PR 52 download - Proletarische Revolution

prolrevol.files.wordpress.com

PR 52 download - Proletarische Revolution

Staatsschulden und Schuldenkrise

20

dass etwas, was in Gestalt

von Staatsanleihen

als „Wert“ daherkommt

nichts ist als ein Titel (Anspruch)

auf zukünftigen

Mehrwert, in diesem

Fall konkret auf zukünftige

Staatseinnahmen,

die ihrerseits den Anteil

des Staates an zukünftigem

Mehrwert repräsentieren.

Sie ist einfach

ein Vorgriff auf diesen

zukünftigen Mehrwert.

Wenn einer Staatsanleihen

kauft, kauft er nicht

irgendeinen tatsächlich

existierenden Wert, sondern

nur einen Titel auf

zukünftig erst noch zu

schaffenden Wert bzw.

Mehrwert. Geht der betreffende

Staat bankrott

oder verschwindet er im

Zug eines Krieges, ist

der vermeintliche Wert

futsch. Ein solcher Vorgriff

ist „notwendig“,

weil der heute tatsächlich

produzierte Mehrwert

bzw. der tatsächlich

angeeignete Profit

nicht mehr ausreicht,

um den Profitanspruch

der ungeheuren Massen

angehäuften Geldkapitals

zu befriedigen.

Brächte man das Geldkapital

um die Möglichkeit

dieses Vorgriffs,

bräche der Kreislauf seiner

Verwertung in sich

zusammen und dies

führte zu einer noch

ganz anderen Krise als

wir sie heute haben. Das

Dilemma resultiert aus

dem Widerspruch zwischen

einerseits den ungeheuren

Massen aufgehäuften

Kapitals, das

sich verwerten will und

muss, das also Profit lukrieren

muss, dies aber in

der „Realwirtschaft“ immer

weniger kann, und

andererseits der objektiven

Beschränktheit des

tatsächlich produzierten

Mehrwerts.

Man muss sich nur einmal

vorstellen, wie es

dem Geldkapital ginge,

nähme man ihm die

Staatsschuld als Verwertungsmöglichkeit

weg.

Genau, wird jetzt mancher

sagen, die Banken

leben ja zu einem Teil

von der Staatsschuld

(und zugleich von der

Spekulation gegen dieselbe).

Aber das meinen

wir nicht, jedenfalls

nicht das alleine. Was

täte z.B. der „schaffende“

Siemens-Konzern

mit seinem Sack überschüssigem

Geld, immerhin

mehr als 10 Mrd. €,

wenn er sie nicht mehr

in Staatsschuld veranlagen

könnte? Oder in

Fonds oder bei Banken

oder (denn Siemens ist

auch selbst eine Bank)

bei der EZB, die ihrerseits

in Staatsschuld veranlagen?

Was täten die

Pensionskassen und privaten

Krankenversicherungen?

Wir reden also

nicht speziell vom Banken-

und Finanzsektor,

dieser ist nur eine besondere

Ausprägung

und Wucherung des

Problems, aber nicht das

Problem selbst.

Die Bourgeoisie profitiert

von Staatsschuld

und „Schuldenkrise“

Nähme man dem Kapital

diese „schönen Seiten“

der „Schuldenkrise“

weg, also die

wunderbaren Verwertungsmöglichkeiten

des

Geldkapitals wie auch

die ebenso wunderbaren

direkten und indirekten

Profitzuwendungen,

die „Rettungen“,

„Ankurbelungen“ und

Subventionen, die Steuerbefreiungen

und -

geschenke, alles wie

gesagt ebenfalls wesentliche

Faktoren für

den Anstieg der Staatsschuld,

und - auf lange

Sicht noch wichtiger! -

würde ihm nicht ermöglicht,

unter Hinweis auf

die „Schuldenkrise“ rollende

Angriffe auf Arbeiter/innenklasse

und

Volk und in den letzten

Jahrzehnten nicht

da gewesene Ausbeutungsfeldzüge

zu führen

- dann würde der

Profit ernsthaft beschädigt

bzw. - in bourgeoisem

Sprachgebrauch

- „die Wettbewerbsfähigkeit

ernsthaft beeinträchtigt“.

Über das alles hinaus

bietet die „Schuldenkrise“,

nämlich diejenige

anderer, schwächerer

Länder, beste Möglichkeiten,

sich fremden

Mehrwert bzw. Profit

anzueignen, indem man

z.B. fremde Märkte noch

leichter erobert, Firmen

und Banken in anderen

Ländern billigst erwirbt,

sich deren Rohstoffe zu

günstigsten Konditionen

aneignet usw. In

Griechenland wird das

gerade vorexerziert:

vom Ausverkauf bisher

staatlichen Eigentums

zu Schleuderpreisen bis

zur Vergabe von Explorations-

und Förderrechten

für Öl und Gas in

der Ägäis.

Natürlich ist nicht zu bestreiten,

dass die „Schuldenkrise“

dem Finanzkapital

auch einiges

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine