GEO, Urban Mining - Christoph Keller

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GEO, Urban Mining - Christoph Keller

GEO SCHAUPLATZ SCHWEIZ

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ROHSTOFF

QUELLE SCHWEIZ

Im Kanton Zürich wird aus Abwasser Dünger, aus abgerissenen

Häusern entsteht neuer Beton, und aus Abfall gewinnt man Gold.

Urban Mining“ heißt das Konzept, bei dem Stadt und

Agglomeration zur fast unerschöpflichen Rohstoffquelle werden

Von Christoph Keller (TEXT) und Peter Klaunzer (FOTOS)

»Rückbau« statt »Abriss«: Arbeiter der Richi AG tragen einen Heizkörper aus einem Haus in Dietikon

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Rohstoffquelle Abfallverarbeitung: Peter Rancetti,

Mitarbeiter der Kehrichtverbrennung Zürcher Oberland

(KEZO) in Hinwil, steuert die Baggerzange


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Aller Anfang ist bescheiden: Goldnugget in der Pinzette neben einer Fünzigrappenmünze, KEZO Hinwil

Aus regionalem Abfall holt

man so viel Gold heraus wie in einer

Mine in Südafrika

E

r hebt sorgfältig den Deckel

des großen, metallenen Behälters,

leuchtet mit der Taschenlampe

hinein. Er lässt

den Lichtkegel übers graue, grobe Pulver

streichen, ein Lächeln huscht über sein Gesicht,

und er sagt:

„Schauen Sie genau hin.“

„Was?“

„Das gelbe Funkeln.“

„Ist das Gold?“

Peter Schellenberg hat sein halbes Leben

hier, in der Kehrichtverbrennung Zürcher

Oberland (KEZO), gearbeitet. Er hat

Abfall verbrannt, den Kehricht aus den

Haushalten von Wiedikon, Pfäffikon,

Uster, Hinwil, hat die Öfen überwacht, die

Aufbereitung der Schlacke gesteuert.

Neuerdings ist Schellenbergs Arbeitsplatz

eine blitzsaubere Halle, in der ein

hoher Turm mit Filtern, Gebläsen, Schüttelrosten

steht. Die feinkörnig zermahlene

Schlacke aus der Abfallverbrennung

wird durch diesen Turm gejagt, ein Gehäuse

voller Maschinen mit sensiblen

Sensoren, computergesteuerten Rollbändern,

die alles, was metallisch ist in dieser

Schlacke, absondern, filtern.

Die Anlage ist eine Mine.

Aus dem Abfall der Region hole man

„pro Kubikmeter genau so viel Gold heraus

wie aus einer guten Goldmine in Südafrika“,

sagt Daniel Böni, Betriebsleiter der

KEZO, und zwar im zweistelligen Kilobereich

pro Jahr. Aber nicht nur Gold, das in

vielen weggeworfenen elektronischen Geräten

enthalten ist, auch Kupfer gewinnen

Böni und seine Mitarbeiter aus der Schlacke.

Der Kupfergehalt in der Feinschlacke

sei so hoch wie im Erz einer guten, hochrentablen

Kupfermine. Nur: In Hinwil

wird das Metall ohne alle Schäden an Umwelt

und Landschaft gefördert.

Am Ende des Prozesses stehen riesige

Säcke mit Restgranulat, das Aluminium,

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Kupfer und Gold enthält; es wird zu

einem großen Teil im Ausland zu reinen

Metallen aufbereitet – im Jahr insgesamt

4000 Tonnen.

Bei der verwendeten Technologie, dem

„Thermorecyling“, wird die Schlacke aus

der Abfallverbrennung mit hohen Temperaturen

abermals verbrannt. In der entstandenen

Feinschlacke verklumpen die

Metalle. Das Verfahren wurde im angegliederten

„Zentrum für nachhaltige Abfallund

Ressourcennutzung“, dem ZAR, getestet.

Man habe das Ganze „nicht in einer

Pilotanlage entwickelt“, betont Böni, „sondern

gleich in einem Industriemaßstab,

also eins zu eins“.

Der hohe Turm mit den Filtern, den Gebläsen,

den Schleudern wird bereits von

Abfallexperten aus der ganzen Welt besucht.

Sie haben erkannt, dass es keinen

Sinn hat, wertvolle Metalle in der Brandschlacke

irgendwo auf Deponien zu entsorgen;

und Böni ist schon ein wenig stolz,

wenn er sagt, dass „das Potential dieser

Technologie riesig ist“, auch in finanzieller

Hinsicht. Man verkauft die Tonne Aluminium

heute zu rund 1200 Franken, auch

das Gold sei bei einem Kilopreis von etwa

50 000 Franken „ein durchaus lukratives

Geschäft“.

