ETHZ-Studie - m (www.swissgranum.ch

swissgranum.ch

ETHZ-Studie - m (www.swissgranum.ch

Auswirkungen eines allfälligen

Freihandelsabkommens auf die

Getreidebranche der Schweiz

Untersuchung zuhanden der

Branchenorganisation

swiss granum

durchgeführt von der

Gruppe Agrar-, Lebensmittel- und Umweltökonomie

am Institut für Umweltentscheidungen

ETH Zürich

Schlussbericht, 21. Oktober 2009

Projektleitung:

Prof. Dr. Bernard Lehmann, Dr. Michael Weber

Projektbearbeitung:

Dr. Simon Peter, Irene Bösch, Phatima Mamardashvili

Schweizerische Branchenorganisation Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen

Organisation de la Branche Suisse des Céréales, Oléagineux et Protéagineux

Kapellenstrasse 5, Postfach 7957, 3001 Bern; Tel: 031 / 385 72 72; Fax: 031 / 385 72 75


Impressum

Auftraggeber:

Schweizerische Branchenorganisation Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen

swiss granum

Kapellenstrasse 5

CH-3011 Bern

Auftragnehmer:

ETH Zürich

Gruppe Agrar-, Lebensmittel- und Umweltökonomie

Institut für Umweltentscheidungen

Sonneggstrasse 33

CH-8092 Zürich

www.afee.ethz.ch

Autoren:

Irene Bösch

Phatima Mamardashvili

Dr. Simon Peter

Dr. Michael Weber

Prof. Dr. Bernard Lehmann

unter Mitwirkung von Adrian Iten und Barbara Oetiker

II


Zusammenfassung

Einleitung und Forschungsfragen

Der seit Jahren andauernde Reformprozess der Schweizer Landwirtschaftspolitik und der immer

stärkere Rückzug des Bundes aus der operativen Lenkung der Agrarmärkte haben unter anderem

dazu geführt, dass die Anbaufläche für Getreide in der Schweiz stark gesunken ist. Vor diesen

Hintergrund und dem Beginn der Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen für den Agrar- und

Lebensmittelbereich (FHAL) zwischen der Schweiz und der europäischen Union stellen sich Fragen

nach den Auswirkungen eines allfälligen FHAL auf die Getreidebranche. Daher hat der Dachverband

der Getreidebranche, swiss granum, die Gruppe Agrar-, Lebensmittel- und Umweltökonomie des

Instituts für Umweltentscheidungen der ETH Zürich damit beauftragt, die heutige Lage der Schweizer

Getreidebranche zu analysieren und die möglichen Auswirkungen einer umfassenden Marktöffnung

im Rahmen eines allfälligen FHAL auf die schweizerische Getreidebranche einzuschätzen.

Schwerpunkt des hier vorliegenden Berichtes sind die Wirkungsweise und die Effekte eines FHAL auf

sämtliche Stufen und Akteure der Getreidebranche. Des Weiteren wird analysiert, in welchen

Bereichen Handlungsbedarf besteht und welche Spielräume dabei vorhanden sind.

Methodisches Vorgehen

Zur Klärung der Forschungsfragen wurden vier Module gebildet. In einem ersten Modul werden die

Rahmenbedingungen sowie die Struktur der Getreidebranche dargestellt. In Modul zwei werden die

Einflussfaktoren sowie die Wirkungsweise eines potentiellen FHAL untersucht. Anschliessend werden

in Modul drei Handlungsbedarf sowie -spielraum abgeleitet. Modul vier beinhaltet die Folgerungen

sowie Empfehlungen an die Branche. Für die Abwicklung der Studie wurde ein dreistufiges Vorgehen

mit Modellrechnungen, schriftlichen Befragungen sowie mündlichen Interviews gewählt. Auf Stufe der

Produktion werden Vorüberlegungen zu den Bestimmungsfaktoren des Arbeitsverdienstes gemacht

sowie Modellrechnungen mithilfe des integrierten agrarwirtschaftlichen Allokationsmodells

S_INTAGRAL durchgeführt. Bei S_INTAGRAL handelt es sich um ein rekursiv-dynamisches lineares

Optimierungsmodell, welches die landwirtschaftliche Produktionsstruktur auf der Basis eines

ökonomisch-rationalen Verhaltens optimiert. Dazu berücksichtigt das Modell die landwirtschaftliche

Faktorausstattung der Schweiz und die diversen agronomisch-technischen Abhängigkeiten zwischen

pflanzenbaulichen und tierischen Produktionsaktivitäten. Die Preisannahmen entsprechen den

Entwicklungen in einem Szenario Hoch (entspricht in etwa der heutigen Situation) und einem Szenario

Tief (entspricht in etwa dem europäischen Preisniveau).

Die Modellrechnungen werden durch eine schriftliche Befragung von insgesamt 119 Saatgut- und

Getreideproduzenten (Rücklauf: 78 Fragebogen) ergänzt. Auf der Stufe der Getreideverarbeitung

wurden 41 Interviews mit Sammelstellen, Mühlen, Händlern, Bäckereien sowie Tierproduzenten

durchgeführt. Die Interviews haben einen explorativen Charakter und erfassen ein breites Spektrum

III


an Ausganglagen und Beurteilungen. Sowohl bei der schriftlichen als auch bei der mündlichen

Befragung stehen Fragen rund um Betriebsstrategien, Vor- und Nachteile eines FHAL und

Einschätzungen der Eigenschaften von Schweizer Getreide im Vordergrund.

Resultate

Modellrechnungen: Unter den getroffenen Annahmen kommt im Szenario Tief der Arbeitsverdienst im

Brotgetreideanbau stark unter Druck. Es zeigt sich, dass der Stundenlohn in der Getreideproduktion

neben dem Getreidepreis insbesondere auch davon abhängt, ob die Bodenrente für Eigenland sowie

die fixen Maschinenkosten bei der Kalkulation berücksichtigt werden. Bezüglich „Verbleib oder

Ausstieg“ aus der Getreideproduktion ist zudem der im Minimum zu erreichende Stundenlohn von

zentraler Bedeutung, bei welchem die Getreideproduzenten die Produktion aufgeben würden

(Opportunitätskosten der Arbeit). Je höher dieser liegt, desto früher kommt es bei sinkenden

Getreidepreisen zu einem Ausstieg aus der Getreideproduktion bzw. zu einer Abschöpfungsstrategie.

Gemäss den Modellergebnissen dürfte die Brotgetreideanbaufläche im Szenario Hoch auf dem

gegenwärtigen Niveau stabil bleiben. Die Futtergetreidefläche gerät indes unter Druck, was den

gegenwärtig beobachtbaren Trend einer rückläufigen Futtergetreidefläche bestätigt. Im Szenario Tief

ist ein substantieller Rückgang der Brot- wie auch der Futtergetreidefläche wahrscheinlich, da eine

kostendeckende Produktion weitgehend nicht mehr möglich ist. Lediglich extenso-Futtergetreide bleibt

im Modell in der Produktion. Die frei werdende offene Ackerfläche wird im Modell in Wiesenfläche

umgewandelt und für die Milchproduktion verwendet, welche im Szenario Tief vor allem im Talgebiet

deutlich ausgedehnt wird ( Spezialisierung auf die Milchproduktion unter Freihandelsbedingungen).

Bezüglich der kraftfutterrelevanten Tierbestände gibt es im Szenario Hoch nur geringfügige

Abweichungen gegenüber der heutigen Situation. Allerdings kommt es infolge sinkender Getreidebzw.

Kraftfutterpreisen zu einem deutlichen Anstieg des Kraftfutteranteils in der Milchviehration.

Dieser Effekt ist im Szenario Tief noch ausgeprägter, weil die Getreide- und Kraftfutterpreise hier noch

stärker sinken als im Szenario Hoch. Zudem zeichnen sich im Szenario Tief auch Veränderungen bei

den kraftfutterrelevanten Tierbeständen ab. So führen hier die gegenüber heute stark veränderten

(relativen) Preise neben einer deutlichen Ausdehnung der Milchproduktion zu i) einem starken

Rückgang beim Schweinebestand und ii) zu einem Anstieg der Geflügelmast, welcher aber sehr

preissensitiv reagiert und daher unsicher ist. Die Summe aller Effekte führt im Modell sowohl im

Szenario Hoch als auch im Szenario Tief zu einem deutlichen Anstieg der gesamtschweizerischen

Kraftfutternachfrage. Der angesprochene Rückgang des Schweinebestandes im Szenario Tief (und

damit auch der Nachfrage nach Schweinefutter) reagiert allerdings ebenfalls äusserst preissensitiv

und ist deshalb unsicher. Bereits ein Mehrpreis von 25 Rp/kg – 50 Rp/kg Schlachtgewicht würde den

Rückgang des Schweinebestandes deutlich abschchen, was in der Konsequenz im Szenario Tief

einen noch stärkeren Anstieg der gesamten Kraftfutternachfrage zur Folge hätte. Allerdings ist es

wichtig darauf hinzuweisen, dass im Szenario Tief die benötigten Futtergetreidemengen zur Herstellung

der nachgefragten Mischfutter nicht mehr in heutigem Umfang in der Schweiz hergestellt würden.

Vielmehr wäre mit ansteigenden Rohstoffimporten zu rechnen.

IV


Zur Aufrechterhaltung der Futtergetreidefläche im Szenario Hoch wäre unter den getroffenen

Annahmen ein zusätzlicher Erlös von 100 CHF/ha notwendig. Dies entspricht gegenüber der

Preisannahme einem um ca. 1.5 CHF/dt höheren Futtergetreidepreis. Im Szenario Tief müsste

gemäss Modell sowohl beim Brot- als auch beim Futtergetreide mit einem Zusatzerlös von rund 600

bis 1’000 CHF/ha gerechnet werden. Dies entspricht gegenüber der Preisannahme – je nach

Ertragsniveau – einem um ca. 10 bis 17 CHF/dt höheren Brot- und einem um ca. 9 bis 15 CHF/dt

höherem Futtergetreidepreis. Je nach effektiver Preisentwicklung auf den Agrarmärkten können diese

Werte in der Realität jedoch nach unten oder nach oben abweichen. Zudem könnten durch geeignete

Marktpositionierungsstrategien in limitiertem Ausmass auch Zusatzerlöse am Markt erzielt werden.

Schriftliche Befragung: Die Befragung der Saatgut- und Getreideproduzenten zeigt, dass eine grosse

Skepsis gegenüber dem FHAL vorhanden ist. Die Mehrheit der Befragten sieht bei einem allfälligen

FHAL Nachteile aufgrund der tieferen Preise in der EU sowie den im Vergleich zu den Erlösen zu

langsam sinkenden Kosten. Es werden Preissenkungen im Bereich von bis zu 30% bei Saatgut und

Düngemitteln erwartet, allerdings werden diese Einsparungsmöglichkeiten durch eine sehr langsame

Anpassung der Strukturkosten ausgeglichen. Trotz der pessimistischen Einstellung ist eine Reduktion

der Getreidefläche oder eine Betriebsaufgabe aus Sicht der Befragten kaum eine Option. Bei den

betrieblichen Massnahmen im Falle eines FHAL stehen die Flächenvergrösserung, die innere

Aufstockung sowie eine Nebenerwerbstätigkeit im Vordergrund.

Mündliche Befragung: Die Interviews mit den Sammelstellen, Mühlen und Händlern zeigen eine leicht

positivere Einstellung gegenüber einem allfälligen FHAL. Als Nachteile werden ein möglichen Verlust

an Arbeitsplätzen, die drohende Betriebsaufgabe, mögliche Einkommenseinbussen sowie ein

sinkender Selbstversorgungsgrad der Schweiz mit Schweizer Getreide gesehen. Zudem ist ein

grosser Teil der befragten Unternehmen der Meinung, gegenüber Unternehmen aus der EU nicht

wettbewerbsfähig zu sein und verweisen auf Wettbewerbsverzerrungen aufgrund von

unterschiedlichen Lohn- und Energiekosten, Bau- und Umweltvorschriften sowie den Subventionen für

die Verarbeitungsstufe in der EU. Vereinzelt sehen die Unternehmen Exportmöglichkeiten im Bereich

von Spezialitäten und Nischenprodukten. Die gewerblichen und industriellen Bäckereien stehen einem

allfälligen FHAL mehrheitlich indifferent gegenüber, da der Rohstoffanteil an den Gesamtkosten mit

ca. 20% geringer ausfällt als bei den übrigen befragten Verarbeitungsbetrieben und allfällige

Preisvorteile direkt weitergegeben werden. Die befragten Vertreter der Tierproduzenten gehen davon

aus, dass die Futtermittelpreise im Falle eines FHAL sinken werden und sehen Exportchancen für

qualitativ hochwertige Schweizer Produkte. Somit stehen sie einem FHAL positiv gegenüber, betonen

allerdings die Wichtigkeit der Begleitmassnahmen und der Überarbeitung der gesetzlichen

Rahmenbedinungen zur Tierhaltung, wie beispielsweise die Höchstbestandesrichtlinie.

Schlussfolgerungen

Der zu erwartende Strukturwandel scheint auf der Produktionsstufe sowie im Bereich der

Sammelstellen am stärksten auszufallen. Die Modellrechnungen zeigen, dass der Getreideanbau

V


unter den getroffenen Annahmen aufgrund der nicht gegebenen Wettbewerbsfähigkeit zurückgeht.

Das Erwirtschaften von Skalenerträgen mithilfe von grösseren Betrieben steht allerdings im

Gegensatz zu den Ergebnissen der schriftlichen Befragung, wonach die Produzenten eine

Flächenreduktion oder eine Betriebsaufgabe nicht als Möglichkeit betrachten. Somit scheint die für

eine Steigerung der durchschnittlichen Betriebsgrösse notwendige Flächenmobilität nicht gegeben.

Die Heterogenität des Marktes der Brot- und Futtergetreidemühlen lässt keine allgemeinen

Schlussfolgerungen zu, allgemein sind aber Spezialisierungstendenzen feststellbar. Zudem steigt die

Wettbewerbsintensität im Falle eines FHAL deutlich an und Kostensenkungsmassnahmen und die

Auslastung der Produktionskapazitäten gewinnen daher an Bedeutung. Die Schweizer Marktleader

scheinen im europäischen Vergleich wettbewerbsfähig zu sein und für die kleinen Mühlen kann eine

Nischenstrategie eine Möglichkeit darstellen. Probleme sind daher tendenziell im Bereich der Mühlen

mittlerer Grösse zu erwarten.

Der Getreidehandel verfügt im Rahmen eines FHAL über positive Perspektiven, da das

Handelsvolumen vor allem durch den Anstieg von Importen zunehmen wird und die Kostenstrukturen

rasch angepasst werden können.

Aufgrund des geringen Rohstoffanteils an den Gesamtkosten sind die zu erwartenden Konsequenzen

eines FHAL im Bereich der Bäckereien gering. Die sich verändernden Konsumentenpräferenzen, die

steigende Produktivität sowie der zunehmende Preisdruck haben bereits einen Strukturwandel

ausgelöst, der durch ein allfälliges FHAL in einem geringen Mass beschleunigt sowie verstärkt würde.

Zudem ist gerade bei den gewerblichen Bäckereien eine hohe Akzeptanz der Konsumenten für einen

Mehrpreis für Schweizer Brot vorhanden.

Die befragten Vertreter der Tierproduzenten stehen einem FHAL aufgrund der zu erwartenden

Reduktion der Futtermittelpreise grundsätzlich positiv gegenüber, betonen allerdings die Wichtigkeit

der Überprüfung von Richtlinien wie den Höchstbestandeslimiten sowie die Relevanz der

Begleitmassnahmen zu einem allfälligen FHAL. Ebenfalls betonen sie die Bedeutung von

Kostensenkungsmassnahmen und der Realisierung von Zusatzerlösen (Preispremium).

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der durchgeführten Analysen ergibt sich für die Getreidebranche

bei einem allfälligen FHAL Handlungsbedarf aufgrund des zusätzlichen oder rascher ablaufenden

Strukturwandels sowie aufgrund der rückläufigen Produktionsvolumina. Es ist allerdings zu betonen,

dass bereits auf allen Stufen ein Strukturwandel im Gang ist, der unabhängig von einem FHAL

weitergehen wird. Das Ausmass des Handlungsbedarfs ist dabei abhängig von politischen

Beurteilungen und Entscheidungen. Zudem spielen auch die unternehmerischen Absichten der

Marktakteure und ihre Fähigkeit, betriebliche Massnahmen umzusetzen, eine entscheidende Rolle.

Basierend auf den Ergebnissen und Schlussfolgerungen ergeben sich Handlungsempfehlungen in

den Bereichen der Sensibilisierung der Marktakteure und der Anpassung der Kostenstrukturen (d.h.

Realisierung von Kostensenkungspotentialen) sowie in den Bereichen der Marktpositionierung von

Produkten und Unternehmen und der politischen Rahmenbedingungen.

VI


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ....................................................................................................... 1

1.1 Ausgangslage und Zielsetzung .................................................................... 1

1.2 Forschungsfragen ........................................................................................ 2

2. Methodisches Vorgehen ............................................................................... 3

2.1 Arbeitsschritte .............................................................................................. 3

2.2 Verwendete Methoden ................................................................................. 3

3. Rahmenbedingungen ...................................................................................14

3.1 Freihandelsabkommen für den Agrar- und Lebensmittelbereich................ 14

3.2 Zollsystem der Schweiz für Getreide und Getreideprodukte ...................... 14

3.3 Branchenstruktur........................................................................................ 15

4. Resultate der Modellrechnungen ................................................................18

4.1 Vorüberlegungen zu den Bestimmungsfaktoren des Arbeitsverdienstes ... 18

4.2 Entwicklung der Getreideproduktion........................................................... 26

4.3 Entwicklung der Nachfrage nach Kraftfuttermitteln..................................... 32

4.4 Aufrechterhaltung der Getreideproduktion ................................................. 35

4.5 Fazit aus den Modellrechnungen ............................................................... 38

5. Resultate der Befragungen ..........................................................................42

5.1 Schriftliche Befragung der Produzenten..................................................... 42

5.2 Mündliche Befragung der Unternehmen und Tierhalter.............................. 50

6. Folgerungen & Handlungsempfehlungen...................................................61

6.2 Handlungsbedarf & Handlungsspielräume ................................................. 63

6.3 Handlungsempfehlungen ........................................................................... 65

Abbildungsverzeichnis ...........................................................................................66

Tabellenverzeichnis ................................................................................................67

Anhang .....................................................................................................................68

VII


1. Einleitung

1.1 Ausgangslage und Zielsetzung

Die Landwirtschaftspolitik der Schweiz befindet sich seit Jahren in einem ständigen Reformprozess.

Der Bund zieht sich dabei immer stärker aus der operativen Lenkung der Agrarmärkte zurück und

konzentriert sich zunehmend auf die Gestaltung und die Weiterentwicklung der politischen

Rahmenbedingungen. Die Reformen der vergangenen zehn Jahren haben unter anderen auch dazu

geführt, dass die Fläche, auf der in der Schweiz Getreide angebaut wird, vergleichsweise stark

zurückgegangen ist (mit einer entsprechenden Zunahme von Grünland). Gemäss Informationen von

swiss granum schätzt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) die künftige Getreidefläche – nach

Umsetzung der geplanten Massnahmen im Rahmen des zweiten Verordnungspaketes der Agrarpolitik

2011 (AP 2011) – auf rund 130’000 Hektaren (1990: 212’000 ha).

Vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Ausgangslage und mit Blick auf eine mögliche weitere

Öffnung der Schweizer Agrargrenzen gegenüber der Europäischen Union (EU) im Rahmen eines

allfälligen Freihandelsabkommen für den Agrar- und Lebensmittelbereich (FHAL) stellen sich Fragen

nach den Auswirkungen eines allfälligen FHAL auf die Getreidebranche. Daher hat swiss granum die

Gruppe Agrar-, Lebensmittel- und Umweltökonomie des Instituts für Umweltentscheidungen der ETH

Zürich (AFEE) damit beauftragt, die heutige Lage der Schweizer Getreidebranche zu analysieren und

die möglichen Auswirkungen einer umfassenden Marktöffnung im Rahmen eines allfälligen FHAL auf

die schweizerische Getreidebranche einzuschätzen.

Das hier vorliegende Dokument ist in fünf Kapitel gegliedert. In Kapitel eins werden die Ausgangslage

sowie die daraus abgeleiteten Forschungsfragen erläutert. Anschliessend folgt in Kapitel zwei eine

Diskussion der methodischen Vorgehensweise und in Kapitel drei eine kurze Darstellung der

Rahmenbedingungen auf dem Getreidemarkt. In Kapitel vier werden die Resultate der

Modellrechnungen sowie der schriftlichen und mündlichen Befragung dargelegt. Die Folgerungen aus

den Resultaten werden in Kapitel fünf besprochen.

1


1.2 Forschungsfragen

In Zusammenarbeit mit swiss granum wurden folgende Forschungsfragen (FF) formuliert:

FF1: Wie präsentiert sich die Ausgangslage der Getreidebranche in der Schweiz

(Branchenstrukturen & Wertschöpfungskette, Kostenstrukturen der Akteure auf den

unterschiedlichen Stufen der Wertschöpfungskette [Typen])

FF2:

Wie würde ein potentielles FHAL auf die Getreidebranche wirken (Einflussfaktoren &

Wirkungsweise; Chancen und Gefahren, erwartete Auswirkungen)?

FF3: In welchen Bereichen gibt es in der Getreidebranche Handlungsbedarf und

Handlungsspielräume, wenn ein FHAL in Kraft treten würde?

FF4:

FF5:

Welche Handlungsoptionen bestehen auf den verschiedenen Stufen der Branche und wie

sind sie zu beurteilen?

Welche Empfehlungen können für die unterschiedlichen Akteure in der Branche gegeben

werden (Unternehmen, Branche, Politik)

Die Bearbeitung der Forschungsfrage eins hat gezeigt, dass die Erhebung von Daten zu den

Kostenstrukturen der Akteure auf dem Getreidemarkt äussert schwierig ist, da die befragten

Unternehmen in diesem Punkt mit Auskünften äusserst zurückhaltend sind.

2


2. Methodisches Vorgehen

In diesem Kapitel wird die angewendete Methodik detailliert erläutert. Sie wurde mit Blick auf die

Beantwortung der Forschungsfragen gewählt. Die Kombination von verschiedenen wissenschaftlichen

Methoden ist den spezifischen Fragenstellungen der Studie angepasst und erlaubt einen breiten

Einblick in die momentanen und zukünftigen Tendenzen in der Getreidebranche.

2.1 Arbeitsschritte

Zur Klärung der Forschungsfragen wurden vier Module gebildet. In einem ersten Modul werden die

Rahmenbedingungen sowie die Struktur der Getreidebranche dargestellt. In Modul zwei werden die

Einflussfaktoren sowie die Wirkungsweise eines potentiellen FHAL untersucht. Anschliessend werden

in Modul drei Handlungsbedarf sowie -spielraum abgeleitet. Modul vier beinhaltet die Folgerungen

sowie Empfehlungen an die Branche. Die einzelnen Module sind in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung 1: Module im Überblick

Modul 1:

Auslageordnung

Getreidebranche

Modul 2:

Mögliche Auswirkungen FHAL mit

EU

Modul 3:

Ableiten von Handlungsspielraum und

Handlungsspielräumen

Modul 4:

Handlungsoptionen & Empfehlungen

Sämtliche Module wurden von einer Arbeitsgruppe, die mit Vertretern von swiss granum besetzt ist,

begleitet. Insgesamt haben in diesem Kreis vier Sitzungen stattgefunden, an denen die aktuellen

Resultate präsentiert und diskutiert wurden. Zudem wurde jeweils das weitere Vorgehen festgelegt.

2.2 Verwendete Methoden

Für die Abwicklung der Studie, namentlich der Modellierungen sowie der Befragungen der

Unternehmen und der Produzenten wurden verschiedene Methoden eingesetzt. In Abbildung 2 ist

ersichtlich, mit welcher Methode bei welchen Stufen gearbeitet wurde. Im Folgenden werden die

einzelnen Methoden näher beschrieben.

3


Abbildung 2: Überblick über die innerhalb der Branche eingesetzten Methoden

Saatgutproduzenten

Getreideproduzenten

Sammelstellen Brotgetreide

Sammelstellen Futtergetreide

Vermittler / Händler

Importe

Vermittler / Händler

Mühlen Brotgetreide Private Futtermühlen Kollektive Futtermühlen

Bäcker (Grossverteiler)

Bäckermeister

Landwirtschaft (Futtermittelverbrauch)

Geflügelmäster, Schweinemäster, Milchkühe & Rindermäster, weitere Tiere

Mündliche Befragung (41 Interviews)

Modellrechnungen

Schriftliche Befragung (119 Fragebogen)

2.2.1 Modellrechungen

Um die Forschungsfragen auf der Stufe der landwirtschaftlichen Produktion zu beantworten, wird das

integrierte agrarwirtschaftliche Allokationsmodell S_INTAGRAL verwendet (Peter, 2008) 1 . Bei diesem

von der AFEE-Gruppe entwickelten Modell handelt es sich um ein rekursiv-dynamisches lineares

Optimierungsmodell, welches die landwirtschaftliche Produktionsstruktur auf der Basis eines

ökonomisch-rationalen Verhaltens optimiert. Dazu berücksichtigt das Modell die landwirtschaftliche

Faktorausstattung der Schweiz und die diversen agronomisch-technischen Abhängigkeiten zwischen

pflanzenbaulichen und tierischen Produktionsaktivitäten, inklusive Futter- und Nährstoffbilanz.

Zusätzlich sind in S_INTAGRAL systemspezifische Dynamiken wie die Entwicklung der

Stallkapazitäten oder der Tierbestände integriert.

Der konzeptuelle Rahmen von S_INTAGRAL ist in Abbildung 3 aufgeführt. Die beiden Produktions-

Einheiten „Tierhaltung“ und „Pflanzenbau“ stehen im Zentrum des Modells und beschreiben die

landwirtschaftliche Produktion. Die zu Grunde gelegten Input-Output-Beziehungen werden über linear

limitationale Leontief-Produktionsfunktion abgebildet. Auf der tierischen Seite sind die Rindviehhaltung

mit der Milch- und Mutterkuhproduktion sowie die Kälbermast-, die Grossviehmast- und die Aufzucht-

Aktivitäten in S_INTAGRAL enthalten. Daneben werden drei weitere Tierkategorien berücksichtigt: die

Schweineproduktion, die Schafhaltung und die Geflügelproduktion. Dem Modell stehen neben der

Auswahl von tierischen Aktivitäten auch verschiedene Optionen bezüglich Kriterien wie Stallgrösse,

Stalltyp, Weidetyp, Leistungstyp der Tiere usw. zur Auswahl.

1 Peter S., 2008: Modellierung agrarökologischer Fragestellungen unter Berücksichtigung struktureller Veränderungen in der

Schweizer Landwirtschaft. Dissertation ETH Nr. 17820

4


Abbildung 3: Konzeptueller Rahmen von S_INTAGRAL

Bergregion

Hügelregion

Talregion

Gebäude,

Kraftfutter

• Gras (frisch, dürr, siliert)

• Mais (Körner-, Silomais)

• Gerste

• Eiweisserbsen

Pflanzliche Produkte

(Nahrung)

• Brotweizen

• Kartoffeln

• Zuckerrüben

• Speiseraps

Futter

Entwicklung der

Stallkapazitäten

S

S

• Rindvieh

• Schweine

• Schafe

• Geflügel

• Naturwiese

• Kunstwiese

• Ackerfläche (till/no till)

• Brache

• div. Stalltypen und -grössen

je Tierkategorie (Betriebstypen)

Fruchtfolge

Nährstoffbilanz

Futterbilanz

Populationsdynamik

G N

G N

Futtertransport

Hofdünger G N

• Gülle/ Mist

Im Pflanzenbau sind die Kulturgruppen Brotgetreide, Futtergetreide, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte und

Ölsaaten vertreten. Beim Brotgetreide, bei den Hülsenfrüchten und den Ölsaaten ist jeweils eine Leit-

Aktivität im Modell enthalten, mit der die Kulturgruppe abgebildet wird. Beim Brotgetreide ist dies

Winterweizen, bei den Hülsenfrüchten sind es die Eiweisserbsen und bei den Ölsaaten der

Winterraps. In den Kulturgruppen Futtergetreide und Hackfrüchte sind zwei bzw. drei Vertreter

enthalten. Der Futtergetreideanbau wird durch den Anbau von Gerste und Körnermais abgebildet, der

Hackfruchtanbau durch die Kulturen Zuckerrüben, Kartoffeln und Silomais.

Die beiden Teilmodule „Pflanzenbau“ und „Tierhaltung“ sind durch die intermodularen

Systemkomponenten miteinander integriert. Dazu gehören die Nährstoff- und Futterbilanz, welche die

agronomischen Wechselwirkungen zwischen Pflanzenbau und Tierhaltung beschreiben und den

integrativen Charakter des Systems zum Ausdruck bringen.

Pflanzenproduktion

Tierproduktion

• div. Mechanisierungstypen

und Intensitätsniveaus

Tierische Produkte

(Nahrung)

• Milch

• Fleisch

• Eier

Biogasanlage

(Strom, Wärme)

Maschinen,

Düngemittel

• Mineraldünger

• organische Dünger

• Deposition

• Stickstoff-Fixierung

Systemelemente:

Landw.

Systemelements

In-& Outputs

des Systems

Energy crops

(Treibstoff, Wärme)

• Getreide (Wärme, Bioethanol)

• Raps (Biodiesel)

• Rüben (Bioethanol)

• Körnermais (Bioethanol)

Restriktionen

Emissionen/

Nährstoffverluste

• wählbare

Aktivität

physische

Flüsse

• Biogas-Silomais (NaWaRo)

G = Treibhausgase

• Kohlendioxid CO 2

• Methan CH 4

• Lachgas N 2 O

N = Stickstoff

• Ammoniak NH 3

• Nitrat NO -

3

• Lachgas N 2 O

S

• Stickoxide NO x

= Kohlenstoffsenken

• no-till (Direktsaat)

• Naturwiese

Das Modell ist für das Jahr 1999 an die reale Situation bezüglich Stallkapazitäten und Tierbestände

kalibriert. Ausgehend von der bestehenden landwirtschaftlichen Produktionsstruktur im

Kalibrierungsjahr 1999 bildet das Modell die zeitliche Entwicklung der landwirtschaftlichen

Strukturvariablen, sprich die Entwicklung von Pflanzenbau und Tierhaltung, ab. Die bestehenden

Strukturen und Produktionskapazitäten unterliegen dabei einem ständigen Prozess von Amortisation

und Erneuerung, welcher mit Investitions- und Remontierungskosten verbunden ist und mittels

5


ekursiv-dynamischen Verknüpfungen modelliert wird. Dadurch kann ein struktureller Wandel in

Abhängigkeit der agrarpolitischen Rahmenbedingungen abgebildet werden.

Durch die Verknüpfung von Flächen und Tierbeständen mit den Kosten und den Erlösen im

Pflanzenbau ergibt sich der Bezug zum landwirtschaftlichen Einkommen, welches als Zielgrösse im

Modell maximiert wird. Folglich bestimmen die Preise von agrarischen In- und Outputs die strukturelle

Ausprägung der Systemaktivitäten (Land-Use, Animal-Management) durch den direkten Bezug zur

verhaltensbestimmenden Zielfunktion. Die Optimierung erfolgt zu Opportunitätskosten. Das Kapital

wird mit einem Zinssatz von 2.5% (Ställe) bzw. 3.5% (Maschinen) entschädigt. Für die Entschädigung

des Faktors Boden wird beim Wiesland im Jahr 2000 ein Betrag von 500 CHF/ha und für Ackerland

ein Betrag von 700 CHF/ha angesetzt. Dieser Betrag wird bei ex-ante-Berechnungen je nach

unterstelltem Preisszenario entsprechend angepasst.

Die Opportunitätskosten für die familieneigenen Arbeitskräfte sind im ökonomischen Modell auf 12

(Talzone) bzw. 10 (Hügelzone) und 8 (Bergzone) Franken pro Stunde angesetzt. Das ökonomische

Konzept der Opportunitätskosten beruht auf der Hypothese, dass jeder wirtschaftliche Akteur

alternative Möglichkeiten hat, seine Produktionsfaktoren einzusetzen. Generell kann man feststellen,

dass die Mobilität der Faktoren in der Realität geringer ist als dies das neoklassische ökonomische

Konzept besagt. Die Gründe dafür sind zahlreich. Die wichtigsten sind Präferenzen der Akteure,

Kosten der Mobilität, Kosten der Umstellung auf eine neue Situation (inkl. subjektivem

Risikoempfinden der Akteure), asymmetrische Information oder zeitliche Bindung der Faktoren durch

strategische Entscheide (Investitionen). Für den Agrarsektor zählen all diese Gründe ebenso. Um im

Modell den Anreiz der familieneigenen Arbeitskräfte den Agrarsektor zu verlassen, mit der Realität in

Übereinstimmung zu bringen, werden im Modell die oben erwähnten Werte eingesetzt. Der

Unterschied zwischen diesen Werten und den für Landwirte erzielbaren Arbeitslöhnen in der

Wirtschaft entspricht der subjektiven Einschätzung der Kosten des Arbeitsplatz- und Berufswechsels.

Um das Modell den unterschiedlichen naturräumlichen Gegebenheiten anzupassen, unterscheiden wir

drei Produktionszonen (Tal-, Hügel- und Berggebiet). Damit werden regional unterschiedliche

landwirtschaftliche Produktionstechniken und strukturelle Gegebenheiten berücksichtigt. Die

Zusammenfassung in drei Hauptzonen bedeutet eine Vereinfachung gegenüber der Realität, indem

die in der landwirtschaftlichen Zonenverordnung (LZV 1998) aufgeführten acht Landwirtschaftszonen

gemäss folgendem Schlüssel auf deren drei zusammengefasst werden:

• Die Ackerbau- und die erweiterte Übergangszone werden im Modell zum Talgebiet

zusammengefasst,

• die Übergangs, die Hügel- und die Bergzone I zum Hügelgebiet und

• die verbleibenden Bergzonen II bis IV zum Berggebiet.

