Aladdin und die Wunderlampe - web-zwerge.de

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Achte genau auf meine Weisungen! Es ist für dich und für mich von größter Wichtigkeit!"

Mit Staunen lauschte Aladdin den Worten seines Oheims. Er freute sich nun unbändig, dass er

reicher werden sollte als ein König. Schrecken und Schmerz waren vergessen. Und er sagte zum

Zauberer: ,,Lieber Oheim, sag mir, was ich tun soll. Ich will alles genau ausführen."

,,Gut, mein Sohn", erwiderte der Zauberer und umarmte ihn. ,,Ich freue mich, dass du vernünftig

bist. Jetzt fass diesen Ring und hebe den Stein in die Höhe!"

,,Aber Oheim", entgegnete Aladdin, ,,dieser Stein wird mir zu schwer sein. Ich kann ihn nicht

heben. Hilf mir dabei!"

,,Nein", versetzte der Zauberer, ,,das darf ich nicht. Wollte ich dir dabei helfen, wäre alle unsere

Mühe vergebens; wir brächten den Stein nicht empor. Fass den Ring nur an! Sprich dazu den

Namen deines Vaters und Großvaters und zieh daran! Der Stein wird sich heben, ohne dass du

sein Gewicht spürst."

Da tat Aladdin, wie ihn der Zauberer geheißen. Er hob den Stein mühelos in die Höhe und legte

ihn beiseite.

Kaum war die Platte gehoben, sah Aladdin Stufen vor sich, die in die Tiefe führten.

,,Lieber Neffe", sagte der Zauberer, ,,nun höre, was ich dir sagen werde! Steig diese Stufen

hinunter, bis du auf dem Grunde der Höhle bist! Dort wirst du eine offene Tür finden; sie führt in

eine gewölbte Halle. Diese ist in drei aneinanderstoßende Säle geteilt. In jedem Saal wirst du

links und rechts vier große, bronzene Vasen finden, die mit Gold und Silber angefüllt sind. Hüte

dich, etwas davon zu berühren oder an dich zu nehmen! Hebe dein Kleid in die Höhe und schließ

es eng um den Leib, damit du nirgends anstreifst; du müsstest sonst auf der Stelle sterben. Geh

ohne stehenzubleiben durch alle drei Räume! Im letzten Saal wirst du eine Tür finden; sie führt in

einen schönen, großen Garten mit vielen fruchtbeladenen Bäumen. Wenn du in diesem Garten

geradeaus gehst, wirst du auf eine Treppe von fünfzig Stufen stoßen. Auf dieser steig zu einer

Terrasse empor, und dort sieh dich um! Du wirst eine Nische finden, in der eine brennende

Lampe steht. Diese Lampe nimm, lösch sie aus und schütte das Öl weg! Dann stecke sie in dein

Gewand und bring sie zu mir. Das Öl wird auf deinem Kleid keine Flecken hinterlassen. Wenn es

dich verlangt, von den Früchten im Garten zu kosten, so iss, soviel dein Herz begehrt. Solange du

die Lampe bei dir hast, gehört dies alles dir." Nach diesen Worten steckte der Zauberer seinen

Sigelring an Aladdins Finger. Dabei sagte er: ,,Mein Sohn, dieser Ring wird dich vor jeder Not

und Gefahr schützen. Steig nun hinab! Aber befolge alles genau, was ich dir gesagt habe! Wenn

du zurückkommst, werden wir unser Leben lang reiche Leute sein."

Aladdin sprang leichtfüßig die Stufen hinunter. Vorsichtig durchschritt er die drei Säle. Er

schürzte sein Gewand und presste es eng an den Körper; er wollte ja nirgends anstreifen und so in

Lebensgefahr kommen. Er fand den Ausgang in den Garten und eilte schließlich die Treppe

hinauf auf die Terrasse. Dort sah er die Lampe stehen. Er löschte sie aus und schüttete das Öl

weg. Sodann steckte er sie zu sich und machte sich auf den Rückweg. Im Garten bewunderte er

die Früchte an den Bäumen; sie leuchteten in den verschiedensten Farben.

Aber alle Früchte waren kostbare Edelsteine. Die weißen waren Perlen. Andere leuchteten hell

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