Reisebericht 07.2012

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Reisebericht 07.2012

Papenburg, Hauptkanal

richtigen Weg. Die Ems versteckt sich hinter Bäumen

und Sträuchern. Sie ist nur sehr selten zu sehen. Ich

suche mir immer wieder den Weg auf kleinen Landstraßen.

Felder mit erntereifem Getreide wechseln

sich mit Wiesen und eingestreuten Gehölzen ab.

Kleinere und größere Dörfer liegen am Wegrand.

Immer wieder fahre ich an schmucken Bauernhöfen

vorbei, die durch ihre beachtliche Größe den Wohlstand

ihrer Besitzer dokumentieren.

In Rheine verfahre ich mich, finde den richtigen Weg

nach Lingen aber schnell wieder. Mit fortschreitender

Zeit wird es frischer und windiger. Ich fange an mich

unwohl zu fühlen. Absteigen möchte ich aber erst,

wenn ich eine Bleibe für die Nacht gefunden habe.

Für diese Nacht soll es auf jeden Fall ein Hotel sein.

Zum Zelt aufbauen habe ich keine Lust.

Über Meppen und Haren fahre ich weiter an der Versuchsstrecke

der Magnetschwebebahn vorbei. Die

Hamm. Die Landschaft ist zunehmend landwirtschaftlich geprägt. Über Ahlen geht es nach

Warendorf, der Pferdestadt im Münsterland.

Man hatte mir gesagt, dass die Stadt sehenswert ist. Ich fahre in die Altstadt und von einer

Einbahnstraße zur nächsten. Wo kann ich denn parken? Und mach nicht so einen

Lärm..... ! Alte Häuser mögen keinen Motorradlärm.

Ein neuer Versuch! Eine andere Straße, Kopfsteinpflaster, alte Häuser. Die Transalp blubbert

fast im Leerlauf vor sich hin. Psst, du bist zu laut, scheint jedes Haus zu flüstern. Die

Leute schauen schon ungehalten.

Ich gebe auf und mache eine kurze Pause. Warum lasse ich die Maschine nicht hier stehen?

Ich traue mich nicht mit der ganzen Ausrüstung. Heute weiß ich, dass ich die Maschine

ruhig hätte stehen lassen können. Die Erfahrung, vor allem die richtige Packtechnik

fehlten mir am Anfang der Reise noch.

Telgte, eine ebenfalls sehr alte Stadt, ist sicher auch einen Besuch wert. Ich beschränke

mich aber auf eine kurze Rundfahrt durch die Altstadt. Deren Straßen sind am Samstagnachmittag

wie leer gefegt, es ist kein Mensch zu sehen. Es geht weiter, immer Richtung

Norden.

Die Sonne scheint, und der Wind bläst frisch. Seit Warendorf fahre ich bereits an der Ems

entlang, der ich bis zur Mündung in die Nordsee folgen will. Rechts und links der Straße

liegen Felder und Weiden. Die Bauern mähen die Wiesen um Heu zu machen. Ein sicheres

Ohmen, dass das Wetter stabil bleiben soll.

Ich fahre nach Münster hinein. Den Marktplatz

kann ich nicht finden. Der Dom, den

ich gerade noch gesehen habe, ist auch

verschwunden. An dieser Kreuzung komme

ich auch nicht weiter. Laut Verkehrsführung

muss ich rechts abbiegen und dann links,

und wo bin ich jetzt? Hier wäre ein Navigationsgerät

hilfreich. Mein eigener, sonst gut

funktionierender Orientierungssinn lässt

mich im Moment schnöde im Stich. Ach,

was soll‘ s, ich fahre weiter. Wo geht es

nach Greven? Die Kompassnadel in meinem

Kopf pendelt sich ein. Ich bin wieder

auf dem

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Meyers Mühle

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