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Vortrag Prof. Dr. Smail Cekic - ZZI

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VÖLKERMORD AN DEN BOSNIAKEN SREBRENICAS,<br />

UN-SCHUTZZONE, JULI 1995<br />

Während des Aggressionskrieges gegen Bosnien-Herzegowina (1991 - 1995) wurden neben dem Verbrechen<br />

gegen Frieden, Sicherheit und Menschlichkeit auch viele Verbrechen in besetzten Gebieten und belagerten<br />

Städten an der Zivilbevölkerung begangen, inklusive des Völkermords an Bosniaken. Von diesen Verbrechen,<br />

die insbesondere in den Gebieten entlang der Flüsse <strong>Dr</strong>ina, Neretva, Sana i Lašva, aber auch in Nordbosnien<br />

stattgefunden haben, zeugen neben zahlreichen Dokumenten, Daten, Aussagen, Informationen und<br />

anderem Beweismaterial, auch eine hohe Anzahl ermordeter und vertriebener Opfer.<br />

Der großserbische Aggressor hat zusammen mit bewaffneten serbischen Truppen aus Bosnien-Herzegowina<br />

in und rund um Srebrenica im Juli 1995 tausende von festgenommenen Bosniaken innerhalb einer Woche<br />

ermordet und in Massengräbern verscharrt. Hunderte von ihnen waren noch am Leben als sie begraben wurden.<br />

Männer, Frauen und Kinder wurden massakriert, Kinder wurden vor den Augen ihrer Mütter ermordet,<br />

Großväter wurden gezwungen, die Niere ihrer Enkelkinder zu essen, Frauen und junge Mädchen wurden<br />

vergewaltigt, 30.000 Menschen, vorwiegend Frauen und Kinder, wurden deportiert, Szenen, die der Hölle<br />

entsprechen, fanden statt. Darüber existieren zahlreiche Beweise, darunter auch Massengräber, über die<br />

schon Rasen gewachsen ist und die Schlächter haben schon die Knochen und Übereste versetzt. Laut ICTY<br />

waren das die Szenen der Hölle, geschrieben auf den dunkelsten Seiten menschlicher Geschichte.<br />

Das Gebiet entlang der <strong>Dr</strong>ina hatte in seiner Gänze (Bijeljina, Zvornik, Bratunac, Srebrenica, Vlasenica,<br />

Rogatica, Višegrad, Goražde, Čajniče i Foča) eine absolute bosniakische Mehrheit. Dieses Gebiet war von<br />

„enormer strategischer Bedeutung“ für die großserbische Ideologie, Politik und Praxis. Demnach war für die<br />

Bildung Großserbiens, einem ethnisch „sauberen“ Staat, die Eliminierung der <strong>Dr</strong>ina als Grenze zwischen<br />

den serbischen Gebieten eines der strategischen Ziele des serbischen Volkes. Zusammen mit dem Großserbischen<br />

Projekt stand auch der Plan, dass auf einem 50 km weiten Gebiet um die <strong>Dr</strong>ina alles rein serbisch sein<br />

sollte.<br />

Anfang 1993 eroberte die „Armee der Serbischen Republik“ zusammen mit den regulären Kräften der jugoslawischen<br />

Armee in einer Offensive Kamenica, Cerska und Konjevič Polje, wodurch sich das Gebiet der<br />

Enklave Srebrenica von 900 auf 150 km2 reduzierte. Die Bosniaken der nahegelegenen Gebiete flüchteten<br />

in die Stadt und ihre Umgebung, wodurch sich die Bevölkerungszahl Srebrenicas auf 60.000 erhöhte. Dörfer<br />

wurden zu 90% verlassen, dadurch gab es keine Ernährungsmöglichkeiten, die Stadt musste zehntausende<br />

neuer Menschen aufnehmen. Danach besuchte im März der General und UNPROFOR- Kommandant Philippe<br />

Marillon Srebrenica. Er konnte sich ein Bild über die furchtbaren Verhältnisse der Belagerung (kein<br />

Trinkwasser, Strom, Nahrung, Medikamente und andere lebensnotwendige Komponenten) machen und sagte<br />

im Anschluss, dass die Bevölkerung unter dem Schutz der Vereinten Nationen steht und dass man sie nicht<br />

verlassen werde.<br />

Der UN Sicherheitsrat verabschiedete am 16. April 1993 eine Resolution, in der Srebrenica zur Schutzzone<br />

erklärt wurde, und an diese Bestimmung hätten sich alle Seiten zu halten. Die Stadt dürfe folglich keinem<br />

Waffenangriff oder feindlicher Aktivität unterzogen werden. Durch diese Bestimmung wurde der Antrag<br />

gestellt, dass alle Angriffe auf Srebrenica beendet werden und ein Rückzug aus dem Gebiet um die Stadt<br />

stattfindet.<br />

Nachdem die Resolution 819 (1993) in Kraft getreten ist, teilte der UN-Generalsekretär Butros Gali dem<br />

