Marktbericht März 2013

aluminiumonline.de

Marktbericht März 2013

MARKTBERICHT

03.2013

1

Müller & Sohn Marktbericht


DIE WELTWIRTSCHAFT

Gute Konjunkturdaten: Die USA kommen wieder

Im Schlussquartal 2012 ist die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten

etwas schneller gewachsen als bislang angenommen wurde. So

korrigierte das Handelsministerium das Plus nach endgültigen

Berechnungen von 0,1 auf 0,4 Prozent nach oben. Insbesondere die

Daten für Investitionen und Exporte fielen etwas besser aus als bisher

gedacht. Trotz der Revision ist das der kleinste Zuwachs seit Anfang

2011, denn im dritten Quartal 2012 war die weltgrößte Volkswirtschaft

noch mit einer Jahresrate von 3,1 Prozent gewachsen.

Die OECD, die größte Industriestaaten-Organisation, sieht die USA mit

einem starken Comeback zu Jahresbeginn. Im ersten Quartal 2013 soll

das Bruttoinlandsprodukt um 3,5 Prozent zulegen. Zum Vergleich: Für

Deutschland werden zwar nur 2,3 Prozent erwartet, dies ist allerdings der

beste Wert für ein EU-Land.

Einkommen und Konsumausgaben in den USA ziehen an, doch trotz

insgesamt positiver Wirtschaftsaussichten in den USA setzt auch die US-

Notenbank ihre Unterstützung der Konjunkturerholung fort. Die Fed werde

den Leitzins wie angekündigt auf dem historischen Niedrigsatz zwischen

null und 0,25 Prozent belassen, teilte die amerikanische Zentralbank nach

einer Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Washington mit.

Die Erwartungen bezüglich der chinesischen Wirtschaftsaktivität sind

hingegen erst einmal gesunken. Dennoch dürften kurzfristig das attraktive

Preisniveau und die gestiegenen Wachstumsaussichten für die

Weltwirtschaft in diesem Jahr auch neue Unterstützung für China bringen.

Grund sind Spekulationen, dass die chinesische Regierung Maßnahmen

ergreifen wird, um die Inflation einzudämmen. Die neue Regierung

scheint übertriebene Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt

einzuschränken, um so die potenzielle Bedrohung durch eine hohe

Inflation anzugehen.

Dazu kommt, dass auch die schwache europäische Konjunktur die

chinesische Wirtschaft belastet, da dadurch die Exportnachfrage weniger

stark wächst. So wächst auch die Nachfrage in China nur moderat und

auch nur saisonal bedingt, nicht aber aus fundamentaler Sicht begründet.

Nicht uneigennützig wird die festere US-Konjunktur von daher auch in

China begrüßt.

2

Müller & Sohn Marktbericht


BRICS-Staaten als Unterstützung für die Weltwirtschaft

Die Staats- und Regierungschefs von Brasilien, Russland, Indien, China

und Südafrika, die sogenannten BRICS Staaten haben auf ihrer jüngsten

Konferenz in Durban mehrere bi- und multilaterale Vereinbarungen

getroffen sowie die Gründung eines BRICS-Wirtschaftsrats beschlossen.

Die Etablierung einer eigenen Entwicklungsbank sowie Pläne für einen

Antikrisenfonds und eine BRICS-Ratingagentur galten zu Beginn des

zweitägigen Treffens als zentrale Anliegen der Gemeinschaft der

aufstrebenden Schwellenländer.

Jedoch haben sich die BRICS-Staaten bei ihrem Gipfeltreffen

überraschend nicht über Kapital-Ausstattung und den Standort der

geplanten BRICS-Entwicklungsbank einigen können. So wurde nur

beschlossen, formale Verhandlungen zur Gründung einer BRICSgeführten

Entwicklungsbank aufzunehmen. Die fünf Staaten streben

zudem einen Anti-Krisenfonds, eine eigene Ratingagentur und generell

eine Intensivierung ihrer wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit

an.

Die BRICS-Staaten umfassen 40 Prozent der Weltbevölkerung. Sie

erwirtschaften zusammen ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts

(BIP).

3

Müller & Sohn Marktbericht


EUROPA

Ist Italien das nächste Zypern?

Die Finanzminister der Eurozone haben im März 2012 ein Rettungspaket

für das finanziell angeschlagene Zypern geschnürt und Zypern wird

demnach bis zu zehn Milliarden Euro erhalten. Gleichzeitig soll die

Beteiligung in- und ausländischer Sparer weitere 5,8 Milliarden Euro in die

Kassen Zyperns spülen, da ohne frisches Geld Anfang Juni die Pleite

drohen würde.

Die Angelegenheiten in Zypern haben die Geld- und Rohstoffmärkte in

Atem gehalten und nicht zuletzt ist die Situation in Zypern maßgeblich

verantwortlich für die deutlichen Verluste von Rohstoffen auf breiter Basis,

wobei der Euro ebenfalls zurück fiel und der US-Dollar zulegen konnte.

Dabei ist es weniger die tatsächliche europäische Nachfrage, die die

Industriemetalle belastet, sondern die Schwäche des Euro gegenüber

dem US-Dollar, der gegenüber der Gemeinschaftswährung zuletzt um

1,28 kostete.

Aber war das Zypern-Drama nur der Anfang? Im Schatten der Euro-

Schwergewichte wächst eine neue Generation von potentiellen

Krisenländern heran: Staaten, die sich auf starke Banken und

Steuervorteile als Lockmittel verlassen. So fordern Ökonomen ein

entschiedeneres Vorgehen gegen Steuerdumping nicht nur in Zypern,

sondern auch in anderen EU-Finanzstandorten wie Luxemburg oder

Malta.

Kaum scheint sich das Zypern Problem erledigt zu haben, bahnt sich ein

neues an: Das EU-Krisenland Italien steuert auf eine Staatskrise zu. Es

zeigte sich, dass Zypern dabei der Katalysator für eine erneute Skepsis

gegenüber Italien war, wo immer noch keine Regierung gefunden ist und

wohl auch nicht zustande kommen wird. Der 87-jährige Staatspräsident

Napolitano lehnte es ab, seinen Posten vorzeitig aufzugeben, um so

vorgezogene Neuwahlen als Ausweg zu ermöglichen.

Vielmehr sind nun zwei Expertengruppen Italiens nächste Hoffnung in der

seit Wochen andauernden Regierungskrise des Landes. Die zehn von

Napolitano eingesetzten Weisen sollen Vorschläge erarbeiten, um das

Patt im Parlament aufzulösen. So soll sich eine der beiden Gruppen mit

institutionellen Fragen wie etwa einem neuen Wahlrecht befassen, die

andere Expertengruppe wirtschaftliche und soziale Themen diskutieren.

Ihre Aufgabe ist es, den Parteien mit konkreten Vorschlägen eine

gemeinsame Plattform für eine Regierungsbildung zu liefern.

4

Müller & Sohn Marktbericht


Die Gruppen sind nicht unumstritten und stoßen auf Skepsis bei den

Parteien. Italien braucht dringend eine neue, handlungsfähige Regierung

und muss den Märkten klar machen, dass es am bisherigen

Reformprozess festhalten will. Ohne klare Zeichen für eine Fortführung

dieses Kurses werden die Probleme für Italien massiv werden, u. a.

werden die Zinsen für Staatsanleihen steigen, die Rezession andauern,

die Arbeitslosigkeit weiter zunehmen. Italien: Eine neue Regierung

verzweifelt gesucht.

DEUTSCHLAND

Deutsche Wirtschaft hängt Eurozonen-Konkurrenten weiter ab

Die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft haben die fünf

Wirtschaftsweisen in ihrem aktuellen Bericht mehr als halbiert. Für 2013

werde nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent

erwartet, teilte der Sachverständigenrat mit, nachdem in der

Herbstprognose noch 0,8 Prozent vorhergesagt wurden. Als Grund für die

Senkung wird der unerwartete Einbruch im vierten Quartal 2012

angegeben, als Europas größte Volkswirtschaft mit 0,6 Prozent so stark

schrumpfte wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Dadurch startet sie mit

deutlich weniger Schwung in das Jahr 2013.

So sehen die Experten vor allem die Binnenwirtschaft als positiven

Wachstumsimpulsgeber, vor allem bei den privaten Konsumausgaben, die

sich angesichts der anhaltend guten Situation auf dem Arbeitsmarkt

weiterhin robust entwickeln dürften. Dagegen dürfte die

Investitionsneigung der Unternehmen weniger zunehmen. Auch vom

Außenhandel werden keine Impulse erwartet, weil die Exporte langsamer

wachsen dürften als die Importe.

Die Zahl der Arbeitslosen wird dem Expertengremium nach auf 2,949

Millionen steigen. Das wären rund 50.000 mehr als im abgelaufenen Jahr.

Die Zahl der Erwerbstätigen soll dagegen um 0,3 Prozent auf 41,7

Millionen steigen.

Insgesamt kostete der lang andauernde Winter die deutsche Wirtschaft

viel Geld und nach Berechnungen des Deutschen Industrie- und

Handelskammertages (DIHK) gehen etwa zwei Milliarden Euro verloren.

Insbesondere die Bauwirtschaft und das Transport- und Verkehrsgewerbe

leiden und nicht alles kann wohl in den kommenden Monaten wieder

aufgeholt werden.

5

Müller & Sohn Marktbericht


Damit wachsen die Gefahren, dass sich der erwartete Aufschwung in

Deutschland verzögert und das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal nur

stagnieren könnte.

Trotz aller negativen Befürchtungen wird die deutsche Wirtschaft ihre

großen europäischen Konkurrenten beim Wachstum weiter abhängen. In

ihrem jüngsten Zwischenbericht zur Konjunkturlage prognostiziert die

internationale Wirtschaftsorganisation OECD für die Bundesrepublik einen

kräftigen Aufschwung. Länder wie Italien und Frankreich kommen

hingegen weiter nicht in Fahrt.

Vor dem Hintergrund der großen Differenzen empfehlen die OECD-

Experten eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone. Die

Leitzinsen seien bereits sehr niedrig, aber es gebe noch Spielraum.

Konkret erwartet die OECD im zuende gehenden Quartal ein

Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent in Deutschland, ein ebenso großes

Plus wird für den Zeitraum April bis Ende Juni vorhergesagt.

Arbeitslosenzahl sinkt - trotzdem

Im Berichtsmonat März 2013 ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland

um 58.000 auf 3,098 Millionen gesunken. Das waren 70.000 mehr als vor

einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die

Arbeitslosenquote stieg somit im März im Monatsvergleich um 0,1 Punkte

auf 7,3 Prozent. Im März 2012 hatte die Quote bei 7,2 Prozent gelegen.

Der Rückgang ist geringer ausgefallen als sonst im März üblich, dies

dürfte mit der langen Frostperiode zusammenhängen, die bis weit in den

März hinein reichte. Insgesamt zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt relativ

unbeeindruckt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten

Monate und entwickelt sich weiter solide.

6

Müller & Sohn Marktbericht


NE-METALLE

ALUMINIUM

Der Markt ist aktuell unterbewertet

Aluminium gibt im Verbund mit den anderen Industriemetallen im Zuge der

Veröffentlichung schwächer als erwartet ausgefallener chinesischer Daten

nach und ist am 07.03.13 auf ein Viereinhalbmonatstief bei 1.950 USD

gefallen. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Marktteilnehmer noch

nicht damit gerechnet, dass die Reise nach unten in Richtung 1.900 USD

auch noch weiter gehen könnte.

Die Industriemetalle insgesamt zeigen sich leichter, wobei der starke US-

Dollar die Notierungen belastet. Die jüngsten Daten aus den USA werden

positiv aufgenommen, während die europäische Wirtschaft auch im März

2013 nicht vom Fleck kommt, wie die aktuellen Daten zum

Verbrauchervertrauen und dem Geschäftsklima in der europäischen

Währungsunion zeigten. So ist davon auszugehen, dass die Lage in

Europa die Entwicklung bei den Industriemetallen auch in den

kommenden Wochen bestimmen wird. Der bisherige treibende Faktor, die

Metallnachfrage in China, ist in den Hintergrund gerückt, obgleich die

Käufe seitens der Verbraucher dort zuletzt angestiegen sind.

Im Zuge der Euro-Krise um Zypern ist der Aluminiumpreis dann weiter

gefallen, nachdem die Notierungen sich zwischenzeitlich auf 1.973 USD

am 15.03.13 steigern konnten. Die Aluminiumnotierungen wurden zuletzt

gestützt durch Käufe seitens des chinesischen Staates zur Aufstockung

der Staatsreserven.

Die Aluminiumnotierungen kratzen zum Berichtsmonatsende März 2012

an der wichtigen Linie 1.900 USD und erreichten am 31.03.13 nur noch

1.912 USD; in Euro 1.490,21.

Weiterhin belasten die hohen Lagervorräte das Leichtmetall, und auch in

den Lagerhäusern der LME sind die Bestände zuletzt wieder gestiegen.

Mit 5.237.400 t liegen sie nur noch knapp 0,2 Prozent unter dem

Allzeithoch, das im Dezember 2013 erreicht wurde. Am 01.03.13 startete

der Monat mit 5.172.550 t.

7

Müller & Sohn Marktbericht


Die globale Aluminiumproduktion ist dem Internationalen Aluminium

Institute (IAI) zufolge im Februar 2012 zum Vorjahresvergleich um 2,4

Prozent auf 3,68 Millionen Tonnen gestiegen. Maßgeblich beteiligt an

dieser Ausweitung war China, wo die Produktion im Jahresvergleich um

11,7 Prozent auf 1,73 Millionen Tonnen gesteigert wurde. Die hohe

Produktion macht sich auch zunehmend in steigenden Lagerbeständen

bemerkbar. Aussagen des chinesischen Datenanbieters SMM zufolge

lagern an den vier größten Handelsplätzen des Landes (Shanghai, Wuxi,

Nanhai, Hangzhou) aktuell 1,33 Millionen Tonnen Aluminium, so viel, wie

noch niemals zuvor.

Im Zuge der gefallenen Notierungen, Überkapazitäten und hohen Kosten

überdenken mittlerweile offensichtlich einige Aluminiumproduzenten ihre

bisherige Strategie. So gab Rusal, der weltweit größte Aluminiumhersteller

aus Russland, bekannt, bis Ende dieses Jahres seine Produktion um

300.000 Tonnen, d. h. rund sieben Prozent, zu kürzen. Die niedrigere

Produktionsrate solle für drei Jahre beibehalten werden, sofern sich die

Preise nicht merklich erholten, da der starke Preisrückgang dazu geführt

habe, dass ein großer Teil der globalen Produktionskapazitäten nicht

mehr profitabel arbeiten könne.

Anscheinend folgt dem Beispiel von Rusal auch China Power Investment

Corp., der zweitgrößte Aluminiumproduzent Chinas, der ebenfalls 300.000

Tonnen Produktionskapazitäten stilllegt, was rund elf Prozent der

gesamten Kapazitäten des Unternehmens entspricht. Außerdem sollen

keine neuen Schmelzereien mehr gebaut werden. Sollten die jetzt

angekündigten Produktionskürzungen tatsächlich umgesetzt werden und

weitere folgen, könnte dadurch der Aluminiumpreis gestützt werden.