Dieses Vorgehen lässt sich aus rechentechnischen Gründen und angesichts eines – für die

vorliegende Untersuchung – nur geringen Zusatznutzens bei einer detaillierteren Berücksichtigung

aller Zonen rechtfertigen. Die Unterscheidung in die drei Hauptzonen erweist sich dennoch als

wesentlich für den gewählten Modellansatz. Einerseits erlaubt sie eine Kalibrierung der

Zustandsvariablen (Stallkapazitäten, Tierbestände usw.) auf die reale Ausgangssituation für jede

6


einzelne Zone separat. Andererseits können damit regionsspezifische Unterschiede bei den Input-

Output-Koeffizienten bzw. den Produktionsfunktionen berücksichtigt werden, welche einen

entscheidenden Einfluss auf die Produktionskosten und damit auf die optimale Faktorallokation

ausüben. Zu erwähnen sind an dieser Stelle insbesondere Unterschiede bei der Vegetationsdauer,

dem pflanzlichen Ertragsniveau, der Hangneigung ( unterschiedliche Mechanisierungsformen) und

der Möglichkeit einer ackerbaulichen Flächennutzung. Es bleibt anzumerken, dass sich die vom

Modell differenzierten Hauptregionen nicht nur bezüglich der technischen Koeffizienten unterscheiden

(z.B. Arbeitsaufwand), sondern auch in Bezug auf die Faktorausstattung an Arbeitskräften, Boden und

Kapital (z.B. Ställe).

Preisszenarien für die Modellrechnung

Das Optimierungsmodell S-INTAGRAL wird an der ETH für verschiedene Forschungsarbeiten und

Studien verwendet. Um Inkonsistenzen zu vermeiden und die Vergleichbarkeit der einzelnen Studien

zu verbessern, wird angestrebt, über längere Perioden dieselben Annahmen zu künftigen

Preisentwicklungen auf der Produkt- und auf der Faktor- bzw. Vorleistungsseite zu verwenden. Dazu

verwenden wir seit 2009 einen Datensatz des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW). Dieser

Datensatz entspricht keiner Prognose, sondern er besteht aus Szenarien. Im Wesentlichen sind es ein

Szenario Hoch mit einem relativ hohen Preisniveau für die Zukunft (entspricht dem erwarteten

Preisniveau nach Umsetzung der AP 2011) und einem Szenario Tief mit relativ tiefen Preisen

(entspricht dem erwarteten europäischen Preisniveau) (vgl. dazu Abbildung 4).

Abbildung 4: Preisszenarien für die Modellrechnung (schematisch)

Produzentenpreise

gem. BLW

erwartetes

Preisniveau

nach ‚AP 2011‘

Tendenz Hoch

Exportpreis (o. Zoll)

erwartetes

europäisches

Preisniveau

Tendenz Tief

Exportpreis (m. Zoll)

2000 2012

4-jährige

Anpassungsperiode

an europäisches

Preisniveau

2016

2020

Zeit

Die relativen Preisveränderungen der Zielpreise in den Szenarien Hoch und Tief (Jahr 2020)

gegenüber dem Durchschnittspreisniveau der Jahr 2000/2008 sind in Abbildung 5 und 6 aufgeführt.

Die erwähnten Daten bleiben in Absprache mit dem Bundesamt für Landwirtschaft in absoluten

Werten unveröffentlicht.

Abbildung 5 gibt einen zusammenfassenden Überblick über die Produzentenpreise der zwei

Szenarien. Es zeigt sich, dass der Preisrückgang im Szenario Hoch gegenüber dem Durchschnitt der

7


Jahre 2000/2008 (=100%) relativ gering ausfällt. Einzig der Zuckerrübenpreis sinkt um zirka 60%, da

bereits im Rahmen der AP 2011 eine Angleichung des Rübenpreises ans EU-Niveau angestrebt wird.

Aufgrund der Reduktion der Schwellenpreise in der AP 2011 ergibt sich auch bei den Getreidekulturen

eine deutliche Preisreduktion. Im Szenario Tief liegen die Preise erwartungsgemäss deutlich tiefer.

Vor allem die Preise der Ackerkulturen sinken hier um bis zu 50% oder gar mehr. Aber auch in der

tierischen Produktion käme es zu einer Preiseinbusse von 20% (Eierproduktion) bis zu 50% (Pouletund

Schweinefleisch).

Abbildung 5: Produktpreise im Jahr 2020 (Annahmen)

120%

100%

100% = Ø '00/'08

80%

60%

40%

20%

0%

Brotweizen

Raps

Kartoffeln

Zuckerrüben

Körnermais

Gerste

Eiweisserbsen

Kuhmilch

Eier

Kuhfleisch

Schweinefleisch

Lammfleisch

Kalbfleisch

Rindfleisch

Poulet

Natura Beef

Preisniveau

('00/'08=100%)

Hoch

Tief

Pflanzenbau

Tierhaltung

Abbildung 6 gibt einen Überblick über die zu Grunde gelegte Entwicklung der Betriebsmittelpreise. Die

Abbildung zeigt, dass bei Saatgut und Pflanzenbehandlungsmitteln Preisreduktionen von knapp 20%

angenommen werden. Noch deutlicher ist die Preisreduktion beim Kraftfutter, bei dem sich das

erwartete Preisniveau im Szenario Tief beinahe halbiert. Bei den übrigen Kostenpositionen steigen die

Preise aber in beiden Preisszenarien deutlich an (Düngemittel, Maschinen- und Gebäudekosten). Im

Zusammenhang mit den relativ stark ansteigenden Maschinen und Gebäudekosten muss betont

werden, dass im Modell auch Kosteneinsparungen realisiert werden können. Dies geschieht, indem

ältere, weniger effiziente Strukturen durch neue ersetzt werden, welche produktiver sind. Die

Produktivitätsfortschritte in der Tierhaltung erfolgen dadurch, dass aus der Produktion fallende

Ökonomiegebäude durch grössere Einheiten ersetzt werden können. Damit können sowohl bei den

Gebäudestrukturkosten als auch beim Arbeitsauwand Skaleneffekte generiert werden (sinkende

Fixkosten und reduzierter Arbeitsaufwand je Einheit). Beim Maschineneinsatz erfolgt der

Produktionsfortschritt exogen, indem die in ART (div. Jg.) 2 zugrunde gelegte Maschinenauslastung

erhöht wird. Dazu wird im Szenario Hoch die Differenz der in ART (div. Jg) unterstellten

Maschinenauslastung zur Vollauslastung 3 halbiert und im Szenario Tief wird eine Vollauslastung

angenommen. Begründet wird die höhere Maschinenauslastung im Szenario Tief mit dem zu

erwartenden Strukturwandel, welcher im Szenario Tief stärker ausfallen dürfte als im Szenario Hoch.

Neben der Anpassung der Maschinenauslastung mit entsprechender Auswirkung auf die

2 ART (div. Jg.): Maschinenkosten

3 i.A. an ART (div. Jg.) Vollauslastung = Nutzungsdauer nach Arbeitseinheiten/Nutzungsdauer in Jahren

8


Maschinenkosten je Einheit, wird auch der Arbeitseinsatz mit demselben Korrekturfaktor erhöht (

Anstieg der Arbeitsproduktivität).

Abbildung 6: Betriebsmittelpreise im Jahr 2020 (Annahmen)

140%

120%

Preisniveau

('00/'08 =100%)

100%

80%

60%

40%

20%

Hoch

Tief

0%

Saatgut

Herbizid

Fungizid

Insektizid

Wachstumsreg.

Mineraldünger

Tiergesundheit

Kraftfutter

variabel

fix

variabel

fix

Maschinen Gebäude

Die Direktzahlungen in den Modellrechnungen orientieren sich an der Direktzahlungsverordnung des

Bundes (DZV). Die Höhe der Direktzahlungen bleibt ab dem Jahr 2011 in beiden Preisszenarien

unverändert und entspricht den Direktzahlungssätzen der AP 2011. Das bedeutet, dass allfällige

Auswirkungen der sich in Diskussion befindenden Weiterentwicklung der Direktzahlungen (WDZ) in

den Modellrechnungen unberücksichtigt bleiben.

Um den Komplexitätsgrad der vorliegenden Analyse einzuschränken, werden für die

Modellrechnungen vereinfachende Annahmen getroffen. Diese sind in der nachfolgenden Tabelle

zusammengefasst.

Tabelle 1: Modellannahmen

Annahme

Systemgrenze: konventionelle

Landwirtschaft

Direktzahlungen gem.

AP 2011

exogene Produzentenpreise

vorgegebenes Absatzpotential

im Inland

vollkommen elastischer

Inlandabsatz nach

landwirtschaftlichen Produkten

Erklärung

Das Modell bildet die konventionellen landwirtschaftlichen Aktivitäten ohne die

Spezialkulturen ab.

Die Direktzahlungen orientieren sich am Direktzahlungssystem der AP 2011 und bleiben

in beiden Preisszenarien unverändert.

Die Agrarpreise werden auf zwei Niveaus vorgegeben (Inlandpreis und Exportpreis) und

sind innerhalb eines Teilmarktes (Inland und Export) unabhängig von der produzierten

Menge.

Der Konsumeffekt der wachsenden Bevölkerung sowie der Einfluss der demographischen

Entwicklung auf das Konsumverhalten bleiben für die Quantifizierung des inländischen

Absatzpotentials beim Getreide unberücksichtigt.

Inländische Marktanteilsverluste durch Importe von konkurrenzfähiger werdenden

Verarbeitungsprodukten (z.B. Tiefpreissegment beim Käse) werden mit dem sektoralen

Angebotsmodell S_INTAGRAL nicht erfasst.

Bei den Modellannahmen gilt es darauf hinzuweisen, dass das Modell lediglich die konventionellen

landwirtschaftlichen Aktivitäten abbildet. Dazu gehört der Acker- und Futterbau sowie die Rindvieh-,

Schweine-, und Geflügelproduktion als auch die Schafhaltung. Der Anbau von Spezialkulturen (Obst-,

Wein- und Gemüsebau) wird von S_INTAGRAL nicht abgebildet, da ihr ihre flächenmässige

9


Bedeutung relativ gering ist und er zudem auf die Entwicklung von Getreidefläche und

Kraftfutterverbrauch keinen nennenswerten Einfluss ausübt.

Zur Begründung der Annahme exogener Preise wird auf die Ausführungen in Peter (2008) 4 verwiesen.

An dieser Stelle wird lediglich betont, dass die Schweiz im europäischen Kontext eine kleine

Volkswirtschaft darstellt, weshalb die Produzentenpreise für die beiden Teilmärkte „Inland“ und

„Export“ exogen vorgegeben werden können. Demgegenüber bleiben die Direktzahlungen in beiden

Agrarpreisszenarien konstant.

Da es sich bei S_INTAGRAL nicht um ein Marktmodell, sondern um ein sektorales Angebotsmodell

handelt, geht man vereinfachend von einem vorgegebenen Absatzpotential im Inland und von einer

vollkommen elastischen Inlandnachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten aus. Mit anderen

Worten: Eine allfällige Verdrängung der Inlandproduktion durch Importe von konkurrenzfähiger

werdenden Verarbeitungsprodukten (z.B. Tiefpreissegment beim Käse) bleibt im Modell

unberücksichtigt. Das heisst, solange der Inlandbedarf an landwirtschaftlichen Rohstoffen beim

exogen vorgegebenen Marktpreis durch das inländische Angebot gedeckt wird, entstehen gegenüber

der heutigen Situation keine zusätzlichen Importe.

Ablauf der Modellrechnungen

Die Modellrechnungen mit S_INTAGRAL lassen sich in drei Schritte einteilen:

• Zuerst wird die landwirtschaftliche Strukturentwicklung bezüglich Pflanzenbau und Tierhaltung

für den Zeithorizont 2000 bis 2007 berechnet und mit den realen Werten (Statistik) verglichen.

Auf dieser Basis wird die Güte des Modellansatzes überprüft.

• In einem zweiten Schritt erfolgt die Prognose der landwirtschaftlichen Strukturentwicklung für

den Zeithorizont bis zum Jahr 2022. Diese Entwicklung wird einmal für das Agrarpreisszenario

Hoch und einmal für das Agrarpreisszenario Tief berechnet.

• In einem dritten Schritt werden für die beiden Preisszenarien Hoch und Tief

Sensitivitätsanalysen bezüglich einem allenfalls erforderlichen Mehrerlös zur

Aufrechterhaltung der Getreideproduktion durchgeführt.

An dieser Stelle muss betont werden, dass die Modellergebnisse methodenbedingt stark von den

getroffenen Preisannahmen abhängig sind. Da es unmöglich ist, die preisliche Entwicklung für die

chsten 10 Jahre mit Sicherheit vorherzusagen, sind auch die Modellergebnisse mit entsprechender

Unsicherheit behaftet. Dies ist von erheblicher Bedeutung, weil unter Umständen bereits geringfügige

Preisveränderungen substantielle Unterschiede bezüglich dem Ausmass der Produktion haben

können. So können die Anbauflächen und das landwirtschaftliche Portfolio teilweise äusserst sensibel

auf geringe Preisveränderungen bei Input- und Outputgütern reagieren. Um Fehleinschätzungen

aufgrund der Modellresultate der Szenarien Hoch und Tief zu vermeiden, werden bezüglich sensibler

Grössen zusätzlich Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um die Modelllösung auf ihre Stabilität zu

überprüfen. Dabei findet eine Grenzbetrachtung statt bei der jeweils ein Parameter verändert wird

(z.B. 50 Rp./kg Schlachtgewicht höherer Schweinefleischpreis) und der Einfluss dieser marginalen

4 Peter S., 2008: Modellierung agrarökologischer Fragestellungen unter Berücksichtigung struktureller Veränderungen in der

Schweizer Landwirtschaft. Dissertation ETH Nr. 17820

10


Veränderung auf die Entwicklung der interessierenden Grösse (z.B. der Schweinefleischproduktion

bzw. Nachfrage nacht Schweinefutter) untersucht wird.

Die zuvor angesprochene Unsicherheit in Zusammenhang mit Modellergebnissen beruht nicht zuletzt

auch darauf, dass in einem Modell nie die ganze Realität abgebildet werden kann, sondern lediglich

die wichtigsten Grössen und Systemzusammenhänge erfasst werden. So ist bspw. bekannt, dass die

Entscheidungsprozesse auf einzelbetrieblicher Ebene neben den rein wirtschaftlichen Gegebenheiten

u.a. auch von persönlichen Präferenzen und sozialen Komponenten beeinflusst werden.

Insgesamt bedeutet dies, dass die in diesem Bericht abgebildeten Modellergebnisse keine exakte

oder unumstössliche Entwicklung der Zukunft prognostizieren. Vielmehr geht es darum, mit den

Berechnungen Tendenzen aufzuzeigen, mit denen aufgrund veränderter preislicher Rahmenbedingungen

gerechnet werden kann und um zu verstehen, welche wirtschaftlichen Triebkräfte

dahinter stehen. Für die Interpretation der Modellergebnisse bedeutet dies, dass den absoluten

Veränderungen im landwirtschaftlichen Portfolio nicht allzuviel Gewicht beigemessen werden sollte

und das Hauptaugenmerk mehr auf die Richtung der zu erwartenden Veränderung gelegt wird.

2.2.2 Schriftliche Befragung

Die Modellrechnungen auf Stufe der Produktion wurden mit einer schriftlichen Befragung der Saatgutund

Getreideproduzenten ergänzt. Die Produzenten wurden mit einem Fragebogen um die

Beurteilung eines allfälligen FHAL gebeten. Dabei stehen Fragen rund um Betriebsstrategien,

allgemeine Vor- und Nachteile eines FHAL und Einschätzungen der Eigenschaften von Schweizer

Getreide im Vordergrund. Die Fragebogen wurden am 6. Mai 2009 per Post an 19 Saatgut- und 100

Getreideproduzenten verschickt. Die Adressen für die Befragung wurden von swiss granum

zusammengestellt. Am 2. Juni 2009 wurde ein Erinnerungsschreiben versandt, worauf sich die

Rücklaufquote auf 65% steigerte. Die Resultate der schriftlichen Befragung sind in Kapitel 5

dargestellt, die verwendeten Fragebogen befinden sich im Anhang.

2.2.3 Mündliche Befragung (Interviews)

Bei der Befragung der Sammelstellen, Getreidehändler, Mühlen, Bäcker sowie der Tierhalter wurde in

Absprache mit swiss granum eine mündliche Befragung gewählt, welche eine detailliertere qualitative

Auswertung erlaubt. Die Interviews wurden im Zeitraum vom 18. März 2009 bis zum 27. Juli 2009

durchgeführt. Die Auswahl der Befragten erfolgte wiederum in enger Zusammenarbeit mit swiss

granum. Insgesamt wurden 41 Interviews durchgeführt, davon 12 mit Sammelstellen, 20 mit Mühlen,

vier mit Händlern, drei mit Bäckereien und zwei im Bereich der Tierhaltung. In Tabelle 2 sind die

befragten Unternehmen und die entsprechenden Interviewpartner dargestellt. Die Kreuze in der

Tabelle zeigen an, über welche Tätigkeitsfelder sich die Interviewpartner geäussert haben. Für die

Teilnahme an der Befragung wird an dieser Stelle allen Befragten herzlich gedankt.

Anhand eines Interviewleitfadens (siehe Anhang) wurden die Gesprächspartner zu folgenden Punkten

befragt:

• Vor- und Nachteile von Schweizer Getreide und Getreideprodukten

• Chancen und Gefahren eines möglichen FHAL für die Getreidebranche der Schweiz

11


• Relevanz von Preis, Qualität und Herkunft bei Getreide und bei Getreideprodukten

• Bereitschaft der Abnehmer zur Zahlung eines Mehrpreises für Schweizer Produkte

(Swissness)

• Substitutionsmöglichkeiten von Schweizer Getreide durch Importprodukte

• Geplante und vollzogene Massnahmen der Unternehmen im Hinblick auf ein FHAL

• Anpassungszeit bzw. Anpassungsbedingungen bezüglich der Kostenstrukturen in der EU

Die Interviews haben einen explorativen Charakter und erfassen ein breites Spektrum an

Ausganglagen und Beurteilungen. Daher sind die Aussagen nicht repräsentativ, ermöglich aber einen

ausgezeichneten Einblick in die Situation der Getreidebranche bezüglich eines allfälligen FHAL. Die

Aussagen der einzelnen Interviewpartner werden im Bericht anonymisiert wiedergegeben. Die

Resultate der mündlichen Befragung sind im Kapitel 5 dargestellt, der Interviewleitfaden befindet sich

im Anhang.

12


Tabelle 2: Befragte Unternehmen

Sammelstelle

Brotgetreide

Wer?

Agri Centre de la Broye, Walter Balz x x

Agrokommerz, Hans Stettler

Albert Lehmann Lindmühle AG, Albert Lehmann

Amrein Futtermühle, Josef Amrein

Aviforum, Alois Mettler

Centre Ajoie, Michel Crausaz x x

Centre de la Praille, John Schmalz x x

Sammelstelle

Futtergetreide

Handel

x

Mühle

Brotgetreide

E. Zwicky AG, Thomas Klopfenstein & Reto Uhlmann x x

Egli-Mühlen AG, Ruedi Zimmermann

Fenaco, Pius Eberhard

Getreidecenter Freiamt, Josef Stalder x x

Getreidesammelstelle Mittelthurgau, Max Ulrich x x

Getreidesammelstelle Thalheim, Rolf Häusler x x

Getreidezentrum Busswil, Kurt Hostettler x x

Groupe Minoteries, Marc Müller

Hermann Dür AG, Hermann Dür

Hiestand, Gaby Vögtlin

IP Suisse, Fritz Rothen

Jowa, Thomas Schmid & Christian Städeli

Karl Muggli AG, Rochus Schuler

Knecht Mühle AG, Hansjörg Knecht x x x

Kunz Kunath Fors AG, Peter Stadelmann

Landi Gros-de-Vaud Société Coopérative, André Favre x x x

Landi Reba, Hansjürg Reiss x x

Landi Wasseramt, Rudolf Geissbühler x x

Landw. Genossenschaftsverband Schaffhausen (GVS),

Marc Peter x x

Meyerhans-Hotz AG, Walter Hotz

Moulin de la Vaux Aubonne SA, Pierre-Alain Pantet

Mühle Rytz, Peter Rytz x x

Mühle T. & M. Häusermann, Thomas Häusermann x x x x

Mühlebach AG, Corinne & Toni Mühlebach

Neumühle Rickenbach GmbH, Martin Wilimann

Protector SA, Alain Favre

Provimi Kliba SA, Marcel Iseler x x

Schweizerischer Bäcker- und Konditorenmeister-Verband

(SBKV), Kaspar Suter

Stadtmühle Schenk, Stefan Schenk

Suisseporcs, Peter Hofer

Swissmill, Josef Achermann & Matthias Stähelin

UFA, Wendelin Strebel & Stefan Gut

Werner Lätt AG, Werner Lätt

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

Mühle

Futtergetreide

x

x

x

x

x

x

x

Bäckereien

x

x

x

Tierproduktion

x

x

13


3. Rahmenbedingungen

In diesem Kapitel werden die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf ein

allfälliges Freihandelsabkommen besprochen, die für die Getreidebranche relevant sind. Dabei

beschränkt sich diese Studie auf die Diskussion der wichtigsten Elemente. Für weitere Informationen

wird an dieser Stelle auf das Bundesamt für Landwirtschaft verwiesen.

3.1 Freihandelsabkommen für den Agrar- und Lebensmittelbereich

Am 14. März 2008 hat der Bundesrat ein Verhandlungsmandat für ein umfassendes Freihandelsabkommen

zwischen der Schweiz und der EU im Agrar- und Lebensmittelbereich sowie im

Gesundheitsbereich (FHAL) verabschiedet. Am 4. November 2008 sind die Verhandlungen zwischen

der Schweiz und der EU eröffnet worden. Falls die Verhandlungen zügig laufen und kein Referendum

ergriffen wird, beginnt Ende 2010 die Ratifizierungsphase für das Abkommen. In Kraft tritt das

Freihandelsabkommen somit frühestens Ende 2012, wobei Übergangsfristen von einigen Jahren

laufen können. 5

Ein FHAL zwischen der Schweiz und der EU erfasst die ganze Kette der Lebensmittelproduktion, das

heisst die Landwirtschaft, den vorgelagerten Sektor (der die notwendigen Produktionsmittel liefert) und

den nachgelagerten Sektor (erste und zweite Verarbeitungsstufe, Handel). Zudem werden nicht nur

die tarifären (Zölle, Kontingente und Exportsubventionen) sondern auch die nichttarifären

Handelshemmnisse beseitigt (das heisst insbesondere die gegenseitige Anerkennung der Vorschriften

und Zulassungen). Ein Abkommen im Agrar- und Lebensmittelbereich geht folglich über eine reine

Weiterentwicklung der bestehenden bilateralen Verträge im Agrarbereich (Agrarabkommen, Protokoll

Nr. 2 zum FHA 1972) hinaus. Die Marktöffnung soll sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der

Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft auswirken und eine klare Langzeitperspektive für die

Schweizer Landwirtschaft, die Verarbeitungsindustrie sowie den Handel bieten.

3.2 Zollsystem der Schweiz für Getreide und Getreideprodukte

Aus historischen Gründen und ökonomischen Überlegungen bezüglich der Preiselastizitäten (bei

Brotgetreide deutlich niedriger als bei Futtergetreide) bestehen für Brot- und Futtergetreide

unterschiedliche Zollregelungen. Die Preisstützung für Brotgetreide wird durch das jeweils versteigerte

Zollkontingent Weichweizen bewerkstelligt, während bei Futtergetreide variable Zölle auf Importen

einen relativ stabilen inländischen Marktpreis ermöglichen. Da das Zollkontingent für Brotgetreide in

Normaljahren nicht vollständig ausgeschöpft wurde, waren die Versteigerungserlöse

erwartungsgemäss sehr gering. Dies zeigte, dass der Inlandpreis nicht durch die Quote sondern durch

5 Der aktuelle Fahrplan für das Abkommen ist einsehbar unter www.blw.admin.ch Themen Agrarfreihandel Schweiz-EU

14


den relativ hohen Zoll innerhalb des Kontingentes gestützt wird. Auf die Versteigerung wird deshalb

seit 2008 verzichtet. Bei knapper Inlandversorgung werden dafür zusätzliche Importmengen zum

bestehenden Kontingentszollansatz freigegeben. Durch diese Praxis gleicht das Importregime bei

Brotgetreide einem Ein-Zollsystem, das aber im Unterschied zum Futtergetreide einen fixen Zoll

aufweist.

Ein wichtiger Schritt im Zusammenhang mit den Getreide- und Futtermittelzöllen ist der Abbau des

sog. Industrieschutzes, der seit dem Jahr 2007 bei Mischfutterimporten und dem Jahr 2008 bei

Importen von verarbeitetem Brotgetreide (Mehl) zur Anwendung kommt. Eine Standardrezeptur dient

dazu, das Rohstoffpreishandicap beim Mischfutter gegenüber dem Ausland auszugleichen, indem die

Zölle der Einzelkomponenten anteilsmässig für die Standardrezeptur aufgerechnet werden. Der so

berechnete Zoll der Standardrezeptur wird mit einem Zuschlag ergänzt, der in den letzten Jahren stark

gekürzt wurde und seit dem 1.7.2009 noch CHF 1.--/100 kg beträgt. Der Abbau des Industrieschutzes

hat zur Folge, dass die Schweizer Futtermittel- und Müllereiwirtschaft verstärkt der ausländischen

Konkurrenz ausgesetzt wird.

3.3 Branchenstruktur

Im Folgenden wird eine Auslegeordnung der Getreidebranche dargestellt. Dabei werden die

Marktstrukturen der einzelnen Stufen der Getreidebranche kurz beschrieben. Die dargestellten Zahlen

und Informationen stammen aus der Literaturanalyse, den Befragungen sowie von swiss granum.

Abbildung 7: Struktur der Getreidebranche

Saatgutproduzenten

Getreideproduzenten

Fläche: 155`000ha (80`000ha Brot und 55`000ha Futtergetreide)

Sammelstellen (~300)

Akteure: Genossenschaftlich 70% (VKGS 50%; Fenaco 20%); Privat 30% (VGS)

Marktanteile: Die vier Grössten 7-8% Marktanteil

Vermittler/Händler

Marktanteile:

• Fenaco 45%

• IP-Suisse 25%

• direkt von Sammelstellen 25%

• klassische Händler 5%

Importe

Vermittler/ Händler

Marktanteile:

• Fenaco 50-60%,

• 5 – 6 Firmen mit je 3 bis 10%

• Verschiedene kleinere Firmen

Mühlen Brotgetreide

Marktanteile:

• Swissmill und Groupe Minoteries je 25%

• Schenk, Meyerhans-Hotz AG,

Provimi Kliba SA, 25%

• 20 Mühlen 20%

• 50 Mühlen 5%

Mühlen Futtergetreide

Akteure: private 50%, genossenschaftliche 50%

Private Mühlen

Marktanteile:

(ohne Selbstmischer):

• Provimi Kliba SA 20%

• Egli 6%

• Kunz Kunath 6-7% …

Genossenschaftliche Mühlen

Marktanteile:

(ohne Selbstmischer):

• UFA, Melior 50%

• Landi


Selbstmischer

15-20%

Bäcker/ Grossverteiler

JOWA 48%; Hiestand, Coop, …

Bäckermeister

1‘900 im SBKV

Landwirtschaft (Futtermittelverbrauch)

Geflügelmäster, Schweinemäster, Milchkühe& Rindermäster, weitere Tiere

15


Abbildung 7 zeigt eine schematische Darstellung der Getreidebranche mit den wichtigsten Akteuren

und den entsprechenden ungefähren Getreideflächen oder Marktanteilen.

Produzenten: Die Saatgut- und Getreideproduzenten bewirtschafteten gemäss swiss granum im Jahr

2008 eine Fläche von 155'000 ha, wovon 80'000 ha Brot- und 75'000 ha Futtergetreide. In der

Schweiz gibt es rund 20'000 Produzenten für Brotgetreide und rund 24'000 Produzenten für

Futtergetreide. Die Getreideernte 2009 wird für die wichtigsten Getreidesorten von swiss granum am

25. August 2009 wie folgt geschätzt:

• 433'000 t mahlfähigen Weizen (+4% ggü Vorjahr)

• 80'000 t Futterweizen, inkl. Eigengebrauch (-25% ggü Vorjahr)

• 200'000 t Gerste (-2% ggü Vorjahr)

• 67'000 t Raps (+14% ggü Vorjahr)

Sammelstellen: Von den ungefähr 300 Schweizer Getreidesammelstellen sind 30% privat und 70%

genossenschaftlich organisiert. Im Bereich der Sammelstellen ist der Verband kollektiver

Sammelstellen mit 50% Marktanteil der dominante Akteur. Der Verband der privaten

Getreidesammelstellen verfügt über einen Marktanteil von 30% und die Fenaco-Gruppe über 20%. Im

Bereich der Sammelstellen ist die Marktkonzentration niedrig. Die grösste Sammelstelle der Schweiz

hat einen Anteil von 3% an der schweizweit verarbeiteten Getreidemenge, wobei die Sammelstellen in

der Westschweiz konzentrierter sind als in der Deutschschweiz.

Getreidehändler: Auf der Stufe des Getreidehandels dominieren die beiden Akteure Fenaco und IP-

Suisse. Im Bereich des Brotgetreidehandels verfügt Fenaco über einen Marktanteil von rund 45% und

IP-Suisse über rund 25%. Weitere 25% des Brotgetreides wird von den Sammelstellen direkt an die

Mühlen verkauft. Die restlichen 5% werden von verschiedenen kleineren Händlern gekauft. Im Bereich

des Futtergetreidehandels verfügt Fenaco über einen Marktanteil von ca. 50-60%. Weitere fünf bis

sechs Akteure verfügen je nach Produktegruppe über einen Anteil von drei bis zehn Prozent. Die

weiteren Marktanteile verteilen sich auf verschiedene kleinere Unternehmen. Ungefähr 10-20% des

Futtergetreides werden von den Getreidebauern selbst gemischt und für die eigene Tierproduktion

verwendet.

Mühlen Brotgetreide: Die fünf grössten Schweizer Mühlen verfügen gemeinsam über einen

Marktanteil von 75%. Die 20 mittleren Mühlen kommen zusammen auf einen Marktanteil von 20%. Die

restlichen 5% verteilen sich auf gegen 50 kleine Mühlen. In Tabelle 3 sind die Vermahlungsmengen

der rund 80 Schweizer Brotgetreidemühlen dargestellt. 6

6 Quelle: Groupe Minoteries, Jahresbericht 2008

16


Tabelle 3: Jährliche Vermahlungsmengen von Schweizer Brotgetreidemühlen

Vermahlungsmenge Weichweizen pro Mühle

Mehr als 50’000 Tonnen

Anzahl der Mühlen

2 Mühlen

10’000-50’000 Tonnen 7 Mühlen

5’000-10’000 Tonnen 3 Mühlen

500-5’000 Tonnen 34 Mühlen

Weniger als 500 Tonnen

Übrige Mühlen

Mühlen Futtergetreide: Im Bereich der Futtermittelherstellung sind die Akteure zu 50% privat und zu

50% genossenschaftlich organisiert. Die Verteilung der Jahreskapazitäten der ca. 200 Schweizer

Futtermittelmühlen ist in Tabelle 4 dargestellt. 7

Tabelle 4: Jährliche Vermahlungsmengen von Schweizer Futtermittelmühlen

Jahresproduktion von Mischfutter pro Mühle

Mehr als 25’000 Tonnen

Zwischen 10`000-25’000 Tonnen

5`000-10’000 Tonnen

Weniger als 5’000 Tonnen

Anzahl der Mühlen

11 Mühlen

~ 30 Mühlen

~ 100 Mühlen

Übrige Mühlen

Bäckereien: In der Schweiz gibt es gegen 2’800 gewerbliche und industrielle Bäckereien. Von den ca.

2`200 gewerblichen Bäckereien sind etwa 1`900 Mitglieder des Schweizerischen Bäcker-

Konditorenmeister-Verbandes (SBKV). Im Jahr 2007 wurden 70, im Jahr 2008 60 gewerbliche

Bäckereien geschlossen. 8 Dies zeigt die anhaltende Tendenz zur Konzentration auf dem gewerblichen

Bäckermarkt. Die industriellen Bäckereien konnten ihre Marktanteile in den vergangenen Jahren

ausbauen.

Tierproduzenten: Die Tierproduzenten sind die wichtigsten Abnehmer von Mischfutter und somit

Futtergetreide in der Schweiz. Die Schweineproduzenten verarbeiten etwa 40% des

Mischfutterumsatzes, die Grossviehproduzenten ca. 34% und die Geflügelproduzenten ungefähr

20%. 9 Die übrigen Prozente verteilen sich auf verschiedene Tierarten. Aufgrund der sehr hohen

Preisunterschiede von bis zu 250% erhoffen sich die Tierproduzenten von einem FHAL unter anderem

eine deutliche Senkung ihrer Futtermittelkosten.

7 http://www.vsf-mills.ch Mischfutterbranche

8 www.swissbaker.ch Branchenspiegel 2009

9 http://www.vsf-mills.ch Futtermittelmarkt Mischfutterproduktion

17


4. Resultate der Modellrechnungen

In diesem Kapitel sind die Ergebnisse der Modellrechnungen aufgeführt. Die Ergebnisse der

Befragung folgen anschliessend in Kapitel fünf. Die Gegenüberstellung und Diskussion der Resultate

ist aus Gründen der Klarheit und Übersicht methodisch vom Resultateteil getrennt und befindet sich in

Kapitel sechs.

Für die Modellrechnungen auf der Stufe der Produktion stehen folgende Forschungsfragen (FF) im

Zentrum:

• FF1: Wie entwickelt sich der Arbeitsverdienst in der Getreideproduktion in Abhängigkeit des

Ertrags- und Preisniveaus?

• FF2: Wie entwickelt sich die Getreideproduktion unter unterschiedlichen agrarpolitischen

Szenarien (Hoch/Tief)?

• FF3: Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Kraftfuttermitteln unter unterschiedlichen

agrarpolitischen Szenarien (Hoch/Tief)?

