Newsletter move! März/April 2008 - Mathys AG Bettlach

mathysmedical.com

Newsletter move! März/April 2008 - Mathys AG Bettlach

34

MÄRZ / APRIL 2008

Neues Denken für Medizin und Klinikalltag

I M P U L S E A U S D E R O R T H O P Ä D I E U N D D E M B E R U F L I C H E N U M F E L D ◆

F Ü R Ä R Z T E , F A C H - U N D F Ü H R U N G S K R Ä F T E

Im Interview, Seite 2…

„Ein Optimum

an anatomischer

Rekonstruktion“

Blickpunkt Wissenschaft, Seite 6…

CoM

Das Beste beider Welten?

Aus dem Umfeld, Seite 4…

Kreativitätstechniken:

Nadeln im Heuhaufen


2

I N T E R

V I E W

„Ein Optimum an

anatomischer Rekonstruktion“

PD Dr. med. Géza Pap

Der erst 40-jährige Facharzt für

Orthopädie und Unfallchirurgie

bekleidet seit Juni 2007 die Chefarztposition

des Orthopädisch-Traumatologischen

Zentrums (OTZ) am Park-

Krankenhaus in Leipzig. Nachdem er

sein Studium an der Medizinischen

Akademie Magdeburg 1994 als bester

Absolvent seines Jahrgangs abschloss,

sammelte er unter anderem Erfahrungen

in Grossbritannien, USA, Kanada

und der Schweiz. Zuletzt arbeitete er

als Leitender Oberarzt an der Orthopädischen

Universitätsklinik Magdeburg

bei Professor Dr. Neumann. Neben der

Schulterorthopädie umfassen seine

Tätigkeitsschwerpunkte auch die

Endoprothetik von Hüfte und Knie,

die Sporttraumatologie und die

Rheumachirurgie.

Als Spezialklinik für Knochen- und

Gelenkchirurgie verfügt das Orthopädisch-Traumatologische

Zentrum des

Leipziger Park-Krankenhauses derzeit

über 98 vollstationäre Betten auf

3 hochmodernen Stationen. Über

2.700 Patienten werden hier pro Jahr

versorgt. Ein besonderer Schwerpunkt

des OTZ liegt beim künstlichen

Gelenkersatz; in 4 OP-Sälen werden

dabei sowohl bewährte als auch neue,

innovative Verfahren eingesetzt. Für

die Nachbehandlung der Patienten

verfügt das Haus über eine eigene

Physiotherapieabteilung.

Die Schulterendoprothetik hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Dank

verbesserter Implantate, neuer OP-Verfahren und engagierter Chirurgen sind die Versorgungsoptionen

heute besser denn je. Gleichzeitig nimmt auch im Schulterbereich das Interesse an

minimalinvasiven und computerassistierten Operationstechniken zu. Anlass genug, den Chefarzt

des Orthopädisch-Traumatologischen Zentrums am Leipziger Park-Krankenhaus, Dr. Géza Pap,

zu eigenen Erfahrungen und Präferenzen sowie seiner persönlichen Einschätzung aktueller Entwicklungstendenzen

zu befragen.

Herr Doktor Pap, eine Frage vorab: Finden

Sie in Ihrer neuen Chefarztposition

überhaupt noch die Zeit, Schultern zu

operieren?

Ja, selbstverständlich. Auch wenn es zurzeit

nicht ganz so viele sind. Zum einen, weil man

sich als Chefarzt, besonders am Anfang, um

vieles zu kümmern hat. Zum anderen, weil

wir hier am Park-Krankenhaus gerade erst

begonnen haben, die Schulterendoprothetik

zu etablieren und auszubauen. Das braucht

sicherlich noch einige Zeit, aber wir sind bereits

auf einem sehr guten Weg.

Sie selbst setzen ja nun schon seit einer

ganzen Weile die Affinis ein. Welche Erfahrungen

haben Sie mit dem Implantat

gemacht?

Ich habe mit der Affinis-Schulterendoprothese

sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bin der

Meinung, dass sie Modularität und Variabilität

einerseits und einfache Handhabung andererseits

auf sehr gelungene Weise vereint. Affinis

ermöglicht mir, praktisch sämtliche anatomischen

Varianten, die der Versorgung mit

einer Hemi- oder Total-Schulterendoprothese

zugänglich sind, abzudecken und bietet dabei

ein Optimum an anatomischer Rekonstruktion.

