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keine derselben in der Weise, wie die Circulationsstörung, massgebend.

Die Schwankungen in der arteriellen Gefässbahn können durch

direkte Schädigung der Artcrienwände als auch durch nervöse Beeinflussung

bedingt sein, die Verlangsamung' des Blutstromes, die Emigrationsvorgänge

aus Venen und Capillaren sind dagegen nach vielfachen

Erhebungen COHNHEIM'S selbst und Andererlfdurch eine molekulare Alteration

der Gefässwände zu erklären. Eine noch ausführlichere Begründung

dieser durch so viele hervorragende Arbeiten bewiesenen Erklärungen

der Vorgänge würde mich zu weit führen, ich muss mich

hier mit dem einfachen Hinweis auf die diesbezüglichen Arbeiten begnügen.

Was durch VIRCHOW'S und COHNHEIM'S Entzündungslehren

geschaffen ist, daran halten wir heute noch fest. Nur ist Beides von

nüchternen Beurtheilern in richtiger und leidenschaftsloser Weise einander

mehr und mehr adaptirt worden. Eines dieser Werke kann nicht ohne

das andere existiren. Aber das, was die Gewebe, vor Allem die Gefässe

in einen Zustand solch schön und klar erklärter Vorgänge, der Entzündung

mit ihren Folgen, versetzt, was uns als etwas nothwendig

Greifbares lange fehlte, das haben uns beide nicht zu sagen vermocht

die Entzündungsursachen.

Die EntWickelung der Bakterienielire in ihrer Beziehung zur

Entzündung und Eiterung.

Lange Zeit zwar hat man mechanische, thermische, chemische Reize,

auch bekanntlich die vielfach diskutirten Nerveneinflüsse gelten lassen;

man behalf sich mit Hypothesen und Experimenten aller Art; man hat

auch gerade in und schon vor der Zeit der neueren Entzündungslehren

von ansteckungsfähigem Eiter, von der Pyohämie, auch von Bakterien

gesprochen, man hat die Bakterien sogar gesehen; aber man fühlte doch

immer eine Lücke, die noch ausgefüllt werden müsste. COHNHEIM

selbst spricht in seinem Lehrbuche der allgemeinen Pathologie beim

Gebiete der Entzündung sehr viel und oft von Bakterien, aber es war

ihm doch noch nicht so ganz Ernst damit, denn er spricht auch dazwischen

etw r as ironisch „von der bakterienfrohen Zeit" Aber diese

bakterienfrohe Zeit ist nicht mehr verschwunden, sondern sie hat Wurzeln

gefasst und eine neue Lehre von der eminentesten Tragweite zu den

zwei anderen hinzugefügt. Und wenn wir für die voll entstandene Entzündungslehre

einen Denkstein setzen und darauf mit unauslöschbaren

Lettern die Namen VIRCHOW und COHNHEIM schreiben, so dürfen wir

auch den Namen KOCH nicht vergessen. Denn ihm verdankt diese neue

Lehre — die Lehre von den Bakterien, ohne die man sich auch keine

Entzündung mehr denken kann — ihr Dasein.

Wohl haben vor ihm schon viele Forscher und manche von ihnen

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