Die zuletzt starken Daten aus China sind, so der HSBC-

Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China, im

März überraschend deutlich auf 51,7 Punkte gestiegen. Analysten hatten

im Konsens lediglich mit einem Plus auf 50,8 Zähler gerechnet. Die

Industrieproduktion in China stieg im Januar und Februar um 9,9 Prozent

und damit so wenig wie seit Oktober 2012 nicht mehr. Für die Analysten

ist Aluminium auf dem aktuellen Niveau unterbewertet und sie erwarten

auch wieder steigende Notierungen, insbesondere durch eine stärkere

Nachfrage aus China und anderen asiatischen Ländern. Jedoch wird es

nicht zu großen Preissprüngen kommen, denn die hohen Lagervorräte in

den Lagerhäusern der LME lasten wie eine Bürde auf dem

Aluminiummarkt.

8

Müller & Sohn Marktbericht


KUPFER

Kupferbestände klettern massiv

Das Interesse an Kupfer hält sich seit Wochen in Grenzen und weder die

Industrie noch die spekulativen Marktteilnehmer finden derzeit Gefallen an

dem roten Industriemetall.

Bei Kupfer gerät inzwischen das Verhältnis von Angebot und Nachfrage

immer stärker in den Vordergrund. Die Nachfrageentwicklung nach Kupfer

bleibt in China weiter hinter den Erwartungen zurück, während die

weltweiten Lagerbestände von Kupfer mit 565.350 t am 25.03.13

zwischenzeitlich den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht haben.

Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben sich die an der Londoner

Metallbörse gelagerten Kupfermengen auf über 525.000 Tonnen fast

verdoppelt. Zum 31.03.13 erhöhten sich die LME-Bestände weiter auf

569.775 t.

Bei den anderen Metallen ist der Anstieg der Bestände nicht ganz so

stark, aber insgesamt ist auch hier vorläufig kein Mangel zu erwarten. Die

steigenden Bestände und die Unsicherheit über China haben dazu

geführt, dass die Netto-Shortpositionen auf Kupfer an der Comex auf ein

Rekordhoch gestiegen sind.

Der Notierungsverlauf spiegelt die Stimmung am Kupfermarkt wider, denn

in den ersten Handelstagen konnten die Kurse bis zum 13.03.13 auf 7.830

USD steigen. Grund für die Erholung sahen die Analysten in dem

Anzeichen, dass China die niedrigen Preise für frische Käufe nutzt und die

geringen Preise haben die chinesischen Einkäufer an den Markt

zurückgebracht.

Dennoch sind die chinesischen Kupferimporte im Februar auf das

niedrigste Niveau seit 19 Monaten gefallen, während die Exporte auf ein

Sechsmonatshoch gestiegen sind. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg

unter Berufung auf Daten der chinesischen Zollbehörde berichtet, sind die

Importe im Berichtszeitraum auf 214.949 Tonnen gefallen. Die Exporte

aus dem Reich der Mitte stiegen derweil auf 38.569 Tonnen.

Die Kupfernotierungen können sich von der ersten Abwärtsbewegung kurz

emanzipieren, denn die Verbraucher und auch die Investoren haben den

Rückgang der vergangenen Tage genutzt, um wieder Positionen

aufzubauen.

9

Müller & Sohn Marktbericht


Doch der einmal eingeschlagene Preistrend wurde weiter geführt, denn

Kupfer verlor bis auf 7.559 USD am 20.03.13 und konnte sich bis zum

31.03.13 mit 7.600 USD nicht weiter verbessern.

