Sozial Psychiatrischer Dienst Uri Jahresbericht 2009 - SPD Uri

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Sozial Psychiatrischer Dienst Uri Jahresbericht 2009 - SPD Uri

Sozial Psychiatrischer Dienst Uri

Jahresbericht 2009


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

Dr. med. Magdalena Maria Berkhoff,

Chefärztin

2 Umbruch und Konsolidierung

Dr. med. Peter Gabriel, Leitender Arzt

5 Schmerzmelder

Sonja Blumenthal, lic. phil. Fachpsychologin

für Psychotherapie FSP

7 Moderne neurowissenschaftliche Therapien

im SPD Uri

Dr. med. univ. Dr. phil. H.-J. Haupt

10 Statistik

17 Bilanz/Betriebsrechnung

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Vorwort

Psychiatrie, Teil der Gesellschaft

Liebe Leserinnen

und Leser. Kaum jemanden

wer den die

verschiedenen Veränderungen

der letzten

Zeit teilnahmslos gelassen

haben. Manche

Entwicklungen waren

hoffnungsvoll, manche

hingegen haben in

erschreckendem Ausmass

auch Gefahren

aufscheinen lassen.

In besonderer Wei se ist die Psychiatrie Teil der

Gesellschaft, Veränderungen beispielsweise in

der Wirtschaft treffen von psychischen Störungen

Betroffene oft besonders hart.

Im diesjährigen Jahresbericht des SPD Uri

steht das Thema «Umbruch und Konsolidierung»

im Vordergrund. Im SPD Uri wurde für

eine angemessene sozialpsychiatrische Versorgung

das Angebot weiter ergänzt. Beispielsweise

beeinträchtigen chronifizierte Schmerzen die

Betroffenen oft erheblich und haben gravierende

soziale und wirtschaftliche Auswirkungen, insbesondere

wenn eine effiziente Behandlung der zugrunde

liegenden Mechanismen unterbleibt. Der

SPD Uri bietet für Betroffene eine spezialisierte

Schmerzgruppe an, weitere Informationen im

vorliegenden Bericht. Ein anderes wichtiges

Thema ist die Umsetzung aktueller neurowissenschaftlicher

Erkenntnisse in den Behandlungsalltag.

Dies ist beispielsweise in der Therapie von

Menschen mit Schizophrenie für eine Verbesserung

der Fähigkeiten und auch manches Mal für

die Aussicht auf Wiedereingliederung hilfreich.

Beispiele und Handlungsansätze sind im entsprechenden

Artikel zu finden.

Der sozialpsychiatrische Dienst des Kantons

Uri ist auf eine förderliche Zusammenarbeit mit

verschiedenen Partnern und anderen Institutionen

angewiesen. Wir möchten uns bei unseren

Partnerinstitutionen und Organisationen sowie

den zuweisenden Arztkolleginnen und -kollegen

herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Besonderen Dank an die Gesundheitsdirektion

des Kantons Uri und den verantwortlichen

Gesundheitsdirektor Stefan Fryberg für

die ausdauernde, wichtige Unterstützung.

Insbesondere möchte ich den Mitarbeitenden

des SPD Uri danken: Ihre Kreativität und fachlichen

Fähigkeiten sowie die spürbare Freude an

der Mitgestaltung ermöglichen die erfreuliche

Entwicklung des SPDs Uri und ihr grosses Engagement

für die Betroffenen die erfolgreiche

Behandlung.

Dr. med. Magdalena Maria Berkhoff

Chefärztin

Psychiatrische Klinik Zugersee

1


Umbruch und Konsolidierung Eigentlich begann es wie ein ganz normales Jahr. Bereits

begonnene Projekte wie die Arbeitsgruppe Tagesstrukturen, die vom Kanton

eingesetzt wurde zur Erarbeitung eines Fachberichtes, der weitere Ausbau der

testpsychologischen Diagnostik, die Erweiterung des Biofeedback mit Neurofeedback

und der Ausbau der versicherungsmedizinischen Diagnostik und gezielter

Wiedereingliederung waren einige wesentliche Schwerpunkte unserer Arbeit

dieses Jahres.

2

Arbeitsgruppe Tagesstrukturen

Eine seit Langem bestehende Lücke in der Versorgung

ist die fehlende Tagesstruktur für psychisch

Kranke. Im Kanton Uri existiert weder eine

Tagesstätte noch eine Tagesklinik für psychisch

kranke Menschen. Nach Vorarbeiten veranlasste

die Gesundheitsdirektion, unter Leitung

des Sozial Psychiatrischen Dienstes, eine Arbeitsgruppe

zur Erstellung eines Fachberichtes einzusetzen.

Die Arbeitsgruppe bestand aus Franz

Bricker-Grepper, Geschäftsführer Stiftung Phönix

Uri, Josef Schuler, Bereichsleiter Werkstatt

SBU, lic. phil. Sonja Blumenthal, Fachpsychologin

FSP SPD Uri, sowie Dr. med. Peter Gabriel,

Leitung SPD Uri.

Zurückgreifen konnte die Arbeitsgruppe auf

vorhandene wissenschaftliche Fachliteratur zu

dem Thema sowie auf die Erkenntnisse der

Untersuchung der Hochschule für Soziale Arbeit

Luzern zum Thema Tagesstrukturen. Es

wurden der Ist- und Sollzustand erfasst und

überprüft sowie mögliche Lösungen vorgeschlagen.

Ein wesentliches Problem ist die Kleinheit des

Kantons, weswegen innerhalb einer Institution

sowohl ein Tagesstättenangebot realisiert werden

und gleichzeitig die Möglichkeit tagesklinischer

Behandlungsangeboten, bestehen sollte.

Auch zu den Kosten und möglichen Trägerschaften

erarbeitete die Gruppe Lösungsvorschläge.

