senken“, führt Kantero

aus.

effektive

Kohlenstoffsenken

Die höchste Biokohlequalität

liefern Holz oder

Ernterückstände. Kantero

zufolge kann Biokohle

letztlich aus allen organischen

Stoffen produziert

werden, darunter Schlachtabfälle,

Abfälle aus der Lebensmittelverarbeitung,

Baustellen- und Gartenabfälle

– sogar aus chlorfreien

Kunststoffen.

Minderwertige Biokohle

„Biokohle kann aus

allen organischen

Stoffen hergestellt

werden.“

dient auch zur Bodenverbesserung. Das

Einbringen von pulverisierter Biokohle in

landwirtschaftliche Böden kann den Ertrag

erheblich verbessern. Kantero vergleicht

diesen Prozess mit dem einstigen

Wanderfeldbau in Finnland, bei dem

durch Brandrodung neue Anbauflächen

gewonnen wurden. Das verkohlte Holz

und die Asche wurden in den Boden eingearbeitet.

„Das macht den Boden zu Kohlenstoffsenken

und trägt dazu bei, den Klimawandel

zu mildern. Wenn sich der Markt für

die CO 2

-Speicherung wie erwartet entwickelt,

kann das sogar noch lukrativer

sein, als Biokohle zu verbrennen“, vermutet

Kantero.

„Wir sind überzeugt, dass es weltweit ein

gewaltiges Marktpotenzial für Biokohle

gibt“, schließt Kantero.

Preseco ist gut aufgestellt, um bei dieser

technologischen Entwicklung in Führung

zu gehen. Die Patente und Marken

sind schon eingetragen. Zur Eindämmung

des Klimawandels werden die Menschen

dazu angehalten, auf fossile Brennstoffe

zu verzichten, und der Markt ordnet

sich neu. Das wird den gegenüber Braunoder

Steinkohle bereits höheren Preis der

„grünen“ Kohle wahrscheinlich steil in die

Höhe treiben. Z



Durch die geringeren

Stromkosten

amortisiert sich die

Investition.


JEDER KLEINE FREQUENZUMRICHTER HILFT / BliCK Auf fiNNlANd

JEdEr KlEinE

Frequenzumrichter

HilFT

Text: eddie hawkins Foto: istockPhoto

Wir wissen schon, wie wir ein Zehntel unseres

Elektroenergieverbrauchs einsparen können.

Drittel des weltweiten

Elektroenergieverbrauchs

entfällt auf Elektromotoren“,

bemerkt Vacon-

Geschäftsführer Vesa Laisi. „Mit energieeffizienten

Frequenzumrichtern und

Elek tromotoren ist es möglich, dreißig

Prozent dieser Menge einzusparen. Das

bedeutet, dass diese Technik, diese Geräte

den weltweiten Strombedarf um volle

zehn Prozent reduzieren können.“

Die finnische Firma Vacon ist einer der

größten Konstrukteure und Hersteller

von Frequenzumrichtern weltweit.

Diese Technik ist eine praktische, energieeffiziente

Alternative. Frequenzumrichter

werden als Drehzahlregler für Elektromotoren

eingesetzt. Diese benötigen dann

oft weniger Energie als beim Betrieb mit

konstanter Drehzahl, weil die flexible Anpassung

an den Bedarf möglich ist.

ein


Gutes Geschäft

Das Marktwachstum bei Frequenzumrichtern

erklärt sich durch die steigenden

Energiepreise, zunehmende Automatisierung

und rückläufige Preise für Elektronik.

Und es wird anhalten. Nur rund einer

von zehn Elektromotoren weltweit ist mit

einem Frequenzumrichter ausgerüstet.

Lüfter und Pumpen sind die häufigsten

Anwendungen: Im Allgemeinen ergibt

sich eine Energieersparnis von zwanzig

bis fünfzig Prozent. Wenn zum Beispiel

ein Lüfter mit konstanter Drehzahl angetrieben

wird, kann der Luftstrom zeitweise

höher sein als erforderlich. Am effizientesten

lässt sich der Luftstrom regeln,

indem man die Drehzahl des Lüftermotors

verstellt. Zudem bedeuten variable

Drehzahlen nicht nur geringeren Energieverbrauch,

sondern auch bessere Luftqualität.

