Aladdin und die Wunderlampe - web-zwerge.de

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Hier sagte er: ,,Auch du wirst bald ein Kaufmann sein. Darum ist es vorteilhaft, dass du diese

Kaufleute besuchst. Sie sollen dich kennenlernen."

Der Zauberer zeigte Aladdin auch die schönsten und prächtigsten Moscheen. Schließlich geleitete

er ihn durch den Palast des Sultans, soweit man dort freien Zutritt hatte. Nach diesem langen

Spaziergang nahm er ihn mit in sein Absteigquartier. Dort machte er ihn mit einigen Kaufleuten

bekannt und stellte ihn als seinen Neffen vor. Sie nahmen ein reichliches Mahl ein, und Aladdin

sprach den guten Gerichten ausgiebig zu.

Gegen Abend geleitete der Zauberer seinen Neffen zum Hause seiner Mutter zurück. Diese war

außer sich vor Staunen, als sie den Sohn so fein gekleidet sah. Sie wünschte den Segen des

Himmels über den großzügigen Schwager herab.

,,Lieber Schwager", sagte sie, ,,ich weiß nicht, wie ich dir für deine Großmut danken soll. Mein

Sohn wäre ganz nichtswürdig, wenn er sich jetzt nicht deiner Fürsorge würdig erweisen wollte.

Ich danke dir von ganzem Herzen. Der Herr möge dich durch ein langes und glückliches Leben

belohnen. Ich hoffe, dass auch mein Sohn dankbar deinen Rat und deine Wohltaten anerkennen

wird."

Hierauf erwiderte der Zauberer: ,,Aladdin ist ein guter Junge. Er stammt von trefflichen Eltern.

Wir werden schon einen tüchtigen Menschen aus ihm machen. Übrigens tut es mir leid, dass ich

ihm nicht schon morgen einen Laden kaufen kann. Aber morgen ist Freitag, da werden dieden

geschlossen sein. Die Kaufleute werden die Stadt verlassen und sich in den Gärten aufhalten. Wir

müssen daher bis Samstag warten. Doch komme ich morgen trotzdem zu euch. Ich will Aladdin

mit mir nehmen und ihm die Gärten und Plätze vor der Stadt zeigen. Dort werden wir auch viele

Kaufleute mit ihren Familien antreffen; so kann ich ihn gleich bekannt machen. Er muss ja jetzt

auch den Verkehr mit Erwachsenen lernen."

Nach diesen Worten entfernte sich der Zauberer.

Am folgenden Tag stand Aladdin sehr zeitig auf. Vor Freude hatte er nicht mehr schlafen können

und sich den Morgen herbeigewünscht. Er zog nun seinen neuen Anzug an. Dann erwartete er

ungeduldig den Oheim. Wiederholt öffnete er die Tür und blickte nach ihm aus. Als er ihn von

ferne kommen sah, verabschiedete sich Aladdin von seiner Mutter und eilte ihm freudestrahlend

entgegen.

Der Zauberer begrüßte ihn freundlich. ,,Da bist du ja, Junge", sagte er. ,,Heute will ich dir Dinge

zeigen, die du in deinem ganzen Leben noch nicht gesehen hast."

Sie gingen zusammen vor die Stadt und besahen die prunkvollen Häuser und Gärten. Bei jedem

besonders schönen Schloss oder Garten blieb der Zauberer stehen. Und jedes Mal fragte er den

Jungen, ob sie ihm gefielen.

Aladdin hatte noch nie so schöne Bauten und Plätze gesehen. Vergnügt gab er zur Antwort:

,,Oheim, alles ist wunderbar. Ich kann mich gar nicht Sattsehen."

So schritten sie immer weiter, bis sie müde wurden. Um ein wenig auszuruhen, betraten sie einen

großen, herrlichen Garten und setzten sich nieder. Der Zauberer zog einen Beutel aus der Tasche.

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