UNPROFOR Kommandanten, General Valgren, mit, dass die Resolution seiner Meinung nach „keinen militärischen<br />

Eingriff durch UNPROFOR in der Schutzzone beinhaltet“. Diese Aussage stand im Widerspruch


zur Resolution 819, die keinesfalls eine militärische Intervention in der Schutzzone ausschließt. Darüber<br />

waren auch nicht alle Mitglieder des Sicherheitsrates informiert. Das machte die genannte Resolution zu<br />

einer Farce. Die Rolle der UNPROFOR wurde auf humanitäre Tätigkeiten reduziert, und dies mit der Zustimmung<br />

des Aggressors. Deswegen war die Resolution 819 des Sicherheitsrates, wie viele andere auch, ein<br />

Betrug vom ersten Tag an.<br />

General Valgren, der UPROFOR Komandant erreichte trotz der Resolution 819 eine Demilitarisierung der<br />

Stadt (nicht der Enklave) und zwang somit General Sefer Halilovic ein Abkommen über die Demilitarisierung<br />

Srebrenicas mit Ratko Mladic zu unterzeichnen, oder anders gesagt ein Abkommen über die Kapitulation.<br />

Dieses Abkommen beinhaltete die Waffenniederlegung der Bosniaken.<br />

Obwohl Srebrenica zur UN-Schutzzone erklärt wurde, wurden in der Zeit bis zur totalen Eroberung der<br />

Stadt und ihrer total isolierten Bevölkerung besondere Formen des Krieges und Völkermordes geführt, wie<br />

beispielsweise: Wasser- und Strommangel, Störungen und Hindernisse bei der Versorgung der Stadt mit<br />

humanitärer Hilfe, Medikamenten und allem, was im biologisch-existenziellem Sinne lebensnotwendig ist.<br />

Der Großserbische Aggressor machte der Bevölkerung Srebrenicas das Leben zur Hölle. Er verletzte ständig<br />

den Status der Schutzzone, indem er die Stadt unter Raketenbeschuss nahm. Dabei kamen viele Zivilisten<br />

ums Leben, viele wurden verletzt.<br />

Radovan Karadžić, der Präsident des serbischen Parastaates „Republika Srpska“ erteilte am 08. März 1995<br />

einen sehr dringenden Befehl für weitere Tätigkeiten (Operationsnummer 7) im Bezug auf die Schutzzonen<br />

Srebrenica und Zepa. Das Ziel war eine „totale Befreiung der Gebiete um den Fluss <strong>Dr</strong>ina“. Durch täglich<br />

geplante militärische Aktivitäten sollten Umstände der absoluten Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit bezüglich<br />

eines Verbleibs der Menschen in Srebrenica geschaffen werden. In diesem strategischen Plan wird<br />

ausdrücklich gefordert, dass die „Armee der serbischen Republik“ so schnell wie möglich die physische<br />

Trennung Srebrenicas und Zepas erzwingen soll.<br />

Mitte 1995 war die humanitäre Lage der bosniakischen Bevölkerung in der Enklave, wie von Karadzic gefordert,<br />

katastrophal. Menschen starben durch den Hungertod!<br />

Anfang Juli 1995 übernahmen die Einheiten des <strong>Dr</strong>ina-Korps unmittelbare Vorbereitungen für die Eroberung<br />

der Schutzzone. Die Operation hieß „Krivaja - 95“. Die militärische Offensive der Einheiten der „serbischen<br />

Republik“ gegen die UN-Schutzzone Srebrenica, begann am 06. Juli 1995. Bei der Operation nahmen auch<br />

Einheiten der jugoslawischen Volksarmee und Freiwillige aus Russland und Griechenland teil. Die Bosniaken<br />

forderten von der UNPROFOR die Rückgabe ihrer abgegebenen Waffen aus dem Jahr 1993, was ein<br />

Teil des Demilitarisierungsabkommen war. Ihr Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die UN-<br />

PROFOR für die Verteidigung der Enklave zuständig sei, und nicht sie selbst.<br />

Bis zum Abend des 9. Juli rückte die Armee der „serbischen Republik“ 4 km Richtung Stadt und blieb 1 km<br />

entfernt vor ihr stehen. Nach einem Treffen mit Momčilo Krajišnik i Jovica Stanišić (Bundesinnenministerium<br />

Serbiens) verriet Radovan Karadžić in den frühen Abendsstunden des 9. Juli seine großserbischen,<br />

mörderischen Absichten. Im Gespräch mit Miroslav Deronjić fragte Karadzic „Was haben Sie, Miroslav,<br />

mit der Bevölkerung vor?“ Dieser antwortete, er könne sich nicht im Traum den Ablauf der Ereignisse beim<br />

Einmarsch in Srebrenica vorstellen. Karadzic sagte drauf: „Miroslav, die gehören alle hingerichtet. Alle, auf<br />

die ihr trefft“.<br />

Die Lage in Srebrenica war am 10. Juli sehr angespannt. Serbische Einheiten haben rund um Srebrenica<br />

ihre „Kriegsoperationen nach Plan“ erledigt. Sowohl auf das dicht besiedelte Stadtzentrum wie die Basis<br />

der Vereinten Nationen wurden Granaten gefeuert. Dort gab es viele Flüchtlingen, einige von ihnen wurden<br />

dabei getötet. Das Krankenhaus wurde von den Raketenbeschüssen auch nicht geschont. Dabei kamen sechs<br />

Menschen ums Leben. Die Bevölkerung der überfüllten Stadt begann sich Richtung Potocari zu bewegen,<br />

wo die Vereinten Nationen stationiert waren. Kommandant Karemans forderte rasche Hilfe aus der Luft<br />

durch die NATO.


