PR 52 download - Proletarische Revolution

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Imperialistische Intervention in Mali

dem Zentralstaat massiv

verschärft. Auch die Verdrängung

algerischer

„Djihadisten“ über die

Grenze nach Mali und

die Zerstörung des libyschen

Staatsgefüges haben

auf die malischen

Tuareg ausgestrahlt. Im

Jänner 2012 kam es zu

einem Tuareg-Aufstand,

wobei Frankreich eine

zumindest zwielichtige

Rolle spielte, und die

MNLA (Nationale Bewegung

für die Befreiung

von Azawad, d.i. der tuaregische

Norden), verstärkt

um reihenweise

Deserteure der malischen

Armee, erklärte

den Norden Malis zu

einem unabhängigen

Staat. Die Zentralregierung

in Bamako und die

Armee konnten dem

nichts entgegensetzen

und der vorher schon

komplett desavouierte

malische Präsident Touré

war jetzt vollends am

Ende. In dieser Situation

putschte sich im März

2012 eine Gruppe jüngerer

Offiziere an die

Macht. Der Präsident,

Touré, flüchtete in den

Senegal, seinerseits eine

französische Neokolonie.

Der Putsch, der allerdings

die Destabilisierung

und Zersetzung

des malischen Staates

nicht aufhalten konnte,

war im französischen

Drehbuch offensichtlich

nicht vorgesehen gewesen.

In der Propaganda

trat der gesamte „freie

Westen“ gegen diesen

„Sturz einer demokratisch

gewählten Regierung“

2 auf und es gab

sogar ein paar „Sanktionen“.

Welche? Es wurden

z.B. Gelder für Ausrüstung

und Training

des malischen Militärs

blockiert und Militärberater

kurzzeitig abgezogen.

Verschiedene Imperialisten

waren nämlich

die ganze Zeit schon

sehr umtriebig gewesen.

Während die Rolle

Frankreichs in Mali klar

ans Licht tritt, liegt die

des US-Imperialismus

noch ziemlich im Dunkeln.

Tatsache ist, dass

zum Zeitpunkt des Putsches

US-“Militärberater“

vor Ort waren und

dass ein Teil der Putschoffiziere

(bzw. ihre Verbände)

von den USA

trainiert und ausgerüstet

worden waren. Man

kann zwar nicht direkt

von einem von den USA

angestifteten Putsch

sprechen, aber der US-

Imperialismus hatte

zweifellos seine Hände

im Spiel. Die Putschregierung

blieb indes

im Land und außerhalb

isoliert und der malische

Staat weiterhin in

Auflösung. In dieser Situation

formierten sich

im Norden „djihadistische“

Verbände und

rückten Richtung Süden

vor, wobei es sich überschneidende

Bündnisse

mit Tuareg-Verbänden

gab, sodass auch die

„Tuareg-Frage“ für die

Imperialisten aus dem

Ruder lief. Hinter den

„Djihadisten“ standen

und stehen ideologisch,

logistisch, finanziell die

Saudis und Qataris, also

letztendlich enge Verbündete

des US-Imperialismus

3 . Die Unruhe

im imperialistischen Lager,

vor allem in Frankreich

und überhaupt in

der EU, wuchs. Pläne für

eine offene militärische

Intervention wurden

geschmiedet, vor allem

seitens Frankreichs und

Englands. Auch China

bot der Putschregierung

Militärhilfe an, von

Waffenlieferungen bis

zu „Militärberatern“.

Das stellte zwar wohl

eher einen propagandistischen

Vorstoß dar,

diente aber doch sehr

deutlich dazu, Flagge

2

Die Wahlbeteiligung an diesen Wahlfarcen lag stets unter 30% und wenn trotzdem einmal etwas aus Sicht des

französischen Imperialismus „Falsches“ herauskam, wurde geputscht.

3

Natürlich kommen auch Waffen und Söldner ins Land, die aus Libyen stammen oder von dort verdrängt wurden;

zumal Gaddafi auch Tuareg als Söldner für seine Armee rekrutiert hatte und diese sich nach deren Zerfall

frei an Waffen bedienen konnten. Aber dieser Aspekt wird gerne überschätzt, um von der Hauptsache abzulenken,

nämlich von der saudischen und qatarischen Unterstützung für die „Djihadisten“. Selbst wenn es gut antiimperialistisch

gemeint sein und nicht bloß eine reaktionäre Gaddafi-Nostalgie sein sollte, hat es wenig Sinn,

nach dem Motto „Da seht Ihr, was herausgekommen ist“ nur auf Libyen zu zeigen, um Mali zu erklären.

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