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Archiv Beilage Juni 2008.indd - Knittelfeld

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Aus dem Stadtarchiv <strong>Knittelfeld</strong><br />

Spricht man in <strong>Knittelfeld</strong> über Barackenlager, die<br />

im Zweiten Weltkrieg bestanden haben, so wird<br />

nicht selten damit das einstige „Russenlager“ in der<br />

Neustadt im Zusammenhang gebracht. Dieses Lager<br />

stammte, wie schon in den vorhergehenden Folgen<br />

beschrieben, aus dem Ersten Weltkrieg. Auch<br />

im Zweiten Weltkrieg wurden in und in der näheren<br />

Umgebung von <strong>Knittelfeld</strong> Barackenlager errichtet,<br />

die für die Unterbringung von Kriegsgefangenen<br />

und zivilen Arbeitskräften dienten.<br />

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges und vor allem<br />

mit dem Übergang zum „totalen Krieg“ mussten immer<br />

mehr Arbeitskräfte zur Deutschen Wehrmacht<br />

einrücken. Diese frei gewordenen Stellen konnten<br />

anfangs mit Kriegsgefangenen ersetzt werden. Das<br />

Fortschreiten des Krieges erforderte zusätzlich noch<br />

eine Steigerung der Produktion in kriegswichtigenund<br />

Rüstungsbetrieben, so dass ein zusätzlicher<br />

Arbeitskräftebedarf im Dritten Reich bestand.<br />

Geschichte und<br />

Geschichten<br />

von <strong>Knittelfeld</strong><br />

Folge 24 - <strong>Juni</strong> 2008<br />

Arbeitslager in und um <strong>Knittelfeld</strong> während<br />

des Zweiten Weltkrieges<br />

Polen, den besetzten Gebieten der Sowjetunion und<br />

Jugoslawien besetzt. Wie die Polen mit einem auf<br />

der Spitze stehenden Quadrat, mit violetter Umrandung<br />

und auf gelbem Grund violettem „P“,<br />

wurden auch die Ostarbeiter äußerlich erkenntlich<br />

gemacht, in dem sie auf der Oberbekleidung ein<br />

blaues Rechteck mit der weißen Aufschrift „OST“<br />

zu tragen hatten. Der Begriff „Ostarbeiter“ wurde<br />

vom Landrat des Kreises Judenburg am 12. Juli 1943<br />

folgend verlautbart: „ Ostarbeiter sind die nach dem<br />

22. <strong>Juni</strong> 1941 zum Arbeitseinsatz nach Deutschland<br />

geholten Arbeitskräfte aus altsowjetischem Gebiet,<br />

ausgenommen die aus Litauen, Lettland, Estland,<br />

dem Bezirk Bialystok Galizien Stammenden.“ Als<br />

Ukrainer galten Arbeitskräfte, die am 1. September<br />

1939 in den eingegliederten Ostgebieten sowie im<br />

Generalgouverment einschließlich des Distriktes<br />

Galizien ansässig und im Reichsgebiet zum Arbeitseinsatz<br />

eingesetzt waren. Anfangs waren in den<br />

von den Deutschen besetzten Gebieten die Zahlen<br />

derjenigen, die sich für einen Arbeitseinsatz im<br />

Reich freiwillig meldeten, überraschend hoch. Von<br />

der deutschen Propaganda ließen sich viele täuschen,<br />

die diesen ausländischen Arbeitskräften ein<br />

angenehmes Leben in Deutschland ohne Mängel<br />

vorgaukelte. Wurden doch in den Ostgebieten die<br />

Lebensmittelrationen drastisch reduziert, so dass<br />

Hunderttausende in ihren fruchtbaren Heimat-<br />

Auch in <strong>Knittelfeld</strong> machte sich der Arbeitskräftemangel<br />

besonders in den hier kriegswichtigen Betrieben<br />

wie im Reichsbahnausbesserungswerk (heutige<br />

ÖBB-Werkstätte) und Emailwerk Austria bemerkbar.<br />

Arbeitskräfte wurden auch in der Landwirtschaft, in<br />

Gewerbebetrieben und in privaten Haushalten dringend<br />

benötigt. Diese Arbeitsplätze wurden neben<br />

französischen, belgischen und russischen Kriegsgefangenen<br />

mit Arbeitskräften aus dem besetzten ländern hungerten. Für viele war der Transport ins<br />

- 1 -


Reich, der in Güterwaggons erfolgte, mit der Hoffnung<br />

verbunden, nicht nur selbst zu überleben, sondern<br />

auch die Angehörigen durch diesen Arbeitseinsatz<br />

zu unterstützen. Die Freiwilligkeit hatte bald<br />

ein Ende und so konnten die Kontingente mit Freiwilligen<br />

nicht immer erfüllt werden. Die deutschen<br />

Besatzer wendeten härtere Methoden an, um ihr<br />

Ziel zu erreichen, in dem sie Passanten auf offener<br />

Straße, Teilnehmer von Festen und Gottesdienstbesucher<br />

aufgriffen und zu den Sammelstellen brachten.<br />

Betroffen waren Männer bis zu einem Alter von<br />

65 Jahren und Frauen zwischen 15 und 45 Jahren.<br />

Die Unterbringung dieser Zivilarbeiter und auch der<br />

Kriegsgefangenen erfolgte in der Regel in der Nähe<br />

der für sie bestimmten Arbeitsstätte in einzelnen<br />

Baracken oder Barackenlagern.<br />

Für die Unterbringung der relativ großen Anzahl<br />

von diesen kriegsbedingten ausländischen Arbeitskräften,<br />

eigentlich Zwangsarbeitskräfte, wurden in<br />

<strong>Knittelfeld</strong> und in der näheren Umgebung zusätzlich<br />

zum bereits bestehenden Lager in Kobenz bei <strong>Knittelfeld</strong><br />

noch weitere Lager errichtet: Für das Emailwerk<br />

Austria in der Leobner Straße, für die Reichsbahn<br />

in der Murgasse, Lendgasse, Ainbach und in<br />

Weyern und dazu kamen noch einzelne Wohnbaracken<br />

in <strong>Knittelfeld</strong>.<br />

polnische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene, jugoslawische<br />

Zivilarbeiter und Kriegsgefangene. Diese<br />

Zwangsarbeiter wurden zum Straßenbau und in der<br />

Landwirtschaft eingesetzt.<br />

Gegen Ende des Krieges befanden sich auch slowenische<br />

Kinder ohne Eltern im so genannten<br />

„Kriegskinderlager Kobenz“. Mit dem Kriegsende<br />

und Zusammenbruch des Dritten Reiches kam es<br />

in diesem Lager zur Wende. Die dortigen Zwangsarbeiter<br />

wurden entlassen und an deren Stelle wurden<br />

dort Nationalsozialisten festgehalten. Die Festhaltung<br />

im Kobenzer Lager war notwendig geworden,<br />

da auf Grund der großen Einlieferungszahl von<br />

Nationalsozialisten Platzmangel in den Arrestzellen<br />

des Bezirksgerichtes <strong>Knittelfeld</strong> herrschte. Die<br />

Bewachung wurde von bewaffneten Freiheitsbündlern<br />

und später vom Gendarmerieposten <strong>Knittelfeld</strong><br />

sichergestellt.<br />

Später wurde eine Baracke als Gemeindesaal genutzt<br />

und ab 1. September 1951 bis 1. November<br />

1961 als Kino mit der Bezeichnung „Lichtspiele Kobenz“<br />

betrieben. Das einstige Lager befand sich in<br />

der Ecke östlich des Kobenzer Baches und nördlich<br />

der Landesstraße. Diese Fläche ist heute noch zum<br />

großteil unverbaut.<br />

Lager Kobenz.<br />

Das Lager in Kobenz wurde ursprünglich im Jahr<br />

1938 als Straßenbaulager vom damaligen Generalinspektor<br />

für das deutsche Straßenwesen errichtet.<br />

Eigentümer war das damalige Baubezirksamt (Neubauleitung)<br />

in Judenburg. Dieses Barackenlager war<br />

als Wohnlager für 300 bis 400 einheimische Straßenarbeiter<br />

ausgelegt, die am Bau der Hauptstraße,<br />

damals Landstraße genannt und heute als Landesstraße<br />

L518 bezeichnet, beschäftigt waren. Neben<br />

den Einheimischen waren dort noch im Sommer<br />

1939 slowakische Straßenarbeiter untergebracht.<br />

Dieses Lager bestand im Wesentlichen aus vier<br />

Wohnbaracken, einer Küchen-, einer Magazinsbaracke<br />

und Baracken für Sanitäranlagen.<br />

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das<br />

Kobenzer Lager in ein Zwangsarbeiterlager umfunktioniert.<br />

Untergebracht waren dort: Zigeuner, Juden,<br />

Austrialager Leobner Straße.<br />

Der Standort in <strong>Knittelfeld</strong> der „Austria Vereinigten<br />

Emailwerke“ zählte bald zu den Rüstungsbetrieben.<br />

In diesem Werk wurden neben Emailgeschirr auch<br />

Führungsringe für Flakgeschütze hergestellt. Die<br />

kriegsbedingten Erfordernisse wie Einrückungen<br />

von Arbeitskräften zur Deutschen Wehrmacht und<br />

Produktionssteigerung führten auch in diesem Betrieb<br />

zu einem erhöhten Bedarf an Zwangsarbeitern.<br />

Daher beantragte das Austria Emailwerk im Oktober<br />

1940 den Bau von Wohnbaracken für Kriegsgefangene<br />

im Bereich der heutigen Lagerhaus KG in<br />

der Leobner Straße. Bereits im November erging<br />

von der Gemeinde Kobenz der Baubescheid und am<br />

24. Mai 1941 erfolgte die Benützungsbewilligung.<br />

Die Zustimmung für das Barackenlager wurde vom<br />

Reichsstatthalter der Steiermark als Planungsbehör-<br />

- 2 -


de nur auf höchstens drei Jahre und nach Ablauf<br />

dieser Frist auf jederzeitigen Widerruf erteilt.<br />

Neben belgischen und französischen Kriegsgefangenen<br />

waren in diesem Barackenlager, abgetrennt<br />

durch einen Stacheldrahtzaun Ostarbeiter und Ostarbeiterinnen<br />

aus der Ukraine untergebracht, die in<br />

Tag- und Nachtschichten ihre Arbeit im Werk der<br />

Austria Email verrichteten. Die Verpflegung der Ostarbeiter<br />

und Arbeiterinnen war wesentlich schlechter<br />

als die der Kriegsgefangenen. So gab es für diese<br />

benachteiligte Personengruppe in der Regel nur<br />

eine wässrige Rübensuppe und zum Teil schlechte<br />

Kartoffeln zu essen.<br />

Hin und wieder brachen Mädchen vom Lager, durch<br />

ein im Stacheldrahtzaun gezwängtes Loch aus, um<br />

am Viehplatz, heute befi ndet sich dort die Bezirkshauptmannschaft,<br />

Ringelspiel zu fahren. Wurden sie<br />

bei einem solchen unerlaubten Ausgang erwischt,<br />

gab es Strafen, wie zum Beispiel Lagerarrest.<br />

Austrialager Lagerküche.<br />

Ukrainerinnen im Austrialager.<br />

Am Arbeitsplatz gab es zu den einheimischen Arbeitskollegen<br />

wie auch zu den Vorgesetzten einen<br />

guten Kontakt. Es wird immer wieder bemerkt, dass<br />

die <strong>Knittelfeld</strong>er Mitleid hatten und versuchten den<br />

Zwangsarbeitern irgendwie zu helfen, besonders mit<br />

Lebensmitteln. Nicht selten steckten sie zum Beispiel<br />

im Geheimen ein Stück Brot den Hungernden<br />

zu.<br />

Zur und von der Arbeit marschierten diese Arbeitskräfte<br />

geschlossen unter Begleitung einer Wachmannschaft,<br />

denn ansonsten durfte das Lager zum<br />

Unterschied der belgischen- und französischen<br />

Kriegsgefangenen nicht verlassen werden. Diese<br />

Kriegsgefangenen konnten sich nahezu frei in der<br />

Stadt bewegen. Ihre bessere Lebenssituation erlaubte<br />

es auch, dass so manches Stück Schokolade<br />

über den Stacheldrahtzaun zu den Ukrainerinnen<br />

geworfen wurde.<br />

Austrialager - Speisesaal für Kriegsgefangene.<br />

Die Lager des Reichsbahnausbesserungswerkes:<br />

Für den kriegsbedingten erhöhten Transportbedarf<br />

zählte die Eisenbahnwerkstätte in <strong>Knittelfeld</strong>, damals<br />

Reichsausbesserungswerk (RAW) genannt,<br />

mit der Ausbesserung von Dampflokomotiven und<br />

Waggons ebenfalls zu den kriegswichtigen Betrieben.<br />

Kriegsbedingt fehlte es auch in diesem Werk<br />

an Arbeitskräften. Durch den zu dieser Zeit herrschenden<br />

Arbeitskräftemangel im Deutschen Reich<br />

war eine Besetzung der freien Arbeitsplätze mit eigenen<br />

Leuten nicht möglich. So wurden zur Arbeitsleistung<br />

französische und russische Kriegsgefangene,<br />

Ostarbeiter und Arbeiter polnischen Volkstums<br />

herangezogen. Von den beiden letztgenannten<br />

Volksgruppen wurden auch Arbeitskräfte zu Schlossern<br />

umgeschult.<br />

Für diese Zwangsarbeitskräfte<br />

unterhielt die Deutsche<br />

Reichsbahn mehrere<br />

Lager. Im Bereich des heutigen<br />

ÖBB-Lehrlingsheimes<br />

in der Murgasse befanden<br />

sich hauptsächlich für Ostarbeiter<br />

fünf Wohnbaracken,<br />

Baracken für Sanitäranlagen<br />

RAW-Lager Murgasse.<br />

und eine Wirtschaftsbaracke,<br />

dieses Lager wurde auch als<br />

RAW-Ostarbeiterlager bezeichnet. Die zur Murgasse<br />

parallel liegende Baracke, die so genannte „Grazerbaracke“,<br />

diente als Wohnbaracke für Eisenbahnerfamilien<br />

und ledigen Eisenbahnern, bestand aber<br />

schon vor dem Zweiten Weltkrieg und hatte mit<br />

dem Ostarbeiterlager nichts zu tun. Französische<br />

Kriegsgefangene waren in Baracken in der Lendgas-<br />

- 3 -


se, heute befi nden sich dort Gärten, und im Bereich<br />

des Heizhauses in Ainbach untergebracht.<br />

Zu den RAW-Lagern<br />

gehörte noch das<br />

Lager in Weyern, das<br />

sich unmittelbar neben<br />

der Bahnstrecke<br />

in Weyern befand.<br />

RAW-Lager Lendgasse<br />

Heute befi ndet sich<br />

dort die ÖBB-Freizeitanlage.<br />

Dieses einstige Lager bestand aus vier<br />

bis sechs Baracken, die genaue Anzahl kann nicht<br />

mehr festgestellt werden. In diesem Lager befanden<br />

sich 250 bis 300 russische Kriegsgefangene.<br />

Zur und von der Arbeit in das Reichsbahnausbesserungswerk<br />

wurden diese Gefangenen unter Bewachung<br />

mit einem eigenen Arbeiterzug gebracht. Um<br />

das Ein- und Aussteigen auf offener Bahnstrecke zu<br />

erleichtern, war dort im Lager ein eigener behelfsmäßiger<br />

Bahnsteig angelegt worden.<br />

Wie auch im Austrialager wurden die französischen<br />

Kriegsgefangenen besser verpflegt als die Ostarbeiter<br />

und russischen Kriegsgefangenen. Letztere<br />

bekamen zum Beispiel eine magere Krautsuppe<br />

und zum Teil Küchenabfälle wie Kartoffelschalen zu<br />

essen. Bedingt durch die katastrophale Ernährung<br />

blieb es nicht aus, dass es von dieser Personengruppe<br />

zu Arbeitsverweigerungen kam. Durch ihr beharrliches<br />

Verhalten konnten sie eine Verbesserung<br />

ihrer Ernährungssituation bewirken.<br />

RAW-Lager Weyern, bewohnt von<br />

Eisenbahnern.<br />

Mit dem Ende des Krieges wurden die Lager aufgelassen.<br />

Doch vorher stellte sich während der Umbruchszeit<br />

das Problem, alle diese in den Lagern<br />

untergebrachten Menschen mit Nahrung zu versorgen.<br />

So wurde von der Stadtverwaltung, die sich aus<br />

einem „Österreichischen Freiheitskomitee“ konstituiert<br />

hatte, eine Vereinbarung getroffen, dass alle<br />

dort Untergebrachten vorläufi g in ihren Lagern bleiben<br />

sollen und ihre Verpflegung gesichert werde.<br />

Damit konnte ein unkontrolliertes Herumstreifen<br />

größerer Menschenmassen verhindert werden.<br />

Die frei gewordenen<br />

Baracken<br />

wurden für Wohnzwecke<br />

verwendet.<br />

In dieser Zeit war<br />

man froh ein Dach<br />

über dem Kopf zu<br />

haben, waren doch<br />

bedingt durch den<br />

schweren Bombenangriff am 23. Februar 1945 viele<br />

<strong>Knittelfeld</strong>er obdachlos geworden. Dazu kamen<br />

noch Flüchtlingsfamilien, die ebenfalls mit Wohnungen<br />

zu versorgen waren.<br />

Im Herbst 1945 wurden Ungarndeutsche im Austrialager,<br />

die im Herbst 1944 aus Ungarn vor dem<br />

Näherrücken der russischen Front nach Österreich<br />

– damals Ostmark – flüchteten, mit provisorischen<br />

Wohnungen beteilt.<br />

Untergebracht waren dort auch Deutsche aus Jugoslawien<br />

und Österreicher. Anfangs mussten die<br />

dortigen Bewohner ohne eigenes Wasser auskommen.<br />

Dieses musste von den nahe gelegenen Eisenbahnerhäusern<br />

herbeigeschafft werden. So wurde<br />

in dieser Anfangszeit die Wäsche in der nahe vorbeifließenden<br />

Mur gewaschen. Auch Betriebe waren in<br />

diesem einstigen Lager angesiedelt wie die Schlosserei<br />

Seidl, die Baufi rma Mayreder und der Frächter<br />

Schuster. Die letzte Baracke dieses einstigen Lagers<br />

wurde im Frühjahr 1970 abgerissen.<br />

Die Baracken des einstigen Lagers in Weyern wurden<br />

von Eisenbahnerfamilien bis 1956 bewohnt. Unmittelbar<br />

nach Kriegsende wurden dort gewesene Nationalsozialisten<br />

aus der Stadt zwangsangesiedelt.<br />

Dieses Lager war mit einer eigenen Wasserversorgung<br />

ausgerüstet. Die sanitäre Einrichtung bestand<br />

aus Plumpsklos in einem barackenmäßigen Bau mit<br />

einer Sickergrube. Hausgärten und Kleintiere wie<br />

Hasen und Hühner rundeten die dortigen Wohnverhältnisse<br />

ab.<br />

Auch das ehemalige RAW-Lager in der Murgasse<br />

und Lendgasse diente Eisenbahnerfamilien, Ledigen<br />

und auswärtigen Lehrlingen der ÖBB als Wohnstätte.<br />

In der Murgasse wurde die letzte Baracke im<br />

Herbst 1958 abgerissen.<br />

Heute erinnert an diese einstigen Barackenlager in<br />

Weyern nur mehr der betonierte Brunnenschacht.<br />

Bedingt durch das Aussterben der über diese Lager<br />

wissenden Generation und zum Teil nicht mehr<br />

vorhandenen schriftlichen Aufzeichnungen, konnten<br />

Daten und Fakten nur mehr bruchstückhaft recherchiert<br />

werden und es bleibt daher so manches<br />

Wesentliche im Dunklen.<br />

Quellen:<br />

Steiermärkisches Landesarchiv, Personalkartei<br />

Gemeinde Kobenz, Akten<br />

Chronik Gendarmerieposten <strong>Knittelfeld</strong><br />

Zeitzeugen<br />

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