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w w w. d a a b . d e

ALLERGIE konkret

DAS MAGAZIN ZU ALLERGIEN, ASTHMA UND NEURODERMITIS

spezial

Geprüft

Neues Siegel für Bodenbeläge

G 10913

3/2006

4,20 Euro

DEUTSCHER ALLERGIE- UND ASTHMABUND E.V. ● FLIETHSTRASSE 114 41061 ● MÖNCHENGLADBACH


Feinstaubsiegel

Neues Teppichsiegel

bei Feinstaub

Teppichboden ist für Allergiker besser geeignet. Die Vo rteile des

traditionellen Bodenbelags bei der Feinstaubbelastung in Wohnungen

und Häusern überzeugen immer mehr. Damit der Verbraucher aber

ein geprüftes Produkt findet, wurde nun ein Siegel entwickelt.

Um Unterschiede zwischen verschiedenen

Teppichböden und -qualitäten

für den Verbraucher sichtbar zu

machen, hat die GUI, Mönchengladbach,

ein Prüfzeichen für Bodenbeläge

entwickelt, das sich mit der signifikanten

Feinstaubbindung beschäftigt.

Die Ermittlung der Staubbindekapazität

erfolgt in einem speziell konfigur

i e rten Prüfraum mit Hilfe wissenschaftl

i ch /technisch anerkannter Mess- und

P r ü f v e rf a h re n .

Dabei werden einschlägige DIN-Normen

des Deutschen Instituts für Normung

sowie aktuelle VDI-Richtlinien

des Ve reins Deutscher Ingenieure in

Kombination mit den einschlägigen Erf

a h rungen und Forschungserg e b n i s s e n

des Prüfinstitutes GUI berücksichtigt.

Prüfraum. Der Prüfraum mit einem

Raumvolumen von 10 m 3 , der unter Beteiligung

verschiedener Fachkompetenzen

wie Baufachleute, Ingenieure ,

Chemiker und Biologen fachüberg re i-

fend entwickelt wurde, erfüllt dabei folgende

Anford e ru n g e n :

antistatische, glatte Wa n d b e l ä g e ,

antistatische abgehangene Deckenk

o n s t ru k t i o n ,

staubdichte Beleuchtungseinheiten,

speziell für den Versuchsraum konzip

i e rte Ventilatorsysteme zum Einstellen

einer definierten Luftbeweg

u n g ,

S i m u l a t i o n s roboter zur realen Nutz

u n g s s i m u l a t i o n ,

speziell verschließbare Durc h f ü h ru n-

gen im Wa n d b e reich für Messsond

en/Messgeräte und zur Staubbea

u f s c h l a g u n g ,

e x t e rn ansteuerbare, bedienbare

Messgeräte und dadurch keine Ve r-

fälschung der Messergebnisse durc h

S t ö reinflüsse von außen,

G rundausstattung mit Boden aus

verklebtem PVC (hochwertige Lab

o rq u a l i t ä t ) .

Für die Durc h f ü h rung der eigentlichen

Hauptprüfung, der Überprüfung

der Staubbindekapazität gegenüber

realem Hausstaub, wird Hausstaub in

a u s reichender Menge und Güte benöt

i g t .

Ein guter Teppich bindet den Feinstaub,

der dann abgesaugt wird .

Dazu wird der benötigte Hausstaub

aus Staubsaugerbeuteln gewonnen, die

im gesamten Bundesgebiet aus Allerg i-

k e rhaushalten eingesammelt werd e n .

Der so gewonnene Hausstaub wird

Dieser Text ist ein Nachdruck aus dem

DAAB-Gesundheitsmagazin „Allergie

konkret“, das DAAB-Mitglieder zugesendet

bekommen.

d u rch mechanische Siebung von seinem

Faseranteil befreit und anschließend

durch verschiedene laborspezifische

Aufbereitungsschritte vermischt

und homogenisiert. Der letztendlich

daraus hergestellte „Prüfstaub“

ist somit standard i s i e rt und hat eine

K o rngröße, die kleiner als 25 µm ist.

Staubtest

Die Ermittlung der Staubbindekapazität

erfolgt im direkten Ve rg l e i c h

des Prüflings mit einem glatten Bodenbelag.

Der Prüfraum ist daher mit

einem hochwertigen Labor- P V C - B o d e n

ausgestattet, dessen Staubbindekapazität

im Vo rfeld durch umfangre i c h e

Reihenuntersuchungen ermittelt und

somit statistisch abgesichert wurd e .

