Wirtschaft AKTIV, Februar - Vorarlberg

rfw.vbg.com

Wirtschaft AKTIV, Februar - Vorarlberg

Interview: Freie Fahrt für unsere

Unternehmen Seite 8

BO Amann: Geschönte

Lehrlingsstatistik hilft keinem Seite 5

Wirtschaft aktiv

RING FREIHEITLICHER WIRTSCHAFTSTREIBENDER

Nr. 1b/2010

P.b.b. - Verlagspostamt: 4020 Linz, Aufgabepostamt: 3112 St. Pölten, Zul.Nr.: GZ 02Z031033 M, DVR.-Nr.:0379875

Edi Fischer

Novelle zur IG-Luft schadet

Wirtschaftsstandort


Wirtschaftspolitik

Fritz Amann:

Wirtschaftsbund verhindert

klaren Auftrag an die Regierung“

Scharfe Kritik übt der Bundesobmann

des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender

(RFW) an der

Mehrheitsfraktion im Wirtschaftsparlament.

Gemeinsam mit den Sozialisten

hat der Wirtschaftsbund nämlich

einen klaren Auftrag an die Regierung

verhindert. Statt mit konkreten

Forderungen zugunsten der Wirtschaft

vorzugehen, wurden lediglich

verwässerte und unverbindliche Anträge

beschlossen.

Dabei hatte der RFW konkrete Forderungen

auf den Tisch gelegt, unterstützt

von namhaften Experten:

Blum-Bonus neu zur Lehrlingsförderung

und damit zur Beseitigung des

Facharbeitermangels, ein klares Modell

zur Steuerfreiheit nicht entnommener

Gewinne, sowie die Förderung

des Tourismus durch Senkung des

Mehrwertsteuersatzes für Beherbergung.

Offenbar sind aber sowohl Wirtschaftsbund-Obmann

Leitl als auch

der sozialistische Obmann Matznetter

in ihrem politischen Filz so verfangen,

dass ihnen der Blick in die Realwirtschaft

völlig fremd geworden ist.

Statt Schönrederei und gegenseitigem

sozialpartnerschaftlichem

Schulterklopfen wäre ein klarer Auftrag

an die Politik die richtige Antwort

der Wirtschaftsvertreter. Wie

weit die Realitätsverweigerung gerade

des Genossen Matznetter schon

vorangeschritten ist, zeigt die Tatsache,

dass er die Zukunft in der überbetrieblichen

Ausbildung (ÜAZ)

sieht, während die Wirtschaftsexperten

den Facharbeitermangel dafür

verantwortlich machen, dass der von

vielen herbeigesehnte Aufschwung

auf sich warten läßt. Schlimmer aber

noch ist die Tatsache, dass der Sozialist

nun der Jugend falsche Versprechen

macht. Statt der garantierten

12.500 ÜAZ mit einem Steueraufwand

von 675 Mio. Euro gibt es nämlich

nur 3.500. Wer dann die restlichen

ausbilden soll, die in der Privatwirtschaft

niemand braucht, ist

nicht nachvollziehbar. Aus diesem

Grund setzt der RFW als einzige

Wirtschaftsvertretung auf die betriebliche

Ausbildung. Dazu braucht

es auch den Blum-Bonus neu, denn

diese Steuermittel bringen eine echte

Rendite, sind sie doch in der Wirtschaft

bestens angelegt.

Wenig Verständnis hat der RFW für

die Schlauchrückgratpolitik des

Wirtschaftsbundes. Offenbar will

man den Kollegen Pröll schonen,

denn es ist nicht zu verstehen, dass

nicht entnommene Gewinne nicht

steuerfrei sein sollen. Auch die Senkung

des Mehrwertsteuersatzes für

Beherbergung ist an Leitl vorbeigegangen.

Pröll könnte nämlich endlich

das umsetzen, was unsere Nachbarländer

längst machen. Aber die WKO

hat dies zum Wettbewerbsnachteil

unserer Hotellerie verschlafen, so

Amann.

WKÖ-Vize Krenn: Unternehmenssteuer gehört reduziert!

Krenn: „Leitl soll sich innerhalb des

schwarzen Koalitionspartners gegen

Steuererhöhungen einsetzen und diese

nicht herbeireden.“

Matthias Krenn, WKÖ-Vizepräsident

und stellvertretender Bundesobmann

des RFW zeigt sich verwundert

über die Aussagen Leitls, in denen

er Steuererhöhungen ankündigt:

„Präsident Leitl sitzt wie das Wirtschafts-Kaninchen

vor der bösen Regierungs-Schlange.“

Dabei sollte er,

als Präsident der Wirtschaftskammer,

die Interessen der Wirtschaftstreibenden

mit aller Kraft vertreten.

Das heißt, sich dafür einzusetzen,

dass es in den nächsten Jahren zu

keinerlei zusätzlichen Belastungen

für Österreichs Unternehmer

kommt. Wir vom RFW fordern sogar

eine Reduktion der Unternehmenssteuer.“

Für Vizepräsident Krenn ist es allem

Anschein nach aber für die Regierung,

und somit auch für die ÖVP

schon fix, dass es neue Steuern und

Steuererhöhungen geben wird: „Leitl

spricht auch schon von Lohn- und

Einkommenssteuererhöhungen. Und

seine Lösungsvorschläge, wie eine

Bürokratie- oder Pensionsreform sind

doch nur pro forma Anregungen.

Denn schon seit Jahren wird über eine

Verwaltungsreform gesprochen

ohne nennenswerten Erfolg.“

Der RFW fordert daher die Regierungsverantwortlichen

auf, über eine

Reduktion der Unternehmenssteuer

nachzudenken: „Eine solche Reduktion

funktioniert auch in Zeiten wie

diesen und würde die Wirtschaft in

Schwung bringen. Auch bei unseren

deutschen Nachbarn wird laut darüber

nachgedacht, die Unternehmer

nachhaltig zu entlasten. Wir in Österreich

sollten Vorreiter sein.“

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Wirtschaft Aktiv Feb. / 10


Wirtschaftspolitik

Handwerkerbonus:

Effizientes Modell ist gefragt !

Schon 2004 hat der Ring Freiheitlicher

Wirtschaftstreibender (RFW)

die Einführung des sogenannten

„Luxemburger Modells“ gefordert.

Der jetzt von der Kammer propagierte

„Handwerkerbonus“ wäre

zwar ein erster Schritt, sei aber in

Krisenzeiten viel zu wenig effizient,

wie Matthias Krenn, WKÖ-

Vizepräsident und stv. Bundesobmann

des RFW, betont.

Krenn: „ Der RFW fordert schon

seit Jahren nachdrücklich die Einführung

des Luxemburger Modells,

welches auch ein wirksames Mittel

gegen die Schwarzarbeit ist. Die

jetzt präsentierte Lightversion namens

Handwerkerbonus wird den

Unternehmern nicht durch die Krisenzeit

helfen.“

Unter dem „Luxemburger Modell“

versteht man die Refundierung von

Teilen der Mehrwertsteuer für die

Schaffung von privatem Wohnraum,

wenn beispielsweise Bauarbeiten

durch befugte Handwerksbetriebe

ausgeführt werden. Laut

Krenn hielt es der Wirtschaftsbund

jahrelang nicht für nötig, dieses

Modell auch in Österreich

zu implementieren.

„Jetzt in Krisenzeiten

mit

einer

Lightvariante

des Luxemburger

Modells

auf sich aufmerksam zu machen,

ist zwar immer noch besser

als die heimischen Unternehmer im

Regen stehen zu lassen, jedoch

nicht effizient genug, um eine

nachhaltige Beschäftigung im Gewerbe

sicherzustellen.“

Deshalb

appelliert WKO-Vize Krenn

an die Vernunft der Verantwortlichen,

sich nun endlich für die

Einführung des Luxemburger Modells

einzusetzen.

Dieses Modell würde auch einen effizienten

Kampf gegen das Pfuscherunwesen

bedeuten, Schätzungen

gehen davon aus, daß rund ein

Drittel der bisherigen Pfuscherarbeiten

nun an Handwerker gehen

würden.

Foto: Rainer Sturm, pixelio.de Foto oben: Viktor Mildenberger, pixelio.de

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10 3


Wirtschaft

LO Fischer:

Ländle hat Handlungsbedarf in Forschungsausgaben

Mit nur 1,31 % des Regionalproduktes

für Forschung befindet sich

das Ländle im Bundesländervergleich

im unteren Drittel und hat

daher Handlungsbedarf.

Die Forschungsquote in Vorarlberg

ist ausbaufähig.

Unser Nachbar Tirol hat mit 2,45 %

fast doppelt soviel wie wir in Vorarlberg.

Aber auch das viel gescholtene

Kärnten mit 2,55%, OÖ mit

2,34, Wien mit 3,19% oder Spitzenreiter

Steiermark mit 3,91% liegen

im Ranking klar vor dem Ländle.

Das ist eigentlich verwunderlich,

sind wir doch mit einer Exportquote

von 20.000 Euro pro Kopf international

im absoluten Spitzenfeld.“

Dort wo andere urlauben zu arbeiten,

ist gut. Noch besser ist aber

auch das Humankapital ins Land

zu holen, um vorort neue Verfahrensweise

und Erfinderpatente zu

entwickeln. Es muss daher im ureigensten

Interesse der Landespolitik

sein, F & E vermehrt und gezielt zu

fördern, schließlich ist man ein

hochpreisiger Standort, der nur mit

Knowhow und Erfinderreichtum

gehalten werden kann. Daher sollten

im Sinne der Standortsicherung

die Mittel für Forschung und Entwicklung

im nächsten Landesbudget

den Herausforderungen der Zukunft

angepasst werden.

Rechnungslegungsgesetz Änderung

Wenn bisher Rechnungslegungspflicht

bestand, die Umsätze 2008

und 2009 aber unter 700.000 Euro

betrugen, entfällt die Rechnungslegungspflicht

schon ab 2010. Die

neue Grenze gilt auch für das Steuerrecht.

Wenn keine Buchführungspflicht

nach UGB besteht, besteht

daher auch steuerlich keine Buchführungspflicht.

Derzeit sind Kleinunternehmer ab

400.000 Euro Umsatz bilanzierungspflichtig.

Diese Grenze wird nun auf

700.000 Euro angehoben. Werden die

700.000 Euro in zwei aufeinanderfolgenden

Jahren überschritten, tritt die

Buchführungspflicht wie bisher ab

dem übernächsten Geschäftsjahr ein.

Betragen die Umsätze in einem Jahr

mehr als eine Million Euro, tritt schon

im nächsten Geschäftsjahr Buchführungspflicht

ein.

Das kann schon 2010 der Fall sein,

wenn der Unternehmer bisher

nicht rechnungslegungspflichtig

war, 2009 aber Umsätze von mehr

als einer Million Euro erzielt hat.

Aber Vorsicht: Wenn man aus der

Buchführungspflicht herausfällt,

kann es zu einer Versteuerung der

stillen Reserven im gewillkürten

Betriebsvermögen kommen. Vermeiden

kann man dies u.a. durch

einen Antrag auf Fortführung der

Gewinnermittlung nach § 5 EStG.

Kontaktieren Sie bitte Ihren Steuerberater,

auch was die Frage der

Besteuerung von betrieblich genutzten

Grundstücken angeht, damit

hier nicht stille Reserven besteuert

werden (z.B. bei Betriebsaufgabe

oder Verkauf).

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Wirtschaft Aktiv Feb. / 10


Kommentar Vizepräsident Komm Rat Ing. Edi Fischer

Die Novelle zur IG-Luft gefährdet den

Wirtschaftsstandort Vorarlberg

Mit der geplanten Novelle des Immissionsschutzgesetzes

Luft (IG-L), das

derzeit in Begutachtung ist, schädigt

der Bund nach meiner Ansicht in vorauseilendem

Gehorsam im Ergebnis

die Vorarlberger Wirtschaft. Der Umweltminister

verlangt noch strengere

Grenzwerte, als vom EU-Recht verlangt

sind. Diese neuen Grenzwerte

sind daher blanker Unsinn und als

wirtschaftsfeindlich abzulehnen.

Ich meine, der Bund ist schon lange

aufgefordert, endlich für die Wirtschaft

akzeptable Bedingungen zu

schaffen und nicht fortlaufend unüberwindbare

Hindernisse aufzubauen.

Gerade Vorarlberg, das im Dreiländereck

eingebettet ist und im direkten

Mitbewerb mit den beiden

Nachbarländern Deutschland und

Schweiz und den dort ansässigen Betrieben

steht, läuft Gefahr durch das

neue IG-Luft Gesetz im täglichen

Wettbewerb nachhaltig geschädigt zu

werden, da man aufgrund der hohen

Auflagen nicht mehr konkurrenzfähig

ist. Es ist mir deshalb wichtig,

dass gleiche Bedingungen rund um

den Bodensee herrschen.

