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Proletarische Revolution 52

Eine neue Stufe

militärischer Aggression

Frankreichs

in Afrika

Der Mali-Krieg reiht sich

ein in eine Serie neokolonialer

Kriege, die

Frankreich führte, seit

es seine Kolonien, insbesondere

aufgrund

des verlorenen Algerien-Kriegs,

aber auch

aufgrund vieler anderer

antikolonialen Aufstände

und Kämpfe, in

eine formale Unabhängigkeit

entlassen musste.

Frankreich führte

seit 1960 - nach der detaillierten

Aufstellung

von Granvaud in „Que

fait l‘armée française en

Afrique?“ in Afrika 53

„offizielle“ und ein Dutzend

„inoffizielle“ Militäroperationen

größeren

Umfangs durch und

natürlich viele kleinere

Kommandoaktionen,

Geiselbefreiungen, Geheimdienstoperationen.

Die französische Kriegsund

Aggressionspolitik

hat aber in jüngster

Zeit eindeutig die Tendenz,

massiver und aggressiver

zu werden.

Allein seit 2010 gab es

an größeren Operationen

die Intervention

und den Putsch in Côte

d‘Ivoire, dann die Aggression

gegen Libyen

und jetzt die Invasion in

Mali. (Auch das Afghanistan-Engagement,

bis

2008 eher nur symbolisch,

wurde massiv auf

fast 5.000 Mann aufgestockt

- allerdings war

das im Schlepptau des

US-Imperialismus und -

im Nachhinein betrachtet

- mehr zu Übungszwecken.)

Der Überfall auf Mali

markiert eine neuerliche

schwere Eskalation

der französischen

Kriegs- und Aggressionspolitik.

Es gab zwar

in früheren Zeiten schon

bösere Gräueltaten, angestiftete

„ethnische

Konflikte“, „Bürgerkriege“,

Massenmorde und

Genozide unter französischem

Kommando

oder französischer Komplizenschaft

(z.B. Kamerun,

Ruanda...), aber die

Bodeninvasion in Mali,

mit ihren 4.000 Mann

an Bodenkampftruppen,

ist die größte eigenständige

derartige

Aktion Frankreichs seit

langem, wenn nicht seit

den Kolonialkriegen.

Normalerweise werden

- abgesehen von „Spezialeinheiten“

- hauptsächlich

andere vorgeschickt

oder wird nur aus

der Luft getötet. Eigene

Opfer werden bei diesen

„sauberen“ Kriegen

gerne vermieden, zumal

die chauvinistische Stimmung

im eigenen Land

regelmäßig rasch kippt,

wenn es auch „eigene“

Opfer gibt. Diesmal sah

sich Frankreich veranlasst,

weiter zu gehen als

bisher, zur Wahrung größerer

imperialistischer

„Chancen“, aber auch

mit größeren Risken.

Der Anlass:

Aufstände und

offene politische

Krise in Mali

Die jüngste und unmittelbare

Vorgeschichte

beginnt im Jänner 2012

mit einem Aufstand der

Tuareg in den nordmalischen

Wüstengebieten.

Seit Jahrzehnten fristet

diese ethnische Minderheit

1 ihr elendes Dasein

am Rande der malischen

Gesellschaft, kaum in

das Staatsgefüge integriert,

aller „nationalen“

Rechte beraubt

und unterdrückt. Mit

der Zersetzung der malischen

Staatsmacht und

der Exploration erheblicher

Rohstoffvorkommen

und der Gier der

Imperialisten und ihrer

malischen Knechte auf

die vermuteten noch viel

größeren Ressourcen in

ihrem Lebensraum haben

sich die Widersprüche

zwischen ihnen und

1

Die Tuareg, eine mit den Berbern Nordafrikas verwandte Volksgruppe mit arabischen Einschlägen, stellen mit

1,5 Millionen Menschen etwa 10% der Bevölkerung in Mali dar. Sie haben seit 1960 vier Mal große Aufstände

gegen die Zentralregierung geführt, welche auf brutalste Weise niedergeschlagen wurden. Außer im Norden

Malis leben Tuareg im Sahara- und Sahelgebiet von Niger, Algerien, Libyen, Burkina Faso.

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