Neben dem verschiebbaren Konus, schätze ich

an der Prothese insbesondere aber auch das

sehr gelungene Implantationsinstrumentarium.

Das gibt mir die Möglichkeit, die Kopfresektion

mit Hilfe einer Resektionslehre durchzuführen.

Oder auch die Raspel als Probeschaft zu verwenden,

um die Konusverschiebbarkeit und

die Exzenterposition des Kopfes zu positionieren,

um gegebenenfalls sogar bei liegendem

Probeschaft eine Nachresektion des Resektionsschnitts

durchzuführen.

Wird die Einstellung der Prothese durch

den verschiebbaren Konus wirklich einfacher?

Und auch anatomischer?

Ich bin der Meinung, dass die Einstellung der

Prothese dadurch in der Tat einfacher wird.

Bisher ist es mir mit Hilfe der Kombination

aus verschiebbarem Konus und exzentrischem

Kopf immer gelungen, die von mir gewünschte

Positionierung des Kopfes zu erreichen. Sogar

in Fällen, von denen ich retrospektiv sagen

muss, dass hier ohne verschiebbaren Konus

eine entsprechende Positionierung des Kopfes

nicht möglich gewesen wäre.

5

Affinis ®

Pluspunkte

im Überblick


3

Ich denke auch, dass mit dem verschiebbaren

Konus die Einstellung der Prothese anatomischer

wird. Wobei man hier einschränkend

sagen muss, dass die anatomische Positionierung

der Prothese auch von der Resektion

des Kopfes und seiner Position zur Pfanne

abhängt. Hier ist natürlich nicht alles mit einem

verschiebbaren Konus korrigierbar. Diesbezüglich

ist jedoch eine Multicenterstudie gelaufen,

auf die ich in diesem Zusammenhang verweisen

möchte.*

Die inverse Versorgung hat in den letzten

Jahren stark zugenommen. Wo setzen Sie

die Indikationslimits?

Die Grenzen werden hier sicherlich dank

Verbesserung der Implantate und dem Vorliegen

von Langzeitergebnissen in Bewegung

geraten. Grundsätzlich bin ich zurzeit – und

mir scheint dies ein allgemeiner Trend zu

sein – noch etwas zurückhaltender was die

Indikation zur inversen Schulterendoprothese

anbelangt. Und zwar sowohl bezogen auf sehr

junge als auch auf sehr alte Patienten.

„Affinis ® vereint auf sehr gelungene

Weise Modularität und Variabilität

mit einfacher Handhabung.“

Es wäre vermessen, dieses weite Feld in der

Kürze eines solchen Interviews ausreichend

beleuchten zu wollen. Man muss sich jedoch

vor Augen führen, dass sich in Fällen mit Rotatorenmanschettenmassenruptur

hier zwar

sehr schnell sehr gute funktionelle Ergebnisse

erzielen lassen. Diese sind aber mit einem erheblichen

Komplikationsrisiko verbunden und

insbesondere bei älteren Patienten aufgrund

1

2

3

4

5

der geringen Plastizität des Deltamuskels auch

häufig nicht von sehr langer Dauer. Meiner

Meinung nach sollte das mit dem Patienten

ausführlich besprochen werden. Er muss

letztendlich entscheiden, ob er für gewisse

Zeit eine sehr gute Schulterfunktion wünscht,

allerdings mit dem Risiko, dass diese sich

unter Umständen verschlechtert oder durch

Komplikationen wie Infektion oder Prothesenlockerung

alteriert wird. Oder ob er lieber

eine Versorgung wählt, die unter Umständen

ein funktionell weniger gutes Ergebnis bringt,

dafür jedoch die genannten Gefahren nicht

aufweist. Ich persönlich würde da nicht apodiktisch

herangehen und etwa sagen, ab oder

bis zu einer bestimmten Altersgrenze sollte

man diese Prothesen implantieren.

Denken Sie, dass MIS und CAS auch in der

Schulterprothetik Einzug halten?

Eine nicht leicht zu beantwortende Frage. Gerade

wenn man bedenkt, dass sowohl MIS als

auch CAS selbst dort, wo sie bereits intensiv

betrieben werden, wie in der Knie- und Hüftendoprothetik,

trotz mehrjähriger Erfahrung noch

immer Gegenstand von Diskussionen sind. Setzt

man, wie es heute viele tun, MIS mit weichteilund

muskelschonenden Operationsverfahren

gleich, so scheint es zumindest vordergründig

sehr sinnvoll, dies auch an der Schulter zu

versuchen. Denn die Schulter ist – mehr noch

als andere Gelenke – ein weichteilgeführtes

Gelenk, und Schulterchirurgie bedeutet zum

allergrössten Teil Weichteilchirurgie.

Was CAS anbelangt, so bin ich mir nicht ganz

sicher, ob der nötige Aufwand hierfür in einem

adäquaten Verhältnis zum Nutzen steht. Obgleich

MIS und CAS ja meist in einem Atemzug

genannt werden, da man die mitunter mangelnde

Übersichtlichkeit des minimalinvasiven

Einzige Total-Schulterendoprothese mit verschiebbarem Konus und exzentrischem

Kopf: Einfache und exakte Rekonstruktion des Kopfmittelpunktes

Genaue anatomische Einstellbarkeit: Wiederherstellung des Drehzentrums

Anpassung an posttraumatische Fehlstellungen

Einfache Operationstechnik durch intelligente, präzise Instrumentierung:

Geführte Resektion unter Kontrolle der Retrotorsion; Raspel als Testprothese

Geeignet für zementierte und zementfreie Implantation

Zugangs durch externe Navigation zu kompensieren

versucht. Ich glaube, es ist hier noch

sehr viel Entwicklungsarbeit notwendig – aber

es gibt interessante Ansätze.

„Ein minimalinvasiver Zugang muss

auch die notwendigen Schritte zur

Weichteilbalancierung ermöglichen.“

Wenn man an MIS denkt, muss von einem

lateralen Zugang ausgegangen werden.

Heute wird aber der deltoidpectorale Zugang

favorisiert. Wo sehen Sie die Vorteile

beider Zugangswege?

Richtig ist, dass man bei MIS an der Schulter

in der Regel an einen Zugang denkt, der nicht

deltoidpectoral ist, der also ohne Ablösung des

Subscapularis auskommt. Dies muss jedoch

nicht zwingend ein lateraler Zugang sein, der

den gesamten Deltoideus spaltet oder alteriert.

Vorstellbar ist unter Umständen auch ein Zugang

der vom Rotatorenmanschettenintervall

ausgeht.

Ich selbst führe bisher Schulterprothesenimplantation

ausschliesslich über den deltoidpectoralen

Zugang durch. Der bietet meines

Erachtens neben der guten Übersichtlichkeit

und Pfannenerreichbarkeit den grossen Vorzug,

ohne weiteres auch die in aller Regel

notwendige ausgiebige Kapsulolyse auszuführen.

Über den Vorteil eines lateralen Zugangs

dagegen kann ich persönlich wenig sagen.

Nur soviel: Ein minimalinvasiver Zugang muss

einerseits deutlich sehnen- und muskelschonender

sein, andererseits aber auch die an der

Schulter praktisch immer notwendigen Schritte

zur Weichteilbalancierung ermöglichen. Ich

denke darin liegt die grösste Herausforderung,

und ich bin sehr gespannt, welche Ansätze

sich hier zeigen und etablieren werden.

Herr Dr. Pap, wir danken Ihnen für das

Gespräch.

* Unter www.mathysmedical.com (Rubrik: Arztforum)

steht die Multizenterstudie für Sie zum Download bereit.

Das Abstract ist in Englisch und Deutsch, die Studie

nur in deutscher Sprache verfügbar.


4

A U S D E M

U M F E L D

Kreativitätstechniken:

Nadeln im Heuhaufen

Wer im Wettstreit um Patienten, Budgets und medizinische Reputation die Nase weiter

vorn haben will, braucht vor allem eines: Innovationskraft. Die Optimierung der

Behandlungsqualität unter zunehmendem Kostendruck verlangt nach neuen Ideen.