Bei der Projektarbeit wurde immer

deutlicher, wie dringend das Problem eine Lösung

fordert.

Im Sommer ging der Bericht an die Gesundheits-,

Sozial- und Umweltdirektion, die weitere

Institutionen zur Vernehmlassung einlud.

Auch weitere Fragen der GSUD flossen ein und

wurden in den Bericht eingearbeitet.

Die politische Vernehmlassung soll in der ers -

ten Jahreshälfte 2010 erfolgen.

Biofeedback

Das Angebot des Biofeedback kam bei unseren

Patienten und Patientinnen sehr gut an. Wir

stiessen auf grosses Interesse, mithilfe dieser

tech nischen Möglichkeit eine Selbstregulation

zu erlernen. Erweitert wurde das Angebot durch

Neurofeedback.

Weiteres dazu finden Sie weiter hinten in unserem

Jahresbericht.

Psychiatrische Versicherungsmedizin

Der Bereich der psychiatrischen Versicherungsmedizin

wurde weiter ausgebaut. Wichtige

Bestandteile sind dabei die diagnosespezifische

Diagnostik, die Funktionsdiagnostik nach ICF

mit Hilfe der Neuropsychologie, die Symptomvalidierung

sowie Berufseignungsdiagnostik.

Neben der klinischen Untersuchung stehen hier

mittlerweile sehr gut evaluierte diagnostische

Tools zur Verfügung.

Ein weiteres Standbein ist die Neuropsychologie,

gerade bei länger dauernden psychischen

Erkrankungen kommt es häufig zu neuropsychologischen

Defiziten, die diagnostisch erfasst

werden müssen. Parallel dazu entwickelten wir

auf der Neuropsychologie basierende Trainings

wie das hirngerechte Lernen im Rahmen des

PC-Trainings. Dieses sehr individuell anpassbare

Training erbrachte erstaunliche Effekte, neue


Fähigkeiten bis hin zur Verbesserung der Psy -

chomotorik, der Flexibilität und spezifische

Fach kenntnisse wurden erlernt und erbrachten

selbst bei schwerkranken und chronifizierten

Patienten erstaunliche und generalisierbare Verbesserungen.

Es zeigte sich eine deutliche Verbesserung der

Lebensqualität, teilweise wurde schon Wiedereingliederungsfähigkeit

in Arbeitstätigkeiten

erreicht.

Gerade neuropsychologische Defizite brau -

chen jedoch eine lange Behandlungsdauer und

benötigen viel Motivationsarbeit seitens der Behandler

und Unterstützung für die Patienten.

Es zeigt sich auch, dass im Kanton Uri ein

zweiter Arbeitsmarkt als Zwischenstufe zwischen

geschützter Tätigkeit und erstem Arbeitsmarkt

weitgehend fehlt. Hier wird es künftig

besondere Anstrengungen brauchen, um die

entsprechenden Möglichkeiten zu schaffen.

Langfristiges Ziel wäre es, gemeinsam mit der

IV-Stelle Uri, Privatpersonen und Arbeitgebern,

dem SPD und weiteren Institutionen zukunfts -

trächtige Pilotprojekte zu entwickeln.

Ein weiteres hilfreiches Tool ist der Rehabcycle,

ein Computerprogramm, das auf der International

Classification of Functioning (ICF), einer

Funktionsdiagnostik, beruht, die verschiedenen

Behandlern erlaubt, Funktionsbeurteilungen

zu verifizieren und gleichzeitig die Behandlung

im interdisziplinären Bereich (beispielsweise

Hausarzt, Psychiatrie, Ergotherapie) zu

dokumentieren.

Testpsychologische Diagnostik

Mit den personellen Erweiterungen war es

möglich, den Bereich der Testpsychologie weiter

auszubauen. Vielfältige klinische und diagnostische

Fragestellungen können nun noch besser

geklärt werden.

Für die Demenzdiagnostik wurde der CE-

RAD eingeführt. Damit ist es möglich, analog

einer Memory-Klinik, Demenzabklärungen im

SPD durchzuführen.

Mit der Testpsychologie wurde das Leistungsangebot

im SPD erweitert und vervollständigt.

Die blossen Zahlen

Im Jahr 2009 wurden 552 Patienten im SPD

behandelt. Trotz psychiatrischer Praxis im Kanton

sind die Zahlen leicht steigend.

Stark ansteigend sind die Einzelleistungen,

insbesondere die Einzel- und Gruppentherapien.

Dasselbe gilt für die psychologischpsychotherapeutischen

Konsultationen. Gesamthaft

wurden fast 20 % mehr Leistungen direkt

für die Patienten erbracht in Form psychiatrisch-psychotherapeutischer

Behandlungen.

Überprozentual ist über die Jahre gesehen eine

Zunahme der Selbstanmeldungen zu beobachten,

hier zeigt sich, dass die Hemmschwelle, sich

in psychiatrische Behandlung zu begeben, wahrscheinlich

niedriger wird. Dieser niederschwellige

Zugang ist für die Aufnahme einer notwendigen

psychiatrischen Behandlung unbedingt

erforderlich und muss möglichst erhalten bleiben.

Sowohl politische Bestrebungen wie Managed

Care in Bundes-Bern als auch Versicherungsangebote

wie Hausarztmodelle bauen hier

neue Zugangshindernisse zu psychiatrischen

Behandlungen auf.

Auffällig ist auch der Anstieg der institutionellen

Zuweisungen.

Bei der Altersverteilung zeigt sich eine Zunahme

von Männern im Alter von 40 bis 49

Jahren, die sich in psychiatrische Behandlung

begaben.

Bei den Nationalitäten liegt der Anteil der

Schweizer Bevölkerung bei über 81%, was in etwa

der Verteilung in der Bevölkerung entspricht.

Grössere Gruppen ausländischer Nationalitäten

kamen aus der Türkei sowie dem ehemaligen

Jugoslawien. Insgesamt wurden Patienten

aus 19 Nationen behandelt, mit teilweise

entsprechenden Problemen bei der Sprache.

Häufig waren dolmetschende Personen notwendig,

deren Finanzierung obliegt meist den Patienten

selbst. Es stellt ein Problem dar, wenn

Familienangehörige den Übersetzerdienst leisten,

da dann oft die Gefahr besteht, dass gewisse

Probleme gar nicht zur Sprache kommen

können. Teilweise waren Dolmetscher finanzierbar

über das Rote Kreuz oder die Gemeinden. 3


4

Im Einzelfall muss nach anderen Fremdfinanzierungen

gesucht werden, was sich oft als kaum

lösbare Schwierigkeit erweist.

Personelles

Wie geplant nahm Karin Doppmann ihre Tätigkeit

als Psychologin im SPD Uri ab 1. April

2009 in einer Teilzeittätigkeit auf. Sie verstärkte

damit unsere psychologisch-psychotherapeutische

Kapazität gemeinsam mit Frau Blumenthal.

Personelle Veränderung gab es im Bereich der

Sozialarbeit, wo Lucia Bärtsch die Schwangerschaftsvertretung

von Mirjam Würsch übernahm

bis Ende des Jahres 2009.

Etwas unerwartet kam die Entscheidung von

Dr. Djordjoe Petrovic, den SPD zu verlassen,

um eine eigene Praxis in Hergiswil zu eröffnen.

Auch Mirjam Würsch entschied sich, nach

Ende ihres Mutterschaftsurlaubes die Stelle im

SPD Uri zu kündigen, um mehr Zeit für ihre

kleine Tochter zu haben.

Damit verliessen Ende 2009 zwei langjährige

und erfahrene Mitarbeitende den SPD Uri, was

einige Umstellungen mit sich brachte.

Glücklicherweise konnte Dr. Falk Neubauer

für den SPD Uri gewonnen werden, der am 1.

Dezember 2009 seine Tätigkeit als Assistenzarzt

aufnahm. Das Problem, dass über Jahre zu wenige

Ärzte in der Schweiz an den Hochschulen

ausgebildet wurden, ist zwar mittlerweile erkannt

worden, die getroffenen Massnahmen

können die Probleme jetzt nicht lösen. Der Arbeitsmarkt

im Assistenzarztbereich ist ausgetrocknet,

an machen Orten in der Schweiz können

Stellen über längere Zeit oder auch gar

nicht mehr besetzt werden. Zudem entscheiden

sich immer weniger junge Kolleginnen und Kollegen

für die Facharztausbildung Psychiatrie

und Psychotherapie. Mit Kollegen aus dem

Ausland lässt sich der Bedarf auch kaum noch

decken. Glücklicherweise konnten wir immer

gute Mitarbeiter für Uri interessieren und gewinnen.

Sehr positiv ist die Zusammenarbeit

mit der Klinik Zugersee, um gute Mitarbeiter

auf längere Zeit halten zu können, besteht die

Möglichkeit der Facharztweiterbildung bis zu

drei Jahren im ambulanten Setting des SPD Uri

mit einem interessanten und vielfältigen Arbeitsgebiet.

An dieser Stelle möchte ich Frau Würsch und

Dr. Petrovic sehr danken für ihren grossen Einsatz

sowohl für die Patienten als auch für die Sozialpsychiatrie

und den SPD Uri in den letzten

Jahren.

Ausblicke

Das Jahr 2010 wird das Jubiläumsjahr des 10-

jährigen Bestehens des SPD Uri werden. Geplant

sind bereits jetzt ein «Tag der offenen Tür»

sowie die Weiterführung laufender Projekte, die

zusätzlich zu unserer alltäglichen Arbeit anstehen.

Wesentliche Ziele für das Jahr 2010 werden

die Schliessung der Versorgungslücke sein in Be -

zug auf Tagesstruktur für psychisch kranke

Men schen sowie die anstehenden Veränderungen

im versicherungsmedizinischen Bereich mit

den dafür erforderlichen Weiterentwicklungen.

Auch Gruppentherapien sollen für das Jahr

2010 neu konzipiert werden.

Dieses Jahr des Umbruchs und der Konsolidierung

war dank der guten Zusammenarbeit

mit der Klinik Zugersee und dem Einsatz unseres

sehr engagierten Teams möglich. An dieser

Stelle möchte ich Frau Dr. Magdalena Berkhoff

und dem Klinikdirektor Herrn Paul Lalli sowie

allen Mitarbeitenden in der Klinik und dem

Team des SPD Uri herzlich für ihren grossen

Einsatz danken.

Dr. med. Peter Gabriel

Leitender Arzt


Schmerzmelder Gehören Sie auch zu den 16% der Schweizer Bevölkerung, die unter

chronischen Schmerzen leiden?

Schmerz ist eine komplexe Sinneswahrnehmung,

die als akutes Geschehen den Charakter

eines Warn- und Leitsignals aufweist, als chronischer

Schmerz diesen aber verloren hat. Die

Sinneswahrnehmung des Schmerzes wird auch

als Nozizeption bezeichnet.

Die «International Association for the Study

of pain» definiert Schmerz folgendermassen:

«Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder

Gefühlserlebnis, das mit tatsächlicher oder potenzieller

Gewebeschädigung einhergeht oder

von betroffenen Personen so beschrieben wird,

als wäre eine solche Gewebeschädigung die Ursache.»

Das Schmerzempfinden ist immer subjektiv.

Schmerz ist demnach das, was der Patient als

solchen empfindet. Dabei kann es zu Verständigungsschwierigkeiten

zwischen ihm und dem

Behandelnden über das Leiden kommen, weil es

sich um eine stark subjektiv gefärbte Wahrnehmung

handelt.

Die Empfindung Schmerz wird als komplexe

Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychischen

und sozialen Faktoren angenommen

(biopsychosoziales Schmerzkonzept).

Schmerzbeschreibungen lassen sich in affektive

(ein Gefühl ausdrückend, z.B. quälend, marternd,

lähmend, schrecklich, heftig) und sensorische

(die Sinnesqualität betreffend: stechend,

drückend, brennend) Aspekte unterteilen.

Im Gegensatz zum akuten Schmerz, der dem

Körper als (über-)lebenswichtiges Warn- und

Schutzsignal dient, hat der chronische Schmerz

seine ursprüngliche Funktion (melden, schützen,

heilen) verloren und wird stattdessen zum

eigenständigen Krankheitsbild: der Schmerzkrankheit.

Von einer Chronifizierung der Schmerzen

wird gesprochen, wenn die Störung länger als 6

Monate andauert, mit einer bedeutsamen Beeinträchtigung

einhergeht und zu einer Reihe erfolgloser

Behandlungsversuche geführt hat. Die

Beeinträchtigung zeigt sich behavioral (z.B. Bewegungsbehinderung,

Schon- und Rückzugsverhalten,

Arbeitsunfähigkeit) und kognitivemotional

(z.B. Hilflosigkeit, Resignation, depressive

Verstimmung, verminderte Leistungsfähigkeit).

Je länger der Schmerz andauert, desto weitreichender

sind die Auswirkungen für den Patienten.

Der Schmerzpatient ist nicht nur körperlich,

sondern auch seelisch schwer beeinträchtigt.

Oft erleben Schmerzpatienten seitens ihrer

Mitmenschen nur geringe Akzeptanz, und nicht

selten werden sie zu Unrecht als Simulanten abgestempelt.

Häufige Arten chronischer Schmerzen

– rheumatologische Schmerzen (z.B. Arthrose,

Osteoporose oder Rückenschmerzen

nach Bandscheibenvorfall)

– Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerzen,

Clusterkopfschmerz)

– Neuralgien (z.B. Trigeminusneuralgie) und

Nervenschmerzen (u.a. Polyneuropathie,

Gürtelrose, Phantomschmerz)

– Tumorschmerzen (z.B. Knochenmetastasen)

Bestimmte Gesundheitszustände erhöhen das

Risiko, chronische Schmerzen zu entwickeln.

Dazu gehören die Amputation von Gliedmassen

(Phantomschmerz), Arthritis (chronische Gelenkentzündung)

oder Angststörungen.

Auch der persönliche Lebensstil kann einen

Menschen für chronische Schmerzen anfälliger

machen. Dazu gehören eine unausgewogene

Ernährung, Rauchen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch

oder zu wenig Bewegung.

Chronische Schmerzen sind oft die Basis für

die Entwicklung einer ganzen Reihe von komplexen

körperlichen und seelischen Veränderungen,

die ein integraler Bestandteil der Probleme

bei chronischen Schmerzen sind und die

5


6

sehr zur Belastung des Schmerzpatienten beitragen.

Dazu gehören:

– Unbeweglichkeit und die daraus folgende

Degeneration von Muskeln, Gelenken etc.

– Schwächen des Immunsystems und erhöhte

Anfälligkeit für Krankheiten

– Schlafstörungen

– wenig Appetit und schlechte Ernährung

– Medikamentenabhängigkeit

– zu starke Abhängigkeit von der Familie und

anderen Pflegepersonen

– zu häufige und unangemessene Inanspruchnahme

der Gesundheitsversorgung

– schlechte Leistungen am Arbeitsplatz oder

Arbeitsunfähigkeit bzw. Behinderung

– Abwendung von Gemeinschaft und Familie,

in sich gekehrt sein

– Furcht, Angst

– Verbitterung, Frustration, Depression

Gerade bei solchen Schmerzen und bei den

Akutschmerzen, die nicht nach der zu erwartenden

Zeit zu beseitigen sind, müssen Behandlungsmassnahmen

ergriffen werden, die präventiv

wirken, also der Entwicklung der Schmerzkrankheit

entgegenwirken können.

Wiederholt auftretende Schmerzen führen

dabei zu intensiverem und längerem Schmerz -

empfinden, da dabei die Schmerzschwelle herabgesetzt

wird. Schmerzzustände sind für den

Körper erlernbar. Deshalb ist eine frühzeitige

und ausreichende Schmerzbehandlung wichtig.

Die spezifische Behandlung von Schmerzen

wird auch Schmerztherapie genannt.

In einer multidisziplinären Einrichtung zur

Behandlung chronischer Schmerzen (auch

«Schmerzklinik» genannt) werden spezielle Programme

angeboten, in denen der Patient erfährt,

wie er mit seinen Schmerzen am besten umgehen

kann. Ausserdem lernt er, seine Lebensqualität

und Aktivitäten wiederherzustellen, auch

wenn die Schmerzen selbst nicht völlig gelindert

werden können. Die Behandlung erfolgt durch

ein Team von Fachleuten aus dem Gesundheitswesen,

die gemeinsam die vielen Faktoren angehen,

die zu chronischen Schmerzen führen können.

Zusätzlich zur eigentlichen Therapie sind

verschiedene komplementäre (unterstützende)

Massnahmen möglich. Es kommen sowohl auf

den Körper ausgerichtete (physikalische) als

auch auf die seelische Verfassung wirkende

(psychotherapeutische) Methoden infrage. Oft

fliessen sie ineinander über und wirken gesamthaft

harmonisierend. Obwohl ihre Schmerzen

vielleicht nie wieder ganz weggehen, ist es möglich,

die Schmerzintensität zu verringern und

dadurch die Lebensqualität wieder zu erhöhen.

Gerne verweisen wir auf unser Angebot

«Interdisziplinäre Gruppentherapie für aktive

Schmerzbewältigung» mit Beginn im Herbst

2010.

Der Sozialpsychiatrische Dienst Uri und die

Physiotherapie des Kantonsspitals Uri bieten

gemeinsam ein Gruppentherapieangebot für

Menschen mit chronischen Schmerzen an. Es

handelt sich dabei um ein Behandlungsprogramm

(20 Module) und beinhaltet Gruppengespräche,

Wissensvermittlung, Entspannung

und Trainingstherapie.

Weitere Verweise für interessierte Patienten:

– VSP: Vereinigung Schweizer Schmerzpatienten

www.schmerzpatienten.ch

– Schmerzprogramm der Krebsliga Schweiz

www.schmerz.ch

Sonja Blumenthal, lic. phil.

Fachpsychologin FSP


Moderne neurowissenschaftliche Therapien im SPD Uri Die Neurowissenschaften,

insbesondere die Hirnforschung, haben in den letzten 15 Jahren einen ungeahnten

Aufschwung erlebt. Erstaunliches ist heutzutage möglich: man kann nun

auch dem Hirn «beim Arbeiten» zusehen und im Computer das Hirn quasi

«nachbauen»; nach heutigem Verständnis ist jedes einzelne Gehirn elektronisch

ein kleines Internet und eine unglaublich komplexe Ansammlung von vielen kleinen

und grossen chemischen Fabriken.

Dadurch weiss man inzwischen auch viel genauer,

auf welche Weise diese komplexen Leis -

tungen des Gehirns wie z.B. Denken, Fühlen

Konzentration, Gedächtnis, Lernen, Planen zustande

kommen. Man hat herausgefunden, wie

bei den einzelnen geistigen Funktionen die

elektronischen Hirn-Netzwerke zusammenarbeiten

und welche Rolle dabei die hirneigenen

chemischen Fabriken spielen.

Die Psychiatrie konnte an diese Erkenntnisse

anknüpfen. Denn auch Psychiatrie hat mit Denken,

Fühlen, Konzentration, Gedächtnis … zu

tun, wenn allerdings auch nicht mit dem Denken

oder Fühlen «an sich», sondern speziellen

Abarten oder Spielarten: etwa dem Überhandnehmen

z.B.

– besonderer Gefühle wie Angst, Traurigkeit

– besonderer Denkweisen wie fixe Ideen,

wahnhafte Überzeugungen

– von Gedächtnisaussetzern usw.

Psychiatrie und Hirnforschung sind diesen

Besonderheiten teilweise bereits auf die Schliche

gekommen und konnten zeigen, wie sich zum

Beispiel bei massiven Ängsten bestimmte

elektronische Klein-Netzwerke anfangen zu verselbstständigen

und von den Reparatur- und

Kontrollnetzwerken nicht mehr im Zaum gehalten

werden können; bestimmte chemische

Fabriken beginnen ihre Produktion umzustellen,

um fortan massenhaft «Angststoffe» zu produzieren.

Durch diese Verselbstständigung einzelner

Netzwerke/Fabriken entstehen «auf Dauer»

grundsätzliche «Reibungsverluste» mit fatalen

Konsequenzen:

1. Besonders komplexe Hirnleistungen wie

strategisches Denken, Kreativität, Flexibilität

usw. können nur noch langsam vonstatten

gehen;

2. Die Speicherung von Informationen, sprich

die Gedächtnisfunktionen, beginnt zu

«stottern» und arbeitet fehlerhaft (vor allen

Dingen bei frisch und neu zu speichernden

Informationen, «Arbeitsgedächtnis»);

3. und auch der geistige «Scanner» des Gehirns,

also die kontrollierende Aufmerksamkeit

1 , lässt nach, arbeitet langsamer und

auch fehlerhafter. Der Grund: beim Scanning

arbeiten besonders viele Netzwerke

kompliziert und blitzschnell zusammen;

dementsprechend sind diese Prozesse auch

störanfällig (das ist ja bei Autos mit besonders

komplizierter Elektronik nicht viel

anders).

Tückische Hirnleistungsstörungen

Diese (drei) Hirnleistungsstörungen entstehen

wie gesagt bei längerem Andauern von psychischen

Krankheiten, etwa bei hartnäckigen Depressionen,

bei schwerem Dauerstress oder

Zwangserkrankungen. Bei bestimmten psychischen

Erkrankungen entwickeln sich Hirnleis -

tungsstörungen bereits im Kleinkindalter: z.B.

bei Autismus.

1

Um es bildlich zu erklären: jeder Mensch

kann in seiner Umwelt rund um die Uhr «Flug -

lotse spielen», weil ihm das Gehirn den Aufmerksamkeits-Scanner

zur Verfügung stellt.

7


8

Diese Hirnleistungsschwächen sind quasi die

Kehrseite der Medaille «psychische Erkrankung».

Sie sind nicht so «eindrucksvoll» wie etwa

eine tiefe Depression, ein überbordender

Waschzwang oder Panikzustände nach grauenvollen

Erlebnissen. Diese Hirnleistungsschwächen

entwickeln sich zeitverzögert, werden oft

von der «knalligen» psychischen Symptomatik

verdeckt, treten also versteckter «in Erscheinung»

und sie sind «hartnäckiger»: Auch wenn

die psychiatrische Symptomatik (etwa die Depression)

abgeklungen ist, bleiben sie meistens

bestehen. Und im Alltag bereiten sie echte Probleme:

Durch die Unaufmerksamkeiten, Gedächtnisprobleme

und mangelnde Flexibilität

wird insbesondere die Arbeit fehlerbehaftet,

durch das ständige Auf-der-Hut-sein-müssen

und Kontrollieren verlangsamt sich das Arbeitstempo

und damit die Belastbarkeit, Belastungsspitzen

werden schlecht vertragen.

Wir wissen inzwischen auch, dass diese «bleibenden»

Hirnleistungsschwächen oft die

Grund lage und Schrittmacher für das Auftreten

weiterer, neuerlicher Krankheitsepisoden darstellen.

Die Erklärung: Dadurch, dass das Gehirn

nicht mehr so gut funktioniert, ist es weniger

in der Lage «Stress abzufedern», dadurch ist

das Gehirn empfindlicher, sensibler und «empfänglicher»

für entsprechende Stressreize. Und

schliesslich gibt es ja auch «verwaiste Spuren»

der Depression im Gehirn, die Hirnelektrik und

-chemie ist durch die frühere Depression entsprechend

«vorgespurt», die Depression schläft

gewissermassen. Das Gehirn befindet sich im

«Depressions-Ruhezustand», kann auf verwaiste

Depressions-Schaltkreise zurückgreifen und

diese rasch reaktivieren.

Neue Therapiemöglichkeiten

Die hartnäckigen, «tückischen» Hirnleis -

tungsstörungen haben der Psychiatrie jahrzehntelang

Kopfzerbrechen bereitet: Sie galten «als

ungünstiges Zeichen». Für psychische Erkrankungen,

bei denen sich diese Störungen quasi

«im Rucksack» mitentwickelten, wurde eine

schlechte Prognose gestellt. Man fühlte sich

ohnmächtig, dagegen schien im wahrsten Sinne

des Wortes kein Kraut gewachsen.

Dies änderte sich langsam ab den 1950er-Jahren,

man begann mit Hirnleistungstrainings.

Man hoffte, durch klassisches Training («Üben

und Wiederholen») die Hirnfunktionen zu verbessern.

Erfolge waren (insbesondere bei Schizophrenie)

durchaus gegeben.

In den letzten 15 Jahren hingegen konnten

Neurowissenschaft und Psychiatrie neue Behandlungsmethoden

entwickeln, mit denen man

auch den Hirnleistungsstörungen wirksam und

nachhaltig zu Leibe rücken kann.

Es sind neue Arten von «Trainings» entstanden.

Es würde den Rahmen sprengen, das im

Einzelnen darzustellen. Prinzip ist: Jeder Teilnehmer

definiert sein «Projekt». Er wird also

nicht trainiert, sondern er lernt weitgehend

selbstständig und kontinuierlich Neues und verfestigt

dieses durch Bewältigung von Aufgaben

wachsenden Schwierigkeitsgrades. Die Förderung

des Selbstmanagements steht an oberster

Stelle, dadurch werden die Flexibilität und die

Lernfähigkeit des Gehirns weiterentwickelt.

Durch das Projekt sollen – neurowissenschaftlich

gesprochen – im Hirn neue Schaltkreise

aufgebaut werden, die die alten schliesslich

übersteuern und verwaisen lassen. Die Erfahrung

zeigt, dass dies am besten funktioniert,

wenn sich die Teilnehmer aktiv belohnen, eine

gute Lernatmosphäre bzw. Angstfreiheit

herrscht und das Teamklima durch Begeisterung

und Engagement geprägt ist. Jeder Teilnehmer

lernt in seinem Tempo und entsprechend seinen

Interessen und Bedürfnissen. Die zu bewältigenden

Aufgaben/Projekte entstammen dem

unmittelbaren Interessensbereich der Teilnehmer,

das Ziel ist es, das Können auf- und auszubauen,

weniger das Wissen. Besonderer Clou:

durch Vermittlung von «raffinierten» und altersgerechten

Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und

Problemlösungstechniken und -hilfen («Tricks»)

wird gezeigt, dass Hirnleistungsstörungen auch

gröberen Ausmasses sehr gut bewältigbar sind.

Auch bei uns im SPD arbeiten mehrere Teams

an solchen therapeutischen Lernprojekten (vor


allem mit EDV-, kaufmännischer und Bürothematik

als Aufhänger). Wir konnten die Erfahrung

machen, dass solche Projekte die Hirnleis -

tungsstörungen wirksamer bessern als klassische

Hirnleistungstrainings.

Eine weitere neurowissenschaftliche Therapiemethode,

die gute Erfolge bringt, ist das

Neurofeedback.

Dazu schaut der Patient auf einen Bildschirm.

Dort gleitet beispielsweise ein U-Boot langsam

von links nach rechts durchs Wasser. Auf dem

Kopf des Patienten kleben vier Elektroden, die

mit einem Computer verbunden sind.

Der Patient hat eine schwierige Aufgabe zu

meistern: Nur mithilfe seiner Gedanken soll er

das U-Boot mal ab- und mal wieder auftauchen

lassen. So soll er lernen, sich besser zu konzentrieren

und weniger impulsiv zu handeln.

Neurofeedback heisst das Verfahren, das Patienten

helfen soll, die an einer Hirnleistungsstörung

leiden.

Beim Neurofeedback lernen die Patienten, ihre

Hirnströme selbstständig zu verändern. Das

U-Boot etwa taucht auf dem Bildschirm nur

dann ab, wenn ein Patient vermehrt bestimmte

Hirnströme (bestimmte Stromfrequenzen) produziert,

sich also bewusst konzentriert. Auftauchen

lassen kann er das Boot, indem er seine

Gedanken wieder treiben lässt. Bei anderen Programmen

lernt der Patient, kraft seiner Gedanken

bei einem virtuellen Fussballspiel ein Tor zu

schiessen. Oder er kann eine kleine Filmsequenz

nur dann sehen, wenn sein Gehirn das gewünschte

Frequenzmuster erzeugt – andernfalls

bleibt der Film stehen.

Das Gehirn ist darauf abonniert, solche Prozesse

rasch in den Griff und die Filme durch

Veränderung seiner Hirnströme unter Kontrolle

zu bekommen. Es ist faszinierend, wie schnell

dies auch einem ausgeprägt funktionsgestörten

Gehirn gelingt. In der Sitzung zeigt sich der Erfolg

beispielsweise daran, dass konzentrationsgestörte

Patienten plötzlich berichten, sie seien

eigenartig wach und klar im Kopf oder erregte

Personen eine plötzlich eintretende tiefe innere

Ruhe wahrnehmen. Im Laufe der Behandlung

übertragen sich diese Effekte in den Alltag und

bleiben in der Regel dann für viele Jahre stabil.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass selbst

bei schwierig zu behandelnden Hirnleistungsstörungen

2 diese neurowissenschaftlichen Therapien

in Kombination mit anderen bewährten

Therapiemethoden (Stichwort «multimodale

Therapie») sehr erfolgreich eingesetzt werden

können.

Dr. med. univ. Dr. phil. H.-J. Haupt

Facharzt

2

wie sie etwa im Rahmen von Autismus, Schizophrenien

oder schweren Zwängen auftreten

9


Medizinische Statistik

(Zeitraum 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009)

1. Anzahl Behandlungen (Fälle) 2009

Frauen 301 55%

Männer 251 45%

Gesamt 552 100%

1.1 Abgeschlossene bzw. weiterl. Behandlungen 2006–2009

2006 2007 2008 2009

Abgeschlossene Behandlungen 207 225 265 300

Weiterlaufende Behandlungen 288 305 283 252

Gesamt 495 530 548 552

Weiterlaufende Behandlungen 46%

Abgeschlossene Behandlungen 54%

1.2 Erst-/Wiederanmeldungen 2006–2009

2006 2007 2008 2009

Erstanmeldungen 183 168 158 164

Wiederanmeldungen im gleichen Jahr 32 38 43 45

Wiederanmeldungen 76 58 81 91

Weiterlaufende Behandlungen 204 266 266 252

Gesamt 495 530 548 552

Anmeldemodus Gesamt 2006–2009

600

500

400

300

200

100

0

2006

2007

2008

2009

10

Erstanmeldungen

Wiederanmeldung im

gleichen Jahr

Wiederanmeldungen

Weiterlaufende

Behandlungen

Gesamt


2. Leistungen

2.1 Anzahl Konsultationen 2006–2009

2006 2007 2008 2009

Konsultationen 4186 4142 4451 5633

Fälle 495 530 548 552

Konsultationen pro Fall 8,5 7,8 8,1 10,2

Konsultationen 2006–2009

6000

5000

5633

4000

4186 4142 4451

3000

2000

1000

0

2006 2007 2008 2009

2.2 Leistungen Total 2006–2009

2006 2007 2008 2009

Berichte 369 373 381 381

GA 42 37 54 32

Konsultationen 4186 4142 4451 5633

Leistungen in Abwesenheit 1505 568 1077 1075

Total 6102 5120 5963 7121

Leistungen Total 2006–2009

8000

7000

6000

5000

4000

3000

2000

1000

0

2006

2007

2008

2009

Berichte

GA

Konsultationen

Leistungen

in Abwesenheit

Total

11


2.3 Leistungen 2006–2009 im Detail

2006 2007 2008 2009

Einzelgespräche 2879 2799 2681 3363

Paartherapien 2 1 2 4

Familien-/Gruppensitzungen 162 195 239 224

Konsilien 112 90 85 83

Telefonische Konsultation 178 208 188 185

Berichte 369 373 381 381

Gutachten 42 37 54 32

Kriseninterventionen 36 34 50 71

Nichtärztliche Leistungen 817 815 1206 1703

Gesamt 4597 4552 4886 6046

Leistungen 2006–2009 im Detail

7000

2006

6000

2007

5000

2008

4000

2009

3000

2000

1000

0

Einzel -

gespräche

Paartherapien

Konsilien

Telefonische

Konsultation

Berichte

Gutachten

Familien-/

Gruppensitzungen

Kriseninterventionen

Nichtärztliche

Leistungen

Gesamt

Gesamtleistungen 2006–2009

7000

6000

5000

6046

4000

4597 4552

4886

3000

2000

12

1000

0

2006 2007 2008 2009


2.4 Leistungen in Minuten 2006-2009

2.4 Leistungen in Minuten 2006-2009

300 000

Leistungen in

Anwesenheit

Leistungen in

Abwesenheit

Total

2006 173978 18110 192088

2007 186833 9535 196368

2008 213604 18995 232599

2009 267977 18490 286467

250 000

200 000

150 000

100 000

50 000

0

Leistungen

Minuten in

Anwesenheit

Leistungen

Minuten in

Abwesenheit

gesamt

2006

2007

2008

2009

3. Anmeldemodus 2006–2009

2006 2007 2008 2009

Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl

Selbstanmeldung 110 121 147 156

Angehörige 18 17 17 19

Arbeitgeber 3 2 1 1

Hausärzte 181 179 158 134

Behörden 17 12 12 10

Kantonsspital Altdorf 67 81 85 72

Andere Spitäler 7 7 5 6

Psychiatrische Klinik Littenheid 6 11 12 10

Psychiatrische Klinik Zugersee 60 72 74 95

Psychiater 2 2 3 5

Psychotherapeut 7 8 6 5

Institution 10 14 21 31

Andere 7 4 7 8

Gesamt 495 530 548 552

Patient pro Zuweiser 2006–2009

600

500

2006

2007

400

2008

300

2009

200

100

0

Selbstanmeldung

Angehörige

Arbeitgeber

Hausärzte

Behörden

Kantonsspital

Altdorf

Andere Spitäler

Psychiatrische Klinik

Littenheid

Psychiatrische Klinik

Zugersee

Psychiater

Psychotherapeut

Institution

Andere

Gesamt

13


Gesamtbehandlungen nach Nationalität 2006–2009

Nationalität 2006 2007 2008 2009

Äthiopien 0 0 0 1

Albanien 1 0 0 0

Belgien 0 0 0 1

Bosnien-Herzegowina 12 12 19 16

Brasilien 1 1 0 0

Deutschland 5 2 4 3

Eritrea 0 0 0 2

Iran 1 0 0 0

Irak 0 0 1 1

Italien 6 6 11 7

ehemaliges Jugoslawien 7 5 6 5

Kosovo 1 0 2 1

Kroatien 12 9 10 14

Kurden 1 0 0 0

Mazedonien (ehemalige jugoslawische Republik) 1 1 1 1

Montenegro 0 0 1 0

Niederlande 0 1 0 1

Österreich 2 3 2 0

Portugal 2 4 2 2

Schweiz 373 399 415 403

Schweiz und Brasilien 1 1 1 1

Schweiz/Türkei 1 1 0 0

Serbien 11 13 12 17

Somalia 0 0 0 1

Spanien 2 2 1 3

Sri Lanka 1 1 1 2

Tschetschenien 1 1 1 1

Türkei 12 16 14 14

Ukraine 0 1 0 0

Andere 0 0 0 1

Total 454 479 504 498

14


Altersverteilung bei Eintritt 2009

Alter Männer Frauen total

19 3 1 4

20–29 40 27 67

30–39 34 42 76

40–49 52 61 113

50–59 62 62 124

60–69 25 35 60

70–79 10 22 32

80–89 5 14 19

90–99 1 2 3

232 266 498

Total 498

Vergleich mit dem Jahr 2008

Alter Männer Frauen

19 1 4

20–29 38 26

30–39 36 47

40–49 34 72

50–59 71 62

60–69 28 38

70–79 9 19

80–89 1 15

90–99 0 3

218 286

Total 504

Altersverteilung 2009

70

60

50

Männer

Frauen

40

30

20

10

0

19 20–29 30–39 40–49 50–59 60–69 70–79 80–89 90–99

Vergleich mit dem Jahr 2008

80

70

60

50

40

30

20

10

0

19 20–29 30–39 40–49 50–59 60–69 70–79 80–89 90–99

Männer

Frauen

15


4. Hauptdiagnosen 2009

Frauen

% Frauen

Männer

% Männer

Total

% Total

F0 Organische, einschliesslich 7 2.3 10 4.0 17 3.1

symptomatischer psychischer Störung

F1 Psychische und Verhaltensstörung durch 11 3.7 27 10.8 38 6.9

psychotrope Substanzen

F2 Schizophrenie, schizotype und 40 13.3 28 11.2 68 12.3

wahnhafte Störungen

F3 Affektive Störungen 135 44.9 91 36.3 226 40.9

F4 Neurotische-, Belastungs- 82 27.2 58 23.1 140 25.4

und somatoforme Störungen

F5 Verhaltensauffälligkeiten mit 5 1.7 1 0.4 6 1.1

körperlichen Störungen und Faktoren

F6 Persönlichkeits- und Verhaltensstörung 5 1.7 13 5.2 18 3.3

F7 Intelligenzminderung 4 1.3 6 2.4 10 1.8

F8 Entwicklungsstörungen 1 0.3 5 2.0 6 1.1

F9 Verhaltens- und emotionale Störung 1 0.3 1 0.4 2 0.4

mit Beginn in der Kindheit und Jugend

Z Faktoren, die den Gesundheitszustand 4 1.3 6 2.4 10 1.8

beeinflussen

x Verletzungen, Vergiftungen und andere 0 0.0 2 0.8 2 0.4

Folgen äusserer Ursachen

Andere 6 2.0 3 1.2 9 1.6

Total 301 100.0 251 100.0 552 100.0

Hauptdiagnosen 2009

160

140

120

100

80

60

40

20

0 F0 F1 F2 F3 F4 F5 F6

F7 F8 F9 Z x Andere

Frauen

Männer

16


Bilanz per 31.12.2009

Betriebsrechnung 2009

AKTIVEN

Fr

Betriebsaufwand

Fr.

Kasse

1'143.40

Raiffeisenbank Uri

191'716.90

Patientendebitoren

180'988.10

Eidg. Steuerverwaltung (Vst) 71.80

Vorräte

39'624.60

Total Aktiven

413'544.80

Besoldungen

Sozialleistungen

Honorare

Personalnebenkosten

Total Personalaufwand

1'033'012.15

215'134.55

132'824.85

29'294.00

1'410'265.55

PASSIVEN

Kreditoren

Transitorische Passiven

Vorauszahlungen Defizitbeiträge

Spenden (zweckgebunden)

Kantonsbeitrag

457'626.80

26'310.55

488'000.00

10'894.90

–569'287.45

Medizinischer Bedarf

Haushalt

Unterhalt/Reparaturen

Aufwand für Anlagennutzung

Energie

Büro- und Verwaltungsaufwand

Übriger Sachaufwand

Total Sachaufwand

274'134.60

1'534.25

7'322.65

100'173.10

1'938.80

43'614.60

4'125.20

432'843.20

Total Passiven

413'544.80

Total Betriebsaufwand

1'843'108.75

Betriebsertrag

Ertrag aus SPD

699'121.70

Ertrag aus Honoraren

202'771.55

Medikamente

371'722.90

Übrige Erträge 205.15

Total Betriebsertrag

Betriebsergebnis

Kantonsbeitrag

1'273'821.30

–569'287.45

+569'287.45

Kostendeckungsgrad 69.11%

17

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