PRO SEKUNDE werden in der Schweiz

174 Kilo Abfall produziert, jährlich fallen

zwei Millionen Tonnen Abbruchmaterial

allein im Kanton Zürich an, gesamtschweizerisch

werden pro Jahr rund 52

000 Tonnen Eisenmetalle entsorgt. Man

recycelt vieles schon heute, Pet und Alu

wird getrennt, man verarbeitet Karton

und Papier, aus der Grünabfuhr entsteht

Biogas. Aber einer erkannte, dass es noch

weit mehr gibt, das verwertet werden

kann, dass die Stadt, dass die Agglomeration

einen immensen ungenutzten Fundus

an Rohstoffen besitzt: Franz Adam,

Leiter der Abfallwirtschaft bei der Baudirektion

des Kantons Zürich.

Adam hat das Projekt „Urban Mining

initiiert. Ein kantonaler Beamter mit

Charme, der gute Laune versprüht. Er

empfängt im Besprechungszimmer seines

Amtes, auf dem Tisch stehen Einmachgläser,

mit Pulver und Granulate gefüllt.

Adam hantiert mit zerriebenem Altbeton,

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Sortieren von Wertstoffen aus Material, das von der Sondermülldeponie Kölliken im Bodenannahmezentrum Oberglatt angeliefert

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Transportunternehmer Jakob Richi (rechts) und Franz Adam, Initiant des Projekts »Urban Mining«, begutachten Recycling-Kies

Wenn die Schweiz ihre Abfälle

richtig aufbereitet, wird sie zur

Rohstoffproduzentin

mit klitzekleinen Metallstücken aus der

Kehrichtschlacke, mit Phosphor-Pulver,

das aus Klärschlammasche zurückgewonnen

wurde, und erklärt, dass man sich alles

als einen Kreislauf denken müsse.

„Dinge wegzuwerfen, zu entsorgen, hat

eine tiefenpsychologische Komponente“,

sagt Adam, „das zeigt sich daran, dass wir

nach wie vor einen Hang haben, alles, was

mit dem Abfall zusammenhängt, zu verdrängen,

wegzudenken.“

„Und was wäre der richtige Weg?“

„Wir müssen einsehen“, ist Adams Antwort,

„dass alles, was uns umgibt, fast alle

Materialien, eines Tages als Abfall anfallen,

und dass sie alle Rohstoffe sind. Nutzbare

Rohstoffe. Ich brauche dazu oft das

Bild eines Jungbrunnens, denn mit diesem

Bild wird deutlich, was ich meine,

dass aus Alt wieder Jung werden soll.“

Und: „Wenn wir unseren Abfällen die

richtige Wertschätzung entgegenbringen,

stellen wir fest, dass wir ein rohstoffreiches

Land sind“, sagt er. Gemeint sind

Computergehäuse ebenso wie Altpapier,

alte Kupferkabel genauso wie abgebrochenes

Mauerwerk von alten Häusern.

Nichts soll verloren gehen, denn man will,

so heißt es im kantonalen Maßnahmenplan

zum Urban Mining, letztlich alle Energie

und alle Rohstoffe „vollständig aus

den Abfällen herausholen und sie der

Volkswirtschaft wieder zur Verfügung

stellen“.

Ein Konzept, das auch immer mehr Zulieferer

überzeugt. Jakob Richi zum Beispiel,

einen Transportunternehmer in

Weiningen. Richi sagt allerdings, er habe

„schon etwas Zeit gebraucht für das Umdenken“.

Früher hat er das Altholz von Abbruchhäusern

bis nach Norditalien fahren lassen;

Abbruchgut und Aushub hat er kreuz

und quer durch die Schweiz transportiert,

dazu Kies aus der familieneigenen Grube

gefördert, Jahr für Jahr ein wenig mehr.

Den Umweltkosten schenkte er dabei keine

Beachtung. Bis die leistungsabhängige

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Katie Bassett bearbeitet Sam den Hund: Stift,

Pinsel und Farbpaletten liegen nur noch virtuell bereit

In der Thermorecyclinganlage der Kehrichtverbrennung Zürcher

Oberland verbrennt die Schlacke ein zweites Mal: die Metalle verklumpen

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Neuer Beton aus alter

Bausubstanz gibt ein gutes

Gefühl – und gutes Geld

Emmanuel Frossard,

Professor am Institut für

Agrarwissenschaften

der ETH Zürich, und

Forschungsassistentin

Simone Nanzer

beschäftigen sich mit

der Rückgewinnung von

Phosphor aus Abfall.

Düngen mit recyceltem Phosphor

Schwerverkehrsabgabe eingeführt wurde.

Da begriff Richi, was ihn jeder Kilometer kosten

würde, und er war, wie er sagt, „erschüttert“.

Er habe aufgeben wollen, sein Geschäft

verkaufen.

„Und dann?“

„Dann bin ich eines Tages mit meinem

Hund spazieren gegangen, habe überlegt.

