Reisebericht 07.2012

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Reisebericht 07.2012

Leer, Rathaus und Alte Waage

Am Museumshafen genieße ich die Sonne

und die Wärme. Leer hat im Laufe der

Geschichte vieles erleben und erdulden

müssen.

Die Leineweber waren neben dem

Marktrecht und dem Wiegerecht die Basis

für die Entwicklung der Gemeinde.

Später, 1556, kam die Hafenwirtschaft

als zusätzliche ertragreiche Komponente

hinzu. Die Altstadt ist sehr gut erhalten

und gilt daher als „Wertvollste“ in der Region.

Über die Klappbrücke fahre ich auf

die andere Seite der Ems. Mir gefällt der

Blick auf die alten Häuser und den Museumshafen. Ich mache ein paar Fotos. Dann geht

es weiter nach Emden. Doch wo führt mich die Beschilderung hin? Ich will nicht auf die Autoschnellstraße!

An der nächsten Abfahrt fahre ich wieder von der Rennstrecke herunter

und siehe da, ich bin wieder auf dem richtigen Weg. Direkt am Deich geht es zwischen

Windrädern, Weiden, Kühen und erstaunlich vielen Pferden nach Emden. Dieser Abschnitt

der Fahrt ist sehr beeindruckend. Die Ruhe und Gelassenheit, die die Landschaft ausstrahlt,

überträgt sich. Es kommt mir nicht in den Sinn schnell zu fahren. Genießen ist angesagt,

auch wenn die Ems durch den hohen Deich nicht zu sehen ist. Selbst die einheimischen

Biker, die auf der Strecke unterwegs sind, fahren langsamer und ruhiger.

Am Stadtrand von Emden muss ich tanken.

Auf der Suche nach der Altstadt biege ich

falsch ab. An der Kunsthalle Emden vorbei

bin ich plötzlich am Bahnhof. Dieser graue

Betonklotz ist ebenso wie der alte Bunker daneben

nicht sehr sehenswert. Aber auf dem

Bahnhofsvorplatz steht eine 43er Dampflock,

die mich als Sohn eines Lokomotivführers natürlich

sehr interessiert. Schließlich bin ich

43er Dampflock der Erz Bahn

schon im zarten Alter von knapp 5 Jahren mit

Lackschühchen und weißen Strümpfen auf

eine Dampflock geklettert. Zur Freude meiner

Mutter hat mich mein Vater dann verschmiert

und dreckig mit nach Hause gebracht. Aber zurück zu der auf Ölfeuerung umgestellten

Dreizylinder Lokomotive. Sie gehörte zur

so genannten Erzbahn, die Züge von bis

zu 2000 t Eisenerz in die Zentren der

Stahlverarbeitung an Ruhr und Saar gezogen

hat. Im August 1977 wurde sie aus

dem Streckenverkehr genommen. Von

September bis Oktober 1977 hat sie Rangier-

und Zubringerdienste gefahren. Dann

wurde sie außer Dienst gestellt und ist

damit die letzte Dampflock, die auf dem

Streckennetz der Bahn gefahren ist. Leider

kann man den Führerstand nicht besichtigen

weil die Maschine restauriert

Feuerschiff in Emden

wird.

Ich fahre wieder zurück in Richtung Innenstadt und lande am Hafen. Hier, am Alten Rathaus,

liegen die Museumsschiffe „Georg Breusing“, ein Seenot Rettungskreuzer und das

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