Bürogebäude, Hamburg

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Bürogebäude, Hamburg

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Dynamische Zeichensetzung:

Bürogebäude, Hamburg

Steinhagen, September 2011. Der Bürokomplex des

„Nordex Forum“ ist ein Paradebeispiel für eine wirtschaftlich

und ökologisch gelungene Konversion. Winkelförmig

versetzte Baukörper bilden ein skulptural wirkendes

Ensemble mit außergewöhnlicher Fassadengestaltung.

Seiner ästhetischen, funktionalen und gebäudetechnischen

Qualitäten wegen hat die DGNB das „Green

Building“ mit dem Zertifikat Gold ausgezeichnet.

Von Beginn an stand der Firmenname Nordex für eine saubere

Stromgewinnung aus Windenergie. Das „Green Energy“-Unternehmen

ist weltweit ein ganz großes unter den

Herstellern von Windkraftanlagen. Bei dem Entschluss, die

auf vier Standorte verteilte Verwaltung unter einem einzigen

Dach zusammenzufassen, fiel zugleich die Entscheidung für

eine in jeder Beziehung nachhaltige Gebäudelösung, die

überdies die Option für ein weiteres kräftiges Firmenwachstum

mit einschließt. Den idealen Standort fand man auf dem

Grundstück eines ehemaligen Krankenhauses in einer Forstlandschaft

bei Hamburg-Langenhorn. In der ersten Ausbaustufe

bietet das Gebäude rund 14.000 Quadratmeter Bürofläche

für 700 Mitarbeiter. Über einen zweiten Bauabschnitt

lässt sich die Kapazität auf rund 1.200 Arbeitsplätze erweitern.

Um das Gebäude harmonisch in die Naturlandschaft einzubetten

lösten die Planer des Hamburger Büros Schenk +

Waiblinger Architekten den klassischen H-Grundriss eines

Bürogebäudes zugunsten einer fließenden Gebäudestruktur

ohne geometrisch harte Bauformen auf. So entstand ein

dreigliedrig angelegtes Ensemble mit jeweils winkelförmig

abknickenden und dabei wechselweise drei- oder viergeschossigen

Baukörpern. Eine Verbindung zwischen den drei

Gebäudeteilen schafft ein gläsernes Foyer, in dem eine Cafeteria

untergebracht ist. Die mit hohem Ergonomieanspruch

ausgestatteten Büroflächen wurden in Einheiten von je 400

Quadratmetern eingeteilt und diese durch Sicherheitsschleusen

getrennt. Für diese Funktionsbereiche lieferte

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Hörmann insgesamt 120 verglaste Feuer- und Rauchschutzabschlüsse.

Die eigenwillige, jeden konventionelle Anspruch verneinende

Formgebung, verleiht der Gebäudekomposition einen skulpturalen

Charakter. Denselben untermauert in ganzer Gebäudehöhe

eine ornamentale äußere Fassadenebene aus

vertikalen, unregelmäßig bewegten und auffällig weiß lackierten

Streckmetall-Elementen. Vor dem Hintergrund der

horizontal orientierten und sehr dunkel gehaltenen Ebene

der Fensterfassade greift die spannungsreich wirkende Fassadenornamentik

die Grundform des Gebäudekomplexes

auf. Andererseits lässt die optische Dynamik dieser Struktur

Assoziationen zum verzweigten Astwerk der Umgebung zu –

aber auch zu den willkürlich sich überschneidenden Rotorblättern

eines Windparks. Vom Planungsdetail her und

handwerklich betrachtet, ist die individuelle Anordnung der

lang gestreckten und vom Sockel bis zur Traufe reichenden

Streckmetalltrapeze ein Meisterstück. Damit die Maschen in

jeder Schräge stets eine exakte Horizontale bilden und dazu

eine ununterbrochene Maschenansicht zeigen, mussten die

175 Elemente präzise individuell zugeschnitten und dann

passgenau gesetzt werden.

In der gleichen hochgradigen Qualität wie die Architektur

und die landschaftliche Integration präsentiert sich das

energetische Nachhaltigkeitskonzept. Es umfasst eine exzellent

wärmegedämmte Gebäudehülle, eine ausgeklügelte

Regelung und Steuerung der modernen Gebäudetechnik

sowie die Integration der Photovoltaik auf den begrünten

Flachdächern. Dank der energieeffizienten Gesamtkonzeption

liegt der Energieverbrauch um mehr als 20 Prozent unter

den Vorgaben der EnEV. Das Gebäude ist also nicht nur

eine architektonisch hochwertige und repräsentative Unternehmenszentrale,

sondern auch eine sehr wirtschaftliche.

Die ökonomische Qualität wertet das DGNB-Zertifikat mit

vollen 100 Prozent. In einer wertvollen Wechselbeziehung

sieht das Zertifikat die ökologische und die soziokulturelle

funktionale Qualität. Für die Architekten war es ein wichtiges

Planungskriterium, von nahezu jedem Punkt im Gebäude

eine direkte oder indirekte Blickbeziehung in die parkähnliche

Umgebung zu ermöglichen. Der belebende Bezug zur

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grünen Umgebung, die kurzen Wege, die verbesserte Kommunikation

und eine moderne Arbeitswelt mit Wohlfühlfaktor

lässt die Geschäftsleitung schwärmen: „Eine höhere Arbeitsmotivation

war schon kurz nach dem Einzug in unser

fabelhaftes Green Building messbar“.

Objekt:

Nordex Forum, Hamburg (Unternehmens-Hauptverwaltung)

Planung:

Schenk + Waiblinger Architekten, Hamburg

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Bilder und Bildunterzeilen:

Bild 1

Außenansicht: Das dreigliedrig angelegte Ensemble besteht

aus jeweils winkelförmig abknickenden und dabei wechselweise

drei- oder viergeschossigen Baukörpern.

Bild 2

Unter einem Dach: Vier Standorte fasste das Energieunternehmen

Nordex im nachhaltigen Neubau zusammen. Mit positiven

Effekten auf die Mitarbeiterzufriedenheit.

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Bild 3

Perspektive mit Focussierungseffekt: Die Fassadenornamente

verschmelzen jenseits der Glaswand mit den Verbindungsbrücken

und der Spiegelung der Bäume.

Bild 4

Typisches Gestaltungsmerkmal: Die vertikal-schräg laufenden

Streckmetallelemente bilden einen starken Kontrast zu der

horizontalen dunklen Fassadengliederung.

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Bild 5

Kurze Wege: Überdachte, aber seitlich offene Brücken schaffen

zwischen den Gebäudeteilen schnelle Verbindungen, als

Brandschutzabschlüssen kamen großflächig verglaste Aluminium-Rohrrahmenelemente

von Hörmann zum Einsatz.

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Bild 6

Treppenhaus: Großflächig verglaste Feuer- und Rauchschutzabschlüsse

aus Aluminium-Rohrahmenelementen.

Fotos: Hörmann

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