Trotz der ständigen Verschlechterung der Lage, erlaubte General Žanvije auch am 10. Juli keine militärische<br />

Unterstützung aus der Luft. Der Kommandant des holländischen Bataillons informierte die politische<br />

und militärische Führung Bosniens, dass dem serbischen Aggressor ein Ultimatum gesetzt wurde, sich aus<br />

der Schutzzone zurückzuziehen. Diese hätten sich bis 06 Uhr in der Früh zu entscheiden. In Falle, dass der<br />

Aggressor das Ultimatum ablehnt, würde es massive Luftangriffe auf die serbischen militärischen Ziele<br />

geben. Das Gebiet des südlichen Zugangs zur Stadt bis Zeleni Jadar würde zur einer „Todeszone“ erklärt,<br />

d.h es würde auf alles geschossen, was sich dort bewegt. Den Bosniaken wurde nahegelegt, dass sich die<br />

Zivilbevölkerung von der Frontlinie fernhalte, den Verteidigungseinheiten wurde empfohlen, ihre Verteidigungslinien<br />

zu verlassen. Kurz danach beschlossen die Verteidigungseinheiten Srebrenicas, den geplanten<br />

Gegenangriff nicht durchzuführen, was für die Enklave tragisch endete. Die serbischen Einheiten haben dies<br />

ausgenutzt und setzten ihren Vormarsch fort.<br />

Die „Armee der serbischen Republik“ hat am 10. Juli 1995 die UN-Schutzzone Srebrenica erobert. Um<br />

14:07 Uhr wehte die serbische Flagge über der Stadt. Gegen 14:30 Uhr ging sich Bevölkerung Richtung<br />

Potocari. Bis dahin wurden viele Anfragen bezüglich eines Luftangriffs auf verschiedenen Ebenen des<br />

System der Vereinten Nationen abgelehnt. Obwohl sich General Žanvije formal gegen den Beschuss auf die<br />

Zivilbevölkerung und die Missachtung des Statuts der Schutzzone ausgesprochen hatte, sorgte er sich primär<br />

um die 30 „gefangenen“ holländischen Offiziere. Das holländische Bataillon feuerte keinen einzigen Schuss<br />

Richtung der vorangeschrittenen serbischen Truppen.<br />

Um 16:20 Uhr war die Stadt überfüllt von serbischen Soldaten. Gegen 16:30 Uhr flüchteten schon Tausende<br />

Richtung Potocari. Am späten Nachmittag spazierten die Generäle Ratko Mladic, Milenko Živanović, Radislav<br />

Krstić und Offiziere der „Serbischen Armee“ triumphal durch die leeren Strassen von Srebrenica, während<br />

sich tausende Flüchtlinge nach Potocari bewegten. Verzweifelt suchten sie beim holländischen Bataillon<br />

Schutz. Im Zentrum der Stadt sagte Ratko Mladic: „Am 11. Juli 1995 befinden wir uns in der serbischen<br />

Stadt Srebrenica. An diesem serbischen Feiertag schenken wir dem serbischen Volk diese Stadt. Endlich ist<br />

der Augenblick gekommen, um uns in diesem Gebiet an den Türken zu rächen.“ Karadzic hatte persönlich<br />

befohlen („wegen Marketing“, „aus Vorteilsgründen“), neben der serbischen auch die griechische Fahne<br />

aufzuhängen. Die Griechen sollten – neben Russen und anderen – an der Eroberung Srebrenicas teilhaben.<br />

Unmittelbar während und nach der Eroberung der „Schutzzone“ Srebrenica flüchtete die Zivilbevölkerung<br />

im absoluten Chaos Richtung Potocari, in der Hoffnung bei den Vereinten Nationen den erwarteten Schutz<br />

und die Rettung zu finden. Bis in die Abendstunden versammelten sich in Potocari ca. 20.000 bis 25.000<br />

Menschen, vorwiegend waren es Frauen, Kinder und ältere, wehrunfähige Menschen.<br />

Einige tausend Menschen versuchten durch die Tore in die Basis der Vereinten Nationen einzudringen. Sie<br />

suchten Schutz innerhalb der Basis, während sich die anderen in Fabriken und Feldern rund um die Basis<br />

aufhielten. Neben den Frauen gab es auch 1.000 bis 2.000 Männer. Keiner von ihnen hatte Waffen.<br />

Die Verhältnisse in Potocari waren furchtbar. Es gab weder Wasser, noch Nahrung oder Medikamente. Die<br />

Julihitze war natürlich auch schlimm. Die ganze Situation war chaotisch. Hungrig und durstig befanden sich<br />

tausende Menschen auf kleinstem Raum, sie waren verängstigt und in höchster Panik. Heckenschützen feuerten<br />

auf sie und setzten Häuser in Brand, was die Panik der Menschen zusätzlich erhöht hatte.<br />

Am Vormittag des 12. Juli 1995 tauchte General Mladic in Begleitung der Offiziere der „serbischen Armee“<br />

und Fernsehteams auf. Er wurde gefilmt, als er Süßigkeiten an Kinder verteilte und den Menschen täuschend<br />

verspricht, dass ihnen nichts passieren wird.<br />

Serbische Armee- und Polizeieinheiten, inklusive der Einheiten aus Serbien und der „Republik Srpska Krajina“,<br />

liquidierten kaltblütig am 12. und 13. Juli unzählige Männer an verschiedenen Orten rund um die Basis<br />

der Vereinten Nationen in Potocari.<br />

Der Terror erhöhte sich in der Nacht. Schüsse, Hilfeschreie und andere furchteinflössende Stimmen und<br />

Geräusche hörte man die ganze Nacht lang. Die Soldaten selektierten die Männer aus den Menschenmassen<br />

und brachten sie in eine unbekannte Richtung.<br />

Am nächsten Morgen des 13. Juli 1995 fanden einige Flüchtlinge Leichen in der Nähe des nächsten Baches.


Dort befanden sich massenweise Menschen, denen die Kehle durchschnitten war (manche Zeugen behaupten,<br />

dass es über 300 Leichen waren). Unter ihnen gab es auch Frauen. (eine Zeugenaussage: „Ihre Köpfe<br />

waren vom Körper abgeschnitten, sie hatten keinen Kopf am Hals“).<br />

„Die Armee der serbischen Republik“ deportierte systematisch und geplant Frauen, Kinder und Alte aus<br />

Potocari nach Kladanj. Gegen Mittag des 12. Juli 1995 kamen unzählige LKWs und Busse (inklusive Fahrzeuge<br />

aus Serbien) in Potocari an, um Frauen, Kinder und Alte abzutransportieren.<br />

Die Menschen wurden in Anwesenheit und unter Kontrolle der Armee und Spezialeinheiten der „serbischen<br />

Republik“ und mit Hilfe des holländischen Bataillons auf die Fahrzeuge getrieben.<br />

Besonders dramatisch war am 12. und 13. Juli die systematische Trennung der Männer und Burschen von<br />

den Frauen und Kindern. Seit dem Morgen des 12. Juli trennten serbische Einheiten nach dem Befehl vom<br />

General Mladic, Männer und Burschen von anderen Flüchtlingen. Sie wurden abtransportiert und an verschiedene<br />

Orte in und rund um Potocari festgehalten. Dabei weinten und schrieen Frauen und Kinder, besonders<br />

die Kinder, die ansehen mussten, wie ihre Väter weggebracht wurden. Auf der anderen Seite hörte man<br />

lautes Geschrei, Hilferufe, Schüsse... Das dauerte über die ganze Nacht des 12. Juli 1995. Männer wurden<br />

vor eine Zinkfabrik gebracht, danach wurden sie in der selben Nacht mit LKWs an andere Gefangenenorte<br />

versetzt.<br />

Als man die Busse mit Flüchtlingen aufgeladen hat, trennten serbische Soldaten und Polizisten systematisch<br />

alle Männer, die versuchten hatten, sich in jenem Chaoszustand in Bussen durchzuschleusen. Dabei nahmen<br />

sie ihnen ihre persönlichen Sachen ab. Diese Männer wurden in ein Gebäude, bekannt als das „Weisse<br />

Haus“ (in unmittelbarer Nähe der UN-Basis) gebracht. Sie wurden gezwungen, alles Wertvolle abzugeben.<br />

Ihre Ausweise mussten sie ebenfalls vorm Gebäude abgeben, später wurden diese verbrannt. Alle getrennten<br />

Männer wurden unter äußerst ungünstigen und furchtbaren Verhältnissen fest gehalten, einige von ihnen<br />

wurden misshandelt und ermordet Unter ihnen gab es viele junge Burschen. Die Trennung wurde auch während<br />

der Deportation fortgesetzt.<br />

Die meisten ausgesonderten Bosniaken von Potocari (über 1000 Menschen) wurden während der Nachmittage<br />

des 12. und 13. Juli 1995 verladen und von Potocari auf andere Gefangenenstellen nach Bratunac<br />

gebracht. Nach Bratunac brachte man auch die Gefangenen von der großen Waldkolonne, und von dort an<br />

die Hinrichtungsstellen.<br />

Die komplette Vertreibung der Bosniaken, der Zivilisten, aus Potocari wurde bis am 13. Juli 1995 um 20:00<br />

Uhr vervollständigt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die holländischen Offiziere den Flüchtlingen befohlen ihre<br />

Basis zu verlassen.<br />

Eine große Anzahl der Einwohner Srebrenicas, der „Sicherheitszone der Vereinten Nationen“, hatte sich,<br />

flüchtend aus dieser Enklave, nach dem Fall Srebrenicas, abends am 11. Juli 1995 in Susnjari gesammelt. Es<br />

waren zwischen 10 und 15 Tausend Menschen. Sie hatten sich Richtung freiem Territorium bewegt und dort<br />

die Rettung gesucht.<br />

Ein <strong>Dr</strong>ittel der Männer aus dieser Gruppe waren die Soldaten aus der 28. Division, die meisten unbewaffnet.<br />

Alle anderen waren Zivilisten, Frauen und Kinder. Sie brachen in einer großen Kolonne zu einem Marsch<br />

durch den Wald Richtung Tuzla auf.<br />

Am 12. Juli hatten die großserbischen Kräfte ihre militärische Operation fortgesetzt.<br />

Das Militär und die Einheiten der Polizei der „Serbischen Republik“ schossen auf die Flüchtlingskolonne<br />

aus verschiedenen Richtungen. Die serbische Artillerie war schon seit dem Aufbrechen dieser Kolonne der<br />

Vertriebenen sehr aktiv. Sie befanden sich auf verschiedenen Standorten, weit verstreut, und feuerten aus<br />

verschiedensten großkalibrigen Waffen und Waffensystemen auf die Menschenmenge.<br />

Am Standort Hajducko groblje, bei Bokcin Potok wurden auf diese Weise mehrere Menschen schwer verletzt,<br />

oder getötet. Auf nur einer Wiese erschoss man an die 100 Leute.<br />

An diesem Tag, am späten Nachmittag und abends, hatten das Militär und die Einheiten der Polizei der „Serbischen<br />

Republik“ beim Standort Ravni Buljin die meisten Leute vom Ende der Kolonne gefangengenom-


men. Die serbischen Einheiten nutzen die verschiedensten Tricks, wie zum Beispiel das In-die-Falle-Locken,<br />

Aufrufe sich zu ergeben, das Benutzen von gestohlenen UN- und Rot-Kreuz-Uniformen und Fahrzeugen.<br />

Das alles mit dem Ziel der Gefangennahme und der Täuschung der Flüchtlinge. Sie versprachen den Gefangenen,<br />

dass sie für ihre Sicherheit sorgen und dass die UNPROFOR und das Rote Kreuz für den Transport<br />

der Zivilisten nach Tuzla zuständig wären. Am 12. Juli 1995 betrug die Anzahl der Gefangenen - ein tausend<br />

Menschen.<br />

Die Einheiten des serbischen <strong>Dr</strong>ina Bataillons hatten alles unternommen, um irgendwelche Überraschungen<br />

zu verhindern, welche eine Gefährdung der Aktion „KRIVAJA-95“ darstellen konnten. Sie führte planmäßig<br />

alle „militärischen Aufgaben“.<br />

Auf den vorausberechneten Routen organisierten das Militär und die Einheiten der Polizei der „Serbischen<br />

Republik“ gezielte Fangaktionen gegen die flüchtenden Bosniaken, die sich nicht ergeben wollten. Sie lockten<br />

diese Männer, Frauen und Kinder in Fallen in der Region von Ravni Buljim und Konjevic Polje. Auf der<br />

Flucht gerieten viele Vertriebene in die Minenfelder.<br />

Das Militär und die Einheiten der Polizei der „Serbischen Republik“ hatten am 13. Juli in der früh in der Region<br />

Pobudje (bei Konjevic Polje), zwischen den Ortschaften Bratunac - Konjević Polje - Nova Kasaba acht<br />

tausend Menschen gefangengenommen und planten ihre Exekution.<br />

Die größten Gruppen der Männer und Knaben aus der Waldkolonne wurden vom Militär und den Einheiten<br />

der Polizei der „Serbischen Republik auf der Bundesstraße Bratunac – KonjevićPolje – Milić gefangengenommen.<br />

Die serbischen Einheiten täuschten die Flüchtlinge, indem sie ihnen versprachen, dass sie alle, die<br />

sich ergeben, nach den Regeln der Genfer Konvention behandeln werden. Im Laufe des Tages, bis lediglich<br />

17 Uhr 30 wurden mindestens 6.000 Männer gefangengenommen und auf die verschiedenen Standorte verteilt.<br />

Die meisten Gefangenen brachte man zu den Sammelstellen in Nova Kasaba, wo zwischen 1.500 und 3.000<br />

Leute zusammengetrieben wurden. Eine weitere Sammelstelle war bei Sandici, auf einem Feld. Dort wurden<br />

zwischen 1.000 und 4.000 Menschen gefangengehalten.<br />

Der serbische General Ratko Mladic kontrollierte die ganze Aktion der Gefangennahme. Er motivierte seine<br />

Untergebenen und forderte sie auf bei der Ausführung dieser Aufgabe auszuharren.<br />

Am 13. Juli 1995 wurde ein Teil der Gefangenen bei Nova Kasaba und Konjevic Polje am Ufer des Flusses<br />

Jadar getötet.<br />

Am selben Tag in den frühen Nachmittagsstunden, rund um 16 Uhr, brachten die Soldaten und die Polizeiteinheiten<br />

der «Republika Srpska» drei Busse mit gefangenen Bosniaken nach Cerska und brachten diese<br />

dort um. Es wurden mindestens 149 Leute getötet, im Alter zwischen 14 und 50 Jahren, und 147 von ihnen<br />

trugen zivile Kleidung. Den meisten Opfern wurden die Hände mit einem Eisendraht an den Rücken gebudnen.<br />

Viele der Gefangenen wurden auch zwischen den Ortschaften Kravica-Milici (Konjevic Polje, Pervani, Lolici...)<br />

kürzerhand exekutiert.<br />

Ein Teil der Gefangenenen bei Konjevic Polje, einschließlich der Knaben, wurde nach Jahorina und Trnovo<br />

transportiert und dort von den Spezialeinheiten der Polizei der Republik Serbien erschossen. Am 13. Juli<br />

1995 am späten Nachmittag wurden zwischen 1.000 und 1.500 Gefangene von Sandici zur Ortschaft Kravica<br />

transportiert. Dort befahl man ihnen in das Lagerhaus der Landwirtschaftsvereinigung «Kravica» hineinzugehen.<br />

Um 18 Uhr schoss man mit verschiedensten Waffen (Panzerbrechenden Geschossen, Minenwerfern,<br />

Handgranaten und Kanonen) in die Menschenmenge. Keiner überlebte dieses Massaker.<br />

Vom 12. bis 15 Juli und besonders am 13. Juli hatten das Militär und die Polizeieinheiten der «Republik<br />

Srpska» und die anderen bewafnetten Einheiten, wie die Einheiten aus Serbien und der «Republik Serbische<br />

Krajina», auf den verschienen Standorten in der Region Bratunac, kürzerhand sehr viele Gefangene exeku-


tiert. In dieser Region waren verstreut einige tausend der Gefangenen zwischenzeitlich gefangengehalten<br />

worden.<br />

Alle diesen Exekutionen wurden sehr gut erdacht, geplant und planmäßig ausgeführt. Organisiert wurden die<br />

Gefangenen verteilt, festgehalten und systematisch exekutiert.<br />

Nach Bratunac wurden, auf Befehl der obersten Offiziere der „serbischen Republik“, zahlreiche Gefangene<br />

transportiert. Am 13. Juli war diese Stadt überfüllt mit Gefangenen, die von der Straße Bratunac – Milici<br />

kamen. Die Gefangenen wurden auf Sportplätze, in die Schulen, ins Heeres-Gefängnis, in die Polizei-Reviere,<br />

in Garagen und auf andere Plätze gebracht und dort gefangen gehalten. Danach wurden Sie in parkenden<br />

Autos, Autobussen, Lkws am Straßenrand in Zentrum der Stadt gefangen gehalten, wovon alle gewusst<br />

haben, besonders die Bürger der Stadt Bratunac. Die Aufgegriffenen von Bratunac wurden schwer verletzt,<br />

sie bekamen Schläge, die Männer wurden herausgebracht – danach hörte man nur ihre Schreie. Sie würden<br />

hinaus gebracht und kamen nicht mehr zurück, Sie wurden liquidiert. Die Gefangenen bekamen fast nichts<br />

zum Trinken und nichts zum Essen. Sehr viele Gefangene wurden in der Schule, die den Namen „Vuk Karadzic“<br />

trägt liquidiert. Und auch auf anderen Plätzen wie auf dem Weg nach Kravica – Milici, wo sie die<br />

Gefangenen von Konjevic Polje ebenso hinbrachten, dort die Gefangenen brutal zusammengeschlagen oder<br />

liquidiert. Am 13. Juli kam Ljubomir Beara mit einer Gruppe des Bundesheers mit dem Befehl, dass die<br />

Gefangenen getötet werden in Bratunac an. Ich zitiere : „mit dem Befehl von ganz Oben dass ich die Gefangenen<br />

töte.“<br />

Am 13. Juli 1995 spät am Abend, begann die Instruktion von Radovan Karadzic unter dem Befehl von General<br />

Ratko Mladic, dass die Gefangenen nach Zvornik transportiert und dort hingerichtet werden. In dieser<br />

Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1995 wurden aus Bratunac und der Umgebung mit ca. 30 Autobussen 2.000<br />

– 2.500 Männer in Potocari getrennt und alle Gefangenen, die auf der Flucht von Srebrenica festgenommen<br />

wurden, wurden in eine Halle der Hauptschule in Grbavica (bei Orahovac) und in andere Schulen gebracht.<br />

Dort wurden die Männer aussortiert und ein Teil auf dem Hinterhof der Schule liquidiert wurden. Der andere<br />

Teil wurde auf andere Lager verlegt und dort liquidiert. Am Vormittag des 14. Juli 1995 wurden den ca.<br />

1.000 Männern, die in der Hauptschule in Grbavica gefangen waren vom Militär der „Serbischen Republik“<br />

die Augen verbunden, sie wurden in die Lkws geschoben und auf eine nahgelegene Weide bei Orahovac<br />

gebracht. Danach befahl man ihnen aus den Lkw´s auszusteigen und nach der Reihe wie sie herausgestiegen<br />

sind, wurden sie auch mit automatischen Gewehren kaltblütig liquidiert. Die aufgefundenen Leichen wurden<br />

ausschließlich nur mit verbundenen Augen gefunden so wie sie liquidiert wurden. Die Exekution hatte General<br />

Ratko Mladic persönlich mitverfolgt. Alle Gefangenen wurden am 14. und 15. Juli 1995 hingerichtet<br />

und in Massengräbern begraben.<br />

Mitglieder des Militärs und der Einheiten der Polizei der „Serbischen Republik“ hatten am 14. Juli 1995 ca.<br />

1.500 bis 2.000 Gefangene aus den Lagern in Bratunac und der Umgebung in die Sporthalle der Hauptschule<br />

in Petkovci abtransportiert. Dort sind die Gefangenen auf bestialische Weise geschlagen und viele auch<br />

missbraucht worden. (Es wurde aus Maschinengewehren in die Masse geschossen). Den Gefangenen wurden<br />

die Hände am Rücken mit <strong>Dr</strong>aht verbunden. In derselben Nacht und in den frühen Morgenstunden des<br />

15. Juli 1995 wurden die Gefangenen gezwungen, die Schuhe auszuziehen und in die Lkws zu steigen. Beim<br />

nahe liegenden Wasserkraftwerk bei Petkovci, wo schon sehr viele Tote lagen, wurden gruppenweise fünf<br />

bis zehn Männer kaltblutig erschossen. Am 15. Juli 1995 in der Früh hatten die Soldaten der „Armee der serbischen<br />

Republik“ mit Hilfe von Baggern und anderen schweren Fahrzeugen die Opfer begraben, während<br />

gleichzeitig die Exekutionen liefen.<br />

Am 15. Juli 1995, während der Großserbische Aggressor und dessen Anhänger Exekutionen durchführen,<br />

wird in Belgrad bei Slobodan Milosevic ein geheimes Treffen abgehalten. Bei diesem sind Karl Bildt (Entsandter<br />

der Europäischen Union), Jasushi Akashi (spezieller Vertreter des UN Generalsekretärs), Rupert<br />

Smith (Kommandeur der UN-Truppen in Bosnien und Herzegowina) anwesend. Auf Wunsch von Bildt kam<br />

auch General Mladic hinzu, welcher der oberste Befehlsinhaber bei der Eroberung Srebrenicas und dem Genozid<br />

an bosnischen Bürgern war. Keinem der Anwesenden hat es interessiert, was mit den bosnischen Gefangenen<br />

passiert ist. Auf dem Territorium der Ersten von Zvornik ernannten Truppe wurden am 14. und 15


Juli alle Gefangenen eliminiert. Die Operation lautete„Elimination aller Gefangenen.“ Danach gab es jedoch<br />

unerwartete Probleme mit den Massengräbern der Erschossenen und den Gefangenen, die noch erschossen<br />

werden mussten.<br />

Am 16. Juli 1995 sind 1.200 Gefangene in der Militärversorgung in Branjevo umgebracht worden. Sie wurden<br />

zuvor am 14. Juli 1995 in Pilica in eine Schule verlegt. Nach einiger Zeit wurden sie gezwungen, aus<br />

der Schule rauszukommen, den Gefangenen wurden die Hände am Rücken zusammengebunden, sie wurden<br />

in die Busse verladen und in die Militärversorgung von Branjevo gebracht. Sie wurden in Gruppen aufgeteilt<br />

(eine Gruppe bestand aus 10 Gefangenen) und erschossen. Danach wurden die Leichen von einem Bagger<br />

zugeschüttet.<br />

Am selben Tag (ca. um 15.00 Uhr) wurde noch eine Liquidation der Gefangenen durchgeführt. Die Mitglieder<br />

der Bratunac-Truppe und der Arme des MUPs der „Serbischen Republik“ haben gemeinsam in einem<br />

Kulturzentrum in Pilici 500 Leute auf unvorstellbare Art erschossen. Am nächsten Tag wurden die Leichen<br />

von den Mitliedern der Truppe Zvornik aufgesammelt und in die Militärversorgung von Branjovo in das<br />

Massengrab gebracht und vergraben.<br />

Auch am 16. Juli 1995 haben „die Truppen der Serbischen Republik“ ca. 500 Gefangene in der Nähe von<br />

Kozluk liquidiert und in Massengräbern vergraben. Zahlreiche Truppen der „Serbischen Republik“ suchten<br />

die Gegend des Territoriums weiter nach Flüchtlingen ab, sie verhinderten die Flucht der Muslime von Srebrenica<br />

nach Tuzla und Kladanj. Alle Flüchtlinge, die gefangen genommen wurden, wurden sofort erschossen.<br />

