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Wir fordern:

➜ Beendigung der Militärmesse auf der ILA,

da sie Teil der Rüstungsexportoffensive der

Rüstungsindustrie ist.

➜ Verbot von Rüstungsexporten.

➜ Der Berliner Senat und die Brandenburger

Landesregierung, müssen sich grundsätzlich

von der Rüstungsmesse distanzieren.

➜ Ein generelles Verbot von Flugschauen auf

der ILA, da sie Menschenleben gefährden und

die Anwohnerinnen und Anwohner durch

Fluglärm terrorisieren.

Protestaktionen:

Montag, 10. September:

13 Uhr, Potsdam, Staatskanzlei,

Heinrich-Mann-Allee 107 und

15.30 Uhr, Berlin, Rotes Rathaus

Sonnabend, 15. September und

Sonntag, 16. September:

jeweils um 10 Uhr am Gelände der ILA –

Berlin Air Show. Schönefeld-Selchow (Süd),

Glasower Str./Ecke L 75

Friedenskoordination Berlin

c/o Laura von Wimmersperg

Hauptstraße 37, 10827 Berlin

Spendenkonto: Regina Aram,

Berliner Sparkasse,

Konto-Nr. 990209768, BLZ 10050000

V.i.S.d.P.: Laura von Wimmersperg

Wir sagen: Krieg darf kein Mittel

der Politik sein!

Rüstungsfirmen und Bundeswehr nutzen die

Faszination der Technik, um im eigens dafür

errichteten „Career Center“ Jugendliche anzuwerben.

➜ Wir sagen: Die Anziehungskraft der Technik

darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass

militärische Ausrüstungen und Systeme für

das Töten von Menschen erdacht, entwickelt

und hergestellt werden.

Die ILA bietet im „International Suppliers

Center“ mit den „International Buyers’ Days“

eine Rüstungsmesse, auf der Rüstungsexporte

eingefädelt werden. Deutschland

belegt unter den Händlern des Todes bereits

Platz 3 auf der Welt und Platz 1 in der EU.

➜ Wir sagen: Waffenexport bedeutet Aufrüstung.

Aufrüstung verunsichert und fördert

die Konfrontation, wo Kooperation nötig

wäre. Waffenexporte steigern die Kriegs -

gefahr.

Veranstalter der ILA sind der Bundesverband

der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie

(BdLI) und die Messe Berlin GmbH, welche

sich zu 99,7 Prozent im Besitz des Landes

Berlin befindet.

➜ Wir protestieren dagegen, dass der Berliner

Senat für Rüstungslobby und Bundeswehr

Werbemöglichkeiten schafft und fordern den

Senat auf, den militärischen Teil der ILA zu

beenden.

ILA Berlin Air Show 2012

Bomben -

geschäfte

mit

dem Tod

www.friko-berlin.de


ILA-Impressionen

Liebe ILA-Besucherinnen

und Besucher,

Fotos: Seite 1, 2 und 4 © Messe Berlin GmbH, Seite 5 Friko Berlin

Sie wollen die zivile und militärische Luft- und

Raumfahrttechnik bestaunen. Wir möchten Sie

darauf hinweisen, dass – bei aller Faszination –

der Einsatz der Luftwaffe tödlich sein kann.

Denken wir nur an die Bombardierung zweier

Tanklastzüge im afghanischen Kundus am 4. September

2009, bei der über 100 Unbeteiligte

einen qualvollen Tod fanden, an die unzähligen

bombardierten Hochzeitsgesellschaften in Afghanistan

oder an die Zivilopfer durch NATO-Luftangriffe

in Libyen. Kampfflugzeuge und Kampfhelikopter

bilden in den Militärinterventionen

von USA und NATO seit 1990, sei es in Somalia,

Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Libyen die tödlichsten

Kampfmittel. Sie hinterließen Hunderttausende

Tote, Zerstörung, Chaos und Instabilität.

Die deutsche Luftwaffe beteiligte sich bisher einmal

an diesen Bombardierungen. Das war 1999

unter Bruch des Völkerrechts gegen Jugoslawien.

Neue Waffen und Ausrüstungen der deutschen

Luftwaffe lassen jedoch noch Schlimmeres befürchten.

➜ Seit Ende 2010 verfügt die Bundeswehr über

600 nagelneue Marschflugkörper TAURUS. Von

TORNADOS in einer Entfernung von 350 km vom

einprogrammierten Ziel gestartet, kann TAURUS

noch bis zu vier Meter dicken Beton durchschlagen.

Er soll „verbunkerte Führungsgefechtsstände,

Fernmeldezentren, Versorgungseinrichtungen,

Brücken, Flugzeuge am Boden, Flugplatzinfrastruktur

und Luftverteidigungsstellungen präzise

zerstören“ können (Soldat und Technik Heft 1/11).

➜ Die deutsche Luftwaffe will sich am NATO-eigenen

Aufklärungssystem „Alliance Ground Surveillance“

(AGS) mit dem hohen Anteil von einem

Drittel beteiligen. Weltweit einsetzbare Großdrohnen

GLOBAL HAWK können mittels Radar-

Technik „Einzelpersonen darstellen und Bewegungen

über Zeiträume nachzeichnen.“ (FAZ

19.4.2012) Sie sollen für Lagebilder sorgen, die

verzugslos auf die Displays der kämpfenden und

kommandierenden Truppenteile übertragen werden,

um den Infanteristen im Kampf um Häuser,

Straßen und Ortschaften den entscheidenden

Kriegsvorteil zu verschaffen.

➜ 32 Kampfhubschrauber TIGER und 64 Transporthubschrauber

NH-90 werden ab 2014 den

Kern der neuen „Division Schnelle Kräfte“ (DSK)

bilden. Dieser Großverband aus 8.600 Soldatinnen

und Soldaten des Heeres besteht aus Fallschirmjägern

und dem geheim operierenden

Eliteverband „Kommando Spezialkräfte“ (KSK).

Die DSK soll „in bisher nicht vorhandenem Ausmaß“

zu „hoher Flexibilität, schneller Verfügbarkeit

und hoher Professionalität“ führen und „in

allen Intensitätsstufen und jederzeit abrufbar

durchsetzungsfähige, schnell verlegbare, taktisch

voll bewegliche und robuste Kräfte zur

Verfügung“ stellen. (Europäische Sicherheit &

Technik 4/2012)

➜ Für den weltweiten Lufttransport werden

Military Airbus A 400 M eigens so konstruiert,

dass einer entweder zwei Kampfhubschrauber

TIGER, einen Transporthubschrauber NH-90,

116 Soldaten mit Ausrüstung, einen Schützenpanzer

PUMA oder einen GTK BOXER transportieren

kann. Fallschirmspringer und Lasten

können während des Fluges abgesetzt werden.

Diese „Kampfzonentransporter“ fliegen nonstop

in den Kongo, nach Somalia oder Afghanistan.

Als Start- und Landebahn genügen ihnen weniger

als ein Kilometer Sand- oder Lehmpiste. 40

A 400 M sollen ab 2016 zur Verfügung stehen.

Team Bundeswehr auf der ILA 2010

Diese Beispiele zeigen auf, dass die von der

Bundesregierung in Gang gesetzte „Neuausrichtung

der Bundeswehr“ auf eine weltweite Einsatzbefähigung

der Bundeswehr zielt. Ihr

Einsatz erfolgt im wirtschaftlichen Interesse.

Denn in den Verteidigungspolitischen Richtlinien

heißt es: „Zu den deutschen Sicherheitsinteressen

gehört, […] einen freien und

ungehinderten Welthandel sowie den freien Zugang

zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen

zu ermöglichen.“

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