Es macht schon Sinn, dass europaweit

Grenzwerte für Luftqualität und

saubere Luft festgelegt werden. Tatsache

ist aber, dass durch freiwillige

Selbstbeschränkung die Wirtschaft

massiv geschädigt wird. Die Konkurrenzfähigkeit

der Vorarlberger Wirtschaft

ist gefährdet, wenn mehr als

erforderlich Luftemissionen eingeschränkt

werden und der europäische

Standard durch freiwillige strengere

Normen überboten wird. Die Novelle

hat zur Folge, dass bei den Gewerbegebieten

in Autobahnnähe keine neuen

Betriebe oder Betriebserweiterungen

mit relevanten Emissionen mehr

genehmigt werden können, solche

aber mitten in den Gemeindezentren

schon. Dies ist blanker Unsinn und

entschieden abzulehnen.

Diese Einschätzung wird von der

Wirtschaftskammer Vorarlberg mitgetragen

und so hoffe ich, dass dieser

Anschlag auf die Ländle Wirtschaft

im Keim erstickt und zur Normalität

zurückgekehrt wird, schließlich ist

unser Land, dank dem Engagement

der Wirtschaft in Umweltfragen mehr

als vorbildlich.

BO Amann: Geschönte Lehrlingsstatistik hilft keinem!

Anreize für Betriebe schaffen, damit Facharbeiter ausgebildet werden!

Die geschönten Lehrlingsbilanzen

von Minister Hundstorfer helfen

nicht wirklich die Misere am Ausbildungsmarkt

zu bekämpfen.

Dazu passen auch die Jubelmeldungen

zum 50 Jahr Jubiläum des

Bifi, wo die Leistungen gelobt werden

und offiziell gedankt wird,

dass tausende Lehrstellensuchende

dort aufgefangen werden.

Amann dazu: „Die Leistungen des

Bifi sind richtig und wichtig,

schließlich gilt es auch ein Angebot

für diejenigen zu schaffen, die

schwer vermittelbar sind, da sie

über schulische Defizite verfügen.

Die „tausenden“ Bifi-Lehrlinge

müssen aber in der Statistik als

„Lehrstellensuchenden“ registriert

werden, damit dieser flache Etikettenschwindel

in der Lehrlingsstatistik

endlich aufhört. Die Funktion

des „Straßenfegers“, der die Jugendlichen

„von der Straße“ wegbringt,

ist doch nicht wirklich mit

der ehrlichen und aufwändigen

Leistung in der betrieblichen Lehrlingsausbildung

vergleichbar. Hier

sollte man seitens der Regierung

einfach mehr Ehrlichkeit an den

Tag legen.“

Es ist das Geld der Betriebe aus

dem Insolvenzentgeltfonds, das

hier zum Lobe des Sozialministers

verheizt wird und das gehört sofort

geändert, indem man diese Mittel

in den Blum Bonus neu investiert.

Nur mit Anreizen wird es uns gelingen,

Betriebe für zusätzliche

Lehrstellen zu gewinnen und damit

die betriebliche Ausbildung zu sichern,

denn diese Ausbildungsform

ist die einzige Variante, die nachhaltig

ist und somit langfristig den

Wirtschaftsstandort sichern kann.

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10 5


Unsere Wirtschaft

Was für unser Land wichtig ist

RFW Forderungen zur Kammerwahl

WENIGER ZETTELWIRTSCHAFT – 50 % WENIGER BÜROKRATIE

Dazu gehört vor allem die Vereinfachung und

Entrümpelung der Gesetze, Verordnungen, Richtlinien

etc.

Konkretes Beispiel: Über 1.100 verschiedene Punkte

auf mehr als 800 Seiten beinhalten alleine die

Lohnsteuerrichtlinien. Das kostet unproduktive Zeit

bzw. teure Beratung.

REGIONALE WERTSCHÖPFUNG STATT STRUKTURZERSTÖRUNG

Wir wollen die kleinen und mittleren Betriebe,

Handwerk, Handel und Dienstleister in der Nahversorgung

besonders fördern.

Konkretes Beispiel: Aufträge der öffentlichen Hand,

von Land und Gemeinden sollen vorzugsweise in

der eigenen Region vergeben werden. Ein erster

Schritt ist mit der Erhöhung der sogenannten Vergabeschwellen

schon erreicht.

STEUERN RUNTER - KEINE NEUEN BELASTUNGEN

Dabei geht es nicht nur um die Einkommensteuer

bzw. Körperschaftssteuer, deren Sätze gesenkt

werden sollen.

Es sind vor allem auch die vielen – oft versteckte

– zusätzlichen Abgaben wie z.B. die Werbeabgabe,

die Kreditvertragsgebühr, die Gebühr auf

Verträge, für Eingaben bei Behörden oder die hohen

Lohnnebenkosten.

Konkretes Beispiel: Wir fordern den Vorsteuerabzug

für Betriebs-PKW und Kombi’s, auch dann, wenn die

Fenster nicht verblecht und die Sitze nicht entfernt

sind. Die NOVA muß gestrichen werden.

SOZIALE SICHERHEIT FÜR SELBSTÄNDIGE

Kein Einkommen bei Krankheit oder unverschuldeten

Unfällen, eine oft ungenügende Altersversorgung,

Arbeitslosengeld in den seltensten Fällen

– soll das alles auf ewig selbstverständlich

bleiben? Wir vom RFW sagen nein.

Konkretes Beispiel: Wir fordern verstärkt finanzielle

Hilfe der Wirtschaftskammer bei Krankheit und Unfällen

für Einzel- und Familienunternehmen und eine

generelle Verbesserung der sozialrechtlichen Bestimmungen

für Selbständige.

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Wirtschaft Aktiv Feb. / 10


Unsere Wirtschaft

BESSERER ZUGANG ZU KREDITEN

Hunderte Millionen Euro werden den Großbetrieben

und Multis zur Verfügung gestellt bzw. für

diese an Haftungen übernommen.

Für Kleinunternehmer ist es jedoch immer

schwieriger, an leistbares Fremdkapital zu kommen.

Auch die öffentlichen Förderungen sind vergleichsweise

bescheiden.

Konkretes Beispiel: Wir wollen Prämien und zinsbegünstigte

Kredite nicht nur für Neugründungen,

sondern vor allem für bestehende Klein- und Mittelbetriebe

FAIRE PREISE - NEIN ZUM SCHRANKENLOSEN VERNICHTUNGSWETTBEWERB

Ruinöse Preisdiktate und Vernichtungswettbewerb

sind die Folgen einer schrankenlosen Globalisierung,

aber auch von im Inland fehlenden

klaren Wettbewerbsregeln. Dazu kommen ständig

neue Gewährleistungsrechte, Rücknahmebestimmungen,

Umweltauflagen usw. – das können

viele nicht mehr in den Preisen unterbringen.