Die Überprüfung der Staubbindekapazität

der Teppichböden (Prüflinge)

e rfolgt in verschiedenen Prüfphasen. In

P h a se 1 werden sämtliche physikalische

Bedingungen im Prüfraum nach

dem Verlegen des Teppichbodens sowie

der Teppichsockelleiste messtechnisch

e rfasst. Diese Messungen dienen der

Bestimmung der Hinterg ru n d k o n z e n-

tration des Prüfraumes an Feinstäuben

(so genannte Nullmessung) nach

gründlichem Absaugen des Te p p i c h b o-

dens und anschließendem Reinigen

sämtlicher Wa n d o b e rflächen sowie

nach dem zusätzlichen Spülen des Prüfraumes

mit filtrierter Luft.

In den weiteren Prüfphasen erf o l g t

dann das Herstellen einer definiert e n

Feinstaubkonzentration in der Raumluft

des Prüfraumes. Dies erfolgt mit Hilfe

verschiedener ausgeklügelter technischer

Systeme wie Staubdisperg i e re i n-

28 ALLERGIE konkret spezial


heiten, Ve rdünnungsstufen und Part i-

k e l g e n e r a t o ren. Die dabei im Prüfraum

entstehende Feinstaubkonzentration

w i rd mit Hilfe abgestimmter technischer

Messsysteme ständig überwacht.

Dazu gehören filternde Messsysteme,

so genannte gravimetrische Staubmesssysteme,

Feinstaubpart i k e l z ä h l e r

sowie sonstige optische Präzisionss

t a u b m e s s g e r ä t e .

We i t e rhin werden die klimatischen

Bedingungen im Prüfraum in Form der

relativen Feuchte, der Temperatur sowie

der Luftströmung im Raum kontinuierlich

überwacht und aufgezeichnet.

Abweichungen vom exakt festgelegten

P r ü f p ro z e d e re können somit dire k t

erkannt und korr i g i e rt werden, um eine

exakte Ve rgleichbarkeit verschiedener

Prüfmuster zu gewährleisten.

In weiteren Prüfphasen werden die

E ffekte durch Sedimentation sowie das

Ansteigen und Abfallen der Raumluftkonzentration

durch Einstellen einer

d e f i n i e rten Zwangskonvektion und

d u rch Durc h f ü h rung einer realen Nutzungssimulation

überprüft.

Die Prüfdurc h f ü h rung erfolgt bei

allen Prüfmustern nach einem vorh e r

10

z e h n

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DEUTSCHER ALLERGIE- UND ASTHMABUND E.V.

FLIETHSTR. 114 41061 MÖNCHENGLADBACH

FON 02161.814940 FAX 02161.8149430

www.daab.de

We rden die oben beschriebenen

B e w e rtungskriterien der wissenschaftlich

abgesicherten Ve r s u c h s e r-

gebnisse erfüllt, so kann das Feinstaubprüfzeichen

für das Prüfmuster verg e-

ben werd e n .

Im Rahmen der Qualitätssicheru n g

sowie der kontinuierlichen Einhaltung

der Prüfanford e rungen wird eine re g e l-

mäßige jährliche Überprüfung des Prüfdie

neuen siegel

festgelegten Prüfplan exakt gleich. Dies

bedeutet, dass bei allen Prüfmustern die

Zeit der Staubbeaufschlagung, der

Zwangskonvektion sowie der Nutzungssimulation

und die Messgerätekonfiguration

identisch sind. Somit sind

letztendlich auch die gewonnenen Ergebnisse

absolut vergleichbar und

d u rch eine statistisch ausre i c h e n d e

Wi e d e rholungsprüfung auch re p r ä s e n-

tativ und re p ro d u z i e r b a r.

All diese Prüfphasen werden im direkten

Ve rgleich zu dem als Refere n z-

w e rt dienenden Glattboden angesetzt.

Folgende Prüfkriterien müssen dabei

e rreicht werden:

Feinstaubkonzentration PM10 nach

a u s reichender Sedimentationsphase

< 50 µg/m 3 ( O r i e n t i e rung an Außenl

u f t g re n z w e rt ) .

Fraktionsabscheidegrad des Prüflings

im direkten Ve rgleich zum

Glattboden (Refere n z w e rt) muss für

den Gesamtkorn g r ö ß e n b e reich der

P a rtikel < 10µm einen We rt von ≥ 50

P rozent aufweisen.

Diese Anford e rung gilt an die Prüfphasen

„Zwangskonvektion“ und „re a l e

N u t z u n g s s i m u l a t i o n “ .

Prüfzeichenvergabe

für Bodenbeläge

Feinstaubsiegel

musters aus der laufenden Pro d u k t i o n

n o t w e n d i g .

Mit dem GUI-Prüfzeichen „Reduziert

e ffektiv Feinstaub in der Raumluft“ ist

in der aktuellen Feinstaubdiskussion

ein Brückenschlag zwischen Feinstaub

in der Außenluft und Feinstaub in der

Innenraumluft in Abhängigkeit des

Bodenbelags gelungen.

Es spiegelt somit neueste und innovative

wissenschaftliche Erkenntnisse

w i e d e r.

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