Und dann habe ich die Herausforderung angenommen,

weil ich es wissen wollte.“

Mit langen Schritten geht Richi über das

weitläufige Areal seiner Firma, eine Zigarette

im Mund, linker Hand braust die Autobahn.

Seine Lastwagen fahren jetzt nur noch 15 Kilometer

weit oder 30, statt 600 wie früher,

„und beide Wege beladen“. Richi stapft eine

breite Rampe hinauf und zeigt das Biomassekraftwerk,

das angeliefertes Abbruchholz in

Strom für 6000 Haushalte verwandelt und in

Wärme für ein nahegelegenes, riesiges Gewächshaus.

An mächtigen Schutthalden eilt

Richi vorbei, an Bergen von Abbruchmaterial,

direkt auf eine brandneue, blau schimmernde

Anlage zu.

Hier wird Abbruchgut umgewandelt. Die

Anlage ist komplex, sie zerkleinert das angelieferte

Material, all die abgebrochenen Wände,

Decken, Fundamente, Treppenhäuser. Sie

trennt Kieselsteine aus dem alten Gemäuer,

zerkrümelt Backsteine, sortiert das Ganze

und mischt es neu zusammen.

Das Ergebnis ist „Recyclingbeton“ aus alter

Bausubstanz, der aber nicht weniger fest

sei als der frische, betont der Unternehmer.

Er sei denn auch „zunehmend gefragt, speziell

bei umweltbewussten Bauherren“.

„Ein gutes Gefühl?“

„Ja, aber mehr noch. Da liegt auch viel

gutes Geld.“

Das ist der Punkt, den Franz Adam, der

Initiator des Urban Mining, anspricht.

Adam hat die Unternehmer nicht deshalb

apple

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überzeugt, weil er an ihren Idealismus appellierte,

sondern an ihren Geschäftssinn.

Urban Mining soll sich lohnen - für alle.

„Wir müssen mit den Rohstoffen so

umgehen, dass es auch für kommende Generationen

noch reicht“, betont Adam.

Und er ist überzeugt, dass es in den städtischen

Agglomerationen genügend Material

gibt, auf das man zurückgreifen kann.

Zurückgreifen sogar auf die problematischen,

die giftigen Abfälle.

AM RANDE VON OBERGLATT, Industriezone.

Jeden Morgen um zehn Uhr fährt

ein Zug ein. Eine Lokomotive zieht im

Schritttempo etwa ein Dutzend Wagen

mit blitzblanken Containern in eine geräumige,

grüngelbe Halle. Drinnen nehmen

Männer in Schutzanzügen den Zug

in Empfang, der von Technikern überwacht

wird. Sie sitzen vor Diagrammen,

Gasanzeigern, Alarmleuchten und konzentrieren

sich: Denn der Zug kommt aus

Kölliken, der Sondermülldeponie im Aargau,

die saniert und abgetragen wird.

Das Material aus der Deponie enthält

fast alles, was man sich an Giftigem, an

Gefährlichem auch nur vorstellen kann,

Rückstände aus der chemischen Industrie,

Farbstoffe, seltene Metalle; dazu normalen

Industrieabfall.

Die Sanierung von Kölliken war Auslöser

für den Bau der Anlage in Oberglatt.

Sie dient zur Verarbeitung von 200 000

Tonnen Aushub, der über ein kompliziertes,

weit verzweigtes System von Rollbän-

dern, Sieben, Shreddern, Trommeln und

Waschanlagen gereinigt, sortiert, und ausgeschieden

wird. Am Ende fallen Eisen,

Aluminium und Kupfer an, ein großer

Rest aber ist auch hier Sand und Kies; dazu

kommen giftige Rückstände, die auf

Deponien entsorgt oder verbrannt werden

müssen.

Die Anlage trägt die Bezeichnung „Bodenannahmezentrum“

(BAZO) und gehört

der Eberhard Bau AG, einem Familienbetrieb,

dessen CEO, Heinrich Eberhard,

das Credo Franz Adams bestätigt: „Immer,

wenn sich Umweltschutz positiv auf die

Buchhaltung auswirkt, erfolgt auch eine

Umsetzung».

Auch Eberhard hat gelernt, dass sich

das Denken in Kreisläufen rentiert.

Bedachter Umgang mit der Erde würde weniger Kosten verursachen: Die Bodenwaschanlage ESAR der Firma

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Die Entsorger von heute

sind die Rohstoffhändler

von morgen

Rohstoffquelle Elektronikschrott:

Diese Geräte enthalten

Gold und andere Edelmetalle

Deshalb will er weiter investieren. Er hat

vor Jahren schon in Rümlang eine Anlage

bauen lassen, eine monströse Maschine,

mit der kontaminiertes Aushubmaterial

etwa aus früheren Tankstellen und Chemieanlagen

gewaschen werden kann. Nur

fünf Prozent der angelieferten Menge

müssen nach dieser Behandlung noch auf

die Deponie.