Das erwachende Bewusstsein für den

Zustand des Planeten löst eine Nachfrage

nach Frequenzumrichtern aus. Sie

sind ebenso eine energie- wie eine kostensparende

Komponente. Zum größten

Teil wird Elektroenergie jedoch weiterhin

mit fossilen Brennstoffen erzeugt.

Mehr als die Hälfte ihres Energieinhalts

geht auf dem Weg von der Energiegewinnung

zur Nutzung verloren. Eine

bewährte, einfach einzusetzende Technik,

die diese Verschwendung ausgleichen

kann, ist gut für die Umwelt und

fürs Geschäft.

„Meistens verkaufen wir im Prinzip ein

Maschinenteil. In einigen Fällen kauft der

Kunde Energieeffizienz. Durch die geringeren

Stromkosten amortisiert sich die

Investition“, sagt Laisi. Z

35


BliCK Auf fiNNlANd / AUTORIN MIT STANDPUNKT

autorin mit

Standpunkt

36


schriftsteller


haben die

Aufgabe, die Welt zu

verändern. Sie sollen

auch die Sprache

weiterentwickeln und

Sprache erfinden. Aufrichtigkeit ist essenziell

und das Intimste ist oft das Öffentlichste.“

Aufrichtigkeit erfordert Mut. Sofi Oksanen

hat es zum Beispiel gewagt, das in

Finnland geltende Axiom der Gleichberechtigung

anzuzweifeln.

„In Finnland sind Frauen Teil der Erwerbswelt

und das Gerüst der Gesellschaft.

Die Straßen sind sicher. Aber innerhalb

der eigenen vier Wände fehlen

Gleichberechtigung und Sicherheit oft.

Selbst die EU hat die häusliche Gewalt in

Finnland angemerkt.“

hinterfragen von Wahrheiten

Als Mensch mit Einblick, der in der Gesellschaft

mitredet, hinterfragt Oksanen

viele Wahrheiten und bringt zugunsten

der Demokratie neue Perspektiven in

das aus der Frauenbewegung stammt. Der

Roman ist bereits in mehr als zwanzig

Sprachen übersetzt worden.

dank an schreibende frauen

„Ich stehe bei allen Frauen in der Schuld,

die im 19. Jahrhundert an der Geburt der

finnischen Literatur und des Theaters

mitgewirkt haben. Fredrika Runeberg war

nicht nur die erste Frau in Finnland, die

historische Romane schrieb, sondern gehörte

zu den ersten Autoren überhaupt,

die in Finnland historische Romane verfassten.

Sie behandelte die russische Besetzung

und ihre Folgen, wie ich es jetzt

auch getan habe.

Runebergs Gedanken lehnen sich an

John Stuart Mill an, der für die Frauenbewegung

des ausgehenden 19. Jahrhunderts

sehr wichtig war. Mill zufolge sind

Frauen wie Nationen: Nichts von ihrem

Wesen wird offenbar, solange sie nicht

frei sind. Auch Völker verhalten sich in

Gefangenschaft anders als in Freiheit.

Kolonialzeit in ihrer Literatur. Vielleicht

hat mich das als Jugendliche im Unterbewusstsein

angesprochen.“

Ihre literarischen Leistungen sorgen in Finnland

für Gesprächsstoff. Schriftstellerin Sofi Oksanen,

33, weiß, was sie will. Text: Jorma leppänen Foto: toni härkönen

symbolbeladene sprache

Für einige Autoren ist Schreiben ein Fallenlassen

in die dunklen Schichten des

Bewusstseins, in ein Chaos, das sich erst

nach dem Auftauchen ordnen lässt. Oksanens

Schaffensprozess ist anders.

„Schriftsteller beschreiben das Ungesagte,

nähern sich dem Unbekannten. Aber

ich weiß immer, was ich tue. Für mich ist

Schreiben kein Eintauchen in eine unbekannte

Welt.“

Der Detailreichtum in Oksanens Werken

spricht alle Sinne an, ohne den Leser

zu erdrücken. Alles hat seine Bedeutung

und seinen Platz im Gesamtbild. Selbst

scheinbar unwichtige Nebensächlichkeiten

wie ein Sonnenblumenkern eröffnen

Interpretationsmöglichkeiten.

„Sonnenblumenkerne kommen in Fegefeuer

mehrmals vor. Die sowjetischen Bedie

Diskussion ein. Als weltverändernde

Künstlerin hat sie sich jetzt der jüngeren

Geschichte Estlands angenommen.

„Mein eigentliches Thema ist Macht.

Der Umstand, dass meine Romane Estland

behandeln, liegt an dem großen Interesse

an dessen jüngerer Geschichte.

Nur selten können wir miterleben, wie

sich die Gesellschaftsform einer Nation

über Nacht ändert. Der Zusammenbruch

der Sowjetunion und die Wiederherstellung

der Unabhängigkeit Estlands waren

dramatische Ereignisse.“

„Dass meine Mutter Estin ist, hat die

Wahl des Sujets natürlich beeinflusst. Ich

war viel in Estland, auf dem Lande.“

Oksanens 2008 erschienener Roman

Puhdistus (deutscher Arbeitstitel: Fegefeuer)

wurde in Finnland als Werk des

Jahrzehnts gefeiert. Er betrachtet die estnische

Geschichte aus der Perspektive

einer Familie. Metapher für das besetzte

Land ist ein Frauenkörper – ein altes Bild,

Diese Parallele zwischen Frauen und unterdrückten

Völkern benutze auch ich in

meinen Romanen über Estland und estnische

Frauen.“

Ihren ersten Roman schrieb Sofi Oksanen

mit zehn Jahren auf Aufsatzpapier

und schenkte ihn ihrer Mutter zu Weihnachten.

Ihren eigenen Stil und ihre Themen

fand sie während des Studiums an

der Universität Helsinki und der Theaterhochschule

Helsinki.

„Ich habe immer viel gelesen, aber Literatur

zu studieren, war nicht mein Ding.

Das nahm so viel Zeit in Anspruch, dass

zum Schreiben keine blieb. Ich fand das

beklemmend.“

Als eine ihr wichtige Schriftstellerin

nennt Oksanen Marguerite Duras, deren

Werke sie schon auf dem Gymnasium in

der Originalsprache für sich entdeckte.

„Die Schlichtheit und Musikalität von

Duras’ Sätzen hat mich beeindruckt. Erst

Jahre später sah ich die Erfahrungen der

satzer haben sie nach Estland gebracht.

Aufmerksamen Lesern wird das nicht

entgehen. Daneben haben Sonnenblumenkerne

natürlich eine positive Konnotation.“

Die poetische, symbolbeladene Sprache

verlangt dem Leser mehr ab als Prosa

im Allgemeinen. Obwohl es nicht überrascht,

dass Fegefeuer den renommiertesten

Literaturpreis Finnlands erhalten hat,

kam das große Interesse der Leser unerwartet.

Ein anspruchsvoller Roman wird

selten zum Bestseller.

„Für mich ist es schwer zu sagen, warum

mein Roman so gefragt ist. Vielleicht liegt

es daran, dass er ein universelles Thema

hat. Als die Theaterversion von Fegefeuer

in Stockholm aufgeführt wurde, fand sich

auch ein Regisseur aus Südafrika nach seinen

Worten in der Welt des Stücks wieder.

Eine Änderung der Machtverhältnisse

verursacht stets Bedrängnis und läuft

stets nach demselben Muster ab.“ Z

37


BliCK Auf fiNNlANd / EINFACH UND GUT

zusAMMeNGestellt VoN KAtJA PANtzAr

eiNfACh uNd Gut

Dancing in the Rain

designer von Gucci bis Prada haben Gummistiefel in ihre

Kollektionen aufgenommen. Gummistiefel von Nokia

gibt es seit 1898. Heute werden sie von Nokian Footwear

produziert. Die Namensähnlichkeit mit dem Mobiltelefonhersteller

Nokia ist kein Zufall, denn beide Firmen sind aus

demselben Unternehmen hervorgegangen. Das jüngste

Stiefelmodell „Hai“ verträgt Temperaturen bis -40 °C und ist

bei Modefans wie Praktikern gleichermaßen gefragt.

Praktisches

Hilfsgerät

Click2Knot von

Spinmade ist das erste

Gerät, das Angelknoten

automatisch macht

und dem Angler diese

Mühe abnimmt. Wenn

der Griff gedrückt

wird, schiebt das Gerät

die Schnur vor und

befestigt den Köder.

WWW.NOKIANFOOTWEAR.FI

Bis Japan

beliebt

der Erfolgszug

der zwei

großen finnischen

Designmarken iitala

(Haushaltswaren) und

Marimekko (Textilien) in

Japan hält an. Die Produkte

werden als haltbar und ökologisch

vertretbar angesehen. Marimekko hat sich in Tokio zu

iittala gesellt und auf der Ginza, der berühmten Shoppingmeile,

ein neues Geschäft eröffnet. In der ersten

Hälfte des Jahres 2009 wurde Japan für Marimekko

zum größten Exportmarkt.