Der Kupferpreis hat zum Berichtsmonatsende von dem zunehmenden

Streik der Hafenarbeiter in Chile, dem mit Abstand weltweit größten

Kupferproduzenten, eine Stütze erhalten. Bereits vor zwei Wochen sind

Arbeiter im nördlichen Hafen des Landes in den Ausstand getreten. Nun

haben sich auch die Arbeiter in zahlreichen weiteren Häfen entlang der

Küstenlinie in den Streik begeben. Inwiefern der Streik noch größere

Auswirkungen auf die Angebotslage am Weltmarkt haben wird, bleibt nach

Einschätzung der Rohstoffexperten aber abzuwarten. Die Notierungen

verbesserten sich infolge nur kaum, wohl auch weil zum anderen die

Lagerstätten mit Kupfer gut gefüllt sind, sodass der Markt ein zeitweise

begrenztes Angebot verkraften konnte.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Kupferpreis zum Ende

der Beobachtungsperiode kurzzeitig auf ein 7-Monatstief fiel, was auf

spekulative Finanzinvestoren zurückzuführen sein dürfte. Die spekulativen

Finanzanleger haben im Falle von Kupfer ihre Netto-Short-Positionen in

der Woche zum 19. März nochmals kräftig um 53% auf 25,7 Tsd.

Kontrakte erhöht. Dies entspricht dem höchsten Wert seit Beginn der

Datenreihe Mitte 2006. Da der Preis seitdem merklich gestiegen ist, dürfte

ein Teil der Short-Positionen mittlerweile geschlossen worden sein. Die

hohen Netto-Short-Positionen stellen u. a. die Basis für einen starken

Preisanstieg von Kupfer in den kommenden Monaten dar.

Die hohe Abhängigkeit der Weltwirtschaft von Kupfer dürfte die Preise

auch weiterhin auf einem hohen Niveau halten und könnte diese, trotz

wiederkehrender Rücksetzer, längerfristig nachhaltig in noch höhere

Regionen treiben. Eine deutliche Preisverbesserung der

Kupfernotierungen kann in den kommenden Wochen optimistisch erwartet

werden.

10

Müller & Sohn Marktbericht


NICKEL

Notierungen sind abwärts ausgerichtet

Rückwärts betrachtet war Nickel der Verlierer des Jahres 2012 unter den

Basismetallen, doch auch das Jahr 2013 hat bislang für Nickel keine

Preisbesserung gebracht.

Nachdem Nickel in den letzten vier Monaten ein neues Hoch erreicht

hatte, fiel dieses nunmehr auf ein Drei-Monats-Tief bei 16.550 USD am

11.03.13. Nach der Bodenbildung am 17.03.13 mit 17.100 USD gab es

wieder Aufwärtspotential, was sich aber nur als ein kurzes Strohfeuer

darstellte. Die Schlussnotierung lag im März bei 16.700 USD, nur knapp

über dem zuvor erreichten Tiefststand. Der feste US-Dollar Kurs belastet

die Notierungen zusätzlich.

Auch von Seiten Chinas, eine Stütze für den Nickelmarkt, kam im März

2013 keine Unterstützung. Die vom chinesischen Zoll veröffentlichten

detaillierten Handelsdaten für Februar bestätigten die vorläufige Importund

Exportstatistik, denn wegen des Neujahrsfestes sind die Ein- und

Ausfuhren nahezu aller Industriemetalle im Vergleich zum Vorjahr stark

zurückgegangen. Dies hat auch Nickel in hohem Maße getroffen.

Nach den jüngsten Angaben der International Nickel Study Group (INSG)

betrug die globale Nachfrage nach Nickel im letzten Jahr etwa 1,66

Millionen Tonnen, was einen Anstieg von 4,5 Prozent gegenüber dem

Vorjahr widerspiegelte. Interessant dabei ist, dass China rund vierzig

Prozent des weltweiten Nickelbedarfs auf sich vereinigt. Für dieses Jahr

rechnen die Analysten mit einer ansteigenden Dynamik der

Edelstahlproduktion, die im Wesentlichen durch die Schwellenländer

getrieben werde.