Konkretes Beispiel: Bei kostentreibenden Auflagen

muss es Ausnahmen für kleinere Betriebe geben.

Außerdem muss das Verbot des Verkaufs unter dem

Einstandspreis endlich durchgesetzt werden.

Foto: Konstantin Gastmann, pixelio.de

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10 7


Interview mit Amann und Fischer

Freie Fahrt für unsere Unternehmen!

Ohne Fern- und Nahversorgung der

Menschen mit Gütern aller Art geht

es nicht! Uns allen ist bewusst, dass

eine exportorientierte Wirtschaft auf

bestmögliche Transportmöglichkeiten

angewiesen ist. Unsere heimischen

Transporteure sind hier ein elementares

Bindeglied zwischen Erzeugung

und Handel. Ständig neue Beschränkungen,

Fahrverbote, übertriebene

Kontrollen und Vorschriften

machen dieser Branche das Leben

schwer.

Die unfaire Konkurrenz aus Ländern

mit niedrigerem Lohnniveau, weniger

Vorschriften und geringerer fiskalischer

Belastung geben ihr Übriges

dazu! Die heimische Verkehrswirtschaft

steht zukünftig vor besonderen

Herausforderungen. Wir unterstützen

und fördern sie auf diesem Weg. Es

gilt das Sterben in der Transportbranche

zu stoppen, denn dieser Berufszweig

ist im Wirtschaftsaufschwung

wichtiger den je.

Die „Wirtschaft Aktiv“ traf den

Bundesobmann des Ringes freiheitlicher

Wirtschaftstreibender (RfW),

Ing. Fritz Amann sowie den Vizepräsident

der WKV, Ing. Edi Fischer zum

Gespräch:

Wie wichtig ist eine gut ausgebaute

und zu jeder Zeit benutzbare Infrastruktur

für die Wirtschaft?

Amann: Die Straßen sind die Lebensader

jedes Wirtschaftskreislaufs und

wenn diese blockiert oder behindert

werden, dann kollabiert das gesamte

Wirtschaftssystem. Gerade unser exportorientiertes

Land ist auf eine gut

ausgebaute Infrastruktur angewiesen.

Egal ob Schiene oder Straße, es

braucht freie Fahrt für unsere Transportwirtschaft

und daher sind Fahrverbote

unter dem Deckmantel der

Umwelt nicht zielführend, sondern

wirtschaftschädigend, denn neben

dem Exportmarkt gibt es auch einen

Binnenmarkt, der mit Waren beliefert

werden muss. Den grünen Verhinderern

muss man ganz deutlich ins

Stammbuch schreiben, dass sie mit

ihrem wirtschaftsfeindlichen Verhalten

Unternehmen und Arbeitsplätze

gefährden.

Gerade die von den Landeshauptmännern

erlassenen sektoralen Fahrverbote

sind für die Transportwirtschaft

teilweise existenzbedrohend

und führen vermehrt zur Betriebsabwanderung

und Auslagerung. Die

Folge sind Ausflaggungen und damit

der Verlust vieler Steuermillionen

und Arbeitsplätze. Weiters sind die

bundesländerspezifischen Fahrverbote

unübersichtlich und undurchsichtig.

Wir fordern daher die Rück–

nahme von ungerechtfertigten und

unverhältnismäßigen sektoralen

Fahrverboten und zwar für alle umweltschonenden

Lkws, damit sich die

Investitionen in moderne Technik für

die Betriebe auch rentieren.

Halten sie das derzeitige Mautsystem

für gerecht und wettbewerbstauglich?

Fischer: Verkehr erzeugt volkswirtschaftliche

Kosten und die müssen

auch umgelegt werden. Dies aber mit

Augenmass und einer gerechten Verteilung

auf alle, die von der Wirtschaft

profitieren. Schließlich muss

unser Land im internationalen Wettbewerb

bestehen können.

Wir vom RfW gehen in Frage Kostenwahrheit

und Transparenz dabei völlig

neue Wege. Wir fordern eine Senkung

der Kfz-Steuern für Lkw auf

den europäischen Mittelwert von rd.

900,- Euro/Jahr mit einer Staffelung

entsprechend dem Schadstoffausstoß

und der Motorklasse.

Weiter setzen wir uns für eine Investitionsprämie

zur Flottenmodernisierung

ein. Wer nämlich in schadstoffarme

und damit umweltschonende

Lkws investiert, soll belohnt werden.

Ganz wichtig für uns ist eine faire

Mauttarif-Gestaltung! Daher braucht

es eine Ökologisierung des Mautsystems,

wobei die Ökologisierungs-Tarife

aufkommensneutral gestaltet

werden müssen, damit sich der Finanzminister

kein zusätzliches Körberlgeld

für sein marodes Budget

holt.

Wenn aber mit der Novelle der IG

Luft, der Warentransport unter dem

Deckmantel der Ökologie durch LKW

Fahrverbote etwa im Tirol weiter behindert

wird, dann ist der Wirtschaftsstandort

Vorarlberg ernsthaft

gefährdet. Daher ist es ein Gebot der

Stunde, dass diese überzogenen Maßnahmen

seitens Tirol endlich eingestellt

werden, denn wer Verkehrswege

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Wirtschaft Aktiv Feb. / 10


mutwillig blockiert, der schadet

nachhaltig der gesamten Volkswirtschaft

und damit dem Wohlstand aller.

Welchen Stellenwert hat für sie die

Transportbranche im täglichen Wirtschaftsleben?

Amann: Die Transportbranche hält

den Wirtschafskreislauf in Schwung

und garantiert den reibungslosen

Austausch von Waren. Daher ist dieser

Wirtschaftszweig lebenswichtig

für jede funktionierende Volkswirtschaft.

Ohne die Möglichkeit unsere im Land

produzierten Waren zu transportieren,

wären wir nicht in der Lage gewesen

zu einer der führenden Exportnationen

in der globalen Welt zu werden.

Fast niemand weiss, dass Vorarlberg

mit einer Exportquote von Euro

20.000.- pro Kopf, in der Weltspitze

liegt und zwar noch vor der Ostschweiz

oder den süddeutschen Exportstaaten.

Nur mit Hilfe der Transportwirtschaft

ist es uns gelungen, Weltmarken

und Weltmarktführer am Standort

Österreich zu halten und daher

hat diese Branche für mich so eine

wichtige Bedeutung bzw. so hohen

Stellenwert.

Was man sich aber überlegen muss,

ist ein globaler fairer Preis für den

Warentransport. Wenn es billiger ist,

Waren um die Welt zu schicken, um

den jeweils günstigsten Arbeitsschritt

zur Herstellung des Produkts zu erzielen,

als das Gesamtprodukt am

Standort zu produzieren, dann

stimmt etwas nicht mehr. Es liegt also

auf der Hand, dass das Transportwesen

international gültigen Spielregeln

unterworfen wird.

Als ersten Schritt fordern wir verstärkte

Kontrollen von Kabotagetätigkeiten

ausländischer Unternehmen.

Ausländische Firmen können,

aufgrund niedriger Löhne und weniger

Vorschriften bzw. bürokratischen

Auflagen, zu deutlich niedrigeren

Preisen anbieten. Die Aufhebung des

Kabotageverbotes verschärfte diese

Situation. Daher braucht es eine effiziente

und stärkere Kontrolle dieser

Tätigkeiten durch die Exekutive.

Wie könnte man die Transportbranche

steuerlich entlasten, damit man

im internationalen Wettbewerb auch

mithalten kann?

Fischer: Die letzte massive Mineralölsteuererhöhung

brachte viele

Transportunternehmer ins Schwitzen

und verhinderte neue Investitionen

aufgrund hoher finanzieller Belastungen.

Treibstoffkosten sind für

Transporteure mittlerweile zu einem

der größten Kostenpunkte angewachsen.

Wir fordern daher die Senkung der

Mineralölsteuer und Wiedereinführung

der Zweckbindung

der Mineralölsteuer, um so eine verursachergerechte

Kostenaufteilung zu

erreichen. Damit sollte eine echte

Entlastung für die Unternehmen erreicht

werden.

Ein völliges Unding ist für uns die

Sondersteuer der Normverbrauchsabgabe

(NoVA), die die Neuanschaffung

von Fahrzeugen (bis 3,5 t) um bis

zu 16 Prozent verteuert. Sie ist ein

österreichisches Unikum ist und dem

Erfindungsreichtum der österreichischen

Finanz entsprungen, denn im

Bereich der kreativen Erschaffung

neuer Steuerereinnahmen sind unsere

Finanzminister Weltmeister. Schön

wäre, wenn man diese Kreativität

einmal für die Entlastung der Unternehmen

anwenden würde.

Da die Nahversorgung auf den Warentransport

mittels Kleinfahrzeugen

angewiesen ist, fordern wir die Abschaffung

dieser einzigartigen österreichischen

Sondersteuer. Darüber

hinaus würde dies einen Investitionsschub

hervorbringen, der unserer

Umwelt und der Straßensicherheit zu

gute kommt.

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10 9


FPÖ Tourismussprecher Roman

Haider (li.) und Gastwirt Michael

Fürtbauer (re.) haben von

der Regeleungswut und den

dadurch massiven Belastungen

für die Wirte genug.

Deshalb haben die beiden die

Schutzgemeinschaft österreichische

Wirtshauskultur (SÖW)

gegründet.

Gastwirte stöhnen unter Vorschriften

SÖW: Heimische Wirtshauskultur gefährdet

Viele Gastronomen stöhnen unter der

Vorschriftenflut, die in den vergangenen

Jahren auf Sie eingeprasselt ist.

Aufzeichnungspflicht laut Barbewegungsverordnung,

HACCP, Anmeldepflicht

vor Beginn der Tätigkeit

usw. Auch der Nichtraucherschutz

hat manche Gastwirte in eine prekäre

Finanzsituation getrieben. Umbaumaßnahmen

mußten finanziert werden

und das Geschäft ist ebenfalls zurückgegangen.

Jetzt plant die EU

auch noch eine Kennzeichnungspflicht

für offene Lebensmittel.

Die heimische Gastronomie ist gefährdet

wie noch nie, nicht umsonst

ist diese Branche bei der Insolvenzstatistik

immer vorne dabei.

FPÖ Tourismussprecher Roman Haider

und Gastwirt Michael Fürtbauer

haben von der Regeleungswut und

den dadurch massiven Belastungen

für die Wirte genug.

Deshalb haben die beiden die Schutzgemeinschaft

österreichische Wirtshauskultur

(SÖW) gegründet. "Wir

müssen jetzt handeln: Dafür steht die

Schutzgemeinschaft. Die Politik

muss die nötigen Rahmenbedingungen

schaffen, das werden wir einfordern.

Wir werden uns gegen den bürokratischen

Wahnsinn der europäischen

Union wehren. Zu den brennenden

Themen werden wir Petitionen

an den Nationalrat stellen und so

die verantwortlichen Politiker zum

Umdenken zwingen. Aufbrechen

wollen wir auch die verknöcherten

und ineffizienten Strukturen der Sozialpartner,

und hier mit unseren Mitgliedern

entsprechend Einfluss nehmen.

Was bringt die Pflichtmitgliedschaft,

wenn dafür nichts geboten

wird? Die Schutzgemeinschaft österreichische

Wirtshauskultur ist ein unabhängiger

Verein, der sich gleichermaßen

für die Gäste, für die Wirte

und für die Mitarbeiter einsetzt", so

Haider.

Gastwirt und RFW-Wirtesprecher

Fürtbauer dazu: "Es ist unzumutbar,

dass die Betriebe dazu verpflichtet

wurden, bauliche Maßnahmen im Zuge

des österreichischen Nichtraucherschutzgesetzes

durchzuführen. Das

war mit hohen Investitionskosten

verbunden. Kaum wurde umgebaut,

kommt ein europaweites Rauchverbot."

Sollte die europaweite Regelung

ein totales Rauchverbot beinhalten,

wäre dadurch ein enormer wirtschaftlicher

Schaden für die österreichischen

Gastronomiebetriebe zu erwarten.

Das Prinzip der Freiwilligkeit

sollte oberste Prämisse sein.

Obmann Haider fordert daher, dass

Nichtraucherschutz auf Freiwilligkeit

beruhen müsse."Wir wollen keine

weitere Verschärfung der zur Zeit

gültigen Gesetzeslage, außerdem sollte

eine europaweite Regelung, die ein

Rauchverbot beinhaltet, verhindert

werden. Ein allgemeines Rauchverbot

in der Gastronomie wäre eine Katastrophe.

Es müssen alle Kräfte gebündelt

werden, um dies zu verhindern.

Es muss über Parteigrenzen

hinweg versucht werden, eine akzeptable

Lösung für ein Miteinander für

Raucher und Nichtraucher zu finden."

Haider weiter:" Der Gesundheitsministerrat

der Europäischen Union beabsichtigt,

eine sogenannte Empfehlung

für ein allgemeines europaweites

Rauchverbot zu beschließen. Überwacht

soll dieses nicht von den Behörden

werden, sondern jeder Betrieb

hat einen Nichtraucherschutz-Inspektor

zu bestellen, der dann Übertretungen

der Behörde anzeigt. Vermutlich

ein Belegschaftsvertreter, der

letztlich bei Verstößen gegen den

Raucherschutz Anzeige gegen den

Unternehmer erstatten muss." Der

gelte dann als Mittäter, selbst wenn

jemand anderer rauche. Geldstrafen

und sogar Entzug von Gewerbeberechtigungen

würden die Folge sein.

"Das ist der pure Überwachungsstaat

zusätzlich mit einem offiziellen Spitzelwesen,"

meint Haider :"Fürst Metternich

lässt grüßen."

http://www.soew.net/

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Wirtschaft Aktiv Feb. / 10


Wissen

Kreditvergabe

muß einfacher werden

Vorrang hat jetzt, dass den Unternehmen

rasch und unbürokratisch bei finanziellen

Engpässen geholfen werde.,

so RFW-Vizepräsident der Wirtschaftskammer,

Matthias Krenn.

Die meisten Klein- und Mittelbetriebe

können ein Lied davon singen:

Die Schikanen bei der Kreditvergabe

werden immer größer,

gleichzeitig werden noch mehr Sicherheiten

und zum Teil viel zu hohe

Zinsen verlangt. Deutliche Stellung

genommen hat dazu der RFW-Vizepräsident

der Bundeskammer, Matthias

Krenn. Vorrang habe jetzt,

dass den Unternehmen rasch und

unbürokratisch bei finanziellen

Engpässen geholfen werde.

Krenn kritisiert vor allem, dass die

Banken mit einem millionenschweren

Bankenpaket gestützt wurden,

das Geld aber bisher nicht an die

KMU’s weitergegeben wurde.

Krenn: „ Wer sitzt denn bitte in der

Bundesregierung, die dieses Bankenpaket

beschlossen und für gut befunden

hat? Die roten und die

schwarzen Kollegen. Niemand in

dieser großen Koalition, auch nicht

ihre Vertreter in der Kammer haben

daran gedacht, bestimmte Bedingungen

an die Millionenunterstützung

zu knüpfen. Die Unternehmer

haben nicht nur ein

Recht auf Geld, sondern auch

ein Recht auf glaubhafte

Vertreter in der Wirtschaftskammer.“

„Kurzfristig ist die

einzige Möglichkeit, die

Kreditklemme so rasch als

möglich zu lockern, dass

die Bundesregierung Haftungen

übernimmt und mit der verstaatlichten

Kommunalkredit und

dem Austria Wirtschaftsservice

(AWS) umgehend den KMU’s günstiges

Geld zur Verfügung stellt. Langfristig

muss der Staat die wirtschaftlichen

Voraussetzungen schaffen,

damit Unternehmen vermehrt

Eigenkapital bilden können. Damit

wäre auch die wirtschaftschädigende

Abhängigkeit der Unternehmer

von Banken und politischer Willkür

vorbei und die KMU’s würden auf

lange Sicht wieder finanziell gestärkt

im Wirtschaftsleben stehen“,

so Matthias Krenn abschließend.

Klinger:

So kann man mit den Selbständigen

nicht umgehen

Zinssätze bis zu 11 Prozent und mehr,

grundbücherliche Pfandeintragungen

von 30 Prozent über der Kreditsumme,

Forderungen nach Hinterlegung

diverser anderer Sicherheiten usw.

usw. – das ist die Situation, mit der

vor allem kleinere Gewerbetreibende

derzeit konfrontiert sind.

So, als ob sie etwas dafür könnten,

dass verschiedene Banken hunderte

Millionen verspekuliert haben

oder dubiosen Schuldnern Millionenkredite

einfach nachgeworfen

haben.

„So kann man mit ehrlich arbeitenden

Betrieben nicht umgehen“, sagt

der stellvertretende Bundesobmann

des RFW, Wolfgang Klinger(OÖ).

Jeder Selbständige würde verstehen,

dass ein Kreditantrag ordnungsgemäß

geprüft

werde, aber für

Schikanen, Hinhaltetaktik

oder überhöhte Zinsen habe er kein

Verständnis, so Klinger.

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10 11


Wirtschaft / Adabei

Diskussion

Foto (V.L. VP Ing. Edi Fischer, Dr. Klaus Türtscher, Ueli Göldi, Hansjürgen Huber,

Hildegard Fässler und Moderator Markus Bürgler)

Wirtschaftskrise - Herausforderung für die Region Rheintal

Der Gewerbe- und Industrieverein Sevelen in der Schweiz

hatte zu einer Diskussionsrunde zum Thema Wirtschaftskrise

– Herausforderung für die Region Rheintal mit den Vertretern

der Region geladen. Vorarlberg wurde dabei von Vizepräsident

Ing. Edi Fischer vertreten.

In einer interessanten Veranstaltung mit mehr als 200 Unternehmern

der Region diskutierten Dr. Klaus Türtscher (Regierungschef

des Fürstentum Liechtenstein), Hildegard

Fässler, Schweizer Nationalrätin und Präsidentin der Kommission

für Wirtschaft und Abgaben WAK, Ueli Göldi,

Standortleiter Balzer/Trübbach von OC Oerlikon, Hansjürgen

Hübner, CEO Schöller Textil und Ing. Edi Fischer, Vizepräsident

der Vorarlberger Wirtschaftskammer die anstehenden

Probleme sowie mögliche Problemlösungen mit

den anwesenden Wirtschaftstreibenden.

Auszeichnung

Erneut Auszeichnung für

Offsetdruckerei Schwarzach!

Mit dem Titel International Award Winner „Most Innovative Cartonboard“

wurde in der „Night of Packaging“ im Rahmen des

Pro Carton Kongresses in Düsseldorf die Offsetdruckerei

Schwarzach ausgezeichnet.

Foto (V.L.) Ing. Edi Fischer (GF Offsetdruckerei), Jasmine

Ratz (Verpackungskonstruktion), Eric Lechner

(Werbe & Form), Beate ängle (Projektleitung und

Marketing) und Bohuslav Bereta.

Die innovativen Ländle Verpackungsexperten gingen mit ihrer

Kartonhülle „Music out of a box“ von 122 Einreichungen in 11

Kategorien aus 12 Ländern beschickten Wettbewerb als die

globalen Sieger über allen Kategorien hervor. Damit stellte das

Team um Ing. Edi Fischer einmal mehr unter Beweis, dass die

Offsetdruckerei zu den kreativsten Unternehmen ihrer Branche

zählt.

12

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10


Kommentar

Kommentar Komm.Rat Winfried Waibel

Klimagipfel: Außer Spesen

nichts gewesen...

Nicht einmal der Spruch entspricht

dem Ergebnis des Klimagipfels in

Kopenhagen. Rund fünfundvierzigtausend

„reisende“ Politiker,

Begleiter, Experten, Demonstranten,

Journalisten und, und, und

reisten an, verursachten Treibhausgase,

Umweltverschmutzungen und

- nicht zu vergessen – gewaltige

Kosten und Spesen.

Und was samt Obama, Merkel und

Co heraus kam, war ein fauler

Kompromiss. Selbst der nur auf

freiwilliger Basis, ohne fixe Vereinbarungen

und vor allem ohne prüfbare

Kontrollen. Maximal 2 % Klimaerwärmung

innerhalb der nächsten

10 Jahre oder 40 % gar bis

2110.

Dabei sind die 2 geforderten Grad

Klimaerwärmung bereits jetzt

sichtbar. Die Gletscher im Hochgebirge

schmelzen, riesige abschmelzende

Eisflächen am Nord- und

Südpol schwimmen bereits in den

Ozeanen. Abnormale Stürme, sintflutartige

Niederschläge mit entsprechenden

Vermurrungen, Überschwemmungen

und Flutkatastrophen

sind bereits fast tägliche Meldungen

aus irgendeinem Erdteil

unseres Globus. Und was tun wir

alle dagegen?

Die EU Staaten sind offensichtlich

bereit, trotz enormen Banken- und

Wirtschaftskrise, riesige Milliardenbeträge

zur Verbesserung der

Klimasituation in die Hände zu

nehmen. Voraussetzung – auch die

anderen großen Industriestaaten

ziehen mit. Dies betrifft vor allem

die USA und China als größte CO2

Produzenten. Aber auch Länder

wie Indien, Südafrika, Brasilien

usw. sind mit solchen Fragen massiv

konfrontiert.

Obama ist noch kurz vor seinem

Abflug nach Kopenhagen ein wichtiger

Coup gelungen. Der oberste

Gerichtshof der USA hat entschieden,

dass der Präsident der USA

Maßnahmen zur Klimaverbesserung

ohne die Abgeordneten von

Kongress und Senat treffen kann.

Allerdings besteht auch hier ein

Fragezeichen. Voraussetzung ist,

dass China bei derartigen Maßnahmen

mitzieht.

Und da klemmt es bereits. Laut anwesendem

Ministerpräsident ist

China nicht bereit Maßnahmen zu

treffen, die dem wirtschaftlichen

Aufschwung China schaden könnten.

Gleichzeitig kam die Meldung aus

China – Verdoppelung der Autozulassungen,

keine Abschaltung der

Braunkohlekraftwerke usw. Auf

Sicht will man Windkraftwerke in

allen Regionen bauen, weiters Fotovoltaikanlagen

bauen und vor allem

Atomkraftwerke. Unabhängig

von diesen Differenzen tobte in Kopenhagen

zusätzlich der Streit zwischen

den Industriestaaten, den

Schwellenländern wie z.B. Brasilien,

Indien usw. und anderen mit

den Entwicklungsländern. Nachdem

der Klimagipfel bereits zu

scheitern drohte, kam in Kurzform

folgender Kompromiss zustande:

Die Entwicklungsländer sollen 100

Milliarden $ (anstatt der geforderten

300 Milliarden $) erhalten. Wie

das Geld aufgebracht wird, ist

noch vollkommen unklar.

Und der Überhammer: die Nehmerländer

weigern sich gegen offizielle

Überwachung des Geldeinsatzes

und verweigern auch eine

Kontrolle von Ergebnissen. Damit

wäre der Korruption Tür und Tor

geöffnet. Allerdings, selbst China

schließt sich dieser Verweigerung

an und ist gegen jegliche Kontrolle

ausländischer Kontrolleure innerhalb

Chinas.

Ohne in Protokollen ersichtlich hat

sich der große Teil der Teilnehmerstaaten

auf folgendes geeinigt:

„Die Großen sollen zahlen wie die

Wahnsinnigen, was wir mit dem

Geld machen, das wir erhalten, ist

unser Bier!“

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10 13


Steuerliche Neuerungen 2010

Freie Dienstnehmer ab 2010 teurer

Für freie Dienstnehmer ist nunmehr auch Kommunalsteuer

(3 Prozent), Dienstgeberbeitrag (4,5 Prozent) und

der Zuschlag zum DB (Kammerumlage 2) zu entrichten.

Damit verteuern sich die Lohnnebenkosten um rund 8

Prozentpunkte .

Zusammenfassende Meldungen

Die sogenannte zusammenfassende Meldung (ZM) wird

ausgeweitet. Bisher waren nur innergemeinschaftliche

Lieferungen (innerhalb der EU) erfaßt. Seit 1.1.2010 gilt

die monatliche Meldeverpflichtung auch für grenzüberschreitende

Dienstleistungen innerhalb der EU (Ausnahme

gibt es z.B. bei der Personenbeförderung). Die

ZM für Jänner 2010 muss bis spätestens Ende Februar

2010 übermittelt werden.

Vierteljährliche Umsatzsteuer-Anmeldung

Während die Kleinunternehmergrenze bereits seit 2007

bei 30.000 Euro lag, war die Grenze für die vierteljährliche

Abgabe der UVA bis heuer 22.000 Euro und wird ab

2010 auf 30.000 Euro angehoben werden.

Aufbewahrungspflicht

Geschäftsunterlagen sind im Allgemeinen sieben Jahre

lang aufzubewahren. Zum 31.12.2009 endet somit

die Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen,

Belege und Geschäftspapiere des Jahres 2002. Bei

einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr

läuft die Frist bis zum Schluss des Kalenderjahres,

in dem das Wirtschaftsjahr endet.

Sofern ein behördliches oder gerichtliches Verfahren

anhängig ist, an dem der Unternehmer Parteistellung

hat, verlängert sich diese Frist auf unbestimmte Zeit.

Da Betriebsprüfungen jedoch bis maximal zehn Jahre

möglich sind, sollten alle Geschäftsunterlagen volle 10

Jahre aufbewahrt werden.

Ergänzend sieht das Umsatzsteuergesetz vor, dass

Grundstücke betreffende Geschäftsunterlagen zwölf

Jahre aufzubewahren sind, für bestimmte Grundstükke

sogar 23 Jahre. Weiters sollten keinesfalls Unterlagen

vernichtet werden, die zu einer allfälligen zivilrechtlichen

Beweisführung notwendig sein könnten (z.

B. Produkthafung, Eigentumsrecht, Bestandsrecht,

Arbeitsvertragsrecht etc.). (Quelle VN)

14

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10


unter der Lupe

Alex P hat selber die bittere Erfahrung machen müssen

Für die dringende Renovierung seines kleinen Geschäftes benötigte er rund 40.000

Euro.

Das Angebot der Bank kam prompt: 11,25 % Jahreszinsen + 1,5 % Bereitstellungsgebühr.

Konditionen, die sich Alex P. einfach nicht leisten konnte, obwohl sein Geschäft

grundsätzlich nicht schlecht ging, er sogar einen – wenn auch bescheidenen –

Gewinn machte.

Alex P. hat sich schweren Herzens entschlossen, sein Geschäft zu schließen, seine

zwei Mitarbeiter mußte er kündigen.

Die große Wirtschaftspolitik hat ihm keine Träne nachgeweint.

Warum auch? Die Pläne für das neue Großkaufzentrum waren ja schon weit gediehen,

zur Abrundung fehlte nur noch das Grundstück des Herrn Alex P.

Das war jetzt etwas leichter zu bekommen. Sogenannte Investoren traten auf den

Plan, früher hätte man sie vielleicht auch Spekulanten genannt. Sie hatten das, was

Alex P. nicht hatte – das Wohlwollen der Banken. Den sogenannten Finanzierungshintergrund

eben.

Beim Spatenstich für das neue Großkaufzentrum versammelten sich neben den unvermeidlichen

weitsichtigen Politikern auch rund ein Dutzend prominenter Wirtschaftsvertreter.

Reden wurden gehalten, die für mehrere Sonntage gereicht hätten.

Das Finanzierungsvolumen betrug ja immerhin 40.000.000 Euro, also etwa tausendmal

soviel, wie Alex P. benötigt hätte, um seinen durchaus soliden Betrieb weiterzuführen.

Das alles ist nun schon eine Weile her, das Großprojekt entwickelte sich doch nicht so

wie erwartet, die finanzierende Bank hat Wertberichtigungen vorgenommen, vertrauensvolle

Anleger haben ihr Geld verloren. Heute sucht man einen Käufer für das

hoffnungslos übertriebene Projekt.

In der Zeitung kann man lesen, dass nicht weit entfernt ein neues, viel größeres Zentrum

in Planung ist. Alex P. ist längst vergessen.

Die weitsichtigen Politiker und die prominenten Wirtschaftsvertreter freuen sich

schon mediengeil auf den Spatenstich und ihren Auftritt vor der Presse.

Einer freut sich nicht, nämlich

Die Geschichte von

Alex P.

Ihr

Agilus

„Skurriles“

Einbringen von Anbringen:

Endlich! Wir haben darauf sehnsüchtig

gewartet. Es gibt jetzt ein Formular,

das man dann verwenden kann, wenn

es sonst kein Formular gibt. Oder wie

ist sonst nachstehende Meldung der

Gemeinde Radenthein zu verstehen?

„Formular für allgemeines Anbringen.

Mit diesem Formular können Sie

rechtsgültig Anträge, für die es kein eigenes

Online-Formular gibt, bei der

Gemeinde einbringen. Es handelt sich

dabei um ein normiertes Formular

(Absender, Empfänger, Betreff, Text,

Anlage(n)) und ersetzt E-Mails an die

personalisierten E-Mail-Adressen der

Gemeindemitarbeiter/innen.

Skurriles aus der Gewerbeordnung

Verknorpelte Ohren

§ 109 Abs. 4 GewO

Piercen im Sinne des Abs. 3 ist das

Durchstechen der Haut zwecks Anbringung

von Schmuck an Hautfalten, verknorpelten

Stellen des Ohres oder des

Nasenflügels oder an der Zunge vor

dem Zungenbändchen, sofern dazu

ein Gerät verwendet wird, das höchstens

zwei Millimeter durchmessend in

die Haut eindringt und keine strichoder

flächenförmigen Verletzungen

oder Vernarbungen verursacht.

Erlaubt ist die Anfrage, ob eventuell

noch andere verknorpelte Stellen oder

Hautfalten – man hört ja so einiges –

genutzt werden könnten. Vielleicht

läßt sich der Minister Mitterlehner

noch was einfallen.

Finanzkrise

Was ist der Unterschied zwischen Sozialismus

und Kapitalismus?

Im Sozialismus werden Betriebe

zuerst verstaatlicht und dann ruiniert.

Im Kapitalismus ist es umgekehrt.

Ein Konferenzteilnehmer hat sich verspätet

und erkundigt sich, wie lange

der berühmte Referent schon spricht.

„Etwa eine halbe Stunde“, flüstert

der Kollege. „Und über welches Thema

spricht er?“ „Das sagt er leider

nicht!“

Wirtschaft Aktiv Feb. / 10 15


Jede Menge Ideen

für Unternehmer

Es gib viel zu tun! Gesetzesflut und Steuerflut hemmen Betriebe. Kreativität, Unternehmergeist

und Motivation werden durch schlechte Rahmenbedingungen des Staates

an Ihrer Entfaltung gehindert. Das Wirtschaftsleben ist voller Auflagen und Vorschriften.Auf

der anderen Seite gibt es kaum Sozialleistungen für Selbständige.

Der RFW will daher: Dinge vereinfachen (Selbstveranlagung für Arbeitnehmer, Durchforsten

der Gesetze auf ihre Sinnhaftigkeit, Säubern des Paragraphendschungels,Abbau

unnötiger Bürokratie...), Steuern anpassen (Vorsteuerabzug für alle betrieblich genutzten

PKWs,Anpassen der Abschreibungsdauer an die reale Nutzung, Senkung der Lohnnebenkosten...),

Soziales für Unternehmer (Unterstützung im Krankheitsfall für Unternehmer).

Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) - Vorarlberg, Belrupstraße 27, 6900 Bregenz

Tel.: 05574/44037, Fax 05574/48400-4; vorarlberg@rfw.at

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW), Landesorganisation Oberösterreich, ZVR-Nr.: 284146541,

4020 Linz, Pochestraße 3, zugl. Anschrift Redaktion, Verwaltung, Anzeigen. Redaktion Vorarlberg: Mag. Michael Brduscha. Druck: Wiesinger, Wels.

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