WWW.IITTALA.COM

WWW.MARIMEKKO.COM

WWW.SPINMADE.COM

Erfolgreiche

Schritte

einlegesohlen von Footbalance sind maßgefertigt,

damit der Schuh gut sitzt und den Fuß seines

Trägers an den richtigen Stellen stützt. Footbalance

und das Finnische Zentrum für Technologieund

Innovationsförderung Tekes haben sich dem

Global Access Program der University of California

angeschlossen, um die Einlegesohlen in den USA

zu vermarkten und zu verkaufen. Der Erfolg war so

groß, dass die finnischen Footbalance-Einlegesohlen

jetzt in 5 300 Geschäften in 35 Ländern angeboten

werden.

38

WWW.FOOTBALANCE.COM


Inspirationen mit anderen teilen

der weltweit führende

Mobiltelefonhersteller

Nokia stellt

seine ungenutzten Forschungs-

und Entwicklungsergebnisse

Unternehmen

in ganz Finn-

land zur Verfügung

– gratis. Damit wird angestrebt,

dass alle von

den Ideen profitieren

können und die finnischen

Unternehmen

international wettbewerbsfähiger

werden.

über die „Innovation

Mill“ hat es bereits vier

Neugründungen gegeben,

darunter die Firma

Sports Tracking Technologies,

die auf der Basis

des beliebten Nokia

Sports Tracker neue Anwendungen

entwickelt.

Weltweit haben Millionen

von Handybenutzern

das Programm heruntergeladen.

WWW.NOKIA.COM

FOTO: JUHA RAHKONEN

Gespannte

Erwartung

im Juni 2010 wird der Gewinner des Millennium

Technology Prize bekannt gegeben, des höchstdotierten

Technologiepreises der Welt. Finnland

belohnt alle zwei Jahre technische Innovationen,

die eine Verbesserung der Lebensqualität bedeuten,

mit einer Million Euro.

WWW.MILLENNIUMPRIZE.FI

Der neue Animationsfilm Moomins and the Comet Chase

(Der Komet im Muminland) wird der erste stereoskopische

Film aus den nordischen Ländern sein. Produzent

ist die finnische Filmkompaniet Alpha. Den Titelsong hat

die isländische Sängerin Björk komponiert, die ihn auch singt.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuchklassiker

von Tove Jansson.

mumin in

3D

WWW.FILMKOMPANIET.FI

Sauberes Design

das auf der angesehenen Mailänder

Möbelmesse vorgestellte

10-Unit-System besteht

aus Möbelelementen, die sich

zu Tisch, Stuhl oder Bank zusammensetzen

lassen. Es wurde von dem japanischen

Designer Shigeru Ban für die finnische

Designfirma Artek entworfen. Das

Material, Holz-Kunststoff-Komposit, ist ein

Recyc lingwerkstoff der finnischen UPM,

einem der weltweit führenden Forstindustrieunternehmen.

WWW.UPM-KYMMENE.COM

WWW.ARTEK.FI

Finnland

in zahlen

PLÄTZCHENFORM VON HEIROL OY

WWW.STAT.FI

Unabhängige

parlamentarische

Republik seit 1917. •

Der Präsident wird

alle sechs Jahre

gewählt. Derzeitige

Amtsinhaberin

ist Tarja Halonen.

• Mitglied der

Europäischen

Union seit 1995.

• Währung: Euro •

BIP 2008: 185 Milliarden

Euro • Bevölkerung: 5,3

Millionen Einwohner • Hauptstadt:

Helsinki. Im Großraum Helsinki lebt

1 Million Menschen. • Sprachen: 91 %

der Einwohner sprechen Finnisch,

5,4 % Schwedisch. • Religion: 81 %

Lutheraner, 1 % Orthodoxe • Fläche:

390 920 Quadratkilometer,

davon 9 % Süßgewässer • In

Finnland gibt es 188 000

Seen.

39


WEiTErE

inFormaTionEn:

WWW.tHiSiSfinland.fi

WWW.teM.fi

WWW.tekeS.fi

WWW.Sitra.fi

WWW.inVeStinfinland.fi

WWW.finnfaCtS.fi

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