Reisebericht 07.2012

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Reisebericht 07.2012

Mühlsteinbrunnen

weit sichtbare große Halle der Meyerwerft

sagt mir, dass ich Papenburg erreicht habe.

Ein passendes Hotel finde erst nach drei

Runden durch die Stadt. Das Hotel Aquamarin

macht einen guten Eindruck. Ich bekomme

ein Zimmer direkt am Nebeneingang.

Das Motorrad kann ich kostenlos in

einer Garage parken. Ein Teil des Gepäcks

kann daher an der Maschine bleiben.

Ich ziehe mich um und gehe in die Stadt.

Für Samstagabend ist es sehr ruhig, eigentlich

zu ruhig. Der Altstadtbereich wird vom

Hauptkanal dominiert, der ursprünglich der wichtigste Transportweg dieser ehemaligen

Moorsiedlung war. Flache Kähnen transportierten einst den Torf. Jetzt liegen Museumsschiffe

bunt bemalt, wie auf einer Perlenschnur aufgefädelt im Kanal. Über Klappenbrücken

kann man in kurzen Abständen von einem zum anderen Ufer wechseln. Rechts und

links des Kanals gibt es Geschäfte, Restaurants und Kneipen. Man kann unschwer erkennen,

dass die wirtschaftliche Lage trotz der

Mayerwerft auch hier nicht besonders gut

ist. Der Leerstand der Geschäftslokale fällt

ins Auge.

Meyers Windmühle liegt neben dem Hauptkanal.

In ihrer Gesellschaft stehen zwei

Backhäuser und davor ein Brunnen aus

Mühlsteinen. Eine Katze versucht mit mir

Kontakt aufzunehmen. So ist es eben, wenn

keine Leute auf der Straße sind!? Schade

nur, das ich so gar kein Verhältnis zu den

Wohnzimmertigern habe.

Ich bummele weiter durch die Stadt und gehe

Essen. Gesättigt trete ich den Rückweg zum Hotel an. Die neuen Häuser am Weg sind

offensichtlich Altersheime und Häuser für betreutes Wohnen. Mir scheint, dass das hier als

Marktlücke entdeckt und ausgebaut wurde. Wieder im Hotel hole ich mir noch ein Bier, das

ich gemütlich beim Schreiben trinke. Ich sehe fern und lese noch etwas, dann ist der Tag

nach 318 km beendet.

Sonntag 22.07.2012:

Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig

und der Kaffee schmeckt gut. Ich habe

schnell gepackt, bezahlen und bei

super Wetter und leichtem Wind bin

ich wieder auf der Straße. Natürlich

will ich die Meyerwerft sehen. Der

Weg ist gut beschildert. Aus meinem

Arbeitsleben kenne ich große Industriehallen.

Die Größten habe ich in

Russland gesehen. Die Montagehalle

der Meyerwerft beeindruckt mich

Alte Werft, Papenburg

aber dann doch. Leider war kein

Schiff zu sehen. Langsam rolle ich zurück in die Stadt zur „Alten Werft“. Die Gebäude sind

restauriert und beherbergen jetzt ein Theater, eine Malschule, ein Hotel und auch Büros.

Über die Bundesstraße 70 geht es gemütlich nach Leer.

4

Meyerwerft

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