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REISE TIPPS – PERU Rätsel der Wüste Peru hat noch mehr zu bieten als die großartigen Bauten der Inkas. Elisabeth und Henry Jedelsky besuchten die Schauplätze hochstehender, rätselhafter Kulturen, von denen viele lange vor den Inkas erloschen sind. 22 www.reiseaktuell.at


Das private Museo Larco in Lima zeigt beeindruckende Funde aus der Zeit vor der Inka-Herrschaft, wobei Jademasken, Goldschmuck und zahllose Keramiken besonders beeindrucken. L ima, die Hauptstadt Perus an der nebeligen Steilküste, wird wieder einmal ihrem Ruf gerecht. Graubraunes Licht fällt durch graubraune Wolken, ein leichter Nieselregen geht über der Plaza Mayor mit ihren historischen Gebäuden und der Catedral de Lima nieder. Diese Basilika birgt das Grab Francisco Pizarros, jenes Konquistadors, der 1533 das Inkareich eroberte und heutzutage wohl als Räuberhauptmann bezeichnet werden würde. So großartig das Reich der Inka auch war, vor ihm blühten andere Kulturen in den Küstengebieten Perus. Sie erloschen lange vor der Ankunft der Europäer und hinterließen Wunder und Rätsel. Eingang zu den unterirdischen Bewässerungkanälen in Nazca Im privaten Museo Larco begeben wir uns auf die ersten Spuren der Kulturen, deren Namen fast alle unbekannt sind und die man zumeist nach den Fundstätten benannt hat. Die vielfältigen Keramiken der Moche-Kultur, aus dem ersten bis achten Jahrhundert nach Christus, wirken wie frisch aus dem Brennofen und der Goldschmuck der Chimu-Häuptlinge besticht durch sein modern anmutendes Design. Wir beschließen dieses kulturelle Highlight im La Rosa Nautica, einem der besten Restaurants Limas. Zwischen der Steilküste und dem Ozean, auf einer Plattform direkt über dem Meer, genießen wir den Sonnenuntergang bei Seebrasse mit Pernod Sauce und einem Gericht, das hier seit 29 Jahren auf der Speisekarte steht: Jakobsmuscheln in Blätterteig mit Shrimps und gelbem Kartoffelpüree. Gott sei Dank ist der Rückweg ins Hotel nicht sehr weit. Wir nächtigen im Casa Andina Private Collection Miraflores, einem der besten Boutique- Hotels der Stadt. Die Wände und Zimmer zieren ausgezeichnete Nachbildungen der Keramiken, die wir tagsüber im Museum bewundert haben. Der nächste Morgen findet uns bereits am Flug mit Lan Airlines Richtung Norden entlang der westlichen Küste. Über der Wolkendecke schimmern im Osten die Schneegipfel der Anden, ehe der Embraer Jet nach einer guten Stunde in Trujillo einschwebt. Hier besuchen wir das José Cassinelli Museum, eine Privatsammlung von fast dreitausend Gesichtsurnen und anderen Keramiken. Dann geht es zur Huaca de la Luna, der Mondpyramide der Moche-Kultur. Sie besteht wie die gegenüberliegende Sonnenpyramide aus Millionen ungebrannter Adobe-Lehmziegel und ist heute noch etwa vierzig Meter hoch. Leider sind fast alle der früher grellbunten Bemalungen verschwunden und auch der Platz der Groß in Lateinamerika Peru Highlights 8 Nächte pro Person ab € 1.472,- Lima - Cusco - Urubambatal - Machu Picchu - Titicacasee - Lima Anreisepakete ab/bis ganz Österreich sowie maßgeschneiderte Anschlussprogramme unter www.jumbo.at. Buchungen in jedem guten Reisebüro. MEMBER OF VERKEHRSBÜRO GROUP Jumbo Touristik GmbH Rennweg 46-50, 1030 Wien 01 51445 400 | office@jumbo.at www.jumbo.at


REISE TIPPS – PERU Die Mumien dieses Friedhofs in der Nähe von Nasca haben die Grabräuber-Zeit nur knapp überstanden. Der Hauptplatz von Trujillo zeigt das spanische Erbe sowie viele Städte an der Küste Perus. Menschenopfer erfordert viel Fantasie. Die Moche-Kultur wurde etwa 1.000 nach Christus vom Küstenreich der Chimu abgelöst, deren komplett aus Lehm gebaute Hauptstadt Chan Chan dann im 15. Jahrhundert durch die Zerstörung der Wasserzufuhr erobert wurde. Praktischerweise wurde der letzte König der Chimu anschließend in die Inkahauptstadt Cuzco gebracht und mit einer Inkaprinzessin verheiratet. Wir verlassen die Hauptstadt des Lehms und fahren in das Fischerdorf Huanchaco, wo wir eine köstliche Vorspeise, Cerviche de Corvina, hohe Sanddünen wechseln mit Zuckerrohr- und Reisfeldern, die mit israelischer Technik bewässert werden. Bald erwarten uns die Lehmpyramiden von Tucume mit Johannisbrotbäumen, kleinen Eulen und schwarzen Truthahngeiern. Es ist sonnig und heiß, und nach dem Anstieg auf den „Berg des Fegefeuers“ haben wir klare Sicht über die Ebene und weitere verwitterte Lehmpyramiden, über tausend sollen es sein. Verwitterte Relikte der Sican-Kultur, die hier etwa 800 bis 1.100 nach Christus ihren Höhepunkt hatte. Nicht weit davon liegt Lambayeque, die bevorgesetzt bekommen: roher Fisch, rund geschnitten und nur mit Zitrone, Zwiebel und Chilipfeffer mariniert. Durch Zuckerrohrfelder geht die Fahrt weiter nach Huaca El Brujo, wo wir zwischen zwei Lehmpyramiden und den Löchern unzähliger Grabräuber das moderne Museum der erst 2006 entdeckten Lady von Cao besuchen, die wahrscheinlich eine Königin der Moche gewesen ist. Ihre Grabbeigaben, unter anderem Goldkronen, fünfundzwanzig Nasengehänge und goldene Speerspitzen, zählen zu den wert - vollsten Funden in Peru. Alleine das Mumienbündel der Dame wog hundertdreißig Kilogramm. Ich treffe Viktor Horna Garcia, der seit drei Jahren das Grab und das Museum bewacht. Letzten Oktober schlug einmal des Nachts sein Hund an, er hörte ein Rauschen und sah eine weiße Gestalt zwischen den Mauern schweben. Viel öfter hörte er aber Gesänge von den Pyramiden, obwohl er überhaupt nicht abergläubisch ist. „Ich fürchte nur die Grabräuber, denn das sind Menschen“, meint er und lädt demonstrativ seine Pumpgun durch. Wir fahren weiter in nordöstlicher Richtung nach Chiclayo, Foto: Henry Jedelsky VERANSTALTER-TIPP Zeit für Peru Der Reiseveranstalter Take Off Reisen bietet zahlreiche Touren um Peru in allen Facetten zu erleben. Ein vollständiges Bild von Peru will die Reise „Das Regenbogenland“ vermitteln. Die 21-tägige Reise führt nach Cuzco, ins Urubamba-Tal, nach Machu Picchu sowie zum Titicacasee und dann in den weniger bekannten Norden des Landes in das Reich der Chachapoyas, nach Kuelap und zu den Pyramiden der Chimu, Mochica und Moche entlang der Pazifikküste. Die Reise kostet ab/bis Wien 4.565,- Euro. Wer den Süden des Landes mit Machu Picchu bereits kennt, der sollte sich Zeit für eine ausführliche Reise in den Norden Perus nehmen. Bei der 13-tägigen Reise „Peru – Der Norden“ sehen Reisende das Bad des letzten Inka Atahualpa und das Zimmer, wo er gefangen gehalten wurde. Zunächst geht es von Lima aus nach Caral, der ältesten Stadt Amerikas, dann zu den gewaltigen Pyramiden bei Trujillo und Chiclayo. Gerade die Kulturen der Pazifikküste haben uns ganz besondere Zeugnisse hinterlassen, die viel mehr über die Geschichte Perus preisgeben als zum Beispiel Machu Picchu. Es gibt die Keramiken und Goldmasken der Moche mit Darstellungen, die wie eine „tönerne Bibliothek“ über das Alltagsleben, die Kultur und die Herrschaftsstrukturen der Völker an der Küste erzählen. Spektakuläre Funde, wie einige intakte Grabkammern mit Goldmasken und filigranen Goldbeigaben sowie gut erhaltene Mumien sind in den Museen von Chichlayo und Leimebamba zu bewundern. Atemberaubende, abwechslungsreiche Landschaften und ein entspannter Tourismus machen dieser Reise zu einer echten Entdeckertour. Ab/an Lima kostet die Reise in den Norden Perus 2.195,- Euro. Take Off Erlebnisreisen GmbH Dorotheenstraße 65 D-22301 Hamburg Tel. +49-40-422 22 88 info@takeoffreisen.de www.takeoffreisen.de Promotion 24 www.reiseaktuell.at


Pelikane sind an der Küste, etwa im Paracas National Reservat, keine Seltenheit, doch gehört diese Küstenwüste zu den trockensten Gebieten der Erde. rühmteste Fundstelle der Moche- Kultur mit dem Grab des Herrn von Sipan. Dieser Fund, bei dem Archäologen den Grabräubern nur um Stunden zuvorkamen, wird auch der „Tutanchamun von Südamerika“ genannt. Der nächste Tag findet uns am Rückflug nach Lima, wo wir einen komfortablen Überlandbus besteigen, der uns Fotos: Henry Jedelsky tief in den Süden Perus bringen wird, ins Paracas National Reservat mit vielfarbigen Sanddünen, abbröckelnden Steilküsten und Kolonien von Pelikanen. Nach mehrstündiger Busfahrt in Nazca angekommen, hole ich Erich von Dänikens Buch „Zeichen für die Ewigkeit“ heraus – um gleich festzustellen, dass er hier nur mäßiges Interesse hervorruft. Die deutsche Mathematikerin Maria Reiche, die seit 1946 bis zu ihrem Tod 1998 an den Nazca-Linien gearbeitet hat, ist hier der Star: An Hauswänden, als Statue und im eigenen Museum, wo sich auch ihr Grab befindet. Nazca liegt am Rand der Pampa de Nazca, einer endlosen, graugrünen Geröllwüs te. Auf ihr wurden 1939 die sagenhaften Zeichnungen entdeckt, sogenannte Geoglyphen. Man kann ihr wahres Ausmaß nur vom Flugzeug aus erkennen, ein Umstand, den sich bereits zwölf Fluggesellschaften zunutze machen. Am Maria Reiche-Airport besteigen wir eine Cessna, deren zwei Piloten uns in geringer Höhe, aber in einem wagemutigen Flug über ein gutes Dutzend der Scharrbilder führen. An einem rötlichbraunen Berghang erstreckt sich eine Gestalt, die „der Astronaut“ heißt. Was mich aber am meisten verblüfft, sind diese schnurgeraden, kilometerlangen Linien, die sich in der weiten Ebene kreuzen, bündeln oder schneiden. Hunderte hat man davon entdeckt und wahrscheinlich harren noch viele weitere ihrer Entdeckung. Sie werden der Nazca-Kultur zugeschrieben und sind mehr als tausendfünfhundert Jahre alt. Warum sie es taten, ist unbekannt. Es wäre zu schön, wenn sie es für Außerirdische getan hätten, aber es sprechen zu viele Fakten dagegen. Astronomischer Kalender oder Prozessionenwege, in dieser Einöde? Ich klettere aus dem Flugzeug und lehne das Angebot einer weiteren Runde dankend ab. Ist es nicht schön, dass es in unserer Zeit solche Rätsel überhaupt noch gibt? ✈ www.peru.travel Peru auf neuen Wegen Geheimnisvolles Nordperu: Entdecken, Staunen, Wandern Entdeckerreise vom Amazonasbecken zu den Gipfeln der Cordillera Blanca und zum Pazifik 22 Tage ab € 4.390,– Von Machu Picchu zur Cordillera Blanca Machu Picchu, Cuzco, Heiliges Tal der Inka und Wandern in den schönsten Kordilleren Perus 22 Tage ab € 3.890,– Höhepunkte Perus: Von Nord nach Süd Leichte, komfortable Wanderreise mit berühmten Highlights und echten Geheimtipps, plus: Inkatrail nach Machu Picchu 21 Tage ab € 4.790,– MTB – Vom Titicacasee nach Machu Picchu Quer durch das Anden-Hochland auf dem Mountainbike zu heiligen Inka-Stätten, absolutes Biker-Neuland! 12 Tage ab € 1.795,– (o. Flug) Details im Web oder anfordern unter Telefon: 01 / 505 03 46 WandernTrekkingBergtourenweltweit hauser-exkursionen.at Peru individuell Als Spezialist für Lateinamerika bietet Miller Reisen individuelle Touren im Norden Perus an. Foto: Miller Reisen Es muss nicht immer Machu Picchu sein: der Norden Perus bietet mehr archäologische Schätze und Landschaftserlebnisse als man denkt und gilt als Geheimtipp unter Individualtouristen. Mit einer individuellen Reiseroute kann man Land und Leute abseits der Touristenströme im eigenen Tempo kennenlernen. Zu den Highlights gehören zum Beispiel die prächtige Kolonialarchitektur in Trujillo, die Mondpyramide mit wunderschön restaurierten Fresken, die Stadt Kuélap aus dem neunten Jahrhundert, größer als Machu Picchu, sowie das beeindruckende Museum des Lord of Sipan nahe Chiclayo. Da in Nordperu ganzjährig Badewetter herrscht, kann ein Aufent- Der Strand bei Máncora zählt zu den Geheimtipps im Norden Perus. halt in einem der untouristischen Strandorte mit feinstem Sand und perfekten Wellen einen idealen Abschluss bilden. ✈ Miller Reisen GmbH Millerhof 2 D-88281 Schlier Tel. +49-7259-97130 anden@miller-reisen.de www.miller-reisen.de Promotion 25

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