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Ausgerechnet Liebe - Fuxx-online.de

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1 Keinen Schimmer von

1 Keinen Schimmer von gar nichts Es war ein kühler Aprilmorgen, und ich wartete bibbernd auf den Schulbus. Wie jeden Morgen kam meine Freundin Nisha angelatscht und setzte sich neben mich auf die Mauer hinter dem Wartehäuschen. Doch statt des fröhlichen «Hey, Luca, alles klar?», sagte sie: «Mensch, Luca, das ist ja schlimm, was da passiert ist.» Ich bekam einen Riesenschreck. Meine Tante Rieke, die vorübergehend bei uns wohnte, lag mir ständig damit in den Ohren, dass ich vor lauter Tagträumen mein halbes Leben verpasste. Was war mir diesmal entgangen? So betroffen, wie Nisha dreinschaute, musste etwas Entsetzliches geschehen sein. Hatte meine kleine Schwester Diggy ihre Drohung wahrgemacht und in der Schulaula das Foto ausgehängt, das sie im Winterurlaub auf Gran Canaria von meinem mit Sand panierten Hintern aufgenommen hatte? So eine Aktion wäre ihr durchaus zuzutrauen. Nisha strich sich eine Strähne ihres feinen blonden Haares hinters Ohr und meinte mitfühlend: «Ich hoffe, du kommst bald drüber weg.» «Ist halb so schlimm», sagte ich, weil ich nicht zugeben 5

wollte, dass ich keinen Schimmer hatte, wovon sie sprach. Durch geschicktes Fragen würde ich schon herausfinden, was passiert war. «Ron hat dich sowieso nicht verdient», sagte Nisha. Aha, es ging um einen Jungen namens Ron. Nie gehört. «Ich kenne keinen Ron», gab ich zu. «Klar, dass du jetzt so reagierst.» Nisha nickte verständnisvoll. «Das nennt man Verdrängung. Tu ruhig so, als ob er dir am Arsch vorbeigeht, dann kommst du am schnellsten drüber weg, wie er dich abgefertigt hat. Du warst aber auch ein bisschen naiv, oder? Ich meine, du hattest davor noch keinen Satz mit ihm gewechselt, und dann machst du ihm aus heiterem Himmel eine glühende Liebeserklärung. Das war schon der Hammer.» Ich musste eine Doppelgängerin haben. Anders konnte ich mir nicht erklären, dass ich einem mir unbekannten Typen eine Liebeserklärung gemacht hatte, von der ich nichts wusste. Ich mochte ja manchmal etwas geistesabwesend sein, aber das hätte ich mitgekriegt. Easy hockte sich zu uns. Sie ist die Tratschkönigin der Schule. Von ihr würde ich endlich alle Details erfahren. «Hi, du altes Streifenhörnchen», sagte ich betont fröhlich. Easy trägt grundsätzlich nur gestreifte Klamotten. Egal, ob quer oder längs, ob breite oder schmale Streifen. Daher ihr Spitzname. Manche nennen sie auch Zebra-Easy. Nisha raunte Easy zu: «Sie nimmt es ganz schön tapfer.» 6

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