Restauratorisches Gutachten Mellnsdorf

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Restauratorisches Gutachten Mellnsdorf

Joachim Körber

Diplomrestaurator

Lutherstraße 45

06886 Lutherstadt Wittenberg

Tel ( 0 34 91 ) 40 35 39

Fax ( 0 34 91 ) 43 39 15

Mobil 0 172 36 32 5 39

restaurator.koerber@t-online.de

USt-IdNr. DE 139 849 796

Joachim Körber Lutherstraße 45 06886 Wittenberg

Evangelisches Kirchspiel

Kirchgemeinde Mellnsdorf

Pfarrer Dr. Schollmeyer Tel. mob . 0177 96 13 552

Dorfstraße 19

14913 Blönsdorf

Kirche in Mellnsdorf WB, den 25.05.11

Restauratorische Befunduntersuchung an der Innenaussattung Seiten 1 bis 32

Raumausschnitt vom Chor gesehen


MELLNSDORF Kirche Inhalt Seite 02

Ziel dieser Untersuchung war die Ermittlung der zu rekonstruierenden Farbfassung von 1982/29.

Von dieser Ausmalung sind bereits die Triumphbogenwand mit der umlaufenden roten Inschrift sowie die

Decke im Schiff rekonstruiert. Die vorliegende Dokumentation ist der dritte Teil der bisher erfolgten und

dokumentierten restauratorischen Untersuchungen dieser Kirche.

Die Deckenbemalung des Chorraumes soll ebenfalls rekonstruiert werden. Diese war Inhalt meiner

Dokumentation vom 10.06 2006.

Inhalt der vorliegenden Dokumentation

1. Farbfassung der Empore

- Brüstung mit Inschrift,

- Rückseite und Lesebrett

- Untersicht und Seitenansicht neben der Treppe

- Stützen und Unterzüge

Im Anhang die abgepausten Inschriften im M 1:1

2. Farbfassung der Treppe

- Geländer, Prosten, Wangen und Stufen

- Tür zum Vorraum, Treppenseite

3. Farbfassung der Eingangstür

- Alle Teilflächen innen und außen

4. Farbfassung der Kanzel

- Alle Teilflächen

5. Farbfassung des Gestühls

- Wangen, Sitzflächen, Blende, Lesebrett, Sockel

6. Kopien von den gesamten Inschriftenabzeichnungen

auf der Emporenbrüstung , nur im Exemplar für den Auftraggeber

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MELLNSDORF Kirche Farben der Innenaussattung Seite 03

Die jetzt untersuchten Teile der Innenausstattung haben meist eine Ockerbraune Vorgängerfassung. Die

gefasten Kanten und Füllungsrahmungen waren in einem dunkleren Braun abgesetzt. Beide Farben sind

überall durch Selbstfreilegung sichtbar. Die Emporenbrüstung, ihre Untersicht und die Treppe waren danach

noch in einem hellen Grauweiß und teileweise in einem hellen Graublau gestrichen. Diese Zwischenfassung

ist nicht auf allen Teilen der Ausstattung zu finden.

Dem Befund zur Fassung von 1828/29 entsprechen die folgenden Farbangaben nur in der Annäherung. Hier

ist zu beachten, dass alle real gestrichenen Farben mehr oder weniger offene Anstriche sind. Die Farbmuster

sind dagegen gemittelte Werte bzw. Annäherungen an die Gesamtwirkung von variierenden Farboberflächen.

1. EMPORE

1.1 Fondflächen, Untersichten, Stützen, kleines Fenster am Aufgang

Schlusswirkung etwa zwischen NCS-S-0510 und -1010-Y30R,

ist etwa das Mischverhältnis 1.1 aus diesen beiden Farbtönen

hellgelbes Weiß

NCS-S-0510-Y30R

helles Gelb

NCS-S-1010-Y30R

1.2 Inschriften und Strich auf Stützen

Der Farbaufstrich ist lasurartig und variiert somit im Hellwert

Braunrot

Schlusswirkung ca. NCS-S-5040-Y50R

1.3 Stich auf Stützen

Der Farbaufstrich ist lasurartig und variiert somit im Hellwert

Dunkelgrau

Schlusswirkung ca. NCS-S-6005-Y20R

1.4 Lesebrett

Der Farbaufstrich ist lasurartig und variiert somit im Hellwert

Blaugrün

Schlusswirkung ca. Sikkens NO.10.40.

1.5 Rückseite

Der Farbaufstrich ist deckend

Grau

ca. Sikkens LN.02.57.

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MELLNSDORF Kirche Farben der Innenaussattung Seite 04

2. TREPPE

2.1 Wangenoberkante und Wangeninnenseite

sowie Stufen und Tür zum Vorraum

Farbe wie Emporenrückseite, siehe zu 1.5

2.1 Handlauf und Pfosten

Farbe wie Emporenlesebrett, siehe zu 1.4

2.2 Geländerstäbe sowie Wangenaußenseite und Untersicht

Farbe wie Emporenfond, siehe zu 1.1

3. EINGANGSTÜR, beide Seiten

3.1 Türfutter, Türbekleidung und Türrahmen

Blau wie Bänke, siehe zu 5.1

3.2 Türfüllungen

Grau, Aufhellung der Emporenrückseite,

NCS-S-2502-G

3.3 Strichrahmungen auf Bekleidung, Fenster und um Füllungen

Der Farbaufstrich ist lasurartig und variiert somit im Hellwert

Ockerbraun

Schlusswirkung ca. NCS-S-4040-Y40R

3.4 Fensterrahmen und Stäbe

Grau wie Türfüllungen siehe zu 3.2

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MELLNSDORF Kirche Farben der Innenaussattung Seite 05

4. KANZEL

4.1 Fondflächen aller Teile

Der Farbaufstrich ist lasurartig und variiert somit im Hellwert

Gelbliches Hellgrau Schlusswirkung ca. Sikkens F6.07.77.

4.2 Rote Strichgliederungen und Stirnflächen der Stützstäbe

Schlusswirkung zwischen NCS-S-3050- Y60R und - 4050-Y70R,

ist etwa das Mischverhältnis 1.1 aus diesen beiden Farbtönen

NCS-S-3050- Y60R

NCS-S-4050- Y70R

4.3 Ockergelbe Strichgliederungen

Der Farbaufstrich ist lasurartig und variiert somit im Hellwert

Schlusswirkung ca. Sikken FO.30.70

4.4 Dunkelgrauer Stichgliederungen

Schlusswirkung zwischen NCS-S-6502- B und - 7502-B,

ist etwa das Mischverhältnis 1.1 aus diesen beiden Farbtönen

NCS-S-6502- B

NCS-S-7502-B

4.5 Blaugrünes oberes Abschlussbrett

Farbe wie Emporenlesebrett, siehe zu 1.4

4.6 graue Fussleiste

Der Farbaufstrich ist deckend

ca. NCS-S-4500-N

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MELLNSDORF Kirche Farben der Innenaussattung Seite 06

5. GESTÜHL

5.1 Wangen, sowie Sitz- und Lehnflächen

Der Farbaufstrich ist deckend

Blau

Schlusswirkung ca. NCS-S-4020- B

5.2 hellgraue Füllungen der vorderen Blenden und des Kanzelzugangs

Farbe wie Emporenrückseite, siehe zu 1.5

5.3 Ockergelbe Rahmungsstriche um hellgraue Füllungen 5.2

Farbe wie Striche auf Tür, siehe zu 3.3

5.4 graue Fussleiste

Farbe wie Fussleiste der Kanzel, siehe zu 4.6

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MELLNSDORF Kirche Massnahmenvorschläge Seite 07

Vor der handwerklichen Bearbeitung der beschädigten Fassungen müssen von mir noch kleinere

Bereiche markiert bzw. eingegrenzt werden, die als Primärdokumente zu erhalten sind und die im

Zuge der anstehenden Arbeiten nicht beschädigt oder verschmutzt werden dürfen. Das gilt sowohl für

Schriftbereiche, Teilstücke von Strichbemalungen als auch für monochrome Anstriche.