Kleine Gruppen von Flüchtlingen haben Tage und sogar Monate lang versucht, irgendwie nach Tuzla zu<br />

gelangen und sind durch die Wälder geirrt. (Die letzten Flüchtlinge schafften es am 16. April 1996). Ein Teil<br />

der Verletzten aus Srebrenica, die in Zvorinik stationiert waren, wurden auf Befehl von Mladic am 23. Juli<br />

1995 von Militärpolizei erschossen.<br />

Die bewaffneten Truppen der „Serbischen Republik“ haben mit der Unterstützung der „Serbischen Republik<br />

Krajina“ und zahlreichen Söldnern rechnen können. Mit Hilfe der vielschichtigen Ideologie, der Politik und<br />

Praxis von Serbien schafften sie alle muslimischen Männer, Frauen und Kinder aus Potocari, die nach dem<br />

Fall von Srebrenica durch gesicherte Zonen der UN versucht haben zu flüchten. Sie wurden gefangen genommen,<br />

gequält und schließlich exekutiert und danach in Massengräbern vergraben.<br />

Im Rahmen der nicht begreifbaren „Operation des Tötens“ wurden innerhalb von 4 Tagen 8.000 bosnische<br />

Bürger, nur wegen ihres Glaubens, oder nur, weil sie in dieser Region lebten, wo die Peiniger ihr Territorium<br />

erweitern wollten, nach unvorstellbarer Art getötet. <strong>Dr</strong>ei Generationen von Männern wurden ausgelöscht<br />

Das stellt das größte einzelne, und in kürzester Zeit ausgeführte Verbrechen in der europäischen Geschichte<br />

nach dem Zweiten Weltkrieg dar.<br />

Die Okkupation von Srebrenica, die Deportation von Zivilisten aus Potocari und die Durchführung der Operation<br />

an den Gefangenen, die Folterung und Liquidation der Bosniaken, wurde ganz genau geplant, organisiert<br />

und durchgeführt von den politischen und militärischen Organisationen. Sie wurden ganz genau nach<br />

Plan, systematisch durchgeführt.<br />

Die Zahl der Getöteten und in der kurzen Zeit Liquidierten zeigt, dass in der Vorbereitung und der Ausführung<br />

der grausamen Taten sehr viele gut organisierte und entschlossene Leute der mächtigen serbischen<br />

Kräfte teilgenommen haben.<br />

Das ideologische und politische Rückrat dieses Genozids war die großserbische Führung des Slobodan Milosevic<br />

und die Hauptexekutive waren die Serbische Demokratische Partei von Bosnien und Herzegowina,<br />

die Regierung, das Militär und die Polizei der sogenannten „Serbischen Republik“.<br />

Der Verbrecher bzw. die Täter haben alle Grenzen des Unmenschlichen überschritten, ich spreche über die<br />

Leichen, die aus den Massengräbern ausgegraben und in andere Orte verlagert wurden, um die Schande zu<br />

vertuschen. In der ganzen menschlichen Geschichte wurde noch nie eine solche Tat verübt. Somit wurde<br />

systematisch noch eine Art des Verbrechens und Grauens ausgeübt. Ich spreche davon, dass die Täter ganz


genau wussten, was sie taten als sie die Menschen schlugen, missbrauchten und töteten. Es ist vollkommen<br />

ausgeschlossen, dass in Srebrenica Morde ohne Vorsatz ausgeführt wurden.<br />

Im Juli 1995 wurde in Srebrenica und der Umgebung die ethnische Säuberung und Massenvernichtung an<br />

den Bosnischen Bürgern mit islamischen Glauben durchgeführt. Das Ausmaß der Verbrechen, die schnelle<br />

Durchführung der Liquidation an Tausenden von Menschen, der Abtransport der Leichen von einem Ort<br />

zum Anderen, das Verscharren der Leichenteile, der Befehl Menschen zu töten und zu begraben, all das<br />

zeigt, dass die Verbrecher sehr vielen bekannt sein mussten und von diesen geschützt wurden. Die Ausbeutung<br />

der bosnischen Bürger in der UN-Sicherheitszone von Srebrenica geschah vor den Augen der<br />

Öffentlichkeit. Sie wurde kaltblütig durchgeführt, obwohl der Schutz der Bevölkerung zugesagt wurde. Die<br />

Dowton Truppen haben versagt, sie waren nur präsent, strategisch machten sie aber Zugeständnisse an die<br />

Serbien. Das ist aber nur ein Stück einer Eisschicht, die auf den bosnischen Bürgern 4 Jahre lang auf ca. ¾<br />

des bosnischen Territoriums lastete.<br />

<strong>Prof</strong>. <strong>Dr</strong>. SMAIL ČEKIĆ<br />

Institut für die Archivierung der Beweise der Verbrechen an Menschlichkeit und internationalen Rechts

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