Nun aber soll eine weitere, noch größere

Anlage entstehen, um mit einem

Hochtemperaturofen im thermischen

Verfahren die Reststoffe aus den hochkontaminierten

Deponieabfällen nachbehandeln

zu können.

RECYCELTER KIES soll „für Generationen“

zur Verfügung stehen, so steht es

im Programm „Urban Mining“. Vordenker

Adam weist immer wieder darauf hin,

dass „wir es in der Hand haben zu bestimmen,

was als Abfall zu gelten hat“, und

„wie die Stoffflüsse in einer bebauten Umgebung

geleitet werden sollen“.

Das gilt auch für einen Problemabfall,

der seit Jahren zu reden gibt, den Klärschlamm.

Klärschlamm enthält wertvollen, für

die Pflanzendüngung unabdingbaren

Phosphor, einen endlichen Rohstoff, der

weltweit immer knapper wird. Doch in

der Schweiz ist das Ausbringen von Klärschlamm

seit 2006 auf allen Ackerflächen

verboten, weil er zu viele giftige Schwermetalle

enthält. Also wird er in Zementwerken

oder Kehrichtverbrennungen unschädlich

gemacht, in Deponien entsorgt.

Rund 5000 Tonnen Phosphor gehen auf

diese Weise jährlich verloren; fast so viel,

wie die Schweiz für Dünger importieren

muss: eine gewaltige Verschwendung an

Ressourcen.

Die Änderung dieser Verhältnisse: ein

Fall für Emmanuel Frossard, Professor am

Institut für Agrarwissenschaften der ETH

Zürich. Er sitzt in einem karg eingerichteten

Büro, vor dessen Fenster die Gewächshäuser

der Forschungsanstalt Lindau bei

Eschikon zu sehen sind, Wiesen, Felder

und der Wald. Die Stadt, die Agglomeration

scheinen weit weg zu sein.

Wenn Frossard spricht, geht es um chemische

Formeln, um Temperaturen, um

Mengenangaben. Und es geht um ein Verfahren,

das er gemeinsam mit seiner Forschungsassistentin

Simone Nanzer erarbeitet,

in einem Verbund mit Experten

des Kantons, privaten Recyclingfirmen:

um „Phosphor Mining“, die Gewinnung

von Phosphor aus Klärschlamm.

Der Weg dorthin war nicht einfach, es

gab Rückschläge, eine vielversprechende

Verbrennungstechnik funktionierte dann

doch nicht.

Aber Frossard will in zwei Schritten an

den Phosphor herankommen: Zunächst,

indem der Klärschlamm des Kantons in

Werdhölzli, einer zentralen Sammelstelle,

verbrannt wird, die 2015 in Betrieb gehen

soll. Sodann soll die Klärschlammasche,

in der Phosphor nach wie vor mineralisiert

vorliegt, mit einem neuartigen Verfahren

herausgelöst werden, mit einer

nasschemischen Rückgewinnung, die ohne

auffälligen Energieeinsatz auskommt.

Ein Großversuch mit dieser Technik,

eine Entwicklung der BSH Umwelttechnik

mit Sitz in Sursee, läuft zur Zeit in

Bern, und die Ergebnisse sind, so Frossard,

„sehr ermutigend“.

Die Rechnung, ob die Investition sich

lohnen könnte, ist schnell gemacht: Die

Kosten für Entsorgung und Deponierung

von Klärschlamm sind enorm, mit dem

neuen Verfahren aber würden die Betreiber

von Abwasserreinigungsanlagen zu

Anbietern von Phosphor auf dem Markt;

und das, betont Frossard, „zu konkurrenzfähigen

Preisen“.

Die Entsorger von heute sind die Rohstoffhändler

von morgen.

Das hat man auch in der Kehrichtverbrennung

(KEZO) von Hinwil erkannt.

Das Geschäft mit den Rohstoffen soll

nicht mehr ausländischen Firmen überlassen

werden, vielmehr möchte man, so Geschäftsführer

Daniel Böni, „die Metalle,

die wir aus der Schlacke herausholen, selber

aufarbeiten und verkaufen“.

Und so ist in unmittelbarer Nähe von

der Verbrennung eine neue Anlage geplant:

eine großangelegte Metallschmelze,

finanziert und getragen von verschiedenen

Partnern im Kanton und außerhalb,

eine Anlage, die fertiges Aluminium, Kupfer,

Silberbarren, Goldbarren und Eisenmetalle

in verschiedenen Qualitäten liefern

soll; Baubeginn 2013.

Es wird in dieser Metallschmelze eine

Sicherheitszone geben, in der Gold- und

Silberbarren aufbewahrt werden. P

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