Fallstudie Plantagenwirtschaft in Kenia - Institut für Umwelt und ...

hortikultur.ch

Fallstudie Plantagenwirtschaft in Kenia - Institut für Umwelt und ...

Hochschule Wädenswil

Abteilung Hortikultur

3.6 Bewässerung und Düngung

Über den Wasserbedarf werden in der Literatur verschiedene Angaben gemacht. Meist

handelt es sich um Zahlen zwischen 2000 und 5000 mm Niederschlag pro Jahr, der verteilt

über das ganze Jahr fällt. Bei geringeren Niederschlagsmengen oder ungleicher Verteilung

über das Jahr ist eine Zusatzbewässerung nötig, so dass die Plantage wöchentlich 25-44

mm Wasser erhält. Es gibt aber auch Aussagen, wonach bereits 50 bis 100 mm

Niederschlag pro Monat (600-1000 mm Jahresniederschlag) ausreichen sollten (Hornetz,

1981).

Die Banane hat einen relativ geringen Wurzelraum im Verhältnis zu ihrem Pflanzenvolumen.

Als schnellwüchsige Pflanze muss sie innerhalb von wenigen Monaten den hohen

Scheinstamm, die grosse Blattkrone und die mächtigen Bananenbündel aufbauen. Deshalb

ist für eine Bananenkultur viel Nährstoff im Boden nötig. Nur etwa zwei Drittel der

Nährstoffmenge bleibt als Ernterückstände (Scheinstamm und Blattkrone) auf dem Feld

zurück. Der restliche Drittel wird mit den Früchten aus dem Feld entfernt. Es handelt sich

dabei um eine beträchtliche Mengen Nährstoffen, die nachgeliefert werden muss, damit der

Boden nicht verarmt. Über die genauen Mengen sind in der Literatur verschiedene Angaben

zu finden, je nach Sorte und Boden des Anbaugebietes. Ein Bodenuntersuch in der Plantage

kann genauen Aufschluss über die benötigten Düngermengen geben. In

Düngungsversuchen wurde ein ideales Nährstoffverhältnis von N : P 2 O 5 : K 2 O = 4,7 : 1 : 22

ermittelt. Daraus ist ersichtlich, dass Bananen einen relativ hohen Anteil an Kalium für die

ideale Entwicklung benötigen.

Meist werden die Nährstoffe der Bananenkultur in mineralischer Form zugeführt. Eine

organische Düngung hat allerdings den Vorteil, dass damit der Humusgehalt des Bodens

verbessert werden kann. Für die grossen Plantagen müssten aber riesige Mengen dieser

Dünger herangeschafft werden, was meist nicht möglich ist (Steinhausen, 1957).

3.7 Krankheiten und Schädlinge in der Bananenkultur

Die grössten Verluste in der Bananenkultur entstehen durch die Panamakrankheit. Sie wird

durch den Pilz Fusarium cubense verursacht, der in fast allen Anbaugebieten vorhanden ist.

Der Pilz lebt im Boden und dringt über geschwächte oder beschädigte Wurzeln in die

Pflanzen ein. Danach verbreitet er sich im Rhizom und auch in den oberirdischen Teilen der

Pflanze. Dabei verursacht er das charakteristische Krankheitsbild: Die Ränder der äusseren

(also der älteren) Blätter verfärben sich gelb. Dieser Rand breitet sich schnell bis zur

Mittelrippe aus, wodurch das Blatt abstirbt. Schon nach ein bis zwei Tagen knickt der

Blattstiel etwa eine Handbreite über der Ansatzstelle am Scheinstamm. Dieser Vorgang

wiederholt sich bei den jüngeren Blättern, bis die gesamte Pflanze abgestorben ist. Der Pilz

kann so innerhalb von kurzer Zeit ganze Bestände vernichten. Er entwickelt sich unabhängig

von Standort- und Umweltverhältnissen, wird allerdings durch häufigen und krassen Wechsel

von Bodennässe und –trockenheit und durch einen pH-Wert unter 5,5 gefördert. Zudem sind

einige Bananenvarietäten resistent gegen die Krankheit. Eine Bekämpfung der Krankheit ist

nur durch die Rodung der befallenen und der umliegenden Stauden möglich. Dabei ist der

Hygiene besondere Beachtung zu schenken, damit sich die Krankheit nicht noch weiter

ausbreitet (Hornetz, 1981; Steinhausen, 1957).

Auch zahlreiche andere Krankheiten können die Banane befallen, wobei keine eine solche

Wichtigkeit wie die Panamakrankheit erreicht. Einige der Krankheiten sind nur in gewissen

Anbaugebieten vertreten, andere findet man in nahezu allen Regionen. Oft werden sie durch

Viren oder Bakterien verursacht und können deshalb nur durch gute Hygiene eingeschränkt

werden.

Neben der Panamakrankheit ist nur die Sigatoka-Blattfleckenkrankheit eine durch einen Pilz

verursachte Krankheit, die eine gewisse Wichtigkeit hat. Die Infektion erfolgt an der

Unterseite der jüngsten Blätter. Zuerst bilden sich winzig kleine gelb-grüne Flecken, aus

welchen sich nach sieben bis neun Tagen zirka 1 cm lange Streifen bilden. Später werden

Silja Bollier, Jürg Gerber und Roland Huber 13 Plantagenwirtschaft in Kenia

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