Das helle Gelb des Emporenfonds und das Blau der Bänke sind raumprägende Farben. Deshalb ist es

unbedingt notwendig, vor der Ausführung Probeflächen der hier angegebenen Farbtöne zu

begutachten. Alle Anstrichproben sind auf zuvor vollkommen hergerichtete Untergründe anzulegen.

1. EMPORE

- Brüstung mit Inschrift,

- Rückseite und Lesebrett,

- Untersicht und Seitenansicht neben der Treppe,

- Stützen und Unterzüge,

Die Sichtfassung vor allem der Ansichtsflächen wurde auf einem nur schlecht vorbereiteten Untergrund

aufgebracht. Die hellbläuliche Weißfassung darunter ist unterleimt und haftet nur schlecht auf der zu

glatten braunen Ölfarbenfassung vom Ende des 19.JH. Die rote Inschrift ist besser erhalten, weil hier

Bindemittel der nur lasierten Schrift in den unterbundenen Untergrund abwandern konnte und diese

Flächen nachträglich gefestigt hat. Auf der Emporenuntersicht wurde der zu schwach gebundene

Altanstich meist flächig entfernt. Hier haftet der Folgeanstrich von 1928/29 auch besser.

Die mit der roten Inschrift bemalten Brüstungsflächen können nicht erhalten werden, weil der dafür

erforderliche Festigungsaufwand unverhältnismäßig wäre. Alle anderen nur monochromen Flächen sind

zwar besser erhalten, aber auch hier zeigen sich Ablösungen, Verunreinigungen und vor allem

Farbveränderungen. Deshalb sind auch hier die Schaffung eines tragfähigen Grundes und die

Farbrekonstruktion des Anstriches von 1928/29 zu empfehlen.

2. TREPPE

- Geländer, Prosten, Wangen und Stufen

- Tür zum Vorraum, Treppenseite

Die Geländerstäbe tragen noch unter der Sichtfassung von 1928/29 korrodierte Reste der braunen Fassung

vom Ende des 19.JH. Auf den noch erhaltenen alten Trittstufen sind auch in den Ecken keine Farbspuren

einer etwaigen Graufassung von 1928/29 zu finden. Obwohl es keinen entsprechenden Farbefund gibt,

empfehle ich auch diese Trittstufen grau zu streichen. Der Holzabrieb würde dadurch etwas gestoppt und

auch gestalterisch wäre eine holzblanke Fläche hier zu sehr motiviert gegenüber einer sonst farbig

gefassten Treppenanlage.

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MELLNSDORF Kirche Massnahmenvorschläge Seite 08

3. EINGANGSTÜR

- Alle Teilflächen innen und außen

Die Sichtfassung stammt von 1928/29. Die meisten Teilflächen dieser Fassung sind allerdings sehr stak

farbverändert und geben nicht das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder.

Die heutige scheinbare Zweifarbigkeit zwischen der noch blau wirkenden Türbekleidung und dem eher ins

Grün abdriftenden Farbton des Türblattes existierte nachweislich nicht. Beide Teile waren im selben

Blauton gestrichen.

Die exakte Bestimmung der ursprünglichen Grautöne gelang indessen nicht. Ihre ursprüngliche Farbigkeit

erschließt sich zwar im mikroskopischen Bereich etwas besser aber selbst auf relativ lichtgeschützten

Stellen gelang kein hinreichender Nachweis für eine exakte Farbnuance.1*. Auf der Vorraumseite ist der

ursprüngliche Grauton der Füllungen und des Türfensters nicht mehr zu bestimmen. Innen scheint es einen

Helligkeitsunterschied zwischen beiden Teilen zu geben. Dennoch ist der Befund nicht eindeutig, weil

auch hier die Farbveränderung sehr weit fortgeschritten ist.

Deshalb empfehle ich für die Rekonstruktion sowohl der Füllungen als auch des Türfensters auf die

eventuell gewesene Zweifarbigkeit der Grautöne zu verzichten und den gleichen Grauton zu verwenden.

Es bietet sich an, den eindeutiger feststellbaren Grauton von den Füllungen auf der vorderen Bankblende

zu verwenden oder ihn etwas aufzuhellen. Das sollte mit einer Farbprobe am Objekt ermittelt werden.

Heller als der unter 3.2 angegebene Grauton dürfte er aber nicht sein.

Die rote Inschrift auf der Vorraumseite soll erhalten werden.

Nur die Inschrift auf der Schiffseite wird rekonstruiert

4. KANZEL

- Alle Teilflächen

Die Arbeiten an der Farbfassung der Kanzel sollten noch vor der Bemalung der Chordecke die letzten sein,

weil sie die am besten erhaltene Farbfassung der gesamten Ausstattung hat. Die Oberflächen sind vor

allem verschmutzt. Erste Proben haben ergeben, dass man einen sichtbaren Erfolg schon durch einfachste

Reinigungsverfahren erzielen kann. Die sonst üblichen Farbschichtablösungen haben einen

überschaubaren Umfang, sodass sich mit Retuschen eine wirksame Verbesserung des Erscheinungsbildes

erreichen ließe.

Damit ist es jedoch nicht zu vermeiden, dass die Kanzel im Kontext zu den sonst neu gefassten anderen

Ausstattungsteilen relativ stark auffällt. Man wird sehen, ob dieser Zustand hinnehmbar sein wird, oder

ob man zB. nur die hellen Fondflächen neu fässt. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren zeigen, dass

erhaltene gealterte Fassungen inzwischen akzeptabler sind, ja sogar nachgefragt und auch als wertvoll

wahrgenommen werden.

*1, Es gibt Verfahren, den ursprünglichen Farbwert noch mehr einzugrenzen, indem man zB. die Quantitäten der enthaltenen Pigmente

bestimmt. Den Aufwand für eine solche Analyse halte ich allerdings hier für ungerechtfertigt, zumal auch damit nur Annäherungen

möglich sind, etwa ob beide Proben gleich oder ungleich sind.

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MELLNSDORF Kirche Massnahmenvorschläge Seite 09

5. GESTÜHL

- Wangen, Sitzflächen, Blende, Lesebrett, Sockel

Beim Gestühl besteht generell das Problem einer zu glatten und vermutlich auch wachshaltigen Oberfläche

der überall schon sichtbaren braunen Vorgängerfassung vom Ende des 19.Jh. Der blaue Anstrich der

Fassung von 1928/29 haftet schlecht auf dieser Oberfläche. Vor der beabsichtigen Neufassung der Bänke

mit der blauen Farbe sind deshalb gründliche Vorarbeiten erforderlich. Sie sollten auch die braune

Farboberfläche erreichen. Nach der relativ unproblematischen Entfernung des defekten blauen Anstriches

ließe sich eine wirksame Aufrauhung mit konzentriertem Salmiak erreichen. Die Braunfassung soll dabei

aber nicht gänzlich entfernt werden.

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Mellnsdorf

Kirche

25.05.2011 SEITE 10

Empore

Bauteil Brüstung, linker Teil

Befund / Abb Abb. 01

Befunddokumentation Foto, digital 9131

Sichtfassung mit rotbrauner Inschrift von 1828/29

Korrodierte Farbfassung von 1928/29. Die hellgelbe Fondfarbe dieser Fassung ist nur noch in

geschützten Ecken erhalten. Die Farbbestimmung erfolgte an diesen Stellen. Die heute farbwirksamen

hellen Flächen stammen von der direkten Vorgängerfassung. Sie war heller und weniger gelblich.

An den senkrechten Stäben hat sich die holzbraune Vorgängerfassung selbst freigelegt.

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Kirche

25.05.2011 SEITE 11

Empore

Bauteil Brüstung, mittlerer Teil

Befund / Abb Abb. 02

Befunddokumentation Foto, digital 9132

Sichtfassung mit rotbrauner Inschrift von 1828/29

Korrodierte Farbfassung von 1928/29. Die hellgelbe Fondfarbe dieser Fassung ist nur noch in

geschützten Ecken erhalten. Die Farbbestimmung erfolgte an diesen Stellen. Die heute farbwirksamen

hellen Flächen stammen von der direkten Vorgängerfassung. Sie war heller und weniger gelblich.

An den senkrechten Stäben hat sich die holzbraune Vorgängerfassung selbst freigelegt.

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25.05.2011 SEITE 12

Empore

Bauteil Brüstung, mittlerer Teil

Befund / Abb Abb. 03

Befunddokumentation Foto, digital 9133

Sichtfassung mit rotbrauner Inschrift von 1828/29

Korrodierte Farbfassung von 1928/29. Die hellgelbe Fondfarbe dieser Fassung ist nur noch in

geschützten Ecken erhalten. Die Farbbestimmung erfolgte an diesen Stellen. Die heute farbwirksamen

hellen Flächen stammen von der direkten Vorgängerfassung. Sie war heller und weniger gelblich.

.

An den senkrechten Stäben hat sich die holzbraune Vorgängerfassung selbst freigelegt.

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Empore

Bauteil Brüstung, rechter Teil

Befund / Abb Abb. 04

Befunddokumentation Foto, digital 9134

Sichtfassung mit rotbrauner Inschrift von 1828/29

Korrodierte Farbfassung von 1928/29. Die hellgelbe Fondfarbe dieser Fassung ist nur noch in

geschützten Ecken erhalten. Die Farbbestimmung erfolgte an diesen Stellen. Die heute farbwirksamen

hellen Flächen stammen von der direkten Vorgängerfassung. Sie war heller und weniger gelblich.

An den senkrechten Stäben hat sich die holzbraune Vorgängerfassung selbst freigelegt.

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Empore

Bauteil Brüstung, rechter Teil

Befund / Abb Abb. 05

Befunddokumentation Foto, digital 9137

Inschrift von 1828/29

Die Schrift ist auf hellgelblichem Grund in lasurartigem und sehr dünnflüssigem Auftrag geschrieben,

sodass sie sehr lebendig wirkt. Das Bindemittel war vermutlich Kaseintempera. Auch der hellgelbe

Fondanstrich ist ein eher offener Anstrich gewesen. Der hellgelbe Anstrich ist stark beschädigt, weil die

Haftung einer weißbläulichen Altfassung auf dem braunen Ölfarbenuntergrund der Vorgängerfassung

zu gering ist. Wahrscheinlich ist dieser Anstrich zu wenig gebunden gewesen, denn an den Stellen mit

vermehrtem Bindemittelauftrag, wie den Buchstaben, hat dieselbe Farbe sehr viel besser gehalten.

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Empore

Bauteil Brüstung, rechter Teil

Befund / Abb Abb. 06

Befunddokumentation Foto, digital 9142

Farbtöne

hellgelber Fond:

Der Farbwert liegt etwa zwischen NCS-S-0510 und 1010-

Y30R.

Es ist etwa die Wirkung, die sich aus dem

Mischverhältnis 1.1 aus diesen beiden Farbtönen ergibt.

Rote Inschrift

Der Farbaufstrich ist lasurartig und variiert somit im

Hellwert. Der durchschnittlich wahrgenommen Farbwert

liegt etwa bei NCS-S-5040-Y50R

Inschrift von 1828/29, Detail aus vorheriger Abbildung

Die Schrift ist auf hellgelblichem Grund in lasurartigem und sehr dünnflüssigem Auftrag geschrieben,

sodass sie sehr lebendig wirkt. Das Bindemittel war vermutlich Kaseintempera. Auch der hellgelbe

Fondanstrich ist ein eher offener Anstrich gewesen. Der hellgelbe Anstrich ist stark beschädigt, weil die

Haftung einer weißbläulichen Altfassung auf dem braunen Ölfarbenuntergrund der Vorgängerfassung

zu gering ist. Wahrscheinlich ist dieser Anstrich zu wenig gebunden gewesen, denn an den Stellen mit

vermehrtem Bindemittelauftrag, wie den Buchstaben, hat dieselbe Farbe sehr viel besser gehalten.

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Empore

Bauteil Unterzug und Stütze

Befund / Abb Abb. 07

Befunddokumentation Foto, digital 9153

Strichbemalung am Stützenende

Unterzug und Stütze haben dieselbe hellgelbliche Farbfassung. An der Trennungsline zwischen beiden

Bauteilen gibt es diese Strichkombination.

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25.05.2011 SEITE 17

Empore

Bauteil Unterzug an der Treppe

Befund / Abb Abb. 08

Befunddokumentation Foto, digital 9166

Farbfassung auf einem Unterzug der Emporendecke

An der Eckverbrechung dieses Balkens hat sich die Farbfassung von 1928/29 sehr gut erhalten und ist

gut bestimmbar. Derselbe Anstrich ist auf allen Fondflächen der Empore vorhanden.

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25.05.2011 SEITE 18

Empore

Bauteil Emporenrückseite

Befund / Abb Abb. 09

Befunddokumentation Foto, digital 9164

Farbfassung der Emporenrückseite im Vergleich zum Blau der Bank

Im verschmutzten Zustand sieht es zunächst so aus, als ob Bänke und Emporenrückseite dieselbe Farbe

hätten. Die Freilegungsfenster, Pfeilmarkierung und 1, zeigt dann erst den Unterschied. Die Rückseite

der Empore war grau und die Bänke, also auch das Gestühl, war blau.

Der Treppenpfosten ist weder Blau noch grau gewesen, er hatte einen blaugrünlichen Farbton, der auch

auf den Lesebrettern der Bänke vorhanden ist.

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25.05.2011 SEITE 19

Kirche

Vorraum / Treppenraum

Bauteil Tür und Fenster

Befund / Abb Abb. 10

Befunddokumentation Foto, digital 9165

Farbtöne

Alle Teilflächen dieser Türseite:

ca. Sikkens LN.02.57.

Detailausschnitt von der Treppentür und dem Fenster zum Vorraum

Alle Teilflächen der Tür waren grau. Es ist dasselbe Grau wie auf den Stufen und den Füllungen der

vordersten Bankblende.

Das Fenster hatte den hellgelblichen Anstrich der Empore. Heute wirkt die Farbfassung eher hellbläulich,

weil hier größtenteils nur noch die Vorgängerfassung sichtbar ist. Die Fassung von 1928/29 ist meist

schon abgefallen.

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25.05.2011 SEITE 20

Kirche

Treppe

Bauteil Stufen und Geländer

Befund / Abb Abb. 11

Befunddokumentation Foto, digital 9159

Farbtöne

Alle Teilflächen dieser Türseite:

ca. Sikkens LN.02.57.

Stufen und Wangen:

ca. Sikkens LN.02.57.

Geländerpfosten und Handlauf:

ca. Sikkens NO.10.40.

Detailausschnitt von der Treppe sowie der Treppentür zum Vorraum

Die Geländerstäbe und die Treppenwange außenseitig sowie untersichtig hatten denselben Farbton wie

die Emporen.

Alle Teilflächen der Tür waren grau.

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25.05.2011 SEITE 21

Kirche

Treppe

Bauteil Stufen und Geländer

Befund / Abb Abb. 12

Befunddokumentation Foto, digital 9161

Detailausschnitt von der Treppe

Die Treppenwange innenseitig sowie aufsichtig und die Stufen hatten denselben grauen Farbton wie die

Tür zum Vorraum.

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25.05.2011 SEITE 22

Kirche

Vorraum mit Eingangstür

Bauteil Tür

Befund / Abb Abb. 13

Befunddokumentation Foto, digital 9144

Farbfassung der Wand des Vorraumes mit der roten Inschrift und der Tür

Die Sichtfassung stammt von 1928/29. Die meisten Teilflächen dieser Fassung sind allerdings sehr stak

farbverändert und geben nicht das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder.

Die heutige scheinbare Zweifarbigkeit zwischen der noch blau wirkenden Türbekleidung und dem eher

ins Grün abdriftenden Farbton des Türblattes existierte nachweislich nicht. Beide Teile waren im selben

Blauton gestrichen.

Auch die Fassung der Wandflächen ist verändert. Ursprünglich war es derselbe Farbton wie auf der

Empore

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25.05.2011 SEITE 23

Vorraum

Bauteil Inschrift

Befund / Abb Abb. 14

Befunddokumentation Foto, digital 9143

Farbfassung der Wand des Vorraumes mit der roten Inschrift und der Tür

Die Sichtfassung stammt von 1928/29. Die meisten Teilflächen dieser Fassung sind allerdings sehr stak

farbverändert und geben nicht das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder.

Diese rote Inschrift einschließlich der umgebenden Fondfläche soll erhalten werden.

Die Fondfläche der Inschrift in der Türbreite wird im jetzt überkommenen Farbton retuschiert.

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25.05.2011 SEITE 24

Kirche

Eingangstür

Bauteil Tür

Befund / Abb Abb. 15

Befunddokumentation Foto, digital 9147

Farbfassung der Tür auf der Raumseite

Die Sichtfassung stammt von 1928/29. Die meisten Teilflächen dieser Fassung sind allerdings sehr stak

farbverändert und geben nicht das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder.

Diese Türseite hatte in allen Teilflächen dieselben Farben wie auf der Außenseite.

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Kirche

25.05.2011 SEITE 25

Türwand

Bauteil Inschrift über der Tür

Befund / Abb Abb. 16

Befunddokumentation Foto, digital 9148

Farbfassung der Wand zum Vorraumes mit der roten Inschrift und der Tür

Die Sichtfassung stammt von 1928/29. Die meisten Teilflächen dieser Fassung sind allerdings sehr stak

farbverändert und geben nicht das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder.

Diese rote Inschrift einschließlich der umgebenden hellgelben Fondfläche wird rekonstruiert.

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25.05.2011 SEITE 26

Kirche

Kanzel

Bauteil

Befund / Abb Abb. 17

Befunddokumentation Foto, digital 9149

Farbfassung der Kanzel und des Kanzelzuganges

Die Sichtfassung stammt von 1928/29.

Auf dem Kanzelzugang hat sich die blaue Farbe schon großflächig abgelöst. Die ursprüngliche

Farbgestaltung ist aber noch gut erkennbar. Die Seitenflächen hatten analog zur vorderen Bankblende

hellgraue Füllungen mit braunen Strichrahmungen. Die beiden schmalen Füllungen unter der Kanzel

waren nicht farbig betont.

Die Farbfassung auf der Kanzel ist dagegen gut erhalten. An den farbigen Strichen gibt es fast gar keine

Malschichtschäden.

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25.05.2011 SEITE 27

Kirche

Kanzel

Bauteil Kanzelkorb

Befund / Abb Abb. 18

Befunddokumentation Foto, digital 9150

Farbfassung der Kanzel

Die Sichtfassung stammt von 1928/29.

Die Farbfassung auf der Kanzel ist gut erhalten. An den farbigen Strichen gibt es fast gar keine

Malschichtschäden. Die Oberflächenverschmutzung lässt sich entfernen.

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Kirche

25.05.2011 SEITE 28

Kanzel

Bauteil Füllungsdetail

Befund / Abb Abb. 19

Befunddokumentation Foto, digital 9156

Farbfassung der Kanzel

Die Sichtfassung stammt von 1928/29.

Die Farbausplatzungen auf den Fondflächen haben noch ein retuschierbares Ausmaß. Vorteilhaft dabei

wäre, dass man zumindest an den wertvollsten Ausstattungsstücken diese und demzufolge auch die

Vorgängerfassung erhalten könnte.

Diplom - Restaurator Joachim Körber Lutherstraße 45 06886 Lu.-Wittenberg Tel 03491 40 35 39 / 0172 3632539


Mellnsdorf

25.05.2011 SEITE 29

Kirche

Kanzel

Bauteil Kanzelfuß

Befund / Abb Abb. 20

Befunddokumentation Foto, digital 9171

Farbfassung der Kanzel

Die Sichtfassung stammt von 1928/29.

Die Farbfassung auf der Kanzel ist gut erhalten. An den farbigen Strichen gibt es im Bereich des

Kanzelfußes kleinere Malschichtschäden. Die Oberflächenverschmutzung lässt sich entfernen.

Die Farbausplatzungen auf den Fondflächen haben auch hier noch ein retuschierbares Ausmaß.

Diplom - Restaurator Joachim Körber Lutherstraße 45 06886 Lu.-Wittenberg Tel 03491 40 35 39 / 0172 3632539


Mellnsdorf

25.05.2011 SEITE 30

Kirche

Raumausschnitt

Bauteil Gestühl

Befund / Abb Abb. 21

Befunddokumentation Foto, digital 9152

Farbfassung des Gestühls

Die Sichtfassung stammt von 1928/29. Nur die sich selbst freigelegten dunkelbraunen Rahmungen auf

der vorderen Bankblende sind die Vorgängerfassung vom Ende des 19.Jh.

Der blaue Farbanstrich ist nicht zu erhalten. Er ist farbverändert und haftet nur schlecht auf dem braunen

Anstrich der Altfassung.

Diplom - Restaurator Joachim Körber Lutherstraße 45 06886 Lu.-Wittenberg Tel 03491 40 35 39 / 0172 3632539


Mellnsdorf

25.05.2011 SEITE 31

Kirche

Gestühl

Bauteil Kanzelzugang

Befund / Abb Abb. 22

Befunddokumentation Foto, digital 9157

Farbfassung des Gestühls

Die Sichtfassung von 1928/29 ist hier nur noch sehr fragmentarisch erhalten. Die sich selbst freigelegten

braunen Flächen und die dunkelbraunen Eckbrechungen sind die Vorgängerfassung vom Ende des 19.Jh.

Der blaue Farbanstrich ist nicht zu erhalten. Er ist farbverändert und haftet nur schlecht auf dem braunen

Anstrich der Altfassung. Wie auf der vorderen Bankblende des Hauptgestühls ist auch die Füllungsfläche

grau abgesetzt und hat eine etwas eingerückte braune Strichrahmung.

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Mellnsdorf

25.05.2011 SEITE 32

Kirche

Gestühl

Bauteil Kanzelzugang

Befund / Abb Abb. 23

Befunddokumentation Foto, digital 9158

Farbfassung des Gestühls, Detail aus vorheriger Abbildung

Die Sichtfassung von 1928/29 ist hier nur noch sehr fragmentarisch erhalten. Die sich selbst freigelegten

braunen Flächen und die dunkelbraunen Eckbrechungen sind die Vorgängerfassung vom Ende des 19.Jh.

1 ,2 und 3 markieren die Fassung von 1928/29. Alle mit 1 markierten Teilflächen waren blau gestrichen.

Diplom - Restaurator Joachim Körber Lutherstraße 45 06886 Lu.-Wittenberg Tel 03491 40 35 39 / 0172 3632539

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