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Exil und Klassenkampf

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diese Verwandlung im realen Leben nichts

anderes ist als Akzeptanz der vorhandenen

Verhältnisse und Bekämpfung jeglichen

radikalen Gedankenguts und revolutionärer

Taten.

Eine bedeutende Mehrheit dieser Leute,

(falls sie nicht in politischen Kretinismus

und völlige Abgehobenheit verfallen,

oder in philosophischem Nihilismus

und Pessimismus verharren) scharen sich

um Mystik und Sufismus, um die irdischen

Probleme zu vergessen und die Lösung aller

Probleme aufs Jenseits zu verschieben

- (natürlich im Rausch), oder im besten

Fall versuchen, sich nur mit Symptomen

auseinanderzusetzen, ohne die Wurzel

der Probleme zu suchen und zu bekämpfen.

Diese Leute sind die beste ideologische

Beute für die Bourgeoisie, vor allem

für die Sozialdemokratie und die Grünen

sowie die andern Institutionen des bürgerlichen

Staates in den imperialistischen

Ländern. Sie werden von der Bourgeoisie

für die Durchführung ihrer Politik und zur

Wahrung ihrer Interessen benützt.

Am Beispiel des Iran nimmt dieses ekelhafte

Phänomen einen besonderen Platz

in der politischen Szene ein. Ein Blick auf

das Spektrum der früheren politischen Aktivist/innen

zeigt, dass sie zu großen Teilen

nun zu Vollstreckern und Think Tanks

des Imperialismus geworden sind. Es wird

deutlich, wie man sie als Werkzeug für die

Erfüllung ausbeuterischer Interessen benützt

und parallel dazu das verbrecherische

Regime der Islamischen Republik Iran

auf dem internationalen diplomatischen

Parkett salonfähig macht, mit dem Ziel,

den Glauben an die sog. Reformierbarkeit

dieses Regime zu festigen und die Geier

und ihre Lakaien als Lämmer darzustellen.

Ein Musterbeispiel für diese reumütigen

„Neu-Demokraten“ war z.B. die Konferenz

in Berlin 2001, die fast eine Woche

dauerte. Die Anwesenheit eines großen

Spektrums konterrevolutionärer Kräfte,

wie Tudeh-Partei und Feddayin-Mehrheit

samt ihren Splittergruppen mit Republikanern

sowie Alt-Kommunist/innen und

gleichgesinnten Genoss/innen auf dieser

Konferenz und ihre „selbstlose Unterstützung“

für die politischen Botschafter/innen

des islamischen Regimes war ein Paradebeispiel

für die politische Verwandlung

und den freien Fall dieser Leute in den

Sumpf der imperialistischen Bourgeoisie

und ihrer Lakaien. Diese Renegaten und

heutigen Neu-Demokraten setzen sich vor

allem für die Fortsetzung der neoliberalen

Politik ein und genießen berufliche

und finanzielle Privilegien. Sie handeln

als Bindemittel zwischen den imperialistischen

Staaten und dem Regime der islamischen

Republik. Diese Leute haben die

Interessen der kommunistischen Bewegung

längst ihren kleinbürgerlichen opportunistischen

Interessen untergeordnet

und haben sich innerhalb der Verfassung

des islamischen Regimes als gesetzestreue

Opposition etabliert. Gerade in Wien sind

wir seit Jahren mit solchen tragischen und

komischen Figuren konfrontiert.

Sie bleiben nicht nur im Abseits des politischen

Lebens, sondern entwickelten sich

zu aktiven Bediensteten der politischen,

kulturellen, künstlerischen Tätigkeiten

des islamischen Regimes, z.B. auf der Film-

Viennale, der iranischen Filmwoche, bei

Konzerten und dergleichen Veranstaltungen,

über welche Lobreden und Bilder

der staatlich genehmigten Programme in

großer Aufmachung in den Zeitungen der

iranischen Botschaft in Wien „Iran Nachricht“

erscheinen. Natürlich ist all dieser

vorauseilende Gehorsam verbunden mit

dem üblichen demagogischen Geschrei

der Verfechter der bürgerlich-imperialistischen

Politik im Namen der Verteidigung

der „Demokratie“, des Reformismus und

Friedens und „gegen Sektierertum und

Gewalt“ - und damit der Verschonung des

verbrecherischen Gesichts der islamischen

Republik im Iran. Für Kommunist/innen

sind die Klasseninteressen und die Funktion

solcher Kräfte klar und ihre Entlarvung

und Bekämpfung stellt eine untrennbare

Aufgabe im Kampf gegen den Imperialismus

und vor allem gegen die Kompradorenbourgeoisie

im Iran dar.

Das Leben im Exil und die kommunistischen

Aktivitäten

Aber die Hauptaufgabe dieses Artikels ist

nicht die Erläuterung des Zustands der Migrant/innen

und Flüchtlinge und was aus

ihnen geworden ist (was ein Thema wäre,

mit dem man sich einmal genauer auseinandersetzen

sollte, aber hier ist das nicht

unser Hauptanliegen) sondern in erster Linie

wollen wir das Leben im Exil und aus

ihm resultierende und die kommunistischen

Aktivitäten entgegenstehende Hindernisse,

aufzeigen, damit wir imstande

sind, die politischen Kämpfe in den Aufenthaltsländern

mit all ihren Schwierig-

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