Wie aber lässt sich etwa die Dienstplanung revolutionieren? Wie das Behandlungsspektrum

erweitern oder die einzelne OP-Technik verbessern? Gerade die besten

Antworten sind hier nicht immer offensichtlich. Sie zu finden setzt inspirierte und

unkonventionelle Denkarbeit voraus – die Mobilisierung der Kreativität.

◆ Alle Teilnehmer bekommen ein Notizbuch,

in dem Sie die nötigen Informationen über das

Problem finden. Darin sollen Sie zunächst eine

Woche lang alle ihnen einfallenden Lösungsansätze

und Ideen dokumentieren.

◆ Wöchentlich tauschen die Teilnehmer dann

ihre Notizbücher untereinander aus. Sie können

so die Ideen eines Anderen als Anregung

für weitere eigene Einfälle benutzen.

◆ Nach vier Wochen ist der Ideenaustausch

beendet. Der Koordinator sammelt die Bücher

ein, ordnet die Einfälle und erstellt eine Zusammenfassung.

◆ Danach kommen alle Teilnehmer zusammen,

sichten und diskutieren und bewerten

die gesammelten Vorschläge.

Progressive Abstraktion

Hierbei handelt es sich um ein Werkzeug zur

systematischen Problemspezifizierung. Häufig

sind Fragestellungen entlang vorgefasster Vorstellungen

formuliert und engen das Denken

dadurch ein. Durch wiederholtes Abstrahieren

(„Worum geht es eigentlich?“) kann man zum

Wesenskern des Problems gelangen. Und der

birgt erfahrungsgemäss die besten und effektivsten

Lösungen.

Auf die Frage, was ihn von anderen Menschen

unterscheide, antwortete Albert Einstein einst:

Ein normaler Mensch, der eine Nadel im Heuhaufen

finden soll, beende die Suche, sobald

er eine Nadel gefunden habe. Er hingegen

würde den ganzen Heuhaufen durchwühlen,

um sämtliche möglicherweise darin verborgenen

Nadeln zu finden. Anders ausgedrückt:

die besten Problemlösungen lauern häufig da,

wo andere gar nicht erst hinschauen. Gerade

in Krankenhäusern, medizinischen Fachabteilungen,

sogar in Forschungseinrichtungen

findet Ideenfindung häufig eher zufällig statt.

Und das, obwohl es bewährte Methoden gibt,

um eigene Innovations- und Kreativitätspotenziale

auszuschöpfen. Eine Auswahl: Mehr

Tipps und Techniken wie Sie der Kreativität

in Ihrem beruflichen Umfeld Flügel verleihen,

finden Sie unter www.mathysmedical.com:

Menü ‚Arztforum’ – Untermenü ‚Downloads’

– ‚Kreativitätstechniken’.

Collective Notebook

Diese Kreativitätstechnik zählt zu den so genannten

Brainwriting-Methoden. Ihr grosser

Vorteil: Bei Collective Notebook sind die Teilnehmer

zeitlich und räumlich ungebunden,

können neben der normalen Alltagsarbeit

Ideen produzieren und festhalten. Auch der

Tatsache, dass einem Lösungsvorschläge oftmals

gerade dann einfallen, wenn man sich

mit dem Problem nicht bewusst beschäftigt,

trägt diese Methode Rechnung. Die Vorgehensweise

bei Collective Notebook:

Ein allgemeines Beispiel:

Ausgangsproblem: Aufhängen einer Tafel,

obwohl kein Hammer verfügbar ist. (Lösungen:

Verwendung eines anderen harten

Gegenstandes zum Nagel einschlagen, Tafel

an die Wand kleben etc.) – Worum geht es

eigentlich?

1. Abstraktionsebene: Fixierung der Tafel in

Augenhöhe (Lösungen: Aufstellen auf einem

Ständer / Möbelstück, Tafel hochhalten etc.)

– Worum geht es eigentlich?

2. Abstraktionsebene: Visuelle Unterstützung

von Präsentationen oder Fortbildungsveranstaltungen

(Lösungen: Flipchart, Beamer, Overheadprojektor,

Verteilung von Handouts etc.).

NIE-Technik

NIE steht für „Neue Ideen Erfinden“. Es handelt

sich bei dieser Methode um eine Art

„mentaler Provokation“. Sie stellt bestehende

Vor- und Grundannahmen auf den Kopf, um

alte Denkmuster zu durchbrechen und völlig

neue Lösungsansätze zu provozieren. Die Methodik

umfasst 5 Schritte:


N U T Z

B A R

Mobiler C-Bogen

mit neuer

3D-Technologie

5

1. Fixieren des Problems

Zum Beispiel: Das Krankenhaus hat eine hohe Fluktuationsrate.

2. Aufzählung der Selbstverständlichkeiten des Problems

Zum Beispiel: Die Mitarbeitenden haben anderswo bessere Verdienstmöglichkeiten.

3. Formulieren von NIE-Sentenzen als Verneinungen / Verkehrung

dieser Aussagen

Zum Beispiel: NIE-Mitarbeiter bezahlen dafür, dass sie im Krankenhaus

arbeiten dürfen.

4. Entwicklung neuer Ideen auf Basis dieser NIE-Formulierungen

Zum Beispiel: Anstatt selbst Chirurgen einzustellen, werden Belegärzten

Einrichtungen und OP-Personal des Hauses gegen Entgelt für ambulante

Eingriffe zur Verfügung gestellt.

5. Auswahl und Umsetzung der besten Ideen.

Verbesserte Möglichkeiten exakter Diagnosestellung

und intraoperativer Begleitung bietet

ein neuartiges Bildgebungsverfahren der Firma

Ziehm Imaging. Anwendung findet es erstmals

in einem mobilen C-Bogen.

Brainstorming – So geht’s richtig

Brainstorming ist die bekannteste und beliebteste aller Kreativitätstechniken.

Insbesondere wenn man mit seinem Problem noch am

Anfang steht, ist Brainstorming zur Ideenfindung bestens geeignet.

Leider wird heute gerne jeder ungeordnete verbale Gedankenaustausch

zum Brainstorming hochstilisiert. Dem gegenüber gelten

für eine wirklich erfolgversprechende Brainstorming-Session

strikte Rahmenbedingungen und Grundregeln:

◆ Benötigt werden: Eine Gruppe mit idealerweise 4 bis 8 Teilnehmern,

ein Moderator, der die Sitzung leitet und alle vorgebrachten

Ideen protokolliert sowie Flipchart, Tafel o.ä., wo alle

eingebrachten Vorschläge während der Sitzung für die Teilnehmer

sichtbar sind.

◆ Der Moderator stellt das Thema vor und wacht während der

Ideenfindungsphase über die genaue Einhaltung der 4 Grundregeln

des Brainstorming:

1. Kritik ist strengstens untersagt! Keine Idee darf beurteilt

werden, ehe nicht alle Vorschläge geäussert worden sind.

2. Ungewöhnliche, scheinbar absurde Ideen sind willkommen!

Der Grund: Es ist leichter Ideen abzuschwächen

als sie zu entwickeln.

3. Quantität geht vor Qualität!

Es gilt, so viele Ideen wie möglich zu produzieren.

4. Ideen anderer dürfen aufgegriffen, weiterentwickelt

oder neu kombiniert werden!

◆ Die Brainstormingsitzung sollte mindestens 30 Minuten dauern.

Erfahrungsgemäss wird sie zwei Wellen der Ideenproduktion

hervorbringen: Also keinesfalls abbrechen, wenn nach 5 bis

10 Minuten den Teilnehmern zunächst die Ideen ausgehen.

Nach kurzer Zeit werden sie weitere Vorschläge machen,

zwar nicht mehr so viele, häufig aber originellere.

◆ Die Bewertungsphase sollte von der Ideenproduktion deutlich

abgesetzt sein, also mindestens nach einer Pause stattfinden,

besser sogar erst am folgenden Tag.

◆ Beste Bildqualität durch automatische Objekterkennung

bei minimaler Röntgendosis;

Bildoptimierung in Echtzeit durch 3 x 256 Messzellen

über das gesamte Sichtfeld sowie Abdeckung

eines grösseren anatomischen Bereiches

ersparen häufiges Neupositionieren des C-Bogens.

◆ Umwandlung von 2D-Bildsequenzen in eine

3D-Visualisierung mittels variabler Isozentrik-

Technologie vereinfacht die intraoperative Kontrolle

bei chirurgischen Eingriffen; Berechnung

von 3D-Volumen und multiplanare Rekonstruktionen

visualisieren die anatomische Struktur in

unterschiedlichen Ebenen.

