Das Rehwild, Wildarten unserer Region.

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Das Rehwild, Wildarten unserer Region.

Einleitung:

Die zahlenmäßig bedeutendste Wildart in

Thüringen stellt das Rehwild da. Durch seine

extreme Anpassungsfähigkeit ist es

flächendeckend in Thüringen vorhanden.

Aussehen:

Das Reh ist nicht nur der häufigste, sondern

auch der kleinste Vertreter unter den

Hornträgern. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge

von gerade mal 1,00 m bis 1,40 m und einer

Schulterhöhe zwischen 60 cm und 90 cm

bringen die männlichen Tiere bis zu 30 kg

auf die Waage. Die Weibchen sind etwa 10

% bis 15 % leichter. Jedoch können diese

Gewichte stark variieren in Abhängigkeit

von der Jahreszeit und der Biotopausstattung.

Die Fellfarbe ist im Sommer kräftig rotbraun

und in den Wintermonaten eher unscheinbar,

graubraun oder dunkelbraun. Die neu

geborenen Kitze besitzen neben der

rotbraunen Grundfarbe eine weiße

Punktierung auf dem Rücken und den

Flanken. Gelegentlich können auch lokal

weiße und schwarze Rehe auftreten.

Verbreitung und Lebensraum:

Das Rehwild kommt flächendeckend in fast

ganz Europa und Kleinasien vor. Lediglich

auf den Mittelmeerinseln und in Irland fehlt

es. Die skandinavische Halbinsel wurde erst

in den letzten 100 Jahren besiedelt. Innerhalb

seines Verbreitungsgebietes kommt das Reh

vom Meer bis zur Baumgrenze, in allen

Höhenlagen vor.

Bevorzugte Rehwildbiotope stellen Bereiche

mit ausreichender Deckung und

abwechslungsreichem Futterangebot dar.

Besonders die Wald- Feldkanten sind beim

Rehwild sehr beliebt. Sie bieten zum einen

gute Deckungsmöglichkeiten wie auch viele

verschiedene Futterpflanzen.

Das Rehwild, als Kulturfolger, ist sehr

anpassungsfähig. Auch die großen

Agrarlandschaften, wie z.B. das Thüringer

Becken, werden von Rehen bewohnt. Daher

gibt es Rehe die das ganze Jahr auf dem Feld

leben. Man unterscheidet je nach

Lebensraum Wald- und Feldrehe. Obwohl

dieselbe Art zeigen sie unterschiedliche

Konstitution und Verhaltensweisen

Lebensweise:

Das Rehwild wird als Konzentratselektierer

bezeichnet. Naschhaft werden bevorzugt

junge Blätter, Triebe und Kräuter gefressen

die einen hohen Anteil an Nährstoffe und

Zucker und einen geringen Anteil an

Rohfasern aufweisen.

Abbildung 1: Ricke mit Kitz beim trinken


Der Verbiss von jungen Forstpflanzen kann

bei überhöhten Rehwildbeständen zu

erheblichen Schäden führen.

Die im Sommer solitär lebenden Rehe

vereinigen sich im Winter zu

Familienverbänden, in der Jägersprache

sogenannte Sprünge. In dieser kalten

Jahreszeit kann man die Tiere gut auf den

freien Feldern bei der Nahrungssuche

beobachten. Diese Gemeinschaften lösen

sich im Frühjahr auf und die einzelnen Rehe

verbringen die Vegetationszeit solitär.

Die Paarungszeit (Blattzeit) findet beim

Rehwild von Anfang Juli bis Mitte August

statt. Damit die Kitze nicht bereits im Winter

zur Welt kommen, verfügen die weiblichen

Tiere (Ricken) über eine Keimruhe. Das

befruchtete Ei beginnt erst ab Mitte

Dezember mit der Entwicklung. Dadurch

werden die Kitze im Mai des folgenden

Jahres gesetzt. Eine Ricke kann bis zu drei

Kitze auf einmal bekommen, jedoch sind

zwei Kitze pro Jahr die Regel.

Die Jungtiere werden die ersten Wochen in

einer Deckung abgelegt. Während die Ricken

Nahrung aufnimmt, drückt sich das Kitz im

hohen Gras. Lediglich zum Säugen kehrt die

Mutter zu ihrem Jungen zurück.

In der Natur können Rehe 10 bis 12 Jahre alt

werden und in Gefangenschaft sogar bis zu

17 Jahre.

Abbildung 2: Ricke im Winterhaar

Quellenangabe:

Titelbild, Abb. 1, 2: Andreas Knoll

Thüringer Forstamt Stadtroda

Am Burgblick 23

07646 Stadtroda

Telefon: 036428/511 300

Telefax: 036428/511 399

forstamt.stadtroda@forst.thueringen.de

Das Rehwild

Wildarten unserer

Region

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