• FF4: Ist die Aufrechterhaltung der heutigen Getreideproduktion längerfristig gesichert? Mit

welchem zusätzlichen Erlös müsste gerechnet werden, falls dies nicht der Fall wäre (z.B. in

Form getreidespezifischer Anbaubeiträge oder Preiszuschlägen)?

4.1 Vorüberlegungen zu den Bestimmungsfaktoren des Arbeitsverdienstes (FF1)

Die Berechnung des Arbeitsverdienstes in der Getreideproduktion wird am Beispiel von Brotgetreide

durchgeführt. Dazu sind keine Modellrechnungen mit S_INTAGRAL erforderlich. Vielmehr werden die

bereits erläuterten Preisannahmen der Szenarien Hoch und Tief (siehe Abbildungen 5/6) in den

elektronischen Deckungsbeitragkatalog (AGRIDEA, 2008) 10 übernommen, welcher durch die

zusätzliche Berücksichtigung der fixen Maschinenkosten und der Bodenrente zu einer

Vollkostenrechnung ergänzt wird. Damit wird der Einfluss der künftigen preislichen

Rahmenbedingungen auf den Stundenlohn im Brotgetreideanbau untersucht. Die verwendete

Datengrundlage für die Berechnung ist in Tabelle 5 zusammengefasst, die entsprechenden

Auswirkungen auf den Arbeitsverdienst in Tabelle 6 dargestellt.

10 AGRIDEA (2008): Deckungsbeiträge 2008 (EDV-Version)

18


Tabelle 5: Datengrundlage zur Berechnung des Arbeitsverdienstes

2009 Hoch 2020 Tief 2020 Quelle 11 :

Durchschnittsertrag [dt/ha] Weizen: 64 dt/ha intenso, 51dt/ha extenso

Stroh: 38.4 dt/ha intenso, 40.8 dt/ha extenso

Weizenpreis [CHF/dt]

(1. Klasse)

Strohpreis [CHF/dt]

(ab Feld)

48.- 56.- 26.-

Extensoertrag: AGRIDEA (2008). Die intenso-

Erträge werden so angepasst, dass der nationale

Durchschnittsertrag für Brotweizen dem CH-

Durchschnitt gem. SBV (div. Jg.) entspricht.

2009: i.A. an mdl. Auskunft Neumühle Rickenbach

2020: gem. BLW

5.- 5.- 3.5 2009: AGRIDEA 2008, 2020: eig. Annahme

Saatgut 100% 95% 95% 2009: AGRIDEA (2008), 2020: gem. BLW

Düngemittel * 100% 121% 121% 2009: AGRIDEA (2007), 2020: gem. BLW

Pflanzenschutz 100% 95% 84% 2009: AGRIDEA (2008), 2020: gem. BLW

Anbauverfahren gem. AGRIDEA (2008) 11 Bem.: exkl. Strohpressen und -laden

Variable Maschinenkosten 100% 122% 116% 2009: AGRIDEA (2008), 2020: gem. BLW

Fixe Maschinenkosten ** 100% 109% 86% 2009: ART (2008), 2020: 2020: gem. BLW

Flächenbeiträge [CHF/ha] 1‘640.- 1‘640.- 1‘640.- 2009: AGRIDEA (2008), 2020: gem. BLW

Extensobeitrag [CHF/ha] 400.- 400.- 400.- 2009: AGRIDEA (2008), 2020: gem. BLW

Bodenrente [CHF/ha] 700.- 700.- 489.- 2009: eig. Annahme, 2020: gem. BLW 12

Arbeitseinsatz [h/ha] 39 h 34 h 30 h 2009: AGRIDEA (2008),

2020: Arbeitsproduktivitätssteigerung analog zur

Steigerung der Maschinenauslastung **

* um den Effekt der ausserordentlich hohen Düngemittelpreise im 2008 aus der Betrachtung auszuschliessen, werden die

Düngemittelpreise aus AGRIDEA (2007) verwendet.

** unterstellte Maschinenauslastung:

2009: gem. ART (2008)

Hoch 2020: Mittelwert aus „Auslastung gem. ART 2008“ und „Vollauslastung“

(Bem.: Vollauslastung = Nutzungsdauer nach Arbeitseinheiten/Nutzungsdauer in Jahren)

Tief 2020: Vollauslastung

11 AGRIDEA (2008): Deckungsbeiträge, ART (2008): Maschinenkosten, BLW: Preisszenarien gemäss Bundesamt für

Landwirtschaft, SBV (div. Jg.): Statistische Erhebungen und Schätzungen

12 Anmerkung: für die Modellrechnungen mit S_INTAGRAL wird bei der Bodenrente ein geringfügig tieferer Betrag von 650.-/ha

(anstatt 700.-/ha) bzw. von 455.-/ha (anstatt 489.-/ha) verwendet.

19


Tabelle 6: Auswirkungen der Preisannahmen auf den Arbeitsverdienst 13

Winterweizen 1. Klasse

Grosshandel

Winterweizen ÖLN

2009

Winterweizen ÖLN

Hoch

Winterweizen ÖLN

Tief

1 ha Einheit Menge Preis Betrag Menge Preis Betrag Menge Preis Betrag

Preise 2008 Menge Fr. Fr. Fr. Fr. Fr. Fr.

Brotgetreide Grosshandel dt 64.0 48.00 3'072 64.0 56.0 3'584 64.0 26.0 1'664

Einzelhandel dt (Preis '09)

Stroh (ab Schwad) 38.4 5.00 192 38.4 5.00 192 38.4 3.50 134

Auswuchsrisiko dt -138 -138 -138

Brotgetreideabfall dt 1.0 24.00 24 1.0 28.00 28 1.0 13.00 13

Extensobeitrag

Leistung (Ertrag) dt 65.0 3'150 65.0 3'666 65.0 1'674

Saatgut gebeizt dt 1.8 138.00 248 1.8 130.61 235 1.8 130.61 235

ungebeizt (bio) dt

N kg 140 1.51 211 140 1.82 255 140 1.82 255

P2O5 kg 60 1.56 93 60 1.88 112 60 1.88 112

K2O kg 8 0.83 6 8 1.00 8 8 1.00 8

Mg kg 10 2.29 22 10 2.76 27 10 2.76 27

Ca

org. Ergänzungsdünger

Düngung total 332 402 402

Herbizid Durchg. 1 85 85 1 81 81 1 71 71

Fungizid Durchg. 2 76 152 2 72 144 2 64 128

Wachstumsregulator Durchg. 1 45 45 1 43 43 1 38 38

Pflanzenschutz total 282 267 237

Hagelversicherung 2.20% 3'072 68 2.20% 3'584 79 2.20% 1'664 37

Annahme, Reinigung vor Trockn dt 66.2 3.30 218 66.2 3.30 218 66.2 3.30 218

Trocknung dt 66.2 1.15 76 66.2 1.15 76 66.2 1.15 76

Verschiedene Beiträge dt 65 0.77 50 65 0.77 50 65 0.77 50

Versicherung, Annahme etc. total 412 423 381

Endreinigung und Mahllohn dt

Lagerung

dt

Verpackung (Papiertüten)

Vermarktung total

Total Direktkosten 1'274 1'327 1'255

Vergleichbarer DB 1'876 2'339 419

Maschinenmiete (gem. Def. Anbauverfahren)

Lohnarbeit (gem. Def. Anbauverfahren) 450 420 390

Lohnarbeit/Maschinenmiete total 450 420 390

DB Betriebsplanung 1'426 1'919 29

Variable Maschinenkosten (gem. def. Anbauverfahren) 376 458 434

Zinsanspruch 6 Monate 4.00% 2'100 42 4.00% 2'206 44 4.00% 2'080 42

Fixe Mako 587 640 499

Zwischenergebnis 422 777 -947

Flächenbeiträge

Allg. Flächenbeitrag 1'640 1'640 1'640

Bodenrente -700 -700 -489

Arbeitsverdienst 1'362 1'717 205

Zugkraftstunden h 13 11 10

Arbeitskraftstunden total h 39 34 30

davon Restarbeit h 25 22 19

davon Vermarktung

h

Stundenlohn WW ÖLN 2009 35 Fr./h 50 Fr./h 7 Fr./h

Stundenlohn WW ÖLN , exkl. Bodenrente

53 Fr./h 70 Fr./h 23 Fr./h

Stundenlohn WW ÖLN, exkl. Bodenr. + fix. Mako 68 Fr./h 89 Fr./h 40 Fr./h

13 AGRIDEA (2008): Deckungsbeiträge (elektronische Version)

20


4.1.1 Einfluss des Ertragsniveaus auf den Arbeitsverdienst im Getreidebau

Um zusätzlich den Einfluss des Ertragsniveaus auf den Stundenlohn zu analysieren, wird mit Hilfe des

Excel-Add-Ins „@Risk“ 14 eine stochastische Ertragsfunktion für Winterweizen geschätzt, welche

normalverteilt ist mit dem schweizerischen Durchschnittsertrag (µ = 64 kg/a) und einer

Standardabweichung von 10% (σ = 0.1µ). Das Vorgehen zur Berechnung des Stundenlohnes unter

Berücksichtigung der stochastischen Ertragsfunktion ist nachfolgend in Abbildung 8 dargestellt. Die

simulierte Ertragsfunktion für Brotgetreide stellt den Ausgangspunkt der Stundenlohnberechnung dar

(s. Abbildung 8, Grafik A). Sie zeigt auf, dass unter den getroffenen Annahmen der Ertrag der

Intensoproduktion bei 90% der Fälle in einer Bandbreite zwischen 53 kg/a und 74 kg/a liegt. Der linke

Bereich der Kurve weist gegenüber dem Durchschnittsertrag unterdurchschnittliche Erträge auf, der

rechte Teil überdurchschnittliche. Folglich entspricht der nach links auslaufende Teil der

Ertragsfunktion den schlechteren Standorten für die Brotgetreideproduktion und der nach rechts

auslaufende Teil den besseren Lagen.

Abbildung 8: Vorgehen zur Berechnung des Stundenlohnes im Jahr 2009 unter

Berücksichtigung einer stochastischen Ertragsfunktion

0.07

0.06

0.05

0.04

0.03

0.02

0.01

0.00

40

A) Körnerertrag Winterweizen (intensiv) B) DB-Katalog (erweitert zu Vollkosten)

Körnerertrag WW int

53.00 74.25

4.4% 90.0% 5.6%

schlechte *

Lage

45

50

55

60

Mean = 64

65

70

[kg/a]

* : unterdurchschnittliche Erträge bei einem Faktoreinsatz gem. AGRIDEA (2008)

** : überdurchschnittliche Erträge bei einem Faktoreinsatz gem. AGRIDEA (2008)

75

gute **

Lage

80

85

90

dt / quantité

Minimum 41

Maximum 88

Mean 64

Std Dev 7

V alues 10000

Normal(64;6.4)

Minimum - 8

Maximum +8

Mean 64

Std Dev 6

Annahme: Ertrag ist normalverteilt mit μ = 64 kg/a und σ = 0.1μ

Winterweizen 1. Klasse

Grosshandel

Winterweizen ÖLN

2009

1 ha Einheit Menge Preis Betrag

Preise 2008 Menge Fr. Fr.

Brotgetreide Grosshandel dt 64.0 48.00 3'072

Einzelhandel dt (Preis '09)

Stroh (ab Schwad) 38.4 5.00 192

Auswuchsrisiko dt -138

Brotgetreideabfall dt 1.0 24.00 24

Extensobeitrag

Leistung (Ertrag) dt 65.0 3'150

.

.

Stundenlohn WW ÖLN 2009

35 Fr./h

Datengrundlage: DB-Kat 2008, Maschinenkostenkatalog,

eig. Annahmen

C) Stundenlohn Winterweizen (intensiv)

0

10

20

30

40

50

60

70

Mean = 35

Die Ertragsfunktion wird anschliessend in den zur Vollkostenrechnung erweiterten elektronischen

Deckungsbeitragkatalog übernommen (B). Weil bei konstantem Faktoreinsatz gemäss

Deckungsbeitragkatalog die Ertragsfunktion normalverteilt ist, resultiert auch ein normalverteilter

Stundenlohn (C). Bei einem angenommenen 1.Klasse-Weizenpreis von 48 CHF/dt beträgt dieser im

Durchschnitt 35 CHF/h für das Jahr 2009. Aus der grafischen Darstellung (C) kann neben dem

durchschnittlichen Stundenlohn zudem herausgelesen werden, dass der Stundenlohn innerhalb des

14 Palisade (1996): @Risk – Advanced Risk Analysis For Spreadsheets

21


90%-Intervalls zwischen 24 und 46 CHF/h variiert (Differenz = 22 CHF/h). Dies bedeutet, dass die

Standorteigenschaft (gute vs schlechte Lage) einen wesentlichen Einfluss auf den Stundenlohn in der

Brotgetreideproduktion ausübt.

Die Ergebnisse der Stundenlohnberechnung werden nachfolgend sowohl für den intenso- als auch für

den extenso-Brotgetreideanbau grafisch dargestellt. Dies geschieht sowohl für das Referenzjahr 2009

(Weizenpreis = 48 CHF/dt) als auch für die beiden Preisszenarien Hoch (56 CHF/dt) und Tief (26

CHF/dt). Damit werden die zu erwartenden Veränderungen des Stundenlohnes in den beiden

Preisszenarien Hoch und Tief gegenüber der heutigen Situation sichtbar gemacht.

Abbildung 9: Stundenlohn bei Winterweizen (intenso und extenso, 1. Klasse)

2009 intenso

extenso

Hoch 2020

Tief 2020

22


Aus Abbildung 9 geht hervor, dass der durchschnittliche Stundenlohn des Brotgetreideanbaus in der

Intenso- und Extensoproduktion im Jahr 2009 in einem ähnlichen Bereich liegt (≈ 35 bis 39 CHF/h).

Dies lässt den Schluss zu, dass unter den gegenwärtigen preislichen Rahmenbedingungen weder die

intenso- noch die extenso-Brotgetreideproduktion uneingeschränkt als die bessere Wahl bezeichnet

werden kann 15 . Für die Wahl „intenso vs extenso“ dürften momentan vielmehr die Präferenzen der

Bewirtschafter und die lokalen Gegebenheiten entscheidend sein (z.B. Bodeneigenschaften,

Niederschlag, Krankheitsdruck).

Im Szenario Hoch liegt der durchschnittliche Stundenlohn für das Jahr 2020 bei rund 50 CHF/h, was

ein Anstieg gegenüber der Situation im Jahr 2009 von rund 15 CHF/h bedeutet. Dieser Anstieg ist

damit begründet, dass die Preisannahme für Winterweizen im Szenario Hoch mit 56 CHF/dt deutlich

höher liegt, als im Jahr 2009 (48 CHF/dt), was beispielsweise bei ansteigenden Weltmarktpreisen der

Fall wäre. Demgegenüber liegt der durchschnittliche Stundenlohn beim intenso-Brotgetreideanbau im

Szenario Tief bei nur noch 7 CHF/h. Dank dem preisunabhängigen Extensobeitrag kann sich der

Stundenlohn beim Extensoanbau im Szenario Tief trotz einem Weizenpreis von 26 CHF/dt deutlich im

positiven Bereich halten (22 CHF/ha). Dies zeigt, dass bei sinkendem Preisniveau (Szenario Tief) die

Wettbewerbsfähigkeit der Extensoproduktion weniger stark leidet als diejenige der Intensoproduktion.

4.1.2 Einfluss unterschiedlicher Kostenkalkulationen auf den Arbeitsverdienst im

Getreidebau

Die bisherigen Ergebnisse bezüglich des Stundenlohnes im Brotgetreideanbau basieren auf einer

Vollkostenrechnung (Fall 1). Nachfolgend wird am Beispiel der intenso-Weizenproduktion der Frage

nachgegangen, inwiefern der Stundenlohn variiert, falls auf die Entschädigung vom eingesetzten

Boden (Fall 2) oder auf die Verrechnung der Strukturkosten des eingesetzten Maschinenparks

verzichtet würde (Fall 3). Der letzte Fall würde einer Getreideproduktion mit amortisiertem

Maschinenpark entsprechen, welcher nicht mehr erneuert wird ( Abschöpfungsbetrieb).

Abbildung 10 liefert die Ergebnisse dieser Analyse. Die sogenannte Referenzvariante entspricht der

bereits in Abbildung 9 dargestellten Stundenlohnverteilung für den intenso-Anbau unter Vollkosten

(Fall 1). Die mittlere Verteilung entspricht dem Stundenlohn, falls auf eine Abgeltung des eingesetzten

Bodens verzichtet würde (Fall 2: Bodenrente bleibt unberücksichtigt). Dieser Fall wäre denkbar, wenn

für einen Bewirtschafter das Verpachten von Eigenland nicht in Frage kommt bzw. wenn er die

Opportunitätskosten für den Einsatz des Eigenlandes nicht kalkuliert. Eine dritte Variante entspricht

einem Abschöpfungsbetrieb, der weder für den eingesetzten Boden eine Abgeltung verrechnet, noch

die fixen Maschinenkosten in die Kalkulation miteinbezieht (amortisierter Maschinenpark). Das

bedeutet, dass sich der Betriebsleiter dazu entschlossen hat, die Getreideproduktion einzustellen,

sobald der dafür notwendige Maschinenpark durch Ersatzinvestitionen erneuert werden müsste

(Fall 3).

15 Die Berechnungen werden gemäss Deckungsbeitragkatalog durchgeführt. Auf die Berücksichtigung einer allfälligen IP-

Suisse Prämie in der extenso-Produktion wird deshalb verzichtet. Im Gegenzug bleibt aber auch unberücksichtigt, dass das

extenso-Brotgetreide im Durchschnitt die Qualitätsanforderungen jedes 8. Jahr nicht erfüllt und folglich nur als Futtergetreide

vermarktet werden kann.

23


Abbildung 10: Stundenlohn bei Winterweizen unter unterschiedlichen Voraussetzungen

(nur intenso)

12.-/h

30.-/h

Fall 1: intenso „Referenz“:

…die Kosten aller Produktionsmittel

sind gedeckt

Fall 2: intenso „ohne Bodenrente“:

…Boden ist nicht entschädigt

Fall 3: intenso „Abschöpfung“:

…Boden u. fixe MaKo sind

nicht entschädigt

Hoch 2020

1.0 13.2

0.12

90.0% 5.0%

0.10

0.08

Tief 2020

0.06

0.04

0.02

0.00

Stundenlohn [CHF/ha]

Die Ergebnisse für das Jahr 2009 zeigen, dass der durchschnittliche Stundenlohn mit 53 CHF/h

deutlich höher liegt, wenn auf die Abgeltung des Bodens verzichtet wird. Wenn zudem die fixen

Maschinenkosten nicht berücksichtigt werden, resultiert sogar ein durchschnittlicher Stundenlohn von

68 CHF/h. Ein analoges Muster ist auch im Szenario Hoch 2020 und Tief 2020 festzustellen, jedoch

auf einem anderen Niveau.

24


4.1.3 Einfluss der Opportunitätskosten auf den Entscheid „Verbleib oder Ausstieg“ aus dem

Getreidebau

Neben dem Stundenlohn sind auch die Opportunitätskosten für die eingesetzte Arbeit von entscheidender

Bedeutung, wenn es darum geht, abzuschätzen ob es bei einer Preissenkung für Getreide zu

einer Aufgabe der Produktion kommen könnte. Dabei handelt es sich – vereinfacht ausgedrückt – um

den minimalen Stundenlohn, den der Getreideproduzent für sich als Ausstiegs-schwelle definiert (vgl.

dazu die Ausführungen in Abschnitt 2.2.1). Dieser Wert lässt sich jedoch nicht allgemein festlegen,

sondern hängt in starkem Ausmass von i) der Wertschöpfung alternativer Kulturen (z.B. Körnermais),

ii) den alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten und iii) den Präferenzen des Betriebsleiters ab. In der

Abbildung 10 sind zwei Fälle mit einer minimalen Arbeitsentschädigung von 12 bzw. 30 CHF/h

aufgeführt (durchgehende Linie bei 12 bzw. 30 CHF Stundenlohn). Damit wird aufgezeigt, wie sich

diese – individuell unterschiedliche – Grösse auf den Produktionsentscheid auswirken kann.

Mit Hilfe dieser Grösse kann in obigem Beispiel grafisch sichtbar gemacht werden, dass bei einer im

Minimum zu erreichenden Arbeitsentschädigung von 12 CHF/h der Getreidebau weniger stark

gefährdet wäre, als wenn durchwegs ein minimaler Stundenlohn von 30 CHF/h vorausgesetzt würde.

So würde im Jahr 2009 bei der Referenzvariante mit Vollkosten (Fall 1) die gesamte

Getreideproduktion aufrechterhalten werden (alles was rechts von der 12 CHF/h-Linie liegt).

Demgegenüber würde ein gewisser Teil der Getreideproduktion aufgegeben, wenn der Anbau im

Minimum 30 CHF/h abwerfen müsste (alles was links von der 30 CHF/h-Linie liegt). In diesem Fall

würde die Weizenproduktion in den schlechteren Lagen mit weniger als 30 CHF Stundenlohn nicht

mehr aufrechterhalten werden. Wenn jedoch auf die Abgeltung des Bodens verzichtet wird (Fall 2)

oder die Maschinensubstanz des Betriebes nicht aufrechterhalten werden soll (Fall 3), dann wäre

auch in den weniger guten Gebieten noch eine Weizenproduktion mit mehr als 30 CHF Stundenlohn

möglich. In diesem Zusammenhang muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass der

Abschöpfungsbetrieb mit seinen bereits amortisierten Maschinen lediglich solange in der Produktion

verbleiben würde, wie der Maschinenpark noch produktionstauglich ist, da bei dieser Strategie darauf

verzichtet wird, Ersatzinvestitionen zu tätigen.

Aufgrund obiger Ausführungen kann folgendes Fazit gezogen werden:

Fazit 1: Der Stundenlohn im Getreidebau ist…

• stark von der Ertragssvariabilität bzw. der Ertragslage abhängig (ca. 20 CHF/h)

• von der Abgeltung des Bodens abhängig (Bodenrente ja/nein) (ca. 20 CHF/h)

• vom Betriebstyp abhängig (Substanz erhaltend, Abschöpfung) (bis 20 CHF/h)

Fazit 2: Ein Ausstieg aus dem Getreidebau ist…

• neben dem resultierenden Stundenlohn auch von den unterstellten

Opportunitätskosten für die eingesetzte Arbeit abhängig.

Da die oben aufgeführten entscheidungsrelevanten Grössen von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich

ausfallen können, ist es schwierig, bei sinkenden Getreidepreisen einen allgemein gültigen

25


Mindestpreis zu bestimmen, bei dem es zu einer Aufgabe der schweizerischen Getreideproduktion

kommen würde. Es ist davon auszugehen, dass ein solcher Mindestpreis je nach betrieblichen

Verhältnissen bzw. Kostenstrukturen von Betrieb zu Betrieb variiert. Aus diesem Grund dürften

sinkende Getreidepreise in der Realität zu unterschiedlichem Verhalten bezüglich „Verbleib in“ oder

„Ausstieg aus“ der Getreideproduktion führen. Im Weiteren könnten sinkende Getreidepreise auch

dazu führen, dass Getreideproduzenten vermehrt die Abschöpfungsstrategie wählen, bei der die

Maschinensubstanz nicht mehr erneuert würde. Damit wäre der Entscheid zur Aufgabe der

Getreideproduktion gefällt, obwohl sich die Konsequenzen dieses Entscheids erst nach ein paar

Jahren auswirken, wenn die Produktion aufgrund der wegfallenden Maschinenkapazitäten tatsächlich

aufgegeben wird ( Substanzverzehrender Abschöpfungsbetrieb).

Nach diesen Ausführungen wird darauf hingewiesen, dass die Modellrechnungen mit S_INTAGRAL

zu Vollkosten durchgeführt werden (d.h. inkl. fixer Maschinenkosten, inkl. Bodenrente und mit

unterstellten Opportunitätskosten von 12 CHF/h im Talgebiet). Folglich sind in den Modellrechnungen

klare Ausstiegskriterien vorgegeben. In der Realität ist dies jedoch aufgrund der unterschiedlichen

Ausprägungen der entscheidungsrelevanten Parameter nicht so eindeutig der Fall. Das bedeutet,

dass ein Getreideproduzent gegenüber dem Modellergebnis früher bzw. bereits bei einem höheren

Getreidepreis aus der Produktion aussteigen würde, falls er einen minimalen Stundenlohn von 30

CHF/h als Ausstiegsschwelle definiert. Umgekehrt würde ein Getreideproduzent gegenüber dem

Modellergebnis später bzw. bei tieferem Getreidepreis aus der Produktion aussteigen, wenn er nur 5

CHF/h erreichen will oder wenn er auf die Abgeltung des eigenen Bodens verzichtet.

Im Weiteren ist der Einfluss der natürlichen Ertragsvariabilität im Modell nur grob abbildbar, da in

S_INTAGRAL keine stochastischen Parameter definiert werden können. Der Einfluss des

Ertragsniveaus wird jedoch insofern berücksichtigt, dass drei verschiedene Produktionsintensitäten

wählbar sind (intensiv, mittelintensiv und extensiv).

Insgesamt sollen die Ausführungen in diesem Abschnitt vor allem auch dafür sensibilisieren, dass die

im Folgenden dargestellten Modellergebnisse streng genommen nur für die getroffenen Annahmen

gültig sind. Da die entscheidungsrelevanten Grössen in der Realität von den im Modell getroffenen

Annahmen abweichen können, kann die reale künftige Entwicklung durchaus von den

Modellergebnissen abweichen. Auch deshalb wird nochmals betont, dass den absoluten

Veränderungen im landwirtschaftlichen Portfolio nicht allzuviel Gewicht beigemessen werden sollte

und das Hauptaugenmerk mehr auf die Richtung der zu erwartenden Veränderung und die dafür

verantwortlichen ökonomischen Triebkräfte gelegt wird.

4.2 Entwicklung der Getreideproduktion (FF2)

In den folgenden Abschnitten werden die Ergebnisse der Modellrechnungen dargestellt, wie sie unter

den getroffenen Annahmen mit S_INTAGRAL errechnet wurden. Ausgehend von der eher groben

Entwicklung der landwirtschaftlichen Flächennutzung (Wiesland vs Ackerland) erfolgt die Analyse

innerhalb des ackerbaulichen Portfolios, wobei die Entwicklung der Getreideflächen unter den beiden

definierten Preisszenarien Hoch und Tief im Zentrum steht (FF2). Daran anschliessend werden die

26


wichtigsten Ergebnisse bezüglich der zu erwartenden Veränderungen beim künftigen

Kraftfutterverbrauch dargestellt (FF3). Abschliessend werden die Modellergebnisse zur Beantwortung

der Frage nach der Höhe eines allfälligen Zusatzerlöses aufgeführt, welcher zur längerfristigen

Aufrechterhaltung der heutigen schweizerischen Getreideproduktion notwendig wäre (FF4).

4.2.1 Entwicklung der Wiesenfläche und der offenen Ackerfläche

Wie in Abbildung 11 dargestellt, geht im Szenario Hoch die offene Ackerfläche infolge der

Schwellenpreissenkungen im Rahmen der AP 2011 geringfügig zurück (v.a. Futtergetreidefläche).

Dementsprechend nimmt die Wiesenfläche leicht zu. Im Szenario Tief kommt es im Modell zu einem

deutlichen Rückgang der offenen Ackerfläche auf unter 200’000 ha. Diese Entwicklung ist v.a. darauf

zurückzuführen, dass im Modell unter den getroffenen Preisannahmen mit Ausnahme von Extenso-

Futtergetreide keine kostendeckende Getreideproduktion mehr möglich ist (vgl. dazu die Ausführungen

weiter unten in diesem Abschnitt). Die frei werdende Ackerfläche im Szenario Tief wird vom Modell zu

Wiesland umgenutzt und für die Milchproduktion verwendet, welche aufgrund ihrer komparativen

Kostenvorteile unter Freihandelsbedingungen deutlich ausgedehnt wird.

Abbildung 11: Flächenentwicklung in den Szenarien Hoch und Tief

1'000'000

900'000

800'000

Wiesenfläche (Natur- und Kunstwiese)

Tief

700'000

Hoch

[ha]

600'000

500'000

4-jährige

Anpassungsperiode

ans

europäische

Preisniveau

400'000

300'000

Offene Ackerfläche

200'000

100'000

0

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

Hoch

Tief

2014

2016

2018

2020

2022

Angesichts der momentan angespannten Lage auf dem europäischen und dem schweizerischen

Milchmarkt mag der erwähnte Anstieg der Milchproduktion im Szenario Tief erstaunen (liberalisierte

Märkte mit europäischem Preisniveau). In diesem Zusammenhang muss aber darauf hingewiesen

werden, dass den Modellrechnungen im Szenario Tief ein höherer Milchpreis zu Grunde liegt, als der

gegenwärtige Marktpreis im EU-Raum. Der gegenwärtig sehr tiefe Milchpreis wäre als Basis für

Modellrechnungen aber genauso ungeeignet, wie der ausserordentlich hohe Preis anfangs 2008. Für

die Zwecke der vorliegenden Modellrechnungen ist vielmehr ein Preisniveau einzusetzen, das der

Zyklus-bereinigten Preiserwartung unter Freihandelsbedingungen entspricht. Diese im Modell

verwendete Preisannahme ist zwar tiefer als der heutige schweizerische Milchpreis. Da die

komparativen Kostenvorteile in der Schweizer Landwirtschaft aber insbesondere in der

Milchproduktion liegen, erstaunt die im Modell stattfindende Spezialisierung auf die Milchproduktion

unter Freihandelsbedingungen nicht. In diesem Zusammenhang muss aber darauf hingewiesen

27


werden, dass ein substantieller Anstieg der Milchproduktion unter „Szenario Tief-Bedingungen“ in der

Realität nur realistisch wäre, wenn a) die in der Produktion verbleibenden Produktionsstrukturen

entsprechende Produktivitätsfortschritte bzw. Grösseneffekte erzielen können, b) das Absatzvolumen

in den EU-Raum dank tieferem Rohstoffpreis gesteigert werden kann und c) gleichzeitig keine

Absatzverluste im Inland stattfinden.

4.2.2 Entwicklung der Ackerkulturen

Die konkreten Veränderungen innerhalb des ackerbaulichen Portfolios werden nachfolgend im Detail

beschrieben. Abbildung 12 zeigt, dass die Brotgetreidefläche dank der positiven Preisannahme im

Szenario Hoch (> 50 CHF/dt) stabil bleibt. Die Futtergetreidefläche geht jedoch zurück. Insbesondere

die Preissenkung beim Futtergetreide um 4 CHF/dt im Jahr 2009 (Schwellenpreissenkung) führt zu

einer deutlichen Reduktion der Futtergetreidefläche im Modell. Am Ende der Rechenperiode resultiert

gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2000/2008 ein Rückgang der Futtergetreidefläche um rund

20% (Preisannahme Gerste im Jahr 2009 und im Szenario Hoch: 35.-/dt). Diese Modellergebnisse

bezüglich der Entwicklung der Futtergetreidefläche sind ein Indiz dafür, dass sich a) die Schweizer

Futtergetreideproduktion beim gegenwärtigen Preis für Futtergetreide zumindest an suboptimalen

Standorten oder in Gebieten mit starker Ausdehnung der Milchproduktion (Flächenkonkurrenz) an der

Kostenschwelle befindet und b) die Futtergetreidefläche tendenziell noch weiter zurückgehen dürfte,

falls weitere Preissenkungen bzw. Kostensteigerungen stattfinden (s. auch Szenario Tief).

Abbildung 12: Entwicklung der Ackerkulturen

Hoch

Tief

300'000

300'000

250'000

Brotgetreide

250'000

Brotgetreide

[ha]

200'000

150'000

100'000

Futtergetreide

Körnermais

Silomais

[ha]

200'000

150'000

100'000

Futtergetreide

Körnermais

Silomais

50'000

0

Hackfrüchte

50'000

0

Hackfrüchte

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2020

2022

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2020

2022

Im Szenario Tief fällt die Brotgetreideproduktion bei europäischem Preisniveau praktisch ganz weg.

Dies überrascht nicht, da bereits die statische Betrachtung im vorangegangen Abschnitt Hinweise

dafür gab, dass der Stundenlohn in der Brotgetreideproduktion beim angenommen Weizenpreis zu tief

sein könnte, als dass im Szenario Tief noch eine substantielle Brotgetreideproduktion stattfinden

würde. Auch die Futtergetreidefläche sinkt im Szenario Tief 16 kontinuierlich und beträgt am Ende der

Betrachtungszeitraums noch knapp 50'000 ha (Preisannahme Gerste im Szenario Tief: 22.-/dt). In

16 Der Preis für Körnermaisexporte wird im Szenario Tief gegenüber den BLW-Annahmen nicht auf dem Preisniveau für die

Inlandproduktion belassen, sondern um 5 CHF/dt tiefer angesetzt (d.h. auf dem Niveau des Gerstenpreises). Diese Änderung

ist sinnvoll, um die Konkurrenzfähigkeit von Körnermais gegenüber Futtergetreide nicht zu überschätzen und um zu

verhindern, dass im Modell eine übermässige bzw. unrealistische Körnermaisproduktion für den Export in die EU stattfindet.

28


diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass der Rückgang der Futtergetreidefläche nur bei der

Intensoproduktion stattfindet. Die in der Produktion verbleibende Futtergetreidefläche stammt

ausschliesslich aus der Extensoproduktion 17 , welche vom Extensobeitrag im Umfang von 400 CHF/ha

profitiert. Dies zeigt, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der Extensoproduktion bei sinkendem

Getreidepreis weniger stark reduziert als jene der Intensoproduktion, welche im Modell im Jahr 2015

vollständig aufgegeben wird.

An dieser Stelle scheint es sinnvoll in Erinnerung zu rufen, dass die abgebildeten Ergebnisse lediglich

für die getroffenen Annahmen gültig sind (Pro memoria: inkl. fixer Maschinenkosten, Bodenrente und

Opportunitätskosten für die Arbeit von 12 CHF/h 18 im Talgebiet). Liegen die Kosten eines realen

Betriebes höher als die getroffenen Modellannahmen (z.B. Opportunitätskosten der Arbeit von 30

CHF/h), dann käme es bereits bei einem höheren Getreidepreis zur Produktionsaufgabe. Wenn die

Kosten tiefer liegen als für die Modellrechnungen angenommen (z.B. tiefere Bodenrente), dann würde

die Produktion gegenüber den Modellresultaten länger bzw. auch noch bei tieferen Getreidepreisen

aufrechterhalten werden. Mit anderen Worten: Gegenüber den Modellergebnissen käme es im

letzteren Fall zu einer weniger raschen Produktionsaufgabe. Zudem kann bei sinkenden Preisen

erwartet werden, dass die Anzahl Getreideproduzenten zunimmt, die sich für die

Abschöpfungsstrategie entscheiden. Somit käme es nicht zu einer schlagartigen Aufgabe der

Produktion im Jahr t, sondern vielmehr zu einem schleichenden Auslaufen. Folglich kann davon

ausgegangen werden, dass bei einer unerwünschten Entwicklung mehr Zeit für ein allfälliges

Gegensteuern vorhanden wäre, als es in obiger Grafik den Anschein macht, wo ein Grossteil der

Getreideproduktion unter Berücksichtigung der Vollkosten bereits in wenigen Jahren aufgegeben wird.

Mittels einer Sensitivitätsanalyse für das Szenario Tief (vgl. Abbildung 13) wird nachfolgend

untersucht, ob optimistischere Annahmen bei den Kostenparametern den starken Rückgang der

Getreideproduktion abschchen könnten. Dazu werden drei Sensitivitätsszenarien durchgeführt (S1

bis S3), welche in Abbildung 13 schematisch dargestellt sind.

Beim ersten Sensitivitätsszenario (S1) wird der Teuerungsindex der Maschinen- und

Direktkostenpositionen gegenüber den Referenzwerten von Szenario Tief halbiert und beim zweiten

Szenario (S2) auf Null gesetzt (d.h. keine Teuerung gegenüber der Vergangenheit). Beim dritten

Szenario (S3) wird von sinkenden Kosten ausgegangen. Dabei werden die fixen Maschinenkosten auf

dem Niveau der Vergangenheit belassen und gleichzeitig wird eine Vollauslastung 19 der Maschinen

unterstellt (sowohl beim Maschineneinsatz im Ackerbau als auch im Futterbau). Die variablen

Maschinenkosten werden um 25% reduziert und auch die Direktkosten werden um 25% tiefer

angenommen. Insgesamt entspricht dies einer Kostenreduktion im Getreidebau gegenüber heute von

17 Da extensiv produzierte Gerste bezüglich Qualität im Durchschnitt weniger gut abschneidet als intensiv produzierte Gerste

(tieferes Hektolitergewicht), wird im Modell die maximal zulässige Produktionsmenge von Extenso-Futtergetreide auf 40%

der gesamten Futtergetreidemenge beschränkt, welche zur Deckung des inländischen Kraftfutterbedarfs benötigt wird.

18 Die Opportunitätskosten für die familieneigenen Arbeitskräfte sind im ökonomischen Modell auf 12 (Talzone) bzw. 10

(Hügelzone) und 8 (Bergzone) Franken pro Stunde angesetzt. Der Unterschied zwischen diesen Werten und den für

Landwirte erzielbaren Arbeitslöhnen in der Wirtschaft enstpricht der subjektiven Einschätzung der Kosten des Arbeitzplatzund

Berufswechsels. Dazu gehören u.a. Präferenzen der Akteure, Kosten der Mobilität, Kosten der Umstellung auf eine

neue Situation (inkl. subjektivem Risikoempfinden der Akteure), asymmetrische Information oder zeitliche Bindung der

Faktoren durch strategische Entscheide (Investitionen).

19 Vollauslastung = Nutzungsdauer nach Arbeitseinheiten/Nutzungsdauer in Jahren, i.A. an ART (2008). Maschinenkosten

29


gut 500 CHF/ha im Szenario S3, ein Betrag, der im Szenario Tief ungefähr der unterstellten

Bodenrente für Ackerland entspricht.

Abbildung 13: Sensitivitätsanalyse Szenario Tief (schematisch)

Kosten Preise

Tief (Referenz gem. BLW) )

100%

Gebäude Maschinenkosten/

und Direktkosten Maschinenkosten

S1 (Teuerung BLW * 0.5)

S2 (ohne Teuerung)

S3 (Kosten sinkend)

- fixe MaKo 2000, Auslastung 100% ART,

- var. MaKo 2000 *0.75

- Direktkosten 2000 * 0.75

- Gebäudekosten gem. BLW (Tierhaltung)

2000 2008

2020

Weil die optimistischste Kostenannahme gemäss Szenario drei (S3) erwartungsgemäss den stärksten

Einfluss ausübt, wird an dieser Stelle lediglich das Ergebnis des Sensitivitätsszenarios S3 aufgeführt

(vgl. Abbildung 14). Daraus wird ersichtlich, dass die günstigen Annahmen auf der Kostenseite den

Rückgang der Getreidefläche überraschenderweise kaum bremsen können. Beim Futtergetreide bleibt

nach wie vor lediglich die Extensoproduktion im Modell. Auch die Brotgetreidefläche geht bis zum Jahr

2017 ganz zurück. Demgegenüber kommt es im Szenario S3 vorübergehend zu einer auffallenden

Ausdehnung der Körnermaisproduktion, welche sogar über den Inlandbedarf hinaus geht und

entsprechend exportiert würde. Dieser Effekt dürfte v.a. darin begründet sein, dass in den

Sensitivitätsszenarien i) alle Maschinenkosten reduziert werden (nicht nur im Getreidebau) und ii)

dass der Körnermaisertrag (>100 dt/ha) gegenüber demjenigen von Futter- und Brotgetreide (50 bis

70 dt/ha) deutlich höher ausfällt.

Abbildung 14: Entwicklung der Ackerkulturen im Sensitivitätsszenario Tief_S3

300'000

250'000

Brotgetreide

200'000

[ha]

150'000

100'000

Futtergetreide

Körnermais

Silomais

50'000

0

Hackfrüchte

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

1

2014

2016

2018

2020

2022

Allerdings geht auch die angesprochene Körnermaisproduktion gegen Ende der Berechnungsperiode

wieder fast auf ihr ursprüngliches Niveau zurück. Der Grund dafür ist der steigende Flächenbedarf für

die Milchproduktion (Wiesland), welche infolge der deutlich reduzierten Maschinenkosten gemäss

Szenario S3 ebenfalls an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt und in der Folge noch stärker ausgedehnt

30


wird, als im Referenz-Szenario Tief. Folglich haben die Kostensenkungsannahmen gemäss Szenario

S3 die Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion noch stärker gefördert als beim Ackerbau bzw. bei

den Getreidekulturen. In der Folge bleibt der Druck auf die offene Ackerfläche bzw. den Getreidebau

im Modell aufrecht erhalten.

4.2.3 Entwicklung der Getreideerlöse (inkl. Körnermais)

Abbildung 15 zeigt die Auswirkungen der sinkenden Getreidepreise auf die Umsatzentwicklung im

Getreidesektor (inkl. Körnermais). Die Preisschwankungen bis ins Jahr 2008 haben in den

Modellergebnissen noch keine drastische Reduktion der Getreidefläche bzw. -mengen zur Folge.

Deshalb erklären sich die dargestellten Umsatzschwankungen bis 2008 mehr oder weniger alleine

durch Veränderungen auf der Preisseite (sinkender Trend). Die deutliche Umsatzeinbusse im Jahr

2009 ist einerseits durch ein weiteres Absinken der Getreidepreise begründbar

(Schwellenpreissenkung um 4 CHF/dt). Weil dieser Reduktionsschritt aber v.a. beim Futtergetreide

auch eine starke Reduktion der Fläche und damit der Produktionsmenge bewirkt, kommt es auch im

Szenario Hoch zu einem deutlichen Rückgang der modellierten Getreideerlöse (sowohl Preis als auch

Menge gehen zurück). Im Szenario Tief kommt es ab dem Jahr 2013 zu einem starken Rückgang der

Getreideproduktion, was sich neben der Preisreduktion zusätzlich auf den Getreideumsatz auswirkt. In

diesem Fall tragen am Ende des Betrachtungszeitraums lediglich noch die verbleibende

(extenso-)Futtergetreideproduktion und die – gegenüber Szenario Hoch – leicht gesteigerte

Körnermaisproduktion zum Getreideumsatz bei. Letztere kompensiert den Produktionsrückgang beim

herkömmlichen Getreide aber nur geringfügig.

Abbildung 15: Entwicklung der Getreideerlöse (inkl. Körnermais)

700

600

500

Hoch

Mio. Fr.

400

300

200

100

0

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

Tief

2014

2016

2018

2020

2022

31


4.3 Entwicklung der Nachfrage nach Kraftfuttermitteln (FF3)

In diesem Abschnitt sind die Ergebnisse bezüglich Entwicklung des inländischen Bedarfs an

Kraftfuttermitteln aufgeführt. Ergänzt wird der Abschnitt mit einer Analyse zur Entwicklung des

Kraftfutteranteils in der Milchviehration und einer Einschätzung bezüglich zukünftiger Bedeutung der

Schweiz als Grasland.

4.3.1 Entwicklung des inländischen Bedarfs an Kraftfuttermitteln

Im Szenario Hoch zeigt sich ein Anstieg der Nachfrage nach Kraftfuttermitteln in der

Rindviehproduktion 20 (s. Abbildung 16, links). Dies obwohl der Milchkuhbestand im Szenario Hoch

leicht rückläufig ist. Ausschlaggebend dafür ist die Tatsache, dass im Modell der Kraftfutteranteil in der

Milchviehration dank sinkenden Getreidepreisen bzw. sinkenden Kraftfutterpreisen zunimmt. Da die

Grundfutterproduktion im gleichen Zeitraum nicht billiger bzw. sogar leicht teurer wird (ansteigende

Maschinenkosten, Treibstoffpreise, etc.) verschieben sich die relativen Preise zu Ungunsten der

Raufutterproduktion, was zu einer Substitution von Raufutter durch Kraftfutter führt. Der starke Anstieg

des Kraftfutterverbrauchs beim Milchvieh in den Jahren 2008 bis 2010 scheint aber eine instabile

Lösung zu sein. Dies ist anhand des rückläufigen Kraftfutterbedarfs gegen Ende der

Berechnungsperiode sichtbar. Dies bedeutet, dass der festgestellte starke Anstieg beim

Kraftfutterverbrauch von Milchvieh äusserst preissensitiv reagiert und dementsprechend relativiert

werden muss. Da die Schweine- und Geflügelproduktion im Szenario Hoch konstant bleiben, resultiert

in der Summe aber trotzdem ein deutlicher Anstieg des totalen Kraftfutterverbrauchs.

Abbildung 16: Entwicklung der Nachfrage nach Kraftfuttermitteln

Hoch

Tief

2'500

2'500

2'000

2'000

1'000t

1'500

1'000

Geflügel

Schweine

1'000t

1'500

1'000

Geflügel

Schweine

500

0

Milchvieh/übr. Rindvieh

500

0

Milchvieh/übr. Rindvieh

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2020

2022

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2020

2022

Im Szenario Tief (s. Abbildung 16, rechts) dürfte der gesamte Kraftfutterverbrauch ebenfalls

zunehmen, obwohl im Modell eine deutliche Reduktion der Schweinemast stattfindet. So bricht die

Schweineproduktion im letzten Jahr der linearen Anpassung ans europäische Preisniveau erstmals

ein und geht auch in den folgenden Jahren leicht aber stetig zurück. Entsprechend rückläufig ist auch

20 In den ersten Jahren der Berechnungsperiode verteilt sich der abgebildete Kraftfuttereinsatz in der Rindviehhaltung zu gut

4/5 auf die Milchproduktion (inkl. Aufzucht) und zu rund 1/5 auf die Grossviehmast. Aufgrund des relativ gesehen geringen

Kraftfutterverbrauchs in der Rindermast werden diese Positionen zusammen mit dem Kraftfutterverbrauch des Milchviehs in

einer Position zusammengefasst und dargestellt ( Milchvieh/übriges Rindvieh).

32


die Nachfrage nach Schweinefutter. Bei der Geflügelmast zeigt das Modell einen substantiellen

Anstieg der Produktion nach der Implementierung der Preisverhältnisse gemäss Szenario Tief,

weshalb auch der Kraftfutterverbrauch in der Geflügelproduktion ansteigt.

Die ansteigende Geflügelproduktion kommt dadurch zu Stande, dass dem Modell i) äusserst

kompetitive Strukturen zur Verfügung stehen (Ställe mit 20’000 Mastplätzen), ii) die Kraftfutterpreise

um mehr als 40% sinken und iii) der Kükenzukauf im Szenario Tief zu EU-Preisen verrechnet wird.

Dieses Modellergebnis lässt sich so interpretieren, dass sich der Selbstversorgungsgrad beim

Geflügelfleisch deutlich steigern liesse, wenn die im Modell zu Grunde gelegten Kosteneinsparungen

tatsächlich realisiert würden. In diesem Fall könnte ein beträchtlicher Teil der heute stattfindenden

Geflügelfleischimporten durch eine kompetitiver werdende, einheimische Geflügelmastproduktion

verdrängt werden. Allerdings muss auch hier darauf hingewiesen werden, dass der im Modell

stattfindende Produktionsanstieg stark preissensitiv reagiert. Dies bedeutet, dass der Anstieg nicht

oder viel weniger stark ausfallen würde, wenn die Produktionskosten nicht in dem Ausmass gesenkt

werden können, wie dies im Modell unterstellt worden ist (z.B. höhere Kosten für den Kükenzukauf).

Aufgrund des deutlichen Einbruchs der Schweineproduktion im Szenario Tief und der grossen

Bedeutung bezüglich dem gesamtschweizerischen Kraftfutterverbrauch werden auch

Sensitivitätsanalysen bezüglich der Entwicklung der Schweineproduktion durchgeführt. Dazu wird eine

Variante mit einem Schweinefleischpreis gerechnet, welcher um 25 Rp/kg SG bzw. um 50 Rp/kg SG

höher liegt als der erwartete Preis im Szenario Tief (z.B. Preispremium). Die Ergebnisse dieser

Analyse sind in Abbildung 17 zusammengefasst.

Abbildung 17: Sensitivitätsanalyse Schweineproduktion im Szenario Tief

Tief (Schweinefleisch: + 0.25 CHF/kg SG)

Tief (Schweinefleisch: + 0.5 CHF/kg SG)

2'500

2'500

2'000

2'000

1'000t

1'500

1'000

Geflügel

Schweine

1'000t

1'500

1'000

Geflügel

Schweine

500

0

Milchvieh/übr. Rindvieh

500

0

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

Milchvieh/übr. Rindvieh

2018

2020

2022

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2020

2022

Aufgrund der Entwicklung bei der Kraftfutternachfrage in der Schweineproduktion kann abgeleitet

werden, dass auch die Entwicklung des Schweinebestandes preissensitiv reagiert. Wie die linke

Grafik zeigt, würde bereits ein Mehrpreis gegenüber dem europäischen Preisniveau von 25 Rp./kg

Schlachtgewicht ausreichen, um den starken Rückgang der Schweineproduktion abzuschchen und

den Kraftfutterbedarf für Schweine auf einem gegenüber heute ca. 25% tieferen Niveau zu halten.

Wäre der Schweinefleischpreis gar um 50 Rp./kg Schlachtgewicht höher, würde die

Schweineproduktion gemäss den Modellergebnissen ihr heutiges Ausmass beibehalten (rechte Grafik

33


in Abbildung 17). In diesem Fall würde es zusammen mit dem ansteigenden Kraftfutterverbrauch beim

Milchvieh und beim Geflügel sogar zu einer sehr deutlichen Erhöhung der Gesamtnachfrage nach

Kraftfuttermitteln kommen.

In diesem Zusammenhang muss allerdings klargestellt werden, dass eine Aufrechterhaltung der

Nachfrage nach Kraftfuttermitteln nicht garantiert, dass die dafür benötigten Rohstoffkomponenten in

der Schweiz produziert würden. Aufgrund der Ergebnisse im vorherigen Abschnitt ist vielmehr davon

auszugehen, dass unter den angenommenen Preisverhältnissen im Szenario Tief die

Futtergetreideproduktion aufgrund fehlender Rentabilität stark einbrechen würde. Somit ist es viel

wahrscheinlicher, dass der Grossteil des Getreidebedarfs für die Kraftfutterproduktion aus dem

Ausland importiert werden würde.

4.3.2 Entwicklung der Nachfrage nach Kraftfuttermitteln beim Rindvieh

Das Modell berechnet im Szenario Tief einen Anstieg der Milchviehpopulation um rund 18%

gegenüber dem Mittel der Periode '00/'08. Gleichzeitig kommt es – wie in Abbildung 16 (rechte Grafik)

gezeigt wurde – fast zu einer Verdoppelung des Kraftfuttereinsatzes in der Rindviehhaltung. Folglich

erklärt der alleinige Anstieg der Milchviehpopulation die Verdoppelung des Kraftfuttereinsatzes in der

Rindviehproduktion nicht, vor allem auch deshalb nicht, weil gleichzeitig der Kraftfutterverbrauch in der

Grossviehmast aufgrund rückläufiger Bestände im Modell zurückgeht (bei gleichzeitigem Anstieg des

Kälbermastbestandes).

Der Grund für die starke Zunahme des Kraftfutternachfrage beim Milchvieh liegt hauptsächlich an den

Kraftfutterpreisen, welche im Szenario Tief noch deutlich stärker sinken als im Szenario Hoch und die

Konkurrenzfähigkeit des Kraftfutters gegenüber dem Szenario Hoch noch weiter verbessert.

Die angesprochenen Effekte werden nachfolgend anhand der Abbildung 18 genauer erläutert. Im

Szenario Hoch nimmt der Milchviehbestand, welcher mit einer 6%-igen Kraftfutterration gefüttert wird,

zuerst stark ab und dann wieder etwas zu. Demgegenüber nimmt der Milchviehbestand mit einer

30%-igen Kraftfutterration stark zu. Beide Effekte zusammen führen gegen Ende der

Berechnungsperiode zur Verdrängung des Rationstyps mit einem 20%-igen Kraftfutteranteil.

Abbildung 18: Entwicklung des Kraftfutteranteils in der Futterration der Milchviehhaltung

Hoch

Tief

100%

100%

80%

30% KF-Anteil

80%

30% KF-Anteil

60%

20% KF-Anteil

60%

20% KF-Anteil

40%

6% KF-Anteil

40%

6% KF-Anteil

20%

20%

0%

0%

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2020

2022

2000

2002

2004

2006

2008

2010

2012

2014

2016

2018

2020

2022

Bemerkung: Die Abbildung gibt an, wie sich der Milchviehbestand auf die drei zur Auswahl stehenden Rationstypen verteilt

(Rationstypen: 6%, 20% und 30% Kraftfutter(KF)-anteil in der Ration).

34


Da im Szenario Tief die Preisreduktion beim Kraftfutter noch viel ausgeprägter ist als im Szenario

Hoch, gewinnt das Kraftfutter gegenüber dem Grundfutter zusätzlich an Wettbewerbsstärke. So

zeigen die Modellergebnisse für das Szenario Tief (rechte Grafik) denn auch eine viel stärkere

Verschiebung des Milchviehbestandes mit dem Rationstyp 6% zum Rationstyp 20% bzw. 30%-

Kraftfutteranteil in der Gesamtration in der Zeitperiode 2013 bis 2016. Aufgrund dieser

Modellergebnisse ist davon auszugehen, dass die Milchviehration im Falle einer Preisentwicklung

gemäss Szenario Tief tendenziell kraftfutterbetonter würde. Auch an dieser Stelle sollte erwähnt

werden, dass die abgebildeten Ergebnisse lediglich für die getroffenen Preisannahmen Gültigkeit

haben. Je höher in Zukunft die Futtergetreidepreise über dem unterstellten Preisniveau liegen werden,

desto weniger ausgeprägt dürfte die Tendenz zu höheren Kraftfutteranteilen ausfallen.

4.3.3 Bedeutung vom Grasland Schweiz

In Anbetracht des in Zukunft wohl eher zu- als abnehmenden Kraftfuttereinsatzes scheint es wichtig

darauf hinzuweisen, dass bei einer derartigen Entwicklung dennoch nicht damit gerechnet werden

muss, dass die Wiesenfläche zurückgeht und das Grasland Schweiz an Bedeutung verliert. Vielmehr

zeigen die Modellresultate bezüglich der Entwicklung der Wiesenfläche – v.a. im Szenario Tief – eine

stark zunehmende Tendenz. Dies ist dadurch zu begründen, dass die Ackerfläche, welche aufgrund

des Rückgangs bei der Getreideproduktion anderweitig genutzt werden kann, in Wiesland umgenutzt

wird. Die Begründung dafür liegt darin, dass sich i) eine Flächenaufgabe nicht lohnt und ii) der

Futterbedarf der ansteigenden Milchviehpopulation (inkl. Aufzucht) gedeckt werden muss

(Spezialisierung auf die Milchproduktion). Es ist folglich nicht davon auszugehen, dass die in der

ackerbaulichen Produktion allenfalls nicht mehr benötigte Fläche ungenutzt bleibt, da es sich dabei

um günstige Lagen handelt und eine Produktionsaufgabe bei den unterstellten

Direktzahlungsansätzen unwahrscheinlich ist. Sollte die Milchviehpopulation im Falle einer

Preisentwicklung gemäss Szenario Tief allerdings nicht oder nur wenig ansteigen (z.B. falls tiefere

Milchpreise gelten als in den Modellrechnungen angenommen) und sollte die frei werdende

Ackerfläche trotzdem zu Wiesland umgenutzt werden, dann wäre eine beträchtliche Extensivierung

auf der Wiesenfläche mit entsprechend tieferen (durchschnittlichen) Trockensubstanzerträgen

wahrscheinlich. Diese Extensivierung würde umso stärker ausfallen, je höher der Kraftfutteranteil in

der Milchviehhaltung zu liegen kommt.

4.4 Aufrechterhaltung der Getreideproduktion (FF4)

In diesem Abschnitt wird dargestellt, mit welchem zusätzlichen Erlös gerechnet werden müsste, um

die Getreidefläche in der Schweiz künftig aufrecht zu erhalten. Unter diesem Zusatzerlös wird jener

Betrag verstanden, welcher zusätzlich zu den bereits bestehenden Flächenbeiträgen und den

unterstellten Marktpreisen zur Aufrechterhaltung der durchschnittlichen Getreidefläche der Jahre

'00/'07 notwendig wäre. Zur Berechnung des notwendigen Betrages wird im Modell ein Zusatzerlös je

Hektare für Brot- und Futtergetreide (exkl. Körnermais) eingeführt, welcher schrittweise von Null bis

1'200 CHF/ha erhöht wird. Aus den Ergebnissen dieser Berechnungen können die entsprechenden

Zusatzerlöse für Brot- und Futtergetreide eruiert werden, welche im Minimum notwendig sind, um die

35


künftigen Getreideflächen auf dem geschilderten Niveau aufrecht zu erhalten. Die erwähnten Zusatz

erlöse könnten entweder durch ein Preispremium am Markt oder durch einen getreidespezifischen

Anbaubeitrag generiert werden.

4.4.1 Aufrechterhaltung der Getreideproduktion im Szenario Hoch

Abbildung 19 zeigt das Ergebnis der Analyse für das Szenario Hoch im Zieljahr 2020. Die 100%-Linie

entspricht der mittleren Anbaufläche für Brot- bzw. Futtergetreide (exkl. Körnermais) der Jahre 2000

bis 2007. Die linke Grafik in Abbildung 19 zeigt die Ergebnisse ohne Zusatzerlös für Futtergetreide

und mit einem von Null bis 1’000 CHF/ha ansteigenden Zusatzerlös für Brotgetreide. Es wird deutlich,

dass ohne Zusatzerlös für Futtergetreide die Aufrechterhaltung der Futtergetreideflächen nicht

gesichert wäre (lediglich 80%). Demgegenüber wäre dies beim Brotgetreide dank der optimistischen

Preisannahme (> 50 CHF/dt) auch ohne Zusatzerlös der Fall (>100%). In der rechten Grafik ist der

Fall mit einem Zusatzerlös für Futtergetreide von 100 CHF/ha dargestellt. Es zeigt sich, dass dieser

Betrag im Modell bereits ausreichen würde, um die Aufrechterhaltung beim Futtergetreide zu sichern.

Abbildung 19: Aufrechterhaltung Getreidefläche Szenario Hoch

Futtergetreide: 0.-/ha

Futtergetreide: 100.-/ha

Getreideproduktion_Tief im Jahr 2020

[100% = Ø-Fläche '00/'07]

180%

160%

140%

120%

100%

80%

60%

40%

20%

0%

0 200 400 600 800 1'000

Brotgetreide21

Futtergetreide (0.-/ha)

Getreideproduktion_Tief im Jahr 2020

[100% = Ø-Fläche '00/'07]

180%

160%

140%

120%

100%

80%

60%

40%

20%

0%

0 200 400 600 800 1'000

Brotgetreide

Futtergetreide (100.-/ha)

Zusatzerlös Brotgetreide

[CHF/ha]

Zusatzerlös Brotgetreide

[CHF/ha]

Fazit: Zur Aufrechterhaltung der Brotgetreideflächen auf dem Niveau des Durchschnitts der Jahre

2000 bis 2007 wäre im Szenario Hoch kein Zusatzerlös notwendig. Beim Futtergetreide wäre bereits

ein Zusatzerlös von 100 CHF/ha ausreichend. Dieser Betrag entspricht ca. 1.5 CHF/dt, wenn man ihn

in einen Mehrpreis pro dt umrechnet. 21

4.4.2 Aufrechterhaltung der Getreideproduktion im Szenario Tief

Abbildung 20 zeigt das Ergebnis der Analyse für das Szenario Tief im Zieljahr 2020. Die linke Grafik

zeigt die Ergebnisse bei einem Zusatzerlös für Futtergetreide von 800 CHF/ha. Wie aus der Abbildung

hervorgeht, geht eine Ausdehnung der Brotgetreidefläche zu Lasten der Anbaufläche beim

Futtergetreide. So zeigt sich, dass bei einem Zusatzerlös für Futtergetreide von 800.-/ha die

Aufrechterhaltung der Futtergetreideflächen nur dann gesichert wäre, wenn gleichzeitig die

Brotgetreideproduktion weniger als 800 CHF/ha Zusatzerlös aufweist. Wenn auch Brotgetreide ein

21

Bemerkung: Die Brotgetreidefläche nimmt im Modell trotz ansteigendem Zusatzerlös für Brotgetreide nicht weiter zu. Der

Grund dafür liegt darin, dass im Modell die für den Schweizer Markt bestimmte Brotgetreideproduktion auf jene Menge

beschränkt wird, die im Inland tatsächlich zur menschlichen Ernährung verwertbar ist. D.h., dass eine Überproduktion von

Brotgetreide mit anschliessender Deklassierung zu Futterzwecken im Modell nicht abgebildet wird.

36


Zusatzerlös von 800.- erhalten würde, dann wird die Brotgetreidefläche auf Kosten der

Futtergetreidefläche weiter ausgedehnt und die Futtergetreideanbaufläche fällt erstmals unter die

100%-Linie. Bei der Zusatzerlöskombination für Futter- und Brotgetreide von je 800.-/ha würden

lediglich 80% der zur Aufrechterhaltung erforderlichen Getreidefläche erreicht.

Aus den Modellergebnissen geht zudem hervor, dass zwischen Brot- und Futtergetreide eine starke

Substitutionsbeziehung vorhanden ist. Dies erstaunt nicht, da sich diese beiden Kulturgruppen

bezüglich Arbeitsverdienst, Arbeitsaufwand, Maschinenbedarf oder fruchtfolgetechnischen

Ansprüchen nur geringfügig unterscheiden. Dies bedeutet, dass allfällige finanzielle Anreize für Brotund

Futtergetreide aufeinander abgestimmt werden müssten, um das Ziel „Aufrechterhaltung der

Getreideproduktion“ sicherzustellen.

Abbildung 20: Aufrechterhaltung Getreidefläche Szenario Tief

Futtergetreide: 800.-/ha

Futtergetreide: 1‘000.-/ha

Getreideproduktion_Tief im Jahr 2020

[100% = Ø-Fläche '00/'07]

180%

160%

140%

120%

100%

80%

60%

40%

20%

0%

400 600 800 1'000 1'200

Brotgetreide

Futtergetreide (800.-/ha)

Getreideproduktion_Tief im Jahr 2020

[100% = Ø-Fläche '00/'07]

180%

160%

140%

120%

100%

80%

60%

40%

20%

0%

400 600 800 1'000 1'200

Brotgetreide

Futtergetreide (1'000.-/ha)

Zusatzerlös Brotgetreide

[CHF/ha]

Zusatzerlös Brotgetreide

[CHF/ha]

In der rechten Grafik von Abbildung 20 ist der Fall mit einem Zusatzerlös für Futtergetreide von 1’000

CHF/ha abgebildet. Es zeigt sich, dass dieser Betrag zur Aufrechterhaltung der Futtergetreidefläche

deutlich ausreichend wäre (>140%), wenn Brotgetreide gleichzeitig nicht mehr als 800 CHF/ha

Zusatzerlös aufweist. Mit einem Zusatzerlös beim Brotgetreide von ebenfalls 1’000 CHF/ha würde die

Futtergetreidefläche (trotz 1’000 CHF/ha) nicht mehr ganz die 100%-Marke erreichen, weil die

Ausdehnung der Brotgetreidefläche erneut die Futtergetreidefläche verdrängt. Da aber die

Brotgetreidefläche über der 100% Marke liegt, kann die Zusatzerlöskombination 1'000 CHF/ha für

Brot- und Futtergetreide bezüglich Aufrechterhaltung der gesamten Getreidefläche als zielführend

bezeichnet werden.

4.4.3 Einfluss der Milchproduktion auf die Höhe der Zusatzerlöse im Szenario Tief

Die Modellergebnisse in obenstehender Abbildung 20 und die eruierte Zusatzerlöskombination von

1'000 CHF/ha beim Brot- und Futtergetreide entsprechen einer Situation, in der sich die

Milchviehpopulation im Modell ungehindert bzw. alleine aufgrund der unterstellten Preisannahmen

entwickelt. Wie bereits früher erwähnt, nimmt im Modell die Milchkuhpopulation – und damit auch der

Bedarf nach (Kunst-)Wiesenfläche – unter diesen Bedingungen stark zu (Szenario mit „starkem“ Druck

der Milchproduktion). Daneben wird zusätzlich ein Szenario mit „geringem“ Druck der Milchproduktion

37


erechnet, bei dem die Ausdehnung der Kuhpopulation im Modell auf rund 700'000 Kühe beschränkt

wird (was etwa dem Kuhbestand im Jahr 2000 entspricht). Die berechneten Zusatzerlöse im Szenario

Tief werden in Tabelle 7 für die beiden Fälle „starker“ und „geringer“ Druck der Milchproduktion

tabellarisch zusammengefasst.

Tabelle 7: Berechnete Zusatzerlöse im Szenario Tief (ergänzt mit Erlöseinbussen)

erforderlicher Zusatzerlös zur…

…Aufrechterhaltung Getreidefläche

(gem. Modell)

Preisreduktion

(2009 zu Tief 2020)

Erlöseinbusse

Ertragsannahme

Erlöseinbusse

“starker“ Druck Brotgetreide 1’000 CHF/ha 17.0 CHF/dt -22 CHF/dt 60 dt/ha -1’430 CHF/ha

Milchproduktion

Futtergetreide 1’000 CHF/ha 15.0 CHF/dt -13 CHF/dt 67 dt/ha -910 CHF/ha

“geringer”

Druck

Brotgetreide 600 CHF/ha 10.0 CHF/dt -22 CHF/dt 60 dt/ha -1’430 CHF/ha

Milchproduktion Futtergetreide 600 CHF/ha 9.0 CHF/dt -13 CHF/dt 67 dt/ha -910 CHF/ha

Die Ergebnisse im Szenario mit „geringem“ Druck der Milchproduktion zeigen, dass infolge der

geringen Flächenkonkurrenz durch die Milchproduktion bereits eine Zusatzerlöskombination von

600.-/ha für Brot- und Futtergetreide zur Aufrechterhaltung der Getreideproduktion ausreichen würde.

Die Erklärung für die deutlich höheren Zusatzerlöse in der Situation mit „starkem“ Druck der

Milchproduktion liegt im höheren Bedarf nach (Kunst-)Wiesenfläche begründet. Dies bedeutet, dass

von der Milchproduktion her ein „starker“ Druck bezüglich Flächenkonkurrenz gegenüber dem

Ackerbau ausgeht, was die Opportunitätskosten für die Getreideproduktion ansteigen lässt und damit

auch die erforderlichen Zusatzerlöse nach oben zieht.

Den Zusatzerlösen werden in der rechten Hälfte der Tabelle 7 zudem die reinen Erlöseinbussen

gegenübergestellt, wie sie aufgrund der Getreidepreisreduktion von 2009 bis 2020 im Szenario Tief

errechnet werden können. Die Erlöseinbussen sind mit 1'430 CHF/ha beim Brotgetreide und mit gut

910 CHF/ha beim Futtergetreide höher, als die vom Modell berechneten erforderlichen Zusatzerlöse

für die Aufrechterhaltung der Getreideproduktion (Ausnahme: Futtergetreide bei „starkem“ Druck der

Milchproduktion). Daraus kann abgeleitet werden, dass es nicht effizient wäre, allfällige

Kompensationen lediglich von der berechneten Erlöseinbusse abzuleiten, wenn es darum geht, nicht

ein Einkommensziel zu erreichen, sondern die „Aufrechterhaltung der Getreidefläche“ sicherzustellen.

Fazit: Zur Aufrechterhaltung der Getreidefläche auf dem Niveau des Durchschnitts der Jahre 2000 bis

2007 wäre unter den getroffenen Annahmen im Szenario Tief ein Zusatzerlös von 600 bis 1’000

CHF/ha beim Brotgetreide (ca. 10 bis 17 CHF/dt) und ebenfalls von 600 bis 1’000 CHF/ha beim

Futtergetreide notwendig (ca. 9 bis 15 CHF/dt).

4.5 Fazit aus den Modellrechnungen

In diesem Abschnitt sind die Schlussfolgerungen aufgeführt, welche aufgrund der Modellergebnisse

gezogen werden können. Die Gliederung der Schlussfolgerungen orientiert sich dabei an den vier

Forschungsfragen (FF), welche zu Beginn des Kapitels aufgeführt wurden.

38


FF1: Stundenlohn Getreidebau

• Der Stundenlohn im Brotgetreidebau käme bei einer Preisentwicklung gemäss Szenario Tief

erwartungsgemäss stark unter Druck. Er würde beim Brotgetreide in den meisten Fällen

zwischen 0 und 30 CHF/h schwanken (Vollkostenbetrachtung).

• Der resultierende Stundenlohn aus der Getreideproduktion hängt neben dem Getreidepreis

insbesondere auch davon ab, ob die Bodenrente für Eigenland sowie die fixen

Maschinenkosten bei der Kalkulation berücksichtigt werden (substanzerhaltender Betrieb vs.

Abschöpfungsbetrieb).

• Bezüglich „Verbleib oder Ausstieg“ aus der Getreideproduktion sind zudem die

Opportunitätskosten der Arbeit (bzw. der individuell erwartete Stundenlohn) von zentraler

Bedeutung. Je höher diese sind, desto früher kommt es bei sinkenden Getreidepreisen zu

einem Ausstieg bzw. zu einer Abschöpfungsstrategie.

• Je nach Abweichung dieser Faktoren von den Modellannahmen kann sich die reale

Entwicklung deutlich von den Modellergebnissen unterscheiden.

FF2: Entwicklung der Getreideproduktion

• Bei einer Preisentwicklung gemäss Szenario Hoch scheint die Brotgetreideanbaufläche auf

dem gegenwärtigen Niveau stabil zu sein (Bemerkung: Es wird ein optimistischer Preis von

über 50 CHF/dt angenommen). Die Futtergetreidefläche gerät im Modell indes unter Druck

(v.a. infolge der Schwellenpreissenkung um rund 4 CHF/dt im 2009), womit der gegenwärtig

beobachtbare Trend einer rückläufigen Futtergetreidefläche bestätigt wird.

• Bei einer Preisentwicklung gemäss Szenario Tief ist ein substantieller Rückgang der Brot- wie

auch der Futtergetreidefläche wahrscheinlich, weil weitgehend keine kostendeckende

Produktion mehr möglich ist. Lediglich extenso-Futtergetreide bleibt im Modell in der

Produktion. Die frei werdende offene Ackerfläche wird im Modell in Wiesenfläche

umgewandelt und für die Milchproduktion verwendet, welche bei einer Preisentwicklung

gemäss Szenario Tief deutlich zunimmt (komparative Kostenvorteile der Milchproduktion).

FF3: Entwicklung der Nachfrage nach Kraftfuttermitteln

• Die Nachfrage nach Kraftfuttermitteln dürfte bei einer Preisentwicklung gemäss Szenario

Hoch ansteigen. Die Zunahme liegt v.a. in den sinkenden Kraftfutterpreisen begründet

(Schwellenpreissenkungen beim Futtergetreide), was dazu führt, dass der Kraftfutteranteil in

der Milchviehration ebenfalls zunimmt.

• Die Modellergebnisse im Szenario Tief weisen darauf hin, dass die bis zu 50% tieferen

Kraftfutterpreise in der Milchproduktion zu noch kraftfutterbetonteren Rationen mit

entsprechendem Nachfrageanstieg beim Milchviehfutter führen könnten. Allerdings geht der

Schweinebestand im Modell um ca. die Hälfte zurück, womit die Nachfrage nach

Schweinefutter ebenfalls zurückgehen würde. In der Summe käme es dank der Zunahme des

39


Kraftfutterverbrauchs beim Milchvieh und der (unsicheren) Zunahme beim Geflügelfutter aber

trotzdem zu einem Anstieg der totalen Nachfrage nach Kraftfuttermitteln.

• Dennoch muss festgehalten werden, dass die dazu benötigten Futtergetreidemengen bei

einer Preisentwicklung gemäss Szenario Tief nicht unbedingt in der Schweiz hergestellt

würden (mangels Wettbewerbsfähigkeit des schweizerischen Getreidebaus). Vielmehr wäre

gegenüber heute mit ansteigenden Rohstoffimporten zu rechnen.

FF4: Ist die Aufrechterhaltung der heutigen Getreideproduktion gesichert?

• Bei einer Preisentwicklung gemäss Szenario Hoch bzw. bei günstiger Entwicklung der

Weltmarktpreise dürfte die Brotgetreidefläche stabil bleiben. Beim Futtergetreide ist mit einem

leichten Rückgang zu rechnen. Zur Aufrechterhaltung der Futtergetreidefläche auf heutigem

Niveau wäre gemäss den Modellergebnissen ein geringer Zusatzerlös von 100 CHF/ha

notwendig, was in etwa einem um 1.5 CHF/dt höheren Futtergetreidepreis entspricht, als er im

Szenario Hoch angenommen wird.

• Bei einer Preisentwicklung gemäss Szenario Tief wäre laut Modellrechnungen zur Aufrechterhaltung

der heutigen Getreideflächen ein Zusatzerlös im Umfang von 600 bis 1'000 CHF/ha

beim Brotgetreide und ebenfalls von 600 bis 1’000 CHF/ha beim Futtergetreide erforderlich.

Ausgedrückt als Mehrpreis gegenüber den Preisannahmen des Szenarios Tief entspräche

dies – je nach Ertragsniveau – einem Betrag von rund 10 bis 17 CHF/dt beim Brotgetreide

bzw. einem Betrag von 9 bis 15 CHF/dt beim Futtergetreide. Die erwähnten Zusatzerlöse

könnten entweder durch ein Preispremium oder durch einen zusätzlichen,

getreidespezifischen Anbaubeitrag generiert werden.

Es muss abschliessend noch einmal betont werden, dass die in diesem Abschnitt aufgeführten

Ergebnisse stark von den getroffenen Preisannahmen abhängig sind und sensitiv auf veränderte

Marktpreise reagieren können. Die Tatsache, dass in der Realität auf den Agrarmärkten stets mehr

oder weniger starke Preisschwankungen auftreten, sollte bei der Interpretation und Verwendung der

Ergebnisse berücksichtigt werden. Es gilt insbesondere darauf hinzuweisen, dass künftig eher mit

einem anziehenden Weltmarktpreisniveau für Agrarprodukte gerechnet wird (FAPRI, 2009) 22 . Sollten

die effektiven Marktpreise stark von den getroffenen Preisannahmen der Modellrechnungen

abweichen (z.B. höhere Weltmarktpreise oder eigene Marktanstrengungen bzw. Preispremium),

müssen entsprechend auch die Modellergebnisse und insbesondere die dargestellten Zusatzerlöse

relativiert werden. Abschliessend wird nochmals in Erinnerung gerufen, dass die erwähnten Werte

bezüglich Zusatzerlös zur Aufrechterhaltung der Getreidefläche stark von der effektiven

Konkurrenzkraft der Milchproduktion beeinflusst werden ( Flächenbedarf für Futterproduktion). Je

„stärker“ der Druck der Milchproduktion ist, desto höher liegen die erforderlichen Zusatzerlöse (eher

am oberen Ende der angegebenen Bandbreite, d.h. 1'000 CHF/ha). Je geringer die

Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion tatsächlich sein wird, desto geringer würden die

22 FAPRI (2009), U.S. and World Agricultural Outlook. Web-Zugriff: http://www.fapri.iastate.edu/outlook/2009/

40


erforderlichen Zusatzerlöse ausfallen (eher am unteren Ende der angegebenen Bandbreite, d.h. 600

CHF/ha).

41


5. Resultate der Befragungen

Es folgen Ergebnisse aus Umfragen bei den Akteuren der Wertschöpfungskette. Es handelt sich hier

um Einschätzungen der Befragten und nicht um eine konsistente Prognose.

5.1 Schriftliche Befragung der Produzenten

Es wurden 119 Fragebogen verschickt, davon 100 an Getreide- und 19 an Saatgutproduzenten. Die

Auswahl der angeschriebenen Produzenten erfolgte durch swiss granum. Die Rücklaufquote beträgt

mit 78 Fragebogen (19 Saatgut, 59 Getreide) über 65%. Im Allgemeinen wurde die Befragung von den

angeschriebenen Personen positiv aufgenommen und die Bemühungen von swiss granum werden

geschätzt. Gegenüber einem allfälligen FHAL zeigen sich sämtliche Befragten äusserst kritisch.

Lediglich ein Betrieb sieht überwiegend Vorteile in einem Freihandelsabkommen.

Von den angefragten Betrieben befinden sich bei den Saatgutproduzenten acht Betriebe in der Westund

elf in der Deutschschweiz. Bei den Getreideproduzenten liegen 28 der Betriebe in der West- und

72 in der Deutschschweiz.

Im Folgenden beziehen sich absolute und prozentuale Angaben stets auf die Anzahl ausgewerteter

Fragebogen. Wo nicht anders vermerkt, entsprechen daher 100% jeweils 78 (19 Saatgut, 59 Getreide)

Produzenten.

Betriebsdaten Saatgutproduzenten

13 Betriebe liegen im Tal- und 5 im Hügelgebiet. Ein Betrieb ist im Berggebiet angesiedelt. Die

durchschnittliche Betriebsgrösse beträgt 40.21 Hektaren, wobei die Betriebe in der Westschweiz mit

durchschnittlich 4`5.6 Hektaren grösser sind als diejenigen der Deutschschweiz mit durchschnittlich

36.29 Hektaren. Die Flächen werden mit durchschnittlich 1.94 Standardarbeitskräften bewirtschaftet,

dabei reicht die Spannweite von 1 bis 3 Standardarbeitskräften pro Betrieb. Die Betriebsleiter sind

durchschnittlich 48 Jahre alt, wobei der jüngste Betriebsleiter 40 und der älteste Betriebsleiter 60 ist.

Die befragten Betriebe betreiben mit wenigen Ausnahmen sowohl Getreideanbau als auch Tierhaltung

wie aus Abbildung 21 ersichtlich ist. Beim Anbau dominieren Weizen und Gerste

(Mehrfachnennungen möglich). Die Ernte wird hauptsächlich an die SEMAG Saat- und Pflanzgut AG

in Lyssach, die Saatzucht Düdingen sowie an die Association Suisse des Sélectionneurs (ASS)

geliefert (jeweils sechs Antworten). Daneben werden auch die Landi (1) sowie verschiedene kleinere

Abnehmer (jeweils 1) genannt.

42


Abbildung 21: Betriebszweige der Saatgutproduzenten (n=19)

Anzahl Betriebe

20

18

16

14

12

10

8

6

4

2

0

Tierhaltung

Pflanzenbau

Milchkühe

Mutterkühe

Schweine

Andere Nutztiere

Saatgutproduktion

Getreidebau

Ölsaaten

Andere Ackerkulturen

Spezialkulturen

Andere

Betriebsdaten Getreideproduzenten

Auch bei den Getreideproduzenten ist ein Betrieb in der Bergzone angesiedelt. 77% der Betriebe

liegen in der Talzone, 22% in der Hügelzone. Ein Betrieb produziert nach biologischen Kriterien. Die

durchschnittliche Betriebsgrösse beträgt 42.55 Hektaren, wobei die Betriebe in der Westschweiz mit

durchschnittlich 58.7 Hektaren grösser sind als diejenigen der Deutschschweiz mit durchschnittlich

37.4 Hektaren. Die Spanne der Betriebsgrössen reicht von 13 ha bis 119 ha, wobei 16 Betriebe

weniger als 25 ha und 18 Betriebe mehr als 60 ha bewirtschaften. Die Betriebsleiter sind

durchschnittlich 49 Jahre alt, wobei lediglich neun Betriebsleiter unter 45 Jahre alt sind. Bei den

Getreideproduzenten dominieren wie bei den Saatgutproduzenten Mischbetriebe (siehe Abbildung

22). Beim Anbau liegt das Schwergewicht auf Weizen und Gerste. Die Ernte wird hauptsächlich von

der Landi (17), direkt von den Mühlen (16) sowie den Getreidesammelstellen (12) abgenommen. Die

Fenaco wurde von sieben, andere Abnehmer von fünf Produzenten erwähnt. Vier Produzenten geben

an, das Getreide für den Eigengebrauch anzubauen.

Abbildung 22: Betriebszweige der Getreideproduzenten (n=59)

70

Anzahl Betriebe

60

50

40

30

20

10

0

Tierhaltung

Pflanzenbau

Milchkühe

Mutterkühe

Schweine

Andere Nutztiere

Getreidebau

Ölsaaten

Andere Ackerkulturen

Spezialkulturen

Andere

43


5.1.1 Vor- und Nachteile eines Freihandelsabkommens

Die Betriebe wurden nach ihrer Einschätzung eines Freihandelsabkommens befragt. Dabei wurden

die einzelnen Punkte gewertet zwischen 0 (kein Einfluss) und 4 (sehr starker Einfluss). Je dunkler die

markierte Fläche in den Tabellen 8 und 9 dargestellt ist, desto häufiger wurde diese Bewertung

angekreuzt.

Vorteile

Wie aus Tabelle 8 ersichtlich ist, gewichten die Produzenten die Vorteile maximal mit einem sehr

geringen Einfluss. In den Bereichen Exportchancen und Personalkosten sehen die Produzenten keine

Vorteile. Bei den Begleitmassnahmen ist auffallend, dass fast ein Viertel der Befragten angeben, dass

diese die Weiterentwicklung ihres Betriebes stark beeinflussen. Knapp mehr als ein Viertel kommt

zum gegenteiligen Schluss, dass die Begleitmassnahmen keinen Einfluss auf ihren Betrieb haben.

Drei Betriebe erwähnten, dass sie sinkenden Pacht- und Maschinenpreisen eine Bedeutung

zumessen (zweimal Wertung 2, einmal Wertung 3).

Nachteile

Bei den Nachteilen ist das Bild differenzierter (siehe Tabelle 9). 81% der befragten Produzenten

sehen einen starken Nachteil aufgrund der tieferen Verkaufspreise und sowie der im Vergleich zu den

Erlösen langsamer sinkenden Kosten. Auch wird ein Marktanteilsverlust befürchtet. Bei den

Vorschriften bezüglich Tierschutz sowie Ökologie sind jeweils knapp unter 50% der Produzenten der

Meinung, dass diese keinen negativen Einfluss auf ihren Betrieb haben.

Zusätzlich zu den hier genannten Punkten wurde bei den Nachteilen noch von einigen Produzenten

die Vermutung geäussert, dass der Bürokratieaufwand zunehmen wird (Wertung 3) sowie die

Befürchtung, dass die Verarbeitungsindustrie abwandern könnte (Wertung 4).

Tabelle 8: Vorteile eines FHAL (n=78)

0 1 2 3 4

Günstigeres Saatgut 19% 47% 19% 12% 3%

Günstigere Pflanzenschutzmittel 17% 41% 29% 11% 3%

Günstigere Düngemittel 19% 37% 29% 12% 3%

Billigere Arbeitskräfte 62% 19% 9% 3% 7%

Grössere Exportchancen 53% 26% 14% 6% 1%

Begleitmassnahmen 26% 35% 15% 2% 23%

0: keinen Einfluss, 4: starker Einfluss

Tabelle 9: Nachteile eines FHAL (n=78)

0 1 2 3 4

Tiefere Verkaufspreise 0% 1% 5% 13% 81%

Kosten sinken langsamer als Erlöse 3% 3% 6% 21% 68%

Entwertung der Gebäude 18% 24% 23% 13% 23%

Marktanteilsverluste: Mehr Imp als Exp 1% 3% 8% 23% 65%

Schärfere Vorschriften bzgl Tierschutz 41% 24% 10% 5% 19%

Schärfere Vorschriften bzgl Ökologie 45% 22% 12% 8% 14%

0: keinen Einfluss, 4: starker Einfluss

44


Bis auf vier Betriebe geben alle Betriebsleiter an, dass für sie die Nachteile eines allfälligen

Freihandelsabkommens dominieren.

Unterschiede zwischen Saatgut – und Getreideproduzenten

Bei der Analyse wurden die Saatgut- und die Getreideproduzenten einzeln ausgewertet. Die

Antworten unterscheiden sich in wenigen Punkten. In Abbildung 23 wurden die Antworten mithilfe der

Wertungsskala (0 bis 4) gewichtet und die Durchschnitte berechnet. Die Antworten unterscheiden sich

lediglich bei den Begleitmassnahmen sowie der Entwertung der Gebäude. Beiden Punkten rechnen

die Saatgutproduzenten einen höheren Einfluss zu als die Getreideproduzenten.

Abbildung 23: Unterschiede zwischen Saatgut- und Getreideproduzenten

4.50

Wertung (0 bis 4)

4.00

3.50

3.00

2.50

2.00

1.50

1.00

0.50

0.00

Günstigeres Saatgut

Günstigere Pflanzenschutzmittel

Günstigere Düngemittel

Billigere Arbeitskräfte

Grössere Exportchancen

Begleitmassnahmen

Tiefere Verkaufspreise

Kosten sinken langsamer als Erlöse

Entwertung der Gebäude

Marktanteilsverluste: Mehr Importe als Exporte

Schärfere Vorschriften bzgl Tierschutz

Schärfere Vorschriften bzgl Ökologie

Saatgutproduzenten

Getreideproduzenten

5.1.2 Geplante und bereits umgesetzte Massnahmen

Die Produzenten wurden gefragt, welche betrieblichen Massnahmen sie in den vergangenen drei

Jahren umgesetzt haben und welche weiteren Massnahmen sie in Hinblick auf ein mögliches

Freihandelsabkommen geplant haben. Die Bandbreite der möglichen Strategien orientiert sich an

Lehmann (2003). 23 Bei dieser Frage sind Mehrfachnennungen möglich gewesen. Die Resultate sind in

Abbildung 24 ersichtlich. Die Prozentangaben beziehen sich auf die Gesamtbefragung, das heisst

100% entsprechen 78 Produzenten. Da Mehrfachnennungen hier möglich waren, ergeben die

Prozentangaben in den Abbildungen jeweils mehr als 100%.

23 Lehmann (2003): „Betriebsentwicklungsstrategien“. Landwirtschaftliches Referat, Institut für Agrarwirtschaft, ETH Zürich

45


Abbildung 24: Geplante und umgesetzte Massnahmen

Geplant

Umgesetzt

44%

12%

12%

26%

5%

43%

3%

41%

Ausserbetriebliche Tätigkeit

Ausstieg aus dem Getreidebau

Flächenaufstockung

Innere Aufstockung

Intensitätsabbau

Kooperation mit Berufspartnern

Reduktion des Getreidebaus

Spezialisierung

Vertikale Integration

Betriebsaufgabe

Keine Massnahmen geplant

10%

13%

18%

31%

14%

8%

27%

8%

50%

69%

17%

27%

Umgesetzte Massnahmen: Bei den umgesetzten Massnahmen stehen Massnahmen im

Vordergrund, die nicht direkt von der bewirtschafteten Fläche abhängen, das heisst innere

Aufstockung, ausserbetriebliche Tätigkeiten und die Kooperation mit Berufspartnern. 43% der

befragten Betriebsleiter gehen zudem einer ausserbetrieblichen Tätigkeit nach. Eine Reduktion der

Getreidefläche haben 12% der Betriebe umgesetzt, während 3% ganz aus dem Getreidebau

ausgestiegen sind. Da allerdings sämtliche Betriebe Getreidebau als Betriebszweig angegeben

haben, ist hier nicht klar, was mit „Ausstieg aus dem Getreidebau“ gemeint ist. 41% der Betriebe

konnten in den vergangenen drei Jahren die bewirtschaftete Fläche vergrössern.

Geplante Massnahmen: Bei den geplanten Massnahmen ist ersichtlich, dass das Spektrum der

möglichen Betriebsstrategien vielfältiger ist als das Spektrum der bereits umgesetzten Massnahmen.

Für 50% der Betriebe ist die Flächenausdehnung eine Möglichkeit, um auf das allfällige

Freihandelsabkommen zu reagieren. Dies bedeutet, dass 38 Betriebe planen, ihre Betriebsfläche zu

vergrössern. Dieser Prozentsatz steht in klarem Widerspruch zur Aussage, dass lediglich 14%, das

heisst 11 Betriebe planen, den Betrieb aufzugeben. Eine nähere Betrachtung der ausgewerteten

Fragebogen zeigt zudem, dass diese 11 Betriebe unterdurchschnittliche Grösse aufweisen.

Bei den übrigen geplanten Massnahmen dominieren die ausserbetriebliche Tätigkeit, die innere

Aufstockung sowie die Kooperation mit Berufspartnern.

Unterschiede Saatgut- und Getreideproduzenten

Werden die Angaben der Saatgutproduzenten (100% = 19) mit denjenigen der Getreideproduzenten

(100% = 59) verglichen, so zeigen sich Unterschiede bezüglich der bisher umgesetzten und der

geplanten Massnahmen (siehe Tabelle 10):

• 58% der Saatgutproduzenten geben an, in den vergangenen drei Jahren eine Kooperation

eingegangen zu sein und weitere 47% planen dies in den kommenden drei Jahren. Bei den

Getreideproduzenten sind die entsprechenden Werte mit 39%, resp. 25% tiefer.

• Kein Saatgutproduzent hat angegeben, dass die Betriebsaufgabe eine Option ist. Dahingegen

ist dies für 17% der Getreideproduzenten eine Option.

46


• 74% der Saatgutproduzenten planen eine Flächenaufstockung in den kommenden drei

Jahren. Bei den Getreideproduzenten beträgt der entsprechende Wert 41%.

Tabelle 10: Unterschiede zwischen Saatgut- und Getreideproduzenten

umgesetzte Massnahmen geplante Massnahmen

Saatgut Getreide Saatgut Getreide

Ausserbetriebliche Tätigkeit 32% 46% 21% 29%

Ausstieg aus dem Getreidebau 0% 3% 5% 8%

Flächenaufstockung 32% 44% 74% 41%

Innere Aufstockung 68% 68% 37% 24%

Intensitätsabbau 11% 12% 16% 17%

Kooperation mit Berufspartnern 58% 39% 47% 25%

Reduktion des Getreidebaus 16% 10% 16% 19%

Spezialisierung 21% 27% 26% 8%

Betriebsaufgabe 0% 0% 11% 10%

Vertikale Integration 0% 7% 5% 17%

Keine Massnahmen geplant -- -- 0% 10%

5.1.3 Vor- und Nachteile von Schweizer Getreide

Die Frage nach den Vor- und Nachteilen von Schweizer Getreide wurde im Fragebogen mit einer

offenen Frage erfasst, das heisst die Produzenten waren in der Art und der Anzahl der Nennungen

frei. Entsprechend sind Mehrfachnennungen möglich. Die Resultate sind in den Abbildungen 25 und

26 zusammengefasst. Unter „Verschiedene Vorteile“ werden folgende Aspekte zusammengefasst:

Zusammenarbeit mit den Bäckereien, geringer Aufwand („Direktzahlungsoptimierung“), Reinheit,

Sicherheit, extensiver Anbau. Bei den Nachteilen wird unter Heterogenität die Sortenvielfalt

verstanden, das heisst die pro Sorte eher geringe Anbaufläche in der Schweiz.

Abbildung 25: Vorteile von Schweizer Getreide

Qualität

53%

46%

Rückverfolgbarkeit

Schweizer Produkt / Swissness

21%

26%

25%

20%

Ökologie

16%

19%

Kurze Transportwege

26%

15%

An Klima / Standort angepasst

21%

3%

Verschiedene

Labelproduktion

5%

8%

7%

Erhalt der Fruchtfolge

16%

3%

GVO-frei

Keine Vorteile

Verfügbarkeit

Selbstversorgungsgrad erhalten

Kranheitsresistenz

Einheitliche und technisch fortschrittliche Produktion

7%

5%

11%

3%

11%

11%

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Betriebe (n=78)

Saatgutproduzenten

Getreideproduzenten

47


Abbildung 26: Nachteile von Schweizer Getreide

Preis

53%

56%

Keine Nachteile

11%

8%

Teure Produktion

16%

7%

Teilweise schlechtere Qualität / Keimfähigkeit

11%

5%

Zuviele Vorschriften

7%

Heterogenität

kleine Mengen

7%

5%

Kleine Strukturen

5% 3%

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 110%

Betriebe (n=78)

Saatgutproduzenten

Getreideproduzenten

5.1.4 Preisentwicklungen

Die Produzenten wurden mittels einer offenen Frage zu ihren Erwartungen bezüglich der

Preisentwicklungen von Saatgut, Dünger- und Pflanzenschutzmitteln befragt. Die Antworten sind in

Abbildung 27 dargestellt. Es ist bei der Interpretation dieser Frage zu bedenken, dass die

Saatgutpreise für die Getreideproduzenten Kostenfaktoren sind, während sie für die Saatgutproduzenten

einen Erlös darstellen.

Von den 19 Saatgutproduzenten werden sechs auch in Zukunft Schweizer Saatgut kaufen. Zwei

werden auf ausländisches Saatgut ausweichen und zwölf haben die Frage mit „teilweise“ beantwortet.

Bei den Getreideproduzenten werden 40 auch in Zukunft Schweizer Saatgut kaufen und vier werden

dies nicht tun. Auch hier antwortet ein grosser Teil, 15 Personen, mit „teilweise“. Die Gründe für den

Kauf von Schweizer Saatgut sind vorwiegend die gute Qualität, die Rückverfolgbarkeit sowie die den

Standorten und den klimatischen Verhältnissen angepassten Sorten. Auch die Verbundenheit mit der

Schweizer Landwirtschaft sowie die Solidarität mit den Berufskollegen werden von über 50% der

Produzenten genannt.

Abbildung 27: Erwartete Preissenkung

50%

45%

40%

35%

Betriebe in %

30%

25%

20%

15%

10%

5%

0%

0-10% 10 -20% 20-30% 30-40% mehr

als 40%

0-10% 10 -20% 20-30% 30-40% mehr

als 40%

0-10% 10 -20% 20-30% 30-40% mehr

als 40%

Saatgut Düngemittel Pflanzenschutzmittel

Getreideproduzenten (n=59)

Saatgutproduzenten (n=19)

Die Produzenten wurden gebeten, anzugeben, welchen Mehrpreis für Schweizer Saatgut sie bereit

sind zu zahlen. In Abbildung 28 ist die maximale Preisdifferenz dargestellt, die Schweizer

48


Produzenten für Schweizer Saatgut zu bezahlen bereit sind (in CHF pro 100 kg). Die Prozentangaben

beziehen sich auf die Anzahl der Produzenten, die auf diese Frage geantwortet haben. Insgesamt

haben lediglich 55 Produzenten eine Antwort gegeben (46 Getreide- und 9 Saatgutproduzenten). Dies

deutet darauf hin, dass diese Frage zum momentanen Zeitpunkt schwierig zu beantworten und mit

grossen Unsicherheiten behaftet ist. Aus der Grafik ist ersichtlich, dass die Zahlungsbereitschaft der

Saatgutproduzenten höher ist als diejenige der Getreideproduzenten. Dieser Unterschied kann

wiederum dadurch begründet werden, dass die Saatgutpreise für die Getreideproduzenten Inputpreise

darstellen, während sie für die Saatgutproduzenten Erlöse sind.

Abbildung 28: Maximale Zahlungsbereitschaft für Schweizer Saatgut

35%

30%

25%

Anzahl Betriebe

20%

15%

10%

5%

0%

0 - 10 CHF 10 - 20 CHF 20 - 30 CHF 30 - 40 CHF mehr als 40 CHF

Saatgutproduzenten (n=9)

Getreideproduzenten (n=46)

5.1.5 Strukturkosten

Die Produzenten wurden nach ihrer Einschätzung zu folgender Frage gebeten:

- Wie lange dauert es, bis die Strukturkosten (z.B. Gebäude und Maschinen) auf das EU-

Niveau gesenkt werden können, wenn die Produktionsmittel zu EU-Preisen bezogen werden

können?

Die Antworten sind in Abbildung 29 abgebildet. Dabei zeigt sich klar, dass diese Frage von den

Saatgut- sowie den Getreideproduzenten unterschiedlich beantwortet wurde. Während 42% der

Getreideproduzenten eine Anpassung der Strukturkosten für nicht möglich halten, denken dies

lediglich 7% der Saatgutproduzenten. Oft wurde erwähnt, dass die Anpassungsdauer für Gebäude

und Maschinen aufgrund der Lebensdauer der Anlagen stark variiert.

49


Abbildung 29: Anpassungsdauer der Strukturkosten

Anzahl Betriebe

45%

40%

35%

30%

25%

20%

15%

10%

5%

0%

nicht möglich 0 - 5 Jahre 5 - 10 Jahre mehr als 10 Jahre Gebäude und

Maschinen

unterschiedlich

von anderen

Faktoren ausser

FHAL abhängig

Saatgutproduzenten (n=9)

Getreideproduzenten (n=46)

5.2 Mündliche Befragung der Unternehmen und Tierhalter

Im Folgenden werden die Resultate der mündlichen Befragung dargestellt. Es wurden 41 Interviews

durchgeführt und ausgewertet (zwölf Sammelstellen, 20 Mühlen, vier Händler, drei Bäckereien sowie

zwei Tierhalter). Die Aussagen in diesem Kapitel kommen ausschliesslich von den Antworten der

Interviewpartner und reflektieren weder die Modellberechnungen noch die Ergebnisse der schriftlichen

Befragung. Zuerst wird ein allgemeiner Überblick über die wichtigsten Aussagen der Interviews

gegeben. Anschliessend werden verschiedene wichtige Punkte (Themenbereiche) zu den einzelnen

Akteuren der Schweizer Getreidebranche besprochen.

Die Interviews mit den Vertretern der Getreidebranche zeigen eine ausgeprägte negative Einstellung

gegenüber einem allfälligen FHAL. Diese Skepsis wird vor allem mit dem möglichen Verlust an

Arbeitsplätzen, der drohenden Betriebsaufgabe, möglichen Einkommenseinbussen sowie dem

Problem des sinkenden Selbstversorgungsgrades der Schweiz mit Schweizer Getreide erklärt. Zudem

sind die befragten Unternehmen der Meinung, gegenüber Unternehmen aus der EU nicht

wettbewerbsfähig zu sein und weisen auf Wettbewerbsverzerrungen („ungleiche Spiesse“) hin. Unter

anderem wurden in diesem Zusammenhang die höheren Lohn- und Energiekosten, die strengeren

Bau- und Umweltvorschriften in der Schweiz sowie die verschiedenen Subventionen für die

Verarbeitungsstufe in der EU mehrmals erwähnt.

5.2.1 Vergleich von Schweizer und EU-Getreide

Bei der Frage, ob Schweizer Getreide im Vergleich zu EU-Getreide Vorteile aufweist, wurde von den

meisten Befragten die Bedeutung der Schweizer Züchtung beim Brotgetreide erwähnt. Die Schweizer

Brotgetreidesorten sind ans Schweizer Klima angepasst, benötigen weniger Dünger und Spritzmittel

und sind damit auch zum ÖLN-Anbau geeignet. Vier Befragte wiesen darauf hin, dass Schweizer

Getreide keine spezielle Qualität aufweist, die nicht im EU-Raum beschafft werden könnte. Jedoch

wurde in dieser Hinsicht erwähnt, dass in der EU nur ein geringer Preisunterschied zwischen den

verschiedenen Getreidequalitäten besteht und es daher keinen Anreiz für EU-Produzenten gibt, eine

überdurchschnittliche Qualität anzustreben. Bezüglich Schweizer Futtergetreide wurde von fünf

50


Befragten das Problem des Hektolitergewichtes erwähnt. Dieses ist in der Schweiz klimabedingt oft zu

tief. Diese beiden Punkte (Qualität und Hektolitergewicht) wurden als einzige innere Nachteile von

Schweizer Getreide erwähnt. Vergleichsweise von grösserer Bedeutung (21 Antworten) schätzen die

Befragten den Nachteil der höheren Produktionskosten sowie den entsprechend höheren Preis ein.

5.2.2 Relevanz von Preis, Qualität und Herkunft

Die Fragen bezüglich der Relevanz von Preis, Qualität und Herkunft zeigen, dass sowohl Getreide als

auch Mehl und Mischfutter zur Hauptsache Massengüter („Commodities“) sind. Der Herkunft wird

daher die geringste Bedeutung beigemessen, Qualität und Preis beeinflussen die Kaufentscheidung

stärker.

Einschätzung der Mühlen: Der Preis wird als wichtigster Faktor beim Kaufentscheid eingestuft. Doch

auch die Qualität wird von sämtlichen Befragten als relevante Grösse wahrgenommen. Die Herkunft

wird von vier Brotgetreidemühlen und acht Futtermühlen als nicht relevant bis wenig relevant

eingestuft. Zehn Brotgetreidemühlen und sechs Futtermühlen gaben jedoch an, dass die Herkunft

relevant bis äusserst relevant ist. Beim Brotgetreide wurde die Relevanz der Herkunft mit der

Labelproduktion und der Sensitivität der Konsumenten erklärt. Beim Futtergetreide gibt es keine

Labelproduktion. Hier wird als Grund für die Relevanz erwähnt, dass die Schweizer Landwirtschaft

unterstützt werden soll. Weiter spielt die Tatsache eine Rolle, dass diejenigen Getreideproduzenten,

die Futtermittel liefern, häufig auch Kunden der Futtermittelmühlen sind und daher einen Bonus

erhalten.

Einschätzung der Sammelstellen: Die Sammelstellen schätzen die Relevanz anders ein als die

Mühlen. Die Hälfte der befragten Sammelstellen (sechs von zwölf) schätzt die Herkunft von Getreide

als relevant bis äusserst relevant. Grund für diese Einschätzung ist die Tatsache, dass die Existenz

von Schweizer Sammelstellen eng mit der Produktion in der Schweiz verknüpft ist, da das Einlagern

von ausländischem Getreide als unrealistisch erachtet wird. 25% der Sammelstellen geben an, dass

der Preis bei Brot- und Futtergetreide nicht relevant oder wenig relevant ist. Die Qualität wird von zwei

von zwölf Sammelstellen als nicht relevant oder wenig relevant eingestuft.

Erwartete Änderungen: Zur Frage, ob sich etwas an dieser Relevanz ändern würde, gab es bei den

Befragten unterschiedliche Meinungen. Der Preis könnte nach der Meinung zehn Befragten wegen

des erhöhten Konkurrenzdrucks (Preisdruck) nach einer Grenzöffnung relevanter werden. Wegen

dieses Preisdruckes nimmt nach Aussagen von acht Befragten die Relevanz der Qualität und Herkunft

eher ab. Ein Teil der Befragten (sechs) ist der Meinung, dass Qualität und Herkunft bei einem FHAL

an Bedeutung gewinnen, da dies eine Chance zu Diversifizierung bietet und so eine mögliche

Überlebensstrategie für Schweizer Betriebe darstellt.

51


5.2.3 Akzeptanz eines Mehrpreises

Die Einschätzung des sogenannten Swissness-Faktors im Getreidebereich hängt stark von der

Getreideart ab. Bei Brotgetreide wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass von den Abnehmern

ein höherer Mehrpreis für Schweizer Getreide bezahlt wird als bei Futtergetreide.

Brotgetreide: Allgemein sind die Befragten der Meinung, dass ein Mehrpreis für Schweizer

Brotgetreide von den Abnehmern bezahlt wird (siehe Abbildung 30). Zum allfälligen Mehrpreis für

Brotgetreide haben sich 30 Befragte geäussert. 16 Personen gaben an, dass ein Mehrpreis für

Schweizer Produkte von mehr als 5% akzeptiert wird, davon sind vier Personen der Meinung, dass

gar ein Mehrpreis von mehr als 10% möglich ist. Zwei Befragte gehen gar von einem Mehrpreis von

gegen 20% aus. Die Bereitschaft für einen Mehrpreis wird oft mit der „emotionalen Qualität“

(Versorgungsnähe) erklärt. Bezüglich der inneren Eigenschaften gibt es nach Aussagen der

Interviewpartner keine Unterschiede zwischen Schweizer Getreide und Getreide aus der EU.

Abbildung 30: Akzeptanz eines Preiszuschlages für CH Brot- (n=30) und Futtergetreide (n=24)

14

12

Anzahl der Antworten

10

8

6

4

2

0

kein Mehrpreis 0-5% 5-10% mehr als 10%

Brotgetreide

Futtergetreide

Futtergetreide: 13 Befragte sehen keine Möglichkeit, dass von den Futtermittelabnehmern ein

Mehrpreis für Schweizer Produkte akzeptiert wird. Begründet wird dies damit, dass Mischfutter bis zu

50% des Endproduktes (Fleisch, Eier) ausmacht und so ein wesentlicher Kostentreiber für die Käufer

von Futtermitteln ist. Deshalb darf der Preis für Schweizer Futtergetreide nicht höher als der Preis für

Futtergetreide aus der EU. Drei Mischfutterhersteller sehen unter Umständen einen Mehrpreis von bis

zu 10% aufgrund der Verknüpfungen innerhalb der Wertschöpfungskette. Beispielsweise sind

Futtergetreideanbieter zum Teil auch Kunden der Mischfutterwerke und würden daher

Sonderkonditionen erhalten.

Auch beim Futtergetreide weisen Schweizer Produkte gemäss den Interviewaussagen keine

Qualitätsvorteile gegenüber EU-Produkten auf. Auch hier stellt das ungenügende Hektolitergewicht

einen grossen Nachteil dar, was von fünf Befragten erwähnt wurde. Vorteile von Schweizer

Futtergetreide liegen allenfalls in der Versorgungsnähe sowie der „sauberen“ Qualität (bessere

Reinigung als Futtergetreide aus der EU).

Mischfutter: Schweizer Mischfutter darf gemäss den Interviewaussagen etwa 5% mehr kosten als

Mischfutter aus der EU. Maximal ist ein Mehrpreis von 10% realisierbar. Dieser Preiszuschlag wird

52


von Schweizer Tierproduzenten aus folgenden Gründen akzeptiert: Persönlicher Bezug zu den

Mischfutterherstellern, bessere Beratung (Beratung der Tierhalter durch Mischfutterwerke bezüglich

der angemessenen Tierfütterung), differenzierteres Futter sowie eine verbesserte Sicherheit (GVO-

Sicherheit).

Mehl: Die industriellen Bäckereien akzeptieren keinen Mehrpreis für Mehl aus Schweizer Herkunft.

Bei den gewerblichen Bäckereien würden Mehrpreise bis zu 15% akzeptiert werden. Die Akzeptanz

bei den gewerblichen Bäckereien ist stark von der individuellen Preiskalkulation und der

Positionierung bei den Kunden abhängig. Zudem besteht bei gewerblichen Bäckereien die

Möglichkeit, dass sie aufgrund ihrer Grösse von ausländischen Mühlen nicht direkt beliefert werden

würden und sich so der Mehlpreis aufgrund des Zwischenhandels wieder verteuert.

5.2.4 Einschätzung von Vor- und Nachteilen eines möglichen FHAL

Die Befragten wurden in einer offenen Frage um ihre Beurteilung von Vor- und Nachteilen eines

allfälligen FHAL gebeten. In Abbildung 31 sind die am häufigsten genannten Aussagen

zusammengefasst.

Es ist ersichtlich, dass die verschiedenen Akteure der Branche unterschiedliche Meinungen vertreten.

Die Sammelstellen schätzen die Situation sehr kritisch ein. Die meisten (zehn von zwölf) der befragten

Sammelstellen sehen überhaupt keine Vorteile im Falle eines FHAL. Sie befürchten eine

Benachteiligung aufgrund des vermuteten Rückgangs der Getreidefläche sowie der

Wettbewerbsverzerrungen infolge der höheren Lohn- und Energiekosten und der strengeren Bau- und

Umweltvorschriften in der Schweiz gegenüber der EU. Die auch im Falle eines FHAL

weiterbestehenden Wettbewerbsverzerrungen wurden von elf der 13 Brotgetreidemühlen sowie von

zehn der zwölf Mischfutterwerke angesprochen. Diese sogenannten „ungleichlangen Spiesse“ im

Vergleich zu den EU-Konkurrenten werden als grösste Gefahr angesehen.

Abbildung 31: Beurteilung der Vor- und Nachteile eines FHAL

Exportchancen nur bei den

Nischenprodukten

Wettbewerbsverzerrungen:

nicht gleichlange Spiessen

Getreideanbau ist gefährdet

keine Vorteile

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Sammelstellen (Brot- und Futtergetreide) Brotmühlen Futtermittelmühlen Handel (Getreidehandel)

Der Handel zeigt weniger Skepsis als die anderen Akteure. Drei der vier befragten Händler sehen

Exportchancen. Gerade die nach einem FHAL einfachere Logistik verschafft diesen Unternehmen

Vorteile gegenüber heute. Auch für den Handel ist die Beseitigung der nichttarifären Hemmnisse von

zentraler Bedeutung. Einer der vier Befragten im Bereich des Getreidehandels sieht jedoch gar keine

53


Vorteile im Falle eines FHAL, da er die schweizerische Getreidebranche aufgrund von Skaleneffekten

für grundsätzlich nicht wettbewerbsfähig hält.

Sechs der befragten Brotgetreidemühlen und acht der befragten Mischfutterwerke sehen

Exportchancen für ihre Produkte (Mehl, Mischfutter). Dies betrifft jedoch nur Spezialitäten. In diesem

Zusammenhang ist es für die Befragten äusserst wichtig, dass auch sämtliche nichttarifären

Hemmnisse beseitigt werden. Gleichzeitig ist wichtig, dass der Rohstoff für die Schweizer

Unternehmen günstiger wird, da ansonsten die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich

nicht realisiert werden kann.

5.2.5 Substitution von Getreideprodukten

Die Frage nach der möglichen Substitution von Schweizer Getreide durch Importe ist nicht pauschal

beantwortbar. Die Substitutionsmöglichkeiten sind je nach Produkt und Stufe innerhalb der

Wertschöpfungskette unterschiedlich stark ausgeprägt. Grundsätzlich halten allerdings alle Befragten

fest, dass eine Substitution von Schweizer Produkten durch Importprodukte auf allen Stufen und bei

allen Produkten möglich ist. Aus Abbildung 32 ist ersichtlich, welche Produkte in den Augen der

Befragten wie stark von einer allfälligen Substitution betroffen sein könnten (Mehrfachnennungen

waren möglich).

Nach der Aussage eines Befragten wird Mischfutter wenig von der Substitution mit dem Importfutter

betroffen sein. Da der Mischfutterzoll schon heute sehr niedrig angesetzt ist, werden die

Mischfutterimporte nach einem FHAL voraussichtlich nur gering ansteigen. Die Gefahr der

Substitution wird mehr auf der Stufe der Futtergetreideproduktion gesehen. Das heisst es wird mehr

Futtergetreide importiert, das anschliessend in der Schweiz zu Mischfutter verarbeitet wird. Des

weiteren ist es auch denkbar, dass der Fleischimport ansteigt.

Abbildung 32: Einschätzung der Substitutionsgefahr

14

12

Anzahl der Antworten

10

8

6

4

2

0

nicht betroffen wenig betroffen betroffen stark betroffen sehr stark

betroffen

Brotgetreide Futtergetreide Mehl Mischfutter

54


5.2.6 Zentrale Aussagen pro Stufe

Im folgenden Abschnitt werden die zentralen Aussagen der mündlichen Befragung pro Stufe

zusammengefasst. Die Grundgesamtheit der Befragten ist dabei jeweils aus Tabelle 1 ersichtlich.

Sammelstellen (Brot- und Futtergetreide)

Elf von zwölf Befragten befürchten einen massiven Rückgang des Getreideanbaus und entsprechend

die Senkung des Selbstversorgungsgrades der Schweiz mit der Getreide. In dieser Hinsicht stellt sich

ihnen zufolge die politische Frage der angestrebten Selbstversorgung eines Landes. Die

Sammelstellen sind mit dieser Einschätzung von sämtlichen Stufen der Getreidebranche diejenige, die

einen allfälligen FHAL mit der stärksten Skepsis gegenübersteht.

Erwartete Absatzänderung: Die im Falle eines FHAL erwarteten Absatzänderungen sind schwer

abschätzbar, da diese eine direkte Folge von veränderten Anbaugewohnheiten sind. Sieben

Sammelstellen erwarten eine Absatzsenkung von 10% bis 30%. Drei Sammelstellen erwarten einen

Rückgang um 40% bis 60% und eine Sammelstelle geht gar von 80% weniger Getreide aus. Weiter

wurde von einem Unternehmen eine erwartete Senkung vom Getreideabsatz um 100% genannt. Drei

der Befragten erwarten, dass der Absatz von Futtergetreide stärker sinkt als der Absatz von

Brotgetreide, da sie davon ausgehen, dass im Falle eines FHAL weniger Futtergetreide angebaut

wird. Eine Sammelstelle geht vom umgekehrten Szenario aus, dass der Absatz von Brotgetreide

stärker sinkt als der Absatz von Futtergetreide.

Kostendifferenzen zur EU: Bei der Frage nach den Kostendifferenzen (unter Annahme von EU-

Rohstoffpreisen) des entsprechenden Unternehmens zu EU-Unternehmen hängen die Antworten vor

allem von der Grösse der Sammelstelle ab. Eine grosse Sammelstelle gab an, dass die

Kostendifferenz zu EU-Sammelstellen Null ist und sie daher mit den gleichen Annahme- und

Reinigungsgebühren arbeiten kann wie eine durchschnittliche Sammelstelle in der EU. Die weiteren

Sammelstellen erwarten eine Kostendifferenz von 10-30%. Die höheren Kosten bei den Schweizer

Sammelstellen werden teilweise mit den höheren Lohn- und Energiekosten sowie den strengeren

Bau- und Umweltvorschriften erklärt. Andererseits geben die Befragten auch an, dass die

kleinbetriebliche Struktur der Schweizer Landwirtschaft höhere Ansprüche an die Infrastruktur stellt

(mehr Silozellen). Dazu kommt eine sehr breite Palette an Sorten und Klassen, welche ebenfalls

zusätzliche Kosten verursacht.

Die Sammelstellen geben an, dass die Annahme- und Reinigungsgebühr derzeit bei drei Franken pro

100 kg Getreide liegt, dies entspricht rund 6% des Getreidepreises. Dieser Betrag ist zur Deckung der

Kosten notwendig, würde allerdings bei einer Halbierung des Getreidepreises 12% ausmachen.

Dieser Prozentsatz wiederum ist unverhältnismässig und die Sammelstellen wären daher nicht mehr

in der Lage, kostendeckende Preise zu realisieren.

55


Erwartete Anpassung: Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass es einen starken

Strukturwandel im Bereich der Sammelstellen geben wird. Sechs Sammelstellen äusserten die

Befürchtung, dass nach einem FHAL die Funktion der Sammelstelle in der Schweiz wegfällt, da die

Schweizer Mühlen direkt das gereinigte Getreide aus dem Ausland importieren werden. In diesem

Szenario würde die Mehrheit der Sammelstellen geschlossen werden müssen. Fünf Sammelstellen

gehen allerdings davon aus, dass der zunehmenden Wettbewerbsintensität mit Fusionen begegnet

werden kann, die eine Senkung der Kosten und so eine steigende Wettbewerbsfähigkeit zur Folge

haben. Einer der Befragten erwähnte, dass eine Grenzöffnung für grenznahe Sammelstellen die

Möglichkeit bietet, auch ausländisches Getreide zu verarbeiten.

Getreidehandel: Die befragten Getreidehändler sind einem FHAL gegenüber eher positiv eingestellt.

Die Abschaffung von tarifären sowie nichttarifären Handelshemmnissen bringt Handelsunternehmen

in ihren Augen Vorteile, da sie aufgrund der erwarteten Mehrimporte von einer Ausdehnung des

Handels ausgehen.

Erwartete Absatzänderung: Drei von vier der befragten Getreidehändler erwarten eine

Absatzerhöhung von bis zu 10% im Bereich des Futtergetreides. Dieser Mehrabsatz wird durch gute

Beziehungen zur Verarbeitungsindustrie sowie die erwartete Nachfrage nach Importgetreide

ermöglicht. Im Bereich des Brotgetreides geht der Handel nicht davon aus, dass eine signifikante

Absatzsteigerung möglich ist. Bei verarbeiteten Produkten (Mehl, Backwaren) sehen drei der vier

Getreidehändler Exportchancen. Der Absatz von Labelgetreide, das direkt mit der Schweizer Herkunft

zusammenhängt, geht einer der Händler von einem Absatzrückgang um die 30% aus.

Kostendifferenzen zur EU: Die Handelsunternehmen weisen unter der Annahme gleicher

Rohstoffpreise keine Kostendifferenzen zu den Unternehmen in der EU aus. Vielmehr sind die Margen

in der Schweiz in diesem Bereich heute höher als die Margen in der EU. Ziel des Handels ist daher

die maximale Abschöpfung der Marge. Mittelfristig werden sich die Margen anpassen und auch der

Preisunterschied bei den Produktpreisen wird geringer werden und sich anpassen. Im

Zusammenhang mit dem vermehrten Getreidehandel werden sich auch die Transportunternehmen

dem gestiegenen Preisdruck und den sinkenden Margen entgegensetzen müssen. Ansonsten wird

der Getreidehandel ausländische Transportfirmen für die Lieferungen in die Schweiz berücksichtigen.

Erwartete Anpassung: Der Handel kann schnell auf Veränderungen reagieren. Einer der Befragten

geht davon aus, dass die Entwicklungschancen sich aufgrund einer im Falle eines FHAL rückläufigen

Marktkonzentration sich verbessern. Die Art und Weise der Anpassung des Handels an ein FHAL

hängt von der Situation der vor- und nachgelagerten Sektoren ab. Sollte sich beispielsweise der Markt

der Mühlen dahingehend entwickeln, dass es weniger, dafür grössere Mühlen gibt, können auch die

Händler schneller rationalisieren und wachsen. Der Handel geht dabei von einer Anpassungszeit unter

einem Jahr aus. Zwei der befragten Handelsunternehmen haben zudem bereits damit begonnen,

56


Beziehungen mit dem nahen Ausland aufzubauen um die internationale Handelstätigkeit rasch

beginnen zu können sobald der Markt geöffnet wird.

Brotgetreidemühlen

Die Mühlen sind einem FHAL gegenüber eher negativ eingestellt. Mit zunehmender Grösse der

Unternehmen wurden jedoch auch mögliche Vorteile angesprochen. Zwei Befragte erwarten vom

FHAL eine einfachere Abwicklung der Zollformalitäten und anderen logistischen Aufgaben. Zudem

erhoffen sie sich Exportmöglichkeiten im Bereich von spezialisierten Produkten und eine Lösung der

Schoggigesetzproblematik. Von fünf Befragten wurde erwähnt, dass Schweizer Mehl durchschnittlich

eine höhere Qualität als EU-Mehl aufweist. In der Verarbeitung sind die Wasseraufnahme und das

Volumenbildungsvermögen besser und es braucht weniger Zusatzstoffe. Zu den weiteren Vorteilen

zählt auch die vergleichsweise breitere Palette an Spezialmehlen. Allerdings wurde in diesem

Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass ca. 95-98% der Mehle als „Commodity“ zu

bezeichnen sind und daher die Substitutionsgefahr sehr ausgeprägt ist. Gerade die

Verarbeitungsindustrie sieht keine besonderen Eigenschaften von Schweizer Mehl und wird äusserst

sensibel auf Preisunterschiede zu EU-Mehlen reagieren.

Erwartete Absatzänderung: Eine grosse Mühle erwartet im Falle der optimalen Begleitmassnahmen

keine Absatzänderung. Im schlechten Fall (ohne entsprechenden Massnahmen) wäre bei ihr eine

Senkung bis zu 20% denkbar. Eine zweite grosse Mühle spricht über eine Absatzsenkung von 5 bis

10% und merkt an, dass diese Mühle als industrieller Betrieb aufgrund der Preissensitivität der

Abnehmer mehr betroffen sein wird als die gewerblichen Betriebe. Fünf Mühlen erwarten eine

Absatzsenkung von 5-20%. Spezialitäten sowie regionale Nischen sind vom Rückgang weniger

betroffen. Eine Brotgetreidemühle, die heute 80% ihrer Produktion in einer peripheren Region der

Schweiz absetzt, erwartet keinen Absatzrückgang. Grössere Mühlen sehen Exportchancen, betonen

allerdings, dass dies nur bei Qualitätsprodukten eine Möglichkeit darstellt und daher keine Auslastung

der Produktionskapazitäten erlaubt. Die Schwierigkeit bei Exporten liegt ihrer Meinung nach darin,

dass der Mehlwettbewerb in der EU hauptsächlich über den Preis geführt wird. Zwei Mühlen gehen

aus diesem Grund davon aus, dass es keine Exportchancen für Schweizer Unternehmen gibt.

Kostendifferenzen zur EU: Die heterogene Zusammensetzung des Mühlenbereiches zeigt sich auch

im Bereich der Kostenstrukturen. Grössere Mühlen gehen von einer Kostendifferenz (Annahme:

gleiche Rohstoffkosten wie EU-Unternehmen) im Bereich von 0 bis 3% aus. Kleinere Mühlen rechnen

dahingegen mit Differenzen von 10 bis 20%. Gerade im Bereich der Mühlen spielen die durch

Subventionen in der EU ausgelösten Wettbewerbsverzerrungen eine zentrale Rolle. Die Mühlen

weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Unternehmen in der EU Beihilfen im Bereich von

Investitionen und Energie in der Grössenordnung von 30% bis 60% des Kostenvolumens erhalten.

Deshalb können die Schweizer Mühlen ohne entsprechende Begleitmassnahmen auch in Zukunft

nicht wettbewerbsfähig produzieren.

57


Erwartete Anpassungen: Es besteht die Gefahr, dass die grossen Schweizer Mühlen aufgrund der

zunehmenden Importe einen Teil ihres Marktes verlieren und beginnen, diejenigen Bäckereien zu

beliefern, welche momentan durch die Mühlen mittlerer Grösse abgedeckt werden. Diese weichen

dann selbst auf kleinere Abnehmer aus und üben somit ihrerseits Druck auf noch kleinere Mühlen aus.

Die meisten Mühlen haben hinsichtlich eines FHAL noch keine Massnahmen geplant. Zwei kleine

Mühlen sagten, dass sie wegen ihrer Grösse schnell reagieren könnten. Erst nachdem die genauen

Abläufe bekannt sind, wird die Anpassung stattfinden.

Mischfutterwerke

Die Mischfutterwerke betonen ihre Abhängigkeit von der Tierproduktion. Zudem stellt sich in diesem

Bereich die Frage nach der Definition der Fleischherkunft und der Zusammensetzung des

Futteranteils in der Tierproduktion.

Erwartete Absatzänderung: Fünf Mischfutterwerke gaben an, dass ihre Absätze nach einem FHAL

sinken werden, aber können keine genauen Zahlen nennen. Sechs Mischfutterwerke erwarten einen

Rückgang im Bereich von 10% bis 30%. Ein Befragter erwartet einen Rückgang um bis zu 50% und

begründet es damit, dass das produzierte Futter nur für die Fleischproduktion verwendet wird und

diese stärker von Importsubstitution betroffen sein wird als die Eierproduktion. Einer der

Interviewpartner geht davon aus, dass der Fleischkonsum in der Schweiz steigt und daher der Absatz

von Mischfutter sogar erhöht werden könnte. Er ist davon überzeugt, dass seine Abnehmer im Falle

eines FHAL nach wie vor Schweizer Mischfutter verwenden würden und auch bereit sind, einen

entsprechenden Mehrpreis zu bezahlen. Die Vorteile von Schweizer Mischfutter sind eine auf den

Kunden zugeschnittene Mischung sowie die Zusammensetzung des Futters (mehr auf Getreide

basierend, weniger Zusatzstoffe). Ein Mischfutterwerk sieht Exportchancen für spezielles Mischfutter,

da die entsprechende Nachfrage in der EU vorhanden ist und ohne Zölle bereits jetzt exportiert

werden könnte.

Kostendifferenzen zur EU: Kostendifferenzen sind gemäss den Befragten schwierig zu definieren.

Die grösseren Mischfutterwerke gehen von Kostendifferenzen (bei gleichen Rohstoffkosten) von ca.

5%, die kleineren Mischfutterwerke von bis zu 20% aus.

Erwartete Anpassung: Ein Mischfutterwerk ist bereits dabei, neue Absatzkanäle in der EU zu

suchen. Das Werk weist dabei darauf hin, dass ein grosses Unwissen im Bezug auf mögliche Abläufe,

bzw. Chancen und Gefahren eines allfälligen FHAL gibt. In diesem Zusammenhang würde eine

vermehrte Information über die zu erwartenden Auswirkungen eines FHAL geschätzt werden. Ein

Befragter sieht keine Notwendigkeit von Übergangsfristen, da dann die notwendige

Strukturbereinigung rascher erfolgt und die Marktverhältnisse sich wieder klären können.

58


Bäckereien/Backindustrie

Im Bereich der Bäckereien hängt die Einschätzung eines FHAL davon ab, ob es sich um eine

gewerbliche oder eine industrielle Bäckerei handelt. In beiden Bereichen ist unabhängig von einem

FHAL bereits ein Strukturwandel im Gang, der sich fortsetzen wird. Gerade die gewerblichen

Bäckereien sehen daher keine Notwendigkeit, sich speziell auf ein FHAL einzustellen.

Erwartete Absatzänderung: Die gewerblichen Bäckereien erwarten keine Änderung ihres Absatzes.

Die industriellen Bäckereien gehen aufgrund von verbesserten Exportmöglichkeiten von einem

steigenden Absatz aus.

Kostendifferenzen zur EU: Von den zwei befragten industriellen Bäckereien gab eine Bäckerei keine

Auskunft auf diese Frage. Die zweite Bäckerei nannte eine Kostendifferenz von 25-30%. Die

gewerblichen Bäckereien gehen von einer Verbilligung der Rohstoffe aus, allerdings betonen sie, dass

diese Kostendifferenz an die Kunden weitergegeben werden muss und daher ein „Nullsummenspiel“

resultiert.

Erwartete Anpassungen der industriellen Bäckereien: Unabhängig von einem FHAL wird nach

Möglichkeiten gesucht, Kosten zu reduzieren, Synergien zu schaffen und zu nutzen sowie die

Zahlungskonditionen zu verbessern. Die Befragten sehen aufgrund der grossen Strukturunterschiede

kaum Möglichkeiten, kostentechnisch das EU-Niveau zu erreichen und können daher keine Auskunft

über allfällige Anpassungszeiten geben. Aufgrund der bereits knappen Kalkulationen wird auch kein

Mehrpreis für Schweizer Mehl akzeptiert, zumal die Mehlqualität in der EU gleichwertig ist. Schon

heute erachtet die Industrie Schweizer Brotgetreide wegen des zu geringen Klebergehaltes als

nachteilig. Der Klebergehalt ist in den letzten Jahren stetig gesunken und Schweizer Mühlen sahen

und sehen sich daher gezwungen, ausländisches Brotgetreide hinzuzufügen, um die Mehlqualität

konstant zu halten. Anders ist die Situation bei Spezialmehlen. Hier wird ein Mehrpreis bezahlt, da

dieses Segment in der Schweiz eine bessere Verfügbarkeit und eine höhere Qualität aufweist.

Einen Vorteil von Schweizer Unternehmen auf dem Schweizer Markt sehen die industriellen

Bäckereien in Faktoren wie langfristigen Partnerschaften, besserem Service und etablierten

Wertschöpfungsketten.

Tierhalter

Die beiden Interviews im Bereich der Tierhaltung (Schweineproduktion, Geflügel- und Eierproduktion)

zeigen eine positive Einstellung gegenüber FHAL. Jedoch wurde in beiden Fällen die Wichtigkeit der

Begleitmassnahmen betont. Das heutige Umfeld hemmt die Strukturentwicklung, indem

beispielsweise Betriebsgemeinschaften mittels zusätzlicher Auflagen behindert werden. In diesem

Zusammenhang stellen gerade die Höchstbestandeslimiten ein grosses Problem dar.

Erwartete Absatzänderung: Bei der Schweinefleischproduktion ist es gemäss den

Interviewaussagen möglich, die heutige Absatzmenge im Falle eines FHAL zu halten. Dies ist jedoch

59


von den Abläufen und Begleitmassnahmen abhängig und nur unter optimalen Rahmenbedingungen

möglich. Die Politik ist daher aufgefordert, eine strukturelle Entwicklung durch die Anpassung der

Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Bezüglich der Änderung der inländischen Geflügelmenge

konnte keine Zahl genannt werden. Es ist eher eine Reduktion der Absätze zu erwarten. Zudem

besteht bei Geflügelfleisch aufgrund der hohen Preisdifferenz zur EU kein Exportpotential. Allenfalls

stellt die Truthahnproduktion eine Nische dar, die ausgenutzt werden kann. Bei der Eierproduktion ist

nach einem FHAL eine Absatzsteigerung von 5 bis 10% zu erwarten. Sowohl die im Inland abgesetzte

Menge als auch die Exporte würden steigen. Exportpotential haben vor allem die Eierprodukte. Eine

Befürchtung der Tierhalter ist eine Verlagerung der Schweizer Verarbeitungsbetriebe ins Ausland, da

diese in der Schweiz nicht weiter wachsen können und so an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Deshalb

ist eine Grenzöffnung für diese Betriebe sehr wichtig. Wenn die Verarbeitungsbetriebe eine

Auslastung ihrer Verarbeitungskapazitäten erreichen und Exportkanäle eröffnen können, so ist auch

für die Schweizer Tierhalter eine Absatzsteigerung denkbar.

Kostendifferenzen zur EU: Die Kostendifferenzen bei der Geflügelproduktion liegen ohne die

Berücksichtigung der Rohstoffkosten bei 20%. Bei der Eierproduktion beträgt die Differenz 30% und

bei der Schweineproduktion 20 bis 30%. In der Tierproduktion sind die Unterschiede auf

unterschiedliche Betriebsgrössen, Umweltauflagen und Tierschutzverordnungen zurückzuführen.

Erwartete Anpassung: Gemäss einem Interviewpartner ist es besser, sich auf ein FHAL

vorzubereiten und dessen Vorteile zu nützen. Denn auch ohne FHAL ist ein Anstieg der Importe von

Fertigprodukten zu erwarten, da diese einen geringeren Zoll aufweisen. Die Änderungen der

Essgewohnheiten von Konsumenten (mehr Fertigprodukte) führen dazu, dass vermehrt

Fertigprodukte importiert werden und so ein Rückgang des Absatzes von Schweizer Produkten zu

beobachten ist. Ebenfalls wurde erwähnt, dass es vor allem auf die von der Politik geschaffenen

Rahmenbedingungen ankommt. Wenn das politische Umfeld eine Anpassung erlaubt, dann wäre ein

Kostenausgleich zwischen der Schweiz und der EU in ungefähr zehn Jahren möglich.

60


6. Folgerungen & Handlungsempfehlungen

In diesem Kapitel werden die Ergebnisse aus den vorangegangenen Kapiteln analysiert und diskutiert.

Des weiteren wird darauf eingegangen, auf welchen Stufen der Getreidebranche Handlungsbedarf

besteht und welche Spielräume die Akteure dabei haben.

6.1 Auswertung entlang der Wertschöpfungskette

Werden die Aussagen von Kapitel vier auf die Darstellung der Wertschöpfungskette (Abbildung 2)

übertragen, so kann gefolgert werden, dass der zu erwartende Strukturwandel auf der Stufe der

Getreideproduzenten am stärksten ausfallen wird. Die Modellrechnungen zeigen, dass der

Getreideanbau unter den getroffenen Annahmen an Wettbewerbsfähigkeit verliert und ein

Flächenrückgang zu erwarten ist. Um Skaleneffekte nutzen zu können, ist eine Vergrösserung der

Fläche pro Betrieb notwendig. Die Resultate der schriftlichen Befragung zeigen allerdings, dass das

Bewusstsein für diese Zusammenhänge bei den Produzenten wenig ausgeprägt ist. Auch wenn es

politisch zu einer Stützung des Getreidebaus durch allfällige Anbaubeiträge kommen sollte, ist die

Ausnutzung von Skaleneffekten und die Minimierung von Maschinen- und Anbaukosten eine

Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Weiterführung des Getreidebaus in der Schweiz. Die

Sensibilisierung der Produzenten für diese Zusammenhänge und Entwicklungspfade ist eine der

Hauptaufgaben des schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV) und swiss granum.

Aufgrund der sehr engen Verknüpfungen der Sammelstellen mit den Produzenten sind auch hier

starke Auswirkungen zu erwarten. Solange der Getreidebau in der Schweiz erhalten bleibt, werden die

Sammelstellen in der Schweiz aufgrund der geografischen Nähe (Transportkosten) nach wie vor

Schweizer Getreide reinigen und lagern. Der bereits begonnene Strukturwandel, das heisst eine

zunehmende Konzentration der Sammelstellen, wird sich unabhängig von einem FHAL fortsetzen, da

so Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen erzielt werden können. Zudem wird die

Bedeutung der Sammelstellen im Falle eines FHAL aufgrund vermehrter Importe von Rohstoffen,

Halb- und Fertigfabrikaten abnehmen. Die Möglichkeit von Getreideimporten durch Sammelstellen ist

als eher gering einzustufen, da die Erstverarbeitung von Getreide in der Regel im Anbaugebiet erfolgt.

Komponenten, die eine zukünftige Existenz der Sammelstellen beeinflussen, sind die geografische

Lage (Nähe zu Anbaugebiet, Grenznähe, Distanz zu Mühle), die Art und Qualität der Produkte sowie

das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Markt der Mühlen ist äusserst heterogen zusammengesetzt. Allgemein sind Spezialisierungstendenzen

festzustellen, das heisst die Mühlen konzentrieren sich entweder auf die Verarbeitung von

Brot- oder von Futtergetreide. Da die Wettbewerbsintensität auf dem Mühlenmarkt bereits hoch ist und

ständig steigt, müssen von den Unternehmen betriebliche Kostensenkungsmassnahmen unabhängig

von einem möglichen FHAL durchgeführt werden. Wird davon ausgegangen, dass der Schweizer

Getreidebau massiv zurückgeht, wird die Importtätigkeit der Mühlen an Bedeutung gewinnen. Dabei

61


sind diejenigen Mühlen im Vorteil, die bereits jetzt ein Netzwerk an Kontakten aufgebaut und erste

Erfahrungen im Ausland gesammelt haben. Bei den Mühlen ist die Grösse entscheidend. Die

Schweizer Marktleader scheinen im europäischen Vergleich gemäss den Interviewaussagen

wettbewerbsfähig zu sein. Kleinere Mühlen werden durch das erfolgreiche Umsetzen von

Nischenstrategien wahrscheinlich einen Weg finden können, im europäischen Markt zu bestehen,

sofern es ihnen gelingt, ihre Produktionskapazitäten entsprechend auszulasten. Bei Mühlen mittlerer

Grösse stellt sich die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit am ehesten, da hier die notwendige

Auslastung der Produktionskapazitäten sowie die hohen Kosten für Transport, Aussendienst und

Beratung (pro produzierter Menge) zu Herausforderungen werden könnten. Zudem ist davon

auszugehen, dass im Rahmen des Strukturwandels im Bereich der Verarbeitungsindustrie manche

Mühlen ihre Abnehmer verlieren könnten.

Der Getreidehandel verfügt im Rahmen eines FHAL über positive Perspektiven, da das

Handelsvolumen vor allem durch den Anstieg von Importen zunehmen wird und die Kostenstrukturen

rasch angepasst werden können.

Auf dem Markt der Bäckereien ist aufgrund der veränderten Konsumentenpräferenzen, der steigenden

Produktivität sowie des ebenfalls steigenden Preisdruckes bereits ein Strukturwandel im Gang, der

durch ein FHAL in einem geringen Mass beschleunigt sowie verstärkt würde. Die Tendenz geht klar

dahin, dass der Anteil an kleinen gewerblichen Bäckereien mit sehr wenigen Filialen abnehmen wird,

während filialisierte Gewerbebäckereien mit mehr als drei Verkaufsstellen und industrielle Bäckereien

mit Abnehmern in der Verarbeitungsindustrie und im Handel sich behaupten können. Zudem ist die

Bedeutung der Rohstoffkosten gerade im Bereich der gewerblichen Bäckereien eher gering

(durchschnittlich 20% des Verkaufspreises) und die Akzeptanz der Kunden dem gegenüber den

industriellen Bäckereien höher angesetzten Brotpreis nach wie vor vorhanden.

Bei den Tierproduzenten zeigen die Modellrechnungen ein anderes Bild als die mündlichen

Interviews. Während die befragten Vertreter der Tierproduzenten aufgrund der angenommenen

Wettbewerbsfähigkeit einem FHAL positiv gegenüberstehen, zeigen die Modellrechnungen, dass hier

eventuell mit Verwerfungen gerechnet werden muss. Allerdings bleibt festzuhalten, dass die

Fleischproduktion in der Schweiz gegenüber den übrigen Betriebszweigen über komparative Vorteile

verfügt. Zudem scheinen bereits kleine Veränderungen der Absatzpreise grosse Auswirkungen auf die

produzierte Menge zu haben (hohe Sensitivität).

Auffallend ist die Tatsache, dass auf sämtlichen Stufen sowohl bei den schriftlichen als auch bei den

mündlichen Befragungen die Akteure ihre persönliche Situation weniger kritisch einschätzen als die

Situation der gesamten Branche. Dieser Effekt, kann zu einer abwartenden Haltung und somit zu

einer Verzögerung des Strukturwandels führen.

In Abbildung 33 sind die zu erwartenden Veränderungen entlang der Wertschöpfungskette

schematisch dargestellt.

62


Abbildung 33: Erwartete Veränderungen bei FHAL

H

Tierproduktion

H

Futtermühlen

Getreideproduktion

H

Sammelstellen

H

H

= Handel

H

Brotgetreidemühlen

H

Bäckereien

Erwarteter Strukturwandel aufgrund FHAL

6.2 Handlungsbedarf & Handlungsspielräume

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der durchgeführten Analysen ergibt sich für die Getreidebranche

Handlungsbedarf einerseits aufgrund des zusätzlichen bzw. des in Teilbereichen beschleunigten

Strukturwandels, der durch ein allfälliges Freihandelsabkommen mit der EU ausgelöst würde. Mit

einem zusätzlichen Strukturwandel ist in erster Linie in der landwirtschaftlichen Produktion

(Pflanzenbau, Tierproduktion) und bei den Getreidesammelstellen zu rechnen, während auf den

übrigen Stufen der Wertschöpfungskette ein FHAL den so oder so absehbaren Strukturwandel

beschleunigen würde. Andererseits ergibt sich für die landwirtschaftliche Produktion Handlungsbedarf

aufgrund der rückläufigen Produktionsvolumina. Die durchgeführten Befragungen zeigen auch, dass

die Akteure in der Branche bei den Produktionsbedingungen in der Schweiz im Vergleich zur EU

sowie bei den Begleitmassnahmen im Zusammenhang mit einem möglichen FHAL noch

Handlungsbedarf sehen.

Das Ausmass des Handlungsbedarfs ist in den Bereichen Strukturwandel (Ausmass und

Geschwindigkeit), Umfang der künftigen Inlandproduktion bei Getreide und Fleisch,

Produktionsbedingungen sowie auch im Bereich der Begleitmassnahmen abhängig von politischen

Beurteilungen und Entscheidungen. Zudem spielen auch die unternehmerischen Absichten der

Marktakteure und ihre Fähigkeit, betriebliche Massnahmen umzusetzen, eine entscheidende Rolle.

Im folgenden sind die einzelnen Handlungsspielräume stichwortartig dargestellt:

Landwirtschaft

• Maschinenauslastung verbessern

• Weiteres Kostensenkungspotential ausnützen (limitiert)

• Massnahmen zur Realisierung von Zusatzerlösen umsetzen (limitiert)

63


Unternehmen

• (Neu-) Positionierung der Produkte prüfen (Mehrwert-Produkte, Nischen, realisierbare

Swissness-Potentiale etc.); inkl. unternehmensübergreifende Wertschöpfungsgestaltung

• Produkterweiterungen prüfen (z.B. Service, Halb- / Fertigfabrikate)

• Exportmöglichkeiten frühzeitig evaluieren

• Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen durch Massnahmen wie Vergrösserung des

Unternehmens, Kooperation mit Berufspartnern oder Veränderung der Beschaffungskanäle

• Frühzeitige Einleitung von Massnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit oder zur

Aufgabe der Geschäftstätigkeit

Branchenebene

• Information und Sensibilisierung bezüglich der Abläufe und Wirkungsweisen eines FHAL und

der damit verbundenen Effekte auf die Akteure in der Branche

• Aufzeigen von Ansatzpunkten für betriebliche Massnahmen zur Senkung der Kosten sowie

zur Steigerung der Effizienz

• Qualitative Vorteile von Schweizer Getreideprodukten weiter bekannt machen

• Aktive Rolle im Prozess der Festlegung von künftigen Rahmenbedingungen und

Begleitmassnahmen für die Branche

Politik

• Rahmenbedingungen für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer

Unternehmen und einen angemessenen Selbstversorgungsgrad schaffen

• Notwendigen Strukturwandel, der voraussichtlich auch ohne FHAL eintreten wird, zulassen

• Begleitmassnahmen und Übergangsfristen so ausgestalten, dass für die Akteure in der

Branche genügend Spielraum besteht, Anpassungsprozesse betriebswirtschaftlich und sozial

verträglich auszugestalten (Planungssicherheit)

Handlungsspielräume bestehen somit auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette sowie auf

Branchenebene. So gilt es in allen Unternehmen von der landwirtschaftlichen Produktion bis zum

Handel bestehende Absatz- und auch Kostensenkungspotentiale konsequent und möglichst frühzeitig

zu erschliessen. Ebenfalls dürfen Ausstiegsszenarien für nicht wettbewerbsfähige Akteure nicht

ausser Acht gelassen werden. Auf Branchenebene bestehen Spielräume im politischen Bereich. Aber

auch im Bereich der Information und Sensibilisierung der Akteure gibt es wichtige Ansatzpunkte für

Aktivitäten der Branchenorganisation. Gerade hier könnte die Branchenorganisation wichtige Beiträge

für die Befähigung ihrer Mitglieder im Umgang mit den Herausforderungen eines allfälligen

Freihandelsabkommens leisten.

64


6.3 Handlungsempfehlungen

Basierend auf den in diesem Dokument dargestellten Ergebnissen aus den Modellrechnungen sowie

den schriftlichen und mündlichen Befragungen werden folgende Handlungsempfehlungen abgegeben:

Sensibilisierung: Das Wissen sämtlicher Beteiligter um die Chancen und Risiken eines FHAL sowie

der erwarteten Wirkungsweisen ist von zentraler Bedeutung. Gerade in diesem Bereich hat swiss

granum in der Funktion als Dachverband die Möglichkeit, unterstützend einzugreifen und Prozesse

aufzugleisen, die den Informationsstand ihrer Mitglieder verbessern. Darunter fallen Themen wie

Wissen um die politischen Mechanismen und Überlegungen oder die Evaluierung und Anpassung der

individuellen Betriebsstrategien für Produzenten, Sammelstellen und Mühlen (inkl. erfolgreiche

Marktpositionierungstrategien).

Kostenstrukturen: In einem wettbewerbsintensiven Umfeld mit geringen Margen ist es unerlässlich,

konsequent mögliche Kostensenkungspotentiale in sämtlichen Betrieben und Prozessen zu evaluieren

und umzusetzen. Gerade der Bereich der Maschinen- und Produktionskapazitätenauslastung soll hier

speziell erwähnt werden. Der schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) sowie swiss

granum haben hierbei die Möglichkeit, Instrumente wie Maschinenringe und überbetriebliche

Zusammenarbeit ihrer Mitglieder zu fördern. Gefordert sind in diesem Bereich aber in erster Linie die

Unternehmen.

Marktpositionierung: Angesichts der zu erwartenden Zunahme der Wettbewerbsintensität auf allen

Stufen der Wertschöpfungskette sind die unternehmerischen Akteure in der Branche auch gefordert,

ihre Positionierung zu überdenken und allenfalls anzupassen. Im Vordergrund stehen dabei

Massnahmen zur Verbesserung des Kundennutzens sowie der Kundenbindung (inkl. Preispremium).

Dabei sind neben klassischen Produktpositionierungsüberlegungen zusätzlich auch

kundenspezifische Dienstleistungen (z.B. Logistik, Lagerhaltung, Liefergarantien, Bestellwesen)

sowie das Angebot von Halb- und Fertigfabrikaten zu bedenken. Für die Umsetzung entsprechender

Massnahmen wird die unternehmensübergreifende Wertschöpfungsgestaltung zunehmend an

Bedeutung gewinnen.

Rahmenbedingungen: Mögliche agrarpolitische Massnahmen, die Begleitmassnahmen zum FHAL

sowie die Produktionsbedingungen (z.B. Ökologie, Höchstbestandesvorschriften, Bauvorschriften)

werden weitgehend von der Politik beeinflusst und festgelegt. Gelangt swiss granum zur Einsicht,

dass die Marktpositionierungsstrategien sowie die Anstrengungen zur Kostenreduktion sämtlicher

Branchenakteure zur Zielerreichung nicht ausreichen, könnte eine entsprechende politische

Vorgehensweise verbandsintern diskutiert und allenfalls beschlossen werden.

65


Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Module im Überblick........................................................................................................... 3

Abbildung 2: Überblick über die innerhalb der Branche eingesetzten Methoden ................................... 4

Abbildung 3: Konzeptueller Rahmen von S_INTAGRAL ........................................................................ 5

Abbildung 4: Preisszenarien für die Modellrechnung (schematisch) ...................................................... 7

Abbildung 5: Produktpreise im Jahr 2020 (Annahmen) .......................................................................... 8

Abbildung 6: Betriebsmittelpreise im Jahr 2020 (Annahmen)................................................................. 9

Abbildung 7: Struktur der Getreidebranche........................................................................................... 15

Abbildung 8: Vorgehen zur Berechnung des Stundenlohnes im Jahr 2009 unter

Berücksichtigung einer stochastischen Ertragsfunktion .................................................. 21

Abbildung 9: Stundenlohn bei Winterweizen (intenso und extenso, 1. Klasse).................................... 22

Abbildung 10: Stundenlohn bei Winterweizen unter unterschiedlichen Voraussetzungen (intenso).... 24

Abbildung 11: Flächenentwicklung in den Szenarien Hoch und Tief .................................................... 27

Abbildung 12: Entwicklung der Ackerkulturen....................................................................................... 28

Abbildung 13: Sensitivitätsanalyse Szenario Tief (schematisch).......................................................... 30

Abbildung 14: Entwicklung der Ackerkulturen im Sensitivitätsszenario Tief_S3................................... 30

Abbildung 15: Entwicklung der Getreideerlöse (inkl. Körnermais)........................................................ 31

Abbildung 16: Entwicklung der Nachfrage nach Kraftfuttermitteln........................................................ 32

Abbildung 17: Sensitivitätsanalyse Schweineproduktion im Szenario Tief ........................................... 33

Abbildung 18: Entwicklung des Kraftfutteranteils in der Futterration der Milchviehhaltung .................. 34

Abbildung 19: Aufrechterhaltung Getreidefläche Szenario Hoch.......................................................... 36

Abbildung 20: Aufrechterhaltung Getreidefläche Szenario Tief ............................................................ 37

Abbildung 21: Betriebszweige der Saatgutproduzenten (n=19)............................................................ 43

Abbildung 22: Betriebszweige der Getreideproduzenten (n=59) .......................................................... 43

Abbildung 23: Unterschiede zwischen Saatgut- und Getreideproduzenten.......................................... 45

Abbildung 25: Vorteile von Schweizer Getreide.................................................................................... 47

Abbildung 26: Nachteile von Schweizer Getreide ................................................................................. 48

Abbildung 27: Erwartete Preissenkung ................................................................................................. 48

Abbildung 28: Maximale Zahlungsbereitschaft für Schweizer Saatgut ................................................. 49

Abbildung 29: Anpassungsdauer der Strukturkosten............................................................................ 50

Abbildung 30: Akzeptanz eines Preiszuschlages für CH Brot- und Futtergetreide............................... 52

Abbildung 31: Beurteilung der Vor- und Nachteile eines FHAL ............................................................ 53

Abbildung 32: Einschätzung der Substitutionsgefahr............................................................................ 54

Abbildung 33: Erwartete Veränderungen bei FHAL .............................................................................. 63

66


Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Modellannahmen .................................................................................................................... 9

Tabelle 2: Befragte Unternehmen ......................................................................................................... 13

Tabelle 3: Jährliche Vermahlungsmengen von Schweizer Brotgetreidemühlen................................... 17

Tabelle 4: Jährliche Vermahlungsmengen von Schweizer Futtermittelmühlen .................................... 17

Tabelle 5: Datengrundlage zur Berechnung des Arbeitsverdienstes.................................................... 19

Tabelle 6: Auswirkungen der Preisannahmen auf den Arbeitsverdienst .............................................. 20

Tabelle 7: Berechnete Zusatzerlöse im Szenario Tief (ergänzt mit Erlöseinbussen) ........................... 38

Tabelle 8: Vorteile eines FHAL (n=78) .................................................................................................. 44

Tabelle 9: Nachteile eines FHAL (n=78) ............................................................................................... 44

Tabelle 10: Unterschiede zwischen Saatgut- und Getreideproduzenten.............................................. 47

67


Anhang

Anhang A:

Anhang B:

Anhang C:

Fragebogen für Saatgutproduzenten (dt/frz)

Fragebogen für Getreideproduzenten (dt/frz)

Interviewleitfaden für mündliche Befragung (dt/frz)

68


Anhang A: Fragebogen für Saatgutproduzenten (dt/frz)


Auswirkungen eines möglichen Freihandelsabkommens im Agrar- und

Lebensmittelbereich Schweiz – EU

Inhalt des Fragebogens:

1. Fragen zu Ihrer Betriebsstruktur

2. Fragen zu den Vorteilen und Nachteilen sowie den Massnahmen

3. Fragen zur Marktsituation bei einem möglichen Freihandelsabkommen CH - EU

Hinweise zum Ausfüllen des Fragebogens

Sie werden im Verlaufe des Fragebogens um Ihre persönliche Meinung gefragt. Natürlich gibt es

weder richtige noch falsche Antworten. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit, ausgehend von Ihren

Erfahrungen und Empfindungen. Der Fragebogen besteht hauptsächlich aus Fragen mit

vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Bitte kreuzen Sie jeweils das Zutreffende an. Bei einigen

Fragen können Sie zudem eigene Ergänzungen anbringen.

Denken Sie bitte daran, dass im Falle eines Freihandelsabkommens im Agrar- und

Lebensmittelbereich mit der EU sich nicht nur die Getreidepreise verändern. Alle Preise für

landwirtschaftliche Produkte werden sich ändern und sich dem EU Preis-Niveau annähern.

Falls Sie Kommentare oder Bemerkungen haben, können Sie diese auf der letzten Seite

hinschreiben.

Bitte beantworten Sie jede Frage!

Bitte senden sie den ausgefüllten Fragebogen bis zum 16. Juni 2009 mit dem beigelegten

Antwortcouvert zurück. Das Couvert ist schon frankiert.

Bei den Rückfragen und Unklarheiten kontaktieren Sie bitte uns unter folgende Telefonnummer:

044 6320719.

Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Mitarbeit.

Wichtig: Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt.


1. Betriebsstruktur

1.1 Wie gross ist Ihr Betrieb (Gesamtfläche in a)? ……………………………………………

1.2 In welcher Zone liegt Ihr Betrieb? ……………………………………………

1.3 Betreiben Sie einen Biobetrieb? ○ Ja ○ Nein

1.4 Welche Betriebszweige betreiben Sie?

Tierhaltung

○ Milchkuhhaltung

○ Mutterkuhhaltung

○ Schweinehaltung

○ Andere Nutztierhaltung

Pflanzenbau

○ Saatgutproduktion (Getreide)

○ Getreidebau (inkl. Körnermais)

○ Ölsaatenanbau

○ Andere Ackerkultur

○ Spezialkulturen (Obstbau, Reben)

○ Andere……………………

1.5 Bei welchem Ihrer Betriebszweige ist der Deckungsbeitrag am höchsten?

.............................................................................................................................................................

1.6 Was für Saatgut haben Sie im Jahr 2008 angebaut?

Getreide

Weizen

Gerste

Roggen

Triticale

Hafer

Mais

Fläche (a)

Andere: ……………………

1.7 Wer kaufte Ihnen 2008 Ihr Saatgut bzw. Ihre

Ernte ab?

……………………………………………

1.8 Wie viele Standardarbeitskräfte (SAK) wurden

2008 auf Ihrem Betrieb benötigt? ……………………………………………

1.9 Wie alt sind Sie? ……………………………………………

1.10 Ist Ihre Hofnachfolge bereits geregelt? ○ Ja ○ Ungewiss ○ Nein


2. Vorteile / Nachteile sowie Massnahmen

2.1 Was spricht für Sie persönlich bzw. für Ihren Betrieb für ein Freihandelsabkommen

CH – EU? Wie stark würde Ihr Betrieb durch die einzelnen Aspekte beeinflusst werden?

Vorteil

Günstigeres Saatgut

Günstigere Pflanzenschutzmittel

Günstigere Düngemittel

Billigere Arbeitskräfte

Grössere Exportchancen

Keinen

Einfluss

(0) (1) (2) (3)

Sehr

starker

Einfluss

(4)

Begleitmassnahmen

………………………………………………………….

………………………………………………………….

2.2 Was spricht für Sie persönlich bzw. für Ihren Betrieb gegen ein Freihandelsabkommen

CH – EU? Wie stark würde Ihr Betrieb durch die einzelnen Aspekte beeinflusst werden?

Nachteil

Tiefere Verkaufspreise für Agrarprodukte

Kosten sinken langsamer als die Erlöse

Entwertung der Gebäude

Marktanteilverluste: Mehr Importe als Exporte

Schärfere Vorschriften bezüglich dem Tierschutz

Schärfere Vorschriften bezüglich der Ökologie

Keinen

Einfluss

(0) (1) (2) (3)

Sehr

starker

Einfluss

(4)

………………………………………………………….

………………………………………………………….

2.3 Überwiegen für Sie und Ihren Betrieb die Vorteile oder die Nachteile eines möglichen Freihandelsabkommen

CH - EU?

○ Vorteile ○ Ausgeglichen ○ Nachteile


2.4 Welche Massnahmen haben Sie in den letzten drei Jahren umgesetzt? (zutreffendes bitte

ankreuzen)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Flächenaufstockung (grössere Fläche bewirtschaften)

Innere Aufstockung (Intensität steigern: Intensivere Betriebszweige wie Milchproduktion,

Fleischproduktion etc.)

Vertikale Integration: Lebensmittelverarbeitung, Verkauf oder Dienstleistungen im Nicht-

Lebensmittelbereich

Spezialisierung

Kooperation mit Berufspartnern

Ausserbetriebliche Tätigkeit: Beispielsweise Lohnunternehmer oder Dienstleistungen für

Dritte (z.B. Kompost der Gemeinde)

Intensitätsabbau auf dem eigenen Betrieb und ausserbetriebliche Beschäftigung

Reduktion des Getreidebaus

Ausstieg aus dem Getreidebau

Betriebsaufgabe

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.5 Welche Massnahmen haben Sie geplant in Hinblick auf ein mögliches Freihandelsabkommen

CH - EU? (zutreffendes bitte ankreuzen)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Flächenaufstockung (grössere Fläche bewirtschaften)

Innere Aufstockung (Intensität steigern: Intensivere Betriebszweige wie Milchproduktion,

Fleischproduktion etc.)

Vertikale Integration: Lebensmittelverarbeitung, Verkauf oder Dienstleistungen im Nicht-

Lebensmittelbereich

Spezialisierung

Kooperation mit Berufspartnern

Ausserbetriebliche Tätigkeit: Beispielsweise Lohnunternehmer oder Dienstleistungen für

Dritte (z.B. Kompost der Gemeinde)

Intensitätsabbau auf dem eigenen Betrieb und ausserbetriebliche Beschäftigung

Reduktion des Getreidebaus

Ausstieg aus dem Getreidebau

Betriebsaufgabe

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.6 Wie viele Standardarbeitskräfte (SAK) würden nach Abschluss eines

Freihandelsabkommens CH - EU auf Ihrem Betrieb benötigt werden?

.............................................................................................................................................................


2.7 Über welche Vorteile (Eigenschaften) verfügt CH-Getreide gegenüber EU-Getreide?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

2.8 Über welche Nachteile (Eigenschaften) verfügt CH-Getreide gegenüber EU-Getreide?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

3. Marktsituation bei einem möglichen Freihandelsabkommen CH - EU

3.1 Einkauf

3.1.1 Welche Preissenkung erwarten Sie beim Einkauf?

Saatgut – % Düngemittel – %

Pflanzenschutzmittel – %

3.1.2 Werden Ihre Abnehmer weiterhin Schweizer Saatgut kaufen?

○ Ja ○ Teilweise ○ Nein

Wenn Ja oder Teilweise:

a) Weshalb werden Sie weiterhin Schweizer Saatgut kaufen?

.................................................................................................................................................

.................................................................................................................................................

b) Welche Preisdifferenz sind Sie maximal bereit zu bezahlen (CHF / 100 kg)?

.................................................................................................................................................

.................................................................................................................................................

3.1.3 Wie viel Prozent günstiger könnten Sie bei einem gleichbleibendem Deckungsbeitrag

produzieren, wenn die Einkaufspreise für Ihre Produktionsmittel (Saatgut, Pflanzenschutzmittel,

Düngemittel) auf EU-Niveau lägen?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................


3.1.4 Wie lange bräuchten Sie Zeit, um Ihre Strukturkosten (z.B. Gebäude- und Maschinenkosten)

auf das EU-Niveau zu senken, wenn Sie ab heute alle Ihre Produktionsmittel (Saatgut,

Düngemittel, Produktionsmittel etc.) zu EU-Preisen einkaufen könnten?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

3.2 Verkauf

3.2.1 Welche Preissenkung erwarten Sie bei Ihrem Verkaufspreis?

Saatgut von

Weizen

Gerste

Roggen

Triticale

Hafer

Mais

Preis heute

(CHF / 100 kg)

Preis bei einem

Freihandelsabkommen

CH - EU

(CHF / 100 kg)

Andere: ……………………

3.2.2 Wird sich Ihre Anbaufläche im Getreidebau verändern?

Getreide

Weizen

Gerste

Roggen

Triticale

Hafer

Mais

Anbaufläche heute (ha)

Anbaufläche bei einem

Freihandelsabkommen

CH – EU (ha)

Andere: ……………………


Finden Sie, dass wichtige Punkte im Fragebogen nicht oder zu wenig angesprochen wurden?

Haben Sie Bemerkungen? Hier haben Sie Platz, um Ihre Punkte aufzuführen.

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................


Conséquences d’un éventuel accord de libre échange CH - UE

dans le domaine agroalimentaire (ALEA)

Contenu du questionnaire:

4. Questions sur la structure de votre exploitation

5. Questions sur les avantages et les inconvénients ainsi que sur les mesures d’un tel accord

6. Questions sur la situation des marchés lors d’un possible accord de libre échange CH - UE

Indications à respecter pour remplir le questionnaire

Tout au long du questionnaire on cherchera à connaître votre avis personnel. Bien évidemment, il

n’y a pas de réponses justes ou fausses. Faites-nous s’il vous plait part de votre avis sur la base

de votre expérience et de vos perceptions. Le questionnaire est principalement constitué de

questions pour lesquelles les différentes réponses possibles sont données. Cochez s’il vous plait

celle qui est juste pour vous. Pour certaines des questions vous aurez également la possibilité

d’ajouter un commentaire.

N’oubliez pas que lors d’un accord de libre échange avec l’UE dans le domaine agroalimentaire, il

n’y aura pas que les prix des céréales qui seront touchés. Les prix de tous les produits agricoles

seront modifiés et se rapprocheront du niveau des prix européens.

Si vous souhaitez faire des commentaires ou des remarques, vous pouvez le faire sur la dernière

page du questionnaire.

Répondez s.v.p. à toutes les questions!

Nous vous prions de bien vouloir nous retourner, à l’aide de l’enveloppe réponse préaffranchie cijointe,

le questionnaire rempli jusqu’au 16 juin 2009.

Pour toute question ou incertitude en rapport avec ce questionnaire, vous pouvez nous contacter

au numéro suivant : 044 6320719.

D’avance nous vous remercions pour votre précieuse collaboration.

Remarque importante: Vos réponses seront traitées de manière strictement confidentielle.


1 Structure de votre exploitation

1.1 Taille de l’exploitation (Surface totale en a)? ……………………………………………

1.2 Dans quelle zone se trouve-t-elle? ……………………………………………

1.3 Exploitez-vous bio? ○ Oui ○ Non

1.4 Quelles branches d’exploitation avez-vous?

Détention d’animaux

○ Détention de vaches laitières

○ Détention de vaches-mères

○ Détention de porcs

○ Détentions d’autres animaux

Cultures

○ Céréales (y compris mais grain)

○ Oléagineux

○ Autres cultures des champs

○ Cultures spéciales (fruits, vignes)

○ Autres……………………………..

1.5 Pour laquelle de vos branches d’exploitation la marge brute est-elle la plus élevée?

.............................................................................................................................................................

1.6 Quelle surface céréalière avez-vous mise en culture en 2008?

Semences

Blé

Orge

Seigle

Triticale

Avoine

Maïs

Surface (a)

Autre: ……………………

1.7 Qui a acheté vos semences en 2008, resp.

votre récolte?

……………………………………………

1.8 De combien d’unités de main-d’œuvre

standards (UMOS) avez-vous eu besoin en 2008?

……………………………………………

1.9 Quel âge avez-vous? ……………………………………………

1.10 La reprise de votre exploitation est-elle déjà

assurée? ○ Oui ○ Incertain ○ Non


2. Avantages / Inconvénients ainsi que Mesures de l’accord

2.1 Pour vous personnellement, resp. pour votre exploitation, qu’est-ce qui plaide en faveur d’un

accord de libre échange? Quelle serait l’importance de l’incidence de ces différents aspects?

Avantages

Semences meilleur marché

Produits phytosanitaires meilleur marché

Engrais meilleur marché

Main d’œuvre meilleur marché

Meilleures chances de pouvoir exporter

Mesures d‘accompagnement

Pas

d’influence

(0) (1) (2) (3)

Influence

forte

(4)

…………………………………………………...

…………………………………………………...

2.2 Pour vous personnellement, resp. pour votre exploitation, qu’est-ce qui plaide en défaveur

d’un accord de libre échange? Quelle serait l’importance de l’incidence de ces différents

aspects?

Inconvénients

Prix de vente plus faible des produits agricoles

Les charges baissent moins vite que les produits

Dépréciation des bâtiments

Perte de parts de marché: plus d’importations que

d‘exportations

Directives plus strictes concernant la protection

des animaux

Directives plus strictes quant à l‘écologie

Pas

d’influence

(0) (1) (2) (3)

Influence

forte

(4)

………………………………………………………….

………………………………………………………….

2.3 Les avantages ou les inconvénients l’emportent-ils pour vous et pour votre exploitation dans le

cadre d’un accord de libre échange CH – EU

○ Avantage ○ Equilibré ○ Désavantage


2.4 Quelles mesures avez-vous réalisées au cours des trois dernières années (cochez s.v.p. ce

qui est juste)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Augmentation de la surface (exploitation d’une surface plus grande)

Intensification (production avec des branches de production plus intensives, comme par

exemple la production de lait ou de viande, etc.)

Intégration verticale: Transformation de produits alimentaires, ventes ou services dans

d’autres secteurs que l’agro-alimentaire

Spécialisation

Coopération avec des partenaires

Activité annexe hors de l’exploitation: Par exemple entrepreneur payé à l’heure ou

service pour tiers (p. ex. composte pour la commune)

Extensification au niveau de l’exploitation et activité annexe hors de cette dernière

Diminution de la mise en culture de céréales

Suppression des céréales

Arrêt de l‘exploitation

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.5 Quelles sont les mesures que vous avez prévu de prendre dans l’optique d’un possible accord

de libre échange CH – EU? (cochez s.v.p. ce qui est juste)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Augmentation de la surface (exploitation d’une surface plus grande)

Intensification (production avec des branches de production plus intensives, comme par

exemple la production de lait ou de viande, etc.)

Intégration verticale: Transformation de produits alimentaires, ventes ou services dans

d’autres secteurs que l’agro-alimentaire

Spécialisation

Coopération avec des partenaires

Activité annexe hors de l’exploitation: Par exemple entrepreneur payé à l’heure ou

service pour tiers (p. ex. composte pour la commune)

Extensification au niveau de l’exploitation et activité annexe hors de cette dernière

Diminution de la mise en culture de céréales

Suppression des céréales

Arrêt de l‘exploitation

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.6 De combien d’unités de main d’œuvres standards (UMOS) auriez-vous encore besoin sur

votre exploitation, après la signature d’un accord de libre échange CH – UE ?

.............................................................................................................................................................


3.1.4 De combien de temps auriez-vous besoin pour ramener vos charges de structure (p.ex.

coûts des bâtiments et des machines) au niveau européen, si vous pouviez dès aujourd’hui

acheter tous vos moyens de production aux prix européens?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

3.2 Ventes

3.2.1 De combien varierait (baisse) le prix de vente de vos semences?

Semences

Blé

Orge

Seigle

Triticale

Avoine

Maïs

Prix aujourd’hui

(CHF / dt)

Prix avec un accord de

libre échange CH - UE

(CHF / dt)

Autre: ……………………

3.2.2 Comment évoluerait la surface des semences mises en culture chez vous?

Semences de

Blé

Orge

Seigle

Triticale

Avoine

Maïs

Surface des semences

mises en culture

aujourd’hui (ha)

Surface des semences

mises en culture avec un

accord de libre échange

CH - UE (a)

Autre: ……………………


Pensez-vous que des points importants ont été oubliés ou trop peu mentionnés dans ce

questionnaire? Avez-vous des remarques particulières à formuler? Vous avez la possibilité

d’apporter ci-dessous des précisions sur les points que vous souhaiteriez approfondir.

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................


Anhang B: Fragebogen für Getreideproduzenten (dt/frz)


Auswirkungen eines möglichen Freihandelsabkommens im Agrar- und

Lebensmittelbereich Schweiz - EU

Inhalt des Fragebogens:

7. Fragen zu Ihrer Betriebsstruktur

8. Fragen zu den Vorteilen und Nachteilen sowie den Massnahmen

9. Fragen zur Marktsituation bei einem möglichen Freihandelsabkommen CH - EU

Hinweise zum Ausfüllen des Fragebogens

Sie werden im Verlaufe des Fragebogens um Ihre persönliche Meinung gefragt. Natürlich gibt es

weder richtige noch falsche Antworten. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit, ausgehend von Ihren

Erfahrungen und Empfindungen. Der Fragebogen besteht hauptsächlich aus Fragen mit

vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Bitte kreuzen Sie jeweils das Zutreffende an. Bei einigen

Fragen können Sie zudem eigene Ergänzungen anbringen.

Denken Sie bitte daran, dass im Falle eines Freihandelsabkommens im Agrar- und

Lebensmittelbereich mit der EU sich nicht nur die Getreidepreise verändern. Alle Preise für

landwirtschaftliche Produkte werden sich ändern und sich dem EU Preis-Niveau annähern.

Falls Sie Kommentare oder Bemerkungen haben, können Sie diese auf der letzten Seite

hinschreiben.

Bitte beantworten Sie jede Frage!

Bitte senden sie den ausgefüllten Fragebogen bis zum 16. Juni 2009 mit dem beigelegten

Antwortcouvert zurück.

Bei den Rückfragen und Unklarheiten kontaktieren Sie bitte uns unter folgende Telefonnummer:

044 6320719

Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Mitarbeit.

Wichtig: Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt.


1. Betriebsstruktur

1.1 Wie gross ist Ihr Betrieb (Gesamtfläche in ha)? ……………………………………………

1.2 In welcher Zone liegt Ihr Betrieb? ……………………………………………

1.3 Betreiben Sie einen Biobetrieb? ○ Ja ○ Nein

1.4 Welche Betriebszweige betreiben Sie?

Tierhaltung

○ Milchkuhhaltung

○ Mutterkuhhaltung

○ Schweinehaltung

○ Andere Nutztierhaltung

Pflanzenbau

○ Getreidebau (inklusiv Körnermais)

○ Ölsaatenanbau

○ Andere Ackerkultur

○ Spezialkulturen (Obstbau, Reben)

○ Andere

1.5 Bei welchem Ihrer Betriebszweige ist der Deckungsbeitrag am höchsten?

.............................................................................................................................................................

1.6 Was für Getreide haben Sie im Jahr 2008 angebaut?

Getreide Fläche (ha) Ertrag (dt / ha)

Weizen

Gerste

Roggen

Triticale

Hafer

Mais

Andere: ……………………

……………………………………………...

1.7 Wer kaufte Ihnen 2008 Ihre Getreideernte ab?

……………………………………………...

1.8 Wie viele Standardarbeitskräfte (SAK) wurden

2008 auf Ihrem Betrieb benötigt? ……………………………………………

1.9 Wie alt sind Sie? ……………………………………………

1.10 Ist Ihre Hofnachfolge bereits geregelt? ○ Ja ○ Ungewiss ○ Nein


2. Vorteile / Nachteile sowie Massnahmen

2.1 Was spricht für Sie persönlich bzw. für Ihren Betrieb für ein Freihandelsabkommen

CH – EU? Wie stark würde Ihr Betrieb durch die einzelnen Aspekte beeinflusst werden?

Vorteil

Günstigeres Saatgut

Günstigere Pflanzenschutzmittel

Günstigere Düngemittel

Billigere Arbeitskräfte

Grössere Exportchancen

Begleitmassnahmen

Keinen

Einfluss

(0) (1) (2) (3)

Sehr

starker

Einfluss

(4)

………………………………………………………….

………………………………………………………….

2.2 Was spricht für Sie persönlich bzw. für Ihren Betrieb gegen ein Freihandelsabkommen

CH – EU? Wie stark würde Ihr Betrieb durch die einzelnen Aspekte beeinflusst werden?

Nachteil

Tiefere Verkaufspreise für Agrarprodukte

Kosten sinken langsamer als die Erlöse

Entwertung der Gebäude

Marktanteilverluste: Mehr Importe als Exporte

Schärfere Vorschriften bezüglich dem Tierschutz

Schärfere Vorschriften bezüglich der Ökologie

Keinen

Einfluss

(0) (1) (2) (3)

Sehr

starker

Einfluss

(4)

………………………………………………………….

………………………………………………………….

2.3 Überwiegen für Sie und Ihren Betrieb die Vorteile oder die Nachteile eines möglichen Freihandelsabkommen

CH - EU?

○ Vorteile ○ Ausgeglichen ○ Nachteile


2.4 Welche Massnahmen haben Sie in den letzten drei Jahren umgesetzt? (zutreffendes bitte

ankreuzen)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Flächenaufstockung (grössere Fläche bewirtschaften)

Innere Aufstockung (Intensität steigern: Intensivere Betriebszweige wie Milchproduktion,

Fleischproduktion etc.)

Vertikale Integration: Lebensmittelverarbeitung, Verkauf oder Dienstleistungen im Nicht-

Lebensmittelbereich

Spezialisierung

Kooperation mit Berufspartnern

Ausserbetriebliche Tätigkeit: Beispielsweise Lohnunternehmer oder Dienstleistungen für

Dritte (z.B. Kompost der Gemeinde)

Intensitätsabbau auf dem eigenen Betrieb und ausserbetriebliche Beschäftigung

Reduktion des Getreidebaus

Ausstieg aus dem Getreidebau

Betriebsaufgabe

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.5 Welche Massnahmen haben Sie geplant in Hinblick auf ein mögliches Freihandelsabkommen

CH - EU? (zutreffendes bitte ankreuzen)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Flächenaufstockung (grössere Fläche bewirtschaften)

Innere Aufstockung (Intensität steigern: Intensivere Betriebszweige wie Milchproduktion,

Fleischproduktion etc.)

Vertikale Integration: Lebensmittelverarbeitung, Verkauf oder Dienstleistungen im Nicht-

Lebensmittelbereich

Spezialisierung

Kooperation mit Berufspartnern

Ausserbetriebliche Tätigkeit: Beispielsweise Lohnunternehmer oder Dienstleistungen für

Dritte (z.B. Kompost der Gemeinde)

Intensitätsabbau auf dem eigenen Betrieb und ausserbetriebliche Beschäftigung

Reduktion des Getreidebaus

Ausstieg aus dem Getreidebau

Betriebsaufgabe

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.6 Wie viele Standardarbeitskräfte (SAK) würden nach Abschluss eines Freihandelsabkommens

CH - EU auf Ihrem Betrieb benötigt werden?

.............................................................................................................................................................


2.7 Über welche Vorteile (Eigenschaften) verfügt CH-Getreide gegenüber EU-Getreide?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

2.8 Über welche Nachteile (Eigenschaften) verfügt CH-Getreide gegenüber EU-Getreide?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

3. Marktsituation bei einem möglichen Freihandelsabkommen CH - EU

3.1 Einkauf

3.1.1 Um wie viel Prozent werden die Einkaufspreise für Ihre Produktionsmittel sinken?

Saatgut – % Düngemittel – %

Pflanzenschutzmittel – %

3.1.2 Werden Sie weiterhin Schweizer Saatgut einkaufen?

○ Ja ○ Teilweise ○ Nein

Wenn Ja oder Teilweise:

a) Weshalb werden Sie weiterhin Schweizer Saatgut kaufen?

.................................................................................................................................................

.................................................................................................................................................

b) Welche Preisdifferenz sind Sie maximal bereit zu bezahlen (CHF / 100 kg)?

.................................................................................................................................................

.................................................................................................................................................

3.1.3 Wie viel Prozent günstiger könnten Sie bei einem gleichbleibendem Deckungsbeitrag

produzieren, wenn die Einkaufspreise für Ihre Produktionsmittel (Saatgut, Pflanzenschutzmittel,

Düngemittel) auf EU-Niveau lägen?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................


3.1.4 Wie lange bräuchten Sie Zeit, um Ihre Strukturkosten (z.B. Gebäude- und Maschinenkosten)

auf das EU-Niveau zu senken, wenn Sie ab heute alle Ihre Produktionsmittel (Saatgut,

Düngemittel, Produktionsmittel etc.) zu EU-Preisen einkaufen könnten?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

3.2 Verkauf

3.2.1 Welche Veränderung Senkung erwarten Sie bei Ihrem Getreide-Verkaufspreis?

Getreide

Weizen

Gerste

Roggen

Triticale

Hafer

Mais

Preis heute

(CHF / dt)

Preis bei einem

Freihandelsabkommen

CH - EU

(CHF / dt)

Andere: ……………………

3.2.2 Wird sich Ihre Anbaufläche im Getreidebau verändern?

Getreide

Weizen

Gerste

Roggen

Triticale

Hafer

Mais

Anbaufläche heute (ha)

Anbaufläche bei einem

Freihandelsabkommen

CH – EU (ha)

Andere: ……………………


Finden Sie, dass wichtige Punkte im Fragebogen nicht oder zu wenig angesprochen wurden?

Haben Sie Bemerkungen? Hier haben Sie Platz, um Ihre Punkte aufzuführen.

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................


Conséquences d’un éventuel accord de libre échange CH - UE

dans le domaine agroalimentaire (ALEA)

Contenu du questionnaire:

10. Questions sur la structure de votre exploitation

11. Questions sur les avantages et les inconvénients ainsi que sur les mesures d’un tel accord

12. Questions sur la situation des marchés lors d’un possible accord de libre échange CH - UE

Indications à respecter pour remplir le questionnaire

Tout au long du questionnaire on cherchera à connaître votre avis personnel. Bien évidemment, il

n’y a pas de réponses justes ou fausses. Faites-nous s’il vous plait part de votre avis sur la base

de votre expérience et de vos perceptions. Le questionnaire est principalement constitué de

questions pour lesquelles les différentes réponses possibles sont données. Cochez s’il vous plait

celle qui est juste pour vous. Pour certaines des questions vous aurez également la possibilité

d’ajouter un commentaire.

N’oubliez pas que lors d’un accord de libre échange avec l’UE dans le domaine agroalimentaire, il

n’y aura pas que les prix des céréales qui seront touchés. Les prix de tous les produits agricoles

seront modifiés et se rapprocheront du niveau des prix européens.

Si vous souhaitez faire des commentaires ou des remarques, vous pouvez le faire sur la dernière

page du questionnaire.

Répondez s.v.p. à toutes les questions!

Nous vous prions de bien vouloir nous retourner, à l’aide de l’enveloppe réponse préaffranchie cijointe,

le questionnaire rempli jusqu’au 16 juin 2009.

Pour toute question ou incertitude en rapport avec ce questionnaire, vous pouvez nous contacter

au numéro suivant : 044 6320719.

D’avance nous vous remercions pour votre précieuse collaboration.

Remarque importante: Vos réponses seront traitées de manière strictement confidentielle.


1 Structure de votre exploitation

1.1 Taille de l’exploitation (Surface totale en ha)? ……………………………………………

1.2 Dans quelle zone se trouve-t-elle? ……………………………………………

1.3 Exploitez-vous bio? ○ Oui ○ Non

1.4 Quelles branches d’exploitation avez-vous?

Détention d’animaux

○ Détention de vaches laitières

○ Détention de vaches-mères

○ Détention de porcs

○ Détentions d’autres animaux

Cultures

○ Céréales (y compris mais grain)

○ Oléagineux

○ Autres cultures des champs

○ Cultures spéciales (fruits, vignes)

○ Autres……………………………..

1.5 Pour laquelle de vos branches d’exploitation la marge brute est-elle la plus élevée?

.............................................................................................................................................................

1.6 Quelles sortes de céréales avez-vous mis en culture en 2008?

Céréales Surface (ha) Rendement (dt / ha)

Blé

Orge

Seigle

Triticale

Avoine

Maïs

Autre: ……………………

1.7 Qui vous a acheté la récolte de céréales en

2008?

1.8 De combien d’unités de main-d’œuvre

standards (UMOS) avez-vous eu besoin en 2008?

……………………………………………...

……………………………………………...

……………………………………………

1.9 Quel âge avez-vous? ……………………………………………

1.10 La reprise de votre exploitation est-elle déjà

assurée? ○ Oui ○ Incertain ○ Non


2. Avantages / Inconvénients ainsi que Mesures de l’accord

2.1 Pour vous personnellement, resp. pour votre exploitation, qu’est-ce qui plaide en faveur d’un

accord de libre échange? Quelle serait l’importance de l’incidence de ces différents aspects?

Avantages

Semences meilleur marché

Produits phytosanitaires meilleur marché

Engrais meilleur marché

Main d’œuvre meilleur marché

Meilleures chances de pouvoir exporter

Mesures d‘accompagnement

Pas

d’influence

(0) (1) (2) (3)

Influence

forte

(4)

…………………………………………………...

…………………………………………………...

2.2 Pour vous personnellement, resp. pour votre exploitation, qu’est-ce qui plaide en défaveur

d’un accord de libre échange? Quelle serait l’importance de l’incidence de ces différents

aspects?

Inconvénients

Prix de vente plus faible des produits agricoles

Les charges baissent moins vite que les produits

Dépréciation des bâtiments

Perte de parts de marché: plus d’importations que

d‘exportations

Directives plus strictes concernant la protection

des animaux

Directives plus strictes quant à l‘écologie

Pas

d’influence

(0) (1) (2) (3)

Influence

forte

(4)

………………………………………………………….

………………………………………………………….

2.3 Les avantages ou les inconvénients l’emportent-ils pour vous et pour votre exploitation dans le

cadre d’un accord de libre échange CH – EU

○ Avantages ○ Equilibre ○ Inconvénients


2.4 Quelles mesures avez-vous réalisées au cours des trois dernières années (cochez s.v.p. ce

qui est juste)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Augmentation de la surface (exploitation d’une surface plus grande)

Intensification (production avec des branches de production plus intensives, comme par

exemple la production de lait ou de viande, etc.)

Intégration verticale: Transformation de produits alimentaires, ventes ou services dans

d’autres secteurs que l’agro-alimentaire

Spécialisation

Coopération avec des partenaires

Activité annexe hors de l’exploitation: Par exemple entrepreneur payé à l’heure ou

service pour tiers (p. ex. composte pour la commune)

Extensification au niveau de l’exploitation et activité annexe hors de cette dernière

Diminution de la mise en culture de céréales

Suppression des céréales

Arrêt de l‘exploitation

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.5 Quelles sont les mesures que vous avez prévu de prendre dans l’optique d’un possible accord

de libre échange CH – EU? (cochez s.v.p. ce qui est juste)

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

o

Augmentation de la surface (exploitation d’une surface plus grande)

Intensification (production avec des branches de production plus intensives, comme par

exemple la production de lait ou de viande, etc.)

Intégration verticale: Transformation de produits alimentaires, ventes ou services dans

d’autres secteurs que l’agro-alimentaire

Spécialisation

Coopération avec des partenaires

Activité annexe hors de l’exploitation: Par exemple entrepreneur payé à l’heure ou

service pour tiers (p. ex. composte pour la commune)

Extensification au niveau de l’exploitation et activité annexe hors de cette dernière

Diminution de la mise en culture de céréales

Suppression des céréales

Arrêt de l‘exploitation

………………………………………………………………………………………………………….

………………………………………………………………………………………………………….

2.6 De combien d’unités de main d’œuvres standards (UMOS) auriez-vous encore besoin sur

votre exploitation, après la signature d’un accord de libre échange CH – UE?

.............................................................................................................................................................


2.7 Quels sont les avantages (caractéristiques) des céréales suisses par rapport aux céréales

européennes?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

2.8 Quels sont les inconvénients (caractéristiques) des céréales suisses par rapport aux céréales

européennes?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

3. Situation du marché lors d’un possible accord de libre échange CH – UE

3.1 Achat

3.1.1 De quel pourcentage les prix d’achat de vos moyens de production vont-ils baisser?

Semences – % Engrais – %

Produits phytosanitaires – %

3.1.2 Continuerez-vous à acheter des semences suisses?

○ Oui ○ En parti ○ Non

Si Oui ou En parti:

a) Pourquoi continuerez-vous à le faire?

.................................................................................................................................................

.................................................................................................................................................

b) Quelle différence de prix maximale êtes-vous prêt à payer (CHF / 100 kg)?

.................................................................................................................................................

.................................................................................................................................................

3.1.3 De combien de % pourriez-vous produire moins cher afin de conserver la même marge

brute, si les prix d’achat de vos moyens de production (semences, produits phytosanitaires,

engrais) se situaient au niveau européen?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................


3.1.4 De combien de temps auriez-vous besoin pour ramener vos charges de structure (p.ex.

coûts des bâtiments et des machines) au niveau européen, si vous pouviez dès aujourd’hui

acheter tous vos moyens de production aux prix européens?

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

3.2 Ventes

3.2.1 De combien varierait (baisse) le prix de vente de vos céréales?

Céréales

Blé

Orge

Seigle

Triticale

Avoine

Maïs

Prix aujourd’hui

(CHF / dt)

Prix avec un accord de

libre échange CH - UE

(CHF / dt)

Autre: ……………………

3.2.2 Comment évoluerait la surface des céréales mises en culture chez vous?

Céréales

Blé

Orge

Seigle

Triticale

Avoine

Maïs

Surface des céréales

mises en culture

aujourd’hui (ha)

Surface des céréales

mises en culture avec

un accord de libre

échange CH - UE (ha)

Autre: ……………………


Pensez-vous que des points importants ont été oubliés ou trop peu mentionnés dans ce

questionnaire? Avez-vous des remarques particulières à formuler? Vous avez la possibilité

d’apporter ci-dessous des précisions sur les points que vous souhaiteriez approfondir.

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................

.............................................................................................................................................................


Anhang C: Interviewleitfaden (dt/frz)


15. 04. 09

Institute for Environmental Decisions

Agricultural Economics - Agri-food &

Agri-environmental Economics Group

Interviewleitfaden

Auswirkungen eines allfälligen Freihandelsabkommens für den

Agrar- und Lebensmittelbereich (FHAL) zwischen der Schweiz und

EU auf die Getreidebranche in der Schweiz

Hintergrundinformation:

„swiss granum“ hat die Gruppe Agrar-, Lebensmittel- und Umweltökonomie des Instituts

für Umweltentscheidungen der ETH Zürich (AFEE) damit beauftragt, die heutige Lage

und die Wettbewerbsfähigkeit der in der Schweizer Getreidebranche beteiligten

Produktionsstufen zu analysieren. Die Studie soll die möglichen Auswirkungen einer

umfassenden Marktöffnung durch ein allfälliges FHAL auf die Schweizerische

Getreidebranche einschätzen.


- Welche Produkte haben Sie bei sich im Sortiment bzw. beziehen und verarbeiten Sie?

a) Brotgetreide b) Futtergetreide c) Mehl d) Mischfutter e) Backwaren …

- Zusammen die Geschäftstätigkeiten definieren bzw. überprüfen.

Fragen:

1.

a) Wie viel Getreide beziehen sie heute aus der Schweiz? Wie viel

aus der EU? (in Tonnen)

b) Wie viel Mehl beziehen sie heute aus der Schweiz? Wie viel aus

der EU? (in Tonnen)

c) Wie viel Mischfutter beziehen sie heute aus der Schweiz? Wie

viel aus der EU? (in Tonnen)

Ankauf,

Lagerfunktion

Handelsfunktion

Verarbeitungsstufe

I

Importware

Inlandware

Brotgetreide

(Sammelstellen)

Futtergetreide

(Vorstufe

der Verarbeiter)

Brotgetreide

(Mühlen)

Futtergetreide

(Futtermittelhersteller)

X X X X X X

Verarbeitungsstufe

II

(Bäcker)

X X X

X X

2.

a) Wie viel teurer verkaufen Sie ihr Getreide heute in der Schweiz

als es in der EU verkauft wird? (CHF/Gewicht)

b) Wie viel teurer verkaufen Sie ihr Mehl heute in der Schweiz als

es in der EU verkauft wird? (CHF/Gewicht)

c) Wie viel teurer verkaufen Sie ihr Mischfutter heute in der

Schweiz als es in der EU verkauft wird? (CHF/Gewicht)

1.00 € = 1.50 CHF

X X X X

X X X

X X X


3.

a) Welche Vorteile haben ihrer Meinung nach Schweizer Getreide

im Vergleich zu EU-Getreide (welche Eigenschaften)?

b) Welche Vorteile hat ihrer Meinung nach Schweizer Mehl im

Vergleich zu EU-Mehl (welche Eigenschaften)?

c) Welche Vorteile hat ihrer Meinung nach Schweizer Mischfutter

im Vergleich zu EU-Mischfutter (welche Eigenschaften)?

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

X X X X X X

Verarbeitung

II

X X X X

X X X

4.

a) Sehen Sie irgendwelche Nachteile des Schweizer Getreides

(Eigenschaften)?

b) Sehen Sie irgendwelche Nachteile des Schweizer Mehls aus

der Schweiz (Eigenschaften)?

c) Sehen Sie irgendwelche Nachteile des Schweizer Mischfutters

(Eigenschaften)?

X X X X X X

X X X X

X X X


5. (Referenzzeitpunkt FHAL wäre in Kraft)

a) Wie viel Prozent mehr dürften Schweizer Getreide im

Vergleich zu EU Getreide kosten, sodass Ihr Unternehmen immer

noch Schweizer Getreide einkauft?

b) Wie viel Prozent mehr dürfte Mehl aus der Schweiz im

Vergleich zu EU Mehl kosten, sodass Ihr Unternehmen immer noch

Schweizer Mehl einkauft?

c) Wie viel Prozent mehr dürfte Mischfutter aus der Schweiz im

Vergleich zu EU Mischfutter kosten, sodass Ihr Unternehmen

immer noch Schweizer Mischfutter einkauft?

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

X X X X X

Verarbeitung

II

X X

X

6. Würde das FHAL Vorteile für Ihre Unternehmung bringen?

Wenn ja, welche und warum?

X X X X X X X

7. Oder würde es im Falle eines FHAL zu Nachteilen kommen?

Wenn ja, zu welchen und warum?

X X X X X X X


8. (Referenzzeitpunkt Interview)

a) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die Ihr Verkaufspreis

für Getreide im Falle eines FHAL geändert würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

b) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die Ihr

Verkaufspreise für Mehl im Falle eines FHAL geändert würde

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

c) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die Ihr Verkaufspreis

für Mischfutter im Falle eines FHAL geändert würde

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

d) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die Ihr Verkaufspreis

für Backwaren im Falle eines FHAL geändert würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

e) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die Ihr Verkaufspreis

für Fleisch im Falle eines FHAL geändert würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

X X X X

X X X

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

X X X

Verarbeitung

II

X X X

X X


9. (Referenzzeitpunkt Interview)

a) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die von Ihnen

verkaufte Menge der Getreide im Falle eines FHAL geändert

würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

b) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die von Ihnen

verkaufte Menge vom Mehl im Falle eines FHAL geändert würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

c) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die von Ihnen

verkaufte Menge vom Mischfutter im Falle eines FHAL geändert

würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

d) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die von Ihnen

verkaufte Menge vom Backwaren im Falle eines FHAL geändert

würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

e) Können Sie eine Prozentzahl nennen, um die von Ihnen

verkaufte Menge vom Fleisch im Falle eines FHAL geändert

würde:

Würde es ungefähr um …% steigen?

Würde es ungefähr um …% sinken?

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

X X X X

X X X

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

X X X

Verarbeitung

II

X X X

X X


10. (Referenzzeitpunkt FHAL wäre in Kraft)

Vorausgesetzt Ihre Zukäufe (Rohstoffe, Getreideprodukte, Mehl)

sind zu EU Konditionen käuflich: Wie hoch wäre die Preisdifferenz

ihrer Produkte zur EU?

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

Verarbeitung

II

X X X X X X X

11. Wenn Sie ab heute alle Ihre Zukäufe zu EU-Konditionen tätigen

könnten: Wie viele Jahre bräuchten Sie für eine Anpassung Ihrer

Kosten auf das EU-Niveau?

X X X X X X X

12. Können Sie im Falle eines FHAL einen allfälligen Rückgang

des Einkaufpreises für die Bäcker einschätzen?

X X X X X

13. Können Sie im Falle eines FHAL einen allfälligen Rückgang

des Einkaufpreises für die Tierhalter einschätzen?

X X X X


14.

a) Inwieweit ist der Preis der Produkte beim Einkauf heute

relevant? Würde sich die Relevanz nach einem FHAL ändern?

nicht

relevant

wenig

relevant

relevant

sehr

relevant

äusserst

relevant

□ □ □ □ □ □

k.A.

b) Inwieweit ist die Qualität der Produkte beim Einkauf heute

relevant? Würde sich die Relevanz nach einem FHAL ändern?

nicht

relevant

wenig

relevant

relevant

sehr

relevant

äusserst

relevant

□ □ □ □ □ □

k.A.

c) Inwieweit ist der Herkunft der Produkte beim Einkauf heute

relevant? Würde sich die Relevanz nach einem FHAL ändern?

nicht

relevant

wenig

relevant

relevant

sehr

relevant

äusserst

relevant

□ □ □ □ □ □

k.A.

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

Verarbeitung

II

X X X X X X X

X X X X X X X

X X X X X X X


15.

a) Inwieweit ist der Preis der Produkte beim Verkauf heute

relevant? Würde sich die Relevanz nach einem FHAL ändern?

nicht

relevant

wenig

relevant

relevant

sehr

relevant

äusserst

relevant

□ □ □ □ □ □

k.A.

b) Inwieweit ist die Qualität der Produkte beim Verkauf heute

relevant? Würde sich die Relevanz nach einem FHAL ändern?

nicht

relevant

wenig

relevant

relevant

sehr

relevant

äusserst

relevant

□ □ □ □ □ □

k.A.

c) Inwieweit ist der Herkunft der Produkte beim Verkauf heute

relevant? Würde sich die Relevanz nach einem FHAL ändern?

nicht

relevant

wenig

relevant

relevant

sehr

relevant

äusserst

relevant

□ □ □ □ □ □

k.A.

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

Verarbeitung

II

X X X X X X X

X X X X X X X

X X X X X X X

16.

a) Wer sind Ihre Kunden?

b) Würden Sie Ihre Kunden bewusst darauf hinweisen, woher

(Schweiz, EU) das jeweilige Produkt stammt?

c) Wie viel Prozent mehr sind ihre Kunden bereit für Schweizer

Produkte zu bezahlen?

X X X X X X X

X X X X X X X

X X X X X X X


17.

a) Wie stark wäre Brotgetreide bei einem FHAL von der

Substitution betroffen? Durch was und weshalb?

Nicht wenig betroffen stark sehr k.A.

betroffen betroffen

betroffen stark

betroffen

□ □ □ □ □ □

b) Wie stark wäre Futtergetreide bei einem FHAL von der

Substitution betroffen? Durch was und weshalb?

Nicht wenig betroffen stark sehr k.A.

betroffen betroffen

betroffen stark

betroffen

□ □ □ □ □ □

c) Wie stark wäre Mehl bei einem FHAL von der Substitution

betroffen? Durch was und weshalb?

Nicht wenig betroffen stark sehr k.A.

betroffen betroffen

betroffen stark

betroffen

□ □ □ □ □ □

d) Wie stark wäre Mischfutter bei einem FHAL von der

Substitution betroffen? Durch was und weshalb?

Nicht wenig betroffen stark sehr k.A.

betroffen betroffen

betroffen stark

betroffen

□ □ □ □ □ □

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

Importware

Inlandware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

X X X X

Futterge

treide

X X X X

Verarbeitung

II

X X X X

X X X


18.

a) Welche Massnahmen hat Ihr Unternehmen in Hinblick auf ein

mögliches FHAL bereits umgesetzt?

b) Welche zusätzlichen Massnahmen hat Ihr Unternehmen in

Hinblick auf ein mögliches FHAL geplant?

Import

ware

Handel Ankauf, Lager Verarbeitung I

Inland

ware

Brotgetreide

Futtergetreide

Brotgetreide

Futtergetreide

Verarbeitung

II

X X X X X X X

X X X X X X X

19. Wie hoch ist der Industrieschutz heute?

a) Mehlimportschutz (CHF/ Menge)

X X X

b) Futtermittelimportschutz (CHF/ Menge) X X X

20.

Wie stark ist Ihr Unternehmen von nicht tarifären

Handelshemmnissen betroffen?

Nicht wenig betroffen stark sehr k.A.

betroffen betroffen

betroffen stark

betroffen

□ □ □ □ □ □

Welche?

X X X X X X X


15. 04. 09

Institute for Environmental Decisions

Agricultural Economics - Agri-food &

Agri-environmental Economics Group

Interviewleitfaden

Etude sur les possibles conséquences our la branche céréalière

suisse d’un éventuel accord de libre échange avec l’UE dans le

domaine agroalimentaire (ALEA)

Contexte:

Pour se préparer à ces futurs changements et afin de trouver des solutions pour maintenir

en Suisse l’activité économique à tous les niveaux, le Comité directeur de swiss granum a

décidé de mandater la chaire d’Economie Agraire et agroalimentaire de l’ETH Zürich pour

analyser les effets sur la branche céréalière suisse d’un possible accord de libre-échange

avec l'UE. Le cadre de cette étude va de la production primaire à la transformation.


- Quels produits avez-vous dans votre assortiment, quels produits transformez-vous?

a) céréale panifiable b) céréale fourragère c) farine d) fourrage mixte e) produits de boulangerie …

- Quelle est votre activité courante?

Questions:

1.

a) Quelle quantité de céréale vous achetez de la Suisse / de la UE?

(en tonne)

b) Quelle quantité de farine vous achetez de la Suisse / de la UE?

(en tonne)

c) Quelle quantité de fourrage vous achetez de la Suisse / de la

UE? (en tonne)

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

(centre de

collecte)

Céréale

fourragèr

e

(stade

préliminaire

transformat

eur)

Céréale

panifiabl

e

(moulin)

Céréale

fourragè

re

(producteu

r de

fourrage

mixte)

X X X X X X

Transfor

mation II

(Boulanger

)

X X X

X X

2.

a) Quelle est la différence de prix entre vos céréales que vous

vendez est ce qui sont vendues en UE? (CHF/poids)

b) Quelle est la différence de prix entre vos farines que vous

vendez est ce qui sont vendues en UE? (CHF/poids)

c) Quelle est la différence de prix entre vos fourrages mixtes que

vous vendez est ce qui est vendus en UE? (CHF/poids)

1.00 € = 1.50 CHF

X X X X

X X X

X X X


3.

a) Quels avantages ont les céréales suisses en comparaison des

céréales européennes? (attributs)

b) Quels avantages on les farines suisses en comparaison des

farines européennes? (attributs)

c) Quels avantages ont les fourrages mixtes de la Suisse en

comparaison des fourrages mixtes européens? (attributs)

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragè

re

X X X X X X

Transfor

mation II

X X X X

X X X

4.

a) Quels désavantages ont les céréales suisses en comparaison

des céréales européennes? (attributs)

b) Quels désavantages on les farines suisses en comparaison

des farines européennes? (attributs)

c) Quels désavantages ont les fourrages mixtes de la Suisse en

comparaison des fourrages mixtes européens? (attributs)

X X X X X X

X X X X

X X X


5. (référence dans le cas d’un ALEA)

a) Quelle différence (en pourcentage) êtes vous / vôtre entreprise

prêt de payer plus pour des céréales de la Suisse en comparaison

des céréales de l’UE?

b) Quelle différence (en pourcentage) êtes vous / vôtre entreprise

prêt de payer plus pour des farines de la Suisse en comparaison

des farines de l’UE?

c) Quelle différence (en pourcentage) êtes vous / vôtre entreprise

prêt de payer plus pour des fourrages mixtes de la Suisse en

comparaison des fourrages mixtes de l’UE?

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

Import

Produit

d’intérie

ur

X X X X X

Transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X

X

6. Aurait l’ALEA des avantages pour vôtre entreprise?

Quels et pourquoi?

X X X X X X X

7. Aurait l’ALEA des désavantages pour vôtre entreprise?

Quels et pourquoi?

X X X X X X X


8. (référence l’interview)

a) Comment changerait le prix de vente des céréales dans le cas

d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

b) Comment changerait le prix de vente des farines dans le cas

d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

c) Comment changerait le prix de vente des fourrages mixtes

dans le cas d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

d) Comment changerait le prix de vente des produits de

boulangerie dans le cas d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

e) Comment changerait le prix de vente des viandes dans le cas

d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

X X X X

Import

X X X

Produit

d’intérie

ur

X X X

Transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X X

X X


9. (référence de l’interview)

a) Comment changerait la quantité de vente des céréales dans le

cas d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

b) Comment changerait la quantité de vente des farines dans le

cas d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

c) Comment changerait la quantité de vente des fourrages mixtes

dans le cas d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

d) Comment changerait la quantité de vente des produits de

boulangerie dans le cas d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

e) Comment changerait la quantité de vente des viandes dans le

cas d’un ALEA (en pourcentage)?

Augmenter environ …%?

Diminuer environ …%?

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

X X X X

Import

X X X

Produit

d’intérie

ur

X X X

Transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X X

X X


10. (référence dans le cas d’un ALEA)

A condition que vous pourriez acheter tout vos entrées (matière

première, produits céréales, farines) aux conditions européens:

Quelle hauteur aurait la différence de prix entre vos produits et

ceux dans l’UE?

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

Import

Produit

d’intérie

ur

Transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X X X X X X

11. Si vous pouvez acheter tout vos entrées aux conditions

européennes depuis aujourd’hui: Combien des années vous aurait

besoin d’adapter vos coûts au niveau européen?

X X X X X X X

12. Dans le cas d’un ALEA: Est-ce que vous pouvez estimer la

diminution du prix de farine pour le boulanger?

X X X X X

13. Dans le cas d’un ALEA: Est-ce que vous pouvez estimer la

diminution du prix de fourrage pour les détenteurs d’animaux?

X X X X


14.

a) Quelle importance a le prix des produits dans l’achat

aujourd’hui? Voudrait l’ALEA changer l’importance du prix?

pas

important

peu

important

important

très

important

Extrêment

important

□ □ □ □ □ □

b) Quelle importance a la qualité des produits dans l’achat

aujourd’hui? Voudrait l’ALEA changer l’importance de la

provenance?

pas

important

peu

important

important

très

important

Extrêment

important

□ □ □ □ □ □

c) Quelle importance a la provenance des produits dans l’achat

aujourd’hui? Voudrait l’ALEA changer l’importance de la

provenance?

pas

important

peu

important

important

très

important

Extrêment

important

□ □ □ □ □ □

n.a.

n.a.

n.a.

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

Import

Produit

d’intérie

ur

Transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X X X X X X

X X X X X X X

X X X X X X X


15.

a) Quelle importance a le prix des produits dans la vente

aujourd’hui? Voudrait l’ALEA changer l’importance du prix?

pas

important

peu

important

important

très

important

Extrêment

important

□ □ □ □ □ □

b) Quelle importance a la qualité des produits dans la vente

aujourd’hui? Voudrait l’ALEA changer l’importance de la

provenance?

pas

important

peu

important

important

très

important

Extrêment

important

□ □ □ □ □ □

c) Quelle importance a la provenance des produits dans la vente

aujourd’hui? Voudrait l’ALEA changer l’importance de la

provenance?

pas

important

peu

important

important

très

important

Extrêment

important

□ □ □ □ □ □

n.a.

n.a.

n.a.

commerce achat, stockage transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

Import

Produit

d’intérie

ur

transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X X X X X X

X X X X X X X

X X X X X X X

16.

a) Quels sont vos clients?

b) Informeriez vous vos clients de la provenance (Suisse, UE) de

vos produits?

c) Quelle pourcentage sont vos clients disposé à payer plus pour

des produit suisse?

X X X X X X X

X X X X X X X

X X X X X X X


17.

a) Sont les céréales panifiables affectées par la substitution dans le

cas d’un ALEA? Par quoi et pourquoi?

Pas

affecté

Peu

affecté

affecté Très

affecté

Extrêment

affecté

n.a.

□ □ □ □ □ □

b) Sont les céréales fourragères affectées par la substitution dans

le cas d’un ALEA? Par quoi et pourquoi?

Pas

affecté

Peu

affecté

affecté Très

affecté

Extrêment

affecté

n.a..

□ □ □ □ □ □

c) Sont les farines affectées par la substitution dans le cas d’un

ALEA? Par quoi et pourquoi?

Pas

affecté

Peu

affecté

affecté Très

affecté

Extrêment

affecté

n.a.

□ □ □ □ □ □

d) Sont les fourrages mixtes affectés par la substitution dans le cas

d’un ALEA? Par quoi et pourquoi?

Pas

affecté

Peu

affecté

affecté Très

affecté

Extrêment

affecté

n.a.

□ □ □ □ □ □

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

Import

X X X X

Produit

d’intérie

ur

X X X X

Transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X X X

X X X


18.

a) Quelle mesure vous avez déjà adapté en considération d’un

ALEA?

b) Quelle mesure supplémentaire vous avez prévu d’adapter en

considération d’un ALEA?

Commerce Achat, stockage Transformation I

Import

Produit

d’intéri

eur

Céréale

panifiabl

e

Céréale

fourragèr

e

Import

Produit

d’intérie

ur

Transfor

mation II

Céréale

panifiable

X X X X X X X

X X X X X X X

19. Quel niveau a la protection de l’industrie aujourd’hui?

a) protection d’import de la farine (CHF/ poids)

X X X

b) protection d’import du fourrage mixte (CHF/ poids) X X X

20.

Est votre entreprise affectée par des restrictions commerciales

non-tarifaires?

pas

affecté

peu

affecté

affecté très

affecté

extrêment

affecté

n.a.

□ □ □ □ □ □

Quelles?

X X X X X X X

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