PR 52 download - Proletarische Revolution

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Pensionen und Klassenkampf

usw. usf., und insbesondere

müssen sie auch

die Kinder und Jugendlichen

„aushalten“ 3 .

(Wir reden hier nur von

Teilen des Volkes, die

jede Gesellschaft erhalten

muss, nicht von der

Kapitalistenklasse und

ihrer politischen, ideologischen

etc. Anhängsel.)

Es ist - um beim Beispiel

zu bleiben - ganz gleichgültig,

ob man eine/n

Pensionist/in oder eine/

n Arbeitslose/n „aushalten“

muss. Zwischen

diesen wurde schon seit

jeher gerne hin- und

hergeschoben. In den

1970er und 1980er Jahren,

als wieder Arbeitslosigkeit

aufkam, aber

die Aufrechterhaltung

der Fiktion der „Vollbeschäftigung“

(das

hieß damals: weniger

als 100.000 Arbeitslose)

noch eine wichtige „sozialpartnerschaftliche“

Aufgabe war, wurden

zielstrebig Arbeitslose

in die Pensionsversicherung

geschoben. Heute

steht die „Sanierung“

der Pensionsversicherung

im Vordergrund,

denn für das Hinunterrechnen

der Arbeitslosenzahlen

und für die

profitable Verwertung

der Arbeitslosen gibt es

schon Mittel und Wege

in ausreichendem Maß.

Tatsache ist: Wenn der

Staat das Pensionsalter

immer weiter erhöht,

aber die Chancen der

betreffenden Menschen

auf einen Job gleich

Null sind, schaufelt man

nur Menschenmaterial

aus der Pensions- in die

Arbeitslosenversicherung.

„Rechte Tasche,

linke Tasche“ könnte

man sagen, aber das

stimmt nicht ganz, denn

die Arbeitslosen und anschließend

Sozialhilfeempfänger

bzw. neuerdings

„Mindestgesicherten“

kann man noch

leichter noch weiter hinunterdrücken,

auch in

Richtung einer Art faktischen

Zwangsarbeit

(wie es sie in Deutschland

schon massenhaft

gibt), während man den

Pensionist/innen „nur“

die Pension kürzen

kann. Außerdem gehört

der Pensionist überwiegend

schon nicht mehr

zur „industriellen Reservearmee“,

er ist nur

mehr mit Einschränkungen

zu gebrauchen,

während man den Arbeitslosen

gut gebrauchen

kann, insbesondere

auch, um Druck auf

seine Klassengenoss/innen

zu erzeugen.

Um sich ein Bild zu machen,

was eine Gesellschaft

„verkraften“

kann, muss man

sich nicht das Verhältnis

von Erwerbstätigen

und speziell Pensionist/

innen anschauen, sondern

ein ganz anderes

Verhältnis, nämlich:

auf wie viele Menschen,

die arbeiten, entfallen

wie viele Menschen, die

nicht arbeiten. Dieses

Verhältnis der Arbeitenden

zu den Nichtarbeitenden

ist die „allgemeine

Erwerbsquote“,

d.i. die Quote zwischen

den Erwerbstätigen und

der gesamten Wohnbevölkerung.

Geht man

nach der bourgeoisen

„Öffentlichkeit“, speziell

mit ihrer Propaganda

zur „Pensionistenflut“,

müsste man meinen,

dass die Erwerbsquote

ständig sinkt.

Wenn immer weniger

Arbeitende immer mehr

Nichtarbeitende „aushalten“,

und das in einem

dramatischen Ausmaß,

muss sich das in einer

dramatisch sinkenden

Erwerbsquote ausdrücken.

3

Seltsam, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, diesen - angeblichen, wie sich gleich zeigen wird - Widerspruch

dadurch aufzulösen, dass alle Jugendlichen schon mit 14 Jahren (oder sogar noch früher, anderswo

geht‘s ja auch!) in die Lohnarbeit verfrachtet werden. Wie die Alten müssen nämlich auch sie von den „Erwerbstätigen“

erhalten werden. Aber das wäre denn doch zu absurd - insbesondere angesichts der ohnehin schon

enormen Jugendarbeitslosigkeit. Letzteres trifft allerdings in analoger Weise auf Menschen ab 50 aufwärts zu.

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