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Proletarische Revolution 52

keiten aufzunehmen und besser zu organisieren.

Im vergangenen halben Jahrhundert, sowohl

in der Pahlawi-Dynastie als auch

während des Regimes der Islamischen Republik

Iran, wurden wir wiederholte Male

Zeugen von blutigen Angriffen auf die revolutionären

Kräfte.

Wenn wir als Ausgangspunkt für die Immigrationsgeschichte

und das Exilleben

den 18. August 1953, das Datum des Militärputschs

durch CIA und den britischen

Geheimdienst gegen die national gewählte

Regierung von Mossadegh vor 60 Jahren

nehmen, können wir auf die heutigen

Probleme besser eingehen. Nach diesem

Putsch begann eine massive Unterdrückung

und politischer Terror, bei dem viele

Arbeiteraktivist/innen verhaftet und fortschrittliche

und demokratisch gesinnte

Vereine und Organisationen zerschlagen

wurden. Bis 1960 mussten viele Aktivist/innen

das Land verlassen. Die Hauptträger/

innen der Bewegung in dieser Zeit (1940-

1953: „halbdemokratische Situation“) waren

die Nationale Front und die Tudeh-

Partei, deren Aktivist/innen später im Ausland

waren und dort die Zirkel der politischen

Opposition aufbauten. In diesem

Zeitraum stand die Arbeiter/innenklasse

unter dem starken Einfluss der Tudeh-Partei,

die nur eine Karikatur dessen war, was

man kommunistische Partei nennen kann.

Die Führung dieser Partei hat die Sache

der demokratischen und antiimperialistischen

Revolution des Volkes verraten und

nach dem Putsch selbst die Flucht ergriffen

und spielt seither eine konterrevolutionäre

Rolle.

Die Nationale Front, als ehemalige Repräsentantin

der nationalen Bourgeoisie,

ging nach der Weißen Revolution des

Schah und der Entstehung des abhängigen

kapitalistischen Systems, zur Gänze in die

Kompradorenbourgeoise des Iran über.

Durch die Entwicklung und Entstehung

der neuen Kommunistischen Bewegung in

den Jahren 1960 bis 1970 nahm der demokratische

und antiimperialistische Kampf

im Rahmen der CISNU (Konföderation

iranischer Studenten, Nationalunion) gegen

das Schah-Regime bis zu dessen Abdankung

am 10. Februar 1979 an Stärke

und Intensität zu. Im Laufe der Ereignisse

1979/80 bis zum Beginn der blutigen Verfolgung

und Unterdrückung der KommunIst/innen

und Arbeiteraktivist/innen und

anderer Revolutionär/innen ab dem 19.

Juni 1980, als die größte Welle der Verfolgung,

Hinrichtungen usw. begann, waren

viele dieser politischen Aktivist/innen gezwungen,

ins Ausland zu fliehen. Dadurch

kam eine große iranische Gemeinde im

Exil zustande, welche sich aus unterschiedlichen

gesellschaftlichen Spektren zusammensetzte

und deren Mitglieder unterschiedlichen

Klassen angehörten.

Ein Teil dieser Leute ließ sich für eine

staatsreformistische Politik des Regimes

im Ausland einspannen oder sie wurden

später für die Grüne Bewegung als Teile

der herrschenden Klasse unter Führung

von Karubi, Mussawi und Khatami aktiv.

(Anm.: Eine ausführliche Analyse der Grünen

Bewegung haben wir in zwei Artikeln

„Die Ursachen der gegenwärtigen Massenproteste

im Iran, deren Inhalt und Perspektive“

und „Die Geschichte des Staatsreformismus

und seine grüne Verwandlung“

in einer eigenen Broschüre herausgegeben.)

Natürlich war für uns immer wichtig, vor

allem die Kommunist/innen, Revolutionär/

innen und antiimperialistischen Kräfte zu

schützen und sie dabei zu unterstützen,

sich die notwendigsten Lebensgrundlagen

im Ausland zu schaffen. Und selbstverständlich

galt unsere Unterstützung nicht

denjenigen, die selbst als Teil oder Nahestehende

des Ausbeutungs- und Unterdrückungsapparates

des alten oder neuen

Regimes gekommen waren, zugegebenermaßen

war auch deren Anzahl beträchtlich.

Diese Leute führen genauso wie früher

ihr bürgerliches oder kommerzielles

Leben im sog. Exil und pendeln genauso

wie früher zwischen den Hauptstädten

der Metropolenländer Europas oder der

USA und Teheran hin und her und machen

ihre Geschäfte und besitzen ohnehin ein

„sicheres Netz“ und sie sind auch zu jeglicher

Zusammenarbeit mit dem Regime direkt

oder indirekt bereit.

Was aber die revolutionären Kräfte betrifft,

fehlten während all dieser Zeit

grundlegende Strukturen für die Zusammenarbeit

mit hiesigen revolutionären

Kräften. Wenn es auch hie und da eine

gewisse Zusammenarbeit oder Verbindungen

gab, so waren sie einseitig und eher

im Dienste der Unterstützung der demokratischen

Kämpfe, z.B. Verteidigung der

Volkskämpfe, Aktionen für die Freiheit

politischer Gefangener, Forderungen nach

demokratischen Rechten oder im besten

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