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Proletarische Revolution 52

im Alleingang, obwohl sie bis dahin jede

diesbezügliche Absicht dementiert hatte

(und vielleicht auch tatsächlich keine solche

Absicht hatte, sondern diesen Kelch gerne

an sich vorbeigehen hätte lassen bzw. an die

Westafrikaner abgetreten hätte).

Was bewog sie zu diesem Schritt? Die wirtschaftliche

und soziale Zerrüttung Malis und

seine politische Krise waren ebenso wenig

neu wie die Besetzung des Nordens durch

die „Rebellen“. Neu war vielleicht, dass sich

Teile der Tuareg den „Djihadisten“ anschlossen.

Neu und vielleicht so nicht erwartet waren

wohl auch das Ausmaß der Aufrüstung

und die Stärke der „Djihadisten“. Neu war

allerdings vor allem und ganz sicher die rasche

und heftige Zuspitzung der Widersprüche

zwischen den diversen Imperialisten

und ihre Umtriebe, auch gegeneinander,

wobei auch die „Djihadisten“ auf diesem

Schachbrett eine wichtige Rolle spielen. Anscheinend

sah die französische Bourgeoisie

dadurch ihre Sonderstellung und Vorherrschaft

in Westafrika zunehmend in Frage

gestellt. Das wollte und durfte sie nicht riskieren

und so war ein präventiver

Schlag auf eigene Faust angesagt,

nicht so sehr um den „Djihadisten“

zuvorzukommen, sondern um ihren

„Verbündeten“ und sonstigen

imperialistischen Konkurrenten zuvorzukommen

und ihnen den Weg

zu verlegen.

Am 11.Jänner begannen schwere

Bomben- und Raketenengriffe auf

die von den „Djihadisten“ besetzten

Landesteile in der Mitte und im

Norden Malis, angeblich und/oder

wirklich gegen deren Stellungen,

Nachschubbasen etc. gerichtet,

aber mit zerstörten Wohngebieten

und Verkehrswegen etc. als „Kollateralschäden“.

Sie forderten vom

ersten Tag an Hunderte Todesopfer,

die meisten wie immer Zivilisten,

zerstörte Infrastrukturen usw.

Zugleich wurden innerhalb weniger Tage -

über die schon bestehende kleine Garnison

in Bamako hinaus - immer mehr Bodentruppen

von den französischen Militärbasen in

Djibouti, Gabun und Senegal, auch von den

in Côte d‘Ivoire und Tschad stationierten Besatzungstruppen

3 nach Mali verlegt, insgesamt

per heute 4.000 Mann. Begleitet von

regierungstreuen malischen Truppen marschierten

die Franzosen Richtung Norden

und drängten die „Djihadisten“ zurück. Es

kam dabei bisher zu keinen Kampfhandlungen

und zu (fast) keinen französischen oder

malischen Verlusten, da sich die „djihadistischen“

Truppenverbände überall aus den

Städten vor deren „Befreiung“ zurückgezogen

hatten. Verluste gab es wieder nur

unter den Zivilisten, durch Bombardierungen

und Beschießungen aus der Luft, durch

die Kriegshandlungen am Boden und durch

Folterungen, Exekutionen und Lynchjustiz

malischer Truppen an gefangenen wirklichen

oder angeblichen „Djihadisten“ bzw.

ihren „Kollaborateuren“.

3

Insgesamt hat Frankreich ständig 11.000 Mann in Afrika stationiert, davon 6.000 auf den drei großen Militärstützpunkten

in Senegal, Gabun und Djibouti, den Rest auf vielen kleineren. Dazu kommen Stützpunkte in

La Réunion und Mayotte (die zwar ebenfalls Afrika als Operationsgebiet haben, aber als klassische Kolonien

als „Inland“ gelten). Mit 8 Staaten bestehen „Verteidigungs- und Zusammenarbeitsverträge“, die auch eine

Monopolstellung Frankreichs bei Waffenlieferungen, Ausbildung etc. beinhalten (meist in Geheimklauseln).

Frankreich hat auch eine Sonderstellung im (inzwischen zu einem EU-Projekt umdeklarierten) Projekt RECAMP,

d.i. der Aufbau regionaler afrikanischer „schneller Einsatztruppen“ (wie der ECOMOG), und stellt z.B. seine

Stützpunkte als Kriegsmaterialdepots, Logistikzentren etc. zur Verfügung. Dazu kommen verdeckte Verbände

und private Söldnerfirmen; Frankreich hat natürlich auch seine eigenen Söldnerfirmen, zwar nicht so groß wie

die US-Firma Black Water, aber immerhin: Bob Denard, Paul Barril und andere.

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