Dies wird auch zu einer robusten Nickelnachfrage führen.Nachdem die

vergangenen Jahre durch Nickelüberschüsse geprägt waren, ist auch in

2013 insgesamt damit zu rechnen, dass der globale Nickelmarkt durch

neue Minen und Angebotsmöglichkeiten bei deren planmäßiger

Realisierung auch in den kommenden Jahren von einem Marktüberschuss

geprägt sein wird. Mit diesem zunehmenden Angebotsüberschuss sind in

2012 auch die Nickelbestände in den weltweiten Lagerhäusern der

Metallbörsen angestiegen. Aktuell sind die Lagerbestände mit zuletzt

130.524 t sogar wieder auf die historischen Hochs des Jahres 2010

geklettert. Somit betragen die Lagerbestände fast zehn Prozent einer

gesamten Jahresnachfrage.

Charttechnisch gesehen sollte sich die breite Seitwärtsbewegung weiter

fortsetzen. Die Inbetriebnahme zahlreicher neuer Nickelprojekte dürfte

dazu führen, dass der Nickelmarkt im Gesamtjahr 2013 einen hohen

Überschuss aufweisen wird und so steigenden Nickelpreisen merklich

entgegensteht.

11

Müller & Sohn Marktbericht


ZINK

Preis mit Quartalsminus

Auch die Preise für Zink litten unter den Unsicherheiten in Zypern und die

Notierungen gaben im weiteren Monatsverlauf März 2013 gleichmäßig

nach. Zu Monatsbeginn lagen die Notierungen mit 2.022 USD noch knapp

oberhalb der 2.000-USD-Linie, doch mangelndes Vertrauen in die Märkte

sorgte für einen starken Rückgang über 1.959 USD am 12.03.13 auf

1.917 USD am 19.03.13, bevor am 28.03.13 dann der negative

Höhepunkt mit 1.896 USD erreicht wurde. Bis zum Berichtsmonatsende

war dann für Zink nicht mehr als 1.901 USD notiert.

Gleichwohl konnten sich die Lagerbestände bei rund 1,2 Millionen Tonnen

in der Nähe der aktuellen Höchststände halten. Am Monatsende

bewegten sich die LME-Lagervorräte dann antizyklisch zu den

Notierungen und es lagerten zum 31.03.13 nur noch 1.175.525 t in den

lizenzierten Lägern der Londoner Metallbörse.

Für die preisliche Seite bedeutete dies, dass der Rücksetzer jetzt

möglichst nicht mehr tiefer als 2.000 USD gehen sollte. Charttechnisch

drohen Notierungen unterhalb von 2.000 USD deutlichere Abgaben bis

1.800 und 1.600 USD.

Trotz der Verluste sollte Zink im weiteren Jahresverlauf zulegen können,

denn Erwartungen sprechen von einer Steigerung der Zinknachfrage in

2013 um fünf bis sechs Prozent. Dies sowie die Schließung der ersten

beiden zentralen Minen dürfte jedoch nicht ausreichen, um die

überschüssigen Lagerbestände deutlich zu senken. Somit sollte sich Zink

von daher nicht vor 2014 über der Marke von 2.500 USD etablieren

können.

Ein Wendepunkt für die Industriemetalle werden die kommenden

Konjunkturdaten Chinas sein. Im zweiten Quartal wird eine allgemein

höhere Nachfrage nach Rohstoffen in China erwartet. Und nachdem

ähnliche Erwartungen für das erste Quartal aber bitter enttäuscht wurden,

dürften die Investoren hier wesentlich vorsichtiger agieren. Für Zink

könnte das ebenso wie für die anderen Basismetalle eine

Preisverbesserung in den Sommer hinein bedeuten.

12

Müller & Sohn Marktbericht


Seit etlicher Zeit haben die Zinkproduzenten, ausgehend von den

vorangegangenen Boomjahren, ihr Angebot auf Minen- und

Raffinerieebene beständig erweitert. Dies sorgte dafür, dass sich der

Zinkmarkt nunmehr im sechsten Jahr in einem strukturellen Überschuss

befindet. Was den globalen Anstieg in der Zink-Minenproduktion angeht,

war wieder einmal China der Haupttreiber mit einem Produktionsanstieg

von 14,4 Prozent. Die Anstiege in Australien, Mexiko, Peru, in der

Russischen Föderation, in der Türkei und in Usbekistan sind zu einem

großen Teil wieder durch Produktionsrückgänge in Brasilien, Indien,

Kasachstan und den USA ausgeglichen worden. Unter dem Strich ist

gemäß den vorläufigen ILZSG-Daten (International Lead and Zinc Study

Group) 2012 ein weltweiter Produktionsanstieg von 5,1 Prozent zu

verzeichnen gewesen.

Allerdings scheint dieses Überangebotswachstum sich nun langsam aber

sicher abzuschwächen und mittelfristig sogar in das Gegenteil zu

verkehren. Denn durch geplante Stilllegungen von Minen vor allem in

Kanada und Australien werden wichtige Produzenten vom Markt

verschwinden und somit die Zeit der hohen Angebotszuwächse beendet

werden. Zahlreiche bedeutende Zink-Minen stehen am Ende ihres

Lebenszyklus und sollten daher bald geschlossen werden.

Gleichzeitig rechnet der ILZSG für das laufende Jahr aufgrund der

besseren Konjunkturaussichten in China und den USA damit, dass das

Nachfragewachstum bei Zink recht hohe 3,8 Prozent erreichen wird.

Das Fazit für Zink: Da der Zinkpreis weiterhin auf dem Niveau der

Produktionskosten liegt, ist ein weiterer Preisrückgang recht

unwahrscheinlich. Kurzfristig werden die Preise wegen der

Überschusssituation allerdings auch nicht in den Himmel wachsen. Der

Zinkpreis dürfte in den kommenden Jahren voraussichtlich nur eine

Richtung kennen: nämlich die nach oben. Eine Angebotsverknappung

droht und gleichzeitig ist Zink aber ein wichtiger Rohstoff für die Industrie.

Im Zuge des letzten Nachfrageüberhangs zwischen 2004 und 2006 hat

sich der Zinkpreis mehr als verfünffacht. Da der Nachfrageüberhang in

den kommenden Jahren noch stärker ausfallen könnte und

wahrscheinlich auch länger andauern werde als der letzte, erscheint in

den kommenden Jahren eine noch rasantere Entwicklung beim Zinkpreis

realistisch.

Kurzfristig sollte sich der Zinkmarkt wieder erholen können, insbesondere

wenn sich die Situation in Europa wieder beruhigt und die Nachfrage in

den Fokusländern USA und China wieder anzieht.

13

Müller & Sohn Marktbericht


IMPRESSUM

Herausgeber:

Müller & Sohn GmbH & Co. KG

Metall-Aufbereitungswerk

Harkortstraße 22

D-45549 Sprockhövel-Haßlinghausen

Telefon: +49 (0)2339-605-5

Fax: +49 (0)2339-605-888-88

E-Mail: info@aluminiumonline.de

Internet: www.aluminiumonline.de

Redaktionsleitung:

(V.i.s.d.P.)

Redakteurin:

Schriftleitung:

Erscheinungstermin:

Matthias Kämper

Rainer Kämper

Petra Reuther

Michael Obst

Monatlich

Rechtliche Hinweise:

Die Marktinformation und alle in ihr enthaltenen Beiträge, Abbildungen und Charts sind

urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung, wie Vervielfältigungen, Übersetzungen,

Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung in elektronischen Systemen, ist nur für eigene

Zwecke statthaft. Eine Bearbeitung oder Änderung ohne unsere Zustimmung ist unzulässig und

strafbar.

Müller & Sohn übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der in diesem Marktbericht mitgeteilten

Informationen und haftet nicht für abgeleitete Folgen.

14

Müller & Sohn Marktbericht


Müller & Sohn Marktbericht

15

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine