PR 52 download - Proletarische Revolution

prolrevol.files.wordpress.com

PR 52 download - Proletarische Revolution

Wehrpflicht und Berufsheer

miteinander, wer das

„sozialere Gewissen“

hat, und ruinieren gemeinsam

weiter. Diesem

schrittweisen Ruinieren

kann nur im Klassenkampf

entgegengetreten

werden, sonst nehmen

die Dinge weiter

den geplanten Verlauf.

Die „Alternative“, die

die „Volksbefragung“

anbietet, ist irrelevant.

9.600 Zivildiener sollen

durch 8.000 Sozialdiener

ersetzt werden. Dadurch

würde lediglich

die „weiche“ Zwangsarbeit,

die der heutige

Zivildienst darstellt, ersetzt

durch Schaffung

einer neuen Sphäre für

miserabelst bezahlte

Lohnabhängige, eines

neuen Niedriglohnsektors.

Das eine, der Zivildienst,

ist eine Art von

„weicher“ Zwangsarbeit

um 710 € pro Monat (das

ist incl. Sozialversicherungsbeitrag

und der

Verpflegskosten bei voller

Auszahlung, zuzüglich

ggf. Fahrt-, Wohn-,

Unterhaltskosten, diverse

andere Zulagen etc.) -

die „Alternative“ ist ein

Niedriglöhnertum um

1.386 € im Monat (hier

aber brutto, vor Abzug

des Sozialversicherungsbeitrags

und der

Lohnsteuer, und natürlich

ohne weitere Zulagen

und Vergütungen!).

Warum soll sich - auf gut

wienerisch - jemand diese

Scheisshack‘n antun,

es sei denn, die Alternative

wäre Arbeitslosigkeit

oder Sozialhilfe

bzw. neuerdings „Mindestsicherung“.

Man

wird sicher Menschen

für solche Jobs finden,

aber die allermeisten

davon nicht wegen einer

„sozialen Berufung“

und mit „ganzem

Engagement“ und „gut

ausgebildet“. Das wäre

erstaunlich bei einem

so lausigen Lohn, auch

hier ohne unbefristeten

Arbeitsvertrag usw. usf.

Jetzt kann man natürlich

sagen, dass so ein

Niedriglohnjob immer

noch besser sei als der

erzwungene Arbeitsdienst,

der als Zivildienst

daherkommt. Aber das

ist wie Pest und Cholera.

Es wäre eine Aufgabe

des gewerkschaftlichen

Kampfes, sicherzustellen,

dass die Beschäftigten

im Sozialbereich

dem Wert ihrer Arbeitskraft

entsprechend bezahlt

werden und dort

ordentliche Arbeitsverhältnisse

herrschen und

sie nicht durch „freiwilliges“

Lohndumping

der „Sozialdienstler“

oder erzwungenes der

Zivildiener konkurrenziert

werden. Der Herr

Hundsdorfer verspricht

einen Kollektivvertrag

für den „freiwilligen Sozialdienst“,

es geht aber

um dessen Inhalt. Und es

geht auch um einen gesetzlichen

Mindestlohn

von zumindest 1.600

€, um solche schmutzigen

Manöver und generell

den vielgerühmten

Niedriglohnsektor

zu verhindern bzw. zu

beseitigen 13 . (Die einzige

nützliche Seite des

Hundsdorfer‘schen Projekts

ist, dass es ungewollt

- durch die Festlegung

der Höhe der

Entlohnung des „freiwilligen

Sozialjahres“ -

nochmals die Dringlichkeit

eines gesetzlichen

Mindestlohns in angemessener

Höhe bestätigt

und auch, dass diese

Höhe deutlich über

der Hundsdorfer‘schen

liegen muss.)

Noch ein paar absurde

und verlogene „Argumente“

Dazu kommen noch

vielfältige andere Argumente,

darunter einige

sehr dumme und

einige sehr verlogene.

Da sind gewisse Pazifisten,

die die Abschaffung

der Wehrpflicht

für einen Schritt zu ihrer

Vision der Abschaffung

des Bundesheeres

halten. Wir halten die

„Abschaffung des Bundesheeres“

für eine falsche,

weil von der Re-

13

Bemerkenswert übrigens, wie die Profiteure des Zivildienstes, insbesondere die christlichen, den Zivildienst

verteidigen, weil ihnen die 1.386 € für das neue Sozialjahr als viel zu hoch und unbezahlbar erscheinen. Seit

jeher entfaltet sich christliche Nächstenliebe häufig in Gestalt besonders krasser Ausbeutung und überhaupt

besonderer Niedertracht, bis hin zum Preisdumping durch die Ausbeutung wehrloser Heimkinder, wie sie von

der katholischen Kirche praktiziert wird, heute speziell in den neokolonialen Ländern, früher auch überall in

Europa. Jedenfalls ist das die Linie der „Hirten“, obwohl einige „Schäfchen“ manchmal aus der Reihe tanzen.

34

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine