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Stopp den imperialistischen Angriffen auf Mali!

Vorbemerkung: Dieser Beitrag wurde mit 20.2. abgeschlossen, am 21.2. kam es zur ersten größeren Konterattacke

angeblicher oder wirklicher „Djihadisten“ in der vor zwei Wochen „befreiten“ und „gesäuberten“

Stadt Gao. Um 8 Uhr morgens hatten diese das Rathaus der Stadt besetzt und sich verschanzt. Zuerst

versuchte die malische Armee, das Gebäude zu stürmen, geriet in Hinterhalte und scheiterte. Die französischen

Besatzungstruppen schauten 3 Stunden lang zu und erklärten später, man hätte die Kampfkraft

der malischen Armee testen wollen. Ab 11 Uhr griffen zusätzlich französische Truppen, samt Panzern und

Hubschraubern, ein. Nach insgesamt zehnstündigen Kämpfen wurde das Rathaus schließlich erobert und

die Besetzer getötet.

Am Freitag, den 11.Jänner 2013, startete die

französische Armee - insofern überraschend,

als zu einem vorgezogenen Zeitpunkt - aus

der Luft und auf dem Boden ihre Militärinvasion

in Mali 1 . In den Wochen zuvor war sie

von ihren diversen Marionetten in Westafrika

„zu Hilfe gerufen worden“, zuletzt auch

von dem Putschregime in der Hauptstadt Bamako

selbst, das vor etwa einem Jahr durch

einen Militärcoup an die Macht gekommen

war, aber kein stabiles Regime errichten

konnte und angesichts des Vormarsches der

„Djihadisten“ 2 aus dem Norden seine Felle

davon schwimmen sah. Alle ihre Quislinge

- vom Präsidenten von Côte d‘Ivoire, Ouattara,

den der französische Imperialismus Anfang

2011 an die Macht geputscht hatte und

der derzeit den Vorsitz der ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft

der Westafrikanischen

Staaten) führt, bis zu dem Verbrecher Compaoré,

seit einem französischen Putsch 1987

(bei dem der gewählte Präsident und antiimperialistische

Revolutionär Sankara umgebracht

wurde) Präsident von Burkina Faso -

hatten Paris um eine solche Militärintervention

gebeten, die französischen Imperialisten

hatten aber lange Zeit gezögert. Afrikanische

Truppen der ECOWAS sollten die Sache

selbst erledigen, Frankreich würde nur durch

Waffenlieferungen, Logistik und Spionage,

mit finanziellen Mitteln und Militärberatern

und -ausbildern vor Ort „helfen“, vielleicht

auch einige Bomben abwerfen, aber selbst

keine Bodentruppen in größerer Stärke entsenden.

Sogar ein Zeitplan stand schon fest

und war von der UNO abgesegnet: im September

2013 sollten westafrikanische Truppen

einsatzbereit sein und eingreifen. Aber

deren Aufstellung zog sich in die Länge, Lippenbekenntnisse

zur Teilnahme an so einer

Militärintervention paarten sich mit deutlicher

Zurückhaltung in der Praxis, vor allem

aus der absolut berechtigten Angst, ob man

sich nicht Widerstand und Widersprüche im

eigenen Land einhandeln würde und auch

ob man dazu überhaupt in der Lage wäre.

Immerhin war die malische Armee gerade

erst vor den von Norden her vorrückenden

„Djihadisten“ ungeordnet und kampflos

davongelaufen, ebenso die tschadische

2008 vor ein paar Hundert aus dem Sudan

kommenden Rebellen auf einigen Dutzend

„Pick-ups“. Zugleich aber marschierten die

„Djihadisten“ weiter Richtung Süden. Zwar

hatten sie anscheinend keine Absicht, die

Hauptstadt Bamako anzugreifen, das wurde

bloß später zur Rechtfertigung der französischen

Invasion vorgeschoben, aber sie destabilisierten

natürlich die ohnehin schon vollständig

zersetzte malische Staatsmacht noch

weiter. In dieser Lage entschied sich die französische

Regierung zu einem Militärschlag

1

Diese wurde von einer chauvinistischen Welle begleitet, die sich breit gefächert, vom Kriegs- und Siegesrausch

bis zum plötzlichen „humanitären“ Mitleid für die durch die „Djihadisten“ Gepeinigten, entfaltete. Mit von der

Partie wie immer die „Linkspartei“ („Parti de gauche“), die sogenannte PCF und die „Grünen“. Sie alle übten

auch eine kleine Kritik, nämlich dass man das Parlament nicht vorher um Erlaubnis gefragt hätte, eine lächerliche

und dümmliche Kritik, zumal sie dem Krieg sowieso auch im Parlament zugestimmt hätten. Am „linken“

Rand, aber auch bei rechten „Realisten“, paarte sich der Chauvinismus von Anfang an mit Sorge und Angst, wie

die Chose letztendlich wohl ausgehen und was da womöglich noch auf einen zukommen würde.

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2

Diese „Djihadisten“ sind in der Hauptseite die Bevölkerung terrorisierende faschistoide Verbände, die zwar

unter dem Banner des Djihad, des „heiligen Kriegs“ für vorgeblich religiöse Ziele, auftreten, wobei es sich allerdings

bei ihrem Djihad nur um ideologischen Nebel handelt, in bzw. hinter dem sie und ihre imperialistischen

und sonstigen Strippenzieher agieren. Vielleicht sollte man daher, obwohl sich diese reaktionären Finsterlinge

auch selbst so bezeichnen, den Begriff „Djihadisten“ gar nicht verwenden. Andererseits stellt er aber ihr Label

dar und sie als „Terroristen“ zu bezeichnen, was sie, nämlich Terroristen gegen das Volk, natürlich sind und wie

viele antiimperialistische und auch kommunistische Kräfte in Afrika sie benennen, ist auch keine gute Alternative

angesichts dessen, was die Imperialisten als „internationalen Terrorismus“ verkaufen. Wir verwenden daher

diesen Begriff in weiterer Folge - aber mit dieser Reserve.

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