◆ Optional integriertes chirurgisches Navigationssystem

für Wirbelsäulen-OPs: Exakte Orientierung

in den abgebildeten Strukturen sorgt

für optimale Vorausplanung bzw. maximale

Stabilität im OP-Verlauf.

◆ Offene Schnittstelle bietet nahtlose Konnektivität

für weitere, unterschiedlichste Navigationslösungen;

ausgezeichnet mit dem Technology

Leadership Award of the Year 2007 der

Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Ziehm Imaging GmbH

Donaustr. 31, D-90451Nürnberg

Telefon: +49 - 09 11 – 21 72-0

Telefax: +49 - 09 11 – 21 72-390

E-mail: info@ziehm-eu.com

Mehr Infos unter www.ziehm.com

Informationen in englischer

und deutscher Sprache.


6

B L I C K P U N K T

W I S S E N S C H A F T

CoM:

Das Beste beider Welten?

von Daniel Delfosse,

Dr. sc. techn.

Die Suche nach einer Hüft-Totalendoprothese mit

maximaler Lebensdauer geht unvermindert weiter.

Vor allem Hart-Hart-Gleitpaarungen wie Metall-Metall

(MoM) oder Keramik-Keramik (CoC)

standen hier bislang im Blickpunkt der Tester.

2004 aber startete ein Orthopädie-Anbieter eine

klinische Studie mit einer alternativen Artikulation:

Einer Keramik-Metall-Kombination (CoM).

Diese CoM-Endoprothese wird mittlerweile aktiv

im Markt beworben. Die Studienergebnisse indes

bedürfen genauerer Betrachtung.

Besagte CoM-Lösung verfügt über ein Pfannen-Inlay aus einer Kobalt-Chrom Legierung

sowie einem Hüftkopf, der aus zirkongehärtetem Aluminium, einer bewährten

Dispersionskeramik, hergestellt ist. Die Autoren führen aus, diese „neue, differenziert

gehärtete CoM-Hüft-Endoprothese mit geringem Abrieb“ reduziere die Abnutzungsrate

im Vergleich zu MoM-Paarungen um ungefähr das 100-fache [1] . Im Hüft-Simulations-Test

mit 28mm Hüftköpfen und Pfannen zeigten die MoM-Paarungen eine

konstante Abrasionsrate von 1.23+/-0.5mm 3 /Mio Zyklen; dies entspricht ungefähr

10mg/Mio Zyklen. Die Abrasionsrate der CoM-Gleitpaarung dagegen hat 0.01mm 3 /

Mio. (0.08mg/Mio.) Zyklen betragen. Dabei waren die Abrasionspartikel laut Studie

vergleichbar mit denen, die in den Geweben um die MoM-Endoprothesen gefunden

wurden. [1] Eine neuere Publikation kann diese Ergebnisse nur zum Teil bestätigen:

Dort ist lediglich die Rede von „einer 10-fachen Reduktion“ der Abrasionsrate und einer

durchschnittlich 50%-igen Reduktion der Kobalt- und Chromionenkonzentration

bei den CoM-Patienten im Vergleich zu Patienten mit MoM-Implantaten. [2]

Ungewöhnliche hohe MoM-Abrasionsrate

Derweil untersuchte Mathys in den Jahren 2003 / 2004 unabhängig voneinander

CoM- (Keramikkopf in einer Kobalt-Chrom-Pfanne) und MoC-Gleitpaarungen (Metallkopf

in einer Keramikpfanne). Stellt man die Ergebnisse dieser tribologischen Hüft-

Simulationstests mit einer 32mm-Artikulation den oben angeführten, der Literatur entnommenen

Daten [1,2] gegenüber, ergibt sich ein erklärungsbedürftiges Bild (Abb.1).

Es fällt auf, dass die präsentierte MoM-Abrasionsrate ungewöhnlich hoch ist. Eine

Erklärung dafür ist, dass Metallhüftköpfe aus einer Kobalt-Chrom Legierung mit geringem

Karbongehalt in Kombination mit einer Kobalt-Chrom legierten Hüftpfanne mit

hohem Karbongehalt verwendet wurden. Mathys hingegen verwendet seit Markteinführung

im Jahr 1997 für seine MoM-Hüft-Endoprothesen ausschliesslich Legierungen

mit hohem Karbongehalt. Zieht man diese zum Vergleich heran, wäre die Abrasionsrate

nicht um das 10- oder gar 100-fache reduziert, sondern allenfalls um 50%.

Ungewisse Risiken

Hinzu kommt, dass die neue CoM-Artikulation einerseits zwar tatsächlich den Metallabrieb

teilweise eliminiert, andererseits aber neue potenzielle Risiken entstehen.

So ist das Ergebnis im besten Fall ein nahezu vollständiges Ausbleiben der Metall-

Simulationstests Mathys

CoM-Studie Mitbewerber

Steady-state Abrasion

(mg/mio Zyklen

10

9

8

7

6

Abb. 1:

Abrasionsraten aus

Mathys-Untersuchung

und Mitbewerber-

Studiendaten im

direkten Vergleich.

5

4

3

2

1

CoC MoM CoM MoM CoM [1] CoM [2]


I H R

A B R U F S T Ü C K

Schrittzähler:

Digitaler Sportsfreund

P R O D U K T

I M F O K U S

ceramys ®

Erste Wahl bei Revisionen

7

Freuen Sie sich auf einen kleinen,

unverzichtbaren Begleiter

für Ihr persönliches Bewegungsprogramm.

Denn bei

Mathys liegt jetzt ein digitaler

Schrittzähler zum kostenlosen

Abruf für Sie bereit. Ganz

gleich ob beim Jogging, Nordic

Walking oder Wandern.

Schritt für Schritt misst das kleine Rechenwunder für Sie

zurückgelegte Distanz, Zeit und Kalorienverbrauch. Und

verrät Ihnen, ob Sie Ihre zuvor eingegebenen Trainingsziele

erreicht haben. Nur 44 g leicht und wahlweise einstellbar

auf metrisches oder britisches Masssystem. Beste Voraussetzungen

also, um sich in Bewegung zu setzen. Fordern

Sie Ihren neuen digitalen Schrittzähler am besten noch

heute kostenlos an!

◆ Per beiliegender Faxantwort: +41 (0)32 644 1 161

◆ Oder ganz formlos per E-mail:

move@mathysmedical.com

abrasion, keine Gefahr einer Keramikfraktur, kein Quietschen.

Im schlechtesten Fall aber tritt nach wie vor Metallabrasion

auf sowie bisher unbekannte Risiken – zum Beispiel verursacht

durch Impingement –, die möglicherweise zur katastrophalen

Abrasion, zu Quietschen oder sogar zur Fraktur des Keramikkopfes

führen.

Ob die Realität der CoM-Endoprothese näher beim „worst“

als beim „best case“ liegt, vermag derzeit niemand zu sagen.

Historisch gesehen jedenfalls treten Keramikfrakturen häufiger

bei Keramikköpfen als bei Pfannen-Inlays auf. Das Risiko

einer Keramikfraktur ist somit bei CoM-Endoprothesen nicht

nennenswert reduziert. Zudem ist Keramik sehr viel härter als

Metall. Wenn also die in-vivo-Situation im Vergleich zum invitro-Test

weniger ideal ist, kann das keramische Material eine

Abrasion des weicheren Metalls verursachen.

Fazit: Nach heutigem Erkenntnisstand bietet COM im Vergleich

zu MOM nur unwesentliche Vorteile beim Abrieb,

generiert aber zusätzlich neue Risiken. Eine sichere Alternative

stellt die COC-Versorgung dar.

Referenzen:

[1]

P.J. Firkins, J. Fisher et al., J Biomech. 34, 2001, p. 1291-1298

[2]

T. DiMarcantonio, Orthopaedics Today Int., July 2007

Seit den frühen 70er Jahren schon werden bei Mathys Biokeramiken

erforscht, entwickelt und produziert. Mit dem Resultat einer kontinuierlichen

Verbesserung der bestehenden Materialien im Bereich keramischer

Werkstoffe. Nun ist es Mathys gelungen, eine neue Keramikgeneration

mit einzigartigen Materialeigenschaften herzustellen – ceramys.

Die nanokristalline Dispersionskeramik

ceramys besteht aus einer homogenen

Mischung von Zirkonium- und Aluminiumoxid.

Sie verfügt damit über ein

Maximum an Bruchsicherheit – die derzeit

höchste Bruchfestigkeit aller auf

dem Markt erhältlichen Keramiken für

die Endoprothetik überhaupt. Überdies

weisen ceramys-Implantate ein deutlich

vermindertes Risiko von Kantenabplatzungen

(Chipping) und Oberflächenaufrauungen im Fall

von rezidivierenden Luxationen auf. Und sie sind alterungsresistent. All das

macht ceramys zu einem Werkstoff, der völlig neue Optionen im Bereich

der Hüftköpfe für Revisionen und dünnwandige Keramik-Inlays eröffnet.

Verminderte Invasivität, erhöhte Langzeitstabilität

Revisionsoperationen stellen von jeher eine besondere Herausforderung

dar – sowohl für den Operateur als auch für das Implantat. ceramys-Revisionsköpfe

bieten nun eine Lösung mit verminderter Invasivität und erhöhter

Langzeitstabilität. Der Operateur hat im Fall einer Pfannen- und / oder

Hüftkopfrevision die Möglichkeit, auf einen in situ verbliebenen Hüftschaft

einen verschleissarmen Keramikkopf aufzusetzen.

Die ceramys-Revisionsköpfe (28mm, 32mm und 36mm) sind in vier

verschiedenen Halslängen S, M, L und XL erhältlich und für alle Schaftsysteme

mit einem 12/14 Euro Konus geeignet. Speziell die XL-Köpfe

eignen sich ausserdem hervorragend für eine Primärversorgung, bei der

ein zusätzliches Offset benötigt wird. Die Revisionsköpfe können mit allen

handelsüblichen UHMW-PE-, hochvernetzten Polyethylen-, Bionit- und

ceramys-Inlays bzw. -Artikulationen kombiniert werden. Eine Kombination

mit metallischen Gleitpaarungen oder Keramiken anderer Hersteller indes

ist nicht möglich.

Impressum

Herausgeber:

Mathys AG Bettlach • Güterstrasse 5 • 2544 Bettlach • Schweiz

Telefon: +41 (0)32 644 1 497 • E-mail: move@mathysmedical.com

Verantwortliche Redakteurin:

Regula Haag • Unternehmens- und Marktkommunikation • Mathys AG Bettlach

Konzept und Gestaltung:

IFAM Institut für angewandte Marketing-Wissenschaften GmbH • D-40545 Düsseldorf

move! ist eine Veröffentlichung der Mathys

AG Bettlach – Ihr kompetenter Partner für

die totalendoprothetische Behandlung in

der Orthopädie. move! wendet sich mit

neuen, nützlichen Informationen an orthopädische

und traumatologische Spezialisten

in Klinik und Praxis sowie an alle Fach- und

Führungskräfte in Medizin, Pflege und Management

im Krankenhaus.

Vielen Dank an alle, die uns bei der Realisierung

von move! mit eigenen Beiträgen,

Informationen und Fotos behilflich waren!

Sie haben Neuigkeiten oder Tipps aus Orthopädie

und Klinik für uns? Sie möchten

sich mit einem eigenen Beitrag an move!

beteiligen? Gerne. Nutzen Sie das beigefügte

Fax-Formular. Oder den direkten

Draht per Telefon und mail.


Die Perle der Keramiken

«Ich bin bei Mathys für das Produktmanagement

unserer neusten Keramik ceramys verantwortlich.

Die einzigartige Materialzusammensetzung und

die daraus resultierenden Produkteigenschaften

machen ceramys zu einer Keramik der neusten

Generation. Und wussten Sie, dass Mathys bereits

seit 1972 Keramikimplantate für die Orthopädie

herstellt?

Wenn Sie mehr über ceramys und unser Keramik-

Knowhow erfahren wollen, kontaktieren Sie mich

unter ceramys@mathysmedical.com.

Ich freue mich darauf!»

Ilka Boecken • Product Manager Hüfte

Mathys AG Bettlach • Güterstrasse 5 • Postfach • CH-2544 Bettlach • Schweiz • www.mathysmedical.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine