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Proletarische Revolution 52

Verteidigung der nationalen

Souveränität Österreichs

kein Thema.

Ein neues „Verteidigungskonzept“

brauchte

auch eine neue

Armeestruktur, die

„ H e e r e s g l i e d e r u n g

72“. Damit wurde als

Kerntruppe die sogenannte

„Bereitschaftstruppe“

geschaffen,

bestehend aus Panzergrenadier-

und Jägerbrigaden,

mit einer Stärke

von 15.000 Mann.

Die „Bereitschaftstruppe“

stellte sozusagen

eine „schnelle Eingreiftruppe“

(„battle group“,

wie man später sagen

würde) dar, sie war der

Kern der Armee, und

sie war eine Berufsarmee.

Den Rest des Bundesheeres

bildeten die

„Landwehr“ bzw. eine

milizartig aufgebaute

Reservearmee. Obwohl

es noch viele Widersprüche

und Schlenker gab

und manche Teile der

Armeeführung damals

tatsächlich ein milizartiges

System in Form der

„Landwehr“ als Hauptbestandteil

der Armee

ausbauen wollten, wurde

damit dennoch in der

Realität der energische

Aufbau einer Berufsarmee

im Rahmen des

Bundesheeres in Angriff

genommen bzw. die

schrittweise Umwandlung

des Bundesheeres

von einer hauptsächlich

auf der Wehrpflicht beruhenden

in eine Armee,

deren Rückgrat

und Kern eine Berufsarmee

darstellte, eingeleitet.

Wehrpflichtige

wurden weiterhin

auch der „Bereitschaftstruppe“

zugeordnet -

aber nur als sogenannte

„Systemerhalter“ (z.B.

als Mechaniker, Kraftfahrer,

v.a. aber Infrastrukturerhalter

bei Kasernenkommandos

und

Stabseinheiten), in einer

Panzerkompanie selbst

z.B. hatten sie nichts

verloren. Einen kleinen

Kern aus Berufssoldaten

hatte es natürlich

seit 1955 immer schon

gegeben, aber jetzt

wurde die Armee regelrecht

umgebaut und die

Wehrpflicht wurde - was

den operativen Einsatz

betrifft - zum zweitrangigen

Beiwerk.

Ab 1990 wurde das „Verteidigungskonzept“

neuerlich geändert.

Jetzt, nach dem Zusammenbruch

der Sowjetunion

und des Warschauer

Pakts, ging es nicht

mehr um Landesverteidigung,

sondern darum,

wie man sich den

Balkan unter den Nagel

reißen konnte, woran

das österreichische

Kapital massiv partizipieren

wollte. Also war

jetzt als „Verteidigungskonzept“

nicht mehr die

Verteidigung des „tiefen

Raums“ angesagt,

sondern eine Art „Vorwärtsverteidigung“.

Österreich

wurde ab jetzt

zwar nicht „am Hindukusch

verteidigt“, das

wäre im Gegensatz zu

den deutschen Kameraden

eine Nummer zu

groß gewesen, aber immerhin

in Jugoslawien.

Dann arbeitete die

Zilk-Platter-Kommission

die neue „Sicherheitsund

Verteidigungsdoktrin

2001“ (Arbeitstitel:

„Bundesheer 2010“)

aus, das auf den weiteren

Ausbau der Elemente

der Berufsarmee im

Rahmen des Bundesheeres

zielte. Ein Kernpunkt

dabei war die Bereitstellung

von 6.000 Mann für

Auslandseinsätze, organisiert

in zwei unmittelbaren

Einsatzbataillons

von je 1.250 Mann und

einer „Rahmenbrigade“

von 3.500 Mann. Das

zielte auf eine massive

Ausweitung und Aufstockung

solcher Einsätze

und stellte eigentlich

eine neue (und bis

heute nicht realisierte)

Dimension imperialistischer

Auslandsaktivitäten

dar 2 .

2

Anfang 2013 standen etwas mehr als 1.500 Soldaten des Bundesheeres in Auslandseinsätzen, vor allem am Balkan

und in Nahost (in Syrien und im Libanon!). Es waren zeitweise auch schon mehr gewesen. Bemerkenswert,

weil eine deutliche „Profilschärfung“, war der Tschadeinsatz 2008 unter französischem Kommando. Es gibt laut

Bundesheer einen unmittelbaren Bedarf bzw. eine derzeitige Soll-Stärke für den Auslandseinsatz von 3.800

Mann (ein paar Frauen mit eingeschlossen, viele gibt‘s ja nicht unter den Berufssoldaten), aber es melden sich

nicht genug Freiwillige und man kann auch Berufssoldaten bisher noch nicht für den Auslandseinsatz zwangsverpflichten.

Als Radius für die „Vorwärtsverteidigung“ im Ausland gelten übrigens laut der Österreichischen

Militärischen Zeitung (ÖMZ) Nr. 1/2013 für die EU „4.000 bis 6.000 Kilometer um Europa herum“.

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