INFO - Save Tibet

tibet.at

INFO - Save Tibet

SAVE TIBET

INFO

Österreichische Gesellschaft

zur Hilfe an das Tibetische Volk

SAVE TIBET Weihnachtsmarkt

am 15. und 16. Dezember

Siehe Seite 15

Dezember 2007

46. Ausgabe


SAVE TIBET BÜRO

INHALT

Lobenhauerngasse 5/1, A-1170 Wien, Tel.: +43 - 1 - 484 90 87,

Fax: +43 - 1 - 484 90 88, E-Mail: save.tibet@gmx.at,

ACHTUNG NEU: Internet: http://www.tibet.at/

Fünf-Uhr-Tee, Reiseberatung, Gelegenheit zu neugierigen Besuchen:

jeden Montag 17-19 Uhr

Bürodienste: Montag, 17-19 Uhr; Mittwoch, 15-18 Uhr;

Donnerstag, 18-20 Uhr

Während der Bürodienste und des Fünf-Uhr-Tees besteht die Möglichkeit,

Bücher, Video- und Tonbandkassetten zu entlehnen.

Da bei uns ausschließlich ehrenamtliche MitarbeiterInnen tätig sind, können

sich die Bürozeiten ändern - daher vorher kurz anrufen!

Informationen zu aktuellen Veranstaltungen können auch auf unserem Tonband

abgehört oder dem Internet entnommen werden.

SPENDEN und MITGLIEDSBEITRÄGE

bitte auf Konto 610.741.803, BLZ 12.000 (Bank Austria CA)

vom Ausland: IBAN: AT 461 200 000 610 741 803, SWIFT BKAUATWW

Mitgliedsbeitrag: € 48 ermäßigt: € 24

PATENSCHAFTSBEITRÄGE

bitte auf Konto 610.741.811, BLZ 12.000 (Bank Austria CA)

vom Ausland: IBAN: AT 24 1200 000 610 741 811, SWIFT: BKAUATWW

ANLAUFSTELLE FÜR PATEN UND INTERESSIERTE

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EDITORIAL

IN EIGENER SACHE

NACHRICHTEN

SAVE TIBET-WEIHNACHTSMARKT

NACHRICHTEN

WEIHNACHTS-SPENDENAKTION

NACHRICHTEN

BARKHOR

PATENECKE

BUCHBESPRECHUNGEN

TERMINE / ANKÜNDIGUNGEN

Herr Alois Annabith, 6075 Tulfes/Tirol

Tel.: 05223/78840, E-mail: alois.annabith@aon.at

Herr Werner Gurschler,

I-39057 Eppan (Prov. Bozen)

Tel.: 0039/0471663819

E-Mail: werner.gurschler@web.de

Frau Dr. Elisabeth Himmel, 9581 Ledenitzen

Tel.: 04254/4682, E-Mail: elisabeth.himmel@gmx.at

Frau Bernadette Kranzl, 4048 Puchenau

Mobil: 0699/115 988 15

E-Mail: wilhelm.kranzl@liwest.at

Frau Heidi Löffl, 5020 Salzburg

Tel.: 0664/4743801, E-Mail: heidiloe@gmx.at

Frau Kathrin Müllner, 3380 Pöchlarn

Tel.: 0676/7721819, E-mail: kathrin_muellner@gmx.at

Frau Mag. Edith Karl und Herr Rudolf Pusterhofer

8605 Kapfenberg

Tel.: 03862/22580, Fax 03862/22580-4

E-mail: office@gunga.at

Herr Gerhard und Frau Elfriede Schillhuber,

3300 Amstetten

Tel.: 07472/65121, E-mail: schillhuber@aon.at

Frau Karoline Udvarhelyi, 5020 Salzburg

Tel.: 0662/82 85 31, E-Mail: udvar@utanet.at

Herr Dieter Weckenmann, 6971 Hard

E-mail: dieter.weckenmann@aon.at

BITTE UNTERSTÜTZEN SIE DIE HERAUSGABE DIESER ZEITSCHRIFT

MIT EINER KLEINEN SPENDE!

I m p r e s s u m

Offenlegung gem. Mediengesetz: Eigentümer Gesellschaft Save Tibet,

Lobenhauerngasse 5/1, A-1170 Wien, Anschrift der Redaktion: wie oben

Mitglieder des Vorstands: E. Zimmermann und L. Gyalpo

Grundlegende Richtung: Information über Tibet

Druck: Druckerei Eigner, Neulengbach

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EDITORIAL

EDITORIAL

Liebe Tibet-Freundinnen,

liebe Tibet-Freunde,

Wie auch in meinem Bericht über unsere

Reise nach Dharamsala (siehe Seite 44) angeführt,

stand der heurige Oktober völlig im

Zeichen der Freude über die Verleihung der

höchsten zivilen Auszeichnung (Congressional

Gold Medal of Honor) am 17. Oktober

an SH den Dalai Lama. Wenn Sie selbst die

Möglichkeit haben, im Internet nachzusehen,

oder dies bei Freunden tun können, dann

sehen Sie sich auch die Berichte an unter

www.dalailama.com, klicken Sie auf

„Recent News“ und dann auf „Indian Support

Groups Felicitate His Holiness the Dalai

Lama“, sowie auf „Welcoming the Dalai

Lama to his Exile Home“.

Der erstgenannte Beitrag bezieht sich auf

den Empfang in Delhi am 2. November

nach seiner Rückkehr aus den USA. Es

waren hochrangige Vertreter anderer Religionen

anwesend, wie Hindus, Sikhs und

Moslems. Die Bürgermeisterin von Delhi

war anwesend, nicht jedoch indische Minister,

die aufgrund einer Weisung der indischen

Ministerpräsidentin der Ehrung ferngeblieben

waren, um eine Kritik der chinesischen

Regierung zu vermeiden…

In seiner Rede gab der Dalai Lama zu verstehen,

dass es das erste Ziel sein müsse,

unabhängig von Religion oder Ideologie das

Mitgefühl zu verbreiten. Er ist der Meinung,

dass durch den Dialog der Religionen das

Mitgefühl bewirkt werden kann. Säkulari-

sierung sei Respekt vor allen Religionen

aber auch vor allen Nichtgläubigen. Nach

wie vor unterstreicht er, dass er nicht für

die Unabhängigkeit Tibets eintrete, sondern

für das Überleben der tibetischen

Kultur und Religion. Dafür ist es wesentlich,

dass die tibetische Sprache gefördert

wird. Für das alltägliche Leben hingegen

ist auch die chinesische Sprache

wichtig.

Auf der Rückseite der Goldmedaille ist

sein Credo zu finden:

„Peace must develop from inner peace.

Peace is not the absence of violence.

Peace is the manifestation of Human

Compassion.“ (Friede muss sich aus einem

inneren Frieden heraus entwickeln.

Friede ist nicht die Abwesenheit von Gewalt.

Friede ist die Manifestierung von

menschlichem Mitgefühl.)

Abb. der Rückseite der Goldmedaille auf der Festfahne

im Kinderdorf

Eine andere freudige Mitteilung kann ich

noch machen: durch die bedeutenden

Geldbeträge, die jährlich durch die

Patenschaftsbeiträge an das zentrale

Kinderdorfbüro überwiesen werden, haben

wir uns zu einem wichtigen Standbein

dieser Organisation entwickelt. Es

wurde uns nun von der Direktion die Erlaubnis

gegeben, als offizieller Unterstützer

der Tibetischen Kinderdörfer im

Rahmen der SOS International Vereinigung

das Logo der TCV (Tibetan

Childrens’ Villages) Organisation im Briefkopf

zu führen.

So bleibt mir nur noch, Sie herzlich zu

unserem Weihnachtsmarkt einzuladen.

Bringen Sie viele Freunde mit, machen

Sie bitte Reklame dafür und besorgen Sie

sich Ihre persönlichen Weihnachtsgeschenke

bei uns! Sie wissen, der gesamte

Ertrag kommt den Tibetern im Exil zugute.

Ein weiterer Tip: verlangen Sie beim

Einkauf Ihrer Weihnachtsgeschenke einen

weißen Kathak-Glücksschal von uns. Verwenden

Sie ihn anstelle von Geschenkpapier

(das teuer ist und ohnehin nur weggeworfen

wird) zum Einpacken Ihrer Geschenke.

Diese werden damit nicht nur

etwas Besonderes, sondern überbringen

damit laut tibetischer Tradition gleichzeitig

Glückwünsche für ein langes und

glückliches Leben.

Besorgen Sie sich unseren neuen Kalender

für 2008, der diesmal dem Thema

„Kinderdorf in Dharamsala“ gewidmet ist

und einen Querschnitt durch das Leben

im Kinderdorf darstellt. Ein guter Tip zum

Weiterschenken! Wenn Sie Pate sind, dann

zeigen Sie damit ihren Freunden, was und

wen Sie unterstützen. Und wenn Sie (noch)

kein Pate oder keine Patin sind, dann erinnert

Sie dieser Kalender an jedem Tag

des kommenden Jahres daran, dass Sie

mit der Unterstützung von Save Tibet mithelfen,

viel Gutes zu tun.

Abschließend wünscht allen Lesern und

Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest

und ein erfülltes, gutes Neues

Jahr 2008

Ihre

Elisabeth Zimmermann

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IN EIGENER SACHE

IN EIGENER SACHE

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WICHTIG – WICHTIG – WICHTIG – WICHTIG!

POSTADRESSEN – BITTE NICHT VERGESSEN:

Wir bitten alle unsere Mitglieder und Freunde, bei Adress- oder Namensänderungen

uns dies möglichst umgehend mitzuteilen. Leider erhalten wir bei jeder Aussendung

zahlreiche Exemplare zurück, die nicht zugestellt werden konnten.

Auch kommt es immer wieder vor, dass Gemeinden Straßennamen und Hausnummern

ändern, und obwohl der Adressat dem Briefträger bekannt ist, wird die Post

nicht zugestellt. Darüber hinaus werden immer wieder Briefe von der Post mit der

Bemerkung „Anschrift ungenügend“ (fehlende Türnummer, Stiegennummer) zurückgesandt.

Da die Adressen aller zurückgekommenen SAVE TIBET INFOS aus unserer Datei

entfernt werden (müssen), entsteht für uns ein großer Schaden und eventuell auch

Verärgerung bei den Adressaten, die ja dann keine INFO mehr bekommen.

ACHTUNG!

Es gibt eine neue Regelung bei der Post: ab kommendem Jahresbeginn müssen wir

für alle zurückgehenden Poststücke Postporto bezahlen!!!

Werden Sie Mitglied bei SAVE TIBET!

Mit einer Mitgliedschaft sichern Sie die

komplette Weitergabe aller Spenden an die

von uns unterstützten Projekte und Patenschaften

ohne einen Abzug von Bearbeitungsgebühren,

da alle administrativen

Kosten von den Mitgliedsbeiträgen gedeckt

werden. Obwohl wir alle ehrenamtlich arbeiten,

fallen auch in unserem sparsamen

Bürobetrieb Kosten (Strom, Telefon, Heizung,

Papier, usw.) an.

Bitte werben Sie auch um Mitgliedschaften

bei unserem Verein! Für jedes angeworbene

Mitglied erhalten Sie von uns

ein schönes Geschenk aus unserer Boutique!

Mitgliedsbeiträge für 2008

GALERIE MACARA - Kunst aus dem Himalaja-Raum

Nähere Informationen erhalten Sie im Restaurant Yak & Yeti

(Adresse und Telefonnummer siehe unten.)

NEPAL MIT ALLEN SINNEN

Essen, Trinken und Unterhalten in einem außergewöhnlichen Ambiente aus

dem traditionellen Nepal.

Jedes nepalesische Gericht wird in unserem Raum der Sinne 'lebendig'.

P.S.: Hier rauchen nur die Götter!

Yak & Yeti Restaurant

Hofmühlgasse 21, 1060 Wien, Tel. 595 54 52

Um Reservierung wird gebeten.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Um es Ihnen zu erleichtern, trotz der vielen

auf jeden Einzelnen hereinstürmenden

täglichen Dinge auch an den Mitgliedsbeitrag

für Save Tibet für das kommende

Jahr 2008 zu denken, erlauben wir uns

schon heute darauf hinzuweisen, dass wir

im nächsten Heft der SAVE TIBET INFO

im Jänner 2008 einen Erlagschein für den

Mitgliedsbeitrag beiheften werden. Da

aber in jedem Heft auch ein unterstützenswertes

Projekt zur Hilfe für tibetische Einrichtungen

im Exil vorgestellt wird, zwei

Erlagscheine aber in unserer Broschüre

nicht eingeheftet werden können, werden

wir auf dem Erlagschein unter Punkt 1 das

Projekt und unter Punkt 2 den Mitgliedsbeitrag

bei der Nennung des Zahlungszweckes

anführen. Bitte streichen Sie den

von Ihnen gewünschten Zahlungszweck

an. Sind Sie Mitglied und ist Ihre Spende

höher als der Mitgliedsbeitrag, dann wird

der Mehrbetrag dem Projekt zugeführt.

Besuchen Sie auch unsere Homepage: www.yakundyeti.at

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NACHRICHTEN

China will 100.000 Tibeter umsiedeln

Kleine Zeitung, 2.10.07

Die Nomaden sollen ihr traditionelles Leben

aufgeben und sich in Städten niederlassen,

weil ihre Lebensweise die Umwelt

schädige.

Die Volksrepublik China hat die Umsiedlung

von 100.000 tibetischen Nomaden angekündigt.

Wie die staatliche Presse am

Dienstag berichtete, sollen die Nomaden

ihr traditionelles Leben aufgeben und sich

in Städten niederlassen, weil ihre Lebensweise

die Umwelt schädige. Die Überweidung

durch die Viehherden und die

zunehmende Besiedlung der Berghänge

am Oberlauf der großen Flüsse in der Provinz

Qinghai (Tsinghai) gefährdeten den

natürlichen Zustrom des Wassers, hieß es

in einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur

Xinhua. Bereits bis zum Ende

des Jahres sollten 60.000 Tibeter in neue

Städte in Qinghai umgesiedelt werden, bis

2010 insgesamt 100.000.

„Autonome Region Tibet

1965 schuf Peking die „Autonome Region

Tibet“, deren Fläche wesentlich kleiner ist

als die des alten Tibet, das große Teile der

heutigen chinesischen Provinz Qinghai und

den Westen der Provinz Sichuan umfasste.

„Die Hirten von ihrem Weideland umzusiedeln,

das sie seit Generationen bewohnt

haben, ist nicht einfach“, zitierte Xinhua

den Vorsteher einer tibetischen Gemeinde

in der Präfektur Darlag.

Warnung

Chinesische Wissenschafter und internationale

Umweltorganisationen wie Greenpeace

haben in den vergangenen Jahren

wiederholt davor gewarnt, dass die Quellgebiete

der großen Flüsse in Gefahr sind.

Nicht erwähnt wurde in dem Xinhua-Bericht,

dass die chinesische Regierung am

Gelben Fluss (Huanghe) große Industriestädte

errichten möchte, was Umweltschützer

ebenfalls für eine beträchtliche

Gefahr halten.

Vorwurf

Menschenrechtsorganisationen und der

exilierte Dalai Lama haben Peking unter

anderem „kulturellen Völkermord“ durch

die massive Ansiedlung von Han-Chinesen

in Tibet vorgeworfen und auch

Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen

angeprangert.

NACHRICHTEN

ICT-Aktuell: Chinesische Grenzpolizei

schießt erneut auf tibetische Flüchtlinge

1. November 2007

Berlin/Washington – Chinesische Sicherheitskräfte

haben an der Grenze zu Nepal

erneut auf tibetische Flüchtlinge geschossen,

teilt die International Campaign for Tibet

in einem Bericht vom 30. Oktober mit. Der

Vorfall habe sich am 18. Oktober am

Nangpa-Pass im Himalaya, einer von

Tibetern häufig genutzten Fluchtroute nach

Nepal, ereignet. Rund 30 Tibetern, so ICT,

gelang dabei die Flucht, während sieben

Tibeter, darunter drei Mönche, festgenommen

und in Gewahrsam genommen worden

seien. Tote oder Verletzte seien nicht

zu beklagen, heißt es in dem Bericht weiter.

Der Vorfall gebe Anlass zu großer Sorge,

da es sich fast um eine Wiederholung der

tragischen Ereignisse vom September 2006

handle, bei der eine tibetische Nonne vor

den Augen westlicher Touristen erschossen

worden war. Die Tötung der tibetischen

Nonne hatte seinerzeit zu massiven Protesten

geführt und war international verurteilt

worden. Peking hatte den Vorfall als Akt

„normaler Grenzverwaltung“ bezeichnet.

Bis zu 3.500 Tibeter fliehen jährlich über

Himalayapässe ins benachbarte Nepal. Bei

vielen von ihnen handelt es sich um Kinder

und Jugendliche, die von ihren Eltern aufgrund

fehlender Zukunftsperspektiven und

der schlechten gesellschaftlichen Lage in

Tibet nach Indien geschickt werden.

Daneben verlassen viele Mönche und

Nonnen Tibet, um in Indien eine adäquate

Ausbildung zu erhalten. Viele Tibeter begeben

sich auch auf den Weg nach Indien,

um den Dalai Lama, das im nordindischen

Exil lebende geistige Oberhaupt

der Tibeter, sehen zu können. Auf der

Flucht aufgegriffene Tibeter werden in der

Regel bis zu mehreren Monaten in chinesischen

Gefängnissen festgehalten und

müssen mit Misshandlungen durch das

Sicherheitspersonal rechnen.

Nähere Informationen über unseren Verein SAVE TIBET und dessen

Arbeit und Anliegen, sowie über aktuelle Nachrichten und

Veranstaltungen zum Thema Tibet finden Sie auch auf unserer

Homepage: www.tibet.at

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Buddha-Statue an Tibets heiligem Berg

Kailash gesprengt

Tibet Initiative Deutschland verurteilt scharf die

Zerstörung der religiösen Skulptur

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NACHRICHTEN

Presse-Portal, 11.10.07

In unmittelbarer Nähe zum heiligen Berg

Kailash in Tibet haben chinesische Einsatzkräfte

eine 15 Meter hohe buddhistische

Statue gesprengt. Den Berichten deutscher

und österreichischer Zeugen zufolge

wurde die seit März 2007 in Bau befindliche

Statue des Padmasambhava in

der Nacht vom 28. zum 29. September

unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

zerstört.

Bereits am Vortag der Aktion wurde Touristen

das Fotografieren verboten. Kameras

wurden kontrolliert, Filme und

Speicherkarten gelöscht. In der Nacht

waren mehrmals deutlich Explosionen zu

vernehmen, am Morgen danach stand nur

noch der Sockel der Statue. Ein Ausgangsverbot

wurde verhängt und von einem riesigen

Aufgebot an Polizei und Militär überwacht.

Mehrere Reisegruppen wurden

daran gehindert, ihre Unterkunft am nächsten

Morgen in Richtung der Statue zu

verlassen und die geplante Umrundung

des Bergs Kailash durchzuführen.

Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID)

verurteilt die rücksichtslose Zerstörung

buddhistischen Kulturguts in Tibet aufs

Schärfste. „Dieses Ereignis verdeutlicht

wieder einmal, dass die chinesischen Behörden

die Kultur und Religion Tibets auf

grausame Weise missachten“, so Wolfgang

Grader, Vorstandsvorsitzender der

TID. „Die Zerstörung erinnert an die

Sprengung der Buddha-Statuen in Afghanistan

durch die Taliban im März 2001.“

Der Kailash, heiliger Berg für Buddhisten,

Hindus, Jains und Bön-Anhänger, liegt in

der so genannten „Autonomen Region Tibet“.

DieTibet Initiative Deutschland fordert,

dem tibetischen Volk die zugesicherte

Autonomie in politischen, kulturellen und

religiösen Fragen tatsächlich zu gewähren.

TIBETISCH BUDDHISTISCHE PSYCHOLOGIE -

SPIRITUALITÄT . LISA DIENDORFER

Am Hundsturm 13/22 - A - 1050 Wien

Tel/Fax: +43/(0)1/548 77 00

E-mail: lisa.diendorfer@utanet.at

www.tibetischelebenstherapie.org

Einzelsitzungen: Begleitung durch Lebenskrisen, wie bei spiritueller Entwicklung

... eine Reise in ein fernes, fremdes,

unbekanntes Land – eine Reise nach Tibet

das ich nicht mehr fand.

Voll Vorfreude und Euphorie habe ich meine

Erwartungen genährt – unterstützt durch

Hochglanzberichte über die tibetische

Kultur, großartige unberührte Landschaften,

Menschen in ihrer Zufriedenheit und

Natürlichkeit, eine gelebte Religion und

deren heilende Auswirkung.

Auf „dem Weg der weißen Wolken“

Anagarika Govindas tat sich mein Herz

auf – seine mystischen, spirituellen und

sinnlichen Erfahrungen weckten Sehnsüchte

und die Gewissheit, selbst bald vor

Ort das Schauspiel der sich verwandelnden

Landschaften, der Farbenpracht und

Ausstrahlung der heiligen Orte Kailash und

Manasarowarsee zu erleben.

Ein weiter Weg bis zum „Nabel der Welt“

– sprich Kailash. Die Erlebnisse und Erfahrungen

bis dahin waren vielfältig und

facettenreich - und weitab meiner illusionären

Erwartungen. Natürlich wusste ich

um die Dramatik Tibets, doch was das

tatsächliche Ausmaß betrifft, erfuhr ich

erst dort hautnah. Gefühle voller Betroffenheit,

ohnmächtiger Wut, Ausgeliefertsein,

Traurigkeit, entseztes Erstaunen...

machten sich durchgängig innerhalb Tibets

breit.

Nach einem Inlandsflug von Kathmandu

nach Nepalgunj flogen wir mit einer Propeller-Maschine

weiter bis Similkot - eine

NACHRICHTEN

besondere Herausforderung für Pilot und

Nerven der Passagiere. Das Flugzeug

musste durch ein enges Tal und hatte die

zusätzliche Schwierigkeit, mit Wind-Turbulenzen

zurechtzukommen. Aus meiner

Position sah es aus, als würden die Tragflügel

jeden Moment die Berge berühren,

zwischen denen wir hindurchflogen. Mit

dem Kommando „alle festhalten“ ging´s

steil bergab - auf eine sehr kurze Erd-

Roll-Landebahn, auf der wir tatsächlich

mit ziemlichem Gerumpel und Getöse

zum Stehen kamen.

Mit weichen Knien schnupperte ich die

ersten Höhenmeter – Similkot liegt auf

2800 m.

Für die Akklimatisation und Vorbeugung

der Höhenkrankheit war das 6-tägige

Trekking so angelegt, dass sich die Höhenmeter

von Tag zu Tag bis ca.4600 m

steigerten.

Am Grenzübergang nach Tibet kamen wir

unmittelbar mit der chinesischen Behörde

in Kontakt. Erste Willküraktionen, genaue

Gepäcksuntersuchungen und ewige Wartezeiten

bewirkten einen ersten herben

Geschmack auf der Zunge. Der Gruppe

wurde ein chinesischer „Begleiter“ zur

Seite gestellt. D.h. dieser Mann war ab

nun überall dabei - beim Wandern, beim

Schlafen in den Zelten oder Lodges. Jede

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NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

Unternehmung musste mit ihm abgesprochen

und von ihm genehmigt werden.

Mit Jeeps fuhren wir Richtung

Manasarowarsee. Am etwa 5-stündigen Weg

dahin wurde ich immer stiller und stiller. Eine

beeindruckende Landschaft tat sich vor mir

auf - herb, karg, schroff, unendlich weit, im

Farbenspiel der Sonne sich immer wieder

wandelnd. Das Landschaftsbild wurde jedoch

mit einer gnadenlosen Brutalität und Achtlosigkeit

durchschnitten. Schnurgerade Erd-

Straßen (zum Teil 4-spurig), durchgängige

Strom-und Telefonkabelmasten haben diese

Landschaft zerstört. Es tat weh, dies zu sehen

und gleichzeitig eine sanfte Form der Erschließung

vor Augen zu haben. Wenn sich

Straße und Leitungen entlang der Felsformationen

angeschmiegt hätten, wäre der Raum

der Landschaft heil geblieben.

Angekommen am Manasarowarsee - verspätet,

wegen der chinesischen Wartezeiten

- gab es keinen freien Campingplatz für

unsere Gruppe. Wir mussten ausweichen

auf die Lodge. Im flohverseuchten 4-Bett-

Zimmern fand ich wenig Ruhe.

Die Weiterfahrt nach Darchen gestaltete

sich abenteuerlich - heftiger Regen, Wind

und Kälte vermurten und verschlammten

die Erd-Straßen dermaßen, dass wir einige

Male im Schlamm stecken blieben.

Wir kamen an – auf 4550 m –, eine

kasernenartige Unterkunft, wieder mit

Floh-Integration.

Der Höhepunkt der Wahrnehmung des

Drecks (Müll in Form von Plastikflaschen,

Tüten, Papier, Glas, Abfällen aller Art,

Kot) fand in Darchen statt. Eine „Einheits-

Stadt“. Innerhalb kürzester Zeit wurden

lauter gleiche Häuser erbaut - teils sind

sie noch in Bau. Die Chinesen hinterlassen

deutlichst ihre Spuren.

Die wenigen Tibeter, die es in dieser Stadt

noch gibt, versuchen sich über Verkauf

von Waren oder Handwerk über Wasser

zu halten. Manche Männer fahren auf

aufgemotzten Motorrädern mit Cowboy-

Hut und betrunken die Straßen rauf und

runter. Die Situation erinnert an Indianer-

Reservate, in denen die Menschen schwere

Alkoholprobleme hatten. Es ist auffallend,

dass die Tibeter irgendwie herumhängen,

nichts mit sich anzufangen wissen,

keine befriedigenden Aufgaben und

Werte finden können. Vordergründig wird

von den Männern am Statussymbol Motorrad

festgehalten. Sie demonstrieren

damit Stärke - ihr Bedürfnis nach Wert

und Wertigkeit wird im Außen ersatzbefriedigt.

Der Kontakt zu ihren Ursprüngen

scheint verloren.

Frauen konnte ich in ihren Gefühlen besser

wahrnehmen. Am Morgen des 28. Sept

2007 kamen Mädchen mit ihrem Schmuck

getarnt ganz aufgeregt zu mir und versuchten,

in leider schlechtem Englisch, zu schildern

was sich in dieser Nacht in dieser

Stadt abgespielt hatte und dass ich das

weiterleiten sollte. Durch unseren Guide

wurde relativ schnell klar, was in dieser

Nacht passiert war.

Die Tibeter hatten seit März dieses Jahres

eine ca. 15 m hohe Beton-Statue des

Guru Rinpoche am Kopf ihrer Stadt in

den Berg hinein gebaut. Wir hatten diese

noch am Vortag bestaunt und fotografiert.

In der Nacht vom 27. auf 28.

September ist das chinesische Militär gekommen

und hat diese Statue gesprengt.

Laut unserem Guide gab es von tibetischer

Seite sogar Selbstmordandrohungen, sollte

die Statue gesprengt werden. Ob es tatsächlich

zu Selbstmorden gekommen ist,

konnte nicht mehr eruiert werden.

Die Chinesen waren nicht nur betreffend

Statue aktiv, sondern auch betreffend Bildern,

die von Touristen gemacht wurden.

Es wurde eine Ausgangssperre verhängt

und einige Kameras vorübergehend konfisziert.

Filme und Speicherkarten wurden

entfernt und gelöscht.

Mein Partner und ich konnten Bilder der

Statue als auch ein Bild nach der Sprengung

der Statue retten und an die heimische

Presse weiterleiten.

Im Zuge dessen erfuhren wir, dass der

Bau weiterer Statuen durch tibetische

Menschen in anderen Orten von der chinesischen

Regierung eingestellt wurde.

Die Zerstörungswut der Chinesen ist erschütternd.

Die vielen zerstörten Klöster,

die ich auf dieser Reise sehen konnte, sind

für immer verloren. 3-4 Klöster wurden

wieder aufgebaut - die Symbole jedoch in

Materialien gekleidet (meist Blech mit Goldfarbe

bestrichen), dass diese wie ein Hohn

auf deren Inhalt und Ursprung wirken.

Nach der Sprengung der Statue ging praktisch

nichts mehr. Wir waren am Einstieg

zum Kailash, doch weder von chinesischer

Seite gab es das OK, noch von den

natürlichen Gegebenheiten. Zuviel Schnee

und Eis erlaubten es nicht, den Pass zu

überqueren. Die Einheimischen stellten

ihre Yaks nicht zur Verfügung und konnten

sich nicht vorstellen, die Tour zu begleiten

– was auch so gut war!

Unser Guide und einige TeilnehmerInnen

wollten unbedingt auf den Dolma La. Er

wollte sogar das chinesische Verbot negieren

und schickte Leute von unserer Koch-

Crew aus, um unsere Schlafsäcke zu holen.

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NACHRICHTEN

SAVE TIBET-WEIHNACHTSMARKT

Wir waren am Weg und am Fuße des

Kailash bis zum Einstieg auf den Dolma La.

Es gelang Gott sei Dank nicht, die Schlafsäcke

aus dem Lager zu bekommen. Im

Nachhinein wurde erst wirklich klar, welchen

Gefahren wir uns ausgesetzt hätten.

Wir mussten zurück nach Darchen. Ausgangssperre,

und die gedrückte Stimmung

der Stadt war spürbar.

Das nächste Ziel war, den Kailash von

seiner rechten Seite zu erfahren. Dafür

mussten wir fast unmittelbar vor der gesprengten

Statue vorbei fahren. Mindestens

40-50 Chinesen standen am Sockel

der ehemaligen Statue.

Es tat weh und hat nachgeschwungen -

wie es ist, wenn Intimes, Geliebtes und

Wertvolles ungestraft und wahllos zerstört

werden kann.

Nach jahrzehntelangem Kampf höhlt der

stete Tropfen den Stein - das macht krank.

Sowohl körperlich als auch seelisch leiden

die Tibeter unter der Unterdrückung

des Aggressors.

Ich habe keine Antwort, wie Mann/Frau

Tibet - vor allem den Tibetern in Tibet -

unmittelbar helfen könnte.

Ich habe erfahren, dass Mann/Frau über

Patenschaften Kindern im Exil helfen

kann (siehe www.tibet.at).

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Meine Ankunft in Europa lässt mich den

Tibet-Rucksack nicht einfach abstellen.

Weniger meine körperlichen „Grenzerfahrungen“

mit Höhe, Kondition und Befindlichkeit

erregen meine Aufmerksamkeit,

sondern vielmehr die Situation der Tibeter

in einem chinesischen Kontrollstaat. Menschenrechte

werden hier mit Füßen getreten

bzw. überhaupt nicht wahrgenommen.

Individualität und das Individuum gibt es

für sie nicht.

Angesichts dessen, dass die Weltöffentlichkeit

darüber offiziell Bescheid weiß

und immer wieder mit Vorkommnissen à

la Darchen, mit Zerstörungen von Statuen

und sonstigen Kulturgütern konfrontiert ist,

ist es einfach nicht nachvollziehbar, wie

ein Land wie China vom Rest der Welt die

Ernennung und Ausrichtung zu den nächsten

Olympischen Spielen erhält.

Für mich stellt es sich so dar, dass Sportveranstaltungen,

wie auch Olympische

Spiele, ab sofort erkauft werden können.

Ethische Regeln, Menschenrechte und

allgemein gültige Mindeststandards an

gegenseitiger Achtung werden von Chinesen

negiert.

(gekürzt)

Brigitta Etzelstorfer, OÖ, 18.10.07

Anmerkung der Redaktion: Elisabeth Zimmermann hat die Augenzeugen der Statuensprengung

persönlich getroffen und gesprochen. Bei ihrem Besuch in Dharamsala hat

sie die Fotos und den Bericht auch dem TCHRD (Tibetan Centre of Human Rights and

Democracy) und dem Innenministerium der tibetischen Exilregierung übergeben.

Siehe auch Hinweis im grauen Kästchen Seite 37!

SAVE TIBET lädt ein zum

Weihnachtsmarkt

am Samstag, 15. Dezember

und Sonntag, 16. Dezember

jeweils von 10 bis 18 Uhr

Save Tibet-Büro, 1170 Wien, Lobenhauerngasse 5

(zwischen Rosensteing. und Tauberg.), Straßenbahn 43, 44, 9

Hier haben Sie die Gelegenheit, bei tibetischen Spezialitäten und

österreichischen Mehlspeisen angenehme Stunden in gemütlicher

und weihnachtlicher Atmosphäre zu verbringen und aus dem

reichhaltigen Angebot tibetischer Handwerkskunst, sowie Büchern

und CDs mit tibetischer Musik zu wählen.

Von Freitag, 7. bis Sonntag, 9. Dezember 2007

findet auf der Freyung in Wien 1010 jew. von 10 - 18 Uhr der

karitative Weihnachtsmarkt statt. Wir zeigen Ihnen dort eine Auswahl

von Produkten wie Thangkas, Schmuck, Seidentüchern etc., die von

Exiltibetern angefertigt worden sind!

Durch den Kauf unserer Artikel unterstützen Sie Projekte,

die dem Tibetischen Volk zugute kommen.

Ein besonderer Geschenkstipp ist der neue SAVE TIBET KALENDER

2008 mit Fotos aus dem Leben im tibetischen Kinderdorf!

Nützen Sie auch die Gelegenheit, sich bei den Veranstaltungen

über die aktuelle Lage in Tibet, über Land und Leute,

über Reisemöglichkeiten und Patenschaften etc. zu informieren.

SAVE TIBET, Tel: 01/484 90 87, Fax: 01/484 90 88

save.tibet@gmx.at, http: www.tibet.at

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen allen

unseren Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein

gesundes, erfülltes Jahr 2008!

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Tibeter – ein Volk im Schatten der fünf Ringe

Olympia. Tibets Unabhängigkeits-Bewegung

wittert vor den Olympischen Spielen

in Peking 2008 ihre Chance, sich international

ins Rampenlicht zu stellen.

04.11.2007

WIEN/LAUSANNE. Sie leben in der

Schweiz, in England, Deutschland, Indien

und in den USA. Aber als Kinder tibetischer

Flüchtlinge schlägt ihr Sportler-

Herz für das – aus ihrer Sicht zu Unrecht

– zu China zählende Hochland. Ihr gemeinsames

Ziel ist es daher, bei den

Olympischen Spielen in China dabei zu

sein. Nicht als Zuseher, sondern für „ihr

Land“ als Athleten für das „Team Tibet“.

„Rund 30 Sportler sind in diesem Kader“,

sagt Wangpo Tethong. „Nicht alle sind

Olympia-reif, keine Frage. Aber es sind

etliche dabei, zwei Beachvolleyballer, ein

Tischtennisspieler und zwei, drei Leichtathleten,

die unsere Limits erfüllen.“

Wangpo Tethong ist der Präsident des im

Vorjahr gegründeten Nationalen Olympischen

Komitee Tibets NOKT. Und der

Züricher hat sich ein hohes Ziel gesteckt:

Er möchte vom Internationalen Olympischen

Comitee IOC eine offizielle Einladung

zu den Spielen in Peking erreichen.

Die notwendigen Dokumente habe sein

Komitee im Sommer hinterlegt. Noch, sagt

der in Zürich lebende Exil-Tibeter, habe

er vom IOC keine Antwort erhalten.

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NACHRICHTEN

IOC: Keine Chance für Tibet

Auf Anfrage der „Presse“ meinte IOC-

Sprecherin Sandrine Tonge, dass nur jene

Länder Delegationen zu Olympischen

Spielen entsenden dürfen, die als unabhängiger

Staat international anerkannt sind.

Eine Voraussetzung, die Tibet keineswegs

erfüllt. Weshalb etwa Taiwan, das von

China als abtrünnige Provinz betrachtet

wird und nur von wenigen Staaten anerkannt

ist, mit einer eigenen Delegation bei

Olympia dabei sein dürfe, begründet

Tonge so: Bevor 1996 die Olympische

Charter reformiert wurde, konnten auch

„anerkannte Regionen“ den Status eines

„Staates“ erhalten. Ein Weg, der für Tibet

nun verschlossen ist.

Auch deshalb hält NOKT-Österreich-Sprecher

Lobsang Gyalpo die Teilnahme-

Chancen für das „Team Tibet“ im kommenden

Jahr für gering. Er sieht in der

Anerkennung Tibets ein langfristiges Projekt.

Aber, sagt er, „mit der Gründung des

NOKT wollten wir zweierlei erreichen.

Einerseits aus der Opferrolle heraustreten

und andererseits ein aktives Zeichen setzen

und sagen: „Wir wollen dabei sein.“

Ein Boykott der Spiele sei, sagt der in Wien

lebende Gyalpo, das falsche Signal an die

Welt.

In Neu-Delhi gab es dennoch massive

Proteste und Boykott-Aufrufe. Eine Gruppe

von 14 Tibetern war in Hungerstreik

getreten und hatte 33 Tage hungernd gegen

die Vergabe der Olympischen Spiele

an Peking protestiert.

Dalai Lama appellierte

Die Mitglieder des Tibetischen Jugendkongresses

beendeten ihre Protestaktion erst

nach Appellen des Dalai Lama und indischer

Abgeordneter. Die Hungerstreikenden

hatten von China unter anderem Auskunft

über den Verbleib des Panchen

Lama, der von den buddhistischen Tibetern

als zweithöchstes geistliches Oberhaupt

verehrt wird, gefordert. Die Menschenrechtler

vermuten China hinter dessen Verschwinden,

was die Volksrepublik bestreitet.

Seit 1995 wird der damals Sechsjährige

vermisst. Zudem verlangen die hungerstreikenden

Tibeter von Peking ein Bekenntnis

zu den Menschenrechten und eine

Unterstützung der Entwicklung Tibets.

NACHRICHTEN

Gegen-Olympia in Indien

Eine andere exil-tibetische Gruppe ließ mit

einer kreativen Idee aufhorchen: Sie will

drei Monate vor den Chinesen im Mai in

Indien eigene „Olympische Spiele“ ausrichten.

Es soll damit dem China-Bild widersprochen

werden, das Tibet als Teil eines

vereinigten China zeichnet. Die Spiele

sollen in Dharamsala stattfinden, wo der

Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der

Tibeter, lebt und auch die tibetische Exilregierung

ihren Sitz hat. An den Spielen in

Dharamsala können nach Angaben der

Veranstalter alle Tibeter teilnehmen. Sie

müssten lediglich die Reisekosten selbst

übernehmen, für Unterkunft und Verpflegung

werde gesorgt.

Michael Köttritsch

(„Die Presse“, Print-Ausgabe,

05.11.2007)

TEAM TIBET beim WIEN ENERGIE

BUSINESS RUN 2007

Am 6. September 2007 nahm Save Tibet mit 30 Läufern für das Team Tibet beim

„Wien Energie Businesss Run“ teil und erntete besonders mit seinen nebeneinander in

„T.E.A.M T.I.B.E.T“-T-Shirts laufenden Akteuren viel Aurmerksamkeit!

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NACHRICHTEN

Achtung: Bitte mitmachen beim Team Tibet!!!

NACHRICHTEN

Dalai Lama: „Das Wichtigste ist die Liebe“

Im August 2008 wird die Welt auf China

blicken und die Austragung der Olympischen

Spiele verfolgen. Tibet als Nation

ist es nicht möglich, an den sportlichen

Wettkämpfen und den Feierlichkeiten

teilzunehmen. Das soll sich ändern.

Für die Olympischen Spiele 2008

wurde ein „Team Tibet“ gebildet und

beim Internationalen Olympischen Komitee

offiziell ein Ansuchen auf Teilnahme

eingebracht. Dies ist Anlass für

unseren Verein Save Tibet, Persönlichkeiten

in Österreich zu finden, die als

BotschafterInnen für „Team Tibet“ diesem

Anliegen Ausdruck verleihen und

auf diese Art und Weise ihre Unterstützung

für den gewaltlosen Kampf der

Tibeter um Menschenrechte und Freiheit

bekunden. Getragen wird diese Bewegung

von zahlreichen Ländern, um

Tibet ganz im Sinne eines fairen Wettkampfes

die Teilnahme an den Olympischen

Spielen zu ermöglichen. In diesem

Sinne lautet das Motto dieser internationalen

Kampagne „Bring Tibet to

the 2008 Games“.

„Team Tibet“ ist eine Idee, die nicht nur

sportliche Fairness sondern auch die

„Gleichberechtigung von allen Nationen,

ob groß oder klein“ (Präambel der Charta

der Vereinten Nationen) als Ziel verfolgt.

Das „Team Tibet“ soll eine öffentlichkeitswirksame

Präsentation aller Unterstützer

sein, die für den freien Zugang zu

den Olympischen Spielen und die Chancengleichheit

für alle Menschen unabhängig

ihres ethnischen Hintergrundes eintreten.

Das Interesse der Kampagne ist es,

Druck auf die chinesische Führung auszuüben

und bei der Allgemeinheit das

Bewusstsein über die Lage im besetzten

Tibet zu wecken.

Werden Sie Team Tibet-BotschafterIn:

einfach sich online auf www.

teamtibet.org (auf „Supporters“ und

dann auf „Become a supporter“ klicken)

eintragen! Sie bekunden damit Ihre Unterstützung

für Tibet und rufen die chinesische

Regierung im olympischen Geist

auf, sich ernsthaft um eine Lösung der

Tibetfrage zu bemühen.

Das Internationale Olympische Komitee

wird höchstwahrscheinlich eine Entscheidung

über die Teilnahme von „Team

Tibet“ um den 10. Dezember 2007, dem

Tag der Menschenrechte, treffen. Daher

brauchen wir bis 10. Dezember 2007 so

viele Unterstützer wie möglich.

Bitte helfen AUCH SIE mit, die „Team

Tibet“ Sportler zu den 2008 Spielen zu

bringen und unterstützen Sie mit Ihrer

Unterschrift bei www.teamtibet.org das

Team Tibet! Es haben bis jetzt noch viel

zu wenige Freunde Tibets unterschrieben!!!

„Das Wichtigste ist das zwischenmenschliche

Gefühl, die Liebe.“ Ein Plädoyer für

„Warmherzigkeit und Mitgefühl“ hielt

der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt

der Tibeter im Exil, am 17.9. vor dem

Waldzell Meeting im Stift Melk.

Bei der Erziehung der Kinder und Jugendlichen

gehe es darum, „dass die Entwicklung

der Intelligenz mit jener der Emotionalität

Hand in Hand geht“, betonte der

Friedensnobelpreisträger von 1989 im

Gespräch mit dem Benediktinermönch

David Steindl-Rast vor einem hochkarätigen

Forum.

„Es ist äußerst wichtig, Kindern die größtmögliche

Zuwendung und Liebe zu geben“,

sagte der Dalai Lama, der am Vormittag

des 17. Septembers im SOS Kinderdorf

Hinterbrühl begeistert empfangen

worden war. Kindern müsse man „Warmherzigkeit

einpflanzen“. Er erzählte aus

seiner eigenen Kindheit: „Meine Mutter

war eine einfache Bauersfrau, doch sie

hatte ein sehr großes Herz“, erzählte der

14. Dalai Lama, der 1959 nach Niederschlagung

des Volksaufstands in Tibet mit

über 100.000 Landsleuten nach Indien floh

und seitdem dort im Exil lebt. „Ich bin in

den ersten Jahren in einer Atmosphäre der

Liebe aufgewachsen.“ Seine Mutter habe

ihm „den Samen der Liebe eingepflanzt,

nicht die Religion“. Ausdrücklich hob der

Dalai Lama hervor, dass man „bei allem,

was man tut, positiv motiviert sein muss“.

Besorgt äußerte sich der Dalai Lama über

„eine Vernachlässigung der inneren Werte“,

die zu beobachten sei. Die Herzensbildung

der Kinder sei nicht nur eine Aufgabe

der religiösen Bildung. „Liebe ist

wichtig, um unser Immunsystem zu unterstützen.“

Nach den Worten des Dalai

Lama haben Menschen mit Liebe und

Mitgefühl weniger Zweifel und Ängste.

Die Menschen konzentrieren oft alle Intelligenz

auf die Entwicklung des Gehirns,

Intelligenz könne uns auch „auf einen aggressiven

Weg bringen“, warnte der tibetische

Religionsführer. „Wir müssen ein

Gefühl für die gesamte Menschheit und

für unsere Umwelt entwickeln“, schloss

der Dalai Lama, der auch Zweifel am

modernen Schulsystem anmeldete.

Wie im Vorjahr präsentierten wieder ein

gutes Dutzend junge, sozial und humanitär

engagierte Menschen aus aller Welt

ihre Projekte. Die „Architects of the

Future“ fokussieren ihre Tätigkeit besonders

auf „Soziales Unternehmertum“. Am

Nachmittag entwickelte sich im Plenum

des Waldzell Meetings eine rege Diskussion

über das notwendige Zusammenwirken

von profitorientiertem Business und

sozial engagierten Unternehmungen.

Zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung,

die sich in diesem Jahr auf das The-

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19


NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

20

ma „Was bleibt“ und in diesem Kontext

auf den Stellenwert der Religionen konzentriert,

hatte sich die „Waldzell-Gesellschaft“

bei einer Donau-Schifffahrt von

Krems nach Melk auf die Diskussionen

eingestimmt. Nach den landschaftlichen

und gastronomischen Genüssen an Bord

begrüßte Abt Georg Wilfinger die internationale

Teilnehmerrunde in den Räumen

des Stifts. Am Meeting 2007 nehmen neben

dem Dalai Lama unter anderen der

US-Stararchitekt Frank Gehry, der

Medizinnobelpreisträger 2001 Sir Paul

Nurse und die US-Erziehungsexpertin

Elizabeth Lesser teil.

„Der Weg der Zukunft der Religionen muss

ein Weg des Dialogs sein“, betonte Abt

Wilfinger, der auch an das Credo des Benediktinerordens

„Ora et Labora“ erinnerte.

NÖ Nachrichten, 18. September 2007

Achtung bei Telefonanrufen in unserem Büro:

Bitte vergessen Sie nicht Ihre Telefonnummer bekannt zu geben, wenn Sie einen

Rückruf wünschen!! Wir haben keine Nummernerkennung an unserem Apparat und

Namen sind oft sehr schwer deutlich zu verstehen. Wir konnten daher leider in letzter

Zeit einige Male nicht zurückrufen, was wir sehr bedauern!

Gesundheitsberatung nach

Trad. Tibetischen Prinzipien

Ernährungs- und Lebensberatung

nach trad. tibetischen

Prinzipien.

Tibetische Entspannungs-,

Energiemassage.

Information und Anmeldung:

Dr.tib.med. D. Emchi

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Dalai Lama: Tibeter werden zu „Minderheit

im eigenen Land“

Besorgt über die Entwicklung in seiner

Heimat Tibet und der dort fortschreitenden

Sinisierung hat sich der Dalai Lama

beim Waldzell Meeting im Stift Melk am

17. September gezeigt.

„In Tibet werden die Tibeter schon zu einer

Minderheit im eigenen Land“, sagte

das geistliche Oberhaupt der Tibeter im

Exil, wobei er konkret auf die mittlerweile

chinesische Bevölkerungsmehrheit in der

Hauptstadt Lhasa hinwies. „Die tibetische

Sprache ist fast zu einer toten Sprache

geworden.“

Unter diesen Umständen werde „ein Überleben

für den tibetischen Buddhismus sehr

schwierig“, fuhr der Dalai Lama fort. Er erwähnte

auch, dass chinesische Beamte den

Tibetern strenge Restriktionen auferlegen und

dass Mönche sich nicht mehr so viel der religiösen

Kontemplation widmen könnten,

weil sie sozusagen auch Zeit für politische

Bildung aufwenden müssten. Tibet werde

mehr und mehr von China aufgesogen.

Ausdrücklich betonte der Dalai Lama aber

auch, dass der tibetische Buddhismus nicht

nur auf Tibet beschränkt sei. Auch in der

Mongolei leben mehrere Millionen Anhänger

des tibetischen Buddhismus, darüber

hinaus gebe es Buddhisten dieser Richtung

auch in drei kleineren Republiken,

der Russischen Föderation und in der gesamten

Himalaya-Region.

Zur Situation in der Volksrepublik China

sagte der Dalai Lama, dort existierten viele

buddhistische Tempel, zumal der Buddhismus

im siebenten und achten Jahrhundert

eine Blüte erlebte. In den letzten 20 Jahren

sei in China „das Interesse an Spiritualität

gewachsen. Mit der neuen Freiheit

steigt das Interesse an den Religionen.“

Der Dalai Lama wünscht sich, „dass

mehr chinesische Buddhisten nach Tibet

kommen als Chinesen, die in Tibet nur

Geld machen wollen“.

Rabbiner David Rosen, Präsident des Internationalen

Jüdischen Komitees Für

Interreligiöse Fragen, stellte in der Diskussion

zur Stimmung in Israel fest: „Die

Mehrheit der israelischen Bevölkerung will

Frieden haben, sie fühlt sich in einer Sackgasse.“

Palästinenser und Israelis müssten

lernen, die Sichtweise des jeweils anderen

zu akzeptieren. Er sorge sich nicht so

sehr um die Entfremdung vieler Israelis

von der Religion, denn dies falle unter die

Wahlfreiheit des Menschen, vielmehr um

die „Ausbeutung der Religion für politische

Zwecke“.

Ahmed Mohamad al-Tayyib, Rektor der

Kairoer Al-Azhar-Universität, beklagte,

dass angesichts der Anschläge islamischer

Extremisten der Islam als solcher oft in

ein schiefes Licht gerate. Die kleine Gruppe

der Attentäter von 9/11 (Anschläge in

21


NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

den USA) repräsentiere die islamische

Gemeinschaft nicht. In der islamischen

Rechtssprechung gebe es sehr wohl eine

Kriegsethik, wonach Frauen, Kinder und

Audienz bei S.H. dem Dalai Lama am 18.

September 2007 im Stift Melk anlässlich

des Waldzell-Meetings

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alte Menschen nicht getötet und Gläubige

nicht verfolgt werden dürften.

Online-Ausgabe NÖN

Wir hatten die große Freude, dass einer kleinen

Gruppe von Mitarbeitern von Save Tibet

eine Privataudienz durch S.H. den Dalai

Lama gewährt wurde. Dabei wurden von

unserer Obfrau Elisabeth Zimmermann u.

a. unten angeführte Fragen an ihn gestellt,

die von ihm sinngemäß

wie folgt beantwortet

wurden:

Ist es richtig, dass Sie

selbst der Meinung

sind, dass in 10-15 Jahren

die tibetische Kultur

ausgelöscht sein

wird, wenn sich nichts

Gravierendes im von China besetzten

Tibet ändert?

Die tibetische Sprache ist in Tibet jetzt

schon nutzlos. Die Chinesen, die sich in

Tibet ansiedeln, haben zumeist keine Kultur,

keine Bildung, keine Ausbildung. Die

Schullehrer sind Chinesen. Man merkt an

den tibetischen Flüchtlingen, die jetzt

kommen, dass sie sehr aggressiv sind verglichen

mit Flüchtlingen in früheren Jahren,

während die in Indien geborenen

Tibeter nicht aggressiv sind. Es geht das

Gerücht, dass nach der Olympiade 2008

etwa eine Million Chinesen in Tibet angesiedelt

werden sollen. Es ist ein bewusst

gesteuerter kultureller Genozid.

Haben Sie die Absicht,

nach China zu reisen?

Oh ja!

1983 bis 1987 wäre die

Situation leichter gewesen.

Beim Besuch der ersten

exil-tibetischen Delegation

in China waren

die Tibeter sehr unruhig,

bei der zweiten Delegation zur Vorbereitung

eines Besuches war ein Sturm an Gefühlen

zu bemerken. Er hatte nicht die Absicht zu

provozieren und sah daher von einer Reise

ab. Außerdem hat es keinen Sinn, wenn man

wie ein Gefangener unter Kontrolle das Land

besucht, ohne dass man eine Mindestfreiheit

hat, um mit den Leuten zu reden.

Er wurde sogar nach dem Tode des

Panchen Lama offiziell zum Begräbnis

eingeladen, reiste aber dann aus Rücksicht

auf zu erwartende Unruhen nicht hin.

Er erzählte von einem Besuch in Ladakh,

wo er auch über den Kardung la (über 5.000

m Höhe) reiste. Sein vorausfahrendes Personal

hatte mit dieser Höhe Schwierigkeiten

(Kopfweh) und er erwartete, ebenfalls

Probleme zu bekommen. Aber im Gegenteil,

er fühlte sich immer besser, klarer, freier

und wohler. Er stieg aus dem Auto aus

und ging eine Stunde lang herum. Er sah

dies als eine gute Vorbereitung für Lhasa!

Die Situation in Tibet sieht hoffnungslos

aus. Wegen der Wirtschaftsmacht Chinas

wagt keine Regierung, Tibet zu unterstützen.

In Tibet selbst wird das Land

von Chinesen überschwemmt. Wie soll

es weiter gehen und was kann man dagegen

tun?

Wenn man die Situation von Tibet aus

gesehen betrachtet, sieht sie hoffnungslos

aus. Aber wenn man es von der chinesischen

Entwicklung her sieht, dann ist es

nicht hoffnungslos.

Auch die Menschenrechtskommissarin

Mary Robinson war in China eingeladen.

Der Wind weht von Westen nach Osten

und nicht umgekehrt, früher wehte er von

Osten nach Westen. Durch die Studenten,

die im Ausland (Europa und Amerika) studieren,

kommt mehr Bildung nach China,

mehr Wunsch nach Menschenrechten,

nach Pressefreiheit.

Es gibt etwa eine Million Chinesen, die

tibetischen Buddhismus ausüben oder zumindest

damit sympathisieren.

Der Westen bringt Punks, Chinesen mit

blonden Haaren, westliche Musik. Der

kommunistische Staat China wird zu einem

kapitalistischen, und die kommunistische

Regierung wird auf die Veränderungen

reagieren müssen.

Es wird über Menschenrechte diskutiert,

was früher nicht möglich gewesen

ist.

Es ist wichtig, dass die NGOs (Non

Government Organisations) weitermachen

wie bisher und hart arbeiten. Durch die

stattfindenden Veränderungen sind die

Chinesen gezwungen, sich zu verändern.

Es ist natürlich eine Frage der Zeit, aber

es wird kommen.

ACHTUNG!

Die neue Eisenbahnlinie von

Golmud nach Lhasa ist der Todesstoß

für Zentraltibet!

Bitte boykottieren Sie unbedingt

diese Bahn, reisen Sie auf keinen

Fall damit und geben Sie diese Information

weiter!

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NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

Tibetische Schulkinder wegen Graffiti

festgenommen - Verbleib unbekannt

World Tibet News, 23. September 2007

Wie Human Rights Watch, New York,

berichtet, haben chinesische Behörden sieben

tibetische Schüler unter dem Verdacht

festgenommen, öffentliche Gebäude mit

Unabhängigkeitsparolen beschmiert zu

haben. Einer der Festgenommenen, ein

14jähriger Junge, soll durch die Schläge

der Polizei übel zugerichtet worden und

voller blutender Wunden gewesen sein,

als seine Verwandten ihn zuletzt sahen.

Bei den sieben Kindern, die alle aus

Nomadenfamilien kommen, handelt es

sich um Schüler der höheren Schule des

Dorfes Amchok Bora in dem Distrikt

Xiahe (Labrang), Tibetisch-Autonome

Präfektur Kanlho (chin. Gannan), Provinz

Gansu. Vier von ihnen sind 15 Jahre alt

und drei 14 Jahre.

Wie berichtet wurden um den 7. September

etwa 40 Schüler festgenommen, weil

sie angeblich Slogans mit der Forderung

nach der Rückkehr des Dalai Lama und

der Freiheit für Tibet auf die Mauern der

Polizeistation und andere Mauern in dem

Dorf gemalt hätten. Nach zwei Tagen

wurden alle bis auf sieben wieder freigelassen.

Die Polizei soll auch die Lehrer

der Schule wegen der Graffiti zur Rede

gestellt haben.

Um Brad Adams, den Asien-Direktor von

HRW, zu zitieren: „Die Festnahme von

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Teenagern wegen eines angeblichen politischen

Delikts beweist, wie wenig sich in

Tibet geändert hat. Dass man Kinder wegen

so einer Sache schlägt, zeigt, was für

einen weiten Weg China noch vor sich hat,

um die von seinen Politikern so hoch gepriesene

‚harmonische Gesellschaft’ zu

verwirklichen“.

Die Schüler wurden anfänglich in der Polizeistation

von Amchok Bora festgehalten,

wo sie noch Kontakt zu ihren Angehörigen

hatten. Am 10. September brachten sie Offizielle

in Zivil, bei denen es sich vermutlich

um Sicherheitsbeamte handelte, in die

östlich des Dorfes gelegene Distriktstadt

Xiahe (Labrang). Die Verwandten des verletzten

Schülers baten um Erlaubnis, ihn in

ein Krankenhaus bringen zu dürfen, was

ihnen jedoch verwehrt wurde.

Die Offiziellen in Xiahe weigern sich,

Auskunft über den Aufenthaltsort der Kinder

zu geben oder auch nur zu bestätigen,

dass sie in Gewahrsam gehalten werden.

Die Namen fünf der vermissten Jungen

werden genannt als Lhamo Tseten, 15,

Chope Kyab, 15, Drolma Kyab, 14,

Tsekhu, 14, sowie ein zweiter Lhamo

Tseten, 15. Die Namen der beiden anderen

sind unbekannt, ebensowenig, welcher

von ihnen der verletzte Junge ist.

Diese Festnahme von Schülern ist das

jüngste Beispiel für die immer brutaler

werdende Reaktion der chinesischen Behörden

auf das geringste Anzeichen einer

abweichenden Meinung unter der Bevölkerung,

was ihre Kultur- und Religionspolitik,

die Zwangsumsieldung tibetischer

Nomaden, die Umweltdegradation, die Ersetzung

tibetischer Kader durch chinesische

und die vermehrte Zuwanderung ethnischer

Chinesen in traditionell tibetische

Siedlungsgebiete betrifft. In den vergangenen

Monaten kam es zu mehreren Zusammenstößen

zwischen tibetischen Einwohnern

und Polizeikräften.

Nach der UN-Konvention für die Rechte

des Kindes, die China unterzeichnet hat,

steht Kindern das Recht auf freie Meinungsäußerung

zu. Kein Kind darf der

Folter oder anderer grausamer, unmenschlicher

Behandlung oder Bestrafung unterzogen

oder gesetzwidrig und willkürlich

festgehalten werden. Kindern sollte die

Freiheit nur als letztes Mittel entzogen

werden, und dann nur für die kurzmöglichste

Zeitspanne. Inhaftierte Kinder

haben ein Recht auf Kontakt zu ihren Angehörigen

und ungehinderten Zugang zu

einem Rechtsbeistand.

HRW ersuchte UNICEF, wegen dieses

Falles unbedingt bei der Chinesischen

Regierung vorstellig zu werden und eine

Garantie für den Schutz dieser Kinder zu

erwirken.

„Um diese abscheuliche und beschämende

Episode zu beenden, sollte die chinesische

Regierung die Kinder sofort freilassen,

sie und ihre Eltern vor weiterer Misshandlung

schützen und Rechenschaft ablegen,

warum so hart mit ihnen umgegangen

wurde“, sagte Adams.

Adaptierte Übersetzung: Adelheid

Dönges, Revision: Angelika Mensching

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NACHRICHTEN

Festgenommene tibetische Schulkinder

werden von den Behörden gefoltert

Free Tibet Campaign,29. September 2007

Zu der Mitteilung von Human Rights

Watch über die Festnahme von sieben

Schulkindern am 20. September 2007 im

Kreis Labrang, Präfektur Gannan, Provinz

Gansu, fanden wir noch ein paar Details

heraus.

Drei der Schuljungen - Lhamo Tsethen,

Dolma Kyab und Tsering (Tseko) Dondhup

wurden wieder freigelassen, nachdem ihre

Eltern saftige Geldstrafen von bis zu 2000

Yuan bezahlten und geloben mussten, dass

ihre Söhne niemals das Land verlassen

und niemals wieder auf irgendeine Weise

politisch aktiv würden.

Die festgenommenen Schulkinder wurden

alle geschlagen. Lhamo Tsethen trug dabei

so schwere Verletzungen davon, dass

er ins Krankenhaus gebracht werden

musste. Er befindet sich immer noch in

medizinischer Behandlung.

Vier der Jungen - Chopa Kyab, Dukar

Tashi, Thade Kyab und Ghobe - befinden

sich weiterhin in dem Haftzentrum des

Kreises Sanchu (Xiahe).

Die sieben festgenommenen Schüler

kommen alle aus Nomadenfamilien. An

dem betreffenden Tag wäre eigentlich

keiner von ihnen in der Schule gewesen.

Die Eltern wurden jedoch informiert, dass

ihre Kinder an diesem Tag unbedingt zur

Schule kommen müssten, weil einem zu

Besuch weilenden hochrangigen chinesischen

Funktionär der Fortschritt, der in dieser

Gegend im Erziehungswesen gemacht

wurde, demonstriert werden soll. Im Falle

des Fernbleibens der Kinder wurde den

Eltern eine Geldstrafe angedroht.

Anfänglich wurden 40 Schüler unter dem

Verdacht, den Protest inszeniert zu haben,

festgenommen. Später ließen die Behörden

jedoch alle bis auf sieben wieder laufen.

Papst Benedikt XVI. empfängt den Dalai Lama

n24.de, 31.10.07

Italienischen Medienberichten zufolge wird

Papst Benedikt XVI. im Dezember den

Dalai Lama im Vatikan empfangen. Damit

werden die bereits angespannten Beziehungen

zwischen der römischen Kurie und

China auf eine neue Probe gestellt. Die

Nachrichtenagenturen Apcom und ANSA

berichteten unter Berufung auf Vatikankreise

übereinstimmend, dass ein Treffen für den

13. Dezember geplant sei. Der Vatikan

kommentierte die Berichte nicht. Peking

hatte zuletzt heftig gegen offizielle Empfänge

des Dalai Lama protestiert.

NACHRICHTEN

US-Kongress ehrt den Dalai Lama

Stern online, 18.10.07

Washington

Zum ersten Mal ist ein US-Präsident

mit dem Dalai Lama öffentlich aufgetreten.

Anlass: Der US-Kongress hat

das tibetische Oberhaupt mit der höchsten

Auszeichnung der Vereinigten Staaten

geehrt. George W. Bush lobte ihn

als Mann des „Friedens und der Versöhnung“.

Trotz Protestes der chinesischen Regierung

hat US-Präsident George W. Bush

dem Dalai Lama eine der höchsten Auszeichnungen

der Vereinigten Staaten

überreicht. Bei der

Verleihung einer

Ehrenmedaille des

US-Kongresses

forderte Bush die

Volksrepublik zu

einem Dialog mit

dem geistlichen

Oberhaupt der Tibeter

auf. „Sie werden

in diesem guten Mann einen Mann

des Friedens und der Versöhnung erkennen“,

sagte der Präsident in einem vollbesetzten

Saal des Washingtoner Kapitols.

Es war der erste öffentliche Auftritt

eines US-Präsidenten mit dem Dalai

Lama.

In seiner Dankesrede bekräftigte der

Friedensnobelpreisträger, dass er für Tibet

nicht die Unabhängigkeit von China

wolle. „Ich strebe eine sinnvolle Autonomie

für das tibetische Volk innerhalb der

Volksrepublik an“, sagte der 72-Jährige.

Er forderte seine Unterstützer in den USA

auf, die Chinesen von seiner Aufrichtigkeit

zu überzeugen.

China hatte die Ehrung als Farce kritisiert.

Der Chef des Amts für religiöse Angelegenheiten,

Ye Xiaowen, warf dem Tibeter

vor, seit langem die Spaltung Chinas zu

betreiben.

Der buddhistische Mönch gilt als Symbolfigur

des tibetischen

Widerstands

gegen die Besetzung

seiner Heimat.

China, das die

Himalaya-Region

1950 annektierte,

betrachtet den Ti-

Abb. der Goldmedaille auf der Festfahne im tibetischen beter als Separatisten

und kritisiert

Kinderdorf

daher regelmäßig dessen Treffen mit ausländischen

Politikern. Nach einem Besuch

des Dalai Lama bei Bundeskanzlerin Angela

Merkel hatte China bereits den für

Dezember geplanten Menschenrechtsdialog

sowie andere Termine mit deutschen

Vertretern abgesagt.

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WEIHNACHTS-SPENDENAKTION

WEIHNACHTS-SPENDENAKTION

Unser Weihnachts-Spendenaufruf: Bitte

helfen Sie den tibetischen Folteropfern!

Folter ist eine der schwersten Formen von

Menschenrechtsverletzungen, und in der

ganzen Welt sind Millionen von Menschen

mit ihren Familien davon betroffen. In den

Gefängnissen und Haftzentren des von

China besetzten tibetischen Hochlandes

ist sie an der Tagesordnung.

Die Dokumentation des TCHRD (Tibetan

Centre for Human Rights and

Democracy) ”Folter in Tibet” berichtet von

89 ihm namentlich bekannten tibetischen

politischen Gefangenen, die seit 1987

durch die systematische Anwendung der

Folter zu Tode kamen. Den Aufzeichnungen

des TCHRD zufolge sind derzeit 116

namentlich bekannte tibetische politische

Gefangene in den Gefängnissen in Tibet

inhaftiert. In den der chinesischen Verwaltung

unterstehenden Haftanstalten ist

Folter alltäglich. Das TCHRD ist infolgedessen

äußerst besorgt um das Schicksal

der politischen Gefangenen, Elektroschocks,

Versengung des Gesichts mit

brennenden Zigaretten, Prügel, Handoder

Daumenschellen, Fußschellen, Aufhängen

an den Armen, Aussetzen in

extreme Temperaturen, lange Einzelhaft,

Entzug von Nahrung, Wasser und Schlaf,

Zwangsarbeit und militärischer Drill sind

nur einige der von den Chinesen angewandten

Foltermethoden. Ihr Zweck ist

es, die nationalen Gefühle der Tibeter zu

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unterdrücken und ihre individuelle Persönlichkeit

zu brechen.

So entsetzlich die physischen Qualen der

Folter auch sein mögen, noch verheerender

für die Opfer sind die seelischen und

emotionalen Traumen, die am schwierigsten

zu heilen sind. Auch nach dem Ende

ihrer Haft unterliegen ehemalige politische

Gefangene in Tibet einer Art psychischer

Folter. Das Leben wird ihnen extrem

schwer gemacht, und Mönchen oder Nonnen

wird die Wiederaufnahme in ihre Klöster

verweigert. Sie werden sozial geächtet,

ständig von den Behörden drangsaliert

und jegliche Arbeitsaufnahme wird ihnen

unmöglich gemacht. Die meisten Tibeter,

die die Folter überlebt haben, leiden unter

Albträumen und plötzlichen Flashbacks.

1984 verabschiedete die Generalversammlung

der UNO die Konvention gegen

Folter und andere grausame, unmenschliche

oder erniedrigende Behandlung

und Bestrafung (UN Convention

against Torture and other Cruel, Inhuman

or Degrading Treatment or Punishment =

CAT), die am 26. Juni 1987 in Kraft trat.

Alle Vertragsstaaten der Konvention sind

verpflichtet, Folter als Verbrechen zu behandeln

und die Schuldigen strafrechtlich

zu verfolgen und zu verurteilen. In der Konvention

wird ausdrücklich betont, dass Folter

weder durch Befehle von Vorgesetzten

noch durch irgendwelche außerordentliche

Umstände gerechtfertigt werden kann.

Bis Juni 2007 wurde die Konvention von 74

Staaten unterzeichnet, die sich verpflichtet

haben, dem UN-Komitee gegen Folter in

periodischen Abständen Bericht zu erstatten,

einem Menschenrechtsgremium, das

1987 eingesetzt wurde, um die Einhaltung

der Konvention zu überwachen und den

Unterzeichnerstaaten bei der Umsetzung

der Bestimmungen behilflich zu sein.

Dieses Komitee besteht aus zehn unabhängigen

Experten, die ihre speziellen

Kenntnisse einbringen und von den beteiligten

Staaten gewählt werden.

Obwohl die VR China die Konvention gegen

Folter (CAT) 1988 unterzeichnete,

enthält die chinesische Verfassung kein

explizites Verbot der Folter.

Relevant in dieser Hinsicht wären die Artikel

37 und 38, welche die persönliche

Würde der chinesischen Staatsbürger

schützen. Teil 2 der chinesischen Verfassung

befaßt sich mit diversen bürgerlichen

und politischen Grundrechten sowie mit

wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen

Rechten, er enthält jedoch kein ausdrückliches

Verbot der Folter oder anderer Formen

von Misshandlung. Obwohl die VR

China in ihrer revidierten Strafprozessordnung,

die 1997 in Kraft trat,

gewisse Formen von Folter unter Strafe

stellte, wird in den der chinesischen Verwaltung

unterstehenden Haftanstalten in

Tibet nach wie vor systematisch gefoltert.

Viele der tibetischen Flüchtlinge, die im

Reception Centre (Flüchtlingsauffanglager)

in Dharamsala eintreffen, sind ehemalige

Gefangene und bedürfen dringend

der ärztlichen Versorgung, da ja jahrelang

keine ärztliche Behandlung der Folterschäden

gegeben war. Sie benötigen Operationen,

langwierige Behandlungen oder

auch psychische Betreuung. Es gibt aber

kein soziales Netz, das diese armen Menschen

auffangen könnte, und das Reception

Centre muss für alle enormen Kosten alleine

aufkommen.

Ich glaube, Weihnachten ist eine schöne

Gelegenheit, um solchen gedemütigten und

gequälten Tibeterinnen und Tibetern unser

Mitgefühl zu zeigen, ihnen wenigstens von

unserer Seite aus menschliche Wärme entgegenzubringen,

die ihnen in ihrer Heimat

versagt geblieben ist. Sie haben ja keine

Verbrechen begangen – sie wollten doch

nur ihre Identität behalten dürfen.

Bitte überweisen Sie Ihre Weihnachtsspende

auf unser Konto 610.741.803 BLZ 12.000

(aus dem Ausland: IBAN AT 461 200 000

610 741 803, SWIFT BKAUAATWW) mit

dem Vermerk „Folteropfer“ oder verwenden

Sie den beigehefteten Erlagschein.

Wir danken Ihnen schon jetzt von Herzen

dafür, dass Sie mit Ihrem Beitrag den

Tibeterinnen und Tibetern auch den ursprünglichen

Sinn unseres Weihnachtsfestes

nahe bringen werden: ein Fest der

Liebe.

Ihre Elisabeth Zimmermann

29


NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

China verstimmt

US-Präsident Bush empfängt den Dalai Lama

Krone.at, 16.10.07:

US-Präsident George W. Bush hat am

Dienstag den Dalai Lama im Weißen

Haus empfangen. Ohne Angaben weiterer

Details bestätigte Präsidentensprecher

Gordon Johndroe in Washington, dass das

Exil-Oberhaupt der Tibeter und der Staatschef

zu einem privaten Meinungsaustausch

zusammengekommen seien. Das

Treffen war von scharfen diplomatischen

Protesten aus China begleitet.

Um den inoffiziellen Charakter des

Treffens zu unterstreichen, fand das Treffen

nach Angaben des Weißen Hauses

nicht in Bushs Amtszimmer, sondern in

seinen privaten Räumen statt.

Kurz vor der Begegnung hatte sich Bushs

Sprecher Tony Fratto bemüht, den Ton im

Streit mit den Chinesen zu entschärfen:

30

„Wir verstehen die Sorgen der Chinesen.“

Die chinesische Regierung drohte den USA

mit diplomatischen Konsequenzen. Chinas

Außenminister Yang Jiechi sagte am Dienstag

in Peking, die USA würden durch den

Empfang des Tibeters „die Gefühle des

chinesischen Volkes ernsthaft verletzen und

in Chinas interne Angelegenheiten eingreifen“.

Das beiderseitige Verhältnis werde

durch das Treffen zwischen Bush und dem

Dalai Lama „schwer untergraben“, hatte

Außenamtssprecher Liu Jianchao am

Dienstag in Peking erklärt.

Besonderen Anstoß nahm Chinas Führung

auch an der für Mittwoch geplanten Auszeichnung

des Dalai Lama mit dem höchsten

Zivilorden des US-Kongresses. An

der Verleihung im Kapitol sollte auch Bush

teilnehmen.

Naturkost-Fachgeschäft mit Schwerpunkt biologisch dynamische

Lebensmittelqualität.

Backwaren, Milchprodukte, Wurst, Getreide, Tees, Weleda-Kosmetik,

Säfte, Wein, Imbiss, Café

SONAM'S TSAMPA aus gerösteter und gemahlener und biologisch-dynamisch

angebauter Gerste!!!!

Gusenbauer verteidigt Begegnung mit dem

Dalai Lama

Kanzler: „Wien und Österreich Stätte des Dialogs“ - Auf

einer Linie mit Merkel

Austria Presse Agentur, Do, 20.Sep 2007

Wien (APA) - Bundeskanzler Alfred

Gusenbauer hat am Donnerstag die Kritik

der chinesischen Regierung an seiner Zusammenkunft

mit dem Dalai Lama entschieden

zurückgewiesen. Im Anschluss

an seine Begegnung mit dem tibetischen

Exil-Oberhaupt und Friedensnobelpreisträger

sagte der österreichische Regierungschef

in der „ZiB“ (9.00 Uhr): „Eines

muss klar sein: Wien und Österreich sind

eine Stätte des Dialogs“. An dem Gespräch

im Bundeskanzleramt nahm auch Gusenbauers

Lebensgefährtin Eva Steiner teil.

Die chinesische Botschaft in Wien hatte

gegen den Empfang des 14. Dalai Lama,

Tenzin Gyatso, am Ballhausplatz erwartungsgemäß

Protest eingelegt.

„Die Haltung der chinesischen Regierung

ist bekannt“, räumte der Regierungschef

ein. Die österreichisch-chinesischen Beziehungen

seien „sehr gut“, es gebe bilateral

eine intensive politische und wirtschaftliche

Kooperation, und daran werde

sich auch nichts ändern. Alfred Gusenbauer

nahm auch zu dem bevorstehenden

Treffen der deutschen Bundeskanzlerin

Angela Merkel mit dem Dalai Lama Stellung

und verwies diesbezüglich auf die

„gemeinsame Haltung“ Berlins und

Wiens. Bundespräsident Heinz Fischer

stand für ein Treffen mit dem Dalai Lama

nicht zur Verfügung, was die Solidaritätsorganisation

Save Tibet“ heftig kritisiert

hat.

Der nach der Niederschlagung des tibetischen

Volksaufstands durch chinesische

kommunistische Truppen 1959 nach Indien

geflüchtete Dalai Lama, der am

„Waldzell Meeting“ im Stift Melk in Niederösterreich

teilnahm, hat Österreich bereits

mehrmals besucht. Bei seiner Visite

im Jahr 1991 war er von der gesamten

österreichischen Staats- und Regierungsspitze

empfangen worden. 1993 hatten

erfolglose Versuche Pekings, seine Teilnahme

an der UNO-Menschenrechtskonferenz

in Wien zu verhindern, zu einem

Zerwürfnis zwischen Österreich und

China geführt. Massive diplomatische Interventionen

Pekings verhinderten anlässlich

des 70. Geburtstags des Dalai

Lama die Herausgabe einer Sonderbriefmarke.

Auch eine von einem Bürgerrechtsaktivisten

in Auftrag gegebene sogenannte

personalisierte Briefmarke durfte

nicht produziert werden.

er/sm

31


NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

Chinesischen Protesten getrotzt

Bann über Dalai Lama gebrochen

Kanzler Gusenbauer empfing den Dalai Lama — und

trotzte im Windschatten Merkels, den chinesischen

Protesten

Kurier, 21.9.07

Ungefähr ein Dutzend Mal bemühte der

chinesische Botschafter das Telefon. Zwei

Mal wurde er physisch vorstellig, um das

Missfallen der Volksrepublik auszudrükken:

Ein Mal im Kanzleramt und ein Mal

im Außenamt.

Doch Alfred Gusenbauer gab dem Druck

Chinas nicht nach und empfing den Dalai

Lama - bei minimiertem Risiko. Es war

dem Kanzleramt in Wien nämlich bekannt,

dass die deutsche Regierungschefin

Angela Merkel am kommenden Sonntag

den Dalai Lama zu treffen gedenkt und

damit den Bann über den Tibeter durchbrechen

würde.

Gusenbauer überholte Merkel aus dem

Windschatten heraus. Der Dalai Lama war

gerade in Wien, es war wegen der Terrorverdächtigen

gerade die Zeit der interreligiösen

Debatten, und als solche wurde

das Frühstück, das gestern von 7.15 Uhr

bis 8.15 Uhr im Kanzleramt stattfand, auch

genutzt. Der Dalai Lama wurde von

Gusenbauer und Eva Steiner empfangen

und nahm ein übliches europäisches Frühstück

(nur etwas weniger Wurst) zu sich.

Die Aktion war mit der Hofburg abgesprochen,

das Außenamt informiert. Es wurde

32

entschieden, dass ein Empfang auf Ebene

des Bundespräsidenten zu hochrangig

wäre.

Nach dem Treffen jubelte das Kanzleramt:

Gusenbauer ist der erste westliche

Regierungschef, der den Dalai Lama

empfing.“ Allerdings hatte ihn George

Bush schon 2003 getroffen.

Interreligiöser Dialog

Der Dalai Lama ist am Montag in Österreich

gelandet und nahm an einer Tagung

mit Schwerpunkt Religion und Spiritualität

teil. Was bleibt als Vermächtnis unserer

Zeit für künfitge Generationen? war

eine der Fragen, die bei dem dreitägigen

„Waldzell Meeting“ im Stift Melk erörtert

wurden. Der US-Publizist Alan Webber

resümierte: „Das Verbinden von Ideen und

das Überwinden von Grenzen.“ Wie das

gelingt, machte der Islam-Experte Ahmed

El-Tayyib von der traditionsreichen Universität

Kairo deutlich — und erntete

Standing Ovations: „Ich habe hier gelernt,

dass die Menschen in Europa keine militanten

Philosophien vertreten. Das trifft nur

für einige westliche Länder zu.“ In arabischen

Ländern herrsche die Meinung vor,

„der Westen ist schlecht. Aber die Menschen

sind viel freundlicher als wir glauben.“

Das wolle er auch den Studenten in

Kairo vermitteln.

Die Teilnahme des Dalai Lama am

Waldzell Meeting war von der größten

Sicherheitsvorkehrrungen in der Jahrhunderte

alten Geschichte des barocken Benediktiner-Klosters

begleitet: „Für einige

Stunden gab es schon öfter besondere

Vorkehrungen. Aber über mehrere Tage -

das gab es noch nie“, meinte einer der

Patres. Die 800 Teilnehmer der interreligiösen

Abschlussfeier in der Stiftskiche

mussten Kontrollen mit Metalldetektoren

über sich ergehen lassen. Da der Dalai

Lama im Stift übernachtete, waren auch

zivile Polizisten vor Ort.

von Daniela Kittner und Ingrid Teufl

Der Alptraum der chinesischen Diplomaten

Bundeskanzlerin Merkel will den Tibeter treffen, für den

Bundespräsident Fischer keine Zeit hat.

Die Presse.com, 18.9.07

PEKING. Aus der österreichischen

Präsidentschaftskanzlei war schon vor

Monaten klar gemacht worden, dass

Bundespräsident Heinz Fischer keine

Zeit haben werde, den Dalai Lama zu

empfangen, wenn das Oberhaupt der tibetischen

Buddhisten diese Woche zu

Besuch in Österreich weilt. Von offizieller

chinesischer Seite wird Fischers

Verhalten mit Zufriedenheit zur Kenntnis

genommen. Umso mehr erzürnt es

Peking, dass die deutsche Bundeskanzlerin

Angela Merkel am kommenden

Sonntag mit dem Dalai Lama zusammentreffen

will.

Die chinesische Regierung hat Merkel am

Dienstag erneut aufgefordert, den Dalai

Lama nicht zu empfangen: Er sei „keine

rein religiöse Persönlichkeit“, erklärte

Außenamtssprecherin Jiang Yu vor Journalisten

in Peking. Er strebe vielmehr „unter

dem Mantel der Religion danach, das

Vaterland zu spalten“. China lehne deshalb

„jeden Kontakt von jedem Amtsträger

in jeder Form mit ihm ab“.

Bereits vergangene Woche hatte Peking

den neuen deutschen Botschafter Michael

Schäfer einbestellt und scharf gegen das

geplante Treffen protestiert. In Berlin hieß

es abwiegelnd, die Begegnung im Kanzleramt

sei „privater Natur“. Merkel wolle

sich auch mit anderen religiösen Führern

unterhalten.

Gleichwohl fürchten deutsche Diplomaten

und Geschäftsleute in Peking, das Treffen

könne das Verhältnis zwischen beiden

Ländern belasten. Hinter den Kulissen

hieß es, die Pekinger Regierung sei

sehr verärgert. Denn Tibet gehört - neben

Taiwan - in den Augen der KP zu den heikelsten

Themen.

33


NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

Peking tobt über den „Spalter“

Der in Europa wegen seines friedlichen

und freundlichen Auftretens geschätzte

Dalai Lama ist für Peking ein rotes Tuch:

Bei jeder Gelegenheit erklären Regierungs-Vertreter,

der 72-Jährige, der seit

1959 im indischen Exil lebt, sei ein

„Spalter“, der nichts anderes im Sinne

habe, als die Unabhängigkeit Tibets zu

erlangen. Es hilft nichts, dass der Dalai

Lama in den vergangenen Jahren gebetsmühlenartig

wiederholte, dass er den

Traum von einem eigenen tibetischen

Staat längst aufgegeben hat und sich mit

einem autonomen Tibet innerhalb Chinas

zufrieden geben würde, solange die Bewohner

seiner Heimat ihre Kultur und

Religion unbehindert entfalten können.

Für Chinas Diplomaten im Ausland ist der

Dalai Lama daher zum Alptraum geworden:

Die KP-Führung verlangt von ihnen,

34

zu verhindern, dass der Tibeter von hochrangigen

Politikern empfangen wird. Jedes

Treffen gilt als Affront — und persönliche

Beleidigung Pekings.

So erhält eine Begegnung des Dalai Lama

mit der deutschen Bundeskanzlerin ein

enormes symbolisches Gewicht, da sie die

erste Regierungschefin in Europa ist, die

sich nicht an die von China gezogene „rote

Linie“ hält.

Merkel hat Recht, wenn sie besorgt über

die Religionsfreiheit in Tibet ist: Die Repression

ist scharf - auch wenn dies auf

den ersten Blick oft nicht so scheint. Seit

einigen Tagen sind zum Beispiel neue Vorschriften

in Kraft, nach denen die staatlichen

Religionsämter den tibetischen Buddhismus

noch strenger kontrollieren als

bisher.

von Jutta Lietsch (Die Presse)

Sophie Richardson dankt der Kanzlerin

im Namen der Menschenrechtsorganisation Human Rights

Watch für ihren Mut, den Dalai Lama offiziell zu treffen

Angela Merkel lässt sich von China nicht

einschüchtern

Welt am Sonntag, 23.9.07

Man muss Bundeskanzlerin Angela

Merkel gratulieren. Letzte Woche ließ sie

ohne Rücksicht auf das diplomatische Protokoll

die chinesische Botschaft in Berlin

wissen, sie habe einem Treffen mit dem

Dalai Lama zugestimmt. Solche Courage

ist heute rar, obwohl sie angesichts der

Menschenrechtsverstöße in Tibet dringend

nötig ist.

Die jüngsten Aktivitäten der chinesischen

Regierung in Tibet - etwa die Verhaftung

von Regierungskritikern oder die neuen

Eingriffe in das religiöse Leben - deuten

darauf hin, dass China weiter bemüht ist,

die Rechte der Tibeter auf Meinungs- und

Religionsfreiheit zu knebeln.

Tibeter, die auch nur den Wunsch äußern,

den Dalai Lama zu treffen, müssen mit

harten Repressalien rechnen. Als der Nomade

Runggye A’dak am 1. August öffentlich

das Recht auf freie Religionsausübung,

einen Besuch des Dalai Lama und

die Freilassung zweier bekannter Mönche

forderte, wurde er auf der Stelle von

der Polizei festgenommen. Nach seiner

Verhaftung protestierten 200 Menschen vor

dem Polizeirevier. Sein Neffe Lupoe wurde

ebenfalls verhaftet, weil er die sofortige

Freilassung seines Onkels verlangt

hatte.

Auch die Schikanen gegenüber den tibetischen

Buddhisten haben nicht nachgelassen.

Das Staatsbüro für religiöse Angelegenheiten

verfügte im Juli, dass die Wiedergeburt

eines Lamas in Tibet künftig von

der chinesischen Regierung bestätigt werden

muss. Diese Maßnahme könnte die

Zahl der möglichen Lamas stark reduzieren.

Die Bestätigung wird auch davon abhängen,

welche Ansichten die Lamas zur

„nationalen Einheit“ und zur „Solidarität

aller ethnischen Gruppen“ vertreten. Die

Vorschriften sind der Versuch einer atheistischen

Regierungspartei, die Mönchsgemeinschaften

der Tibeter weiter zu gängeln.

Das Recht der Tibeter, sich politisch zu

betätigen, ist ebenfalls in Gefahr. Seit Juli

hat die chinesische Regierung Dutzende

hochrangige tibetische Beamte entlassen

und sie durch Han-Chinesen ersetzt. Im

Juli 2006 sank die Zahl der Tibeter, die

als Vertreter ihrer Ethnie dem Parteikomitee

der Stadt Lhasa angehören, auf

den niedrigsten Stand seit 1966. Ferner

wurden alle tibetischen Regierungsbeamten

aus der Gegend von Lithang

(Sichuan) wegversetzt - vielleicht als

Reaktion auf die wachsenden Spannun-

35


NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

gen in Sichuan und auf die jüngsten Verhaftungen

von Dissidenten.

Seit Jahren lehnen es viele Regierungen

unter dem Druck Chinas ab, den Dalai

Lama oder seine Stellvertreter zu empfangen.

Tibetische Aktivisten werden zunehmend

nur von Vertretern der Oppositionsparteien

oder von Menschen empfangen,

die nur als Parteiführer und nicht als

Mitglieder einer Regierung auftreten. Und

das alles nur, weil sie den Zorn der chinesischen

Botschaft in ihrem Land fürchten.

Erst kürzlich wagte es Neuseelands Premierministerin

Helen Clark nicht, den

Dalai Lama in ihrem eigenen Land zu treffen.

Stattdessen wurde eine „zufällige“

36

Begegnung am Flughafen von Brisbane

(Australien) arrangiert.

Deshalb möchten wir der Bundeskanzlerin

gratulieren, weil sie erkannt hat, dass

diplomatische Rücksichtnahme oft nur als

Entschuldigung für die eigene Schwäche

dient. Sie hat nicht nur Mut bewiesen. Sie

hat auch anderen Staatsmännern und -

frauen den Weg geebnet, es ihr nachzutun.

Bleibt zu hoffen, dass die wenigstens

einen Bruchteil von der Courage aufbringen

werden, den Angela Merkel gezeigt

hat.

Sophie Richardson ist stellvertretende

Direktorin der Asien-Abteilung

von Human Rights Watch

Trotz chinesischer Proteste: Kanadas

Premier Harper empfängt Dalai Lama

ARD Tagesschau, 30.11.07

Nach Deutschland und den USA hat auch

Kanada offiziell den Dalai Lama empfangen

und damit Verärgerung in China

ausgelöst. Der kanadische Premierminister

Stephen Harper traf das Oberhaupt

der Tibeter in seinem Büro in Ottawa zu

einem 40-minütigen Gespräch, wie der kanadische

Staatssekretär für multikulturelle

Angelegenheiten, Jason Kenney, sagte.

Bei der Begegnung sei es um Themen wie

Menschenrechte, die Geschichte Tibets und

die Not des tibetischen Volkes, aber auch um

den Nato-Einsatz in Afghanistan gegangen.

Der Dalai Lama wurde bei seinem Besuch

zum kanadischen Ehrenbürger ernannt.

Kenney wies die Warnung Chinas zurück,

wonach ein Empfang des Dalai Lamas die

chinesisch-kanadischen Beziehungen belasten

würde. Die Handelsbeziehungen seien

auch in der Vergangenheit trotz Harpers

Kritik an der Menschenrechtslage in China

stetig gewachsen, sagte er. Das chinesische

Außenministerium hatte in einer kanadischen

Zeitung eine Erklärung veröffentlicht,

in der es dem Dalai Lama „separatistische

Aktivitäten unter dem Deckmantel der Religion“

vorwarf. Auch die chinesische Botschaft

kritisierte den Empfang scharf: „Das

ist eine eklatante Einmischung in Chinas

innere Angelegenheiten, die die Gefühle

des chinesischen Volks schwer verletzt und

dem Verhältnis zwischen China und Kanada

schwer schadet“, erklärte Generalkonsul

Sun Lushan. Kenney sagte, es sei „kontraproduktiv,

einen 72 Jahre alten, pazifistischen

buddhistischen Mönch anzugreifen,

der nichts als die kulturelle Unabhängigkeit

seines Volkes verlangt.“

Dalai Lama: China kann von Kanada

lernen

Der Dalai Lama nannte seinen Besuch in

Kanada „unpolitisch“. Sein wichtigstes

Anliegen sei das Werben für „menschliche

Werte und religiöse Eintracht“, sagte

er. Kanada sei ein Vorbild für das Zusammenleben

verschiedener Völker. Die chinesische

Regierung könne von Kanada

lernen, wie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit

auf der Basis gegenseitigen Respekts

geschaffen werden könne.

Letzte Meldung vor Redaktionsschluss: Symposium „Harmonie in der Gesellschaft

und Menschenrechte in China“ (Rathaus Wien), 27./28.9.2007 und „Tibet-

Entwicklungs-Forum“ (Kursalon Wien), 29./30.9.2007.

Aus dem Programm: CHINESISCHER Vortrag über „Kultur- und Denkmalschutz

in Tibet“ sowie „Erhaltung und Pflege tibetischer Kunst und Kultur“!!!

Siehe auch Bericht Seite 11, Sprengung der Statue!

37


NACHRICHTEN

NACHRICHTEN

Die Tibeter in Lhasa brechen unter dem

Zustrom chinesischer Migranten zusammen

38

Heinrich-Harrer-Museum in Hüttenberg

Zuverlässigen Informationen an das

TCHRD zufolge leiden die Tibeter in Lhasa

ungeheuer unter dem unablässigen Zustrom

chinesischer Migranten, die derzeit in noch

nie dagewesener Zahl aus dem chinesischen

Kernland in die Stadt strömen.

Schwere Regengüsse in Südasien und speziell

in China haben im chinesischen Tiefland

verheerende Überschwemmungen

verursacht. Die Schäden sind katastrophal,

Hunderttausende von Häusern und Siedlungen

fielen den Fluten zum Opfer.

Millionen Menschen im chinesischen

Kernland verloren nicht nur ihr Obdach,

sondern auch jede Chance auf eine bessere

Zukunft, weshalb mit der neuen Tibet-Qinghai-Eisenbahn

nun zahllose flutgeschädigte

Chinesen nach Tibet drängen.

Durch diesen ungeheuren Zustrom chinesischer

Zuwanderer nach Lhasa erhöht

sich der Druck auf die ortsansässigen

Tibeter zusätzlich, und sie wissen bald

nicht mehr, wie sie von einem Tag zum

anderen überleben sollen.

Die chinesischen Migranten sind dafür

bekannt, dass sie jede Arbeit annehmen.

Seit Anfang Juli 2007 ist der chinesische

Bevölkerungsanteil in Lhasa jedoch ins

Unermeßliche gestiegen und viele Neuzuwanderer

haben keine Arbeit gefunden.

Allmählich fangen sie an, ihrer Wut und

Frustration wegen des Mangels an Arbeitsplätzen

und Berufsaussichten Luft zu

machen.

Dieser beispiellose Bevölkerungsdruck

durch die chinesischen Zuwanderer stellt

die Tibeter in Lhasa vor immense Probleme,

die sie sich niemals hätten vorstellen

können. Die Preise für Grundnahrungsmittel

und tägliche Gebrauchsgegenstände sind

in die Höhe geschossen und die Inflationsrate

ist enorm. Die Preise für Grundnahrungsmittel

wie Fleisch, Butter und Getreide

steigen fieberhaft weiter. Die Tibeter sehen

diese Entwicklung mit Entsetzen, denn

sie wissen nicht mehr, wie sie ihren Lebensunterhalt

bestreiten sollen.

Seit Anfang Juli treibt das PSB auf Anordnung

der Regierung die Bettler auf den

Straßen zusammen und schafft sie zurück

an ihre Heimatorte. Ihnen wird befohlen,

sich nie wieder in Lhasa blicken zu lassen.

Heutzutage streifen Unmassen arbeitsloser

chinesischer Migranten und Glückssucher

durch die Straßen der Stadt.

Ironischerweise kümmern sich die chinesischen

Behörden in keiner Weise um die

explosionsartig zunehmenden chinesischen

Zuwanderer ohne Beschäftigung,

während sie die tibetischen Bettler rechtswidrig

ins Hinterland verfrachten lassen.

Das TCHRD ist äußerst besorgt über die

durch den unablässigen Zustrom chinesischer

Wanderarbeiter und Glückssucher

nach Tibet verursachte Problematik.

Der Lebensunterhalt der Tibeter in Lhasa

und Umgebung ist in hohem Maße bedroht.

Wir fordern die chinesische Regierung auf,

sofort Abhilfe zu schaffen. Die Ignorierung

einer derartigen Situation ist eine eklatante

Verletzung der Menschenrechte eines

einheimischen Volkes und steht in krassem

Widerspruch zum Geist der chinesischen

Verfassung und zum internationalen

Recht.

Übersetzung: Irina Raba, Adelheid

Dönges, Revision: Angelika Mensching

Ethnologisches Museum mit Schwerpunkt Tibet, Lingkhor, Sonderausstellungen.

Adresse: Bahnhofstrasse 12, 9375 Hüttenberg

Tel. 04263/8108, Fax 04263/8109

Öffnungszeiten: im Winter ab 10 Personen

Gruppenführungen nach Voranmeldung

Museumszeitung „welt am lingkor“:

http://www.huettenberg.at/weltamlingkor.pdf

Tschuk-Pa-Heilmassagen - traditionelle tibetische Heilmethoden

Herr Karma Kunka Tsering lebt seit vielen Jahren in Österreich, davor hat

er in Tibet 11 Jahre lang als Mönch praktiziert. Er kehrte für ein halbes Jahr

nach Dharamsala/Nordindien zurück, um dort die traditionellen tibetischen

Heilmethoden, die sogenannten Tschuk-Pa-Heilmassagen vom Leibarzt

seiner Heiligkeit, des 14. Dalai Lama, Dr. Lobsang Wangyal, zu erlernen.

Was ist Tschuk-Pa?

Gesundheit ist Ordnung, Krankheit ist Unordnung.

Ordnung ist, wenn der Körper mit den Elementen im Ausgleich ist.

Durch die vielen Arten der tibetischen Heilmassage kann bei psychischen und körperlichen

Beschwerden unterschiedlichster Herkunft und Wirkung geholfen werden.

Um einige Beispiele zu nennen: Tschukpa hilft bei Wirbelsäulen-Problemen, Rheuma,

Migräne, aber auch bei psychischen Beschwerden wie Angstzuständen oder Schlaflosigkeit.

Die Massage verbessert die Durchblutung, wirkt entspannend auf die Muskulatur

und beeinflusst positiv die Funktion der inneren Organe.

Wenn Sie Interesse haben, dann rufen Sie bitte Herrn Karma Kunka Tsering

unter der Tel.-Nr. 0676/618 42 26 an.

Wir wünschen Ihnen guten Behandlungserfolg!

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NACHRICHTEN

Haben wir bald zwei Dalai-Lamas?

China macht’s möglich: Reinkarnation von Amts wegen

Telepolis, 1.9.07:

Die spinnen, die Chinesen. Natürlich nicht

alle, sondern die, die in der Volksrepublik

das Sagen haben. Dort tritt nämlich nach

einem Bericht des US-Magazins

„Newsweek“ im kommenden Monat tatsächlich

ein Gesetz in Kraft, das die Wiedergeburt

ohne staatliche Erlaubnis untersagt.

Und, wie es in einer offiziellen Erklärung

heißt, sei diese Bestimmung ein

wichtiger Schritt, das Management der

Reinkarnation zu institutionalisieren.

Auf eine staatlich geregelte Wiedergeburt

muss man natürlich erst einmal kommen.

Und in der Liste der absurdesten bürokratischen

Regelungen nimmt dieses Gesetz

ohne Zweifel einen der vordersten Plätze

ein, noch weit vor der EU-Konfitürenverordnung,

die seit 1982 das Wort „Marmelade“

nur für entsprechend verarbeitete

Zitrusfrüchte zulässt - auf Initiative Großbritanniens

übrigens. Aber die Engländer,

wusste schon Asterix, spinnen ja bekanntlich

auch.

Doch völlig versponnen ist die Reinkarnation

von Amts wegen leider nicht. Das

Gesetz erlaubt Wiedergeburten nämlich

nur auf den Boden Chinas, also auch auf

dem Tibets. Buddhisten, die außerhalb der

Volksrepublik wiedergeboren werden,

werden also nicht vom Staat anerkannt.

Was ihnen ja eigentlich egal sein könnte.

Doch betroffen davon ist auch die Wahl

des nächsten Dalai Lama, die durch dieses

Gesetz erheblich eingeschränkt, ja,

beeinflusst wird. Da der jetzige im Exil in

Indien lebt, von dort aus die tibetische Exil-

Regierung führt, würde mit höchster

Wahrscheinlichkeit sein Nachfolger

außerhalb Chinas wiedergeboren. Oder

genauer gesagt: von dem dafür zuständigen

Mönch-Gremium ausgewählt werden.

Wie solch eine Wahl vonstatten geht, wird

in Wikipedia beschrieben. Die Wahl geschieht

durch eine hochrangige, von der

Ordensführung autorisierte Findungskommission.

Beispielsweise wurde der vierzehnte

Dalai Lama von mehreren Mönchen

gefunden, die Familien mit Kleinkindern

im Land aufsuchten, bei deren

Geburt sich besondere Zeichen gezeigt

haben sollen (als besondere Zeichen gelten

etwa ungewöhnliche Träume der Eltern,

ungewöhnliche Fähigkeiten des Kindes

oder Regenbögen). Die Mönche stellten

den Kleinkindern mehrere Aufgaben,

um herauszufinden, welches von ihnen der

wiedergeborene Dalai Lama sei.

Das klingt zwar für Nicht-Buddhisten auch

arg absurd, ist aber nun einmal seit dem

16. Jahrhundert Tradition. Genau die ist

also nun bedroht. Und wenn die chinesische

Regierung nach dem Tod des jetzigen

Dalai Lama seinen Nachfolger mit

auswählt oder ganz allein bestimmt, dann

wird es wohl zum ersten Mal zwei geben,

einen von Amts wegen und einen nach

dem Willen der im Exil lebenden tibetischen

Mönche. Die spinnen also doch

NACHRICHTEN

BARKHOR

nicht, die Chinesen. Nein, ihre Regierung

handelt nur nach schlechter alter

Diktaturenart.

von Ernst Corinth

Viele schöne handgemalte Thangkas (tibetische Rollbilder) warten noch auf neue

Besitzer! Geben auch Sie Ihrer Wohnung einen sinnvollen Akzent mit einem Medizin-

Buddha oder einer schützenden Tara! Für besonders liebe Mitmenschen auch ein ganz

spezielles Weihnachtsgeschenk!

Diesmal haben wir ausgeprochen kunstvolle handgemalte Billets aus dem Behindertenheim

in Nyingtobling mitgebracht. Bitte versenden Sie diesmal zu Weihnachten solche

preiswerten Karten und helfen Sie damit den behinderten tibetischen Jugendlichen!

Auch finden Sie in unserem Sortiment wieder die beliebten originellen Billets mit echten

kleinen Gebetsfähnchen!

Tibeter Gemeinschaft in Österreich sucht dringend:

1) Wohnungen für junge Tibeter, die ihr Asylverfahren hinter sich haben, - für

einzelne Personen oder WGs

2) Lehrstellen oder Arbeit für junge Tibeter mit Arbeitsbewilligungen

(Gastronomiehilfen, Hotel Zimmermädchen, Pflegeberufe)

3) Warme Kleidung, und Schuhe für junge Leute (Kleidergrößen 34/36/38, Schuhe

35/36/37 für Frauen 39/40-42 für Männer, sowie Eislaufschuhe und Schlitten.

Kontakt bitte über Tibet Kultur Restaurant, siehe Seite 42!

41


NACHRICHTEN

PATENECKE

Spatenstichzeremonie für das „HOME

AMSTETTEN“ im TCV Suja

EINZIGES TIBETISCHES RESTAURANT

IN GANZ ÖSTERREICH

Öffnungszeiten

Währinger Gürtel 102, 1090 Wien

Di. - Fr. 11:30 - 15:00, 17:30 - 24:00 (neben der Volksoper / U6)

Sa. 18:00 - 24:00 Tel. Büro (01) 315 10 12 11

So. 12:30 - 15:00, 17:00 - 23:00 Tel. Restaurant (01) 315 10 12 16

Mo. Ruhetag Fax (01) 315 10 12 12

www.tibet-kultur-restaurant.at

office@tibet-kultur-restaurant.at

Von Tibetern - mit Tibetern - für Sie!

Eine geschmackvolle, natürliche Küche mit vor allem frischen Kräutern, die Ihr

Wohlbefinden steigern.

Informationen und Veranstaltungen finden Sie auch auf unserer Homepage

unter www.tibet-kultur-restaurant.at.

„Königreich Mustang“ - Fotoausstellung von Markus Taibon

Zu Weihnachten, am Montag, dem 24. Dezember,

ist das Tibet Restaurant geschlossen.

Im TCV Suja/Bir wurde am 28. 10. 2007

die Spatenstichzeremonie für das „Home

Amstetten“ von S.E. Rigo Tulku Rinpoche,

Abt des Klosters Bir, und anderen Lamas

vorgenommen. Für die anwesenden Initiatoren

Gerhard und Elfi Schillhuber aus

Amstetten sowie die österreichische

Patenelterngruppe war dies ein bewegender

Moment.

Das „Home Amstetten“ ist für 40 Kinder

ausgerichtet und wird neben dem baugleichen

„Home Josef“ vom Linzer Gastronomen

Günter Hager errichtet werden.

Mit dem Bau wird in Kürze begonnen

werden. Fertigstellungstermin ist Oktober

2008. Die große Einweihungsfeier

findet im Zuge der kommenden Patenreise

statt.

Die Kosten für das „Home Amstetten“ belaufen

sich auf Euro 40.740,- und beinhalten

auch die gesamte Einrichtung. Die

neuen Heime verfügen bereits über einen

größeren Raum, der als Ess- und

Aufenthaltszimmer genützt wird. Gerhard

und Elfi Schillhuber finanzieren das

„Home Amstetten“ durch Spenden und

Flohmärkte. Der nächste Flohmarkt ist für

Anfang März 2008 geplant, weiters soll

im Frühjahr 2008 ein Vortrag mit Maria

Blumencron (der Autorin der Filme und

Bücher von „Flucht über den Himalaya“

und „Jenseits des Himalaya“; ein dritter

Film ist in Fertigstellung) in Amstetten stattfinden.

Näheres wird zeitgerecht dem

Veranstaltungskalender von Save Tibet zu

entnehmen sein.

Wer dieses Projekt unterstützen möchte:

Errichtung „Home Amstetten“,

Konto 00000002658, bei der

Sparkasse Amstetten, BLZ 20202.

Am Dienstag, dem 25. und am Mittwoch, dem 26. Dezember

haben wir für Sie geöffnet.

42

Achtung, vormerken! Losar, das tibetische Neujahrsfest werden wir

am Samstag, dem 9. Februar feiern.

v.l.n.r.: Direktor des TCV Kinderdorfes in Bir/Suja,

Herr und Frau Schillhuber, Rigo Tulku Rinpoche

43


PATENECKE

PATENECKE

Wieder zurück aus Dharamsala

44

Viel zu schnell ist die Zeit verflogen und nun

bin ich schon wieder von meiner jährlichen

Reise nach Dharamsala zurück. Kathrin und

mein Mann, der etwas später nachgekommen

ist, haben mich begleitet, um die Fülle der

anfallenden Arbeiten und Besorgungen zu bewältigen.

Diesmal blieb nicht der geringste

Freiraum für uns selbst, was ein Indikator für

die enorm angewachsene Anzahl an Patenschaften

(bereits mehr als 800!) und der verschiedenen

Projekte ist. Viele persönliche Einladungen

mussten wir aus Zeitgründen ausschlagen,

aber unbedingt für den Terminkalender

im nächsten Jahr fest versprechen einzuplanen.

Die Herzlichkeit der TibeterInnen

in Dharamsala und in den anderen Kinderdörfern

sowie im Altenheim können alle jene bestätigen,

die diesmal mitgekommen waren.

Für das Anniversary (Gründungsfest) am 23.

Oktober hatte ich 42 Gästekarten bestellt!

Österreich war somit auch heuer wieder am

stärksten vertreten. Es gibt kein anderes Land

oder keine andere Organisation, die so regelmäßig

in Dharamsala präsent ist.

Leider war beim diesjährigen Gründungsfest

der Dalai Lama nicht anwesend, umso

mehr stand dieses Fest aber im Zeichen der

Verleihung der Goldmedaille an SH den Dalai

Lama. Dies ist die höchste zivile Auszeichnung

der USA (siehe auch Seite 27), die er

gerade zu dieser Zeit in Washington entgegennehmen

durfte. Der große Stolz und die

Freude darüber waren allenthalben spürbar,

ebenso auch über den Empfang des österreichischen

Bundeskanzlers, der deutschen

Bundeskanzlerin, des amerikanischen Präsidenten

und auch des kanadischen Premiers.

Damit ist die Hoffnung verbunden, dass viele

weitere Staaten eine offizielle Wertschätzung

SH des Dalai Lama und seiner

Friedensbestrebungen folgen lassen werden,

um so der chinesischen Regierung vor Augen

zu führen, dass das Tibetproblem ein

weltweites Anliegen ist und die auf dem Papier

existierende Autonome Region Tibet

auch wirklich eine echte Autonomie werden

kann, mit Respekt und Rücksicht für die tibetische

Kultur und Identität.

Die Rückkehr des Dalai Lama in

Dharamsala war triumphal. Die Straßen

waren alle mit bunten Fahnen und Gebetsfahnen

geschmückt, Ehrentore wurden aufgestellt,

alles war auf den Beinen und drängte

sich Kopf an Kopf am Straßenrand, um

dem Dalai Lama einen gebührenden Empfang

zu bereiten, auch wenn er (aus Sicherheitsgründen)

nur zügig an den stundenlang

Wartenden vorbeifahren konnte. (Siehe auch

Seite 4 über den Empfang in Delhi.)

Das für mich selbst bewegendste Erlebnis

während meines diesjährigen Aufenthaltes

war eine Begegnung mit Ngawang

Sandrol. Viele Leser werden sich wahrscheinlich

erinnern können: es ist dies

jene junge Nonne, die bereits mit 13 Jahren

(!) bei einer friedlichen Demonstration

in Lhasa festgenommen wurde und

insgesamt 23 Jahre lang in chinesischen

Gefängnissen mit Vergewaltigungen,

Folter und langer Einzelhaft Unvorstellbares

erleiden musste. Erinnern Sie sich?

Es ist diese Nonne, die heimlich im Gefängnis

Lieder komponiert und aufgenommen

hatte. Diese Aufnahmen wurden

hinausgeschmuggelt und auch wir

hatten sie im Büro zum Verkauf. Selbstverständlich

wurde dies entdeckt, die

Strafe verschärft und verlängert, doch

trotz aller Demütigungen und Qualen hat

sie bei einer nächsten Gelegenheit, die

sich während des Besuches einer Delegation

im chinesischen Gefängnis ergab,

wiederum den Mut bewiesen, auf die

Situation der Gefangenen aufmerksam

zu machen. Trotzdem hat sie sich geweigert,

die chinesische Flagge zu ehren.

Vielleicht haben auch Sie die Petitionen

unterschrieben, die von uns und

anderen Organisationen für ihre Freilassung

aufgelegt wurden, und die schließlich

dazu führten, dass sie 2002 aus gesundheitlichen

Gründen entlassen wurde.

Ein Jahr später konnte sie Tibet verlassen

(siehe ihre Rede vor dem Menschenrechtsgremium

des US-Kongresses

zur Rolle der Frauen im Freiheitskampf

der Tibeter - in unserem Archiv).

Nun ist sie - zumindest oberflächlich betrachtet

- gesundheitlich wieder in Ordnung,

die seelischen Wunden werden wohl

kaum zu heilen sein. In vollem Gegensatz

zu ihrem schlanken, zierlichen Körperbau

hatte ich von ihr einen starken Eindruck

der totalen Kraft und inneren Ruhe, das

Gefühl einer Insichabgeschlossenheit.

Große, dunkle Augen von einer unendlich

wissenden Tiefe um ausgestandenes Leid,

Mitleid mit den noch leidenden Mitgefangenen

und Trauer um die Situation ihrer

Heimat. Wenn ich daran denke, überwältigt

mich noch heute die Erinnerung. Es

sind zwei völlig verschiedene Dinge: über

bestimmte Ereignisse immer wieder zu

lesen oder dann dem betroffenen Menschen

persönlich gegenüber zu stehen…

Viele ergreifende Momente der Dankbarkeit

und Freude haben wir wieder im Altenheim

erleben dürfen. Wir trafen auch

im Innenministerium der Exilregierung

den Minister zu einem Gespräch und konnten

die Freude machen, das restliche Geld

45


PATENECKE

PATENECKE

für die Anschaffung eines Autos zum

Transport der Alten und Kranken zu übergeben

(siehe unsere letzte Spendenaktion!

Vielen Dank!) Ein Foto des Autos

wurde uns auch versprochen, das werden

wir nächstes Jahr veröffentlichen können.

Ein kleines Taschengeld wurde wieder an

alle Alten verteilt (4 Euro pro Person) und

die gleiche Summe für das kommende

Losarfest bereits abgegeben. Eine penible

Abrechnung für das bessere Essen

am „Austria Day“ (jeden Monatsersten)

wurde uns vorgelegt. Die Gebete der alten

Tibeter und Tibeterinnen begleiten uns

und alle Freunde von Save Tibet das ganze

Jahr.

Eine interessante Erfahrung haben wir auch

bei einem Fotografiertermin bei den über

Save Tibet gesponserten Nonnen gemacht.

Das Fotografieren ist nicht immer einfach,

denn es gibt immer wieder Nonnen, die sich

zeitweise in einem anderen Kloster befinden

(„floating nuns“). Eine Nonne konnte

sogar mit einem gültigen Reisedokument und

Visum nach Tibet ausreisen, um die alten

Eltern zu besuchen. Aber: die Ausreise wird

nun von den chinesischen Behörden er-

46

schwert mit dem Hinweis, dass ihre Eltern

Schwierigkeiten bekommen würden, wenn

sie zurückgeht. In Tibet selbst aber darf sie

nicht mehr in ein Kloster gehen, und als ehemalige

Nonne bekommt sie auch keine Arbeitserlaubnis...

Das ist eine unglaubliche

Schikane!

Das Reception Centre (Flüchtlingsauffangslager)

erwartet nun wieder ein Ansteigen

der Anzahl von Flüchtlingen im

Winter, wenn der hohe Schnee oberflächlich

gefroren ist und die Flüsse eine Eisschicht

tragen, womit ein „besseres“ Weiterkommen

möglich ist. Die Anzahl der

Flüchtlinge ging voriges Jahr wegen der

Schüsse auf dem Nangpa la Pass zurück

(die von einem westlichen Bergsteigerteam

dokumentiert wurden), ist aber nun

wieder im Ansteigen begriffen. Wie immer

wird auch wieder eine große Anzahl

an Kindern erwartet. Wir wurden schon

jetzt gebeten, dann wieder Patenschaften

zu vermitteln.

Wir sind vielen offenen Fragen nachgegangen

(wie z.B. weitere Ausbildung der

Patenkinder, siehe separaten Artikel auf

Seite 48) oder verschiedenen Bedürfnissen

und Projekten, die wir Ihnen in der

nächsten Zeit vorstellen und Sie wieder

um Ihre Mithilfe bitten werden.

Nicht daheim und doch zuhause in

Dharamsala - so kann ich es vielleicht am

besten beschreiben. Bei Freunden.

Ihre

Elisabeth Zimmermann

Versand von getragener Kinderbekleidung -

Mitnahme von Patenpaketen

Die gute Nachricht: die von der AUA gratis

versandten 370 kg bestens erhaltene

Kinderbekleidung sind bereits im Kinderdorf

in Ladakh eingetroffen. Das kooperative

indische Militär hat den Flugversand

gratis übernommen.

Die schlechte Nachricht: der indische

Zoll hat riesige Schwierigkeiten gemacht,

sodass an eine Wiederholung

solcher Aktionen nicht mehr gedacht

werden kann. Indien hat sich wirtschaftlich

ungemein entwickelt und damit auch

sein Stolz. Es ist kein „armes Land“

mehr und getragene Kleidung fällt daher

unter „restricted goods“. Auch will

Indien damit seine Textilindustrie schützen.

Qualität hin oder her - Flüchtlinge

hin oder her - es ist ein neues Gesetz

und somit wurde auf diese Sendung ein

enorm hoher Zoll erhoben.

Wir möchten daher in Zukunft nur mehr

besonders schöne und neuwertige Bekleidung

sammeln und als Reisegepäck mitnehmen.

Falls in Zukunft weiter die Patenreisen

mit erlaubtem Übergepäck stattfinden,

kann auf diese Weise auch eine gewisse

Menge an getragener Kleidung mitgenommen

werden.

Dies ist aber nur möglich, wenn wir ab

nächstem Jahr keine Patenpakete mehr

mitnehmen. Solange es nur eine verhältnismäßig

kleine Zahl an Paten war, die

Geschenkspakete mitgab, ließ sich die

Mitnahme – wenn auch mit enorm großen

organisatorischem Aufwand – einigermaßen

bewältigen. Nun ist die Zahl der

Patenschaften so stark angewachsen, dass

nicht mehr für alle Paten Pakete mitgenommen

werden können. Daher muss der

Grundsatz „gleiches Recht für alle“ gelten

und es kann Solidarität mit denjenigen

bewiesen werden, die getragene Kleidungsstücke

gut gebrauchen können. Dies

sind neben den Kindern z.B. auch die neu

angekommenen Flüchtlinge, die Behinderten,

alte Menschen.

Wir schlagen daher vor, dass wir in Zukunft

nur mehr Kuverts mit Kleinigkeiten, wie Fotos,

Briefen und kleinen Geldgeschenken mitnehmen

werden. Dies hat auch den Vorteil,

dass sich die Kinder selbst aussuchen können,

was ihnen gefällt und was ihnen passt.

Brauchen Sie Hilfe bei Ihrer englischen Korrespondenz

mit Ihren Patenkindern?

Frau Caroline HANDLER freut sich, Ihnen dabei helfen zu können!

Caroline HANDLER, Beethovenstr. 30, 2380 Perchtoldsdorf

Tel. 0664/5445869, Email: c.handler@aon.at

47


48

PATENECKE

Weitere Möglichkeiten der Ausbildung nach

Abschluss der Schulbildung in den

Kinderdörfern

Das 10. Schuljahr ist für alle Kinderdorfkinder

ein Markstein. Die Schüler dieser

Schulstufe haben auch keine großen Ferien

(ab Schulschluss Mitte Dezember bis

etwa Ende Februar), denn sie müssen sich

auf „Board Exams“ vorbereiten. Diese

werden landesweit durchgeführt, die Prüfungsfragen

und -auswertungen werden

zentral durch das indische Unterrichtsministerium

durchgeführt - wie auch später

bei der „Matura“ nach dem 12. Schuljahr.

Wenn eine Schülerin oder ein Schüler einen

gewissen Prozentsatz überschreitet

(es werden keine Noten gegeben, sondern

Prozente), dann kann sie/er die beiden letzten

Schuljahre (11. und 12. Schuljahr)

weitermachen. Hier hat sie/er die Möglichkeit,

einen „stream“, also eine Studienrichtung,

auszuwählen. Manche Kinderdörfer

haben sich darauf spezialisiert:

Upper Dharamsala für „Science“,

Gopalpur für „Arts“ und Bylakuppe im Süden

für „Commerce“. In diesen Studienrichtungen

wird auf manche Gegenstände

mehr oder weniger Gewicht gelegt. Es

ist daher leicht möglich, dass Ihr Patenkind

ab dem 10. Schuljahr nicht mehr in

dem gewohnten Kinderdorf weiter verbleiben

kann, sondern in das Dorf mit der gewünschten

Studienrichtung übersiedelt. In

solch einem Fall werden Sie verständigt

und können mit bzw. über die neue

Patenschaftssekretärin korrespondieren.

Die Bezahlung des Patenschaftsbeitrages

wird davon nicht betroffen. Ausdrücklich

wurden wir auch darauf hingewiesen, dass

Sie sich bezüglich jeder Frage oder Unklarheit

mit dem Head Office in Upper

Dharamsala in Verbindung setzen können.

Bitte bringen Sie auch Ihre Wünsche und

Anregungen dem Head Office vor, denn

dort sind die entsprechenden Kompetenzen

vorhanden. Auch für etwaige kleine

Projekte, die Sie privat unterstützen wollen,

setzen Sie sich bitte mit dem Head

Office in Verbindung. Auf jeden Fall geht

jede finanzielle Unterstützung über das

Hauptbüro, dort laufen alle Fäden zusammen.

Es wurde uns auch versichert, dass die

Zentralisierung keinen Einfluss auf eine

von Ihnen gewünschte Zusammenarbeit

mit den jeweiligen Kinderdorfsekretärinnen

haben wird, da diese die

Kinder ja persönlich kennen und über sie

bestens Bescheid wissen.

Wenn Ihr Patenkind ein höheres Studium

oder ein berufliches Training (eine Lehre)

beansprucht, dann entstehen dem Kinderdorf

damit höhere Kosten. Es ist dabei

durchaus möglich, dass eine Lehre mehr

kostet als ein College.

Ein dem Kinderdorf angeschlossenes

Trainingzentrum (z.B. in Patlikuhl) kostet

etwa 20.000 Rupien pro SchülerIn und Jahr

(ca. 400 Euro), ein auswärtiges Training

oder Studium kostet jedoch etwa 40.000

Rupien (800 Euro). Es wird den Paten freigestellt,

in welcher Höhe sie sich am Studium

beteiligen wollen. Hier wäre es wichtig,

sich individuell mit dem Scholarship

Office des Head Office (Stipendiumbüro

in der Zentrale) in Verbindung zu setzen

(über den Patenschafts-Direktor Mr.

Thupten Dorjee la), da ja die Kinder, die

über Save Tibet vermittelt worden sind, je

nach der Dauer der Patenschaft bereits einen

bestimmen Betrag für den „Higher

HINWEIS:

PATENECKE

Education Fond“ angesammelt haben (5

Euro aus Ihrer monatlichen Zahlung von

35 Euro). Auch davon hängt dann der monatliche

Beitrag des Paten ab. Nachdem

aber viele Schüler nach ihrem

Kinderdorfschulabschluss kein Sponsorengeld

bekommen - sei es, dass sie keine Paten

hatten oder keinen Kontakt mit den Paten

-, ist es ein enormer finanzieller Aufwand,

der vom Kinderdorf für die Weiterbildung

geleistet werden muss. Es wird getrachtet,

dass jedem Jugendlichen geholfen

wird, bis sie/er auf eigenen Beinen stehen

kann. Auch aus diesem Blickwinkel ist

der „Higher Education Fond“ von Save

Tibet (den wir als einzige Organisation eingeführt

haben) so bedeutend.

e.z.

Manche Paten haben die Patenschaft für mehrere Kinder übernommen. In

diesem Falle ist es nicht notwendig, für jedes einzelne Kind eine eigene

Zahlung auf das Patenschaftskonto zu leisten. Diese Paten können den

Gesamtbetrag (z.B. Euro 70,— für 2 Kinder) pro Monat (oder, um bei dem

Beispiel von zwei Kindern zu bleiben, Euro 210,— als Quartalszahlung)

auf einem Beleg anführen. Es sind in diesem Fall nur eben beide Namen

und beide Rollnummern der Kinder anzuführen.

Wichtige Mitteilung

Bitte senden Sie KEINE PAKETE zur Weihnachtszeit und ebenso nicht zur Zeit

des tibetischen Losar-Festes. Wir wurden extra darauf hingewiesen, dass die indische

Post gerade zu diesen bekannen Daten - sagen wir - sehr unzuverlässig ist.

Nach und nach, zu verschiedenen Zeitpunkten abgesandt, bestehen bessere Chancen

für Geschenkpakete.

49


BUCHBESPRECHUNGEN

BUCHBESPRECHUNGEN

Das Dalai-Lama Prinzip für Eltern

Erziehen mit Liebe und Respekt

von Anne-Bärbel Köhle und Dr. Stefan Rieß

Verlag Mosaik bei Goldmann, September 2007; 192 Seiten; EUR 13,40;

ISBN-13: 978-3-442-39119-6

Der Titel dieses Buches wurde von den

Autoren als Wertschätzung des Dalai

Lama gewählt. Die beiden Autoren Anne-

Bärbel Köhle und Dr. Stefan Rieß beschäftigen

sich nicht mit dem Buddhismus

bzw. tibetischen

Buddhismus als Religion

sondern stellen vielmehr die

pragmatischen Weisheiten

des Dalai Lama in den Vordergrund:

Freundlichkeit, die

Einzigartigkeit jedes Lebewesens,

Gelassenheit und Achtsamkeit.

In diesem kleinen Erziehungsratgeber

geht es nicht darum,

ein Patentrezept zur Lösung von Problemen

mit Kindern zu liefern, denn Patentrezept

gibt es keines. Jedes Kind hat seine

eigene Persönlichkeit. Es gibt die Ruhigen,

die Aktiven, die Schüchternen, die

Wagemutigen, die Vorsichtigen und die

Selbstbewussten. Wichtig ist, sich in das

Denken und Handeln des Kindes einzufühlen,

sich so gut wie möglich auf Unerwartetes

einzustellen und offen für

Überraschungen zu sein. Eltern sein bedeutet

von Beginn an eine Herausforderung,

denn die Ursachen der Probleme

50

mit den Kindern liegen nicht (nur) bei

den Kindern.

Vielmehr möchten die Autoren Hilfestellung

bei der Bewältigung ganz normaler

Alltagssituationen geben. Wie verändert

sich das eigene Leben nach

der Geburt des Kindes, wie geht

man mit negativen Gedanken und

Gefühlen um, wie bewältigt

man kleinere und größere Krisen,

welche Probleme kann es

im Alltag mit Kindern geben

und wie können diese gelöst

werden. Begleitet werden die

einzelnen Kapitel von kurzen Zitaten des

Dalai Lama, vielen kleinen Anekdoten aus

dem Alltag der Autoren mit ihren eigenen

Kindern und Yoga und Entspannungsübungen

für Kinder und Eltern.

Der etwas andere Ratgeber für alle frischgebackenen

Eltern die wie die Autoren,

vor der Geburt ihres Kindes der Meinung

waren, sie könnten ihr Leben so weiterleben

wie bisher, und nun eines besseren

belehrt wurden, oder das Gefühl haben,

der Verantwortung der Erziehung nicht gewachsen

zu sein.

e.t.

Der Buddha sagt

von Thich Nhat Hanh

Theseus Verlag GmbH, 2003; 144 Seiten; EUR 5,10; ISBN: 3896202073

„Beim Lesen der Sutras werden Sie entdecken,

dass sie zeitlos, allgemein gültig

und auch heute so aktuell sind wie zu

Buddhas Zeiten. Wenn wir sie mit dem Herzen

aufnehmen, können sie inspirierend und

eine wundervolle spirituelle Nahrung sein.“

(Aus dem Vorwort von Amoghavajra Karl

Schmied)

Viele Menschen vertrauen den Worten

des vietnamesischen Meditationsmeisters

Thich Nhat Hanh. Dieses

Vertrauen ist gut begründet. Die

aufrichtige Art und Weise, wie

„Thay“ komplexe Zusammenhänge

zu erklären versteht, erinnert

mich bisweilen an die erfrischende

und authentische

Liebenswürdigkeit S.H. des XIV. Dalai

Lama. Beide erkennen mit klarer Sicht die

Aktualität von Buddhas Lehrreden im Hier

und Jetzt. Thich Nhat Hanh gibt mit dieser

Sammlung, die weniger als 150 Seiten

umfasst, ein Kompendium der Weisheit heraus,

das langsam zu lesen, weil als Kostbarkeit

zu betrachten ist. In diesem Buch lesen

wir u.a. von Ananda und Anathapindika,

Mogallana und Shariputra, von Subhuti. Sie

stellen in mehr als zwanzig Sutren dem

Buddha Shakyamuni essentielle Fragen über

den Dharma. Der Von-der-Welt-Verehrte legt

daraufhin zahlreiche Methoden der Geistesschulung

dar, um Weisheit und Mitgefühl zu

entwickeln. Er erläutert geduldig und im Detail

anhand von Gleichnissen, Anekdoten und Metaphern

die vier Grundlagen der Achtsamkeit,

die Bedeutung der rechten Anschauung,

die Notwendigkeit der Zuflucht zu den drei

Juwelen, die Unsagbarkeit der wahren Natur

unseres Wesens, die Leerheit der fünf

skandhas (Form, Gefühl, Wahrnehmung,

geistige Gebilde und Bewusstsein),

die Begrenztheit der begrifflichen

Weltanschauung, die

Ursachen von Geburt und Tod,

den Weg zur Befreiung aus dem

Daseinskreislauf... und behält dabei

stets die verschiedenen Kapazitäten

und Möglichkeiten des Verständnisses

auf Seiten der Schülerinnen

und Schüler im Blickfeld, um sie dort

abzuholen, wo sie sind. Ein Glossar am Ende

des Büchleins erklärt der Leserin/dem Leser

kurz und prägnant die wesentlichen Begriffe.

Warum nicht als Lektüre das Herz-

Sutra der transzendenten Weisheit oder das

Diamant-Sutra in den Religionsunterricht integrieren?

Mit der geeigneten spirituellen

Begleitung kann auf diese Weise unermessliches

Glück, tiefer Frieden und große

Zuversicht im citta (Herz-Geist) der SchülerInnen

entstehen.

w.m.

51


BUCHBESPRECHUNGEN

BUCHBESPRECHUNGEN

Glücklich leben - friedlich sterben

Empfehlungen eines tibetischen Meisters

von Geshe Thubten Ngawang

Verlag Dharma Edition, 2000; 224 Seiten; EUR 14,20; ISBN-13: 9783927862333

„Kontrolle über die Prozesse von Tod,

Zwischenzustand und Wiedergeburt zu

gewinnen und sie in der Meditation umzuwandeln,

ist die Hauptaufgabe im Tantra

und das Thema dieses Buches.“ (S. 8)

Grundlage dieses Buches bildet das von

Päntschen Lobsang Tschökyi Gyältsän

(1570-1662) verfasste „Gebet zur Befreiung

von dem gefährlichen Weg des

Bardo“. Nach einem einleitenden

Teil über die „Grundlagen des Buddhismus“

(Vers 1-3) folgt eine eingehende

Betrachtung der „Vergänglichkeit“

(Vers 4-7). Im dritten Teil des

Buches wird der „Sterbeprozess“ (Vers

8-13) detailliert beschrieben. Abschließend

geht es um „Zwischenzustand und Wiedergeburt“

(Vers 14-17). Geshe Thubten

Ngawang ist seit 1979 geistlicher Leiter des

Tibetischen Zentrums in Hamburg. Er behandelt

die 17 Verse ausführlich und erläutert

anhand des Grundtextes, wie wichtig

es ist, sich jetzt auf den Tod vorzubereiten,

indem wir heilsame Geisteshaltungen entwickeln

und pflegen.Was geschieht nach

diesem Leben? Was ist die Leerheit von

inhärenter Existenz? Wie erlangen wir

Kontrolle über die Prozesse von Tod,

Zwischenzustand und Wiedergeburt? Der

Autor betont, dass wir weitsichtig sein müs-

52

sen, um uns nicht bloß mit weltlichen Bedürfnissen

zu verzetteln. Vielmehr müssen

wir der Kostbarkeit und Vergänglichkeit des

menschlichen Körpers und Lebens stets

eingedenk sein, uns vor Gier, Hass und

Unwissenheit schützen und unser geistiges

Potential nutzen, um Weisheit und Methode

zu vereinen. In Hinblick auf zukünftige

Existenzen sollten wir daher ab

sofortvon „sinnlosenHandlungen“

ablassen,die nuraufkurzfristigen

Erfolg in diesem einzelnen Leben

gerichtetsind.Wenn wirunsstatdessenim

Heilsamenschulen und

bewusstspiritueleZielezuverwirklichen

suchen-dauerhafteBefreiung vom leidvolen

Daseinskreislaufoderzumindest

eine WiedergeburtalsMensch-dann begegnenwirdem

Tod wieeinKind,dasnach

einerlangen Reisewiedernach Hause

kommt.Um in einerguten Geistesverfassungsterben

zu können und nichtdurch

schreckliche Erscheinungen verunsichert

zu werden,sind schließlich nichtnurdie

inneren Bedingungen (v.a.Heilsameskultivieren

und Negatives ausräumen) zu

schafen.Auch dieäußeren Bedingungen

müssenstimmen(v.a.Zufluchtnahmezum

Lehrer,zu Buddha,Dharma und Saïgha).

WerdasTibetische Totenbuch und das Tibetische

Buch vom Leben und vom Sterben

(Sogyal Rinpoche, 2002) kennt, wird hier

einiges wieder finden. Die klare Sprache

von Geshe Thubten Ngawang, das ausführliche

Glossar sowie der Originaltext in tibetischer

Schrift am Ende machen dieses

Buch sowohl für interessierte Laien als auch

für fortgeschrittene Praktizierende zu einer

SAVE TIBET-Kalender 2008

Save Tibet bringt heuer zum zweiten

Mal einen eigenen Bildkalender heraus.

Diesmal mit Bildern von den tibetischen

Kinderdörfern im Exil - ein Muss für

alle Paten und Patinnen! Der Kalender

ist aber auch für alle jene geeignet, die

sich für unsere Arbeit in den Kinderdörfern

interessieren oder ihn auch als

außerordentlich wertvollen Lektüre und bietet

in jedem Fall mehr als der Klappentext

auf der Rückseite vermuten lässt.

„Wer das ganze Leben als eine Vorbereitung

auf den Tod empfindet, wird auch in

der Todesstunde seine Übung gelassen

fortsetzen können.“ (S. 149)

w.m.

Geschenk verwenden möchten. Auch

damit kann man helfen, die Problematik

Tibets weiteren Kreisen bekannt zu

machen. Richten Sie Ihre Bestellungen

bitte an das Save Tibet-Büro:

Tel. 01/484 90 87 (Anrufbeantworter -

bitte den Namen buchstabieren!)

Fax 01/484 90 88

Email save.tibet@gmx.at.

Auf jeder der 12 Monats-Seiten finden

Sie nicht nur wunderschöne, berührende

Fotos sondern auch ausreichend

Platz für Ihre persönlichen

Notizen!

Erhältlich um preiswerte

EUR 11,--

53


BUCHBESPRECHUNGEN

TERMINE/ANKÜNDIGUNGEN

Thangka Kalender 2008

Erläuterungen: Natalie Bazin, Konzeption und Gestaltung:

Wolfgang Jünemann

Windpferd-Verlag 2007; Format: 60 x 42 cm; EUR 29,15; ISBN: 978-3-89385-530-8

Dieser großformatige Kalender bringt eine

Fülle von künstlerisch exzellenten

Thangkabildern aus den verschiedensten

Jahrhunderten.

Jedes einzelne Blatt wird von

Natalie Bazin genau erläutert.

Das Titelblatt zeigt eine tantrische

Dakini des ausgehenden 16. bzw.

beginnenden 17. Jahrhunderts. Neben

verschiedenen farbenprächtigen

Kuxing -

Folter in Tibet

Die Dokumentationsbroschüre ist bei

uns im Save Tibet-Büro in deutscher

Sprache erhältlich!

Siehe auch Seite 28:

Weihnachts-Spendenaktion!

Buddhadarstellungen findet sich auch ein

sehr schönes Blatt mit Milarepa umrahmt

von Szenen seiner Lebensgeschichte.

Das Königreich

Shambala schließt das Jahr ab.

Als Geschenk sowohl für Liebhaber

und Kenner buddhistischer

Kunst als auch Spiritualität

sehr zu empfehlen.

g.k.

Im gut sortierten Zeitschriftenhandel

erhältlich:

von „Welt, Wunder, Wissen“

(Verlag BPA GesmbH, Hannover)

„Begegnungen mit dem

Dalai Lama“

Eine schöne Hochglanz-Broschüre

mit Audio-CD von SH dem Dalai

Lama (€ 14,95). Ich finde das Heft ist

ein absolutes Muss für alle Fans!

w.&g.s.

Freitag, 7. bis Sonntag, 9. Dezember 2007

Stand von SAVE TIBET bei dem karitativen Weihnachtsmarkt auf der Freyung in

Wien 1010

Siehe auch Seite 15.

Samstag, 15. und Sonntag, 16. Dezember 2007, jeweils 10 bis 18 Uhr

Großer Weihnachtsmarkt im SAVE TIBET Büro in der Lobenhauerngasse. Hier haben

Sie Gelegenheit, bei tibetischen und Wiener Schmankerln angenehme Stunden in gemütlicher

und weihnachtlicher Atmosphäre zu verbringen und aus dem reichhaltigen Angebot

tibetischer Handwerkskunst, sowie Büchern und CDs mit tibetischer Musik zu wählen.

Siehe auch Seite 15.

Samstag, 19. Jänner 2008, 19.30 Uhr

Tibetische Kinderdörfer in Nordindien - Diavortrag von Elisabeth und Dr. Rudolf

Zimmermann im Pfarrheim in Kirchberg a.d. Pielach

Spenden erbeten, nähere Infos: Fr. Lechner, Tel.: 02722 7274 od. 0676 9432477

Vorschau: Samstag, 9. Februar 2008

LOSAR Fest, organisiert von der Tibeter Gemeinschaft Österreich

ASIA ACCESS

Steingasse 1, 5020 Salzburg

Tel: 0662 87 97 03 * Mobil: 0699 102 157 87

handgefertigter Silberschmuck, asiatische Accessoires, Textilien,

Räucherware, Reispapier- und Hanfpapierprodukte,

Statuen in allen Preisklassen und auf Vorbestellung,

Tibetische Rollbilder (Thangkhas), Gebetsfahnen

54

55


Falls Sie an der Zusendung dieser Info nicht mehr

interessiert sind, streichen Sie einfach Ihre Adresse durch

und werfen Sie das Heft mit dem Vermerk "ZURÜCK" in den

nächsten Briefkasten.

Wenn Sie Empfänger der SAVE TIBET INFO, aber noch kein

Mitglied des Vereins oder Teilnehmer des Patenschaftsprogrammes

sind, bitten wir Sie um eine Spende zur Deckung der

Herstellungs- und Portokosten.

Wir ersuchen um Ihr Verständnis!

Bei Unzustellbarkeit bitte zurück an:

SAVE TIBET

Lobenhauerngasse 5/1

1170 Wien

Bitte geben Sie uns Adressänderungen bekannt, da sonst bei

Rücksendung der INFO (Vermerk "verzogen") Ihr Name aus

unserer Kartei gelöscht wird!

SAVE TIBET INFO Nr. 46

Ausgabedatum: Dezember 2007

P.b.b. "Österreichische Post AG/Sponsoring Post", Verlagspostamt 1170 Wien

Zulassungsnummer: GZ 02Z031914

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